Tod von Senator Ted Kennedy

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir eine Erklärung von US-Präsident Barack Obama zum Tod von Senator Ted Kennedy vom 26. August.

Es hat mir und Michelle das Herz gebrochen, als wir heute Morgen vom Tod unseres geschätzten Freundes Senator Ted Kennedy erfahren haben.

Fünfzig Jahre lang trug buchstäblich jedes bedeutende Gesetz, das die Bürgerrechte sowie das gesundheitliche und wirtschaftliche Wohlbefinden der amerikanischen Bürger förderte, seinen Namen und ging auf seine Bemühungen zurück.

Ich habe stets seinen weisen Rat im Senat geschätzt, wo er sich immer Zeit für einen neuen Kollegen nahm, wie ereignisreich der Tag auch war. Ich bin ihm zutiefst für sein Vertrauen und seine wichtige Unterstützung während meines Präsidentschaftswahlkampfes dankbar. Auch als er tapfer den Kampf mit einer tödlichen Krankheit führte, habe ich als Präsident von seiner Ermutigung und Weisheit profitiert.

Ein bedeutendes Kapitel unserer Geschichte ist geschlossen worden. Unser Land hat einen großen Politiker verloren, der die Fackel seiner gefallenen Brüder aufnahm und zum wichtigsten US-Senator unserer Zeit wurde.

Die Familie Kennedy hat ihren Patriarchen verloren, einen Fels der Stärke und Unterstützung in guten wie in schlechten Zeiten.

In unseren Herzen und Gebeten sind wir heute bei ihnen – bei seiner wunderbaren Frau Vicki, seinen Kindern Ted jr., Patrick und Kara, bei seinen Enkelkindern und der übrigen Familie.

Originaltext: Statement from President Obama

Ramadan

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir ein Grußwort von Präsident Barack Obama zum Fastenmonat Ramadan vom 21. August 2009.

Im Namen der amerikanischen Bürger – und aller muslimischen Gemeinden in allen fünfzig Bundesstaaten – gehen meine besten Wünsche an die Muslime in den Vereinigten Staaten und überall auf der Welt. Ramadan karim.

Ramadan ist der Monat, in dem sich dem Glauben der Muslime nach dem Propheten Mohammed der Koran offenbarte. Die Offenbarung begann mit einem einfachen Wort: Iqra. Er ist daher eine Zeit, in der sich die Muslime Gedanken zur Weisheit und Orientierung machen, die sie aus ihrem Glauben schöpfen, und über die Verantwortung aller Menschen gegenüber anderen und gegenüber Gott.

Wie viele Menschen, die anderen Konfessionen angehören und den Ramadan in unseren Gemeinden und Familien kennen gelernt haben, weiß ich, dass er eine Zeit der Feierlichkeiten ist – eine Zeit, in der Familien zusammenkommen und Mahlzeiten teilen. Ich weiß aber auch, dass der Ramadan eine Zeit intensiver Andacht und Reflexion ist – eine Zeit, in der Muslime während des Tages fasten, abends Tarawih-Gebete verrichten und den ganzen Monat über den Koran rezitieren und Koranlesungen lauschen.

Diese Rituale erinnern uns an unsere gemeinsamen Werte sowie an die Rolle des Islams bei der Förderung von Gerechtigkeit, Toleranz und der Würde aller Menschen.

Das Fasten ist beispielsweise ein Konzept, das es in vielen Glaubensrichtungen gibt – auch in meiner, – um die Menschen in näheren Kontakt mit Gott zu bringen, und auch mit jenen unter uns, die nicht wissen, wann sie die nächste Mahlzeit bekommen. Die Unterstützung der Muslime für andere Menschen ruft uns unsere Verantwortung in Erinnerung, Chancen und Wohlstand für alle Menschen überall auf der Welt zu fördern. Wir müssen uns daran erinnern, dass die Welt, die wir aufbauen – und die Veränderungen, die wir bewirken wollen – in unseren Herzen und unseren Nachbarschaften ihren Anfang haben müssen.

In diesem Sommer haben Menschen überall in den Vereinigten Staaten in ihren Gemeinden Aufgaben übernommen – sie haben Kinder unterrichtet, sich um kranke Mitbürger gekümmert und Menschen die Hand gereicht, die in Not sind. Glaubensorientierte Organisationen, darunter viele islamische, standen in diesem Sommer der gemeinnützigen Arbeit an erster Stelle. In diesen schwierigen Zeiten ist das ein Gefühl der Verantwortlichkeit, das wir in den kommenden Monaten und Jahren aufrechterhalten müssen.

