Sieben Milliarden Menschen

Pendler an einem Bahnhof in Mumbai, Indien.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag von Elizabeth Schlachter aus DipNote, dem offiziellen Blog des US-Außenministeriums, vom 31. Oktober 2011. Elizabeth Schlachter ist hochrangige politische Beraterin für Bevölkerungsfragen im Amt für Bevölkerungsfragen, Flüchtlinge und Migration.

Niemand weiß, wann genau die Weltbevölkerung die Sieben-Milliarden-Marke überschreiten wird. Informationen zu Geburten und Todesfällen sind für präzise Angaben nicht konstant genug. Ein Großteil der Experten vertritt die Meinung, dass diese Zahl im Herbst dieses Jahres erreicht wird. Um diesen Meilenstein des Bevölkerungswachstums hervorzuheben, haben die Vereinten Nationen für heute den „Tag der Sieben Milliarden“ ausgerufen. In vielerlei Hinsicht ist dies eine große Errungenschaft, die aber auch Chancen und Herausforderungen mit sich bringt, insbesondere da Ungerechtigkeit und große Probleme weiterhin bestehen.

Man kann die Tatsache, dass sieben Milliarden Menschen auf der Welt leben, aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten: Stehen ausreichend Lebensmittel zur Verfügung, um alle Menschen zu versorgen? Werden die Ressourcen der Erde durch die steigende Nachfrage aufgebraucht? Wie werden Länder mit einer alternden Bevölkerung umgehen, wenn die Geburtenraten unter das Ersatzniveau fallen? Wird mit der Bevölkerungszahl auch die Lebensqualität steigen? Werden die Menschen sich dafür entscheiden, weniger Kinder zu bekommen, wenn sie länger und gesünder leben? Haben Familien und Frauen Zugang zu Maßnahmen der Familienplanung, damit sie – frei und verantwortungsbewusst – entscheiden können, wie viele Kinder sie in welchem zeitlichen Abstand bekommen wollen?

Der Weltbevölkerungsbericht 2011 des VN-Bevölkerungsfonds (UN Fund for Population Activities, UNFPA) ist ein ausgezeichneter Bezugspunkt für diese komplexen Fragen. Die US-Regierung unterstützt den UNFPA, dessen Arbeit unerlässlich ist, um die globalen Ziele im Bereich Gesundheit zu erreichen. Wir arbeiten partnerschaftlich mit dem UNFPA zusammen, da Investitionen in Frauen und Mädchen von großer Bedeutung sind, um die größten Probleme der Welt lösen zu können.

Mehr als 600 Millionen Mädchen leben in Entwicklungsländern. Es ist daher unabdingbar, dass wir uns bei unserer Entwicklungshilfe darauf konzentrieren, das Leben dieser neuen Generation von Frauen zu verbessern, damit es weniger Armut und schnellere Fortschritte in allen Teilbereichen der Entwicklung geben kann. Frauen und Mädchen sind weltweit ein Motor für den Wandel: Wenn ihre Menschenrechte geschützt und gefördert werden, wenn sie gesund und gebildet sind, und wenn sie vollständig am Leben in der Gesellschaft teilnehmen können, dann bedeutet dies Fortschritt für Familien, Dörfer, Städte und Nationen.

In vielen Ländern auf der ganzen Welt ist die Wahrscheinlichkeit, dass junge Mädchen aufgrund von Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt sterben, doppelt so hoch wie bei Frauen über 20. Wenn junge Mädchen die Möglichkeit haben, eine frühe Schwangerschaft zu verhindern, können sie länger die Schule besuchen, und wenn die Schwangerschaftsrate zurückgeht, können mehr Frauen in den Arbeitsmarkt eintreten. Wenn Frauen mehr Möglichkeiten eröffnet werden, um Bildung und finanzielle Sicherheit zu erlangen und einen Beruf auszuüben, können sie mehr Geld in die Bildung und Ernährung ihrer Kinder investieren, und somit aus dem Teufelskreis der Armut ausbrechen und stattdessen Positives bewirken.

Sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie reproduktive Rechte und der Zugang zu sicheren und effektiven Methoden der Familienplanung stehen für US-Präsident Barack Obama an erster Stelle, wenn es um globale Gesundheit geht. Menschenrechte und Grundfreiheiten, die es Frauen erlauben, – freiwillig – ihre eigenen Entscheidungen über ihre Gesundheit, Fortpflanzung, Familienplanung und ihre Zukunft zu treffen, müssen geschützt werden.

Es ist von herausragender Bedeutung, dass wir zusammen das Bewusstsein dafür schärfen, dass universeller Zugang zu reproduktiver Gesundheitsfürsorge und Familienplanung nicht nur die Sterblichkeit und die Krankheitsfälle bei Kindern und Müttern drastisch reduzieren kann, sondern dass diese Dinge unerlässlich sind, um alle globalen Entwicklungsziele zu erreichen. Wir müssen die bereits existierenden Partnerschaften stärken und neue, innovative Bündnisse schaffen, um mehr Unterstützung für reproduktive Gesundheit und Familienplanung zu gewinnen.

Originaltext: The World at Seven Billion 

 

Eine Firewall gegen die Ausweitung der Krise in Europa

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Gastbeitrag von US-Präsident Barack Obama zur Schuldenkrise in Europa, der am 28. Oktober in der Financial Times erschien.

Wenn sich die Staats- und Regierungschefs der größten Volkswirtschaften nächste Woche in Frankreich treffen, werden die Amerikanerinnen und Amerikaner auf das entschlossene gemeinsame Handeln warten, durch das wir die Weltwirtschaft vor zwei Jahren vor einer durch jahrelange Verantwortungslosigkeit ausgelösten Finanzkrise retten konnten.

