Elizabeth Alexander: Dichterin

Die gefeierte Dichterin und Akademikerin Elizabeth Alexander ist eine von nur vier Dichterinnen und Dichtern, die ihr Werk bei der Amtseinführung eines Präsidenten vortragen durften.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir anlässlich des National African American History Month 2012 einen Artikel aus dem Abschnitt „Profiles of Contemporary African-American Women“ aus der Broschüre „Making Their Mark: Black Women Leaders”, die im Januar 2012 vom Büro für internationale Informationsprogramme veröffentlicht wurde.

 

 

Elizabeth Alexander weiß, was es bedeutet, Geschichte mitzuerleben.Sie war nicht einmal ein Jahr alt, als ihre Eltern sie 1963 in einem Kinderwagen zum Bürgerrechtsmarsch nach Washington mitnahmen, dessen Höhepunkt die „Ich-habe-einen-Traum“-Rede von Martin Luther King war.Sechsundvierzig Jahre später wohnte sie der Amtseinführung von Barack Obama bei, dem ersten afroamerikanischen Präsidenten. Diesmal war sie der Ehrengast, denn sie war von dem designierten Präsidenten eingeladen worden, aus diesem Anlass eines ihrer Gedichte vorzulesen.

 

In den Jahren zwischen diesen beiden Ereignissen wurde Alexander zu einer anerkannten Professorin in Yale, Essayistin und Dichterin.Sie wurde als Tochter einer Schriftstellerin und eines Anwaltes in Harlem geboren. Alexander beschreibt ihre Familie als sehr politisch.Die Familie zog genau in dem Jahr nach Washington, in dem sie die Rede von King sah. Ihr Vater hatte verschiedene Ämter in der Regierung inne, darunter auch die des Vorsitzenden der U.S. Equal Employment Opportunity Commission (US-Kommission für gleiche Beschäftigungschancen). Schließlich wurde er der erste afroamerikanische Heeresminister (Secretary of the Army).Ihre Mutter wurde Professorin für afroamerikanische Geschichte an der George Washington University.

 

Sie machte ihren Abschluss an der Yale University und studierte zusammen mit dem Dichter Derek Walcott an der Boston University. Er war es, der sie weg von der Belletristik und hin zu Gedichten brachte.1991 begann sie an der University of Chicago Englisch zu unterrichten. Dort lernte sie Obama kennen, der damals Juradozent an der gleichen Fakultät war.

 

Die erste Gedichtsammlung Alexanders, „The Venus Hottentot“ wurde weithin von den Kritikern gelobt und „American Sublime“ (2005) wurde für den Pulitzerpreis nominiert.Neben ihren Gedichten hat sich Alexander mit Büchern wie „The Black Interior“ (2003) auch einen Namen auf dem Gebiet der afroamerikanischen Literaturkritik gemacht. In dem Buch untersucht sie den kulturellen Einfluss bekannter Afroamerikaner wie Langston Hughes und Gwendolyn Brooks.

 

Bei der Amtseinführung Obamas am 20. Januar 2009 las Alexander „Praise Song for the Day“, was sie zu einer von vier Dichterinnen und Dichtern macht, die an der Amtseinführung eines Präsidenten beteiligt waren.Das Gedicht, wie der folgende Auszug zeigt, stellt den historischen Charakter des Ereignisses dem täglichen Kampf normaler Arbeiter gegenüber, die diese Zeit, in der ein Afroamerikaner ins höchste Amt des Landes gewählt werden kann, erst möglich gemacht haben:

 

Say it plain:that many have died for this day.

Sing the names of the dead who brought us here,

who laid the train tracks, raised the bridges,

 

picked the cotton and the lettuce, built

brick by brick the glittering edifices

they would then keep clean and work inside of.

 

(Sag es unumwunden: Viele sind gestorben, um diesen Tag zu ermöglichen.

Sing die Namen der Toten, die uns hierher gebracht haben,

die die Gleise verlegt, Brücken gebaut,

die Baumwolle und den Salat gepflückt,

Stein für Stein die glitzernden Hochhäuser gebaut

und anschließend geputzt und darin gearbeitet haben.)

[Inoffizielle Übersetzung des AD]

 

(Dieser Text ist ein Produkt des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium.Website:http://iipdigital.usembassy.gov/iipdigital-en/index.html)

 

Originaltext: Elizabeth Alexander, Poet

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