Nationalversammlung der American Legion

SALT LAKE CITY – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die gekürzte Rede von US-Präsident George W. Bush auf der Nationalversammlung der American Legion in Salt Lake City vom 31. August 2006.

Eine neue Generation von Amerikanern in Uniform verteidigt derzeit im ersten Krieg des 21. Jahrhunderts mutig unsere Freiheit. Ich weiß, dass die Veteranen der American Legion diesen Krieg aufmerksam verfolgen, insbesondere diejenigen unter Ihnen, deren Familienangehörige oder Freunde unsere Uniform tragen. Die Bilder, die wir von der Front sehen, sind bemerkenswert und manchmal beunruhigend. Wenn man unschuldige Zivilisten sieht, die von den Bomben von Selbstmordattentätern zerrissen werden, oder Familien, die in ihrem eigenen Haus begraben werden, scheint die Welt mit sinnloser Gewalt erfüllt zu sein. Es gibt tatsächlich Gewalt, aber diejenigen, die sie verursachen, haben ein klares Ziel. Wenn Terroristen im Word Trade Center morden oder Autobomben in Bagdad explodieren oder Entführer planen, Flugzeuge über dem Atlantik in die Luft zu jagen oder terroristische Milizen Raketen auf Städte in Israel abschießen, verfolgen sie alle das gleiche Ziel – den Vormarsch der Freiheit rückgängig zu machen und der ganzen Welt eine dunkle Vision der Tyrannei und des Terrors aufzuzwingen.

Die Feinde der Freiheit kommen aus unterschiedlichen Teilen der Welt, und sie werden von verschiedenen Quellen inspiriert. Einige sind radikalisierte Anhänger der sunnitischen Lehre und geloben Terrororganisationen wie Al Kaida absolute Treue. Andere sind radikalisierte Anhänger der schiitischen Lehre, treten Gruppen wie Hisbollah bei und erhalten ihre Weisungen von Syrien und Iran, Ländern, die den Terrorismus unterstützen. Wiederum andere sind “einheimische” Terroristen – Fanatiker, die unauffällig in den freien Gesellschaften leben, die sie zerstören wollen. Trotz der Unterschiede zwischen ihnen, bilden diese Gruppen die Konturen einer einzigen Bewegung, eines weltweiten Netzwerks von Extremisten, die Terror einsetzen um jene zu töten, die ihrer totalitären Ideologie im Weg stehen. Das einigende Merkmal dieser Bewegung, die Verbindung, die Spaltung zwischen den Religionen und örtliche Unzufriedenheit überwinden kann, ist die feste Überzeugung, dass freie Gesellschaften eine Bedrohung ihrer verzerrten Sicht des Islam darstellen.

Der Krieg, den wir heute führen, ist mehr als ein militärischer Konflikt. Er ist der entscheidende ideologische Konflikt des 21. Jahrhunderts. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die an die Werte der Freiheit und Mäßigung glauben, and das Recht aller Menschen, ihre Meinung zu äußern, einer Religion anzugehören und in Frieden zu leben. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die von den Werten der Tyrannei und des Extremismus angetrieben werden – dem Recht einiger weniger Selbsternannter, ihre fanatischen Ansichten allen anderen aufzuzwängen. Als Veteranen haben sie diese Art Feind bereits kennen gelernt. Sie sind die Nachfolger der Faschisten, der Nazis, der Kommunisten und anderer totalitärer Herrscher des 20. Jahrhunderts. Die Geschichte zeigt, wie es ausgehen wird: Dieser Krieg wird ein schwieriger Krieg sein, er wird lang sein, und dieser Krieg wird in der Niederlage der Terroristen und totalitären Herrschen und mit dem Sieg der Freiheit enden.

Wir nähern uns jetzt dem fünften Jahrestag des Tages, an dem dieser Krieg unsere Küste erreichte. Je weiter das Entsetzen dieses Morgens in die Ferne rückt, desto mehr besteht die Tendenz anzunehmen, dass die Bedrohung nachlässt und der Krieg zu Ende geht. Dieses Gefühl ist normal und beruhigend – aber falsch. Wie wir vor kurzem gesehen haben, will der Feind uns noch immer angreifen. Wir befinden uns in einem Krieg, den wir nicht gewollt haben, aber es ist ein Krieg, den wir gewinnen werden.

In den kommenden Tagen werde ich eine Reihe von Reden halten, die das Wesen unsere Feinde im Krieg gegen den Terror beschreiben, die Einblicke, die wir über ihre Ziele und Pläne gewonnen haben, die Erfolge und Rückschritte, die wir erfahren haben sowie über unsere Strategie in diesem langen Krieg. Heute möchte ich über einen entscheidenden Gesichtspunkt dieses Krieges sprechen: den Kampf zwischen Freiheit und Terror im Nahen Osten, einschließlich der Schlacht im Irak, der die zentrale Front im Kampf gegen den Terrorismus darstellt.

Um den im Nahen Osten entstehenden Kampf zu verstehen, müssen wir uns die jüngste Geschichte der Region ansehen. Ein halbes Jahrhundert lang war das primäre Ziel der Vereinigten Staaten im Nahen Osten Stabilität. Das war damals verständlich, da wir im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion kämpften und es wichtig war, die Regierungen im Nahen Osten zu unterstützen, die den Kommunismus ablehnten. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich im Nahen Osten eine latente Gefahr. Ein Großteil der Region steckte im Sumpf der Stagnation und Verzweiflung. Eine Generation junger Menschen wuchs mit wenig Hoffnung auf, ihr Leben zu verbessern, und viele gerieten unter den Einfluss des radikalen Extremismus. Die Terrorbewegung nahm um ein Vielfaches an Stärke zu, und Ressentiments, die seit Jahren schwelten, kochten in Form von Gewalt auf der ganzen Welt über.

Extremisten im Iran ergriffen amerikanische Geiseln. Terroristen der Hisbollah ermordeten amerikanische Soldaten in der Kaserne der Marineinfanteristen in Beirut und den Khobar-Türmen in Saudi-Arabien. Terroristen zündeten eine Autobombe am World Trade Center. Die Al Kaida sprengte zwei US-Botschaften in Ostafrika in die Luft und verübte einen Bombenanschlag auf die USS Cole. Dann kam der Albtraum des 11. September 2001, als 19 Entführer fast 3.000 Frauen, Männer und Kinder ermordeten.

Im Verlauf eines einzigen Morgens wurde deutlich, dass die Ruhe, die wir im Nahen Osten gesehen haben, lediglich ein Trugbild war. Wir erkannten, dass wir jahrelang versucht haben, Stabilität und Frieden zu erreichen, ohne eines davon zu erlangen. Stattdessen machte der Mangel an Freiheit im Nahen Osten die Region zu einer Brutstätte für Terrorbewegungen.

Der Status quo im Nahen Osten vor dem 11. September war gefährlich und inakzeptabel, daher verfolgen wir eine neue Strategie. Zunächst setzen wir sämtliche nationalen Machtinstrumente ein, um die Al Kaida, diejenigen, die sich von ihr inspirieren lassen und andere Terroristen, die ähnliche Taktiken anwenden, zu bekämpfen. Wir behandeln den Terrorismus nicht mehr lediglich wie eine Angelegenheit der Strafverfolgung. Wir werden in der Offensive bleiben. Wir werden die Terroristen im Ausland bekämpfen, so dass wir es nicht hier zu Hause tun müssen.

Zweitens haben wir allen Ländern verdeutlicht, dass sie ebenso schuldig sind wie die Terroristen, wenn sie ihnen Zuflucht gewähren, dass sie dann ein Feind der Vereinigten Staaten sind und zur Rechenschaft gezogen werden. Drittens haben wir eine kühne neue Agenda aufgestellt, mit der wir die Ideologie des Feindes besiegen, indem wir die Kräfte der Freiheit im Nahen Osten und darüber hinaus unterstützen.

Die Freiheitsagenda basiert auf den tiefgreifendsten Idealen und unseren bedeutendsten Interessen. Amerikaner sind der Meinung, dass jeder Mensch, unabhängig von seiner Religion oder dem Kontinent, aus dem er stammt, das Recht hat, sein eigenes Schicksal zu bestimmen. Wir glauben, dass Freiheit das Geschenk eines allmächtigen Gottes ist und von keiner Macht der Welt genommen werden kann. Und wir wissen auch, bedingt durch Geschichte und Logik, dass die Förderung von Demokratie die beste Möglichkeit darstellt, Sicherheit aufzubauen. Demokratische Staaten greifen sich nicht an und bedrohen den Frieden. Regierungen, die ihren Wählern gegenüber rechenschaftspflichtig sind, konzentrieren sich darauf, Straßen und Schulen zu bauen, und nicht Massenvernichtungswaffen. Bei jungen Menschen, die die Zukunft mitgestalten können, ist es weniger wahrscheinlich, dass sie im Extremismus nach Bedeutungen suchen. Bürger, die einer friedlichen politischen Partei beitreten können, werden sich nicht so einfach einer Terrororganisation anschließen. Bei Dissidenten, die das Recht haben, rund um die Uhr zu demonstrieren, ist es weniger wahrscheinlich, dass sie sich während des Berufsverkehrs in die Luft sprengen. Und Nationen, die sich für die Freiheit ihrer Menschen einsetzen, unterstützen keine Terroristen – sondern schließen sich uns an, sie zu besiegen.

Die Vereinigten Staaten widmen also ihren Einfluss in der Welt der Förderung der Freiheit und Demokratie als große Alternativen für Unterdrückung und Radikalismus. Wir werden demokratischen Führern und Reformern im Nahen Osten zur Seite stehen. Wir werden in der muslimischen Welt die Stimmen der Toleranz und Mäßigung unterstützen. Wir stehen den Müttern und Vätern in jeder Kultur zur Seite, die möchten, dass ihre Kinder in einer sozialen und friedlichen Welt aufwachsen. Indem wir in einer wichtigen Weltregion die Sache der Freiheit unterstützen, tragen wir dazu bei, dass unsere Kinder und Enkelkinder in einer sichereren Welt aufwachsen.

Während der vergangenen fünf Jahre konnten wir bereits die ersten Ergebnisse unserer Maßnahmen erkennen – und wir haben gesehen, wie unsere Feinde auf den Vormarsch der Freiheit reagierten. In Afghanistan bot eine bösartiges Regime den Terroristen Zuflucht, die die Anschläge vom 11. September planten. Innerhalb von Wochen waren die amerikanischen Streitkräfte in Afghanistan. Zusammen mit den afghanischen Verbündeten nahmen wir hunderte Kämpfer der Al Kaida und der Taliban fest oder töteten sie, schlossen die Ausbildungslager und halfen den Bürgern Afghanistans, das Talibanregime durch eine demokratische Regierung zu ersetzen, die ihnen gegenüber rechenschaftspflichtig ist.

Unsere Feinde beobachteten den Wandel in Afghanistan und reagierten mit Versuchen, sämtliche Fortschritte ungeschehen zu machen. Die Al Kaida und die Taliban haben in Afghanistan einen wichtigen Stützpunkt verloren und wissen, dass sie diesen nie zurückerobern werden, wenn die Sicherheit siegt. Sie versuchen also, wieder an die Macht zu kommen, indem sie die freien Institutionen Afghanistans angreifen. Es wird ihnen nicht gelingen. Soldaten aus 40 Ländern, darunter alle NATO-Bündnispartner, stehen heute den amerikanischen Truppen bei der Unterstützung der neuen afghanischen Regierung zur Seite. Die Tage der Taliban sind vorbei. Die Zukunft Afghanistans gehört dem afghanischen Volk. Und sie gehört der Freiheit.

Im Libanon wurde ein souveräner Staat von der syrischen Diktatur besetzt. Wir sahen, wie die mutigen Bürger Libanons auf die Straße gingen und ihre Unabhängigkeit einforderten. Wir setzten uns dafür ein, eine Resolution der Vereinten Nationen umzusetzen, um die syrische Besetzung des Landes zu beenden. Die Syrer zogen ihre Streitkräfte zurück und das libanesische Volk wählte eine demokratische Regierung, die begann, das Land zurückzufordern.

Unsere Feinde sahen den Wandel im Libanon und machten sich zum Ziel, die junge Demokratie zu destabilisieren. Die Hisbollah unternahm einen grundlosen Angriff auf Israel, der die demokratische Regierung in Beirut schwächte. Ihre schamlose Aktion führte jedoch dazu, dass sich die Welt zusammenschloss, um die libanesische Demokratie zu unterstützen. Außenministerin Rice arbeitete mit dem Sicherheitsrat an der Verabschiedung von Resolution 1701, die die libanesischen Streitkräfte dabei stärken wird, die Kontrolle im südlichen Libanon wiederzuerlangen – und die Hisbollah davon abzuhalten, als Staat innerhalb des Staates zu agieren.

Ich danke den von Frankreich, Italien und anderen Verbündeten für diesen wichtigen internationalen Einsatz zugesicherten Truppen. Zusammen werden wir der Welt klar machen, dass es in einem freien und demokratischen Libanon keine Platz für ausländische Streitkräfte und Terroristen gibt.