Weil die G20 damals aufeinander abgestimmte Maßnahmen ergriff, konnte die Weltwirtschaft wieder zu wachsen. Die Schwellenländer erholten sich. Die Vereinigten Staaten konnten in 19 aufeinander folgenden Monaten Arbeitsplätze im Privatsektor schaffen – das entspricht 2,5 Millionen neuen Arbeitsplätzen.

Dennoch hat sich der Fortschritt nicht schnell genug eingestellt, und die Erholung ist weltweit auch heute noch instabil. Millionen Menschen auf der ganzen Welt sind arbeitslos. Unterbrechungen in der Ölversorgung, das tragische Erdbeben in Japan und die Finanzkrise in Europa haben zur Abschwächung der Konjunktur beigetragen. Das Wachstum in den Schwellenländern hat sich verlangsamt. Die globale Nachfrage geht zurück.

Die Herausforderung ist klar: Wir müssen uns weiter auf starkes, nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum konzentrieren, das die globale Nachfrage stützt und Arbeitsplätze und Chancen für unsere Bürgerinnen und Bürger schafft. Das erfordert Maßnahmen in verschiedenen Bereichen.

Erstens werden die Vereinigten Staaten als größte Volkswirtschaft der Welt weiter eine Führungsrolle übernehmen. Das Wachstum der Weltwirtschaft kann am effektivsten beschleunigt werden, indem wir das Wachstumstempo der US-Wirtschaft beschleunigen. Daher ist es meine oberste Priorität, Arbeitsplätze für Amerikanerinnen und Amerikanern zu schaffen. Deshalb habe ich das Gesetz für Arbeitsplätze (American Jobs Act) vorgelegt. Unabhängige Ökonomen bestätigen, dass damit fast zwei Millionen Arbeitsplätze geschaffen, die Nachfrage gesteigert und das US-Wirtschaftswachstum gefördert würde. Deshalb habe ich richtungsweisende Handelsabkommen mit Südkorea, Kolumbien und Panama unterzeichnet. Sie schaffen Arbeitsplätze, helfen uns, unsere Exporte zu verdoppeln und tragen zur Erhaltung unserer Wettbewerbsfähigkeit bei.

Gleichzeitig nutzen wir die Ausgabenreduzierung in Höhe von fast einer Billion US-Dollar, auf die wir uns im Sommer geeinigt haben. Ich habe einen umfassenden und ausgewogenen Plan vorgelegt, mit dem wir unser Defizit in den nächsten Jahren maßgeblich reduzieren können, ohne die aktuelle Erholung zu beeinträchtigen. Gleichzeitig schafft er die Grundlage für zukünftiges Wachstum.

Zweitens muss die Krise in Europa so schnell wie möglich bewältigt werden. Unsere europäischen Bündnispartner haben diese Woche entscheidende Fortschritte bei der Entwicklung einer Strategie erzielt, die das Vertrauen in die europäischen Finanzmärkte wiederherstellt und eine wesentliche Grundlage schafft, auf der wir aufbauen können.

Angesichts des Ausmaßes der Herausforderung und der Bedrohung für die Weltwirtschaft ist es für uns alle wichtig, dass diese Strategie erfolgreich umgesetzt wird. Dazu zählt auch die Einrichtung einer glaubwürdigen Firewall, die eine Ausweitung der Krise verhindert, die europäischen Banken stärkt, einen nachhaltigen Weg für Griechenland vorgibt und die strukturellen Probleme angeht, die der aktuellen Krise zugrunde liegen.

Die Europäische Union ist der größte Wirtschaftspartner der Vereinigten Staaten und ein entscheidender Anker der Weltwirtschaft. Ich bin zuversichtlich, dass Europa über die finanziellen und wirtschaftlichen Fähigkeiten verfügt, diese Herausforderung zu meistern, und die Vereinigten Staaten werden ihre europäischen Partner bei der Bewältigung der Krise weiter unterstützen.

Drittens muss jedes Land seinen Teil dazu beitragen, ein ausgewogenes und nachhaltiges weltweites Wachstum zu gewährleisten, damit wir nicht wieder in die alten Unausgewogenheiten zurückgleiten. Für einige Länder bedeutet das, sich mit den eigenen finanzpolitischen Herausforderungen auseinanderzusetzen. Länder mit hohen Überschüssen müssen zusätzliche Schritte zur Unterstützung des Wachstums ergreifen. Exportorientierte Länder müssen sich für die Erhöhung der Binnennachfrage einsetzen. Ein entscheidendes Werkzeug für die Beschleunigung dieser Veränderung sind die Wechselkurse, einschließlich der marktbestimmten Wechselkurse.

Die Vermeidung alter Unausgewogenheiten bedeutet auch, dass Finanzreformen, die zur Verhinderung einer weiteren Finanzkrise beitragen können, zügig umgesetzt werden müssen. In den Vereinigten Staaten führen wir die rigorosesten Reformen seit der Weltwirtschaftskrise durch. Alle Mitgliedsländer der G20 müssen sicherstellen, dass die Banken das Kapital haben, das sie benötigen, um Erschütterungen der Märkte zu überstehen. Außerdem muss es mehr Überwachung und Transparenz geben, damit exzessive Risiken, insbesondere in Bezug auf Derivate, vermieden werden.

Und schließlich müssen die Länder der G20 enger zusammenarbeiten, um die vielen globalen Herausforderungen, die unseren gemeinsamen Wohlstand beeinflussen, zu meistern. Wir müssen unserer Verpflichtung nachkommen, Subventionen für fossile Brennstoffe abzuschaffen und zu Volkswirtschaften des 21. Jahrhunderts übergehen, die auf sauberen Energien gründen. Während wir eine Entwicklung fördern, die den Ländern einen Weg aus der Armut aufzeigt, können wir uns auf die Infrastruktur, die Finanzen und die gute Regierungsführung konzentrieren, die Wachstum ermöglichen. Während wir uns dafür einsetzen, am Horn von Afrika Menschen vor Hungertod und Dürre zu bewahren, müssen wir gleichzeitig in die Lebensmittelsicherheit und landwirtschaftliche Produktivität investieren, die zukünftige Hungersnöte weniger wahrscheinlich und diese Regionen selbständiger werden lassen.

