Rekrutierung und Radikalisierung in Gefängnissen verhindern

Insasse in einem Gefängnis in Libyen, 26. August 2011. (Foto: Associated Press)

Insasse in einem Gefängnis in Libyen, 26. August 2011. (Foto: Associated Press)

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag zum Thema Radikalisierung von Gefängnisinsassen von Shawna Wilson, der am 9. Mai 2017 auf DipNote, einer Website des US-Außenministeriums, erschien. Die Autorin, Shawna Wilson, ist eine ranghohe Beraterin für Rechtsstaatlichkeit in der Abteilung für Terrorismus- und Extremismusbekämpfung im US-Außenministerium.

In der internationalen Gemeinschaft wächst die Besorgnis, dass Terroristen im Gefängnis neue Anhänger rekrutieren. Diese Bedenken rühren von den jüngsten Terroranschlägen in Brüssel, Kopenhagen, London und Nizza her, bei denen Einzelpersonen, die nicht wegen terroristischer Straftaten im Gefängnis waren, später diese Anschläge verübten. Viele Länder auf dem Balkan berichten über Fälle, bei denen sich Einzelpersonen während eines Gefängnisaufenthaltes radikalisiert haben. Regierungsvertreter aus der Region haben ausdrücklich um Unterstützung im Kampf gegen die Rekrutierung und Radikalisierung zur Gewaltbereitschaft ersucht. Um Gefängnismitarbeiter und Politiker auf dem Balkan dabei zu unterstützen, das Thema Radikalisierung im Gefängnis besser erkennen und angehen zu können, veranstaltete das International Criminal Investigative Training Assistance Program (ICITAP) des US-Justizministeriums mit der finanziellen Unterstützung der Abteilung für Terrorismus- und Extremismusbekämpfung (Bureau of Counterterrorism and Countering Violent Extremism – CT) am 25. und 26. April 2017 ein Symposium in Zagreb (Kroatien).

Auf diesem Symposium, der zweiten von der Abteilung CT durchgeführten Veranstaltung zur Bekämpfung der Rekrutierung und Radikalisierung in Gefängnissen, kamen Strafvollzugsexperten aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Finnland, dem Kosovo, Mazedonien, Montenegro, den Niederlanden, Serbien und den Vereinigten Staaten zusammen. An dem Programm nahmen darüber hinaus auch Experten von Penal Reform International, dem Interregionalen Institut der Vereinten Nationen für Strafrechts- und Justizforschung (United Nations Interregional Crime and Justice Research Institute – UNICRI) sowie dem Global Center on Cooperative Security teil. Das Symposium wurde in der Folge der weltweiten Auftaktveranstaltung durchgeführt, die im Dezember 2016 am International Institute for Justice and the Rule of Law (IIJ) in Valletta (Malta) stattfand.

Radikalisierung im Gefängnis kann am effektivsten erkannt und bekämpft werden, wenn Gefängnismitarbeiter fundierte Management- und Rehabilitationsmaßnahmen und -programme entwickeln und umsetzen. Dieses Konzept wurde während des zweitägigen Symposiums von Experten aus den Vereinigten Staaten, Westeuropa und dem Balkan bekräftigt. Die Experten betonten darüber hinaus die Notwendigkeit einer genauen Analyse und Einstufung aller Insassen bei Strafantritt sowie einer regelmäßigen Wiederholung dieser Maßnahme. Eine genaue Analyse ist der erste Schritt, um zu erkennen, ob ein Gefängnisinsasse anfällig für Radikalisierung ist.

