Wie erkennt man, ob wahr ist, was man sieht?

(© AP Images)

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WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag, der sich mit der Frage befasst, wie man erkennt, ob etwas, das man im Internet sieht, auch wahr ist. Der Artikel erschien am 21. März 2017 auf ShareAmerica, einer Website des US-Außenministeriums.

Zwischen Nachrichten, Blogs und Seiten der sozialen Medien kann heute praktisch alles mit nur einem Mausklick online veröffentlicht werden. Aber ist das, was man liest, sieht oder hört auch wahr? Die folgenden, kostenlosen Websites und Zusatzprogramme helfen, das herauszufinden.

Mehr Informationen über Websites:

Whois: Hier erfährt man den Namen und die physische Adresse der Person oder des Unternehmens, die oder das eine Internetadresse registriert hat.

Echtheit von Fotos:

FotoForensics: Hier kann man Fotos hochladen und mithilfe ihrer Kompressionslevel feststellen, ob sie verändert wurden. Durch die Fehler-Level-Analyse treten die bearbeiteten Teile des Bildes hervor.

Links: Alligator schnappt nach einem Stück Fleisch am Stock, Seerosenblatt im Hintergrund. Rechts: Dunklere Version des Bildes, auf der nur das pink umrandete Seerosenblatt zu erkennen ist. (Foto: US-Außenministerium)

Gegenüberstellung von zwei Versionen eines Fotos, einmal mit und einmal ohne Verwendung einer Software zur Erkennung von bearbeiteten Bildern. (Foto: US-Außenministerium)

Was wurde in diesem Bild verändert? Nur das Seerosenblatt. Wie man anhand der Farben und Strukturen erkennen kann, ist das Kompressionslevel unterschiedlich.

JPEGsnoop zeigt, um welche Tageszeit ein Foto aufgenommen und welche Kamera verwandt wurde und liefert weitere Details. Wie bei FotoForensics kann man auch hier durch das Vergleichen der Kompressionslevel erkennen, ob das Bild bearbeitet wurde.

Who Stole My Pictures findet über ein Zusatzprogramm für die Suche in Google, Yandex, Bing und TinEye Kopien eines Bildes im Internet. Das Programm ermöglicht es, die Verwendung eines Bildes im Laufe der Zeit zu verfolgen, denn es kann sein, dass Fotos ohne richtige Quellenangabe genutzt werden.

Überprüfen von Videomaterial:

YouTube DataViewer: Wenn man hier eine URL von YouTube einfügt, wird angezeigt, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit das Video hochgeladen wurde (beides kann sich von dem sichtbaren Zeitstempel unterscheiden). Außerdem werden Miniaturen der Bilder angezeigt, die es ermöglichen, ihre bisherige Verwendung im Internet zu verfolgen.

Wolfram Alpha: Hier kann man die Echtheit von Videos oder Fotos überprüfen. Man kann beispielsweise das Wetter im Videomaterial mit historischen Wetteraufzeichnungen vergleichen. Man tippt einfach weather sowie den Ort und das Datum ein und durchsucht den Datenbestand dieser Suchmaschine. Man kann sie auch nutzen, um historische Wechselkurse aufzurufen.

Smartphone-Bildschirm mit App-Icons der sozialen Medien (© AP Images)

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Überprüfen von Aussagen:

Wikipedia: Wenn man zu einem neuen Thema recherchiert, ist diese kostenlose Enzyklopädie, die es in vielen Sprachen gibt, ein guter Ausgangspunkt. Die genannten Quellen sollte man überprüfen.

Investigative Dashboard: Diese Datenbank kann man nach Firmen, Personen und ihren Beziehungen zueinander durchsuchen, oder man bittet Expertinnen und Experten um Rat.

Storyful: Dieses Unternehmen erstellt eine Heat Map, ein Diagramm über den Datenverkehr in sozialen Medien, wobei Videos, Audiodateien, Texte und Fotos aufgespürt und überprüft werden. Zu den Kunden von Storyful zählen große Nachrichtenagenturen; die Dienstleistungen dieses Anbieters sind allerdings kostenpflichtig.

Welche weiteren Instrumente helfen bei der Wahrheitssuche?