Als wir vor zwei Jahren in London zusammenkamen, wussten wir, dass der Weg zur Erholung weder einfach noch schnell sein würde. Aber gemeinsam haben wir eine Lösung gefunden, die die Weltwirtschaft vom Rande einer Katastrophe zurückholte. Diese Führungsstärke haben wir bereits gezeigt. Diese Führungsstärke brauchen wir jetzt, um die wirtschaftliche Erholung aufrechtzuerhalten und in unseren eigenen Ländern und auf der ganzen Welt Arbeitsplätze zu schaffen.

 

Originaltext: A Firewall To Stop Europe’s Crisis Spreading

Halloween im Weißen Haus

Der Präsident und die First Lady verteilen am North Portico des Weißen Hauses Süßigkeiten an verkleidete Kinder.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag von Katelyn Sabochik aus dem White House Blog, dem offiziellen Blog des Weißen Hauses in Washington, vom 30. Oktober 2011.

Gestern Abend begrüßten Präsident Barack Obama und First Lady Michelle Obama Schüler aus der Gegend und Kinder von Soldaten zum Halloween-Feiern im Weißen Haus.

Sehen Sie selbst, wie der Präsident und die First Lady Kekse, M&M’s und getrocknete Früchte am North Portico des Weißen Hauses an die verkleideten Kinder verteilen: http://www.whitehouse.gov/blog/2011/10/30/trick-or-treat-president-and-first-lady

Das Weiße Haus und die umliegenden Gärten werden zu Halloween festlich dekoriert. Auf dem Weg vom North Lawn zum North Portico spielte eine Marine Band Halloween-Songs für die verkleideten Kinder, und kostümierte Schauspieler aus verschiedenen Theatern aus der Region, die theatreWashington organisiert hatte, sorgten für gruselige Unterhaltung.

Haben Sie Lust auf Halloween und dazu passende Leckereien bekommen? Dann lassen Sie sich von den Halloween-Rezepten des Weißen Hauses inspirieren!

 

White House Sweet Dough Butter Cookies – Süße Butterkekse nach Art des Weißen Hauses

450 g Zucker

1 TL Vanilleextrakt

900 g Butter

1 TL Salz

3 Eier

1300 g Mehl

Butter und Zucker schaumig rühren. Eier, Vanilleextrakt, Salz und die Hälfte des Mehls hinzufügen. Langsam zu einem glatten Teig verrühren, das restliche Mehl zugeben und gleichmäßig unterrühren.

Den Teig auf ein Stück Backpapier geben, flach drücken und über Nacht in den Kühlschrank legen. Den Teig etwa 2 cm dick ausrollen und mit Ausstechförmchen Kekse aus dem Teig ausstechen.

Bei ca. 175 Grad etwa 15 Minuten backen, anschließend abkühlen lassen.

 

 

Selbstgemachter Früchte-Mix

Getrocknete Apfelscheiben

Getrocknete Ananasstückchen

Getrocknete Aprikosen

Getrocknete Papaya

Getrocknete Birnenscheiben

Getrocknete Kirschen

Getrocknete Heidelbeeren

Bananenchips

 

Zutaten mischen und servieren.

 

Originaltext: Trick-or-Treat with the President and First Lady

Die Zivilgesellschaft – Stimme der Bürger

WASHINGTON (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel von Ingrid Srinath, Generalsekretärin von CIVICUS: World Alliance for Citizen Participation, eines weltweiten Bundes zivilgesellschaftlicher Organisationen, die die Bedeutung der Zivilgesellschaft und ihrer Aktionen auf der ganzen Welt stärken wollen, besonders an Orten, in denen die Teilhabe an Demokratie und die Vereinigungsfreiheit der Bürger in Gefahr sind. Dieser Artikel erschien im Oktober 2011 im eJournal „Cultivating Civil Society 2.0”.

 

Vor dem Nationalkongress in Brasilia (Brasilien) demonstrieren brasilianische Studenten gegen sexuelle Gewalt. Die Zivilgesellschaft entsteht, wenn Bürger gemeinsam für ein Ziel eintreten.

„Überall, in jedem Land, gibt es viele einzelne, ungehörte Stimmen.“ Dieser Ausspruch hängt über meinem Schreibtisch bei CIVICUS: World Alliance for Citizen Participation. Sie erinnern mich tagtäglich an die große Herausforderung und unglaubliche Chance, die die Zivilgesellschaft heute darstellt.

Die zivilgesellschaftlichen Organisationen – dazu zählen Nichtregierungsorganisationen (NRO), soziale Bewegungen, Medienorganisationen, Think-Tanks, religiös ausgerichtete Wohltätigkeitsorganisationen, Gewerkschaften und gemeindebasierte Organisationen – helfen uns dabei sicherzustellen, dass die Stimme eines jeden gehört wird, indem sie sich für diejenigen einsetzen, die von der Regierung oder dem Privatsektor übersehen werden.

Die Zivilgesellschaft ergänzt die Bestrebungen von Regierungen und dem Privatsektor, indem sie innovative Lösungen für die vielschichtigen Probleme findet, mit denen wir in allen Lebensbereichen konfrontiert sind, wie beispielsweise in Bildung und Gesundheit, Recht und Wirtschaft, Kunst, Technologie und Regierungsführung. Die relative Unabhängigkeit von Wahl- und Konjunkturzyklen, die ein Großteil der Zivilgesellschaft genießt, erlaubt es den Organisationen, Themen anzugehen und Lösungen zu entwickeln, die langfristig angelegt oder unbeliebt sind. Das wichtigste ist aber, dass diese Organisationen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene unabhängig bewerten, ob die Bedürfnisse ihrer Gemeinden berücksichtigt werden. Wenn dies nicht der Fall ist, ziehen sie die Regierung und den Privatsektor zur Verantwortung.