Die Themenblöcke, die sich mit der Unterbringung von Terroristen und Programmen zur Überwachung der Kommunikation und des Verhaltens von Insassen befassten, stießen auf das größte Interesse. Die Experten stellten fest, dass die Beaufsichtigung und Betreuung der Insassen bei der Prävention einer Radikalisierung im Gefängnis von maßgeblicher Bedeutung sind. Die Strafvollzugsbeamten nutzen unterschiedliche Wege der Informationsbeschaffung über bestimmte Personen, wie beispielsweise die Überprüfung der Post und Telefongespräche von Gefangenen, stichprobenartige Durchsuchungen der Gefängniszellen sowie die Genehmigung von Besuchen von Familienmitgliedern und Freunden. Während des Symposiums wurden auch regionale Standards und die Rechtsprechung bezüglich der Überwachung von Gefängnissen konkret erörtert. So hat sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) beispielsweise mit Fällen befasst, bei denen es um den Schutz der Privatsphäre von Gefangenen ging. Diese ist zu berücksichtigen, wenn ein Land Programme und Maßnahmen zur Durchsuchung von Einzelpersonen und ihrer Zellen erarbeitet. Die europäischen Strafvollzugsgrundsätze (European Prison Rules), bei denen es sich um vom Europäischen Rat entwickelte, nicht verbindliche Standards handelt, enthalten ebenfalls konkrete Bestimmungen für die Überprüfung der Kommunikation von Insassen sowie weitere Angaben in Zusammenhang mit dem Sammeln und der Analyse von Daten über Gefangene.

Bei dem Symposium ging es auch um die Unterbringung von Terroristen. Experten aus unterschiedlichen Ländern unterstrichen die Bandbreite sowie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Vorgehensweisen. Ein Vorteil der „gemeinsamen Unterbringung oder Konzentrierung“ der Gefangenen ist die Bündelung personeller und finanzieller Ressourcen. Dadurch können sehr gut geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wissen, wie man mit Hochrisiko-Insassen umgeht, ihre Bemühungen bündeln. Die gemeinsame Unterbringung birgt jedoch auch einige Gefahren, wie beispielsweise, dass unbeabsichtigt eine hierarchische Organisation unter Terroristen entsteht, die ihnen helfen kann, sich zu organisieren. Dieses Phänomen wurde beispielsweise in Nordirland beobachtet, wo die Gefangenen der IRA gemeinsam in einem speziellen Gefängnistrakt untergebracht waren, durch den sie die Hierarchie und Identität in der Gruppe aufrechterhalten und zudem im Gefängnis Ausbildungslager betreiben konnten. Der Workshop über die Unterbringung von Terroristen verdeutlichte, dass es keinen allgemeingültigen Ansatz geben kann und dass die Länder ihre eigenen Ressourcen sowie die Art der terroristischen Bedrohung in ihrem Land berücksichtigen müssen.

Das lohnenswerte Treffen der Strafvollzugsbeamtinnen und -beamten vom Balkan brachte Erkenntnisgewinne und zeigte weitere Instrumente auf, um eine Radikalisierung im Gefängnis zu erkennen und anzugehen. Es bot den Fachleuten die Gelegenheit, ihre Erfahrungen auszutauschen und aus den Erfolgen und Fehlern der anderen zu lernen. Die Experten konnten nicht nur ihre Ideen über mögliche Veränderungen in ihren gegenwärtigen Systemen austauschten, sondern erfuhren auch etwas darüber, wie Änderungen im Betriebsablauf die Möglichkeiten für Terroristen einschränken können, im Gefängnis andere zu rekrutieren und Pläne zu entwickeln. Damit konnte ein weiterer wichtiger Aspekt unserer gemeinsamen Bestrebungen im Kampf gegen den Terrorismus weiterentwickelt werden.

Originaltext: Working to Combat Terrorist Recruitment and Radicalization in Prisons

Tillerson beim Außenministertreffen der weltweiten Allianz zur Bekämpfung der IS-Terrormiliz

Foto: State Department

Foto: State Department

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die US-Außenminister Tillerson am 22. März 2017 anlässlich des Treffens der Außenminister der weltweiten Allianz zur Bekämpfung der IS-Terrormiliz gehalten hat, die auf Einladung der Vereinigten Staaten in Washington stattfand.

Guten Morgen. Ich möchte mich bei allen bedanken, die zu unserer Ministerkonferenz zur Bekämpfung der IS-Terrormiliz nach Washington gekommen sind. Die große Zahl der Anwesenden macht tatsächlich Mut. Wenn die Kräfte hinter der IS-Terrormiliz ihre Fernseher und Computer anschalten, dann sehen sie die gebündelte Kraft von 68 Nationen und Organisationen. Wir teilen die Entschlossenheit, die IS-Terrormiliz dauerhaft zu besiegen. Unsere Allianz vereint das Ziel, das Wiederaufleben der IS-Terrormiliz zu stoppen, ihre weltweiten Bestrebungen zu stoppen und ihre ideologische Rhetorik zu entkräften. Und wir sind bereit, in diesem Kampf stärker zu werden und aggressiv zu bleiben.