Einige der weltweit führenden Journalisten haben das Verification Handbook geschrieben, das Instrumente und Techniken für Notfälle enthält, insbesondere für die Überprüfung von Informationen, Fotos und Videos, die von Nutzern veröffentlicht werden. Das Verification Handbook for Investigative Reporting ist eine Zusatzpublikation, die weitere Methoden für die Online-Recherche beschreibt.

Originaltext: How do you know if what you’re seeing online is true?

Der digitale Übergang: Wie der Regierungswechsel im Zeitalter sozialer Medien funktioniert

Präsident Obama mit seinem iPhone

Präsident Obama mit seinem iPhone

WASHINGTON – (AD) – Im nachfolgenden Beitrag von Kori Schulman (Twitter-Konto: @KS44), Sonderberaterin des Präsidenten und stellvertretende Leiterin des Bereichs digitale Medien, geht es um die Frage, wie die digitale Historie der Regierung Obama nach dem anstehenden Regierungswechsel in den Vereinigten Staaten bewahrt und weiter genutzt werden kann. Der Text erschien am 31. Oktober 2016 auf dem White House Blog.

Präsident Obama ist der erste „Social-Media-Präsident”: Er war der erste Präsident auf Twitter (@POTUS on Twitter), der erste Präsident, der sich live über Facebook vom Oval Office aus meldete, der erste Präsident, der Fragen von Bürgern auf YouTube beantwortete und der erste Präsident, der  die Filtereffekte von Snapchat nutzte. In den vergangenen acht Jahren haben der Präsident, der Vizepräsident, die First Lady und das Weiße Haus die sozialen Medien genutzt, um mit den Menschen in unserem Land und weltweit über die wichtigsten Fragen unserer Zeit zu sprechen (und dabei nebenbei ein bisschen Spaß zu haben).

Wenn wir auf die letzten acht Jahre zurückblicken, stellen wir fest, dass unser digitaler Fußabdruck deutliche Veränderungen der Art und Weise widerspiegelt, wie wir uns informieren mit der Welt um uns herum online Kontakt aufnehmen. 2009 haben wir den Internetauftritt von WhiteHouse.gov rundumerneuert; es gibt jetzt auch einen Blog, RSS, und einen E-Mail-Verteiler, wir haben  Konten auf Facebook, Twitter, Flickr, Vimeo, iTunes und sogar MySpace. 2011 haben wir die Plattform We the People eingerichtet, über die Bürgerinnen und Bürger Petitionen an das Weiße Haus richten können. 2013 postete die First Lady ihr erstes Foto auf Instagram. 2015 setzte Präsident Obama seinen ersten Tweet mit dem Handle @POTUS ab. 2016 veröffentlichte das Weiße Haus einen offiziellen Artikel über den Bericht zur Lage der Nation zuerst auf Snapchat. Diese digitale Infrastruktur wird nicht nur dem nächsten Präsidenten zugutekommen – alle zukünftigen Präsidenten können darauf aufbauen. Das Archiv gehört den Amerikanerinnen und Amerikanern. Continue reading

Der Information Society Dialogue 2015

Die Flaggen der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union vor dem Gebäude des Europäischen Rates

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text von Daniel Sepulveda, zum Information Society Dialogue zwischen den Vereinigten Staaten und der EU, der am 22. April 2015 auf DipNote, dem offiziellen Blog des US-Außenministeriums, erschien.
Sepulveda ist Stellvertretender Abteilungsleiter und US-Koordinator für Internationale Kommunikations- und Informationspolitik der Abteilung für wirtschaftliche und unternehmerische Angelegenheiten des US-Außenministeriums.

Wir sind gerade von unserem jährlichen Information Society Dialogue (ISD) zurückgekehrt. Es waren Gespräche wie unter alten Freunden – offen, ehrlich und voller Fragen, geprägt von gegenseitigem Respekt, unserer langjährigen Zusammenarbeit und unseren weitgehend übereinstimmenden Anschauungen. Continue reading

Open Data Day: Wie das US-Außenministerium Mapping mit Diplomatie verbindet

MapGive-Treffen des US-Außenministeriums und des Roten Kreuzes nach dem Ausbruch der Ebola‑Epidemie.

MapGive-Treffen des US-Außenministeriums und des Roten Kreuzes nach dem Ausbruch der Ebola‑Epidemie.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text von Benson Wilder und Mikel Maron, der anlässlich des Open Data Day am 21. Februar 2015 auf Dipnote, dem offiziellen Blog des US‑Außenministeriums, erschien.