In vielen Fällen, in denen die Regierung oder der Privatsektor alle Bedürfnisse der Bürger nicht berücksichtigen oder dies nicht bewerkstelligen können, versuchen zivilgesellschaftliche Organisationen, diese Lücken zu füllen. Die Vergangenheit lehrt uns, welche enorme Rolle die Zivilgesellschaft bei der Erhaltung einer lebendigen Gemeinschaft spielt – innerhalb eines Landes und auch darüber hinaus.

 

Eine globale Kraft

Die Zivilgesellschaft ist heute in der Politik, in der Wirtschaft und in den Medien auf der ganzen Welt zu einem immer beliebteren Diskussionsthema geworden. Es gab bereits zahlreiche Vorschläge für eine Definition. Im Kern setzt sich die Zivilgesellschaft aus Einzelnen zusammen, die über Familienbande, Staaten und wirtschaftliche Verbindungen hinaus aus verschiedenen Ländern und Kulturen zusammenkommen, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Die Zivilgesellschaft reicht von Nachbarschaftsorganisationen über religiös orientierte Initiativen bis hin zu professionellen NRO und weltweiten Bündnissen.

Die Ziele der Zivilgesellschaft können ähnlich vielfältig sein, von lokalen Projekten zur Straßenreinigung über den Bau neuer Schulen bis hin zu weltweiten Initiativen gegen den Klimawandel oder für den Weltfrieden.

Mitglieder von „Respect Yourself“ („Achte Dich selbst“), einer Gruppe in Ägypten, die sich gegen sexuelle Belästigung einsetzt, bei der Organisation ihrer Kampagne in Kairo. Die Zivilgesellschaft gibt Randgruppen eine Stimme.

Fast alle großen Errungenschaften auf dem Gebiet der Menschenrechte und Grundfreiheiten haben ihre Wurzeln in der Zivilgesellschaft. Zu den zivilgesellschaftlichen Errungenschaften der Vergangenheit gehört die Stärkung der demokratischen Regierungsführung, die Abschaffung der Sklaverei, die Verteidigung des Rechts auf Information und freie Meinungsäußerung, der rechtlich festgelegte Schutz vor Diskriminierung von Minderheiten, Frauen, Kindern, Mitarbeitern und Behinderten, und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf verschiedenen Gebieten wie beispielsweise Auszahlung von Hilfsgeldern, Außenbeziehungen, Kommunikation und die Bekämpfung tödlicher Krankheiten.

Wenn kleine Gruppen von normalen Frauen und Männern gemeinsame Ziele über die eigenen Interessen stellen, können sie Großes erreichen.

 

Den Mächtigen die Wahrheit sagen

In einigen Ländern, in denen die Bürger immer deutlicher gezeigt haben, dass sie dazu in der Lage sind, sich für ihre Rechte und Freiheiten einzusetzen, hat die Machtelite, die sie herausgefordert haben, zurückgeschlagen. Im Laufe der vergangenen zehn Jahre haben einige Regierungen unter dem Vorwand der Förderung wirtschaftlicher oder nationaler Sicherheit die Freiheiten eingeschränkt, die die Zivilgesellschaft braucht, um aufblühen zu können – Meinungsfreiheit, das Recht auf Versammlung und Vereinigung und das Recht auf Informationsfreiheit.

Gesetzliche, finanzielle und technologische Maßnahmen, Unterdrückung, Verleumdungskampagnen, Überwachung, Entführung, Folter und Ermordungen wurden von Regierungen und aufgrund von Interessen Einzelner eingesetzt, um diese Freiheiten einzuschränken und die Zivilgesellschaft daran zu hindern, ihre Rolle als Kontrollinstanz auszuüben.

 

Anpassungsfähigkeit in einer Welt im Wandel

Während Bürger auf ihr Mitspracherecht bei Entscheidungen bestehen, die ihr Leben und ihre Zukunft beeinflussen, werden die sozialen Verträge des späten 20. Jahrhunderts zwischen Staat, Märkten, Medien und Zivilgesellschaft neu verhandelt. Der Status quo in etablierten und neuen Demokratien, aber auch in autoritären Regimes, wird von den Bürgern und der Zivilgesellschaft in Frage gestellt, die mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht in der Regierungsführung fordern. Gleichzeitig verlangen auch andere Themen, wie die globalisierte Wirtschaft, der Klimawandel, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Bedrohungen durch Terrorismus und Pandemien nach der Aufmerksamkeit der Bürger und der Zivilgesellschaft. Um gerechte, friedliche und nachhaltige Lösungen für diese Herausforderungen zu finden, bedarf es der Unterstützung der Zivilgesellschaft.

Indem wir unsere Unterschiede überwinden, Isolation abbauen und denjenigen, deren Stimmen nicht gehört werden, eine Stimme geben, kann die Zivilgesellschaft Legitimität, Transparenz und Rechenschaftspflicht auf allen Ebenen in der Politik und der Gesellschaft sicherstellen.

(Dieser Text ist ein Produkt des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium. Website: http://iipdigital.usembassy.gov/iipdigital-en/index.html)

Originaltext: Civil Society: The People’s Power

 

Nationalfeiertag der Türkei

 

Secretary of State Hillary Rodham Clinton met with Turkish Foreign Minister Ahmet Davutoglu in Istanbul, Turkey, on July 16, 2011

Secretary of State Hillary Rodham Clinton met with Turkish Foreign Minister Ahmet Davutoglu in Istanbul, Turkey, on July 16, 2011

WASHINGTON – (AD) Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung von US-Außenministerin Hillary Clinton anlässlich des Nationalfeiertages der Türkei vom 27. Oktober 2011.