Präsident Trump stellte in seiner jüngsten Rede vor beiden Kammern des Kongresses klar, dass es die Politik der Vereinigten Staaten sei, diese barbarische Terrororganisation zu zerstören und zu vernichten. Und das werden wir tun. Continue reading

Terrorismusbekämpfungsstrategie der Regierung Obama

counterterrorism_toutTAMPA – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die letzte Rede, die US-Präsident Barack Obama in seiner Amtszeit zum Thema Terrorismusbekämpfung halten wird. In seiner Rede auf dem Luftwaffenstützpunkt MacDill in Florida am 6. Dezember 2016 äußerte er sich zur Bedeutung von Partnerschaften, Werten und Diplomatie. Wir veröffentlichen die Rede nachfolgend im Wortlaut.

Vielen herzlichen Dank. Danke. Vielen Dank Ihnen allen. Danke. Nehmen Sie bitte Platz. Bitte nehmen Sie Platz. Vielen Dank.

Guten Tag, meine Damen und Herren. Man hat mir eben gesagt, dass gerade zum letzten Mal auf einer meiner Reisen Hail to the Chief für mich gespielt wurde, und das hat mich ein bisschen sentimental gestimmt. Ich möchte vor allem Ihnen allen danken. Kurz vor meiner Ankunft hier habe ich einige der Männer und Frauen vom Central Command der MacDill Air Force Base und unserem Special Operations Command getroffen, um ihnen für ihren herausragenden Dienst zu danken. Ihnen und Ihren Familien sowie der großen Familie der amerikanischen Militärangehörigen möchte ich sagen, dass unser Land Ihnen zutiefst zu Dank verpflichtet ist. Wir sind Ihnen dankbar und werden während der Feiertage für Sie beten.

Wie Sie nur allzu gut wissen, änderte sich Ihre Mission – und der Lauf der Geschichte – mit dem 11. September 2001. Als ich das Amt übernahm, befanden sich die Vereinigten Staaten bereits seit sieben Jahren im Krieg. In den acht Jahren meiner Amtszeit verging kein Tag, ohne dass eine Terrororganisation oder eine radikalisierte Einzelperson plante, Amerikaner zu töten. Am 20. Januar werde ich der erste Präsident der Vereinigten Staaten sein, der zwei volle Amtszeiten in Kriegszeiten durchlaufen hat. Wir haben uns diesen Kampf nicht ausgesucht, aber als er uns erreichte, bekam die Welt unsere Entschlossenheit zu spüren. Continue reading

Außergewöhnliche Chancen für eine „Zukunft des Anstands und des Friedens“ ergreifen

US-Außenminister Kerry vor dem Weltwirtschaftsforum 2016

US-Außenminister Kerry vor dem Weltwirtschaftsforum 2016

DAVOS – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen am 22. Januar 2016 auf DipNote, dem offiziellen Blog des US-Außenministeriums, erschienenen Artikel zu den Reden, die US-Außenminister Kerry in Davos in der Schweiz gehalten hat. Der Außenminister betonte bei seiner Rede vor dem Weltwirtschaftsforum den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen Chancen und Außenpolitik. Die vollständige Rede in englischer Sprache finden Sie hier.

Nach einer Grundsatzrede zu den außen- und sicherheitspolitischen Zielen für 2016 hielt US-Außenminister John Kerry beim Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz eine Rede, in der er den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen Chancen und Außenpolitik hervorhob.

Er beschrieb die Herausforderungen, mit denen die internationale Gemeinschaft konfrontiert ist, ergriff aber auch die Gelegenheit, jüngste Erfolge herauszustellen: das Klimaabkommen von Paris, das Atomabkommen mit Iran, die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba und die Bekämpfung von Ebola sowie positive Entwicklungen in den Bereichen Müttergesundheit, Bildung und Minderung von Armut. Diese Erfolge lassen auf weitere Fortschritte hoffen. Continue reading

Bekämpfung von gewalttätigem Extremismus im In- und Ausland

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag von Lisa Monaco, Beraterin des Präsidenten für innere Sicherheit und Terrorismusbekämpfung, der am 8. Januar 2016 auf DipNote, dem offiziellen Blog des US-Außenministeriums, veröffentlicht wurde. Dieser Beitrag erschien zunächst auf dem offiziellen Blog des Weißen Hauses.