Überall auf der Welt finden heute Veranstaltungen zum Open Data Day statt, und das US‑Außenministerium ist stolz, den Jahrestag einer eigenen Open-Data-Initiative feiern zu können. Vor einem Jahr hat das US‑Außenministerium MapGive ins Leben gerufen, um digitale Diplomatie mit gemeinschaftlichem Mapping [digitalem Kartographieren] zu verbinden und den Beitrag der amerikanischen Regierung zur OpenStreetMap (OSM), einer kostenlosen und editierbaren Weltkarte, zu maximieren. Continue reading

Nett sein im Netz

Warum nicht etwas Nettes posten?

Warum nicht etwas Nettes posten?

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium über freundliche Umgangsformen im Internet, der am 12. August 2013 im elektronischen JournalEJ/USA: The Corporate Conscience veröffentlicht wurde.

Als Eyal Hanfling bei Facebook den Account „Whitman Compliments“ eingerichtet hat, hatte er nicht mit so einer überwältigenden Resonanz seitens seiner Mitschüler gerechnet.

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Die wichtigsten Formen des Schutzes geistigen Eigentums

 

Internationale Firmen wie McDonald’s und KFC haben Wettbewerber verklagt, die versuchen mit Schildern zu werben, die ihren markengeschützten Logos ähneln.

Internationale Firmen wie McDonald’s und KFC haben Wettbewerber verklagt, die versuchen mit Schildern zu werben, die ihren markengeschützten Logos ähneln.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir anlässlich des Tags des geistigen Eigentums am 26. April einen gekürzten Text von Thomas G. Field, jr., über den Schutz geistigen Eigentums. Der vollständige Artikel erschien in der Veröffentlichung des US-Außenministeriums Focus on Intellectual Property Rights.

Geistiges Eigentum ist für Unternehmer von unschätzbarem Wert. Unter geistigem Eigentum versteht man Erfindungen, literarische und künstlerische Werke, Symbole, Grafiken, Namen, eingetragene Designs und geistige Schöpfungen von Kreativen. Continue reading

Internationaler Vertrag gefährdet Internetfreiheit

Vietnamesische Schüler nutzen das Internet in einem Internetcafé. Das Abkommen aus Dubai zur Ausweitung staatlicher Regulierungen für Inhalte im Internet öffnet so der Zensur des Internets und dadurch auch der Einschränkung von Demokratie, Meinungs- und Redefreiheit Tür und Tor.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel von Stephen Kaufman, Autor im Büro für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium, vom 5. Februar 2013.

 

Der Leiter der Bundesbehörde für das Fernmeldewesen (Federal Communications Commission – FCC) warnte amerikanische Kongressabgeordnete davor, dass das Internet „Angriffen ausgesetzt“ sei, nachdem im Dezember 2012 bei einer internationalen Konferenz in Dubai ein Telekommunikationsvertrag der International Telecommunications Union (ITU) der Vereinten Nationen verabschiedet worden war.

In seiner vorbereiteten Rede bei einer Anhörung vor dem Energie- und Handelsunterausschuss für Kommunikation und Technologie und des Auswärtigen Unterausschusses für Terrorismus und Menschenrechte des US-Repräsentantenhauses am 5. Februar sagte der Leiter der FCC, Robert McDowell, dass Maßnahmen wie beispielsweise die Fähigkeit von Regierungen zu entscheiden, welche Inhalte im Internet unerwünscht – also „Spam“ – sind, „die Ära des internationalen Konsens über die Vermeidung der zwischenstaatlichen Einflussnahme auf das Internet zu einem dramatischen Ende geführt haben“.

Mit der neuen Regulierung können Regierungen unter „fadenscheinigen Vorwänden“, beispielsweise mit dem Argument der Bekämpfung einer Netzwerküberlastung, den Inhalt von Datenverkehr im Internet untersuchen, um zu bestimmen, ob diese Inhalte als Spam blockiert werden können, so McDowell. Diese Maßnahmen könnten genutzt werden, um Demokratie, Rede- und Meinungsfreiheit zu beschneiden.