 

Im Namen von Präsident Obama und den Bürgern der Vereinigten Staaten freue ich mich, den Menschen in der Türkei anlässlich des 88. Jahrestages der Gründung der Republik Türkei am 29. Oktober unsere besten Wünsche zu übermitteln. Leider fällt dieser Nationalfeiertag nach dem Tod hunderter Menschen durch das zerstörerische Erdbeben in eine Zeit großer Trauer für die Bevölkerung. In meinen Gedanken und Gebeten bin ich bei den Freunden und Familien derer, die ihr Leben verloren oder verletzt wurden. Die Vereinigten Staaten stehen den Menschen in der Türkei beim Wiederaufbau zur Seite.

 

Die Vereinigten Staaten und die Türkei verbindet eine lange Tradition der Freundschaft und Zusammenarbeit, die auf gemeinsamen Werten und Interessen gründet. In diesem Jahr historischer Veränderungen im Nahen Osten und überall auf der Welt ist unsere Partnerschaft wichtiger als jemals zuvor. Vom Kampf gegen weltweiten Terrorismus und regionale Bedrohungen, wie der durch die PKK, der Verbesserung der Sicherheitslage in Afghanistan, gemeinsam mit unseren Verbündeten und Partnern in der NATO, bis zur Stärkung des Wirtschaftswachstums und der Erweiterung der zwischenmenschlichen Kontakte zwischen unseren Ländern: Die Vereinigten Staaten und die Türkei arbeiten zusammen, damit mehr Menschen auf der Welt in Frieden und Wohlstand leben können.

 

Während Sie diesen besonderen Tag feierlich begehen, stehen die Vereinigten Staaten als Partner und Freund an Ihrer Seite. Ich freue mich auf die Vertiefung unserer Zusammenarbeit, während wir gemeinsam nach Lösungen für die dringlichsten weltweiten Probleme suchen.

 

Originaltext: Republic of Turkey’s National Day

Herzlichen Glückwunsch, Freiheitsstatue!

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text des Büros für internationale Informationsprogramme zu den Geburtstagsfeierlichkeiten für die Freiheitsstatue am 28. Oktober 2011.

 

Am 28. Oktober wird es anlässlich des 125. Jahrestages der Enthüllung der Freiheitsstatue ausgedehnte Feierlichkeiten geben. Die 93 Meter hohe kupferne Schönheit wird mit einer Schiffsflotte, einer Einbürgerungszeremonie, einem Kuchen, musikalischen Darbietungen, Lesungen, Reden und Feuerwerk gefeiert werden.

Wie auf dem Bild oben zu sehen ist, steht die Freiheitsstatue auf Liberty Island im Hafen von New York, mit Ellis Island im Hintergrund. Ihre grüne Farbe wird durch eine chemische Reaktion, die Patinierung, hervorgerufen.

Die Freiheitsstatue war ein Geschenk der Franzosen. Sie wurde 1884 in Frankreich fertiggestellt, dann auseinander genommen, nach New York verschifft und wieder zusammengefügt. Am 28. Oktober 1886 wurde die Statue vor einer jubelnden Menge enthüllt. Die Freiheitsstatue hieß mehr als 12 Millionen Einwanderer willkommen, die zwischen 1892 und 1954 über Ellis Island in die Vereinigten Staaten einreisten. Auch heute noch ist sie ein Symbol für die amerikanische Freiheit.

Mehr Informationen erhalten Sie auf der Website des National Park Service. Am 29. Oktober wird die Freiheitsstatue dann wegen Renovierungsarbeiten für ein Jahr geschlossen. Liberty Island kann aber weiter besucht werden.

 Originaltext. Happy Birthday, Statue of Liberty

Präsident Obama: Die Wahlen in Tunesien sind „ein wichtiger Schritt nach vorne“

Tunesien war das erste Land der Region Nordafrika, das eine Revolution erlebte. Die Wähler entscheiden dort derzeit über eine Versammlung, die eine neue Verfassung erarbeiten und einen neuen Präsidenten wählen soll.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel von Stephen Kaufman, Autor des Büros für internationale Informationsprogramme des US-Außenministeriums, vom 24. Oktober 2011.

Neun Monate nach dem Sturz des Regimes von Zine El Abidine Ben Ali haben die Tunesier von ihrem Recht Gebrauch gemacht, frei eine Versammlung zu wählen, die den politischen Übergang ihres Landes begleitet und eine neue Verfassung für das Land formuliert.

Präsident Obama gratulierte den Tunesiern am 23. Oktober: „Ein Jahr, nachdem die Menschen in Tunesien die ganze Welt inspiriert haben, haben sie einen wichtigen Schritt nach vorne unternommen.“

Er betonte das Engagement der Vereinigten Staaten, Tunesien dabei zu unterstützen, sich „in Richtung einer demokratischen Zukunft, die Würde, Gerechtigkeit, Meinungsfreiheit und wirtschaftliche Möglichkeiten für alle bietet“, zu entwickeln.

Medienberichten zufolge haben Millionen Tunesier geduldig gewartet, um am 23. Oktober ihre Stimmen für die verfassungsgebende Versammlung abzugeben. Sie hat 217 Sitze und wird einen Verfassungsentwurf erarbeiten und einen Interimspräsidenten ernennen, der dann eine zukünftige tunesische Regierung bilden wird.

An den Wahlen haben über 100 politische Parteien teilgenommen. Der Generalsekretär der Wahlkommission Boubaker Bethabet sagte, dass laut Presseberichten mehr als 90 Prozent der 4,1 Millionen registrierten Bürger gewählt hätten.