Die Krise in diesem Sommer in Libanon hat stärker verdeutlicht als jemals zuvor, dass die Welt heute einer schlimmen Bedrohung durch das radikale Regime im Iran gegenübersteht. Das iranische Regime bewaffnet, unterstützt und berät die Hisbollah, die mehr Amerikaner getötet hat als jedes andere Terrornetzwerk abgesehen von Al Kaida. Das iranische Regime mischt sich im Irak ein, indem es Terroristen und Aufständische unterstützt, unrechtmäßige Milizen ausrüstet und Teile für improvisierte Sprengsätze liefert. Das iranische Regime verweigert Millionen seiner Bürger grundlegende Menschenrechte. Und das iranische Regime strebt nach Nuklearwaffen, mit offener Verachtung gegenüber seinen internationalen Verpflichtungen.

Wir wissen, wie viel Tod und Leid die Unterstützung Irans für die Terroristen verursacht hat, und wir können uns vorstellen, wie viel schlimmer es wäre, wenn Iran im Besitz von Kernwaffen wäre. Viele Nationen arbeiten zusammen, um dieses Problem zu lösen. Die Vereinten Nationen haben eine Resolution verabschiedet, die die Einstellung der iranischen Urananreicherungsaktivitäten fordert. Heute läuft die Frist für die Antwort der iranischen Führung auf den vernünftigen Vorschlag der internationalen Gemeinschaft ab. Wenn die Führung Irans dieses Angebot annimmt und ihre Ziele in Bezug auf Nuklearwaffen aufgibt, kann sie einen besseren Kurs für ihr Land einschlagen. Allerdings hat das Regime Irans bisher nur mit Widerstand und Verzögerung reagiert. Es ist an der Zeit, dass Iran eine Entscheidung trifft. Wir haben unsere Entscheidung getroffen: Wir werden weiter eng mit unseren Bündnispartnern zusammenarbeiten, um eine diplomatische Lösung zu finden, aber es muss Konsequenzen für den Widerstand Irans haben, und wir dürfen Iran nicht erlauben, Nuklearwaffen zu entwickeln.

Im Irak hatten wir es mit einem Diktator zu tun, der Terroristen Zuflucht gewährte, auf Militärflugzeuge schoss, Familien palästinensischer Selbstmordattentäter bezahlte, bei einem Nachbarn einmarschierte, den Besitz von Massenvernichtungswaffen anstrebte und sie einsetzte. Die Vereinten Nationen haben mehr als ein Dutzend Resolutionen verabschiedet, in denen Saddam Hussein aufgefordert wurde, seine Massenvernichtungswaffen offen und vollständig aufzugeben. Wir gaben ihm eine letzte Chance, einzulenken – und als er ablehnte, haben wir die gerechten Forderungen der Welt durchgesetzt.Jetzt befindet sich Saddam Hussein im Gefängnis und steht vor Gericht.Bald wird ihm die Gerechtigkeit zuteil werden, die er anderen so lange vorenthielt.Nun, da dieser Tyrann nicht mehr an der Macht ist, geht es den Vereinigten Staaten, dem Irak, dem Nahen Osten und der Welt besser.

In den drei Jahren seit dem Sturz Saddam Husseins haben die Iraker die Souveränität über ihr Land wiedererlangt. Sie gaben ihre Stimme in freien Wahlen ab. Sie erarbeiteten und billigten eine demokratische Verfassung und wählten im Herzen des Nahen Ostens eine verfassungsmäßige Demokratie. Im gleichen Zeitraum nahmen die Terroranschläge und Aufstände im Irak zu, bei denen brutal und willkürlich Gewalt eingesetzt wird, um den Irakern ihren Wunsch nach Freiheit und Frieden zu nehmen. Terroristen der Al Kaida, ehemalige Getreue von Saddam Hussein, illegale Milizen und unrechtmäßige bewaffnete Gruppen arbeiten zusammen, um die neue Demokratie im Irak zu unterminieren. Diese Gruppen haben unterschiedliche langfristige Ambitionen, aber letztlich das gleiche kurzfristige Ziel: Sie wollen die Vereinigten Staaten und deren Koalition aus dem Irak und dem Nahen Osten vertreiben, damit sie den Vormarsch der Freiheit beenden und den Menschen im Nahen Osten ihre dunkle Vision aufzwingen können.

Unsere Feinde im Irak haben skrupellose Taktiken eingesetzt, um diese Ziele zu erreichen. Sie haben die Truppen der Vereinigten Staaten und der Koalition aus dem Hinterhalt und mit Bomben am Straßenrand angegriffen. Sie haben Geiseln genommen und Zivilisten vor laufender Kamera enthauptet. Sie haben irakische Armeeposten in die Luft gesprengt und führende Regierungsmitglieder getötet. Wir haben uns den Taktiken angepasst – und dank dem Können und der Professionalität der irakischen und amerikanischen Streitkräfte sind viele dieser Feinde zu Tode gekommen. Auf keinem Schritt dieses Weges war es den Feinden vergönnt, den Mut der Iraker zu brechen, sie konnten das Aufkommen der Demokratie im Irak nicht stoppen – und sie werden auch den Willen des amerikanischen Volkes nicht brechen können.

Nun haben diese Feinde neue Anstrengungen unternommen. Sie haben sich auf einen blutigen Feldzug sektiererischer Gewalt begeben, von dem sie hoffen, dass er den Irak in einen Bürgerkrieg stürzen wird. Der Ausbruch sektiererischer Gewalt wurde von dem Terroristen Sarkawi gefördert, dem Mann der Al Kaida im Irak, der zu einem “totalen Krieg” gegen die Schiiten im Irak aufrief. Die schiitische Gemeinschaft widerstand dem Impuls sich zu rächen eine Zeit lang. Aber der Bombenanschlag auf die Goldene Moschee der Schiiten in Samarra letzten Februar mobilisierte extremistische Gruppen, und sektiererische Todesschwadronen bildeten sich auf den Straßen Bagdads und andernorts. Unser Botschafter berichtet, dass vorigen Monat tausende Iraker in Bagdad ermordet wurden, und viele von ihnen wurden Opfer sektiererischer Gewalt.

Diese Brutalität und dieses Gemetzel warf die Frage auf, ob der Irak sich in einem Bürgerkrieg befindet. Unsere Befehlshaber und Diplomaten vor Ort im Irak sind nicht der Meinung, dass dies der Fall ist. Sie berichten, dass lediglich eine kleine Anzahl Iraker in religiöse Unruhen verwickelt sind, während die überwältigende Mehrheit Frieden und ein normales Leben in einem geeinten Land möchte. Führende Iraker jeglicher Herkunft erinnern sich an die Wahlen, die sie an die Macht brachten, bei denen 12 Millionen Iraker den Autobombern und Mördern die Stirn boten und beanspruchten: “Wir wollen frei sein.”

Die Regierung des Irak arbeitet unermüdlich daran, die Nation zusammenzuhalten und die Meinungsverschiedenheiten im Irak beizulegen, statt sie auszunutzen. Die Iraker haben einen langen Weg zurückgelegt. Sie werden ihr Land nicht auseinanderbrechen lassen oder zur Tyrannei zurückkehren. Ministerpräsident Maliki sagte dem US-Kongress: “Die Iraker haben die Freiheit kennen gelernt und werden sie unumschränkt verteidigen.”

Die Amerikaner verfolgen die klare Strategie, den Irakern zu helfen, ihre neue Freiheit zu schützen und eine Demokratie aufzubauen, die sich selbst verwalten, erhalten und verteidigen kann. Auf politischer Ebene arbeiten wir eng mit Ministerpräsident Maliki zusammen, um die Regierung der nationalen Einheit zu stärken und den Irakern besser zu Diensten zu sein. Dies ist ein entscheidender Moment für die neue irakische Regierung; ihre Führung ist sich der Herausforderung bewusst. Ihres Erachtens ist jetzt die Zeit gekommen, Kompromisse zu den umstrittensten Themen im Irak auszuarbeiten.

Ich habe jedem führenden Iraker, mit dem ich mich getroffen haben, ganz klar gesagt: Die Vereinigten Staaten sind eine geduldige Nation, und der Irak kann sich auf ihre Partnerschaft verlassen, solange die neue Regierung weiter die harten Entscheidungen trifft, die für das Vorankommen eines geeinten, demokratischen und friedlichen Irak erforderlich sind. Ministerpräsident Maliki hat Mut gezeigt, indem er eine Agenda dargelegt hat, um eben dies zu tun, und er kann auf einen Bündnispartner, die Vereinigten Staaten von Amerika, zählen, der diese Politik unterstützt.

Was die Sicherheit betrifft, so entwickeln wir unsere Strategie zur Bewältigung der Bedrohungen vor Ort weiter. Ich habe unseren Befehlshabern im Irak die notwendige Entscheidungsfreiheit eingeräumt, die sie für die erforderlichen Anpassungen benötigen, um in der Offensive zu bleiben und die Feinde der Freiheit zu besiegen. Wir haben Spezialkräfte entsandt, um Terroristen, die im Irak aktiv sind, zu töten oder gefangen zu nehmen. Sarkawi musste feststellen, was sie leisten können. Wir bilden weiterhin die irakische Polizei für den Schutz des eigenen Landes aus. Wir haben die Verantwortung für die Sicherheitsbelange einer Provinz im Süden an die irakischen Kräfte übergeben. Fünf der 10 irakischen Armeeeinheiten übernehmen jetzt in ihren Einsatzbereichen die Führung. Die irakischen Sicherheitskräfte sind entschlossen, sie erlangen mehr Fähigkeiten, und gemeinsam werden wir die Feinde eines freien Irak besiegen.

Vor kurzem haben wir auch einen großangelegten neuen Feldzug zur Beilegung der Sicherheitskrise im Irak begonnen. Seite an Seite führen irakische und amerikanische Kräfte Einsätze in den gewalttätigsten Gebieten der Stadt durch, um Al Kaida zu zerschlagen, feindliche Kämpfer gefangen zu nehmen, hart gegen jene vorzugehen, die improvisierte Sprengsätze herstellen und Todesschwadronen aufzubrechen. Diese Kräfte sind der nationalen irakischen Polizei bei der Umschulung behilflich, um die Gesetze in Bagdad besser durchsetzen zu können. Und diese Kräfte unterstützen die Regierung des Irak bei der Bereitstellung von Wiederaufbauhilfe.

Der Sicherheitsplan für Bagdad befindet sich noch in der Anfangsphase. Wir können keine sofortigen Erfolge erwarten. Die ersten Resultate sind jedoch ermutigend. Einem Militärbericht zufolge sagte ein Sunnite in einem Bagdader Wohnbezirk, in dem Iraker verschiedener Religionszugehörigkeit leben, Folgendes über die patrouillierenden schiitischen Soldaten: “Ihr Image hat sich geändert. Man hat jetzt das Gefühl, dass sie hier sind, um uns zu schützen.” In den kommenden Wochen und Monaten wird der Einsatz auf ganz Bagdad ausgeweitet, bis die demokratische Regierung des Irak volle Kontrolle über ihre Hauptstadt hat. Die Arbeit ist schwierig und gefährlich, aber die irakische Regierung und ihre Streitkräfte sind entschlossen, die Kontrolle über ihr Land wiederzuerlangen. Und die Vereinigten Staaten sind entschlossen, ihnen zum Erfolg zu verhelfen.

Hier zuhause müssen wir nun eine Entscheidung treffen. Einige Politiker betrachten unsere Bestrebungen im Irak als eine Ablenkung vom Krieg gegen den Terror. Das wären Neuigkeiten für Osama bin Laden, der erklärte, der “dritte Weltkrieg herrscht” im Irak. Es wären Neuigkeiten für den zweiten Mann der Al Kaida, Sawahiri, der den Kampf im Irak “den Ort der größten Schlacht” nannte. Es wären Neuigkeiten für die Terroristen aus Syrien, Saudi Arabien, Ägypten, dem Sudan, Libyen, Jemen und anderen Ländern, die in den Irak gekommen sind, um das Aufkommen der Demokratie zu bekämpfen.

Es ist schwer zu glauben, dass diese Terroristen für eine so genannte “Ablenkung” lange Reisen über gefährliche Grenzen antreten, heftige Kämpfe durchmachen oder sich selbst in den Straßen Bagdads in die Luft jagen würden. Einige Amerikaner haben meine Entscheidung, Saddam Hussein zu stürzen, nicht unterstützt; viele sind vom Ausmaß der Gewalt frustriert. Aber wir sollten uns alle einig sein, dass der Irak jetzt für den ideologischen Kampf des 21. Jahrhunderts eine zentrale Rolle spielt. Wir werden den Terroristen nicht erlauben, die Zukunft dieses Jahrhunderts zu diktieren – deshalb werden wir sie im Irak besiegen.

Es gibt jedoch immer noch einige in unserem Land, die darauf beharren, dass die beste Option im Irak darin besteht sich zurückzuziehen, unabhängig von der Situation vor Ort. Viele dieser Menschen sind aufrichtig, patriotisch, aber sie könnten keinen größerem Irrtum erliegen. Wenn die Vereinigten Staaten sich zurückziehen, bevor der Irak sich selbst verteidigen kann, wären die Konsequenzen total vorhersehbar – und total desaströs. Wir würden den Irak unseren schlimmsten Feinden aushändigen – den ehemaligen Henkern von Saddam Hussein, bewaffneten Gruppen mit Verbindungen zu Iran und Al-Kaida-Terroristen aus aller Welt, die plötzlich einen Stützpunkt hätten, der weitaus wertvoller ist als Afghanistan unter den Taliban. Sie hätten einen neuen Zufluchtsort zur Rekrutierung und Ausbildung von Terroristen im Herzen des Nahen Ostens, mit riesigen Ölvorkommen zur Finanzierung ihrer Bestrebungen. Und wir wissen genau, wohin diese Bestrebungen führen. Wenn wir den Kampf in den Straßen von Bagdad aufgeben, werden wir uns den Terroristen in den Straßen unserer eigenen Städte gegenüberfinden.