Seit der Freigabe des Internets für die öffentliche Nutzung war man darauf angewiesen, dass „Multi-Stakeholder-Organisationen“, darunter Regierungen, der Privatsektor und zivilgesellschaftliche Gruppen gemeinsam Entscheidungen über die Nutzung und die Förderungen bewährter Maßnehmen treffen, statt Regulierungen aufzustellen.

Aber die Entscheidung von 89 zu 55 Stimmen für die Verabschiedung eines neuen Telekommunikationsvertrags, der 2015 in Kraft treten würde, verändert wichtige Definitionen, durch die sichergestellt war, dass Internetanbieter, der Inhalt im Internet sowie die Anbieter von Anwendungen keiner staatlichen Kontrolle unterliegen. Durch die Abstimmung wurde der ITU tatsächlich „beispiellose Verfügungsgewalt über die Nutzung und den Inhalt wichtiger Teile des Internets“ verliehen, sagte McDowell.

„Freiheit, Wohlstand und die Aussicht, die Lebensbedingungen von Menschen auf der ganzen Welt zu verbessern, stehen auf dem Spiel. Jegliche Fragen zu diesen Behauptungen sind nun beantwortet“, sagte er.

McDowell drängte auf einen Dialog zwischen Regierungen, Zivilgesellschaft, Privatsektor, gemeinnützigen Organisationen und der ITU, um die Struktur dieser Beteiligten auszuweiten, damit diejenigen, die sich ihrer Rechte beraubt fühlen, wie beispielsweise viele Entwicklungsländer, eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung der Entwicklung des Internets spielen.

„Viele Entwicklungsländer können hauptsächlich aufgrund von wirtschaftlichen und logistischen Gründen keine Rolle in diesem Prozess spielen. Dies ist inakzeptabel und sollte umgehend geändert werden“, sagte er.

„Entwicklungsländer würden am meisten von uneingeschränktem Internetzugang profitieren. Sie würden am meisten unter einer zentralisierten, multilateralen Kontrolle von Internetvorgängen und –inhalten leiden”, sagte McDowell.

Der neue Vertrag kam trotz Zusicherungen vor der Konferenz in Dubai zustande, dass dort keine Abstimmung abgehalten und ein neuer Vertrage nur mit einstimmiger Genehmigung der Teilnehmer verabschiedet würde. Ein neuer Vertrag „würde das Internet nicht antasten“, aber „diese drei Versprechen sind allesamt klar gebrochen worden“, sagte McDowell.

Bei der Konferenz im Dezember sollte eigentlich ein Vertrag aus dem Jahr 1988 neu verhandelt werden, der Bestimmungen zu internationalen Telefonanrufen enthält. Allerdings, so der Leiter der FCC, „bot die Konferenz den Befürwortern intensiverer Regelungen eine gute Möglichkeit, den Zugriff der ITU auf das Internet auszuweiten.“

McDowell sagte, die Erfahrungen in Dubai böten „einen düsteren Ausblick darauf, wie internationale Regelungen bezüglich des Internets sich rasant ausweiten könnten.“

Er warnte, dass die Zeit jetzt „eine entscheidende Rolle“ spiele, und dass diejenigen, denen die derzeitige Freiheit des Internets am Herzen liege, noch vor dem wichtigen Treffen der ITU 2014 in Korea „ihre Bemühungen umgehend verdoppeln müssen, um eine weitere Ausweitung der staatlichen Kontrolle über das Internet zu verhindern“.

Dieses Treffen soll zu einer neuen Verfassung führen, die „die Aufgabe der ITU für die kommenden Jahre definieren soll”, sagte er. McDowell warnte davor, dass im derzeitigen Klima „diejenigen von den Entwicklungen profitieren, die sich für eine weitere Regulierung des Internets einsetzen.“

„Während wir noch über die nächsten Schritte diskutieren, arbeiten die Feinde der Internetfreiheit überall auf der Welt an Vertragsverhandlungen, die die Bedeutung der [Konferenz in Dubai] winzig erscheinen lassen werden“, sagte der Leiter der FCC.

„Lassen Sie uns nach zwei Jahren nicht auf diesen Moment zurückblicken und darüber klagen, dass wir nicht genug getan haben. Wir haben nur eine Chance. Lassen Sie uns der Welt zeigen, dass wir entschlossen sein und uns für die Freiheit im Internet einsetzen werden. Alle Länder sollten uns dies gleichtun“, sagte McDowell.