Während der drei Tage vor dem 23. Oktober hatten Tunesier, die in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern leben, ebenfalls die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben.

Die Revolution in Tunesien wurde teilweise durch den jungen Obstverkäufer Mohamed Bouazizi ausgelöst, der sich im Dezember 2010 aus Protest gegen das Regime von Ben Ali und den Mangel an wirtschaftlichen Chancen selbst verbrannt hatte.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am 23. Oktober sagte Bouazizis Mutter, die Wahlen in Tunesien seien ein „siegreicher Augenblick für meinen Sohn, der starb, als er Würde und Freiheit verteidigte.“

Der erfolgreiche Aufstand inspirierte Menschen in den Nachbarstaaten Ägypten und Libyen sowie in anderen Staaten im Nahen Osten und Nordafrika zum Widerstand gegen ihre autokratischen Regimes. In seiner Erklärung sagte Präsident Obama, dass „Tunesien den Lauf der Geschichte geändert und den Arabischen Frühling eingeleitet hat.“

Sobald die Stimmen ausgezählt sind und die neue Versammlung zusammengetreten ist, wird das Land „viel Arbeit“ vor sich haben, die getan werden muss, um eine Übergangsregierung zu bilden, eine neue Verfassung zu erarbeiten und „einen demokratischen Kurs einzuschlagen, der die Bedürfnisse aller Tunesierinnen und Tunesier berücksichtigt“, so Obama.

Die Ständige Vertreterin der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, sagte am 24. Oktober, dass die Vereinigten Staaten sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen verfassungsgebenden Versammlung während der „nächsten Phase des historischen Übergangs des Landes“ freuen.

Rice verwies auf Berichte über eine hohe Wahlbeteiligung und übermittelte dazu ihre Glückwünsche. Sie sagte: „Dies ist ein Meilenstein auf dem Weg des tunesischen Volkes von der Diktatur zu einer demokratischen Regierung, die auf der Achtung des Willens der Bürger gegründet ist.“

Originaltext: Through Vote, Tunisians Took “Important Step Forward,” Obama Says

Ein verheißungsvolles neues Zeitalter

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung von US-Präsident Barack Obama zur Befreiungserklärung Libyens vom 23. Oktober 2011.

 

 

 

 

Im Namen des amerikanischen Volkes gratuliere ich den Bürgern Libyens zur historischen Befreiungserklärung, die heute verkündet wurde. Nach vierzig Jahren brutaler Diktatur und acht Monaten tödlichen Konflikts können die Menschen in Libyen nun endlich ihre Freiheit und den Beginn eines neuen, vielversprechenden Zeitalters feiern.

 

Nun, da die Kämpfe in Libyen beendet sind, muss der Nationale Übergangsrat seine Aufmerksamkeit dem bevorstehenden politischen Übergang zuwenden. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Übergangsrat und einer handlungsfähigen Übergangsregierung bei der Vorbereitung auf die ersten freien und fairen Wahlen des Landes. Die libyschen Behörden sollten auch weiterhin die Menschenrechte achten, einen nationalen Versöhnungsprozess einleiten, Waffen und gefährliche Materialien sicherstellen und die bewaffneten Gruppen unter einer geeinten zivilen Führung zusammenbringen. Während diese Maßnahmen getroffen werden, werden die Vereinigten Staaten ihre enge Zusammenarbeit mit ihren internationalen Partnern und der UN-Unterstützungsmission in Libyen fortsetzen, um einen stabilen, demokratischen Übergang zu fördern.

 

Originaltext: “A new era of promise”: President Obama on the Declaration of Liberation in Libya

 

Die Vereinigten Staaten verpflichten sich, die Entwicklung in Pakistan zu fördern

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text von Merle Kellerhals Jr. vom Büro für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium, über Äußerungen von US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton während ihres zweitägigen Aufenthalts in Pakistan vom 22. Oktober 2011.

 

Außenministerin Clinton erklärt, der nächste Schritt in den Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Pakistan sei der Schritt von Hilfe zu Handel.

 

Bei ihrem zweitätigen Aufenthalt in Islamabad sagte Außenministerin Hillary Rodham Clinton, dass die Vereinigten Staaten Pakistan dabei unterstützen werden, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedürfnisse seiner Bürger zu erfüllen und gemeinsame Sicherheitsziele zu erreichen.

 

„Wir tun dies nicht aus Wohltätigkeit, und wir versuchen nicht, uns Freundschaft zu erkaufen,“ sagte Clinton während eines Treffens mit Vertretern der pakistanischen Zivilgesellschaft und in einem Interview mit Moeed Pirzada vom pakistanischen Fernsehen am 21. Oktober im Serena Hotel in Pakistan. „Ein wohlhabendes, friedliches Pakistan wird unseres Erachtens tatsächlich mit größerer Wahrscheinlichkeit ein stabiles, sicheres Pakistan sein, und wir meinen, dass dies gut für alle wäre, ganz besonders für die Pakistaner, aber auch für die Region, für die Welt und damit auch für die Amerikaner.“

 

Bei ihrem vierten Besuch in Pakistan als Außenministerin traf sich Hillary Clinton am 21. Oktober mit dem pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari und mit Außenministerin Hina Rabbani Khar. Am 20. Oktober fanden bereits längere Konsultationen mit Premierminister Yousaf Raza Gilani sowie hochrangigen Angehörigen des pakistanischen Militärs und der Nachrichtendienste statt. Clinton wurde von CIA-Chef David Petraeus und General Martin Dempsey begleitet, dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs. Clintons Besuch in Pakistan ist Teil einer umfassenderen Reise mit Aufenthalten auf Malta, in Libyen, Oman und Afghanistan. Am 22. Oktober war Außenministerin Clinton zu Gesprächen in Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans, bevor sie am 23. Oktober weiter nach Usbekistan reiste.