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Präsident Barack Obama spricht im Nationalen Zentrum für Terrorismusbekämpfung (National Counterterrorism Center) in McLean (Virginia)

 

Oberste Priorität des Präsidenten ist die Sicherheit der Amerikanerinnen und Amerikaner.

Seit dem 11. September arbeitet unser Land mit allen zur Verfügung stehenden nationalen Mitteln daran, Anschläge abzuwenden, zu vereiteln und zu durchkreuzen, wie wir sie an diesem tragischen Tag erleiden mussten. Wir haben unsere Sicherheitsvorkehrungen für Flughäfen, Finanzzentren und kritische Infrastrukturen verstärkt. Im In- und Ausland haben unsere Strafverfolgungsbehörden, Nachrichtendienste und Militärangehörigen unermüdlich dafür gearbeitet, zahllose terroristische Pläne zu vereiteln.

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Obama über den Feldzug zur Bekämpfung der IS-Terrormiliz

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede über den Militäreinsatz zur Bekämpfung der IS-Terrormiliz, die US-Präsident Obama am 14. Dezember 2015 im Pentagon hielt.

Guten Morgen. Die Vereinigten Staaten und unsere Streitkräfte führen die globale Allianz mit dem Ziel, die IS-Terrormiliz zu zerschlagen, weiter an. Wie ich vergangenes Wochenende in meiner Rede an die Nation deutlich gemacht habe, setzen wir unsere Strategie mit höchster Dringlichkeit an vier Fronten fort: Wir spüren die Terroristen auf und schalten sie aus, wir bilden und statten irakische und syrische Streitkräfte aus, damit sie die IS-Terrormiliz vor Ort bekämpfen können, wir stoppen die IS-Terrormiliz, indem wir ihre Rekrutierung, Finanzierung und Propaganda stören, und zu guter Letzt betreiben wir beharrlich Diplomatie, um den Bürgerkrieg in Syrien zu beenden, damit sich alle auf die Zerschlagung der IS-Terrormiliz konzentrieren können. Continue reading

Heute Abend sind wir alle Pariser

PARIS – (AD) – Nach den Anschlägen in Paris hielt US-Außenminister John Kerry am 16. November 2015 eine Rede vor der Amerikanischen Botschaft in Paris. Wir veröffentlichen die Rede nachfolgend im Wortlaut.

Ich habe, wie meine Vorgänger auch, schon sehr oft gesagt, dass Frankreich der älteste Freund und erste Verbündete der Vereinigten Staaten ist. Das gilt in unseren dunkelsten Stunden mehr denn je. Es galt, als Lafayette vor mehr als 238 Jahren den Atlantik überquerte und den Amerikanern half, sich ihre Freiheit zu erkämpfen. Es galt 1917, als die Truppen von General Pershing in Frankreich zu den Alliierten stießen und sein Adjutant erklärte: „Lafayette, wir sind hier.“ Es galt im Zweiten Weltkrieg, als die Vereinigten Staaten die tapferen Kämpfer des französischen Widerstands dabei unterstützten, gegen das größte Übel zu kämpfen, das die Welt je gesehen hatte, und es zu besiegen.

Es galt ganz sicher vor 14 Jahren, nach den Anschlägen vom 11. September in New York, Pennsylvania und Washington. Da lautete die Le-Monde-Schlagzeile: „Nous sommes tous Américains.“ Wir sind alle Amerikaner. Continue reading

Zerschlagung der IS-Terrormiliz erfordert diplomatische und militärische Anstrengungen

Ash Carter am Podium vor Journalisten (DOD/Glen Fawcett)

US-Verteidigungsminister Ash Carter bei einer Pressekonferenz nach seinem Treffen mit hochrangigen Befehlshabern, die am 23. Februar in Camp Arifjan in Kuwait an einer Konferenz zur regionalen Sicherheit teilnehmen.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Zusammenfassung einer Pressekonferenz, die US-Verteidigungsminister Ash Carter am 23. Februar 2015 im Camp Arifjan in Kuwait abhielt. Der Artikel erschien am 23. Februar zunächst auf der Website des US-Verteidigungsministeriums und wurde am 24. Februar vom Büro für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium veröffentlicht.