 

 

Originaltext: International Treaty Puts Free Internet in Jeopardy

Freiheit im Internet und Freiheit in der Wissenschaft

 

 

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag von Michael H. Posner aus DipNote, dem offiziellen Blog des US-Außenministeriums. Michael H. Posner ist Abteilungsleiter für Demokratie, Menschenrechte und Arbeit im US-Außenministerium. Der Text über Freiheit im Internet wurde am 18. Oktober 2012 veröffentlicht.

 

In der heutigen Zeit gehört die Freiheit im Internet zum Kern der wissenschaftlichen Freiheit. Eine offene Online-Plattform, auf der Informationen und Ideen ungehindert ausgetauscht werden können, ist für die Genauigkeit heutiger wissenschaftlicher und intellektueller Untersuchungen von entscheidender Bedeutung. Gegenwärtig wird die Freiheit im Internet aber weiterhin weltweit bedroht. Und dies stellt genauso eine Gefahr für Naturwissenschaftler und andere Akademiker dar wie für Menschenrechtsaktivisten.

 

In der vergangenen Woche hatte ich die Gelegenheit, in einer programmatischen Rede mit dem Titel „Freiheit der Natur- und der Geisteswissenschaft im digitalen Zeitalter“, die Auswirkungen dieser Schwierigkeiten auf die Wissenschaftsgemeinde vor 250 Zuhörern in der American Association for the Advancement of Science (AAAS) zu erörtern.

 

Während meines Vortrags habe ich betont, dass es derzeit zwei zeitgleich auftretende Phänomene auf der Welt gibt. Auf der einen Seite erleben wir die verstärkte Nutzung von Technologie zur Überwachung, Zensur und Beschränkung der Redefreiheit, darunter auch Einschüchterungsversuche gegenüber Intellektuellen und die Behinderung unabhängiger Ideen durch Überwachung, Bedrohungen, Befragungen und Verhaftungen. Laut der OpenNet-Initiative leben beispielsweise noch immer 960 Millionen Internetnutzer in Ländern, die besorgniserregende Einschränkungen der Inhalte vornehmen – das sind 47 Prozent aller Internetnutzer.

 

Auf der anderen Seite erleben wir auch unglaubliche Fortschritte und intellektuellen Aufruhr durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Natur- und Geisteswissenschaftlern, Menschenrechtsaktivisten, Diplomaten, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen. Organisationen wie die AAAS nutzen beispielsweise naturwissenschaftliche Fortschritte, um die Zerstörung von Dörfern in Darfur zu dokumentieren. Andere, wie das US-Institut für Frieden (U.S. Institute of Peace – USIP) haben den Naturwissenschaften, der Technologie und der Schaffung von Frieden ein ganzes Zentrum gewidmet.

 

Alle diese Bemühungen gründen auf den Prinzipien, die in der US-Verfassung zum Ausdruck gebracht werden, und in der Folge auch in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte eingingen. Der Schutz der Meinungsfreiheit ist nicht nur eine internationale Verpflichtung der Staaten, er ist auch entscheidend für das ungehinderte Denken, das naturwissenschaftliche Fortschritte ermöglicht.

 

Die US-Regierung hat es daher zu einer außenpolitischen Priorität gemacht, das Internet unter anderem als eine Plattform für den wissenschaftlichen Diskurs zu schützen. Wie ich in einem vor kurzem erschienenen Leitartikel im Science Magazine schrieb, haben wir ein Bündnis aus gleich gesinnten Ländern zum Schutz der weltweiten Freiheit im Internet gebildet. Darüber hinaus haben wir viele Programme zur Ausweitung der Infrastrukturinvestitionen und Senkung der Zugangskosten für viele Menschen weltweit. Durch einen Präsidialerlass von Präsident Obama haben wir uns verpflichtet, Schritte für die Beendigung des Transfers von Technologie zu ergreifen, die wahrscheinlich von den Regierungen Syriens und des Irans genutzt wird, um Menschenrechtsverletzungen gegen Internetnutzer und andere, darunter auch Wissenschaftler, zu verüben.