Wir sind auch entschlossen, jenseits der amerikanischen Grenzen unserer Verantwortung nachzukommen, eine friedlichere und sicherere Welt aufzubauen. Aus diesem Grund werden wir den Krieg im Irak auf verantwortungsvolle Weise beenden. Aus diesem Grund isolieren wir gewalttätige Extremisten und stärken die Menschen in Ländern wie Afghanistan und Pakistan. Aus diesem Grund befürworten wir vehement und aktiv eine Zweistaatenlösung, die das Recht von Israelis und Palästinensern anerkennt, in Frieden und Sicherheit zu leben. Und aus diesem Grund werden sich die Vereinigten Staaten immer für die grundlegenden Rechte aller Menschen einsetzen, ihre Meinung frei zu äußern, ihre Religion auszuüben, einen vollständigen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten und Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit zu haben.

All diese Bestrebungen sind Teil des amerikanischen Bekenntnisses, einen Dialog mit Muslimen und mehrheitlich muslimischen Ländern basierend auf gemeinsamen Interessen und gegenseitiger Achtung zu führen. In dieser Zeit der Erneuerung möchte ich mein Bekenntnis zu einem Neuanfang zwischen den Vereinigten Staaten und Muslimen überall auf der Welt bekräftigen.

Wie ich in Kairo gesagt habe, muss dieser Neuanfang aus dem fortwährenden Bemühen entstehen, einander zuzuhören, voneinander zu lernen, einander zu achten und Gemeinsamkeiten zu suchen. Ich bin der Meinung, dass das Zuhören ein wichtiger Teil des Unterfangens ist, und in den vergangenen zwei Monaten haben Amerikanische Botschaften überall auf der Welt nicht nur ihre Kontakte zu Regierungen, sondern direkt zu den Menschen in mehrheitlich muslimischen Ländern verstärkt. Von überall auf der Welt haben wir eine Fülle von Rückmeldungen darüber erhalten, wie die Vereinigten Staaten ein Partner bei der Verwirklichung der Wünsche der Menschen sein können.

Wir haben zugehört. Wie Sie konzentrieren wir uns darauf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, die mit der Zeit etwas bewirken – sowohl, was die politischen und sicherheitspolitischen Themen angeht, auf die ich eingegangen bin, als auch die Bereiche, von denen wir von Ihnen gehört haben, dass sie Einfluss auf das Leben der Menschen haben werden.

Diese Gespräche helfen uns, die Partnerschaften umzusetzen, die ich in Kairo gefordert habe – um Austauschprogramme auszuweiten, Unternehmertum zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen, um die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie zu verstärken und gleichzeitig mehr Alphabetisierung und mehr berufliche Bildung zu ermöglichen. Wir machen auch Fortschritte bei unseren Bestrebungen, Partnerschaften mit der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) und OIC-Mitgliedsländern einzugehen, um Polio abzuschaffen. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit der internationalen Gemeinschaft zusammen, um gemeinsame gesundheitspolitische Herausforderungen wie das H1N1-Virus anzugehen – von dem ich weiß, dass es vor allem vielen Muslimen Sorge bereitet, die sich auf den Hadsch vorbereiten.

All diese Bestrebungen sind darauf ausgerichtet, unser aller Wünsche zu erfüllen: in Frieden und Sicherheit zu leben, eine Ausbildung zu erhalten und in Würde zu arbeiten, unsere Familien, unsere Gemeinschaften und unseren Glauben zu lieben. All das wird Zeit brauchen und Geduld und Kraft kosten. Wir können die Dinge nicht über Nacht ändern, aber wir können uns ehrlich vornehmen, das zu tun, was nötig ist, und gleichzeitig einen neuen Kurs einzuschlagen – in Richtung des Ziels, das wir für uns und für unsere Kinder wollen. Diesen Weg müssen wir gemeinsam gehen.

Ich freue mich darauf, diesen entscheidenden Dialog fortzusetzen und in Maßnahmen zu übersetzen. Heute möchte ich den Muslimen in den Vereinigten Staaten und überall auf der Welt einen gesegneten Monat wünschen, wenn sie jetzt den Beginn des Ramadan begehen. Möge der Friede Gottes mit Ihnen sein.

Originaltext: President Obama Delivers Message on Ramadan