Wir können uns entschließen, die Terroristen im Irak und anderen Teilen der Welt nicht mehr zu bekämpfen, aber sie werden sich nicht entschließen, nicht mehr gegen uns zu kämpfen. General John Abizaid, unser Oberbefehlshaber im Nahen Osten, formulierte es vor kurzem folgendermaßen: “Wenn wir gehen, werden sie uns folgen.” Er hat Recht. Die Sicherheit der zivilisierten Welt hängt vom Sieg im Krieg gegen den Terror ab, und dieser wiederum hängt vom Sieg im Irak ab. Also werden die Vereinigten Staaten von Amerika nicht weichen, bis dieser Krieg gewonnen ist.

Ein Sieg im Irak wird schwer sein, und er wird mehr Opfer erfordern. Die Kämpfe dort können so erbittert sein wie sie es in Omaha Beach oder Guadalcanal waren. Und der Sieg ist ebenso wichtig, wie er es in diesen früheren Schlachten war. Der Sieg im Irak wird ein demokratisches Land schaffen, das ein Freund der Vereinigten Staaten und ein Verbündeter im Kampf gegen den Terror ist. Der Sieg im Irak wird für unsere Feinde, die so viel auf die Schlacht dort gesetzt haben, eine vernichtende Niederlage sein. Der Sieg im Irak wird die Opfer aller mutigen Amerikaner würdigen, die ihr Leben gegeben haben. Und der Sieg im Irak wird ein gewaltiger Triumph für den ideologischen Kampf des 21. Jahrhunderts sein. Von Damaskus bis Teheran werden die Menschen einen demokratischen Irak als Inspiration betrachten, dass Freiheit im Nahen Osten Erfolg haben kann, und als Beweis dafür, dass die Seite der Freiheit die Seite ist, die gewinnt. Dies ist ein entscheidender Augenblick für den Nahen Osten. Die Welt sieht zu – und im Irak und darüber hinaus werden die Kräfte der Freiheit obsiegen.

Trotz aller Debatten läuft es bei der amerikanischen Politik im Nahen Osten im Grunde auf eine ganz einfache Entscheidung hinaus: Wir können dem Nahen Osten erlauben, den bisherigen Kurs weiterzuverfolgen, den Kurs, dem er auch schon vor dem 11. September folgte, und in einer Generation werden unsere Kinder es dann mit einer Region zu tun haben, die von Terrorstaaten und radikalen Diktatoren beherrscht wird, die im Besitz von Kernwaffen sind. Oder wir können das verhindern, indem wir die Welt um uns scharen, um sich der hasserfüllten Ideologie zu widersetzen und den Menschen im Nahen Osten eine hoffnungsvolle Zukunft zu bieten. Und das ist die Entscheidung, die Amerika getroffen hat.

Wir sehen einen Tag, an dem die Menschen im Nahen Osten Regierungen haben, die ihre Würde respektieren, ihre Kreativität freisetzen und ihre Stimmen zählen. Wir sehen einen Tag, an dem die Führung im Nahen Osten den Terror zurückweist und die Freiheit schützt. Wir sehen einen Tag, an dem die Nationen des Nahen Ostens Verbündete in der Sache der Freiheit sind. Der Weg zu diesem Tag wird bergauf führen und uneben sein, aber bezüglich des Ergebnisses können wir zuversichtlich sein, denn wir wissen, dass die Geschichte in Richtung Freiheit führt.

In den Anfangsjahren unserer Republik sagte Thomas Jefferson, dass wir nicht erwarten können, “auf Federn gebettet vom Despotismus zur Freiheit” zu gelangen. Das gilt für jede Zeit und jeden Ort. Niemand versteht das wie Sie, unsere Veteranen, es verstehen. Aus der Distanz der Geschichte ist es leicht, auf die Kriege des 20. Jahrhunderts zurückzublicken und einen geradlinigen Weg zum Sieg zu erkennen. Sie wissen es besser. Sie haben die harten Schlachten geschlagen, Sie haben die Wunde erlitten, Sie haben Freunde und Brüder verloren. Sie waren in den dunklen Zeiten dort und in den Momenten der Unsicherheit. Und Sie wissen, dass die Freiheit das Opfer immer wert ist.

Sie wissen auch, was ein Sieg erfordert. Bei allem, was an diesem Krieg neu ist, eine Sache hat sich nicht geändert: Der Sieg hängt immer noch von dem Mut, der Geduld und der Entschlossenheit des amerikanischen Volkes ab. Vor allem hängt er von Patrioten ab, die bereit sind, für die Freiheit zu kämpfen. Unsere Nation ist reichlich gesegnet mit solchen Frauen und Männer. Unsere militärischen Streitkräfte machen diese Nation stark, sie machen diese Nation sicher, und sie machen diese Nation stolz.

Wir danken ihnen und ihren Familien für ihre Opferbereitschaft. Wir werden uns an all jene erinnern, die ihr Leben in diesem Kampf gelassen haben – und ich verspreche, dass wir unseren Frauen und Männern in Uniform alle Ressourcen geben werden, die sie für die Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen.

Ein mutiger Amerikaner, dem wir gedenken, ist der Unteroffizier der Marineinfanteristen Adam Galvez, der hier aus Salt Lake City stammt. Gestern haben Adams Eltern ihren Sohn zur letzten Ruhe geleitet. Wir fühlen uns geehrt, dass sie heute hier bei uns sind. Vor etwa einem Monat wurde Adam bei einem Selbstmordattentat in der Provinz Anbar im Irak verletzt. Als er das Bewusstsein wiedererlangte, stellte er fest, dass er lebendig begraben worden war, also grub er sich aus dem Geröll heraus. Dann rannte er durch das Geschützfeuer und holte eine Schaufel, um seine Kameraden auszugraben. Sobald er sich von seinen Verletzungen erholt hatte, meldete Adam sich freiwillig zurück an die Front, und vor 11 Tagen wurde er getötet, als eine Straßenbombe seinen Konvoi traf.

Adams Mutter und Vater sagten Folgendes über die Sache, für die ihr Sohn sein Leben gab: “Obwohl viele die Berechtigung dieses Kriegs diskutieren, glaubte Adam an sein Land – Adams Glaube an sein Land wankte nicht, bis hin zum letzten Opfer. Wir hoffen und beten, dass die Menschen diese Überzeugung teilen und dieses Engagement für unsere Truppen und amerikanischen Mitbürger teilen.”

Unser Land wird sich immer an die Selbstlosigkeit und die Opfer, die Amerikaner wie Adam Galvez gebracht haben, erinnern. Wir werden ihr Leben würdigen, indem wir die gute und noble Arbeit vollenden, die sie begonnen haben. Wir können zuversichtlich sein, dass Veteranen des Krieges gegen den Terror sich in den Sälen der American Legion im ganzen Land versammeln werden, und die gleichen Dinge sagen, die Sie auch sagen: Wir haben unser Land sicherer gemacht, wir haben die Region friedlicher gemacht, wir haben eine bessere Welt für unsere Kinder und Enkelkinder hinterlassen.

Vielen Dank, dass Sie mich eingeladen haben. Möge Gott unsere Veteranen segnen. Möge Gott unsere Truppen segnen. Und möge Gott weiterhin die Vereinigten Staaten von Amerika segnen.

Originaltext: President Bush Addresses American Legion National Convention

Wiederaufbau an der Golfküste

BILOXI – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die unwesentlich gekürzte Rede von US-Präsident George W. Bush anlässlich des Jahrestages von Hurrikan Katrina in Biloxi vom 28. August 2006.

Vielen Dank, dass Sie alle gekommen sind. Ich freue mich, wieder hier in Biloxi zu sein. Ich freue mich, dass Laura mitgekommen ist. Ich war schon einmal hier in dieser Gegend. Tatsächlich war ich einige Tage nach Hurrikan Katrina hier. Es ist erstaunlich, oder? Es ist erstaunlich, wie die Welt damals aussah und wie sie heute aussieht.

Ich erinnere mich daran, mit Patrick Wright gesprochen zu haben. Erinnern Sie sich an Patrick? Ich weiß nicht, ob Sie sich an das Bild erinnern – vielleicht sehen Sie diesen Mann noch, wie er auf dem sitzt, was einst sein Heim war – auf einem Trümmerhaufen. Patrick, ich freue mich, Sie zu sehen.

Ich habe auch Sandy und Lynn Patterson getroffen, Ihre Nachbarn, als sie die Straße entlang gingen. Sie – ja, fast alle hier – haben alles verloren, was sie besitzen. Man kann sich nicht vorstellen, wie die Welt damals aussah. Ich bin bei ihnen zu Hause gewesen – ich komme gerade von da. Sie haben eine Klimaanlage, sie haben Strom. Man sieht, dass die Wiederaufbaubemühungen in diesem Teil der Welt begonnen haben.

Es herrscht hier ein Gefühl der Erneuerung. Für diejenigen, die das ganze letzte Jahr hier waren, mag es schwer sein, dieses Gefühl der Veränderung wirklich zu empfinden, aber für jemanden, der hier war und dann ein Jahr später zurückkommt, ist die Veränderung offensichtlich. Ich beglückwünsche Sie zu Ihrem Mut und Ihrem Durchhaltevermögen.

Und es gibt immer noch Herausforderungen. Es muss noch mehr getan werden. Man kann es an den provisorischen Wohnwagen sehen. Ich spüre das stille Gefühl der Entschlossenheit, das die Zukunft des Staates Mississippi gestalten wird. Ich bin an diesem Jahrestag zurückgekehrt, um Ihnen für Ihren Mut zu danken und Ihnen mitzuteilen, dass die Bundesregierung Ihnen weiterhin zur Seite steht. Laura und ich sorgen uns wirklich um die Betroffenen. Wir verstehen das Trauma, und wir danken Ihnen für Ihre Entschlossenheit.

Ich möchte Gouverneur Haley Barbour und Marsha danken, dass sie heute bei uns sind. Ich danke dem Bundeskoordinator für den Wiederaufbau der Golfküste, Don Powell. Er ist ein Freund von mir aus Texas. Wir haben hier zwei Militärangehörige, die nach dem Sturm geholfen haben. Meiner Meinung nach haben sie im Leben der Menschen enorm viel bewirkt – General Russ Honor und Admiral Thad Allen. Vielen Dank, dass Sie hier bei uns sind. Zwei US-Senatoren aus Mississippi sind hier, Thad Cochran und Trent Lott. Und ich danke auch Tricia, dass Sie gekommen ist. Ich danke auch dem Kongressabgeordneten Chip Pickering, der heute hier ist. Kongressabgeordneter Pickering sorgt sich ebenso sehr um die Menschen in Mississippi wie die beiden Senatoren.

Ich erinnere mich daran, wie ich mit A.J. Holloway, ihrem Bürgermeister, die Straße entlang lief. A.J. war natürlich beunruhigt und besorgt, aber er machte mir auch deutlich, dass Biloxi wiederaufgebaut werden kann, wenn es angemessene Hilfe erhält. Und Biloxi baut wieder auf. Sie haben in A.J. Holloway einen guten Bürgermeister.

Ich hatte das Vergnügen, einige örtliche Vertreter aus der Gegend an der Küste zu treffen – es waren wahrscheinlich sogar alle örtlichen Vertreter. Einer der Menschen, der mich am meisten beeindruckt hat, ist Bürgermeister Tommy Longo aus Waveland. Bürgermeister, es ist gut Sie zu sehen.

Wissen Sie, einer der interessanten Menschen, die ich getroffen habe, ist Malcolm Jones – er ist Anwalt in der Stadt Pass Christian. Malcolm, vielen Dank, dass Sie gekommen sind. Er hat geholfen, den Plan zu entwerfen, der es uns ermöglichte, den Schutt schnell zu beseitigen, und ich danke ihm für seinen Beitrag. Ich möchte Chipper McDermott, der Bürgermeisterin von Pass Christian danken. Rusty Quave ist heute bei uns. Herr Bürgermeister, danke, dass Sie gekommen sind. Billy Skellie ist auch bei uns. Das sind alles Bürgermeister, die versuchen, ihren Gemeinden beim Wiederaufbau zu helfen. Sie leisten harte Arbeit dabei, den Menschen zu helfen, ihr Leben zu verbessern. Ich möchte meinem Freund Brent Warr danken. Er ist der Bürgermeister von Gulfport. Brent, es ist gut, Sie zu sehen. Vielen Dank, dass Sie gekommen sind.

Ich möchte auch den Feuerwehrleuten von Biloxi danken, die heute hier sind. Vielen Dank für Ihre Arbeit. Danke, dass Sie geblieben sind. Als Hurrikan Katrina am 29. August um 6.10 Uhr Ortszeit auf Land traf, war er einer der stärksten Hurrikane, der die Vereinigten Staaten je getroffen hat. Die Zerstörung und die Trümmer waren unvorstellbar. Man muss es selbst gesehen haben, um das Wesen dieses Sturms und den verursachten Schaden zu begreifen. Die schreckliche Gewalt dieses Sturms hat einige der riesigen Raddampfer an Land geworfen. Ampeln wurden verbogen. Der Sturm riss einige der wunderschönen Bäume aus dem Boden. Er beraubte die Städte ihrer bekannten Wahrzeichen und Gebäude.