Ein dauerhafter Sieg über die IS-Terrormiliz werde „eine Kombination aus diplomatischen und militärischen Mitteln erfordern“, sagte US-Verteidigungsminister Ash Carter am 23. Februar vor Journalisten nach einer Konferenz mit Botschaftern und hochrangigen Befehlshabern aus der Region und den Vereinigten Staaten. Continue reading

Obama zum Gipfeltreffen gegen gewaltsamen Extremismus

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die unwesentlich gekürzte Rede, die US-Präsident Obama am 18. Februar 2015 anlässlich des Gipfeltreffens im Weißen Haus gegen gewaltsamen Extremismus hielt.

Vielen Dank. Tausend Dank. Nehmen Sie bitte Platz. [...] Ich danke Ihnen allen für Ihre Teilnahme an diesem wichtigen Gipfel.

Mehr als 238 Jahre haben die Vereinigten Staaten nicht einfach nur überstanden; vielmehr waren sie erfolgreich und haben Herausforderungen überwunden, an denen eine schwächere Nation möglicherweise zerbrochen wäre. Nach einem schrecklichen Bürgerkrieg stellten wir unsere Union wieder her. Wir haben eine Weltwirtschaftskrise überstanden und wurden zur dynamischsten Volkswirtschaft der Welt. Wir haben den Faschismus bekämpft, Europa befreit. Wir haben dem Kommunismus die Stirn geboten – und gesiegt. Amerikanische Gemeinden wurden von Erdbeben, Tornados, Bränden und Überschwemmungen zerstört – und wir bauen sie stets wieder auf. Continue reading

Mitteilung zum vereitelten Anschlag auf saudi-arabischen Botschafter

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir in gekürzter Version eine Pressemitteilung des US-Justizministeriums vom 11. Oktober 2011.

[...]

Das mutmaßliche Komplott

Laut der vorläufigen Anklageschrift sollen Arbabsiar und seine Komplizen aus Iran, einschließlich Shakuri von der Al-Kuds-Einheit, vom Frühjahr 2011 bis Oktober desselben Jahres die Ermordung des saudi-arabischen Botschafters in den Vereinigten Staaten geplant haben. Um diese Verschwörung weiter voranzutreiben, soll Arbabsiar bei verschiedenen Gelegenheiten mit einemV-Mann (CS-1) der Drogenbekämpfungsbehörde (Drug Enforcement Administration – DEA) in Mexiko zusammengekommen sein, der sich als Mitglied eines gewaltbereiten, internationalen Drogenkartells ausgab. Der Strafanzeige zufolge habe Arbabsiar die Vorkehrungen für eine Anwerbung von CS-1 und dessen mutmaßlichen Komplizen für die Ermordung des Botschafters getroffen. Shakuri und andere in Iran ansässige Verschwörer seien über diesen Plan informiert gewesen und hätten ihm zugestimmt. Mit Zustimmung Shakuris soll Arbabsiar veranlasst haben, dass etwa 100.000 US-Dollar als Anzahlung für CS-1 für die noch anstehende Ermordung des Botschafters, die in den Vereinigten Staaten stattfinden sollte, auf ein Konto in den Vereinigten Staaten überwiesen wurden.

[…]

Laut der vorläufigen Anklageschrift soll sich Arbabsiar am 24. Mai 2011 mit CS-1 in Mexiko getroffen haben, wo Arbabsiar CS-1 zu seinem Wissen über Sprengstoff befragt und erklärt habe, dass er unter anderem an einem Angriff auf die saudi-arabische Botschaft interessiert sei. CS-1 soll darauf geantwortet haben, dass er sich mit dem Sprengstoff C-4 auskenne. In der vorläufigen Anklageschrift heißt es weiter, Arbabsiar sei im Juni und im Juli erneut nach Mexiko gereist, wo er nochmals mit CS-1 zusammengekommen sei. Während dieser Zusammenkünfte erklärte Arbabsiar, seine Verbündeten in Iran hätten einige mit Gewalt verbundene Aufträge für CS-1 und seine Komplizen diskutiert, darunter auch die Ermordung des Botschafters.

