Präsident Bush spricht auf der 89. Annual National Convention der American Legion

RENO – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die unwesentlich gekürzte Rede von US-Präsident George W. Bush bei der 89. nationalen Jahresversammlung der American Legion in Reno (Nevada) vom 28. August 2007.

Wir treffen in einer entscheidenden Zeit für unser Land zusammen. Die Vereinigten Staaten befinden sich in einer ideologischen Auseinandersetzung und bekämpfen islamische Extremisten auf der ganzen Welt. Heute möchte ich mit Ihnen und allen Amerikanern über einen entscheidenden Aspekt dieser Auseinandersetzung sprechen: den Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens. Ich werde erklären, warum der Sieg über die Extremisten in dieser krisengeschüttelten Region für die Sicherheit unseres Landes unverzichtbar ist und warum der Erfolg im Irak maßgeblich für den Sieg in dieser umfassenderen ideologischen Auseinandersetzung ist.

Fast ein Jahrhundert blicken Präsidenten bereits auf die American Legion als Vorbild für Weitblick, Mut und Liebe zu unserem Land. In Friedenszeiten rieten Sie zu Wachsamkeit. In Zeiten des Kriegs rieten Sie zu Entschlossenheit. Und in allen Zeiten lag Ihnen das Wohlergehen unserer Soldatinnen und Soldaten am Herzen und war in Ihren Gebeten. Wir sind dankbar für Ihren Dienst.

Sie wissen um die Besonderheit der Vereinigten Staaten, da Sie sie verteidigt haben. Sie wissen, wie fragil die Freiheit ist, denn Sie haben erlebt, wie sie angegriffen wurde. Sie kennen den Schmerz des Krieges, weil sie Freunde und Familienangehörige in weit entfernten Ländern verloren haben – darunter auch Menschen, deren Schicksal wir noch immer nicht kennen. Wir dürfen und werden die Suche nicht aufgeben, bis wir das Schicksal jedes Angehörigen unserer Streitkräfte aus jedem Krieg in jedem Winkel der Erde geklärt haben.

Ich weiß Ihre Bemühungen, der amerikanischen Flagge Ehre zu erweisen, zu schätzen. Manche meinen, die Flagge sei nur ein Stück Stoff. Diejenigen, die für sie geblutet und gesehen haben, wie sie über die Särge einiger unserer besten Frauen und Männer drapiert wurde, sehen das nicht so. Stolz hissten wir die amerikanische Flagge auf Iwo Jima; sie ziert die silberne Oberfläche des Mondes. Unser Land geht umsichtig mit vielen Dingen um, die symbolischen Wert haben. Sicherlich können wir einem Symbol, für das unsere Soldaten, Matrosen, Flieger, Marineinfanteristen und die Frauen und Männer der Küstenwache ihr Leben gegeben haben – der Flagge unserer Nation – den gleichen Respekt erweisen. Deshalb rufe ich heute gemeinsam mit der American Legion den Kongress der Vereinigten Staaten auf, ein Gesetz zu verabschieden, das die Flagge unseres Lands unter Schutz stellt.

Ich möchte Ihnen auch für Ihre starke Unterstützung der Veteranen unseres Landes danken. Wir haben ein gemeinsames Ziel: sicherzustellen, dass unsere Veteranen die Hilfe bekommen, die sie benötigen. Wir haben im Sinne dieses Ziels zusammengearbeitet. Meine Haushaltsvorlage für dieses Jahr sieht fast 87 Millionen Dollar für unsere Veteranen vor. Das ist eine Erhöhung um 77 Prozent seit meinem Amtsantritt. Damit erreicht die Unterstützung für Veteranen das höchste Niveau in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Ich weiß, Sie sorgen sich um die medizinische Versorgung, und deshalb haben wir diese auf einer weiteren Million Veteranen ausgedehnt, darunter tausende Frauen und Männer, die aus Afghanistan oder dem Irak zurückkehren. Wir bauen neue Einrichtungen für ehemalige Kriegsteilnehmer dort, wohin die Veteranen zurückkehren, damit mehr Veteranen näher an ihrem Wohnort qualitativ hochwertige medizinische Behandlung erhalten können. Wir haben mehr Zuschüsse für obdachlose Veteranen in allen 50 Staaten und im District of Columbia bewilligt. Ich will damit Folgendes sagen: Die Veteranen waren da, als wir sie brauchten – und diese Regierung wird den Veteranen zur Seite stehen, wenn sie uns brauchen.

Die womöglich wichtigste Pflicht der Mitglieder der American Legion ist es, eine lebende Erinnerung daran zu sein, dass ein bedeutendes Land bedeutende Verantwortung trägt. Wieder einmal sind die Vereinigten Staaten ein Land im Krieg. Wieder einmal sind wir aufgerufen, global Verantwortung zu übernehmen. Und wieder einmal steht die American Legion an vorderster Front. Ich danke Ihnen für Ihre inbrünstige und enthusiastische Verteidigung unserer Soldatinnen und Soldaten, während diese den Kampf gegen den Feind in Afghanistan, im Irak und auf der ganzen Welt führen. Sie gehören dem besten Militär der Welt an – und wir haben das Recht, stolz auf sie zu sein.

Viele in diesem Land fragen sich, ob der Kampf, der momentan ausgetragen wird, es wert ist. Nicht zum ersten Mal stellen Amerikaner diese Frage. Wir begeben uns immer zögerlich in einen Krieg – dennoch haben wir immer dann gekämpft, wenn Gefahren auftraten. Wir haben gekämpft, als Krisen in Europa drohten, die Welt in Dunkelheit zu hüllen. Die Vereinigten Staaten haben ihr Militär zur Austragung zweier bitterer und blutiger Konflikte entsandt – wir haben getan, was getan werden musste, um die Aufgabe dort zu erledigen. Wir kämpften, als Mächte in Asien unser Land und unsere Verbündeten angriffen. Wir schickten Amerikaner, um den Frieden wiederherzustellen – und wir taten, was getan werden musste, um die Aufgabe dort zu erledigen. Wir reagierten auch, als Radikale und Extremisten unser Heimatland im ersten ideologischen Krieg des 21. Jahrhunderts angriffen. Wir stürzten zwei Regime, in Afghanistan und im Irak, die Terroristen Zuflucht gewährten, der internationalen Gemeinschaft trotzten und die Sicherheit unserer Nation bedrohten. Und jetzt helfen wir, stattdessen freie und sichere Gesellschaften aufzubauen – und wie in der Vergangenheit werden wir tun, was getan werden muss, um die Aufgabe zu erledigen.

Wir haben aus der Geschichte gelernt, dass Gefahren in anderen Teilen der Welt – wie Europa und Asien – unsere Sicherheit hier Zuhause direkt beeinflussen. Am 11. September 2001 haben wir gelernt, dass es eine weitere Region auf der Welt gibt, die die Sicherheit der Amerikaner direkt bedroht – und das ist der Nahe Osten. Die Vereinigten Staaten haben dauerhafte und grundlegende Interessen in der Region. Im Verlauf ihrer gesamten Geschichte unterhielten die Amerikaner starke Verbindungen zu dieser Region – basierend auf Handel, Bildung und Glauben. Lange bevor im Nahen Osten Öl und Gas entdeckt wurden, war die Region eine wichtige Handelsquelle. Sie ist die Heimat von drei der großen Weltreligionen. Sie ist eine strategische Drehscheibe für die Welt.

Die Hoffnung und der Wohlstand, die im 20. Jahrhundert zu Veränderungen in anderen Teilen der Welt beigetragen haben, sind an vielen Menschen im Nahen Osten jedoch vorübergegangen. Viel zu lange hat die Welt sich damit begnügt, die Regierungsformen in dieser Region im Namen der Stabilität zu ignorieren. Das Ergebnis war, dass eine ganze Generation junger Menschen mit wenig Hoffnung aufwuchs, ihr Leben zu verbessern, und viele gerieten unter den Einfluss des gewalttätigen islamischen Extremismus. Die Terrorbewegung nahm um ein Vielfaches an Stärke zu, und Bitterkeit, die seit Jahren schwelte, kochte in Form von Gewalt auf der ganzen Welt über. Die Wiege der Zivilisation wurde zur Heimat von Selbstmordattentätern. Und Ressentiments, die ihren Ursprung auf den Straßen des Nahen Ostens haben, führen jetzt dazu, dass unschuldige Menschen auf Bahnhöfen, Flugzeugen und in Bürogebäuden auf der ganzen Welt getötet werden.

Die Mörder sind nicht das wahre Gesicht des Islam, sie sind das Gesicht des Bösen. Sie versuchen, die Religion als Weg an die Macht und als Mittel, den Nahen Osten zu beherrschen, auszunutzen. Der gewalttätige islamische Radikalismus, aus dem sie ihre Inspiration ziehen, hat zwei Hauptrichtungen. Der einen gehören sunnitische Extremisten an, verkörpert durch die Al Kaida und ihre terroristischen Verbündeten. Die Organisation fördert eine Vision, die Toleranz zurückweist, jede abweichende Meinung unterdrückt und den Mord an unschuldigen Frauen, Männern und Kindern mit dem Streben nach politischer Macht rechtfertigt. Wir haben diese Vision in der brutalen Herrschaft der Taliban in Afghanistan gesehen, wo Frauen öffentlich ausgepeitscht und Männer geschlagen wurden, wenn sie ein Gebet versäumten, wo junge Mädchen nicht in die Schule gehen konnten.

Diese Extremisten erhoffen sich, dem Nahen Osten die gleiche dunkle Vision aufzuzwängen, indem sie ein gewalttätiges und radikales Kalifat aufbauen, das von Spanien bis Indonesien reicht. Deshalb töten sie ihre muslimischen Mitbürger in Algerien und Jordanien, Ägypten und Saudi-Arabien in dem Versuch, deren Regierungen zu untergraben. Und sie töten Amerikaner, weil sie wissen, wir stehen ihnen im Weg. Deshalb griffen sie 1998 amerikanische Botschaften in Afrika an und töteten 2001 [sic] Matrosen auf der USS Cole. Und deshalb töteten sie am 11. September fast 3.000 Menschen. Deshalb planen sie auch, uns erneut anzugreifen. Deshalb müssen wir den Kampf weiterführen, bis er gewonnen ist.

Die zweite Ausprägung des Radikalismus im Nahen Osten ist der schiitische Extremismus, der von dem in Teheran ansässigen Regime unterstützt und verkörpert wird. Iran ist seit langem eine Quelle der Unruhe in der Region. Iran ist der Staat, der den Terrorismus am meisten unterstützt. Iran unterstützt die Hisbollah, die versucht, die demokratische Regierung im Libanon zu unterminieren. Iran finanziert Terrorgruppen wie die Hamas und den Palästinensisch-Islamischen Dschihad, die Unschuldige töten, Israel bekämpfen und die Palästinensergebiete destabilisieren. Iran liefert den Taliban in Afghanistan Waffen, die dazu verwendet werden könnten, die Truppen der Vereinigten Staaten und der NATO anzugreifen. Iran hat amerikanische Gastwissenschaftler verhaftet, die keine Verbrechen begangen haben und für das iranische Regime keine Bedrohung darstellten. Das aktive Streben Irans nach Technologie, mit der Kernwaffen hergestellt werden können, droht den Schatten des nuklearen Holocaust auf eine Region zu werfen, die bereits für Instabilität und Gewalt bekannt ist.

Was Iran tut, bedroht die Sicherheit aller Nationen. Und deshalb rufen die Vereinigten Staaten Freunde und Bündnispartner auf der ganzen Welt auf, das Regime zu isolieren und Wirtschaftssanktionen zu verhängen. Wir werden uns dieser Gefahr stellen, bevor es zu spät ist.

Ich möchte unsere Mitbürger bitten sich vorzustellen was geschehen würde, wenn man es diesen radikalen und extremen Kräften erlauben würde, uns aus dem Nahen Osten zu vertreiben. Es würde drastische Veränderungen in der Region geben, die die zivilisierte Welt in Gefahr brächten. Extremisten aller Couleur würden von dem Wissen ermutigt, dass sie Amerika zum Rückzug gezwungen haben. Terroristen hätten mehr Zufluchtsorte, von denen aus sie Angriffe auf Amerikaner sowie unsere Freunde und Bündnispartner planen könnten. Iran könnte zu dem Schluss gelangen, dass wir schwach sind und ihn nicht davon abhalten können, Kernwaffen zu erlangen. Sobald Iran Nuklearwaffen besitzt, würde das ein Wettrüsten in der Region auslösen.

Extremisten würden dann einen entscheidenden Teil der Energieversorgung auf der Welt kontrollieren und könnten die Weltwirtschaft erpressen und sabotieren. Sie könnten Milliarden von Dollar an Öleinkünften verwenden, um Waffen zu kaufen und ihre tödlichen Ziele zu verfolgen. Unsere Verbündeten in der Region befänden sich unter verstärkter Belagerung durch die Feinde der Freiheit. Erste Bewegungen hin zu Demokratie in der Region würden mit Gewalt umgekehrt. Diese Szenario wäre eine Katastrophe für die Menschen im Nahen Osten, eine Gefahr für unsere Freunde und Bündnispartner und eine unmittelbare Bedrohung für Frieden und Sicherheit der Vereinigten Staaten. Das sind die Pläne der Extremisten. Um unserer eigenen Sicherheit willen werden wir unsere Feinde verfolgen, wir werden standhaft bleiben und wir werden uns behaupten.

Kurzfristig werden wir alle Elemente amerikanischer Macht zum Schutz der Amerikaner einsetzen, indem wir den Kampf zum Feind bringen. Unsere Truppen führen täglich Einsätze durch, um die Terroristen ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Wir werden den Druck auf sie aufrechterhalten. Wir zwingen sie, in Bewegung zu bleiben. Unsere Strafverfolgungsbeamte und Mitarbeiter von Nachrichtendiensten arbeiten daran, die Finanzquellen der Terroristen trocken zu legen und ihre Netzwerke zu zerschlagen. Unsere Diplomaten bringen Freunde und Verbündete in der Region zusammen, um nachrichtendienstliche Erkenntnisse auszutauschen, Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen und Extremisten aufzuspüren, die sich unter ihnen verstecken. Wir arbeiten jeden Tag daran, die Amerikaner zu schützen. Unsere Strategie ist die folgende: Wir werden die Terroristen im Ausland bekämpfen, so dass wir uns ihnen nicht hier in den Vereinigten Staaten stellen müssen.