In den Tagen, die folgten, arbeiteten die Menschen in Mississippi zusammen, um Leben zu retten. Die Menschen halfen denjenigen, die vom steigenden Wasser eingeschlossen wurden. Drei Menschen wurden aus einem Fenster in diesem Haus hier gezogen, um ihr Leben zu retten. Die Menschen öffneten ihre Häuser für Notleidende. Die Menschen von Mississippi haben gesagt, wir werden diese Katastrophe überwinden, und sie arbeiteten zusammen, um das zu tun.

Seit den Tagen des Heldentums und Muts hat die Golfküste eine der größten Wiederaufbaumaßnahmen in der Geschichte unserer Nation begonnen. Ich bin zum 11. Mal seit dem Sturm hier. Wissen Sie, bei jedem Besuch sehe ich Fortschritte. Ich war von der Schönheit der Strände beeindruckt. Die Strände sahen nach dem Sturm ziemlich übel aus, wie Sie wissen. Heute sind sie makellos und wunderschön. Sie spiegeln meines Erachtens eine hoffnungsvolle Zukunft wider.

Ich weiß die Tatsache zu schätzen, dass die Menschen hier diese riesige Herausforderung entschlossen und mit zusammengebissenen Zähnen angehen. Und Ihr Gouverneur geht voran. Er sagt, dass der Sturm mit all seiner Zerstörung in Mississippi zu einer Wiedergeburt geführt hat, die sicherlich bewirken wird, dass der Staat größer und schöner wiederaufgebaut wird als zuvor. Er glaubt daran. Eine Menge Menschen in Mississippi glauben daran. Und ich tue das ebenfalls.

Vor einem Jahr habe ich die Bundesregierung verpflichtet, Ihnen zu helfen. Ich habe gesagt, dass wir die Pflicht haben, den Menschen vor Ort beim Wiederaufbau zu helfen. Und ich meinte, was ich sagte. Wir haben mit Thad und Trent Lott und anderen Mitgliedern des US-Kongresses zusammengearbeitet und 110 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau dieser Gegend bewilligt. Das ist ein starkes Engagement des Bundes, das wir auch aufrecht erhalten werden.

Wir verstehen, dass die Menschen gerne in ihre Häuser zurückkehren wollen. Wir verstehen, dass die Menschen von Hilfe hören und sich fragen, wo sie bleibt. Wir wissen das. Aber das Wichtige ist, dass diese Bundesregierung eine Verpflichtung eingegangen ist zu helfen, und das beginnt mit einem großen Scheck. Damit der Wiederaufbau so gut funktioniert, wie wir es wollen, muss es eine Partnerschaft mit der Bundesregierung und den Regierungen auf Ebene der Bundesstaaten und Kommunen geben.

Ich denke Folgendes über die Partnerschaft: Sie kennen die Bedürfnisse Ihrer Gemeinden besser als die Menschen in Washington. Wenn es darum geht, was Mississippi will, würde ich lieber dem Bürgermeister und den Landkreisvertretern zuhören, als den Menschen in Washington.

Der erste Bewährungsprobe dieser Partnerschaft war die Beseitigung des Schutts. Man kann eine Gemeinde nicht wiederaufbauen, wenn sie voller Trümmer liegt. Wir haben jetzt in etwa 98 Prozent des trockenen Schutts weggeräumt. Ich weiß noch, dass die Bürgermeister nicht sehr glücklich mit der Schuttbeseitigung waren, als wir zum ersten Mal herkamen. Nun, wir haben ihnen zugehört. Wir haben die Finanzierungsformeln berichtigt. Wir haben das verfolgt, und der Schutt ist nahezu weg – das ist der erste Schritt um sicherzustellen, dass die Partnerschaft funktioniert. Schritt zwei besteht dann darin, diese Gegend größer und besser wieder aufzubauen als zuvor.

Wir arbeiten auch zusammen um sicherzustellen, dass wir besser auf Hurrikane vorbereitet sind. Jedes Ministerium hat an einer umfassenden Studie teilgenommen, die unsere Reaktion auf die Hurrikane im letzten Jahr auswertet. Jedes Ministerium hat praktische Reformvorschläge zur Verbesserung gemacht. Also werten wir die Pläne aus. Wir arbeiten mit den Vertretern der Bundesstaaten und Kommunen zusammen. Die Menschen in Mississippi sind vorbereitet. Ich möchte Gouverneur Barbour und den Vertretern der Kommunen danken, dass sie so beeindruckende Anstrengungen unternommen haben, den Menschen in Mississippi zu helfen. Die Wahrheit ist, dass wir zusammenarbeiten können und werden, aber wenn eine Katastrophe eintritt, sind die ersten Menschen, auf die man sich verlässt, die am wichtigsten sind, die eigenen Freunde. Freunde, die Freunden helfen, leisten einen ausschlaggebenden Beitrag, wenn es darum geht, Leben zu retten und das Trauma der ersten Tage zu verarbeiten.

Wir haben alle Rollen, die wir übernehmen, aber in jedem Staat, der letztes Jahr von den Stürmen betroffen war, war es der Mut der Bürger vor Ort, der den Ausschlag zwischen Leben und Tod gegeben hat. Es war der Mut der Krisenreaktionskräfte vor Ort. Ich bin hier, um Ihnen allen dafür zu danken, dass Sie dem Land gezeigt haben, wie man auf Naturkatastrophen reagiert.

Ein neues Mississippi entsteht, und Sie werden es beim Bau Ihrer Häuser und der Rückkehr der Geschäfte bemerken. Das erfordert eine andere Art von Mut, aber es ist trotz allem mutig, wenn Menschen ein Risiko eingehen, wiederaufbauen und sagen, dass sie es dem Sturm nicht erlauben, ihr Leben für immer zu verändern.

Sie leiten also den Wiederaufbau. Wir helfen Ihnen. Wir haben Wohnungszuschüssen in Höhe von mehr als drei Milliarden Dollar bewilligt, und dieses Geld fließt nun langsam an die Eigentümer. Ich weiß, es gibt einige Frustrationen, aber ich möchte herausstellen, dass der Bundesstaat hart arbeitet um sicherzustellen, dass das Geld für wichtige Dinge ausgegeben wird und an die Menschen geht, die es verdienen. Das erwarten Sie, und das wird auch geschehen. Die Schecks sind ausgestellt, sie werden verschickt, und der Gouverneur und seine Mitarbeiter koordinieren den ganzen Vorgang. Es ist ein großes Unterfangen, das die Zusammenarbeit mit Regierungsbehörden, Versicherungsunternehmen, Freiwilligen und führenden Gemeindemitgliedern erfordern wird.

Die Leute hier haben gesagt, sie hätten dieses Haus ohne die Kirche und die Freiwilligenorganisationen, die ihnen geholfen haben, nicht wiederaufbauen können. Die Kommission für Wiederaufbau und Erneuerung von Gouverneur Barbour war ein wichtiger Schritt, um die Menschen zur Erarbeitung einer gemeinsamen Vision zusammenzubringen, wie sie zusammenarbeiten können. Das war eine kluge Sache.

Sehen Sie, ich habe gesagt, entwickeln Sie den Plan. Wir werden es nicht für Sie tun, denn Sie kennen die Bedürfnisse vor Ort besser, und Mississippi wird der Verantwortung gerecht. Die Kommission hat mehr als 500 Freiwillige zusammengebracht. Die Kommission hat mehr als 50 öffentliche Foren in 33 Landkreisen veranstaltet. Sie haben von tausenden von Bürgen gehört, wie wiederaufgebaut werden soll, und daher haben die Wiederaufbaumaßnahmen mit konkreten Empfehlungen zur Verbesserung der Infrastruktur, zur Neugestaltung der Bebauungspläne und Bauvorschriften und zur verbesserten Zusammenarbeit bei der Planung für zukünftige Stürme begonnen.

Es war ein kluger Plan, Herr Gouverneur, und ich möchte Ihnen für seine Umsetzung danken. Sie verfügen jetzt über eine Strategie für den Bau intelligenterer Häuser. Sie haben eine Strategie, um Nachbarschaften durch Parks und Spielplätze miteinander zu verbinden. Sie haben eine vernünftige Strategie.

Ich weiß, dass der Wiederaufbau von Nachbarschaften ein Haus nach dem anderen erfolgt, und das passiert auch hier. Wenn jemand zurückkehrt, trägt das zur Erneuerung der Gemeinde bei, und deshalb besteht ein Teil unserer Bestrebungen und unserer Strategie darin sicherzustellen, dass die Menschen so schnell wie möglich in ihre Häuser zurückkehren können.

Sandy Patterson kann Ihnen berichten, wie wichtig es ist, sich eingebunden zu fühlen. Sie sagt: “Mein Haus ist wieder mein Zuhause, und es ist schön, zu Hause zu sein. Und genau das wollen wir: Dass sich die Menschen hier in diesem Teil der Welt gegenseitig helfen.

Wir haben einen lebendigen Unternehmergeist hier und die Besitzer kleiner Unternehmen arbeiten hart daran, ihre Geschäfte wiederzueröffnen. Einer der Unternehmer, Ernest Henley, ist heute hier. Er ist der Inhaber von West End Cleaners. Als Katrina auf die Küste traf, flogen die Fenster seines Unternehmens heraus und das Dach wurde beschädigt. Weniger als zwei Wochen später waren die Fenster mit Brettern vernagelt, aber West End Cleaners war zurück im Geschäft. Wissen Sie, er war nicht bereit, sich vom Sturm davon abhalten zu lassen, sich seinen Traum zu erfüllen, ein eigenes Unternehmen zu führen.

Bobby Mahoney ist auch hier. Er zeigte denselben Unternehmergeist, als er Mary Mahoney’s eröffnete, ein Restaurant, dass er nach seiner Mutter benannte. Das ist eine kluge Sache, wenn man ein Restaurant eröffnet. Nur zwei Monate nach Hurrikan Katrina servierte Mary Mahoney’s wieder sein weltberühmtes Gourmet-Meeresfrüchtegumbo. Im Restaurant hat Bobby an der Wand Markierungen angezeichnet, wie hoch das Wasser nach den Hurrikanen Camille und Katrina stand. Er sagt, Biloxi kann dank der Unternehmen schnell wieder aufgebaut werden. Man kann zurückkehren und sein Zuhause wiederaufbauen, wenn man eine Arbeit hat, aber ohne Arbeit geht es nicht.

Ein kluger Mann weiß, dass Menschen Arbeit finden und über die nötigen Mittel verfügen werden, um zum Wiederaufbau ihrer Gemeinden beizutragen, wenn dieser Teil der Welt blüht und Unternehmen gedeihen.

Ich finde die Einstellung der Menschen hier in Pass Christian bewundernswert. Nachdem die Hurrikane zahlreiche Häuser dem Erdboden gleich gemacht hatten, reagierte die Stadt, indem sie Unternehmen und Gemeindeorganisationen erlaubte, im War Memorial Park Wohnwagen aufzustellen. Die Idee entstand, als die Hancock Bank eine Filiale in einem Wohnmobil eröffnete. Heute gibt es im Park zwei Banken, einen Versicherungsvertreter, ein Immobilienbüro, ein Lebensmittelgeschäft, ein Bauunternehmen, ein Schnellrestaurant sowie eine Stadtbibliothek.

Scott Naugle ist heute auch hier. Er ist Präsident der Kammer. Er sagt, wir werden Geschäfte machen, auch wenn wir neue Wege finden müssen, sie zu machen.

Optimismus ist die einzige Option. Wir wollen helfen. Wir wollen dazu beitragen, dass Optimismus Erfolg hat. Daher habe ich Gesetze unterzeichnet, die so genannte Chancenzonen für die Golfregion schaffen (Gulf Opportunity Zones). Das bedeutet, dass man Steuervergünstigungen bekommt, wenn man in diesem Teil der Welt investiert. Anders ausgedrückt, bedeutet es, dass die Behörden die Steuergesetze dazu verwenden, Investitionen anzuziehen. Es ist von großer Bedeutung, dass der Kongress diese Gesetze verlängert hat. Es ist wichtig, dass die Planer – und diejenigen, die Arbeitsplätze schaffen, wissen, dass die von uns geschaffenen Anreize noch gültig sind.

Zudem haben wir Kredite für mittelständische Unternehmen vergeben. Wir versuchen also einfach, Ihnen zu helfen. Der Wille ist da. Die Menschen wollen erfolgreich sein. Unsere Aufgabe auf Bundesebene ist es, Ihnen zu helfen, erfolgreich zu sein. Das ist es, was ich Ihnen sagen wollte.

Das Erstaunliche in diesem Teil der Welt, der von den Stürmen so stark betroffen war, ist das, was mit den Schulen geschah. Laura hat die Golfküste 13 Mal besucht. Sie hat das übermittelt, was viele Menschen in den Vereinigten Staaten verspüren: Dass es wichtig ist, die Kinder so bald wie möglich wieder in die Schule zu schicken. Und genau das haben Sie getan.

Für Kinder, die alles verloren haben, ihr Heim, ihre Habseligkeiten und ihre Freunde, kann die Schule ein Ort sein, an dem sie Stabilität und einen gewohnten Tagesablauf finden. Die Bürger von Mississippi haben das verstanden. Lehrer und Gemeindevertreter haben hart daran gearbeitet, die Kinder so schnell wie möglich wieder in die Schule zu schicken.