 

„Wir haben die gemeinsame Vorstellung von einem souveränen, selbständigen und demokratischen Pakistan, das mit seinen Nachbarn in Frieden lebt und handelt, und umfangreiche Chancen sowohl für Männer als auch Frauen bietet“, sagte Clinton in ihrem Interview mit Pirzada. Voriges Jahr stellten die Vereinigten Staaten Pakistan zwei Milliarden US-Dollar an Hilfe zur Verfügung.

 

Der nächste Schritt in den Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Pakistan sei der Schritt von Hilfe zu Handel, so Clinton. Die Regierung Obama arbeite mit dem Kongress an einem Fonds zur Förderung der Unternehmenstätigkeit in Pakistan sowie an einem gegenseitigen Investitionsabkommen zur Förderung von Handel, Investitionen und Beschäftigung.

 

US-Hilfsprogramme für Pakistan konzentrieren sich auf die Entwicklung eines verlässlicheren Stromnetzes, den Bau wichtiger Straßen, die Bewässerung von Tausenden Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche sowie die Finanzierung von Stipendien. „Als Pakistan von der Flut betroffen war, haben die Vereinigten Staaten schnell gehandelt, um Leben zu retten und Gemeinden beim Wiederaufbau zu unterstützen. Hierfür wurden 900 Millionen US-Dollar bereitgestellt“, sagte Clinton.

 

Clinton räumte ein, dass die Bürgerinnen und Bürger Pakistans den Schlüssel zu Wohlstand in ihrem Land in der Hand hielten.

 

Der wirtschaftliche und politische Erfolg Pakistans hänge auch von engeren Kontakten zu seinen Nachbarn ab. „Unseres Erachtens könnte Pakistan im Laufe der Zeit zu einem Zentrum werden, das Süd- und Zentralasien miteinander verbindet. Wir nennen dies die neue Seidenstraße, die eine Region verbindet, deren Entwicklung von Rivalität und Krieg beeinträchtigt wurde”, sagte Clinton.

 

Pakistan habe außerdem die Gelegenheit, „regionale Führungsstärke zu beweisen, indem es zur Beendigung der Aufstände auf beiden Seiten der Grenze beiträgt und hilft, Frieden und Versöhnung herbeizuführen“.

 

Originaltext: Clinton: U.S. Committed to Helping Pakistan Boost Development

Stiftung Zukunft Berlin

Botschafter Murphy spricht über das Potenzial der Stadt Berlin.

BERLIN – (AD) – Nachfolgendend veröffentlichen wir die einführende Rede, die US-Botschafter Philip D. Murphy im Rahmen der Reihe von Hauptstadtreden der Stiftung Zukunft Berlin am 20. Oktober 2011 in der US-Botschaft in Berlin hielt.

Es gilt das gesprochene Wort!

 

Sehr geehrter Dr. Hassemer, Herr und Frau Rosenkranz, liebe Mitglieder der Stiftung Zukunft Berlin – willkommen in der Botschaft. Vielen Dank, dass Sie uns in Ihre Vortragsreihe über die Zukunft Berlins aufgenommen haben.

 Botschafter Grinin, wie ich gehört habe, fand bei Ihnen in der Botschaft der Anstoß für diese Veranstaltungsreihe statt. Es ist eine Ehre, den Spielball nun von Ihnen aufzunehmen und Sie heute hier begrüßen zu dürfen. Botschafter McDonald, ich freue mich sehr, Sie zu sehen. Ich vermute, dass Sie als nächster an der Reihe sind. Vielen Dank, dass Sie alle gekommen sind.

 Ich habe einige besondere Gäste eingeladen, die mir heute aushelfen werden: Die haitianisch-amerikanische Journalistin Rose-Anne Clermont, den koreanisch-deutschen Hockeyspieler Martin Hyun und den bekannten deutschen Journalisten Ernst Elitz, der Mitglied der Stiftung ist. Herzlich willkommen!

 Allein die Tatsache, dass wir uns an einem Ort versammeln, an dem einmal eine Mauer gestanden hat, sagt schon genug über die Geschichte der Stadt Berlin aus. Diesen Konferenzraum haben wir nach Ernst Cramer benannt, einem wahren deutsch-amerikanischen Helden. Seine gesamte berufliche Laufbahn war von seiner Vorstellung von der Zukunft dieser Stadt und dieses Landes geprägt, die über die Tyrannei der Vergangenheit weit hinausging. Wir haben außerdem vier kleinere Konferenzräume, von denen man auch auf den Pariser Platz blickt. Sie sind nach vier amerikanischen Präsidenten benannt, deren Worte die Beziehungen zwischen unseren Ländern in der Zeit nach dem Krieg geprägt haben. Wir haben einen Truman Room, der nach dem Präsidenten benannt ist, der zu Beginn der Luftbrücke gesagt hat: „We are not leaving Berlin“ – und dies dann auch bewiesen hat. Wir haben einen Kennedy Room. Wem klingen beim Gedanken an Berlin und die Vereinigten Staaten nicht seine berühmten Worte im Ohr: „Ich bin ein Berliner“?

 Von diesem Fenster aus kann man fast die Stelle sehen, an der Präsident Ronald Reagan stand und sagte: „Mr. Gorbachev, tear down this wall“. Zwei Jahre später fiel dank des Engagements der Menschen in Ostdeutschland die Mauer. Ein weiteres Jahr später wurden die beiden Teile Deutschlands vereinigt. Einer der größten Verfechter der Wiedervereinigung war Präsident George H.W. Bush.