 

Die Menschenrechtsaktivisten und Wissenschaftler bilden eine legendäre Partnerschaft, in der Akademiker eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Menschenrechten gespielt haben und in der Menschenrechtsaktivisten eine wichtige Rolle für die Fortschritte der wissenschaftlichen Freiheit gespielt haben.  Da für beide Gruppen weiterhin Herausforderungen bestehen, wird die US-Regierung ihr Engagement für die Unterstützung, Stärkung und Verteidigung wissenschaftlicher Fortschritte und Freiheit der Menschen fortsetzen.

 

Originaltext: Internet and Academic Freedom in the Digital Age

 

Keine effektive Öffentlichkeitsarbeit ohne soziale Medien

Staatssekretärin für Public Diplomacy und Öffentlichkeitsarbeit Tara Sonenshine

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge aus der Rede der Staatssekretärin für Public Diplomacy im US-Außenministerium, Tara Sonenshine, die sie am 15. Oktober 2012 am Institute of Peace in Washington gehalten hat. Die Auszüge wurden von Jane Morse vom Büro für Internationale Informationsprogramme zusammengestellt.

Um in der modernen Welt wirklich effektiv sein zu können, muss sich Public Diplomacy sozialer Medien bedienen, sagt Tara Sonenshine, Staatssekretärin für Public Diplomacy und Öffentlichkeitsarbeit im US-Außenministerium.

„Wenn wir in diesem dynamischen Bereich nicht präsent sind, werden wir irrelevant“, sagte Sonenshine am 15. Oktober in einer vorbereiteten Rede am U.S. Institute of Peace in Washington. „Vor allem würden wir dann die Möglichkeit verlieren, mehr Bürgern zu helfen, ihre Rechte zu erlangen und sie dabei zu unterstützen, ihre positivsten, produktivsten – und ja, friedlichsten – Träume zu verwirklichen.

„Indem wir soziale Medien nutzen, “ sagte sie, „können wir die Wirkung und die Qualität unserer erweiterten Öffentlichkeitsarbeit überall verbessern. Außerdem können wir auch die Menschen erreichen, die uns am meisten brauchen. Ich spreche hier von denjenigen, die aus geografischen Gründen oder durch politische Zwänge eingeschränkt werden.“

„Es gibt sehr viele Menschen, die sich nach Interaktion sehnen“, erklärte Sonenshine. „Aber noch nicht mal mit einem Bruchteil können wir in Kontakt treten. Virtuelle Technologien ermöglichen uns, auf deutlich mehr Menschen zuzugehen.

Sonenshine war eine der Rednerinnen bei der Konferenz Exchange 2.0: The Science of Impact, the Imperative of Implementation des Instituts. Bei der Veranstaltung trafen sich politische Entscheidungsträger, Forscher, Pädagogen und Programmverantwortliche zum „Austausch 2.0“, also technologiegestützte Programme, die in Lehrpläne für internationalen Bildungsaustausch eingebettet sind.

Aber Sonenshine, die vor einigen Jahren noch im Journalismus der „alten Schule“ tätig war, machte deutlich, dass soziale Medien und neue Kommunikationstechnologien die traditionelle, persönliche Interaktion nicht ersetzen können.

„Unabhängig davon, wie sehr sich unsere Technologie weiterentwickelt: Es gibt keinen Ersatz dafür, dass ein Student im Ausland mit einer Gastfamilie am Abendbrottisch sitzt. Es gibt keinen Ersatz für das Geben und Nehmen, das stattfindet, wenn Menschen persönlich aufeinandertreffen, “ erläuterte sie.

Nicht alle Studierenden auf der Welt hätten laut Sonenshine die Möglichkeit, online zu gehen und an einem virtuellen Austausch teilzunehmen. „Es gibt Raum für beides – virtuellen und physischen Austausch – und beide können sich gegenseitig verstärken. Wir brauchen beides, und wir müssen in beides investieren, “ sagte sie.

Austausch 2.0 könne als Erweiterung der US-Diplomatie funktionieren, weil so Beziehungen gepflegt werden könnten, die ursprünglich bei Programmen vor Ort entstanden, bei persönlichen Begegnungen von Angesicht zu Angesicht.

Sonenshine kündigte die Einrichtung eines Referats für virtuellen Austausch im US-Außenministerium an, die Kommunikationswege für amerikanische Jugendliche und junge Menschen auf der ganzen Welt öffnen soll. Im November wird diese Einheit eine 24-stündige virtuelle College-Messe ausrichten, bei der Vertreter von 200 Colleges und Universitäten Studenten, die in den Vereinigten Staaten studieren wollen, über ihre Institutionen informieren können.