Stellen Sie sich vor, das Ergebnis dieser Bestrebungen war, dass in jedem Bezirk, in dem nach Katrina eine Schule geschlossen wurde, diese im vergangenen Schuljahr wieder geöffnet wurde. Es ist eine bemerkenswerte Leistung der fähigen Menschen in diesem Teil der Welt. Die Lizana Elementary School ist ein gutes Beispiel hierfür. In den Tagen und Wochen nach Katrina diente sie zunächst als Zufluchtsort des Roten Kreuzes. Die Menschen in Mississippi und überall im Land unterstützten den Wiederaufbau, um der Schule wieder auf die Beine zu helfen. Sie spendeten Schreibtische und Aktenschränke und sogar Kleidung, Büchertaschen, Stifte und Papier. Vickie Williams ist heute bei uns. Sie sagte: Keiner der Schüler musste Schulutensilien kaufen. Mithilfe von landesweiten Spendenaktionen konnte alles normalisiert werden. Es war ein Segen, der von überall aus dem Land kam.

Vickie, danke, dass Sie anderen Menschen Anerkennung zollen, aber Sie und Ihr Team verdienen viel Anerkennung.

Charles B. Murphy und die Gulfview Elementary Schools sind eine weitere inspirierende Geschichte. Als die Schulen zerstört wurden, mussten sich die Lehrer an die neue Situation anpassen, und sie begannen, ihren Unterricht in Wohnwagen abzuhalten. Die Lehrer halfen bei den Reparaturarbeiten, die Eltern halfen, und Freiwillige kamen sogar aus Vermont und Kanada. Sie bauten Möbel, schleppten Kisten, schlossen Computer an und pflanzten Bäume. Es gab ein Klassenzimmer im Freien, das für Unterricht in Naturwissenschaften, Musik und Sport genutzt wurde.

Jan White ist bei uns. Sie sagt: Im vergangenen Jahr ging es ums Überleben, dieses Jahr geht es um Innovationen. Das Schulsystem hat nicht nur überlebt. Die Schulen werden sogar stärker und besser sein, als sie es zuvor waren.

Der Gouverneur und der Senator sagten damals zur Bundesregierung, wir brauchen Hilfe. Unsere Steuerbasis ist zerstört worden. Wir benötigen Bargeld, um unsere Schulen zu unterhalten. Deshalb haben wir nahezu 480 Millionen Dollar für den Wiederaufbau der Schulen ausgegeben. Es muss aber noch viel Arbeit geleistet werden.

Ein Ort, an dem viel geleistet werden kann und geleistet wird, sind Bibliotheken. Laura Bush nimmt das sehr ernst. Sie hat die Laura Bush Foundation gegründet und arbeitet mit dem Privatsektor zusammen. Im Rahmen dieser Kooperation haben 20 Schulen Finanzhilfen in Höhe von insgesamt mehr als einer Million Dollar erhalten, mit denen sie neue Bücher kaufen können.

Wir sehen heute das neue Mississippi dank der glaubensbasierten Gruppen und Gemeindeorganisationen, von denen es hier viele gibt. Als der Hurrikan auf die Küste prallte, meldeten sich gläubige Frauen und Männer sofort zur Stelle. Am auf den Sturm folgenden Sonntag trafen sich Pastor Harold Roberts – er ist heute hier – und die Kirchengemeinde der Episcopal Church of the Redeemer an der Stelle, wo ihre Kirche einst stand. Sie brachten Gartenstühle und Decken herbei, auf denen man sitzen konnte. Einige von ihnen hatten bereits Ähnliches durchgestanden.

Wissen Sie, 1969 zerstörte Hurrikan Camille alles mit Ausnahme des Kirchturms und der alten Kirchenglocke. Diesmal blieb nichts stehen, und die Gemeinde musste die alte Kirchenglocke an ihrem neuen Platz im Geröll läuten. An diesem ersten Sonntag nach Hurrikan Katrina las Pater Harold Roberts aus dem Brief des Paulus an die Römer. Er sagte: “Seid fröhlich in Hoffnung; geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet”. Das ist genau, was die Menschen in diesem Teil der Welt getan haben.

Pater Roberts arbeitet hart. Seine Gemeinde begann, ihre Schule wiederaufzubauen, und jetzt werden sie auf höher gelegenem Gelände eine Kirche erbauen. In der Zwischenzeit versammeln sie sich in der Sporthalle. Er sagt: “Trotz der Herausforderungen des vergangenen Jahres sehen wir die Kraft Gottes am Werk. Die Menschen sind unglaublich geduldig gewesen. Wir werden uns hiervon erholen, und wir werden erst wiederaufbauen, wenn wir es richtig machen können.”

Überall in Mississippi haben Bürger sich daran gemacht, diesen Bundesstaat wiederaufzubauen. Viele Freiwillige sind tausende von Meilen gereist, um hier zu sein. Was ich damit sagen möchte: Ich hoffe, Sie haben erkannt, dass Sie nicht allein waren. Eine der bemerkenswertesten Gruppen war Hands On Gulf Coast.

Hands On Gulf Coast ist eine Gruppe von Freiwilligen, allesamt Fremde in diesem Teil der Welt, zumindest größtenteils. Sie sagten, was können wir tun, um zu helfen? Sie kamen in Scharen. Sie taten alles Mögliche. Sie räumten Trümmer weg, entfernten Schimmel, reparierten Dächer, spendeten Kleidung und unterrichteten Schüler. Wenn jemand sagte, wir benötigen etwas, sagten sie, ich möchte helfen.

Dem Coastal Family Health Center, das drei Gebäude und mehr als 60 Angestellte verloren hatte, bot Hands On Hilfe an. Sie arbeiteten mit Krankenschwestern von der Golfküste. Sie brachten FedEx dazu, Menschen bei ihren Flugkosten zu unterstützen. Sie stellten Nahrungsmittel und Wohnraum zur Verfügung. Dadurch konnte das Coastal Family Health Center wichtige Hilfe für die guten Bürger in diesem Teil der Welt leisten.

Suzanne Stahl, die ich kennenlernen durfte, steht dort drüben. Sie ist seit 12 Monaten hier. Ist das nicht unglaublich? Jemand kommt hierher, möchte helfen und ist noch heute hier und hilft, weil sie Mitgefühl zeigt, wie viele andere Menschen auch.

Sie sagte: “Es war erstaunlich, die Kraft und die Entschlossenheit all der Freiwilligen zu sehen, die kamen, um etwas zu tun.” Wenn ich nur die Energie und den Enthusiasmus dieser Freiwilligen in eine Flasche hätte füllen können. Es ist ungefähr so unglaublich wie die Zerstörung.”

Ich möchte allen danken, die sich freiwillig gemeldet haben. Ich möchte jenen danken, die einen Teil ihres hart verdienten Geldes gespendet haben, um den guten Menschen hier unten bei ihrer Genesung zu helfen. Ich möchte jenen sagen, die immer nach Möglichkeiten suchen, ihren Mitmenschen zu helfen, dass es hier unten noch etwas zu tun gibt, und dass es noch Hoffnung gibt. Wir brauchen hier immer noch Menschen, die helfen.

Die Heerscharen der Helfer mit ihren Millionen gütigen Gesten führen uns vor Augen, dass die wahre Stärke der Vereinigten Staaten von Amerika in den Herzen und Seelen ihrer Bürger liegt, und dafür sind wir dankbar.

Ich zweifle nicht daran, dass Mississippi die Wiedergeburt erleben wird, von der Gouverneur Barbour sprach. Man kann nicht durch diesen Bundesstaat fahren, ohne die Anzeichen der Genesung und Erneuerung zu bemerken. Es ist einfach unmöglich, die Anzeichen der Hoffnung zu übersehen. Sie haben all das auf altmodische Art und Weise geleistet, mit Vision, harter Arbeit und Entschlossenheit.

Ein Teil der härtesten Arbeit liegt noch vor uns. Wir haben die Abtragung des nassen Schuttes aus dem Mississippi Sound abgeschlossen. Wir werden sicherstellen, dass die staatlichen Gelder bei den Personen ankommen, die sie zum Wiederaufbau ihres Zuhauses benötigen. Wir werden sicherstellen, dass die Schulen und Bibliotheken besser als zuvor wiederaufgebaut werden, und wir werden Ihnen zur Seite stehen, bis die Aufgabe bewältigt ist. Und wenn die Aufgabe bewältigt ist, werden Ihre Kinder und Enkelkinder eine hellere und hoffnungsvollere Zukunft haben.

Möge Gott die mutigen Bürger Mississippis weiterhin segnen. Vielen Dank, dass Sie gekommen sind.

Originaltext: President Bush Discusses Gulf Coast Recovery

Nationalversammlung der Veteranen

RENO – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die gekürzte Rede von US-Vizepräsident Richard B. Cheney bei der Nationalversammlung der Veteranen von Kriegen im Ausland vom 28. August 2006.

Ihre Nationalversammlung findet wieder einmal in Kriegszeiten statt. In dieser Stunde befinden sich amerikanische Soldaten, Marineinfanteristen, Matrosen, Flieger und die Küstenwache auf entscheidenden Missionen zur Verteidigung der Unschuldigen, zur Konfrontation der Gewalttätigen und zur Achtung der Verpflichtungen, die die Vereinigten Staaten eingegangen sind. Sie machen dieser Nation alle Ehre, und ich weiß, dass sie die beständige Sorge, die Unterstützung und die Gebete der Veteranen zu schätzen wissen.

In nur zwei Wochen wird der Kalender wieder den 11. September zeigen, und in Gedanken werden wir bei diesem Tag vor fünf Jahren weilen, an dem die Feinde unser Land heimtückisch und in mörderischer Absicht angriffen. Die Frauen und Männer, die im Krieg gegen den Terror ihren Dienst leisten, tun dies für die höchsten Ideale dieser Nation – den Glauben an Freiheit und Gerechtigkeit, an Gleichheit und die Würde des Einzelnen. Sie dienen den grundlegenden Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten und der zivilisierten Welt. Es ist nicht zu leugnen, dass die Arbeit schwierig ist und es viel zu tun gibt. Dennoch können wir uns weder Illusionen über das Wesen des Feindes hingeben, den wir bekämpfen, noch über die Ziele, der er verfolgt.

Dieser Feind trägt keine Uniform, respektiert die Regeln der Kriegsführung nicht und wird von keinem Ehren- oder der Moralkodex zurückgehalten. Er schmiedet geheime Pläne, wählt Hilflose als Zielscheibe und jubelt über den Tod von unschuldigen, nichts ahnenden Menschen.

Dieser Feind hat bestimmte Überzeugungen – und wir haben in der Herrschaft der Taliban gesehen, wie diese Überzeugungen zum Ausdruck kommen. Sie streben eine Diktatur der Angst an, in der jeder Mann, jede Frau und jedes Kind in absolutem Gehorsam einer engstirnigen und hasserfüllten Ideologie untersteht. Diese Ideologie lehnt Toleranz ab, verweigert die Gewissensfreiheit und verlangt, dass Frauen an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt werden. Derartige Überzeugungen können nur mit Gewalt und durch Einschüchterung aufgezwungen werden, also werden diejenigen, die sich weigern, sich den Tyrannen zu beugen, misshandelt oder getötet – und keine Person oder Gruppe ist hiervon ausgeschlossen.

Dieser Feind hat auch eine Reihe klarer Ziele: Die Terroristen wollen jedweden amerikanischen und westlichen Einfluss im Nahen Osten beenden. Ihr Ziel in dieser Region besteht darin, die Kontrolle über ein Land zu erlangen, so dass sie einen Stützpunkt haben, von dem aus sie Angriffe einleiten und Kriege gegen Regierungen führen können, die ihren Forderungen nicht nachkommen. Die Terroristen glauben, dass sie durch die Kontrolle über ein Land andere Regierungen in der Region angreifen und stürzen und letztendlich ein totalitäres Reich errichten können, dass die Region von Spanien über Nordafrika und den Nahen Osten sowie Südasien bis nach Indonesien einschließt.

Sie haben auch ihre äußersten Ziele deutlich gemacht: sich mit chemischen, biologischen und sogar nuklearen Waffen auszurüsten, Israel zu zerstören, alle westlichen Länder einzuschüchtern und den Tod unzähliger Menschen in den Vereinigten Staaten zu verursachen. Einige mögen sich diese Ziele ansehen und sie als extrem und verrückt abtun. Nun, diese Ziele sind tatsächlich extrem und verrückt. Sie sind aber auch real, und wir dürfen sie nicht einfach so abtun. Wir müssen sie ernst nehmen. Wir müssen uns ihnen widersetzen. Und wir müssen sie besiegen.

In den letzten Jahrzehnten haben die Amerikaner gesehen, wie die Terroristen ihre Ziele verfolgen. Dabei trat eine Art Muster deutlich hervor. Ganz deutlich gesagt war es so, dass die Terroristen uns angriffen, aber wir nicht hart genug zurückschlugen. Viele Jahre vor dem 11. September haben wir Terroranschläge gegen Amerikaner als Einzelfälle betrachtet und – wenn überhaupt – ad hoc reagiert, nie systematisch. Sogar nach einem Anschlag in unserem eigenen Land – der Bombenanschlag 1993 auf das World Trade Center – gab es die Tendenz, Terroranschläge als Einzelverbrechen zu behandeln, der man sich primär mittels der Strafverfolgungsbehörden annahm.