Langfristig verbreiten wir die Freiheit als Alternative zu den Ideologien des Hasses und der Unterdrückung. Wir streben einen Nahen Osten mit sicheren demokratischen Staaten an, die in Frieden miteinander leben, an Weltmärkten handeln und Partner im Kampf gegen Extremisten und Radikale sind. Wir versuchen, den Strom von Rekruten der Al Kaida und anderer Extremisten zu stoppen, indem wir Ländern helfen, ihrer Bevölkerung eine Weg in eine hoffnungsvollere Zukunft anzubieten. Wir wünschen uns ein Iran, dessen Regierung gegenüber dem Volk rechenschaftspflichtig ist statt Terror zu fördern und nach Technologie zu streben, die zur Entwicklung von Kernwaffen benutzt werden könnte. Wir streben eine Zweistaatenlösung für Israelis und Palästinenser an, damit sie Seite an Seite in Frieden und Sicherheit leben können. Wir wünschen uns Gerechtigkeit, Würde und Menschenrechte für alle Menschen im Nahen Osten.

Eine solche Zukunft erfordert harte Arbeit und viele Jahre strategischer Geduld. Aber unsere Sicherheit hängt davon ab. Wir haben in der Vergangenheit in Europa ähnliche Arbeit geleistet. Wir haben in der Vergangenheit in Japan ähnliche Arbeit geleistet. Wir haben ähnliche Arbeit bereits in der Vergangenheit geleistet – und wir können es wieder schaffen.

Die Richtung, die der Nahe Osten in Zukunft einschlägt, wird vom Ergebnis des Kampfes im Irak nachhaltig beeinflusst werden. Der Irak befindet sich im Herzen des Nahen Ostens. Die beiden gefährlichen Ausprägungen des Extremismus, die um die Kontrolle im Nahen Osten konkurrieren, bedrohen jetzt dieses Land in der Absicht, die junge Demokratie zu stürzen.

Im Irak verüben sunnitische, von der Al Kaida angeführte Extremisten spektakuläre Angriffe auf unschuldige Männer, Frauen und Kinder, um religiöse Unruhen zu schüren. Ihre Anhänger ermorden die Menschen, die für die Iraker eine neue Zukunft aufbauen wollen. Zu ihren Zielen zählt jeder, den sie als ungläubig betrachten – einschließlich Christen, Juden, Jezidis, Schiiten und sogar Sunniten, die ihre radikal verzerrte Version des Islam nicht teilen. Zu ihnen zählen Kämpfer aus dem Ausland, die durch Syrien in den Irak reisen. Mit ihren Angriffen wollen sie Bilder von Chaos und Gemetzel zeichnen, um den Willen der Amerikaner zu brechen. Diese Mörder verstehen unser Land nicht. Die Vereinigten Staaten weichen vor Gangstern und Mördern nicht zurück – und die Vereinigten Staaten werden den Irak in der Stunde der Not nicht im Stich lassen.

Schiitische Extremisten, unterstützt von Iran, bilden Iraker aus, um Anschläge auf unsere Truppen und das irakische Volk zu verüben. Anhänger der Quds-Einheit des islamischen Revolutionswächterkorps versorgen extremistische Gruppen mit finanziellen Mitteln und Waffen, einschließlich moderner improvisierter Sprengsätze. Mit Unterstützung der Hisbollah bilden sie diese gewaltbereiten Kräfte im Irak aus. Vor kurzem beschlagnahmten die Koalitionsstreitkräfte 240-mm-Raketen, die in diesem Jahr in Iran hergestellt worden waren und von iranischen Agenten irakischen Extremisten zur Verfügung gestellt worden waren. Die Anschläge auf unsere Stützpunkte und unsere Truppen mit Munition aus Iran haben in den letzten Monaten zugenommen – trotz Zusagen von Iran, die Stabilisierung der Sicherheitslage im Irak zu unterstützen.

Einige sagen, die iranische Führung wüsste nicht, was Mitglieder des eigenen Regimes tun. Andere meinen, die iranische Führung versuche aktiv, den Westen zu provozieren. Wie dem auch sei, sie können die Verantwortung für die Beihilfe zu Anschlägen auf die Koalitionsstreitkräfte und den Mord an unschuldigen Irakern nicht von sich weisen. Das Regime in Iran muss diesen Handlungen Einhalt gebieten. Bis es das tut, werde ich die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz unserer Truppen ergreifen. Ich habe unsere militärischen Befehlshaber im Irak autorisiert, sich den mörderischen Taten Teherans entgegenzustellen.

Alle, die fragen, ob es der Kampf im Irak wert ist, sollten sich einen Irak vorstellen, in dem von Iran unterstützte Milizen große Teile des Landes kontrollieren. Stellen Sie sich einen Irak vor, in dem die Al Kaida Zufluchtsorte geschaffen hat, um in Sicherheit Anschläge auf Ziele in der ganzen Welt zu planen, einschließlich den Vereinigten Staaten. Wir haben gesehen, was diese Feinde tun, wenn amerikanische Truppen aktiv im Irak eingesetzt sind. Wir können uns gut vorstellen, was sie tun würden, wenn sie durch den Rückzug amerikanischer Truppen ermutigt würden.

Die Herausforderung im Irak lässt sich wie folgt zusammenfassen: Entweder siegen die Kräfte des Extremismus oder die Kräfte der Freiheit. Entweder vertreten unsere Feinde ihre Interessen im Irak oder wir vertreten unsere Interessen. Die wichtigste und unmittelbarste Art und Weise, den Zielen der Al Kaida, Irans und anderer Kräfte der Instabilität und des Terrors zu begegnen, ist den Kampf im Irak zu gewinnen.

Gemeinsam hat unsere Koalition großartige Dinge im Irak erreicht. Wir haben einen der brutalsten und gefährlichsten Diktatoren der Welt gestürzt. Die Welt ist ein besserer Ort, seit Saddam Hussein nicht mehr an der Macht ist. Im Irak fanden drei nationale Wahlen statt, in denen eine Übergangsregierung gewählt, die fortschrittlichste demokratische Verfassung der arabischen Welt ratifiziert und dann gemäß dieser Verfassung eine Regierung gewählt wurde. Trotz endloser Drohungen von Autobombenlegern und Mördern gingen nahezu 12 Millionen Iraker wählen und stellten damit eine Hoffnung und Solidarität unter Beweis, die wir niemals vergessen sollten.

2006 schlug ein denkender Feind zurück. Die Extremisten lösten einen Grad an ethnisch-konfessionell motivierter Gewalt aus, der die demokratischen Gewinne bedrohte, die die Iraker errungen hatten. Die Dynamik verlagerte sich zu den Extremisten. Die Iraker sahen, dass ihre Regierung sie nicht schützen oder grundlegende Dienste bieten konnte. Viele Schiiten wandten sich zum Schutz an die Milizen. Viele Sunniten sahen für sich im neuen Irak keinen Platz. Bagdad begann, ins Chaos zu stürzen. Einer unserer Analysten des militärischen Nachrichtendienstes schrieb, dass die Provinz Anbar – die Basis der Al Kaida im Irak – an den Feind verloren war.

In Anbetracht dessen, was im Irak auf dem Spiel steht, in Anbetracht der Tatsache, dass die Geschehnisse im Irak Einfluss auf die Vereinigten Staaten haben, wurde deutlich, dass wir unsere Vorgehensweise an die Veränderungen vor Ort anpassen müssen. Im Januar habe ich daher eine neue Strategie vorgestellt. Diese Strategie zielte darauf ab, der irakischen Bevölkerung, insbesondere in Bagdad, Sicherheit zu bringen. Sie zielte darauf ab, die irakischen Städte und Gemeinden von Terroristen zu befreien, damit die lokalen Regierungen wieder Kontrolle erlangen, grundlegende Dienste anbieten und die Wirtschaft in ihren Gemeinden wieder anregen konnten. Sie zielte darauf ab, den irakischen Sicherheitskräften Zeit zu geben zu wachsen und die Fähigkeiten zu erlangen, die sie benötigen, um ihrem Land letztlich Sicherheit zu bringen. Sie zielte darauf ab, ein sichereres Umfeld zu schaffen, in dem eine nationale Versöhnung stattfinden könnte. Und sie zielte darauf ab, mehr Mitglieder der internationalen Gemeinschaft zu ermutigen, ihr Interesse an einem freien und demokratischen Irak zu erkennen und mehr zu tun, um dies zu ermöglichen.

Zentrales Ziel dieser Strategie war die Entstehung einer irakischen Regierung zu unterstützen, die ihre Bürger beschützen, grundlegende Dienste bereitstellen und ein Verbündeter in diesem Krieg gegen Terror sein kann. Wir haben verstanden, dass keines dieser Ziele erfüllt werden kann, bis die Iraker sich in ihren eigenen Häusern und Bezirken sicherer fühlen.

Um diese neue Strategie umzusetzen, habe ich Verstärkung nach Bagdad und in die Provinz Anbar geschickt. Ich habe einen neuen Befehlshaber eingesetzt, General David Petraeus, ein Experte im Kampf gegen Aufständische. Diese Truppenaufstockung ist erst seit etwas über zwei Monaten voll einsatzfähig. Es gibt jedoch unverkennbare Zeichen, dass unsere Strategie die von uns gesteckten Ziele erreicht. Unsere neue Strategie zeigt Ergebnisse was die Sicherheit angeht. Unsere Truppen kämpfen in ganz Irak. Seit Januar haben unsere Soldaten jeden Monat im Durchschnitt mehr als 1.500 Al-Kaida-Terroristen und andere Feinde der gewählten Regierung des Irak gefangen genommen oder getötet. Die Al Kaida wird aus ihren ehemaligen Hochburgen in Bagdad und den Provinzen Anbar und Dijala vertrieben.

Wir haben Einsätze gegen iranische Agenten durchgeführt, die tödliche Munition an Extremisten liefern. Wir haben schiitische Todesschwadronen und ihre Versorgungsnetzwerke angegriffen. Der Ministerpräsident des Irak, Ministerpräsident Maliki, hat sich mutig verpflichtet, die Kräfte des Bösen und der Zerstörung zu verfolgen. Die ethnisch-konfessionell motivierte Gewalt hat in Bagdad stark abgenommen. Die Dynamik ist jetzt auf unserer Seite. Die Truppenaufstockung hat bewirkt, dass dem Feind die Initiative genommen und dem irakischen Volk gegeben wurde.

Unsere neue Strategie zeitigt auch dort Ergebnisse, wo es am wichtigsten ist – in den Städten und Bezirken, in denen ganz normale Iraker leben. In diesen Gegenden einigen sich die Iraker zunehmend untereinander, mit der Koalition und mit ihrer Regierung in Bagdad. Die Versöhnung kommt von unten heraus. Sie hat Einfluss auf den Kampf gegen den Feind und bildet ein solides Fundament für einen demokratischen Irak.

Anbar, die Provinz, die bereits an den Feind verloren geglaubt war, wird immer friedlicher, weil sich ein Teil der Sunniten dort gegen die Al Kaida wendet. Sie sind der dunklen Vision dieser Mörder überdrüssig. Die Scheichs dort haben sich mit den amerikanischen Truppen zusammengetan, um die Terroristen aus der Hauptstadt Ramadi und anderen Orten zu vertreiben. Einwohner geben entscheidende Hinweise, und Stammesführer sind der irakischen Polizei und den Sicherheitskräften beigetreten.

Die Menschen wollen in Frieden leben. Mütter wollen ihre Kinder in einer friedlichen Umgebung großziehen. Die Iraker vor Ort wenden sich gegen diese Mörder und Extremisten, wenn sie die Chance haben.

Viele Iraker, die sich in einem freien Irak zunächst an den Rand gedrängt fühlten, nehmen wieder am politischen Prozess teil, und jetzt ist es der Feind eines freien Iraks, der am Rand zurückgelassen wird. Vorigen Monat haben Provinzbeamte Teile des kriegsgeschädigten Regierungszentrums mithilfe eines unserer Wiederaufbauteams wiedereröffnet. Ähnliche Szenen spielen sich in ganz Anbar ab, der Provinz, die einst als verloren galt. Fast jede Stadt in der Provinz hat jetzt einen Bürgermeister und einen Stadtrat. Kommunalbeamte knüpfen Kontakte mit der Regierung in Bagdad, weil diese führenden Sunniten jetzt eine Rolle für ihre Leute im neuen Irak erkennen. Ein ermutigendes Zeichen ist, dass die Zentralregierung jetzt beginnt, mit Finanzmitteln für lebenswichtige Dienste und Wiederaufbau sowie mit mehr Sicherheitskräften zu reagieren.

In anderen Provinzen gibt es ebenfalls Zeichen dieser Art von Fortschritt von unten nach oben. In der Provinz Dijala hat die Stadt Bakuba sechs Banken wiedereröffnet und damit dein Einwohnern Kapital für die lokale Wirtschaft zur Verfügung gestellt. In der Provinz Ninewa haben Kommunalbeamte einen Ausschuss zur Untersuchung von Korruption gegründet. Ein Richter wurde ermächtigt, Betrug und organisierte Erpressung zu verfolgen. Dies sind Zeichen, dass unsere Strategie, politische Zusammenarbeit an der Basis zu fördern, funktioniert. Mit der Zeit, wenn die Iraker auf lokaler Ebene mehr Kontrolle über ihr Leben haben, werden sie mehr Maßnahmen von ihrer nationalen Führung in Bagdad verlangen. So funktioniert Demokratie. Deshalb sind die ermutigenden Entwicklungen auf lokaler Ebene so wichtig für die Zukunft des Irak.

Momentan zeigt unsere neue Strategie weniger Resultate auf nationaler Ebene. Der Irak muss Jahrzehnte der Tyrannei und der Entbehrung überwinden, die Narben bei den Menschen, auch psychischer Art, zurückgelassen haben. Die schwerwiegenden religiösen Unruhen 2006 und Anfang 2007 haben Risse im Gefüge der irakischen Gesellschaft verursacht und das Misstrauen der ethnischen und religiösen Gruppen im Irak verstärkt. Inmitten der sicherheitspolitischen Herausforderungen werden die führenden Politiker im Irak aufgefordert, politische Probleme anzugehen, die ebenso vielschichtig und emotional sind wie es der Kampf für Bürgerrechte in unserem Land war. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass Fortschritte zögerlich eintreten und die Menschen oft frustriert sind. Das Ergebnis ist, dass es für die Iraker schwieriger als erwartet ist, die gesetzgeberischen Maßstäbe zu erfüllen, auf die wir uns alle konzentrieren.