 In dieser Zeit hat Deutschland enger mit den Vereinigten Staaten zusammengearbeitet als mit jedem anderen Land der Welt. Auch andere Nationen haben enge Beziehungen zu den Vereinigten Staaten gepflegt, aber Deutschland und die Vereinigten Staaten haben auf einzigartige Art und Weise zusammengearbeitet, um zwei bedeutende Ziele zu definieren und zu erreichen: Erstens den Aufbau der Demokratie und zweitens die Überwindung der Teilung Europas.

 Über Jahrzehnte hinweg schaute die Welt auf Berlin und wartete auf ein Zeichen für den Wandel. Heute erwidert Berlin diese Solidarität, indem die Stadt ein Zeichen des Wandels an die Völker der Welt aussendet, die eine neue Vision für ihre Länder entwickeln. Aus den Hoffnungen von 1990 ist eine Liste von komplexen Herausforderungen entstanden.

 Ich habe bereits die starke Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und dem Deutschland des Kalten Krieges erwähnt. Während der vergangenen zwanzig Jahre haben Deutschland und die Vereinigten Staaten eine neue Partnerschaft aufgebaut, die auf der gemeinsamen Vorstellung von einer offenen, demokratischen, sicheren und wohlhabenden Gesellschaft gründet. Diese Partnerschaft beruht auf den Elementen, die sich in der Vergangenheit bewährt haben. Sie wird durch den Kultur- und Gedankenaustausch gestärkt, der unsere beiden Länder bereichert.

 Demokratie und Vielfalt, Offenheit und Pluralismus, das sind die grundlegenden Elemente einer erfolgreichen Gesellschaft. In vielerlei Hinsicht war das 20. Jahrhundert ein Kampf gegen totalitäre Systeme. Meines Erachtens wird der Pluralismus im 21. Jahrhundert letztendlich obsiegen.

 Berlin verkörpert, ebenso wie New York oder seine Partnerstadt Los Angeles und weitere große Städte in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern diesen Fortschritt. Berlin ist nicht nur die Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands. Seit Jahrzehnten ist Berlin ein Ort der Vielfalt, der Menschen auf der Suche nach Abenteuer und einem Neubeginn magnetisch anzieht.Keine andere Stadt in Europa hat sich in den vergangenen 65 Jahren so sehr verändert wie Berlin. Daher glaube ich, wenn wir über Visionen sprechen, müssen wir gar nicht weiter schauen als Berlin. Berlin kann die Fantasie derjenigen beflügeln, die die Wunder der Vergangenheit noch einmal erleben wollen. Berlin im 21. Jahrhundert verfügt über die Energie und die Vorstellungskraft, die wir für die Förderung von Demokratie und Freiheit auf der ganzen Welt benötigen. Schafft Berlin das? Berlin kann wieder zum weltweiten Vorbild werden.

 Anfang der Woche habe ich unter anderem mit Bürgermeister Buschkowsky in Neukölln darüber gesprochen, wie man nicht nur das wirtschaftliche Kapital dieser Stadt entwickeln kann, das natürlich von entscheidender Bedeutung ist, sondern auch das sehr wichtige Sozialkapital. Durch Sozialkapital entstehen starke Gemeinschaften. Es verbindet einzelne Menschen miteinander, und zwar nicht nur diejenigen, die gemeinsame Vorlieben oder Abneigungen haben, sondern auch diejenigen, die normalerweise gar nicht miteinander sprechen würden. So ergeben sich Veränderungen. So wird Vertrauen aufgebaut. Im Laufe der Zeit wird aus dem Vertrauen zwischen Fremden ein tiefergehendes Vertrauen in soziale Institutionen. Schließlich erwächst aus diesem Vertrauen ein gemeinsamer Katalog von Werten, Tugenden und Erwartungen der gesamten Gesellschaft. Man macht dann die Erfahrung, dass sich die Hoffnungen und Träume, die man für seine Familien und besonders für seine Kinder hat, sehr stark ähneln – unabhängig davon, woher man kommt, welche Hautfarbe man hat oder woran man glaubt. Ein Neuankömmling ist nicht mehr „der da“, sondern wird zu „einem von uns“.

 Ich möchte dieses Gespräch heute gerne fortsetzen und vielleicht ein weiteres Element hinzufügen – das kreative Kapital. Heute gibt es in Berlin eine extreme Mischung aus Härte, Glamour, Kreativität und experimentellem Nachtleben sowie erschwinglichen Lebenshaltungskosten, die New York in den Sechzigerjahren zur Kulturhauptstadt der Welt gemacht hat. Die Luft in Berlin ist elektrisierend, hier entstehen neue Ideen und kreative Kräfte werden freigesetzt. 22 Jahre nach dem Fall der Mauer müssen wir nur aus dem Fenster auf den Pariser Platz schauen um zu sehen, was sich geändert hat. Wann auch immer ich die Botschaft verlasse, kann ich hier Hip-Hop hören oder mich mit Darth Vader, einem GI oder einem russischen Soldaten fotografieren lassen. Mindestens einmal alle zwei Wochen geht der Regierende Bürgermeister mit einem Staatsgast durch das Brandenburger Tor, oder es findet eine Kundgebung von Anmesty International statt, oder es wird ein Film gedreht.

 Veränderungen sind in Berlin fast zu einer Konstante geworden. Für die Berliner sind die Herausforderungen des Wandels nichts Neues. Aber in diesem neuen Jahrhundert brauchen wir eine neue Denkweise, neue Energie und eine neue Bereitschaft seitens der Berliner – im kennedyschen Sinne des Wortes –, um die anstehenden Aufgaben anzugehen.

Nun möchte ich gerne Rose-Anne, Martin und Ernst bitten, zu mir nach vorne zu kommen.

 

Originaltext: A Vision for Berlin: Berlin und wir – was wir von der Hauptstadt erwarten