Der Mann, der den ersten Anschlag auf New York verübte, wurde aufgespürt, festgenommen, verurteilt und inhaftiert. Aber hinter dem einen Mann stand ein wachsendes Netzwerk an Operateuren innerhalb und außerhalb der Vereinigten Staaten, die einen Krieg gegen unser Land führen.

Für uns begann dieser Krieg am 11. September. Für sie begann er viele Jahre zuvor. 1983 töteten sie in Beirut 241 Soldaten. Dann kam der erste Anschlag auf das World Trade Center 1993, danach die Morde im Ausbildungszentrum der saudi-arabischen Nationalgarde in Riad 1995, die gleichzeitigen Bombenanschläge auf die amerikanischen Botschaften in Kenia und Tansania 1998 und der Angriff auf die USS Cole im Jahr 2000. Mit jedem Anschlag wurden die Terroristen zuversichtlicher, dass sie die Vereinigten Staaten angreifen konnten, ohne dafür bezahlen zu müssen. Sie verübten also weiterhin diese Anschläge, machten damit die Welt unsicherer und griffen uns schließlich am 11. September auf unserem eigenem Boden an.

Die Vereinigten Staaten benötigten gegen einen derart entschlossenen, organisierten und skrupellosen Feind eine neue Strategie – nicht nur zur strafrechtlichen Verfolgung einer Verbrechensserie, sondern für einen globalen Feldzug gegen das Terrornetzwerk, den es auszufechten und zu gewinnen galt. Erlauben Sie mir, Franklin Roosevelt zu zitieren, den Präsidenten, unter dem viele von ihnen gekämpft haben. Er verwandte folgende Worte, um die Nationalsozialisten zu beschreiben: “Moderne Kriegsführung gegen heimtückische Feinde ist ein schmutziges Geschäft. Wir mögen es nicht, wir wollten nicht hineingeraten, aber wir sind nun einmal drin, und wir werden mit allem kämpfen, was wir haben.”

Erstens sind wir fest entschlossen, Angriffe zu verhindern, bevor sie stattfinden, damit wir gegen die Terrornetzwerke in der Offensive sind. Im Inland wie auch mit den Koalitionspartnern im Ausland haben wir Terrorzellen zerschlagen, Terroristen aufgespürt und enormen Druck auf ihre Fähigkeit ausgeübt, Anschläge zu organisieren und zu planen. Die Arbeit ist hart, gefährlich und dauert an. Aber wir haben außerordentliche Fortschritte im Kampf gegen einen Feind gemacht, der im Schatten lauert.

Zweitens sind wir entschlossen, den Terroristen die Zuflucht zu verwehren. Seit dem Tag, an dem unser Land angegriffen wurde, haben wir die Bush-Doktrin angewandt: Jede Person oder Regierung, die Terroristen unterstützt, schützt oder ihnen Zuflucht gewährt, macht sich mitschuldig an der Ermordung von Unschuldigen und wird zur Rechenschaft gezogen.

Drittens arbeiten wir daran zu verhindern, dass Massenvernichtungswaffen verbreitet werden und in die Hände von Mördern gelangen. In der Welt nach dem 11. September müssen wir uns derartigen Gefahren stellen, bevor sie vollständig Gestalt annehmen. Der Präsident formulierte es sehr treffend: Terroristen und terroristische Staaten kündigen diese Bedrohungen nicht in formellen Verlautbarungen mit angemessenem Vorlauf an. Auf solche Feinde erst nach einem Anschlag zu reagieren, ist keine Selbstverteidigung, sondern Selbstmord.

Viertens sind wir entschlossen zu verhindern, dass die Terroristen Kontrolle über Länder erlangen, die sie als Stützpunkt und Ausgangspunkt für Terroranschläge auf andere Länder nutzen würden. Deshalb setzen wir unseren Kampf gegen die noch verbliebenen Kräfte der Taliban und Al Kaida in Afghanistan fort. Aus diesem Grund arbeiten wir mit Präsident Muscharraf zusammen, um gegen terroristische Elemente in Pakistan vorzugehen und sie zu isolieren. Deshalb kämpfen wir im Irak gegen die Überreste des Regimes von Saddam Hussein und gegen Terroristen.

Ich weiß, dass einige meinen, wir hätten durch die Befreiung des Irak von Saddam Hussein lediglich in ein Hornissennest gestochen. Sie übersehen dabei eine grundlegende Tatsache: Wir waren am 11. September 2001 nicht im Irak – und die Terroristen haben uns trotzdem angegriffen. Wie Präsident Bush sagte, existierte der Hass der Extremisten, bevor unser Einsatz im Irak ein Thema war, und er wird noch weiter bestehen, wenn der Irak nicht mehr als Ausrede dient.

Die Terroristen sehen die ganze Welt als ihr Schlachtfeld. Deshalb hat die Al Kaida ihre Anführer heute im Irak. Sie glauben, sie könnten die Vereinigten Staaten ängstigen und einschüchtern, so dass sie sich zurückziehen.

Ich weiß auch, dass einige in unserem eigenen Land behaupten, ein Rückzug aus dem Irak würde die Terroristen zufrieden stellen, und sie würden uns dann in Ruhe lassen. Genau das Gegenteil trifft zu. Immer wieder haben die Terroristen in den letzten Jahrzehnten Nationen angegriffen, deren Verhalten sie ihrer Meinung nach durch Gewalt ändern können. Ein solcher Rückzug würde die Terroristen davon überzeugen, dass freie Nationen wieder einmal ihre Politik ändern, ihre Freunde im Stich lassen und ihre Interessen vernachlässigen, wenn sie mit Gewalt und Erpressung konfrontiert werden. Sie würden einfach neue Forderungen stellen und die Amerikaner instruieren, sich nach ihren Vorgaben zu verhalten oder weitere Morde zu riskieren. Ein verfrühter Rückzug aus dem Irak wäre ein Sieg für die Terroristen, eine Einladung zu weiterer Gewalt gegen freie Nationen und ein ruinöser Schlag für die zukünftige Sicherheit der Vereinigten Staaten.

In unserem eigenen Land nehmen wir demokratische Werte ernst, und deshalb findet über diese Themen immer eine lebhafte Debatte statt. Das ist Teil der Größe Amerikas, und wir wollen es nicht anders. Aber es gibt einen Unterschied zwischen gesunder Debatte und selbstzerstörerischem Pessimismus. Wir haben im Irak nur zwei Optionen – Sieg oder Niederlage. Diese Nation wird keine Politik des Rückzugs verfolgen. Wir werden die Mission zu Ende führen, wir werden sie zum richtigen Abschluss bringen, und dann werden wir mit Ehre zurückkehren.

Bevor wir das Regime Saddam Husseins gestürzt haben, sagte Präsident Bush, die Vereinigten Staaten würden nicht erlauben, dass eine neue Diktatur auf den Ruinen der alten entsteht. Und heute hat der Irak die progressivste Verfassung und das stärkste demokratische Mandat der gesamten arabischen Welt. Die politische Führung des Iraks ist standfest und mutig. Die Bürger, die Polizei und die Soldaten sind als aktive Teilnehmer und Wächter der neuen Demokratie hervorgetreten – sie kandidieren für Ämter, äußern sich öffentlich, Millionen von ihnen gehen zur Wahl und sie bringen Opfer für die Zukunft ihres Landes.

Die irakischen Bürger tun all dies trotz Drohungen von Terroristen, die keine politische Agenda für die Zukunft des Irak anbieten und einen Feldzug der Massenmorde gegen das irakische Volk durchführen – von denen die Mehrzahl auch Araber und Muslime sind.

Ministerpräsident Maliki sagte bei seinem jüngsten Besuch in Washington, sein Land sei “von einem Einparteienstaat, der von einer kleinen Elite regiert wird, zu einem Vielparteiensystem [übergegangen], wo Politik jeden Bürger etwas angeht und Parteien auf allen Ebenen miteinander im Wettbewerb stehen”. Die Iraker hätten sich eindeutig “für Hoffnung und gegen Angst, für Freiheit und gegen Unterdrückung, für Würde und gegen Unterwürfigkeit” entschieden.

Die Vereinigten Staaten unterstützen den Irak auf dieser Reise, denn sie sind eine Nation, die ihr Wort hält. Wir wissen, dass die Ideologien der Gewalt und der Ressentiments nicht mehr attraktiv für Frauen und Männer sind, denen man die Macht gibt, über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden, und dass Nationen ihre Energie der Erlangung von Frieden zuwenden werden. Indem wir unseren Freunden zur Seite stehen, ermöglichen wir eine bessere Zukunft für den Nahen und Mittleren Osten. Indem wir die Demokratie unterstützen, dienen wir sowohl den Idealen als auch der Sicherheit unseres Landes. Und die mutigen Amerikaner, die in diesem Krieg ihren Dienst leisten, können darauf den Rest ihres Lebens stolz sein.

Unsere Truppen sind bei der Erfüllung ihrer Pflicht unermüdlich, und sie erledigen ihre Aufgaben kompetent und ehrenvoll, wie wir es von ihnen erwarten. Ich denke an jene, die schwere Ausrüstung anlegen und 12-bis-14-Stunden-Schichten in der Hitze der Wüste leisten. Jeden Tag greifen sie den Feind an – sie bilden irakische Truppen aus, wehren Angriffe ab, konfiszieren Waffen und nehmen Mörder gefangen. Wir werden die irakischen Truppen weiterhin ausbilden, so dass sie ihr eigenes Land verteidigen und es zu einer Quelle der Stabilität in einem krisengeschüttelten Teil der Welt machen können.

Was unsere eigene Truppenstärke angeht, so wird der Präsident die Empfehlungen der Befehlshaber vor Ort berücksichtigen. Er wird die Entscheidung basierend darauf treffen, was für den Sieg erforderlich ist, nicht basierend auf Wahlumfragen oder künstlichen Fristen, die von Politikern in Washington gesetzt werden.

Vor kurzem sagte einer unserer großen Bündnispartner, Premierminister Tony Blair, dass wir nur erfolgreich sein können, wenn wir begreifen, dass die Terroristen hart kämpfen werden.

Und wir lernen wie Generationen vor uns, dass die Bedingungen in Kriegszeiten eine harte Probe für militärisches Können und den Willen der Nation sind. Das gilt insbesondere im Krieg gegen den Terror.

Vor fünf Jahren hat Präsident Bush dem Kongress und dem Land gesagt, dass der Weg nach vorne schwierig sein wird, dass uns ein langer Kampf bevorsteht, der anders sein wird als alle bisherigen. All dies ist auch eingetreten.

Gleichzeitig müssen wir uns bewusst machen, dass dies ein Krieg mit zahlreichen Fronten ist, der jedes Element unserer nationalen Macht erfordert. Jene von uns, die verantwortungsvolle Positionen bekleiden, müssen alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Absichten eines Feindes zu erkennen, der höchstwahrscheinlich Kämpfer in den Vereinigten Staaten hat. Wir leben in einer freien und offenen Gesellschaft, und die Terroristen wollen eben diese Vorteile gegen uns einsetzen. Es besteht deshalb die dringende Notwendigkeit herauszufinden, wer sie sind und was sie tun und sie aufzuhalten, bevor sie handeln.

Zu diesem Zweck ermächtigte der Präsident die Nationale Sicherheitsbehörde (National Security Agency – NSA), eine bestimmte Kategorie internationaler Kommunikation in Zusammenhang mit dem Terrorismus abzufangen. Sie werden dafür manchmal die Bezeichnung inländisches Überwachungsprogramm (domestic surveillance program) hören. Das ist mehr als eine falsche Bezeichnung, es ist ganz einfach die Unwahrheit. Es handelt sich hier um internationale Kommunikation, bei der wir Grund zur Annahme haben, dass ein Teil in Beziehung zur Al Kaida oder zu Terrornetzwerken steht. Es ist schwer, sich eine Kategorie von Informationen vorzustellen, die für die Sicherheit der Vereinigten Staaten wichtiger ist.

Die Ermächtigung, die der Präsident nach dem 11. September verfügte, trug dazu bei, dieses Problem auf eine Art und Weise anzugehen, die voll und ganz im Einklang mit der Verfassung, den rechtlichen Kompetenzen des Präsidenten und den Bürgerrechten der Amerikaner steht. Die Aktivitäten im Rahmen dieser Ermächtigung waren dabei behilflich, mögliche Terroranschläge auf Amerikaner aufzudecken und zu verhindern. Das Urteil eines Bundesrichters, dieses Programm zu beenden, ist einfach falsch. Wir sind zuversichtlich, dass es in der Berufung gekippt wird.

Wie Sie sich vielleicht erinnern, kritisierte die Untersuchungskommission zum 11. September vor allem die Unfähigkeit des Landes, Verbindungen zwischen den Terroristen im In- und Ausland aufzudecken. Der Begriff, der dafür verwendet wird, lautet “die Verbindungen herstellen” – und Tatsache ist, dass eine kleine Information sehr wohl tausende Leben retten kann. Die außerordentlich wichtige Frage lautet heute, ob wir nach fünf Jahren der Überlegung alle Lektionen des 11. Septembers gelernt haben.