In meinen wöchentlichen Besprechungen mit Botschafter Crocker erörtern wir diese Herausforderungen. Wir erörtern auch die Zeichen der Hoffnung. Wir sehen uns durch die am Sonntagabend von Spitzenpolitikern der irakischen Regierung erzielte Vereinbarung ermutigt. Sie sind sich über einige Gesetzesentwürfe einig, die den Kern der nationalen Versöhnung bilden und zu den Orientierungspunkten zählen, die der Kongress der Vereinigten Staaten aufgestellt hat. Beispielsweise spricht der Gesetzesentwurf zur Reform der Entbaathifizierung die Frage an, wie die Iraker mit ihrer Vergangenheit umgehen. Der Gesetzesentwurf zu den Provinzmächten beschäftigt sich damit, wie die Iraker ihre Zukunft gestalten. Diese Maßnahmen müssen vom irakischen Parlament noch verabschiedet werden. Die Vereinbarung zeigt aber, dass die Führung des Irak Meinungsverschiedenheiten beiseite lassen und sich zusammensetzen kann, um schwierige Themen zu besprechen, die für das Schicksal des Landes entscheidend sind.

Die Einigung der irakischen Führung war auch aus einem anderen Grund maßgeblich. In ihr wird der Koalition für ihre Opfer gedankt und die Bedeutung der Präsenz der Koalition im Irak anerkannt. Sie ruft auch zum Aufbau langfristiger Beziehungen zu den Vereinigten Staaten auf. Ich begrüße diese Einladung. Ich habe unsere Regierung beauftragt, eine solche Partnerschaft bald auszuhandeln. Diese langfristigen Beziehungen müssen nicht das Niveau unseres heutigen Engagements im Irak erreichen. Aber sie können den gemeinsamen Interessen sowohl des Irak als auch der Vereinigten Staaten dienen – zur Terrorismusbekämpfung und um einem wichtigen Land und einer wichtigen Region Stabilität zu bringen.

Die irakische Regierung hat noch viel zu tun, um viele der legislativen Maßstäbe zu erfüllen. Dennoch ist es auch wichtig festzuhalten, dass viele der Ziele hinter diesen Orientierungswerten ohne Gesetze erreicht werden. Hier ein Beispiel: Wir waren der Ansicht, dass die gerechte Verteilung der Öleinkünfte ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz erfordern würde. Die nationale Regierung teilt jedoch bereits Öleinkünfte mit den Provinzen, obwohl noch kein formales Gesetz hierzu verabschiedet wurde. Die irakische Regierung macht in anderen Bereichen bedeutende Fortschritte. Die Stromversorgung wird besser. Das Parlament hat etwa 60 Gesetze verabschiedet, darunter den Haushalt in Höhe von 41 Milliarden Dollar. Trotz langsamer Fortschritte im irakischen Parlament ist dies der Beweis, dass es im Irak insgesamt voran geht.

Unsere Strategie zeigt auch auf internationaler Ebene Ergebnisse. Die Vereinten Nationen und Irak – mit Unterstützung des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und von Ländern überall auf der Welt – haben einen internationalen Pakt für den Irak abgeschlossen, der zusätzliche Entwicklungshilfe und Schuldenerlass im Austausch für energische wirtschaftliche Reformen zusichert. Bis jetzt haben die Iraker bedeutende Fortschritte dabei gemacht, die wirtschaftlichen Standards des Internationalen Währungsfonds zu erfüllen. Sie haben eine Nachbarschaftskonferenz einberufen, die Nationen in der Region zusammenbringt. Das Ziel ist es, den Irakern durch konkrete sicherheitspolitische, wirtschaftliche und diplomatische Kooperation zu helfen.

Als Teil dieser diplomatischen Initiativen hat sich Ministerpräsident Maliki mit seinen Amtskollegen in der Türkei, in Syrien und in Iran getroffen, um Unterstützung für seine Nation zu gewinnen. Saudi-Arabien plant, eine neue Botschaft in Bagdad zu eröffnen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat beschlossen, die UN-Mission im Irak auszuweiten, und will bei Kommunalwahlen und dem Prozess der Aussöhnung helfen. Die Vereinten Nationen werden bald einen hochrangigen Gesandten für den Irak nominieren, der den ausgeweiteten UN-Einsatz in dem Land koordinieren wird. Ich möchte Ihnen Folgendes berichten. Die internationale Staatengemeinschaft wird sich zunehmend der Bedeutung eines freien Iraks bewusst. Sie weiß, dass ein freier Irak wichtig für den Weltfrieden ist. Und aus diesem Grund werden wir auch weiterhin um internationale Unterstützung für diese hehre und notwendige Aufgabe werben.

Alle beschriebenen Entwicklungen geben Anlass zu Hoffnung – zu Hoffnung im Irak, im Nahen Osten und auf Frieden. In zwei Wochen werden General Petraeus und Botschafter Crocker nach Washington zurückkehren, um eine vorläufige Einschätzung der Situation vor Ort und der Aussichten für die Zukunft zu geben. Dieser Statusbericht findet weniger als drei Monate nach dem Zeitpunkt statt, an dem die Truppenaufstockung vollständig umgesetzt wurde. Er wird aller Wahrscheinlichkeit nach bewerten, was im Irak gut funktioniert, was verbessert werden muss und welche Veränderungen wir in den kommenden Monaten an unserer Strategie und unserer Truppenstärke vornehmen müssen. Der Kongress hat um diese Einschätzung gebeten. Und der Kongress sollte sie sich auch ganz anhören. Ich möchte die Mitglieder des Kongresses bitten, mit jeglichen Schlussfolgerungen zu warten, bis die Männer ihren Bericht abgeliefert haben.

Leider versuchen jetzt einige, die sich über fehlende Sicherheit im Irak beklagt haben, die Bedingungen der Diskussion zu verändern. Ihr Argument war, dass die Sicherheit mangelhaft ist, und die Truppenaufstockung daher nicht erfolgreich war. Jetzt scheint ihr Argument zu sein, dass die Sicherheit besser ist, und die Truppenaufstockung daher nicht erfolgreich war. Sie ignorieren den politischen Fortschritt vor Ort und werfen uns stattdessen vor, dass das langsame Vorankommen des legislativen Prozesses auf nationaler Ebene beweist, dass unsere Strategie nicht erfolgreich war. Dieses Argument verdreht die Dinge. Die Verbesserung der Sicherheit ist die Voraussetzung dafür, in anderen Bereichen Fortschritte zu machen.

Senator Joe Lieberman sagt dazu Folgendes: „Obwohl es zutrifft, dass es für die Gewalt im Irak keine reine ‘militärische’ Lösung gibt, ist es wichtig, dass wir uns in Erinnerung rufen, dass es auch keine rein ‘politische’ Lösung gibt.” Fortschritte im Sicherheitsbereich müssen an erster Stelle stehen. Und nur dann kann politischer Fortschritt folgen – zunächst auf lokaler Ebene, dann in Bagdad. Das bedeutet, dass es dauern wird, bis die Fortschritte, die wir seit kurzer Zeit im sicherheitspolitischen Bereich sehen, auch zu politischen Fortschritten führen. Kurz gesagt ist es nicht sinnvoll, auf militärischen Fortschritt zu reagieren, indem gesagt wird, wir waren nicht erfolgreich, weil das irakische Parlament noch nicht jedes von ihm angekündigte Gesetz verabschiedet hat.

Die Amerikaner wissen, wie schwierig Demokratie sein kann. Unser Land verfügt über ein fortschrittliches und ausgeklügeltes politisches System. Und trotzdem schaffen wir es nicht, einen Haushalt rechtzeitig zu verabschieden – obwohl wir 200 Jahre Übung haben. Ministerpräsident Maliki und die anderen irakischen Politiker befassen sich mit weitaus kontroverseren und komplizierteren Themen, und sie versuchen, alles auf einmal zu tun, nach Jahrzehnten brutaler Diktatur. Die irakischen Politiker sind nicht perfekt. Aber sie sind von ihren Bürgern gewählt. Sie wollen, was wir auch wollen – einen freien Irak, der die Terroristen bekämpft, statt ihnen Zuflucht zu gewähren. Die Politiker in Washington müssen Möglichkeiten finden, ihren irakischen Verbündeten zum Erfolg zu verhelfen – und nicht nach Gründen suchen, sie im Stich zu lassen.

Die Herausforderung, die sich uns stellt, ist hart, aber die Vereinigten Staaten können sie bewältigen. Wir haben für den Konflikt einen Preis gezahlt, für eine Sache, die richtig ist und unerlässlich für die amerikanischen Bürger. Es ist eine hehre Sache. Es ist eine gerechte Sache. Es ist eine notwendige Sache. Ich hätte die jungen Frauen und Männer unseres Militärs nicht der Gefahr ausgesetzt, wenn ich nicht der Meinung wäre, dass der Erfolg im Irak für die Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika notwendig wäre. Ich weiß, es kann manchmal schwierig sein, es klar zu bewerten, aber was auf den Straßen von Bagdad und in den Vierteln von Anbar geschieht, hat direkte Auswirklungen auf die Sicherheit der Amerikaner hier bei uns. Und aus diesem Grund befinden wir uns in diesem Kampf. Und aus diesem Grund bleiben wir in diesem Kampf, und werden diesen Kampf gewinnen.

Eine der großen Segnungen dieses Landes ist, dass unsere Frauen und Männer in Uniform das verstehen. Einer dieser jungen Männer war Specialist First Class Stephen Davis aus Fayetteville (North Carolina). Stephen kommt aus einer stolzen Militärfamilie. Sein Vater und Großvater waren Veteranen. Sein junger Bruder, seine Mutter und ihr Vater waren alle mit ihm im Irak stationiert.

Als Stephen am vierten Juli von der Granate eines Aufständischen getötet wurde, brach ihnen das das Herz. Und dennoch fand diese bemerkenswerte Familie einen Weg, ihre Trauer beiseite zu legen und weiterhin unserem Land zu dienen. Stephens Mutter sagte, dass Stephen stolz auf das gewesen sei, was sie im Irak geleistet haben – deshalb nahm sie nur sechs Tage nach der Beerdigung ihren Dienst als Sanitäterin wieder auf. Sein Vater Buck, ein Veteran aus dem Golfkrieg, sagt, er wolle heute in den Irak gehen. Diese Familie spiegelt das Beste am amerikanischen Geist wider – eine Geisteshaltung, die zeigt, dass wir den Mut und den Willen haben, die amerikanischen Bürger zu verteidigen.

Eines Tages, in vielen Jahren, wird ein anderer Präsident in einem ähnlichen Saal wie diesem stehen. Dieser Präsident wird auf ein Meer der Mützen blicken, die von denen getragen werden, die stillen Stolz auf ihren Dienst verspüren. Einige unter diesen Menschen werden Personen sein, die den Krieg gegen den Faschismus, den Nationalsozialismus und Kommunismus gewonnen haben. Jüngere Veteranen werden unter Ihnen sein, die an Orten wie Kandahar und Ramadi gekämpft haben. Und genau wie Sie wird diese neue Generation der Veteranen stolz sagen können, dass sie angesichts entschlossener und unbarmherziger Feinde durchgehalten haben, dazu beigetragen haben, eine gesamte Region aus Tyrannei und Terror zu befreien, und eine sicherere Welt für die amerikanischen Bürger zu schaffen.

Diesen zukünftigen Angehörigen der American Legion, und Ihnen allen, möchte ich im Namen unserer Nation danken. Ich bete für Sie und für eine Zukunft in Frieden. Vielen Dank. Möge Gott die Vereinigten Staaten segnen.

Originaltext: President Bush Addresses the 89th Annual National Convention of the American Legion

Präsident spricht auf der Veterans of Foreign Wars National Convention über den Krieg gegen den Terror

KANSAS CITY – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die unwesentlich gekürzte Rede von US-Präsident George W. Bush auf dem Treffen der Veterans of Foreign Wars (VFW) in Kansas City (Missouri) vom 22. August 2007.

Als Mitglieder dieser stolzen Organisation sind Sie Verteidiger der Rechte unserer militärischen Veteranen, ein Vorbild für den Dienst an der Gemeinschaft und eine starke und wichtige Stimme für eine starke nationale Verteidigung. Ich danke Ihnen für Ihren Dienst. Ich danke Ihnen dafür, was Sie für die Vereinigten Staaten von Amerika getan haben.

Ich stehe als Präsident in Kriegszeiten vor Ihnen. Ich wünschte, ich müsste das nicht sagen, aber am 11. September 2001 hat uns ein Feind angegriffen, der den Vereinigten Staaten von Amerika den Krieg erklärt hat. Wir befinden uns im Krieg. Dieser Konflikt ist Kampf der Kulturen genannt worden. In Wahrheit ist es ein Kampf für Kultur. Wir kämpfen für eine freie Art zu leben und gegen eine neue Art der Barbarei – gegen eine Ideologie, deren Anhänger Tausende Menschen auf amerikanischem Boden getötet haben und wieder töten wollen, in noch größerem Ausmaß.

Wir kämpfen für die Möglichkeit, dass Frauen und Männer im Nahen und Mittleren Osten ihr Schicksal verwirklichen und Gesellschaften basierend auf Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde aufbauen können. Solange ich Oberbefehlshaber bin, kämpfen wir mit dem Ziel, zu gewinnen. Ich vertraue darauf, dass wir obsiegen werden. Ich vertraue darauf, weil wir über die größte Kraft für menschliche Freiheit verfügen, die die Welt jemals gekannt hat – die Frauen und Männer der Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika.

Denen unter Ihnen, die Uniform tragen, möchte ich sagen, dass mich nichts mit mehr Stolz erfüllt, als die Tatsche, dass ich Ihr Oberbefehlshaber bin. Danke, dass Sie sich freiwillig für den Dienst für die Vereinigten Staaten von Amerika gemeldet haben.

Ich weiß, dass einige Menschen die universelle Anziehungskraft der Freiheit anzweifeln, oder die Sorge haben, dass der Nahe Osten nicht für sie bereit ist. Andere sind der Meinung, dass die amerikanische Präsenz destabilisierend wirkt und dass diejenigen, die die unsere Soldaten töten und Zivilisten ins Visier nehmen, uns nicht mehr bedrohen würden, wenn wir nur den Irak verließen. Ich möchte heute auf diese Argumente eingehen. Ich werde beschreiben, warum Unterstützung für die jungen Demokratien im Nahen Osten gegen brutale islamistische Extremisten der einzige realistische Weg hin zu einer sichereren Welt für die Amerikaner ist. Ich werde versuchen, die Entwicklungen in einen historischen Kontext zu setzen, um zu zeigen, dass es für die harte und notwendige Arbeit, die wir leisten, Präzedenzfälle gibt, und warum ich so zuversichtlich bin, dass wir erfolgreich sein werden.