Sie berichtete auch, dass das Außenministerium vor kurzem eine Reihe von Jugend TechCamps begonnen hat, bei denen junge Menschen auf der ganzen Welt digitale Fähigkeiten vermittelt werden. Am ersten TechCamp, das im August in Washington stattfand, nahmen junge Erwachsene im Alter von 18 bis 23 Jahren aus Ägypten, Indonesien, Indien, Ghana, Kenia, Mozambique, den Philippinen, Russland, Thailand und der Türkei teil. Zwei weitere TechCamps wurden für Jugendliche in Pakistan und Bangladesch abgehalten.

„Je mehr wir Menschen einbeziehen und ermutigen, produktiv zu sein und ihre Träume zu verwirklichen, desto besser stehen die Chancen, dass sie in Zukunft in Frieden und Wohlstand leben werden“, erklärte Sonenshine.

Originaltext: Effective Public Diplomacy Needs Social Media

 

 

Die Gesprächsmappe

Eine Gesprächsmappe enthält offizielle Vorabinformationen über eine Veranstaltung, wie beispielsweise den Besuch von US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton bei ihrem marokkanischen Amtskollegen Taieb Fassi Fihri.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir ein Kapitel aus dem überarbeiteten Handbuch A Responsible Press Office: An Insider’s Guide des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium vom 17. April 2012. A Responsible Press Office in the Digital Age ist eine Anleitung für die Nutzung sozialer und digitaler Medien, um die Öffentlichkeit aktuell und fundiert über Politik, Gesetze, Programme und Maßnahmen zu informieren. Die Autorin, Marguerite Hoxie Sullivan, ist Spezialistin für die Beziehung zu Medien. Sie hat als Journalistin, in der Öffentlichkeitsarbeit und für die Regierung gearbeitet.

Wenn ein hochrangiger Regierungsvertreter in den Vereinigten Staaten an einer Veranstaltung teilnimmt, dann bereiten seine Mitarbeiter im Vorfeld die Gesprächsmappe mit offiziellen Informationen über die Veranstaltung und die Teilnehmer vor. Die Gesprächsmappe, die normalerweise gebunden wird, soll dafür sorgen, dass die Veranstaltung möglichst positiv verläuft …. und es keine Überraschungen gibt.

Üblicherweise sind die Informationen für die Gesprächsmappe in einer Vorlage abgespeichert, die für jede Veranstaltung neu ausgefüllt werden kann. Normalerweise enthält die Gesprächsmappe folgende Informationen:

  • Ziel und Zweck der Veranstaltung
  • Kleiderordnung – leger, Anzug oder formell.
  • Wettervorhersage für den Tag der Veranstaltung.
  • Größe des Publikums.
  • Anwesenheit der Presse und/oder eines Kamerateams.
  • Ort der Veranstaltung
  • Den Namen des für die Organisation verantwortlichen Mitarbeiters mit Festnetz-, Mobilfunk- und Piepernummer.
  • Die wichtigsten politischen Anliegen in der Region, in der die Veranstaltung stattfindet. Die Gesprächsmappe kann auch Artikel über wichtige lokale Themen enthalten.
  • Die Namen der Teilnehmer, ihre Titel und Organisationen sowie eine Zusammenfassung dessen, was sie bei der Veranstaltung tun oder sagen werden, soweit dies bekannt ist. Außerdem werden Lebensläufe sowie die korrekte Aussprache ungewöhnlicher Namen beigefügt.
  • Ein minutiöser Ablaufplan für die Veranstaltung.
  • Fragen, die von der Presse oder dem Publikum gestellt werden könnten, mit möglichen Antworten.
  • Nutzung sozialer Medien bei der Veranstaltung, wie beispielsweise ein offizieller Hashtag für Teilnehmer, die von der Veranstaltung twittern wollen.
  • Eine Liste mit Themen, die angesprochen oder vermieden werden sollen.
  • Die Namen der Personen, die der Regierungsvertreter vom Podium aus erwähnen soll.
  • Ein Diagramm, auf dem eingezeichnet ist, wo und neben wem der Regierungsvertreter sitzt und steht.

 

Originaltext: The Briefing Book