In dem Jahrzehnt vor diesen Anschlägen hat unser Land mehr als zwei Billionen Dollar für die nationale Sicherheit ausgegeben. Dennoch haben wir am 11. September fast 3.000 Amerikaner durch 19 Männer verloren, die mit Teppichmessern und Flugkarten ausgestattet waren. Bei der Al Kaida haben wir es nicht mit großen Armeen zu tun, die wir orten können, oder mit Uniformen, die wir sehen können, oder mit Männern, die ihr eigenes Staatsgebiet verteidigen. Ihre bevorzugte Taktik, die sie dreist verkünden, besteht darin, sich in ein Land einzuschleichen, sich unter Unschuldige zu mischen und ohne Gnade und Zurückhaltung zu töten. Sie haben eigene nachrichtendienstliche Erkenntnisse und Spionageabwehrmaßnahmen. Sie erhalten ihre Befehle aus dem Ausland. Sie verwenden die modernste Kommunikationstechnologie, die ihnen in die Hände fällt. Seit dem 11. September haben die Terroristen erfolgreiche Anschläge in Casablanca, auf Bali, in Riad, Bagdad, Istanbul, Madrid, London, Scharm el Scheich und an anderen Orten verübt. Hier in den Vereinigten Staaten haben wir keinen weiteren 11. September gehabt. Keiner kann garantieren, dass wir nicht noch einmal angegriffen werden. Aber dass wir es ohne einen weiteren Angriff so weit geschafft haben, ist kein Zufall. Wir wurden durch solide politische Entscheidungen des Präsidenten, durch entschlossene Maßnahmen im In- und Ausland und durch die ununterbrochenen Anstrengungen unserer Militärangehörigen, unserer Strafrechtsbeamten, unserer Mitarbeiter der Nachrichtendienste und des Ministeriums für innere Sicherheit geschützt.

Der Präsident der Vereinigten Staaten trifft regelmäßig Entscheidungen auf der Grundlage von nachrichtendienstlichen Informationen, die er erhält. Diese Informationen sind entscheidend für die Risikobewertung und die Bewilligung von Sicherheitsressourcen im In- und Ausland. In unseren Streitkräften haben nachrichtendienstliche Erkenntnisse täglich, ja stündlich, Einfluss auf die Bewegung von Schiffen, die Missionen von Kampfflugzeugen und Bombern sowie auf Anweisungen, die denjenigen erteilt werden, deren Befehle die Speerspitze kontrollieren. Die besten Informationen zu sammeln und sie an diejenigen zu vermitteln, die im Krieg kämpfen, kann entscheidend für die Sicherheit unserer Streitkräfte und die Sicherheit unseres Landes sein. Sehr geehrte Veteranen von Kriegen im Ausland: Ich möchte, dass Sie alle wissen, dass der Präsident in seinen Bemühungen, die Feinde der Vereinigten Staaten mit jedem ihm zur Verfügung stehenden rechtmäßigen Mittel aufzuspüren, nicht nachlassen wird.

Der Feind, der am 11. September zugeschlagen hat, ist geschwächt und angeschlagen, verfügt aber dennoch über tödliche Kraft und versucht noch immer, uns zu treffen. Er hasst uns, er hasst unser Land, und er hasst die Freiheiten, für die wir stehen. Dies ist kein Krieg, den wir aus der Defensive heraus gewinnen können. Entweder ist es uns ernst mit diesem Kampf oder nicht. Die Feinde Amerikas müssen wissen: Wir meinen es ernst, und wir werden in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen.

Meine Damen und Herren, an einem Dienstagmorgen vor fünf Jahren wurde das Land, das wir alle lieben, Opfer einer der brutalsten Taten, die die moderne Welt je gesehen hat. In unserem Leid fühlten wir auch Inspiration, als wir von den Flugpassagieren erfuhren, die sich gegen die Entführer auflehnten, um einen größeren Verlust zu verhindern, von Rettern, die sich in brennende Türme stürzten und zu Hunderten starben, von den vielen Beispielen der Güte und Brüderlichkeit, die Amerikaner einander an einem der schlimmsten Tag ihrer Geschichte entgegenbrachten.

Von der Stunde der Zerstörung bis zu diesem Augenblick sind die Bürger und die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika der Gewalt mit Gerechtigkeit, Ehre und Zivilcourage begegnet. Die Vereinigten Staaten sind ein gutes, anständiges und großzügiges Land. Die Ideale, die dieser Nation Leben gaben, sind die gleichen Ideale, die wir zu Hause in Ehren halten und denen wir im Ausland dienen. Wir kämpfen nicht nur, um uns selbst zu schützen und die Gefahren für die Zivilisation zu überwinden, sondern auch um Unterdrückte zu befreien und anderen die Chance zu geben, selbst über ihr Schicksal zu entscheiden, so dass wir alle eines Tages auf der Grundlage der menschlichen Freiheit in Frieden leben können.

Freiheit und Gleichheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit, Selbstverwaltung, Toleranz, Respekt und Rechtsstaatlichkeit – dies sind die Prinzipien, für die wir kämpfen, für die wir leben und mithilfe derer wir obsiegen werden.

Vielen Dank.

Originaltext: Vice President’s Remarks at the Veterans of Foreign Wars National Convention

Charakteristische amerikanische Kunst

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir das Kapitel “Charakteristische amerikanische Kunst” aus der Broschüre “Portrait of the USA”, die vom Büro für internationale Informationsprogramme des US-Außenministeriums herausgegeben wurde.

Die Entwicklung der Künste in den Vereinigten Staaten – Musik, Tanz, Architektur, bildende Künste und Literatur – ist gekennzeichnet von Spannungen zwischen zwei starken Inspirationsquellen: dem europäischen Raffinement und der amerikanischen Originalität. Oft haben es die besten amerikanischen Künstler geschafft, auf beide Inspirationsquellen zurückzugreifen. Dieses Kapitel behandelt eine Auswahl amerikanischer Künstler, von denen einige sich in ihrem Werk mit dem Konflikt zwischen der alten und der Neuen Welt auseinandergesetzt haben.

MUSIK

Bis ins 20. Jahrhundert wurde die “ernste” Kunstmusik in den Vereinigten Staaten von europäischen Standards und Ausdrucksformen geprägt. Eine beachtenswerte Ausnahme war die Musik des Komponisten Louis Moreau Gottschalk (1829-1869), Sohn eines britischen Landwirts und einer Kreolin. Gottschalk belebte seine Musik mit den Melodien der Plantagenarbeiter und karibischen Rhythmen, die er in seiner Geburtsstadt New Orleans gehört hatte. Er war der erste amerikanische Pianist, der internationale Anerkennung gewann, aber sein früher Tod trug zu seiner relativen Unbekanntheit bei.

Die Kompositionen von Edward MacDowell (1860-1908) waren eher repräsentativ für die frühe amerikanische Musik. Er baute seine Werke nicht nur nach europäischem Vorbild auf, er wehrte sich auch heftig gegen die Bezeichnung “amerikanischer Komponist”. Er konnte sich nicht von der Auffassung befreien, die auch viele der frühen amerikanischen Schriftsteller behinderte: Gänzlich amerikanisch zu sein, bedeutete seiner Meinung nach, provinzlerisch zu sein.

Eine charakteristische amerikanische Form der klassischen Musik entstand, als Komponisten wie George Gershwin (1898-1937) und Aaron Copland (1900-1990) ursprünglich amerikanische Melodien und Rhythmen in aus Europa entliehene Formen integrierten. Gershwins “Rhapsody in Blue” und seine Oper “Porgy and Bess” wurden von Jazzmusik sowie afroamerikanischen Volksliedern beeinflusst. Ein Teil seiner Musik ist auch bewusst urban gehalten: Die Anfangsmelodie seines Stücks “Ein Amerikaner in Paris” ahmt beispielsweise das Hupen von Taxis nach.

Harold C. Schonberg schreibt in seinem Buch “The Lives of Great Composers”, dass Copland dazu beitrug, “die übermäßige deutsche Dominanz in der amerikanischen Musik zu durchbrechen”. Er studierte in Paris, wo er ermutigt wurde, sich von Traditionen abzuwenden und sich seinem Interesse an Jazz hinzugeben (mehr zum Thema Jazz finden Sie in Kapitel 11). Abgesehen davon, dass er Symphonien, Konzerte und eine Oper schrieb, komponierte er auch die Musik für mehrere Filme. Am bekanntesten ist er für seine Ballett-Partituren, die auf amerikanischen Volksliedern beruhen, wie etwa “Billy the Kid”, “Rodeo” und “Appalachian Spring”.

Ein weiterer ursprünglich amerikanischer Komponist war Charles Ives (1874-1954), der Elemente von beliebten klassischen Musikstücken mit starken Dissonanzen kombinierte. “Ich habe gemerkt, dass ich nicht einfach immer nur die bekannten Töne verwenden konnte”, erklärte er. “Ich habe etwas anderes gehört.” Seine eigenwillige Musik wurde zu seinen Lebzeiten nur selten aufgeführt, Ives ist heute jedoch als Neuerer anerkannt, der musikalische Entwicklungen des 20. Jahrhunderts voraussah. Komponisten, die in die Fußstapfen von Ives traten, experimentierten mit Zwölftonmusik, Minimalismus und anderen neuen Formen, die einige Konzertbesucher befremdlich fanden.

In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gab es einen Trend zurück zu Musik, die sowohl dem Komponisten als auch dem Zuhörer gefällt, eine Entwicklung, die möglicherweise mit dem ungewissen Status des Symphonieorchesters in den Vereinigten Staaten in Verbindung stand. Anders als in Europa, wo der Staat Orchester und Operngesellschaften oft unterstützt, erhalten die Künste in den Vereinigten Staaten relativ wenig staatliche Unterstützung. Um zu überleben, sind Symphonieorchester daher größtenteils von Spenden und Eintrittsgeldern abhängig.

Einige Dirigenten von Orchestern haben einen Weg gefunden, das Massenpublikum bei Laune zu halten und gleichzeitig der Öffentlichkeit neue Musik vorzustellen: Statt neue Stücke separat vorzustellen, binden diese Dirigenten sie mit traditioneller Kost in ein Programm ein. Die Oper indes, unabhängig davon ob alt oder neu, floriert. Weil Opernaufführungen jedoch teuer sind, hängt die Oper stark von der Spendenbereitschaft von Unternehmen und Einzelpersonen ab.

TANZ

Eng mit der Entwicklung der amerikanischen Musik Anfang des 20. Jahrhunderts verbunden war die Entstehung einer neuen, charakteristisch amerikanischen Kunstform – dem Ausdruckstanz (Modern Dance). Zu den ersten innovativen Vertretern zählte Isadora Duncan (1878-1927), die reine, unstrukturierte Bewegungen anstelle der Positionen des klassischen Balletts in den Vordergrund stellte.

Die bedeutendste Entwicklung ging jedoch von der Dance Company von Ruth St. Denis (1878-1968) und ihrem Ehemann und Partner Ted Shawn (1891-1972) aus. Ihre Schülerin Doris Humphrey (1895-1958) suchte nach Inspiration von außen, aus der Gesellschaft und menschlichen Konflikten. Eine weitere Schülerin von St. Denis, Martha Graham (1893-1991), deren von New York aus tätige Dance Company vielleicht die bekannteste für Modern Dance wurde, strebte danach, eine im Inneren entstehende Leidenschaft auszudrücken. Viele der beliebtesten Werke von Graham wurden in Zusammenarbeit mit führenden amerikanischen Komponisten produziert – “Appalachian Spring” etwa mit Aaron Copland.

Später suchten die Choreografen nach neuen Ausdrucksmethoden. Merce Cunningham (geboren 1919) band Improvisationen und zufällige Bewegungen in seine Darbietungen ein. Alvin Ailey (1931-1989) integrierte Elemente aus afrikanischen Tänzen und Black Music in seine Arbeit. Unlängst haben sich Choreografen wie Mark Morris (geboren 1956) und Liz Lerman (geboren 1947) der Konvention widersetzt, dass Tänzer dünn und jung sein müssen. Sie waren der Meinung, dass elegante, anregende Bewegungen nicht vom Alter oder der Körperform der Tänzer eingeschränkt werden, und setzten diese Überzeugung in ihren Personalentscheidungen und Vorstellungen um.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das amerikanische Publikum auch durch Tanzgruppen aus Europa, die sich auf Tournee befanden, an das klassische Ballett herangebracht. In den Dreißigerjahren wurden die ersten amerikanischen Ballettgruppen gegründet, als sich Tänzer und Choreografen mit innovationsfreudigen Ballettliebhabern wie Lincoln Kirstein (1907-1996) zusammentaten. Kirstein lud 1933 den russischen Choreografen George Balanchine (1904-1983) in die Vereinigten Staaten ein, und zusammen eröffneten sie die School of American Ballet, die 1948 in New York City Ballet umbenannt wurde. 1940 gründete der Ballettmanager und Werbefachmann Richard Pleasant (1909-1961) mit der Tänzerin und Kunstförderin Lucia Chase (1907-1986) die zweite große Ballettorganisation der Vereinigten Staaten, das American Ballet Theatre.