Bevor ich das tue, möchte ich jedoch dem nationalen Oberbefehlshaber der VFW und seiner Frau Nancy danken. Es ist eine Freude, mit Gary und seinen Angestellten zusammenzuarbeiten. Gary hat gesagt, wir sind nicht zwangsläufig immer einer Meinung. Ich kann mich noch daran erinnern, wie der alte Oberleutnant Gouverneur von Texas war – als Demokrat. Ich war dort republikanischer Gouverneur. Er sagte: „Herr Gouverneur, wenn wir immer einer Meinung wären, wäre einer von uns überflüssig.”

Aber über Folgendes sind wir uns einig: Wir sind beide der Meinung, dass unsere Veteranen die volle Unterstützung der Regierung der Vereinigten Staaten verdienen. Aus diesem Grund sieht der von mir vorgelegte Haushalt 87 Milliarden Dollar für die Kriegsveteranen vor. Das ist die höchste Unterstützung, die es in der amerikanischen Geschichte jemals für Veteranen gegeben hat. Wir sind uns einig, dass Gesundheitsfürsorge für unsere Veteranen die oberste Priorität hat, und deshalb haben wir die Gesundheitsausgaben für Veteranen um 83 Prozent erhöht, seitdem ich als Präsident vereidigt wurde. Wir sind uns einig, dass Soldaten, die aus dem Irak oder Afghanistan zurückkehren, die beste Gesundheitsfürsorge verdienen, als Bürger im aktiven Militärdienst, Soldaten und auch als Veteranen. Sie werden die beste Gesundheitsfürsorge erhalten, die wir nur zur Verfügung stellen können. Wir sind uns einig, dass obdachlose Kriegsveteranen ein Dach über dem Kopf benötigen, und die stellen wir ihnen zur Verfügung.

Wir sind uns also einig, dass die Veteranen die vollständige Unterstützung unserer Regierung verdienen. Mit George W. Bush als Ihrem Präsidenten werden sie diese auch erhalten.

Vielen Dank, dass Sie mich eingeladen haben. Ich möchte meine heutige Rede mit einer Geschichte beginnen, die an einem sonnigen Morgen ihren Anfang hatte, als Tausende Amerikaner in einem Überraschungsangriff getötet wurden – und unsere Nation sich in einen Konflikt gezogen sah, der uns in die entlegensten Regionen der Welt führen würde.

Der Feind, der uns angegriffen hat, verabscheut Freiheit und hegt Ressentiments angesichts der Kränkungen, die die Vereinigten Staaten und andere westliche Nationen seiner Ansicht nach seinen Mitbürgern angetan haben. Er kämpft, um einer ganzen Region seine Herrschaft aufzuzwingen. Mit der Zeit wendet er eine Strategie der Selbstmordattentate an, die so viel Blutvergießen bescheren soll, dass die Amerikaner der Gewalt überdrüssig werden und den Kampf ihrerseits aufgeben sollen.

Wenn Ihnen diese Geschichte bekannt vorkommt, dann ist sie es auch – eine Tatsache ausgenommen. Der von mir beschriebene Feind ist nicht die Al Kaida, bei dem Angriff handelt es sich nicht um den 11. September, und bei dem Reich handelt es sich nicht um das radikale Kalifat, das Osama bin Laden vorschwebt. Stattdessen habe ich die Kriegsmaschine des Kaiserreichs Japan in den Vierzigerjahren beschrieben, ihren Überraschungsangriff auf Pearl Harbor und den Versuch, ganz Ostasien seine Herrschaft aufzuzwingen.

Die Vereinigten Staaten haben im Zweiten Weltkrieg letztendlich gesiegt und zwei weitere Bodenkriege in Asien gefochten. Viele in diesem Raum sind Veteranen dieser Feldzüge. Aber selbst die optimistischsten unter Ihnen hätten wahrscheinlich nicht vorausgesagt, dass Japan zu einem der stärksten und treuesten Verbündeten der Vereinigten Staaten werden würde, dass Südkorea sich von der feindlichen Besatzung erholen und zu einer der mächtigsten Volkswirtschaften der Welt werden würde, oder dass Asien sich selbst aus Armut und Hoffnungslosigkeit befreien würde, indem es sich für Märkte und Freiheit öffnet.

Die Lektion, die wir aus der Entwicklung Asiens ziehen können, ist, dass der innere Wunsch nach Freiheit nicht unterdrückt werden kann. Wenn die Menschen einmal ein kleines Stück Freiheit genossen haben, ruhen sie nicht, bis sie frei sind. Das dynamische und hoffnungsvolle Asien von heute – eine Region, die uns zahllose Vorteile bringt – wäre ohne die Präsenz und Beharrlichkeit der Vereinigten Staaten nicht möglich gewesen. Sie wäre ohne die heute hier anwesenden Veteranen nicht möglich gewesen. Ich danke Ihnen für Ihren Dienst.

Es gibt viele Unterschiede zwischen den Kriegen, die wir im Fernen Osten gefochten haben und dem Krieg gegen den Terror, den wir heute führen. Aber eine wichtige Parallele ist, dass es sich im Kern um ideologische Konflikte handelt. Die Militaristen Japans und die Kommunisten in Korea und Vietnam wurden von einer unbarmherzigen Vision der richtigen Ordnung der Menschheit angetrieben. Sie töteten Amerikaner, weil sie ihrem Versuch im Weg standen, anderen ihre Ideologie aufzuzwingen. Heute haben sich die Namen und Orte geändert, aber die grundlegende Wesensart des Kampfes hat sich nicht verändert. Wie unsere Feinde in der Vergangenheit wollen auch die Terroristen, die im Irak, in Afghanistan und andernorts Krieg führen, eine eigene politische Vision verbreiten – ein harter Plan für das Leben, der Freiheit, Toleranz und abweichende Meinungen zerschlägt.

Wie auch unsere Feinde in der Vergangenheit töten sie Amerikaner, weil sie ihrer Strategie im Wege stehen, diese Ideologie in einer wichtigen Region der Welt zu verbreiten. Dieser Feind ist gefährlich und entschlossen, und er wird besiegt werden.

Wir befinden uns im derzeit stattfindenden ideologischen Kampf noch in der Anfangsphase, aber wir wissen, wie die anderen ausgingen – und dieses Wissen leitet uns in unseren heutigen Anstrengungen. Die Ideale und Interessen, die die Amerikaner dazu brachten, den Japanern zu helfen, ihre Niederlage in Demokratie umzuwandeln, sind die gleichen, die uns dazu veranlassen, unser Engagement in Afghanistan und im Irak fortzusetzen.

Die Verteidigungsstrategie, die sich dem Versuch entgegenstellte, Südkorea einem totalitären Nachbarland zu überlassen, trug dazu bei, einen asiatischen Tiger entstehen zu lassen, der ein Vorbild für Entwicklungsländer überall auf der Welt ist, darunter Länder im Nahen Osten. Das Ergebnis amerikanischer Opfer und Beharrlichkeit in Asien ist ein freierer, wohlhabenderer und stabilerer Kontinent, dessen Einwohner in Frieden mit den Vereinigten Staaten leben und sie nicht angreifen wollen.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs gab es nur zwei Demokratien im Fernen Osten – Australien und Neuseeland. Heute sind die meisten Nationen Asiens frei, und die asiatischen Demokratien spiegeln die Vielfalt in der Region wider. Einige dieser Nationen sind konstitutionelle Monarchien, einige haben Parlamente, einige haben Präsidenten. Einige sind christlich, einige muslimisch, einige hinduistisch und einige buddhistisch. Aber trotz aller Unterschiede haben die freien Nationen in Asien eines gemeinsam: Ihre Regierungen leiten ihre Amtsgewalt von der Zustimmung der Bürger ab, und sie wollen in Frieden mit ihren Nachbarn leben.

Auf dem Weg zu diesem freieren und hoffnungsvolleren Asien gab es viele Zweifler. In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die amerikanische Politik in Asien als hoffnungslos und naiv abgetan. Wenn wir heute die Kritik an der schwierigen Arbeit hören, die unsere Generation im Nahen Osten leistet, können wir das Echo derselben Argumente vernehmen, die vor Jahren über den Fernen Osten angeführt wurden.

Nach der Kapitulation Japans dachten viele, es sei naiv, den Japanern zu helfen, eine Demokratie aufzubauen. Damals wie heute argumentierten die Kritiker, dass manche Menschen einfach nicht bereit für die Freiheit seien.

Einige sagten, die japanische Kultur sei von Natur aus nicht mit Demokratie vereinbar. Joseph Grew, ehemaliger US-Botschafter in Japan, der unter Harry Truman Staatssekretär im US-Außenministerium war, sagte dem Präsidenten gerade heraus, und ich möchte ihn zitieren: “Demokratie in Japan würde niemals funktionieren.” Er stand mit dieser Einschätzung nicht alleine da. Viele Amerikaner waren derselben Meinung – ebenso wie viele Japaner: Demokratie würde einfach nicht funktionieren.

Andere Kritiker sagten, dass die Amerikaner den Japanern ihre Ideale aufzwängten. Der stellvertretende Ministerpräsident Japans erklärte beispielsweise, dass das Wahlrecht für japanische Frauen „den Fortschritt der japanischen Politik verzögern“ würde.

Es ist interessant, was General MacArthur in seinen Memoiren schrieb. Er schrieb: “Es gab viel Kritik an meiner Unterstützung dafür, Frauen das Wahlrecht zu verleihen. Viele Amerikaner und viele so genannte Experten erklärten, dass japanische Frauen zu tief in ihrer traditionellen Unterwürfigkeit ihren Männern gegenüber verwurzelt seien, um politisch unabhängig handeln zu können.“ Das war die Beobachtung von General MacArthur. Letztendlich wurde japanischen Frauen das Wahlrecht verliehen, und 39 Frauen zogen bei den ersten freien Wahlen in Japan in das Parlament ein. Heute ist eine Frau japanische Verteidigungsministerin, und vergangenen Monat wurde eine Rekordzahl von Frauen in die oberste Kammer des japanischen Parlaments gewählt.

Es gibt andere Kritiker, die argumentieren – man kann es kaum glauben – dass Demokratie in Japan nicht erfolgreich sein könne, weil die nationale Religion – Shinto – zu fanatisch und in der Instanz des Kaisers verwurzelt sei. Senator Richard Russell verurteilte die japanische Religion und sagte, wenn wir den Kaiser nicht vor Gericht brächten, seien „alle Schritte, die wir zur Schaffung einer Demokratie unternehmen, zum Scheitern verurteilt.” Der Vertreter des US-Außenministeriums in Tokio drückte es schonungslos aus: „Das Kaisersystem muss verschwinden, wenn Japan jemals wirklich demokratisch sein soll.”

Jene, die sagten, Shinto sei nicht mit Demokratie vereinbar, lagen falsch. Glücklicherweise erkannten das die amerikanischen und japanischen Politiker damals. Anstatt Shinto zu unterdrücken, arbeiteten die amerikanischen Behörden mit den Japanern zusammen, um Religionsfreiheit für alle Glaubensrichtungen zu institutionalisieren. Statt den Thron des Kaisers abzuschaffen, arbeiteten Amerikaner und Japaner zusammen, um innerhalb des demokratischen politischen Systems einen Platz für den Kaiser zu finden.

Das Ergebnis all dieser Schritte war, dass jeder japanische Bürger Religionsfreiheit gewann, dass der Kaiser seinen Thron behielt, und dass die japanische Demokratie gestärkt wurde, weil sie sich einem geschätzten Bestandteil der japanischen Kultur nicht verschloss. Heute bewahrt Japan seine Religionen und kulturellen Traditionen, allen Kritikern, Zweiflern und Skeptikern zum Trotz, und zählt zu einer der großen freien Gesellschaften der Welt.

Wissen Sie, die Experten liegen manchmal falsch. Ein Historiker beschrieb einmal eine interessante Beobachtung. Er sagte: „Hätten die ehemaligen Experten“ – und er sprach über die Menschen, die die Bestrebungen kritisierten, Japan zu den Verheißungen einer freien Gesellschaft zu verhelfen – “hätten diese ehemaligen Experten sich durchgesetzt, wäre das ursprüngliche Konzept einer demokratischen Revolution sehr früh lächerlich gemacht und dadurch erstickt worden.”

Ich denke, es ist wichtig, sich anzusehen, was geschah. Ein demokratisches Japan hat seinen Bürgern Frieden und Wohlstand gebracht. Sein Außenhandel und seine Investitionen haben dazu beigetragen, andere Volkswirtschaften in der Region anzukurbeln. Das Bündnis zwischen unseren beiden Nationen ist der Dreh- und Angelpunkt für Freiheit und Stabilität im pazifischen Raum. Ich möchte, dass Sie bei dem nun folgenden letzten Punkt genau zuhören: Japan hat sich von Amerikas Feind im ideologischen Kampf des 20. Jahrhunderts zu einem der stärksten Verbündeten im ideologischen Kampf des 21. Jahrhunderts gewandelt.

Es haben sich auch Kritiker zu Wort gemeldet, als die Vereinigten Staaten eingriffen, um Südkorea vor einer kommunistischen Besatzung zu retten. Damals wie heute argumentierten die Kritiker, der Krieg sei vergeblich, wir hätten niemals unsere Truppen dorthin schicken sollen, oder sie sagten, die amerikanische Intervention führe in unserem Land zu Spaltungen.