 

1,5 Millionen US-Dollar für die mutmaßliche Ermordung des Botschafters

Während eines Treffens am 14. Juli 2011 in Mexiko soll CS-1 Arbabsiar mitgeteilt haben, dass er für die Ermordung des Botschafters vier Personen benötige, und dass der Preis für den Mord 1,5 Millionen US-Dollar betrüge. Arbabsiar soll dem zugestimmt und angegeben haben, dass die Ermordung des Botschafters ausgeführt werden solle, bevor weitere Anschläge verübt würden. Arbabsiar soll außerdem angegeben haben, dass er und seine Komplizen in Iran über 100.000 US-Dollar verfügten, die CS-1 als Anzahlung für die Ermordung gezahlt würden, und soll diskutiert haben, wie diese Zahlung geleistet werden könnte.

Während des gleichen Treffens soll Arbabsiar CS-1 seinen Cousin in Iran beschrieben haben, der, so Arbabsiar, von ihm gefordert habe, jemanden zu finden, der den Anschlag auf den Botschafter ausführen könnte. Laut der vorläufigen Anklageschrift habe Arbabsiar angedeutet, dass sein Cousin ein „hoher General“ im iranischen Militär sei, dass er sich auf Angelegenheiten außerhalb Irans konzentriere, und dass er gewisse, nicht näher spezifizierte Maßnahmen in Zusammenhang mit einem Bombenanschlag im Irak ergriffen habe.

Bei einem Treffen in Mexiko am 17. Juli 2011 [...] sollen CS-1 und Arbabsiar über den Bombenanschlag auf ein Restaurant in den Vereinigten Staaten gesprochen haben, das der Botschafter häufig besuche. Als CS-1 bemerkte, dass andere Menschen bei dem Anschlag ebenfalls getötet werden könnten, darunter auch US-Senatoren, die im Restaurant essen, soll Arbabsiar diese Bedenken mit „keine große Sache“ abgetan haben.

[...] Am 20. September 2011 soll CS-1 Arbabsiar gesagt haben, dass die Operation vorbereitet sei und forderte Arbabsiar auf, entweder die Hälfte der für den Mord vereinbarten Summe (1,5 Millionen US-Dollar) zu zahlen, oder persönlich als Sicherheit für die abschließende Bezahlung nach Mexiko zu reisen. Laut der vorläufigen Anklageschrift willigte Arbabsiar ein, als Sicherheit nach Mexiko zu reisen, um die abschließende Bezahlung für den Mord zu gewährleisten.

 

Festnahme und mutmaßliches Geständnis

[...] Am 29. September 2011 wurde Arbabsiar während eines Zwischenstopps am JFK International Airport in New York von Bundesagenten verhaftet. Mehrere Stunden nach seiner Verhaftung soll Arbabsiar über seine Miranda-Rechte informiert worden sein und eingewilligt haben, auf seine Rechte zu verzichten und mit den Strafverfolgungsbeamten zu sprechen. Unter Belehrung seiner Miranda-Rechte, soll Arbabsiar in einer Reihe von Befragungen seine Beteiligung an dem Mordkomplott eingeräumt haben.

Laut der vorläufigen Anklageschrift soll Arbabsiar den Beamten gegenüber auch zugegeben haben, in Zusammenhang mit diesem Komplott von Männern rekrutiert, finanziert und instruiert worden zu sein, die er für hochrangige Funktionäre der iranischen Al-Kuds-Einheit hielt. Er soll gesagt haben, dass sich diese iranischen Funktionäre der Verwendung von CS-1 bewusst und mit seiner Verwendung für den Plan einverstanden gewesen seien, dass sie Zahlungen an CS-1 zugestimmt hätten und dass sie mit den Mitteln, mit denen der Botschafter in den Vereinigten Staaten ermordet werden sollte, sowie den Opfern, die dies wahrscheinlich zur Folge gehabt hätte, einverstanden gewesen seien.

Originaltext: Two Men Charged in Alleged Plot to Assassinate Saudi Arabian Ambassador to the United States