Nachdem Nordkorea 1950 den 38. Breitengrad überschritten hatte, verteidigte Präsident Harry Truman den Süden – und wurde von allen Seiten angegriffen. Von der linken Seite des politischen Spektrums aus schrieb I. F. Stone ein Buch, in dem er behauptete, die Südkoreaner seien die eigentlichen Aggressoren, und wir seien unter falschen Vorwänden in den Krieg eingetreten. Auf der rechten Seite schwankten die Republikaner. Zu Anfang begrüßte der Vorsitzende der Republikanischen Partei im Senat Trumans Entscheidung und sagte: „Ich begrüße die Zeichen für eine eindeutigere Politik.“ Er fuhr fort: „Ich hoffe sehr, dass der Präsident, nun, da er sich für sie entschieden hat, sie auch konsequent weiterführt.” Später sagte er: „Es war von Anfang an ein Fehler, nach Korea zu gehen, weil das einen Bodenkrieg bedeutete.“

Während des gesamten Krieges hatten die Republikaner keine klare Position. Sie konnten sich nicht entscheiden, ob sie wollten, dass sich die Vereinigten Staaten aus dem Krieg in Korea zurückziehen, oder den Krieg auf das chinesische Festland ausweiten. Andere beschwerten sich, dass unsere Truppen nicht die benötigte Unterstützung von der Regierung bekamen. Ein republikanischer Senator sagte, bei den Anstrengungen handele es sich nur um „große Töne”. Er wies Forderungen zurück, in Kriegszeiten geschlossen zu handeln, und sagte: „Wir werden es nicht erlauben, dass der Deckmantel der nationalen Einheit über schreckliche Pannen geworfen wird.“

Viele in der Presse waren seiner Meinung. Ein Kolumnist der Washington Post schrieb: “Tatsache ist, dass die Führung des Koreakriegs von großen wie kleinen Fehlern gleichermaßen durchzogen ist.” Einer seiner Kollegen schrieb: “Korea ist eine offene Wunde. Sie blutet und es ist keine Heilung in Sicht.” Er sagte, die amerikanischen Bürger können nicht verstehen, “warum 95 Prozent der Kämpfe von Amerikanern geführt werden”.

Viele dieser Kritikpunkte wurden als Gründe dafür angeboten, unser Engagement in Korea zu beenden. Und obwohl es stimmt, dass der Koreakrieg uns wahrlich vor einige Herausforderungen gestellt hat, haben die Vereinigten Staaten nie ihr Wort gebrochen.

Heute sehen wir das Ergebnis der Opfer der Menschen in diesem Raum, wenn wir uns das stark veränderte Leben auf der koreanischen Halbinsel ansehen. Ohne amerikanische Einmischung während des Krieges und unserer Bereitschaft, den Südkoreanern nach dem Krieg weiter zur Seite zu stehen, würden Millionen von Südkoreanern heute unter einem brutalen und unterdrückerischen Regime leben. Die sowjetischen und chinesischen Kommunisten hätten gelernt, dass sich Aggression auszahlt. Die Welt stünde einer gefährlicheren Situation gegenüber. Die Welt wäre weniger friedlich.

Stattdessen ist Südkorea ein starker demokratischer Verbündeter der Vereinigten Staaten von Amerika geworden. Südkoreanische Truppen dienen in Afghanistan und im Irak an der Seite der amerikanischen Soldaten. Die Vereinigten Staaten können sich auf die freien Bürger Südkoreas als treue Partner im ideologischen Kampf verlassen, mit dem wir Anfang des 21. Jahrhunderts konfrontiert sind.

Jenen von Ihnen, die in Korea gedient haben, danke ich für Ihr Opfer und Ihren Dienst.

Und schließlich möchte ich noch über Vietnam sprechen. Das ist ein komplexes und für viele Amerikaner schmerzhaftes Thema. Die Tragödie Vietnams ist zu groß, um in einer Rede dargestellt zu werden. Daher werde ich mich auf einen Punkt beschränken, der heute von besonderer Bedeutung ist. Damals wie heute gab es Menschen, die behaupteten, dass das eigentliche Problem die Anwesenheit der Vereinigten Staaten in dem Land sei und dass, wenn sie sich einfach zurückzögen, das Töten aufhören würde.

Diese Behauptung, dass die amerikanische Präsenz in Indochina gefährlich sei, hat eine lange Vorgeschichte. 1955, lange bevor die Vereinigten Staaten in den Krieg eintraten, schrieb Graham Greene einen Roman mit dem Titel “Der stille Amerikaner”. Er spielte in Saigon, und die Hauptperson war ein junger Agent namens Alden Pyle. Er war ein Symbol für amerikanischen Zielstrebigkeit und amerikanischen Patriotismus – und für gefährliche Naivität. Eine andere Figur beschreibt Alden folgendermaßen: “Ich habe nie einen Mann gekannt, der bessere Beweggründe für all die von ihm verursachten Unruhen hatte.”

Nachdem die Vereinigten Staaten in den Vietnamkrieg eingetreten waren, wurde Graham Greenes Argumentation zunehmend unterstützt. Tatsächlich behaupteten Viele, dass ein Abzug unserer Truppen keine Konsequenzen für die Vietnamesen haben würde.

1972 äußerte sich ein Senator, der gegen den Krieg war, auf folgende Weise: “Was macht das für einen Unterschied, ob nomadische Stämme oder ungebildete Bauern in Subsistenzwirtschaft in Vietnam, Kambodscha oder Laos eine Militärdiktatur, einen königlichen Prinzen oder einen sozialistischen Kommissar in einer entfernten Hauptstadt haben, den sie nie zuvor gesehen und von denen sie möglicherweise noch nichts gehört haben?” Ein Kolumnist der New York Times schrieb 1975, als Kambodscha und Vietnam an die Kommunisten fielen, in ähnlicher Weise: “Man kann sich nur schwer vorstellen”, sagte er, “dass sich ihr Leben nicht verbessern würde, wenn die Amerikaner weg wären”. Eine damalige Schlagzeile aus Phnom Penh zu dieser Geschichte fasste die Behauptung folgendermaßen zusammen: “”Indochina ohne Amerikaner: Für die meisten ein besseres Leben.”

Die Welt sollte noch erfahren, wie kostspielig diese Fehlinterpretationen sein würden. In Kambodscha begannen die Roten Khmer eine tödliche Herrschaft, in der Hunderttausende von Kambodschanern an Hunger und Folter starben und ermordet wurden. In Vietnam wurden ehemalige Verbündete der Vereinigten Staaten und Regierungsmitarbeiter sowie Intellektuelle und Geschäftsleute in Gefangenenlager geschickt, wo Zehntausende verschwanden. Weitere Hunderttausende flohen auf seeuntüchtigen Booten aus dem Land. Viele von ihnen fanden ihr Grab im Südchinesischen Meer.

Drei Jahrzehnte später findet eine berechtigte Debatte darüber statt, wie wir in den Vietnamkrieg hineingerieten und wie wir dort wieder herauskamen. Meines Erachtens steht es außer Frage, dass die Vietnamveteranen großes Lob der Vereinigten Staaten von Amerika verdienen. Wie die eigene Haltung in dieser Debatte auch sein mag, ein unverkennbares Vermächtnis des Vietnamkrieges ist, dass der Preis des amerikanischen Abzugs mit dem Leben von Millionen unschuldiger Bürger bezahlt wurde, deren Qualen zu neuen Worten führten wie “boat people” (“Bootsflüchtlinge”), “re-education camps” (“Umerziehungslager”) und “killing fields”.

Unser Abzug aus Vietnam hatte noch einen Preis. Diesen können wir in den Worten des Feindes erkennen, dem wir im heutigen Kampf gegenüberstehen – dem, der in unser Land kam und am 11. September 2001 Tausende von Bürgern tötete. Nach dem 11. September erklärte Osama bin Laden in einem Interview mit einer pakistanischen Zeitung, dass “die Amerikaner sich gegen den Krieg ihrer Regierung in Vietnam erhoben hätten und dass sie heute dasselbe tun müssten.”

Sein Stellvertreter Zawahiri hat sich auch auf Vietnam bezogen. In einem Brief an den Al-Kaida-Anführer im Irak, wies Zawahiri auf “die Zeit nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Macht in Vietnam” hin “und wie sie flüchteten und ihre Agenten zurückließen”.

Zawahiri ging später erneut auf das Thema ein und erklärte, dass die Amerikaner “besser als andere wüssten, dass es keine Hoffnung auf einen Sieg gäbe. Die Schreckensvorstellung Vietnams verhindert jeden Ausweg.” In unserem Land behaupten einige, dass unser Abzug aus Vietnam der amerikanischen Glaubwürdigkeit nicht geschadet hätte – aber die Terroristen sehen das anders.

Wir müssen an die Worte des Feindes denken. Wir müssen ihm zuhören. Bin Laden hat erklärt, dass “der Krieg [im Irak] von euch oder uns gewonnen wird. Wenn wir gewinnen, bedeutet das eure ewige Schande und Niederlage.” Der Irak ist eine von mehreren Fronten im Krieg gegen den Terror, aber er ist die wichtigste Front, er ist die Hauptfront für den Feind, der uns angegriffen hat und uns wieder angreifen will. Der Irak ist die wichtigste Front für die Vereinigten Staaten und ein Abzug vor Beendigung der Aufgabe wäre verheerend.

Wenn wir die Iraker alleine ließen, würde das die Terroristen ermutigen, und sie würden ihren Sieg nutzen, um neue Anhänger zu gewinnen. Wie wir am 11. September gesehen haben, kann ein sicherer Zufluchtsort für Terroristen am anderen Ende der Welt Tod und Zerstörung in die Straßen unserer eigenen Städte bringen. Im Gegensatz zu Vietnam wird der Feind uns bis nach Hause folgen, wenn wir uns zu früh zurückziehen. Das ist der Grund, warum wir ihn im Interesse der Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika im Ausland schlagen müssen, damit wir uns ihm nicht in unserem eigenen Land entgegenstellen müssen.

Vor kurzem schrieben zwei Männer, die gegensätzliche Meinungen zum Vietnamkrieg hatten, gemeinsam einen Artikel. Einer war Angehöriger des außenpolitischen Teams von Präsident Nixon, und der andere war ein erbitterter Kritiker der Politik der Regierung Nixon. Gemeinsam schrieben sie, dass die Konsequenzen einer amerikanischen Niederlage im Irak verheerend wären.

Sie sagten: “Eine Niederlage würde zu einer Welle der Euphorie unter den Kräften des islamistischen Extremismus führen, die den gesamten Nahen Osten in noch größere Unruhen stürzen würde. Die wahrscheinlichen Opfer und strategischen Kosten, die das verursachen könnte, sind eine entsetzliche Vorstellung. Das ist vielleicht der Grund, warum so Viele in der gegenwärtige Debatten versuchen, diese Konsequenzen zu ignorieren.” Ich glaube, dass diese Männer Recht haben.

Im Irak sind unsere moralischen Verpflichtungen und strategischen Interessen identisch. Daher verfolgen wir die Extremisten, wo immer wir sie finden, und wir stehen in dieser schweren Stunde an der Seite der Iraker, denn die Schatten des Terrors werden niemals aus unserer Welt verschwinden, und die Amerikaner werden niemals sicher sein, solange die Menschen im Nahen Osten nicht die Freiheit erleben, die unser Schöpfer für uns alle vorgesehen hat.

Ich gebe zu, dass man anhand der Geschichte nicht mit absoluter Sicherheit die Zukunft vorhersagen kann. Das ist mir klar. Aber die Geschichte erinnert uns daran, dass es Lehren gibt, die in unserer Zeit angewendet werden können. Wir können auch etwas aus der Geschichte lernen. In Asien haben wir erlebt, wie die Freiheit über gewalttätige Ideologien siegte, nachdem Zehntausende von Amerikanern ihr Leben opferten – und dass durch die Freiheit die kommenden Generationen in Frieden leben konnten.

Die amerikanischen Militärfriedhöfe in ganz Europa sind Zeugnis der schrecklichen Verluste an Menschenleben im Kampf gegen den Nationalsozialismus. Sie sind darüber hinaus auch Beweis für den Triumph eines Kontinents, der heute ungeteilt, frei und friedlich ist. Die Ausbreitung der Freiheit in diesen Gebieten sollte uns zuversichtlich stimmen, dass die schwere Arbeit, die wir im Nahen Osten vollbringen, die gleichen Ergebnisse hervorbringen kann wie die, die wir in Asien und in anderen Ländern gesehen haben, vorausgesetzt, wir zeigen die gleiche Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit.

In einer Welt, in der die Terroristen bereit sind, ihren verqueren Überzeugungen krankhafte Taten der Barbarei folgen zu lassen, müssen wir in die zeitlosen Wahrheiten über die menschliche Natur vertrauen, die uns frei gemacht haben.

Im gesamten Nahen Osten sind Millionen von ganz normalen Bürgern kriegsmüde, sie sind die Diktatur, Korruption und Hoffnungslosigkeit leid. Sie wollen in Gesellschaften leben, in denen sie mit Würde und Achtung behandelt werden und in denen ihre Kinder die Hoffnung auf ein besseres Leben haben. Sie wollen Gesellschaften, in denen ihre Glaubensrichtungen geachtet werden und sie sie in Ruhe ausüben können.

Das ist der Grund, warum Millionen Iraker und Afghanen zur Wahl gingen. Das ist der Grund, warum ihre jeweilige politische Führung trotz des Risikos von Attentaten mutig nach vorne trat. Das ist der Grund, warum Zehntausende den Sicherheitskräften ihrer Länder beitreten. Diese Frauen und Männer nehmen ein großes Risiko auf sich, um einen freien und friedlichen Nahen Osten aufzubauen, und zum Wohle unserer eigenen Sicherheit dürfen wir sie nicht im Stich lassen.

Es gibt eine Gruppe von Menschen, die weiß, was auf dem Spiel steht, so wie jeder Experte, jeder in den Vereinigten Staaten – das sind die Frauen und Männer in Uniform. Während der fast sechs Jahre Krieg haben sie eine hervorragende Leistung gezeigt. Tag für Tag, Stunde für Stunde halten sie den Druck auf den Feind aufrecht, der unseren Bürgern schaden will. Sie haben zwei der weltweit brutalsten Tyranneien gestürzt und mehr als 50 Millionen Bürger befreit.

Im Irak bringen unsere Soldaten den Kampf zu den Extremisten, Radikalen und Mördern im ganzen Land. Seit Januar dieses Jahres haben unsere Soldaten in jedem Monat im Durchschnitt mehr als 1.500 Al-Kaida-Terroristen und andere Extremisten getötet oder gefangen genommen. Wir befinden uns im Kampf. Heute werden unsere Truppen verstärkt, was dazu beiträgt, ehemalige sunnitische Aufständische in den Kampf gegen Extremisten und Radikale, gegen die Al Kaida, gegen den Feind, der uns schaden will, einzubinden. Sie entfernen die Terroristen aus dicht bevölkerten Zentren und vermitteln Familien in befreiten irakischen Städten einen Eindruck von einem Leben in Würde und Hoffnung.

Unsere Soldaten erleben diese Fortschritte, die vor Ort erzielt werden. Während sie dem Feind die Initiative entreißen, stellen sie sich eine Frage: Werden ihre gewählten Politiker in Washington ihnen den Teppich genau in dem Moment unter den Füßen wegziehen, in dem sie Fortschritte machen und sich die Dynamik der Entwicklungen im Irak verändert? Hier ist meine klare Antwort darauf: Wir werden unsere Soldaten unterstützen, wir werden unsere Befehlshaber unterstützen, und wir werden ihnen alles zur Verfügung stellen, was sie zum Erfolg benötigen.

Trotz der Fehler, die gemacht wurden, trotz der Probleme, auf die wir trafen, ist es äußerst wichtig, dass wir den Irakern beim Aufbau ihrer Demokratie helfen, um die amerikanische Bevölkerung vor den Terroristen, die uns angreifen wollen, zu schützen. Es ist von entscheidender Bedeutung, die Grundlagen für Frieden zu legen, was schon die Veteranen vor ihnen getan haben.

Ein freier Irak wird nicht perfekt sein. Ein freier Irak wird Entscheidungen nicht so schnell treffen wie noch in der Diktatur. Viele Menschen sind angesichts der Geschwindigkeit der Fortschritte in Bagdad frustriert, und ich kann das verstehen. Wie ich bereits gestern sagte, verteilt die irakische Regierung Gelder aus den Öleinnahmen an die Provinzen, obwohl sie noch nicht einmal ein Gesetz über die Öleinnahmen vorgelegt hat, weshalb das Parlament 60 Einzelgesetze verabschiedet hat.

Ministerpräsident Maliki ist ein guter Mann, ein guter Mann mit einer schweren Aufgabe, und ich unterstütze ihn. Es ist nicht Aufgabe der Politiker in Washington zu sagen, ob er in seinem Amt bleiben wird oder nicht – das ist die Sache der irakischen Bevölkerung, die jetzt in einer Demokratie lebt und nicht mehr in einer Diktatur. Ein freier Irak wird den Nahen Osten nicht über Nacht verändern. Aber ein freier Irak wird eine erhebliche Niederlage für die Al Kaida darstellen. Er wird ein Beispiel sein, dass Millionen von Menschen im Nahen Osten Hoffnung gibt. Er wird ein Freund der Vereinigten Staaten und ein wichtiger Verbündeter im ideologischen Kampf des 21. Jahrhunderts sein.

Der Sieg in diesem Kampf ist für die Zukunft unserer Nation von entscheidender Bedeutung. Die Frage, die sich uns nun stellt, lautet: Wird die heutige Generation der Amerikaner der Verlockung eines Rückzugs widerstehen können, und werden wir im Nahen Osten das tun, was die Veteranen in diesem Raum in Asien erreicht haben?

Dieser Weg wird nicht einfach sein. Veteranen können das gut nachvollziehen. Am Beginn des Krieges im Pazifik gab es diejenigen, die behaupteten, dass Freiheit überholt sei und dass die Zukunft den starken Männern in Tokio gehörte. Eineinhalb Jahre vor dem Angriff auf Pearl Harbor deutete der japanische Außenminister bereits in einer New Yorker Zeitung an, was noch kommen würde. Er sagte: “In dem Kampf zwischen Demokratie und Totalitarismus wird letzteres zweifellos siegen und die Welt kontrollieren. Die Ära der Demokratie ist vorbei, das demokratische System ist bankrott.”

Tatsächlich wurden die Kriegsmaschinen des kaiserlichen Japans von guten Menschen aufgehalten, die nur Monate zuvor Studenten, Landwirte, Bankangestellte und Fabrikarbeiter waren. Einige von ihnen sind heute hier im Saal. Andere wurden von ihren Vätern, Großvätern, Onkeln und Cousins inspiriert.

Diese Generation Amerikaner erteilte den Tyrannen eine eindrucksvolle Lektion: Nichts ist stärker als die Kraft der Freiheit, und kein Soldat ist so stark wie ein Soldat, der für die freie Zukunft seiner Kinder kämpft. Und schließlich halfen die siegreichen Kinder der Demokratie nach der Arbeit auf dem Schlachtfeld ihren besiegten Feinden beim Wiederaufbau und brachten Millionen Menschen das Gefühl der Freiheit.

Wir können das gleiche für den Nahen Osten erreichen. Heute sind sich die gewalttätigen islamischen Extremisten, die im Irak kämpfen, ihrer Sache genauso sicher wie die Nationalsozialisten, das kaiserliche Japan oder die Kommunisten in der Sowjetunion. Sie werden das gleiche Schicksal erleiden.

Die größte Waffe, die der Demokratie zur Verfügung steht, ist der Wunsch nach Freiheit, die unser Schöpfer in das menschliche Herz gepflanzt hat. Solange wir unseren Idealen treu bleiben, werden wir die Extremisten im Irak und Afghanistan besiegen. Wir werden den Menschen in diesen Ländern helfen, im Herzen des Nahen und Mittleren Ostens funktionierende Demokratien aufzubauen. Wenn diese schwere Aufgabe geschafft ist, und die heutigen Kritiker in der Erinnerung verblassen, wird die Sache der Freiheit gestärkt sein, einer wichtigen Region wird es besser gehen und die amerikanische Bevölkerung wird sicherer sein.

Vielen Dank. Gott segne Sie.

Originaltext: President Bush Attends Veterans of Foreign Wars National Convention, Discusses War on Terror

Hollywood wird grün

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir den Artikel “Hollywood wird grün” von Robin L. Yeager aus dem elektronischen Journal “Das Filmgeschäft heute”, herausgegeben vom Büro für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium im Juni 2007.

Die Filmindustrie – von Einzelpersonen bis hin zu den großen Filmstudios – handelt immer umweltfreundlicher. Robin L. Yeager ist als Autorin beim Büro für internationale Informationsprogramme des US-Außenministeriums und als Redakteurin für “Society& Values” beschäftigt.

Filme zu machen, kann ein schmutziges Geschäft sein, insbesondere aus umweltpolitischer Sicht. “Licht, Kamera, Action” bedeutet meistens, dass Gebäude und Szenen vorübergehend aufgebaut werden, dass hunderte von Kopien von Drehbüchern gedruckt werden müssen, dass Essen für alle Beteiligten bereitgestellt und Räume entweder geheizt oder gekühlt werden müssen, und für Actionszenen sind oft Explosionen oder Pyrotechnik erforderlich. Für Licht wird Strom benötigt, und jeder und alles muss gefahren, geflogen oder auf andere Art und Weise von einem Ort an den anderen gebracht werden. Sogar die digitale Technologie bringt durch die Herstellung, die Anwendung und die Entsorgung spezieller Ausrüstung umweltpolitische Herausforderungen mit sich.

Als einer der größten Wirtschaftszweige in Südkalifornien trägt das Filmgeschäft von jeher zur Umweltverschmutzung in der Region bei. Aber in Hollywood engagiert man sich sehr für eine veränderte Handhabung des Filmgeschäfts. Zu den an Umweltschutz Interessierten zählen führende Persönlichkeiten in den großen Filmstudios und deren Mitarbeiter, aber auch einzelne Schauspieler, Künstler und Geschäftsleute.

Das Filmgeschäft: Zu den Studiodirektoren, die umweltfreundliche Programme in ihren Unternehmen umsetzen, zählen Alan Horn, Präsident und Geschäftsführer von Warner Bros., und Ron Meyer, Präsident und Geschäftsführer von Universal. Universal setzt sich für eine Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen um drei Prozent ein und hat hierzu verschiedene Maßnahmen ergriffen, beispielsweise wurden Dieselbahnen im studioeigenen Themenpark durch umweltfreundlichere Fahrzeuge ersetzt. Für Warner Bros. ist der Umweltschutz seit mehr als 14 Jahren ein wichtiges Thema, und ein leitender Angestellter des Unternehmens ist für umweltpolitische Belange ist zuständig. Die Umweltprojekte des Unternehmens begannen mit Abfallreduzierung und Recycling und wurden mittlerweile auf ein umfassendes Programm ausgedehnt, dass auf der Website www.wbenvironmental.com einzusehen ist. Wählen Sie “Eco-Tour” aus dem Menü aus, um die Geschichte von Warner Bros. von Shelley Billik, Vizepräsidentin für Umweltinitiativen, zu hören. Billik nimmt den Zuschauer auf eine Tour mit, die viele Aspekte des Filmgeschäfts behandelt, weist auf die Maßnahmen des Studios hin und argumentiert, dass Umweltprogramme nicht nur gut für die Erde sind, sondern auch gut fürs Geschäft sein können.

Filme: Auch der Kinofilm Syriana, für den George Clooney den Oscar als bester Nebendarsteller erhielt, hatte ein umweltpolitisches Thema. Der mit dem Oscar ausgezeichnete Dokumentarfilm “Eine unbequeme Wahrheit” machte den Bericht des ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore über die Erderwärmung einem internationalen Publikum zugänglich. Beide Filme waren eine Herausforderung für die Filmmacher, ein gesamtes Projekt “kohlenstoffneutral” zu produzieren. Kohlenstoffneutral bedeutet, dass die Treibhausgase, die durch die bei der Produktion eines Filmes verbrauchte Energie entstehen, durch das Pflanzen von Bäumen oder Investitionen in Solarenergie oder andere erneuerbare Energien in der Höhe ausgeglichen werden, in der Energie für das Projekt verbraucht wurde.

Einzelpersonen: Schauspieler und Filmemacher berücksichtigen umweltpolitisch Belange, wenn sie sich für Rollen und Projekte entscheiden, sie nutzen ihren Status, um die Aufmerksamkeit auf bestimmte Themen zu lenken und sie unterstützen den Umweltschutz finanziell. Zur Liste der umweltpolitisch aktiven Schauspieler zählt Robert Redford, der mehrfach für seine Bestrebungen ausgezeichnet wurde und dessen Kabelfernsehsender Sundance Channel vor kurzem begann, die Sendereihe The Green auszustrahlen, ein wöchentlicher, umweltpolitischen Themen gewidmeter Programmblock; Leonardo DiCaprio, dessen abendfüllendes Dokumentarprojekt über den globalen Zustand der Umwelt, The 11th Hour, im Jahr 2007 herauskommt und der an einer Reality Show mit grüner Thematik sowie an Kurzfilmen über umweltpolitische Themen arbeitet [www.leonardodicaprio.org]; sowie der Schriftsteller und Regisseur Paul Haggis, der seine beruflichen Bestrebungen mit seinem persönlichen Engagement für die Umwelt in Einklang bringt, indem er beispielsweise in einem solarbetriebenen Haus lebt und ein Hybridauto fährt. Andere für ihren Einsatz bekannte Schauspieler sind Laurie und Larry David, Rob Reiner, Tom Hanks, Harrison Ford, Norman Lear, Cameron Diaz, Darryl Hannah und viele andere.

Es war daher nur angemessen, dass die Academy of Motion Picture Arts and Sciences während der Oscarverleihung im Februar 2007 ankündigte, die Zeremonie selbst sei eine grüne Produktion und das Publikum bezüglich weiterer Informationen und Links zum Natural Resources Defense Council auf die Website www.oscar.com verwies.

Der Staat und die Filme

Anders als viele andere Länder, wo der Staat Kulturprogramme und damit auch Filme verwaltet, haben die Vereinigten Staaten keine Behörde oder Ministerium zur Regulierung der Filmindustrie. Es gibt jedoch trotzdem einige Schnittstellen zwischen Staat und Filmindustrie.

Filmproduktion

In den Vereinigten Staaten gehen Filme im Allgemeinen aus zwei Quellen hervor: aus großen Studios, die jedes Jahr viele Filme und Fernsehprogramme produzieren, und von unabhängigen Filmemachern, darunter sowohl Studenten als auch erfahrene Filmemacher. Manchmal – durch Zuwendungen von Universitäten oder Kunst- oder geisteswissenschaftlichen Ausschüssen – erhalten unabhängige Filmemacher dennoch indirekt Unterstützung aus kommunalen, bundesstaatlichen oder nationalen Mitteln, aber meist stammt die Finanzierung von privaten Investoren oder philanthropischen Organisationen, die sich der Förderung der Künste oder einer Sache verschrieben haben, die der Film thematisiert.

Es gibt zwar kein Filmministerium, aber es gibt viele staatliche Behörden, die mit der Filmindustrie zusammenarbeiten. Auf Ebene der Einzelstaaten und Kommunen fördern die staatlichen Filmbehörden Drehorte in der Region, denn wenn ein Standort für einen Film genutzt wird, bringt das Beschäftigung und wirtschaftliche Vorteile mit sich, macht die Gegend für Touristen bekannt oder rückt die Region in ein vorteilhaftes Licht. Diese Behörden sind den Filmemachern auch bei der Zusammenarbeit mit der Polizei und anderen behilflich, falls der Dreh sich auf den Verkehr auswirkt, öffentliche Gebäude genutzt werden oder anderweitig Unterstützung benötigt wird.

Regierungsbehörden, insbesondere auch das Militär, haben ebenfalls Büros, die Filmemacher dabei unterstützen, die Nutzung von Gebäuden, Ausrüstung und sogar Personal zu koordinieren. Es wäre für einen Filmemacher beispielsweise schwierig, einen Flugzeugträger nachzubauen oder Statisten für den Hintergrund eines Films anzuwerben, die wie echte Soldaten, Matrosen, Flieger oder Marineinfanteristen aussehen (deren Frisur, körperliche Fitness und Statur sich oft von der ziviler Schauspieler unterscheidet). Das Militär ist bereit, Einrichtungen für genehmigte Projekte zur Verfügung zu stellen, solange es im Rahmen des Möglichen bleibt, und jede Truppengattung hat ein Büro, das für diese Anfragen zuständig ist. Andere Zweige der Regierung beantworten Anfragen zur Nutzung öffentlicher Räume und Gebäude, wie beispielsweise Denkmäler oder Parks.

Vor vielen Jahren produzierte die amerikanische Regierung tatsächlich einige Kinofilme und arbeitete bei Filmen zur Stärkung der Moral der Amerikaner in Kriegszeiten eng mit Hollywood zusammen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Programme allerdings aus haushaltspolitischen Erwägungen sowie wegen grundsätzlicher Bedenken gestrichen. Eine Ausnahme bildet die Arbeit von Regierungsbehörden, die per definitionem mit ausländischen Zuschauern im In- und Ausland zu tun haben. Der Informationsdienst der Vereinigten Staaten (United States Information Agency) hat beispielsweise jahrelang als Ergänzung zu seinen anderen Bildungsprogrammen Filme für das Publikum im Ausland produziert. Einer dieser Filme, John. F. Kennedy: Years of Lighting, Day of Drums, eine posthume Würdigung des ermordeten Präsidenten, wurde 1965 sogar mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. Diese Behörde, die jetzt Teil des US-Außenministeriums ist, produziert jetzt keine eigenen Filme mehr.

Zensur

Es gab Zeiten, insbesondere während des Zweiten Weltkriegs, in denen die nationale Sicherheit eine Rolle spielte und bestimmte Informationen daher nicht verbreitet werden durften, aber die Regierung übt normalerweise keine Zensur aus. Bemühungen, das Recht auf freie Meinungsäußerung mit Fragen des Wohlergehens der Bevölkerung und des guten Geschmacks in Einklang zu bringen, haben zu freiwilligen, von der Filmindustrie eingeführten Standards geführt, anhand derer ein Bewertungssystem entstand (G – general audiences – für die Freigabe für alle Altersgruppen, R – restricted – für eine beschränkte Freigabe sowie weitere Kategorien). Diese Einstufungen werden von der Filmindustrie – nicht von staatlichen Zensoren – vergeben, so dass die Zuschauer, Eltern und Kinobetreiber besser in der Lage sind, sexuelle und brutale Inhalte sowie das Spracheniveau eines Film einzuschätzen.

Filmvertrieb

Mit wenigen Ausnahmen werden heute die in den Vereinigten Staaten produzierten Filme über kommerzielle, vom Markt kontrollierte Wege im In- und Ausland vertrieben. Wenn ein Film kein Publikumsmagnet ist, wird seine Laufzeit im Kino verkürzt und stattdessen ein anderer Film gezeigt, der dann hoffentlich besser läuft. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es teilweise staatliche Förderung, damit Filme, die amerikanische Ideale hervorhoben, im Ausland gezeigt werden konnten. Diese Bestrebungen sind heute im Großen und Ganzen auf ein kleines Referat im US-Außenministerium beschränkt, das beispielsweise US-Botschaften hilft, an kommerzielle Filme heranzukommen, die sie dann dem Publikum im Gastland zeigen, meist in Zusammenarbeit mit einem Sponsoren vor Ort, wie beispielsweise dem Kultusministerium oder einer Universität. Auf diese Weise unterstützt die amerikanische Regierung die Organisation von Filmfestivals oder andere lokale Programme.

Originaltext: Hollywood Goes Green
in: The Movie Business Today

Was ist an amerikanischen Filmen amerikanisch?

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel aus dem elektronischen Journal “Das Filmgeschäft heute” von Thomas Doherty des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium vom Juni 2007.

Die amerikanische Filmindustrie dominiert trotz ihrer Kritiker weiterhin den internationalen Filmmarkt. Der Autor erörtert, warum das so ist, und bezieht die Reaktionen auf einige vor kurzem gelaufene Kinofilme in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern in seine Überlegungen ein. Thomas Doherty ist Professor für Filmstudien an der Brandeis University in der Nähe von Boston (Massachusetts) und Verfasser einiger Bücher, darunter „Projections of War: Hollywood, American Culture, and World War II” (1999) sowie “Teenagers and Teenpics: The Juvenilization of American Movies in the 1950s” (2002).

„Die Amerikaner haben unser Unterbewusstsein kolonialisiert“, sagt einer der Hauptdarsteller in Wim Wenders Film „Der Lauf der Zeit“ (1976), und er sagt es bewundernd aber auch anklagend. Das kann nur in einem Road Movie eines deutschen Regisseurs funktionieren, der bei der ersten sich ihm bietenden Gelegenheit einen Film im Monument Valley (Utah) drehte, wo schon häufig Filme des berühmten Hollywood-Regisseurs John Ford spielten.

Wenders zwiespältige Haltung dem Mutterland der Filme gegenüber verleiht einem einigermaßen verbreiteten Gefühl unter den “Kolonialisierten” Ausdruck, das oftmals auch von den Bürgern des Gastlands geteilt wird. Hollywoods Gabe, den Stoff darzustellen, aus dem amerikanische Träume gemacht sind, kann vielleicht nicht geleugnet werden, aber viele nicht-amerikanische Kinobesucher ärgern sich zwangsläufig über diese Vereinnahmung ihrer Köpfe. Kein Wunder, dass Filmliebhaber jedes Jahr beim Filmfestival von Cannes scherzen, dass der aussichtsreichste Favorit für die Goldene Palme immer ein antiamerikanischer Film ist… aus Amerika. Michael Moores „Fahrenheit 9/11“ (2004) passte da perfekt ins Bild.

Trotz des Ansturms von DVD-Piraten und YouTube-Produzenten scheint die Filmstadt für die Massenproduktion und Breitbild-Vermarktung amerikanischer Werte im 20. Jahrhundert bereit, den Markt auch weit in das 21. Jahrhundert hinein zu beherrschen. Detroit (Michigan), Heimatstadt der US-Automobilindustrie, hat sich zwar Wettstreitern wie Toyota City (Japan) und Sindelfingen (Deutschland) beugen müssen, aber Hollywood bewahrt sich die Vorherrschaft seiner Marke in der Unterhaltungsindustrie. Die Überlegenheit der amerikanischen Marke geht zum Teil auf die immanente Anziehungskraft eines Qualität versprechenden Gesamtpakets gefüllt mit funkelnden Schätzen zurück: Individualismus, Freizügigkeit, Aufstiegschancen, das Streben nach Glück (sowohl erotisch als auch finanziell) und Helden, die mit gewaltsamen Mitteln moralische Reformen erreichen. Aber die Abkömmlinge der Filmverleihe 20th Century Fox, Warner Brothers und MGM waren auch erfolgreich, weil sie etwas taten, was die Automobilhersteller nicht gemacht haben: Sie stellten sich auf neue Kräfte des Marktes ein und entschieden sich für den Wettbewerb. Heute werden die Produkte Hollywoods nicht nur an ausländische Anforderungen angepasst, sondern auch von importierten Ingenieuren montiert.

Internationaler Einfluss

Laut dem Entertainment-Nachrichtendienst Variety stammen mehr als 50 Prozent der Einnahmen Hollywoods an den Kinokassen von Kinos außerhalb der Vereinigten Staaten. Oft übersteigen die Einnahmen im Ausland die Einkünfte im Inland – im Fall von internationalen Kassenschlagern wie „Casino Royale“ und „Der Da Vinci Code“ um bis zu 70 Prozent. Das bedeutet, dass die dummen Possen, die gehirnamputierten Plots und großen Explosionen, die nach Ansicht der ausländischen Kritiker die schlechtesten Exporte sind, auf das Streben Hollywoods nach weltweitem Anklang zurückgehen, nicht einer rein amerikanischen Fangemeinde. Ein einfacher, vorhersehbarer Handlungsstrang, umwerfende visuelle Effekte und einsilbige Grunzer, die wenig Untertitel erfordern, lassen sich besser an den Mann bringen als komplizierte kausale Zusammenhänge, mehrschichtige Charakterisierungen und schnell aufeinander folgende Witzeleien. Deshalb decken sich die Schlangen an den Kinokassen von Singapur bis Senegal mit dem Konsumverhalten amerikanischer Teenager.

Natürlich hat Hollywood als internationale Industrie, die ihre Waren auch außerhalb der Vereinigten Staaten verkaufen will, schon immer ein Auge auf das ausländische Publikum geworfen. Sogar in der Zeit der klassischen Studioaufnahmen, wo die an ein Filmstudio gebundene Filmproduktion zwangsweise zu 100 Prozent in den Vereinigten Staaten stattfand, waren die Filme nie zu 100 Prozent für den amerikanischen Markt bestimmt – oder, was vielleicht wichtiger ist, nur von Amerikanern gemacht. Damals wie heute gab es ein wechselndes Verhältnis im Verhältnis zwischen einheimischen Zutaten und exotischen Elementen, wobei sich die einheimischen und aus dem Ausland stammenden Einflüsse von Film zu Film änderten. Die sichtbarsten Zeichen der Mischung und Übereinstimmung waren die Namen auf dem Filmplakat, von Regisseuren wie auch von Schauspielern. Hollywoods einziges Vorurteil betraf ausländische Talente, die nicht gekauft werden konnten. In den Zwanziger- und Dreißigerjahren erlagen deutsche und britische Regisseure gern den Verheißungen der offenen Scheckbücher der amerikanischen Filmproduzenten Louis B. Mayer und David O. Selznick. In der jüngsten Vergangenheit haben sich mexikanische und taiwanesische Filmemacher als genauso empfänglich für die Anziehungskraft magischer Technologie und aufgeblähter Filmbudgets erwiesen. Kurz gesagt, das amerikanischste an amerikanischen Filmen ist wohl, wie schnell sie die nicht-amerikanischen Einflüsse aufnehmen.

Jedes Jahr belegt eine Analyse der Filmstarts der vergangenen Saison zweifelsfrei, dass Hollywood schon lange Ellis Island als symbolischen Einreisehafen für Talente aus dem Ausland, die einen Teil vom Kuchen abhaben wollen, abgelöst hat. Der Jahrgang 2006, ob er nun die Oscars wert war oder nicht, bietet jedoch eine besonders reichhaltige Auswahl von Erfolgsgeschichten von Einwanderern. Es ist ein Beleg für die integrative Kraft des Mediums als auch des damit verbundenen Geschäfts, dass die Filme, die am tiefsten in Amerika verwurzelt sind, nicht immer einen amerikanischen Namen über dem Titel tragen. Beispiele dafür:

Departed: Unter Feinden Martin Scorceses jüngste Studie der Rituale des amerikanischen Gangstertums ist eine wilde Mischung: Es handelt es sich um das Remake des Hong-Kong-Thrillers “Internal Affairs“ aus dem Jahr 2002 mit Hollywood-Stars, der unter irischen Einwandern in Boston spielt. Der Film weist die adrenalinhaltige Energie auf, die seit “Hexenkessel“ (1972) das Markenzeichen des Amerikaners italienischer Herkunft Scorsese ist. Die in Boston geborenen Schauspieler Matt Damon und Mark Wahlberg bringen ihre charakteristischen Dialekte an Originalschauplätzen vehement zum Einsatz (was eine nicht unterzubewertende Entscheidung für Glaubwürdigkeit ist, wenn man bedenkt, dass sonst ähnlich aussehende Städte in Kanada angemietet werden, um Szenen in amerikanischen Großstädten zu drehen). Der Film macht auf diese Weise das typisch Lokale national und (gemessen an dem großen Erfolg des Films im Ausland) international salonfähig. Der Film bekam sehr viel Beifall und gewann dieses Jahr zwei Oskars in den Kategorien “Bester Film” und “Beste Regie”.

Dreamgirls: Wir springen weiter zu einer anderen amerikanischen Stadt, Detroit, die für einen melodiöseren Zeitvertreib bekannt ist. Bill Condons Interpretation des Erfolgsstücks am Broadway ist die Art von aufgeblähtem, bombastischem Musical-Koloss für die große Leinwand, die nur die Studios in Hollywood hervorbringen können. Ein nur dünn verschleiertes Schlüsselmusical über den Erfolg und Niedergang von Motown Records und einer den Supremes ähnlichen Frauenband handelt von den Vor- und Nachteilen, als Band in den Top-Forty-Radiocharts vertreten zu sein, während sich jenseits der Bühne die amerikanische Bürgerrechtsbewegung abspielt. Für die Amerikaner waren die implizierten Untertöne der Erfolgsstory rhythmisch ebenso eingängig wie der Soundtrack: Die eigenwillige Musikerin Jennifer Hudson, die 2004 aus der amerikanischen Castingshow American Idol gewählt wurde, avancierte in dem Musicalwettbewerb Dreamgirls zu einem Kinoidol. Es war überhaupt ein gutes Jahr für Musicals mit amerikanischem Backbeat: Der Familienfilm Happy Feet zeigte computeranimierte Pinguine, die zu einem Rock-’n’-Roll-Soundtrack herumwirbeln und gleichzeitig das Bewusstsein für die Umwelt schärfen. Das Ganze ist so eine Art Kinderversion von Al Gores Dokumentarfilm “Eine unangenehme Wahrheit”.

Little Miss Sunshine: Der amerikanische Film, der sich am meisten um ein Kind drehte, war auch der erwachsenste. Ähnlich wie Wim Wenders ließen sich die beiden Regisseure Jonathan Dayton und Valerie Faris von Huckleberry Finn, Jack Kerouac und einer Reihe von amerikanischen Road Movies inspirieren, packten eine Problemfamilie in einen alten VW-Bus und ließen sie durch das Land fahren. Wie immer ist das Ziel (Kalifornien – wie könnte es auch anders sein) weniger wichtig als der Weg und die Passagiere, die an Bord sind: ein Kind, das an einem Schönheitswettbewerb teilnimmt, ein erfolgloser Motivationsredner, ein heroinschnupfender Großvater, ein entfremdeter Intellektueller, ein ebenso entfremdeter Teenager und eine Frau und Mutter, die alles zusammenhält. Little Miss Sunshine war in den Vereinigten Staaten enorm erfolgreich, im Ausland jedoch nicht so sehr. Hollywood hat möglicherweise ein globales Positionierungssystem mit atemberaubender Effizienz perfektioniert, aber die internationale Schwelle hatte auch eine abflachende Homogenität zur Folge. Ein Film, der zu verbal, zu einheimisch und zu länderspezifisch ist, ist nicht in der Lage, Grenzen profitabel zu überwinden. Es ist also besser, einen transnationalen Inhalt zu kultivieren, den alle Blockbuster anstreben: “eine ununterbrochene Achterbahnfahrt!”

Der Teufel trägt Prada: Besser kam im Ausland eine tadellos gestylte Mischung aus Komödie und Melodram an, bei der David Frankel Regie führte. Er verfilmte den Roman von Lauren Weisberger, eine Aschenputtelgeschichte, in der die Prinzessin keine Schuhe aus Glas, sondern einen Kleiderschrank voll mit der teuersten Designerkleidung trägt. Anne Hathaway spielt das schöne, naive Mädchen, das schwanengleich den Catwalk auf der Kinoleinwand entlangläuft – geschmeidig, cool und atemberaubend. Meryl Streep spielt eine Drachenlady in der Modewelt, die das Schicksal derjenigen erleiden muss, die laut Filmkritiker Robin Wood an dem Rosenknospensyndrom leiden: dass sogar in Amerika Reichtum und Berühmtheit ohne Herz und Charakterstärke nicht ausreichen, und dass die seelenlosen Machtgierigen wie Charles Foster Kane in “Citizen Kane” (1941) enden, sie sterben allein, sich nach der verlorenen Unschuld ihrer Kindheit sehnend.

Flags of Our Fathers und Letters from Iwo Jima: Clint Eastwoods ehrgeiziger Doppelfilm war ein neuer Schachzug in der Geschichte Hollywoods: zwei unterschiedliche Filme, die dieselbe Geschichte aus der Perspektive von zwei verschiedenen Fronten eines Krieges erzählen. Die Doppelpackung mit den gestaffelten Filmstarts wurde von den Kritikern oben auf der Liste der zehn besten Filme des Jahres aufgeführt, aber keiner der Filme wurde vom amerikanischen Publikum begeistert aufgenommen, für das der Zweite Weltkrieg eine heilige Angelegenheit ist, nie eine Übung in Sinnlosigkeit oder moralischer Äquivalenz, sondern immer ein Kapitel, das gewürdigt werden muss.

Ironischer- oder angemessenerweise deuten im Ausland geborene Künstler den amerikanischen Zeitgeist genauer als Eastwood, der ikonische amerikanische Schauspieler/Drehbuchautor. Wie andere Generationen von Einwanderern, die gerade vom Boot gekommen waren, brachten sie ihr Gepäck aus dem Ausland mit, lernten aber schnell die Ausdrucksweise der Amerikaner und erreichten unter Kritikern rasch Anerkennung und kommerziellen Erfolg.

The Queen: Der Erfolg des modernen Kostümfilms von Stephen Frears in den Vereinigten Staaten spiegelt die schon lange bestehende Faszination wider, die das englische Königshaus auf Amerikaner ausübt, aber das Nebeneinander vom demokratischen Ethos, den eigenen Schmerz zuzulassen (Premierminister Tony Blair) und der königlichen steifen Oberlippe (Königin Elisabeth die Zweite) nimmt zum Schluss eine unerwartete Wendung, als beide Seiten auf den Tod von Prinzessin Diana reagieren. Entgegen jeglicher Intuition erweist sich der traditionelle Stoizismus der Queen als erhebender als die schnell fließenden Tränen einer auf Berühmtheiten fixierten Kultur.

Flug 93: Es war ebenfalls ein britischer Regisseur, der den Film drehte, der für viele Amerikaner der nachhallendste und bewegendste Film des Jahres war. Der im Cockpit eines Flugzeugs spielende Thriller von Paul Greenglass war der erste Kinofilm, der die Terroranschläge vom 11. September 2001 im Detail zum Thema hatte. Der Film benötigte keine Superstars, um mit wenig technischen Effekten, gemäß dem Cinema Verité und mit einem sich im Grunde in Echtzeit entfaltenden Handlungsstrang einen Nerv im politischen Bewusstsein der Amerikaner zu treffen. Flug 93 in einem Kino in den Vereinigten Staaten zu sehen, war wie ein kollektiver Schlag in den Magen, ein starkes Memento mori, dessen Auswirkungen, so glaube ich, nicht an Kinobesucher außerhalb der Vereinigten Staaten vermittelt werden konnten.

Borat: . Keine Analyse des Einflusses von Gastarbeitern auf das amerikanische Kino wäre ohne eine Erwähnung der gröbsten und rohsten Neuankunft aus dem normalerweise für gute Manieren bekannten Großbritannien vollständig: der Provokateur Sacha Baron Cohen, dessen verdrehter Road Movie die Vereinigten Staaten wie einst die amerikanischen Siedler klassischerweise von Osten (New York) in Richtung Westen durchquert (auf der Suche nach der Schauspielerin und dem Model Pamela Anderson). Obwohl er nicht wirklich wie Alexis de Tocqueville vorgeht, zeigt Cohens ahnungsloses Alter Ego den Amerikanern letztendlich Seiten an sich selbst, die bis dahin unsichtbar waren, sprich ihre grenzenlose Toleranz gegenüber den intolerantesten Ausländern.

Pans Labyrinth, Babel, und Children of Men: Der Zufall, dass drei mexikanische Regisseure (Guillermo del Toro, Alejandro González Iñárritu und Alfonso Cuarón) drei viel beachtete Filme über eine albtraumähnliche Vergangenheit, eine enge verzahnte Gegenwart und eine antiutopische Zukunft drehen, war der offenkundigste Beleg dafür, dass ausländische Agenten Hollywood infiltriert haben. Das von der Unterhaltungspresse als „drei Amigos“ bezeichnete Trio brachte einen malerischen Grundton und einen Hauch Tragik in den glänzenden Lack und den vergnügten Optimismus des amerikanischen Mainstream ein, eine Art Nüchternheit, wie man sie südlich der amerikanischen Grenze kennt, wo die Helden zum Schluss sterben und die Welt ein schrecklicher Ort ist, der von den menschlichen Erfindungen nicht verändert werden kann.

Von allen amerikanischen Filmen aus dem Jahr 2006, ob sie nun in den USA geboren oder im Ausland gedreht wurden, ist Babel, ein Film, der ganz anders ist als sein Titel, möglicherweise der beste Indikator für die mehrsprachige, multinationale Zukunft Hollywoods ist: eine gelungene Mischung von kulturübergreifenden Elementen beim Casten, den Schöpfern, Drehorten (Marokko, Kalifornien, Mexiko und Japan) und Empfindlichkeiten. Die Ausländer begleichen eine offene Rechnung und kolonisieren jetzt die amerikanischen Filme.

Die in diesem Artikel vertretene Meinung spiegelt nicht unbedingt die Ansichten oder Politik der US-Regierung wider.

Originaltext: What’s American about American Movies?
in: The Movie Business Today

Eine neue Bühne für den Wettbewerb der Ideen

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir den Artikel des Leiters des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium, Jeremy F. Curtin, aus dem elektronischen Journal “Die Arbeit des Außenministeriums im 21. Jahrhundert – Globale Maßnahmen” des Büros für internationale Informationsprogramme vom Februar 2007.

“Ebenso wie sich unsere diplomatischen Institutionen anpassen müssen, damit wir andere erreichen können, benötigen wir auch eine andere und umfassendere Herangehensweise im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, die den Menschen in der Welt hilft, mehr über Amerika zu erfahren und es besser zu verstehen. Der Krieg gegen den Terrorismus ist kein Kampf der Kulturen. … Er ist ein Kampf der Ideen, und auf diesem Gebiet müssen sich die Vereinigten Staaten auszeichnen.” Präsident George W. Bush, 2003

Nach dem 11. September 2001 mussten sich die Informationsprogramme im Bereich Öffentlichkeitsarbeit mit einer Herausforderung neuer Dringlichkeit und Intensität auseinandersetzen – der Kampf gegen eine Botschaft des ideologischen Extremismus, die zum Erstaunen der meisten Menschen im Westen bei vielen Menschen im Nahen Osten und andernorts Anklang fand. Wir treten dieser Herausforderung auf einem Schlachtfeld der Ideen gegenüber, das von Technologien bestimmt wird, die es zuvor, während der ideologischen Auseinandersetzung im Kalten Krieg, nicht gab. Aufgrund neuer Technologien, insbesondere Satellitenfernsehen und Internet, können Nachrichten 24 Stunden am Tag weltweit ausgestrahlt werden. Sie haben ein sehr komplexes und dynamisches Umfeld für Informationen geschaffen, in dem es sehr viel schwieriger ist, sich Gehör zu verschaffen und verstanden zu werden als in der Vergangenheit. Unter der Leitung von Staatssekretärin Karen Hughes und in Zusammenarbeit mit anderen Mitarbeitern des Außenministeriums sowie weiteren Ministerien haben wir im Büro für internationale Informationsprogramme (IIP) unserer traditionellen Öffentlichkeitsarbeit, wie beispielsweise dem U.S. Speaker Program, Printpublikationen und der USINFO-Website unseres Büros, die selbst noch eine relativ junge Informationsplattform ist, noch zusätzlich Raum in Internet gegeben.

Das IIP ist dabei, sich auf dieser neuen Bühne zurechtzufinden, entwickelt Kapazitäten für den internationalen Dialog in Webchats, über Webcasts und Blogs, und untersucht, ob neue Phänomene wie die virtuelle Welt von Second Life dazu beitragen können, die Öffentlichkeit im Ausland in Diskussionen im Bereich Politik, Gesellschaft und Werte einzubinden. Unser Aushängeschild im Internet ist das IIP Digital Outreach Team, eine noch kleine Einheit, die aus Mitarbeitern im auswärtigen Dienst, Spezialisten für die arabische Sprache und Analysten besteht, die arabischsprachige Blogs und Diskussionsforen beobachten und – auf Arabisch – den Blickwinkel der Vereinigten Staaten zu Themen wie dem Irak, Iran, Terrorismus und dem Friedensprozess im Nahen Osten vorbringen.

Eine Stimme gegen verzerrte Darstellungen

Das Digital Outreach Team stellt den verzerrten Darstellungen und Lügen, die so häufig sogar die arabischen Diskussionen im Internet bestimmen, eine Stimme entgegen. Das Team zeichnet sich dadurch aus, dass es versucht einen Dialog anzustoßen, indem es sich informell, glaubwürdig und kenntnisreich äußert.

Glaubwürdigkeit ist der Schlüssel und ein entscheidendes, aber über das Medium Internet nur sehr schwer zu erreichendes Ziel. In der erweiterten Öffentlichkeitsarbeit sprechen wir davon, die Botschaft “die letzten Meter” zu transportieren, in Edward R. Murrows Konstruktion ist das die letzte Distanz, die durch persönliche Kontakte und vertrauensvolle Beziehungen zwischen unseren Diplomaten und ihren Gesprächspartnern vor Ort überwunden wird, indem “ein Mensch mit einem anderen spricht”. Im virtuellen Raum müssen wir andere Wege finden, um in Kontakt zu treten, damit die amerikanische Sicht der Dinge in den Gesprächen zumindest vertreten ist.

Das Digital Outreach Team ist der wichtigste erste Schritt des IIP, um Kontakte im neuen, weltweiten Informationsumfeld zu knüpfen, das sich durch Schnelligkeit und ein erhebliches Stimmengewirr mit ernsthaften sowie weniger ernsthaften, wichtigen und trivialen Stimmen auszeichnet, die um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit konkurrieren. Wir planen die Erweiterung der Kapazität des Digital Outreach Team und entwickeln neue Mechanismen, einschließlich eines Informationszentrums zur Terrorismusbekämpfung, das das Internet und andere Medien noch umfassender und schneller als wir das heute können, nutzen und diese überwachen und analysieren wird.

Die Überwindung der letzten Meter

Obwohl sich das IIP mit erhöhter Dringlichkeit auf die Herausforderungen konzentriert hat, die sich der erweiterten Öffentlichkeitsarbeit durch neue Technologien stellen, haben wir unsere traditionellen Programme nicht aufgegeben. So wichtig das Internet und die elektronische Öffentlichkeitsarbeit in vielen Teilen der Welt auch sein mag – einschließlich dem Nahen Osten, wo Statistiken über die geringe Verbreitung des Internets eine andere Schlussfolgerung nahe legen könnten – wird es in vielen Teilen der Welt noch lange dauern, bis alle über einen Internetzugang verfügen, und das können unsere Mitarbeiter im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, die in diesen Gebieten tätig sind, nur bestätigen. In vielen Ländern, einschließlich einigen, die im ideologischen Kampf von großer Bedeutung sind, werden diese letzten Meter im wahrsten Sinne des Wortes noch immer dadurch überwunden, dass ein Mitarbeiter oder ein örtlicher Angestellter aus dem Gastland über die Straße geht, um einem Zeitungsredakteur den Text einer Rede oder ein Informationsblatt über eine amerikanische Initiative zu übergeben.

Das IIP unterstützt weiterhin die Kollegen in Gebieten, in die die Technologie erst noch gelangen muss. Wir stärken wichtige Programme wie das U.S. Speaker Program – mit einer neuen Strategic Speaker Initiative – die elektronische Monatsschrift eJournal USA zu aktuellen politischen Prioritäten, Printpublikationen und sogar die ehrwürdige Posterausstellung. Das sind alles Wege, Informationen anzubieten, die, und das wissen wir, für viele Botschaften noch immer wichtig sind. Wir erneuern und erweitern unsere wichtigste öffentliche Website, USINFO, und machen sie sowohl zu einem Instrument für die weltweite Öffentlichkeitsarbeit als auch zu einer Informationsquelle für die Botschaften. Und wir entwickeln unsere interne Website, INFOCENTRAL, weiter, die Website, auf die die Botschaften und die US-Militärführung im Ausland zunehmend zurückgreifen, um Hintergrundmaterial zur Politik und für ihre eigene Öffentlichkeitsarbeit entscheidende Informationen zu erhalten.

Das IIP passt sich an die technologischen und politischen Herausforderungen des Informationsumfelds im 21. Jahrhundert und der Welt nach dem 11. September an. Während des Kalten Krieges waren Voice of America und eine Handvoll weiterer westlicher Kurzwellenradiosender in der Lage, den Informationsfluss nach Osteuropa und in die Sowjetunion zu dominieren. Sogar während des ersten Golfkrieges 1990 – 1991 konnten die Menschen im Nahen Osten, wenn sie einen anderen als den von ihren eigenen staatlichen Medien angebotenen Blick auf die Ereignisse bekommen wollten, CNN oder einige wenige andere internationale Fernsehsender auf Englisch sehen. Heute steht diesen Zuschauern eine Vielzahl von Informationsquellen zur Verfügung, insbesondere das Satellitenfernsehen und das Internet, die unzählige Meinungen, Tatsachen und falsche Informationen auf Arabisch und in beliebig vielen anderen Sprachen anbieten. Der Wettbewerb der Ideen ist schärfer und es gibt mehr Konkurrenten als jemals zuvor. In diesem Wettbewerb müssen die Vereinigten Staaten alle ihnen zur Verfügung stehenden Instrumente der erweiterten Öffentlichkeitsarbeit einsetzen, von Austauschprogrammen in den Bereichen Bildung und Beruf bis hin zu direkten Radio- und Fernsehausstrahlungen. Die Verbreitung von Informationen geschieht immer mehr mittels moderner Technologie und ist ein Hauptinstrument der erweiterten Öffentlichkeitsarbeit. Das IIP hat sich dem effektiven Einsatz neuester Technologien verpflichtet, um den außenpolitischen Prioritäten und nationalen Interessen der Vereinigten Staaten überall auf der Welt zu dienen.

Originaltext: A New Arena for the Competition of Ideas