Paradoxerweise nahmen in den Vereinigten Staaten geborene Intendanten wie Pleasant klassische Stücke aus Russland in ihre Repertoires auf, während Balanchine verkündete, dass seine neue amerikanische Tanzgruppe auf bekannter Musik und den neuen Werken der klassischen Ausdrucksweise und nicht den Standardrepertoires der Vergangenheit aufbauen würde. Seit damals ist die amerikanische Ballettszene eine Mischung aus klassischen Revivals und Originalwerken, deren Choreografie von talentierten ehemaligen Tänzern wie Jerome Robbins, (geboren 1918), Robert Joffrey (1930-1988) Eliot Feld (geboren 1942), Arthur Mitchell (geboren 1934) und Mikhail Baryshnikov (geboren 1948) gestaltet wurde.

ARCHITEKTUR

Der unverkennbar amerikanische Beitrag zur Architektur ist der Wolkenkratzer, dessen scharf hervortretende, nach oben strebende Linien ihn zum Symbol kapitalistischer Energie machen. Aufgrund neuer Bautechniken und der Erfindung des Fahrstuhls konnte 1884 der erste Wolkenkratzer in Chicago gebaut werden.

Viele der elegantesten anfangs gebauten Gebäude waren von Louis Sullivan (1856-1924), dem ersten bedeutenden modernen Architekten der Vereinigten Staaten. Sein talentiertester Student war Frank Lloyd Wright (1869-1959), der einen Großteil seiner beruflichen Laufbahn damit verbrachte, Privathäuser mit passenden Möbeln sowie großzügigen Freiflächen zu entwerfen. Eines seiner bekanntesten Gebäude ist jedoch ein öffentliches: das Guggenheim-Museum in New York.

Europäische Architekten, die vor dem Zweiten Weltkrieg in die Vereinigten Staaten auswanderten, starteten eine dominante Bewegung in der Architektur, den so genannten International Style. Die wohl einflussreichsten dieser Einwanderer waren Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) und Walter Gropius (1883-1969), beide ehemalige Leiter der berühmten deutschen Designschule, dem Bauhaus. Ihre auf geometrischen Formen basierenden Gebäude sind stilistisch sowohl als Denkmäler für das amerikanische Unternehmertum gelobt, als auch als “Glaskästen” abgetan worden. Als Reaktion darauf haben jüngere amerikanische Architekten wie Michael Graves (geboren 1945) das strenge, schachtelige Äußere verworfen und “postmoderne” Gebäude mit auffallenden Konturen und scharf hervortretendem Dekor gebaut, die an historische Architekturstile angelehnt sind.

DIE BILDENDEN KÜNSTE

Die erste bekannte Malschule in den Vereinigten Staaten – die Hudson River School – entstand 1820. Wie auch in den Bereichen Musik und Literatur verzögerte sich diese Entwicklung, bis die Künstler erkannten, dass die Neue Welt selbst einzigartige Motive bot. So wurde beispielsweise durch die Besiedlung des Landes in Richtung Westen die überweltliche Schönheit der Landschaften zum Thema in den Bildern der Maler.

Die Direktheit und einfache Vision der Hudson-River-Maler beeinflusste spätere Maler wie Winslow Homer (1836-1910), der das ländliche Amerika malte – das Meer, die Berge sowie die Menschen, die dort lebten. Der Maler Thomas Eakins (1844-1916) malte das bürgerliche Leben in der Stadt. Er war ein kompromissloser Realist, dessen unerschrockene Ehrlichkeit die elegante Vorliebe für romantischen Sentimentalismus untergrub.

Kontroversen wurden für die amerikanischen Künstler bald zu einer Lebensart. In der Tat stellte ein Großteil der amerikanischen Malerei und Bildhauerkunst seit 1900 einer Reihe von Revolten gegen die Tradition dar. “Zur Hölle mit den künstlerischen Werten”, kündigte Robert Henri (1865-1929) an. Er war der Kopf einer Malschule, die Kritiker die “Ascheimer”-Schule (ash-can) nannten, aufgrund ihrer Darstellungen der verwahrlosten Seiten des Lebens der Stadt. Bald wichen die Ash-Can-Künstler Modernisten, die aus Europa eintrafen –Kubisten und abstrakte Maler, die von dem Fotografen Alfred Stieglitz (1864-1946) in seiner Gallery 291 in New York gefördert wurden.

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg gründete eine Gruppe junger Künstler aus New York die erste künstlerische Bewegung mit Ursprung in den Vereinigten Staaten, die großen Einfluss auf Künstler im Ausland ausübte: den abstrakten Expressionismus. Zu den führenden Vertretern der Bewegung zählten Jackson Pollock (1912-1956), Willem de Kooning (1904-1997) und Mark Rothko (1903-1970). Die abstrakten Expressionisten verzichteten auf formale Komposition und die Darstellung realer Objekte, konzentrierten sich auf instinktive Arrangements in Raum und Farbe und demonstrierten die physikalischen Auswirkungen des Malens auf Leinwand.

Die Angehörigen der nächsten Generation von Künstlern bevorzugte eine andere Form der Abstraktion: Arbeiten mit einem Mediengemisch. Zu ihnen zählten Robert Rauschenberg (geboren 1925) und Jasper Johns (geboren 1930), die für ihre Kompositionen Fotografien, Zeitungspapier und ausrangierte Objekte verwendeten. Pop-Art-Künstler wie Andy Warhol (1930-1987), Larry Rivers (geboren 1923) und Roy Liechtenstein (geboren 1923) gaben mit satirischer Sorgfalt alltägliche Objekte und Bilder der amerikanischen Populärkultur wider – Coca-Cola-Flaschen, Suppendosen und Comicstrips.

Heute neigen die Künstler in Amerika dazu, sich nicht von Schulen, Stilen oder der Verwendung nur eines Mediums einschränken zu lassen. Ein Kunstwerk kann eine Darstellung auf der Bühne oder ein handgeschriebenes Manifest sein, ein gewaltiges Muster, das eine Wüste im Westen des Landes bedeckt oder ein ernstes Arrangement von Marmorplatten, auf denen die Namen der in Vietnam gefallenen US-Soldaten eingraviert sind. Der wohl einflussreichste amerikanische Beitrag zur Kunst des 20. Jahrhunderts ist eine spöttische Verspieltheit, die Auffassung, dass der zentrale Zweck eines neuen Kunstwerks darin besteht, sich in die andauernde Diskussion über die Definition der Kunst einzugliedern.

LITERATUR

Ein Großteil der amerikanischen Literatur ist abgeleitet und von europäischen Formen und Stilen auf neue Orte übertragen. Beispielsweise ist “Wieland oder die Verwandlung”, ebenso wie andere Romane von Charles Brockden Brown (1771-1810), eine nachdrückliche Imitation der gotischen Romane, die damals in England geschrieben wurden. Sogar die gut gesponnenen Geschichten von Washington Irving (1783-1859) wie “Rip Van Winkle” und “The Legend of Sleepy Hollow” erscheinen trotz der Tatsache, dass sie in der Neuen Welt spielen, angenehm europäisch.

Der wohl erste amerikanische Schriftsteller, der mutig neue Romane und Gedichte schrieb, war Edgar Allan Poe (1809-1849). 1835 fing Poe an, Kurzgeschichten zu schreiben – unter anderem “Im Todesgriff der roten Maske”, “Die Grube und das Pendel”, “Der Untergang des Hauses Usher” und “Der Doppelmord in der Rue Morgue” – die zuvor versteckte Ebenen der menschlichen Psyche erforschten und die Grenzen der Belletristik hin zum Kriminal- und Fantasyroman erweiteten.

In der Zwischenzeit sammelte der junge Nathaniel Hawthorne (1804-1864) einige seiner Geschichten als Twice-Told Tales, einem Buch, das reich an Symbolismus und magischen Vorkommnissen ist. Hawthorne schrieb später auch ganze “Liebesromane”, gewissermaßen allegorische Erzählungen, die von Schuld, Stolz und emotionaler Unterdrückung in seinem Heimatstaat New England handelten. Sein Meisterstück, “Der scharlachrote Buchstabe”, ist die dramatische Geschichte einer Frau, die von ihrer Gemeinde verstoßen wird, weil sie Ehebruch begangen hat.

Hawthornes Romane hatten großen Einfluss auf seinen Freund Herman Melville (1819-18919), der sich einen Namen machte, indem er Material aus seinen Tagen als Seemann in exotischen Romanen verwendete. Von Hawthornes Beispiel inspiriert, fing auch Melville an, Romane reich an philosophischen Spekulationen zu schreiben. In seinem Roman “Moby Dick” wird eine abenteuerliche Walfangreise zum Anlass genommen, Themen wie Besessenheit, das Wesen des Bösen und den menschlichen Kampf gegen die Elemente zu untersuchen. In einem anderen großartigen Werk, dem kurzen Roman “Billy Budd”, thematisiert Melville die gegensätzlichen Anforderungen des Pflicht- und Mitgefühls an Bord eines Schiffes in Kriegszeiten. Seine tiefgründigeren Bücher verkauften sich schlecht, und bei seinem Tod war er bereits in Vergessenheit geraten. Sein Werk wurde allerdings Anfang des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt.

1836 veröffentlichte Ralph Waldo Emerson (1803-1882), ein ehemaliger Pfarrer, ein Aufsehen erregendes Sachbuch mit dem Titel “Natur”, in dem er argumentierte, es sei möglich, ohne organisierte Religion zu leben und einen erhabenen spirituellen Zustand zu erreichen, indem man die Welt der Natur studiert und auf sie reagiert. Seine Arbeit beeinflusste nicht nur die Schriftsteller, die sich um ihn scharten und eine Bewegung mit dem Namen Transzendentalismus bildeten, sondern auch die Öffentlichkeit, die seinen Lesungen beiwohnte.

Emersons begabtester Mitdenker war Henry David Thoreau (1817-1862), ein entschiedener Nonkonformist. Nachdem er zumeist allein zwei Jahre in einer Hütte an einem See im Wald gelebt hatte, schrieb Thoreau “Walden”, eine Abhandlung in Bucheslänge, die zu Widerstand gegen die aufdringlichen Diktate der organisierten Gesellschaft aufruft. Seine radikalen Schriften drücken eine tief verwurzelte Tendenz zum Individualismus in der amerikanischen Wesensart aus.

Mark Twain (das Pseudonym von Samuel Clemens, 1835-1910) war der erste große amerikanische Schriftsteller, der nicht an der Ostküste geboren wurde – sondern im Grenzstaat Missouri. Seine in der Region spielenden Meisterstücke wie “Leben auf dem Mississippi” und der Roman “Die Abenteuer des Huckleberry Finn” wurden bereits in Kapitel 2 thematisiert. Twains Stil – beeinflusst durch den Journalismus, in der Umgangssprache verwurzelt, direkt und schmucklos, aber auch extrem sinnträchtig und auf ehrfurchtslose Weise lustig – veränderte die Art und Weise, wie die Amerikaner ihre Sprache einsetzten, wenn sie schrieben. Twains Charaktere sprechen wie richtige Menschen, hören sich typisch amerikanisch an und verwenden lokale Dialekte, neu erfundene Worte und regionale Akzente.

Henry James (1843-1916) stellte sich dem Dilemma zwischen der Alten und Neuen Welt, indem er auf direkte Art darüber schrieb. Obwohl er in New York geboren war, verbrachte er den Großteil seines Lebens in England. Das zentrale Thema vieler seiner Romane sind Amerikaner, die in Europa leben oder dorthin reisen. Mit seinen kniffligen, anspruchsvollen Sätzen und seiner genauen Analyse emotionaler Nuancen kann James Prosa abschreckend wirken. Zu seinen zugänglicheren Werken zählen die Novellen “Daisy Miller” über ein bezauberndes amerikanisches Mädchen in Europa und “Das Durchdrehen der Schraube”, eine rätselhafte Geistergeschichte.

Die zwei größten amerikanischen Poeten des 19. Jahrhunderts hätten in ihrem Temperament und Stil nicht unterschiedlicher sein können. Walt Whitman (1819-1892) war Arbeiter, Reisender, selbsternannter Krankenpfleger während des amerikanischen Bürgerkriegs (1861-1865) und poetischer Neuerer. Sein Meisterwerk war “Grashalme”, in dem er einen frei fließenden Vers und Zeilen mit unregelmäßiger Länge dazu verwendete, das Allumfassende der amerikanischen Demokratie darzustellen. Er führt dieses Motiv einen Schritt weiter und setzt die große Bandbreite amerikanischer Erfahrungen mit sich selbst gleich – und schafft es dabei, sich nicht wie ein absoluter Egoist anzuhören. In “Gesang von mir selbst”, dem langen, zentralen Gedicht in “Grashalme”, schreibt Whitman beispielsweise: “Dies sind in Wahrheit die Gedanken aller Menschen allen Alters überall auf der Welt, ich habe sie nicht erdacht…”

Whitman war auch ein Poet des Körpers – “der körperlichen Elektrizität”, wie er es nannte. In seinem Buch “Studies in Classic American Literature” schrieb der britische Autor D.H. Lawrence, dass Whitman “der erste sei, die alte moralische Vorstellung zu zerschlagen, dass die menschliche Seele etwas ‘Höheres” und dem Fleisch ‘überlegen’ sei”.

Emily Dickinson (1830-1886) hingegen führte das behütete Leben einer vornehmen unverheirateten Frau in einer Kleinstadt in Massachusetts. Innerhalb der formellen Struktur sind ihre Gedichte geistreich, raffiniert, hervorragend komponiert und psychologisch durchdringend. Ihr Werk war für die damalige Zeit unkonventionell und wenige ihrer Gedichte wurden zu ihren Lebzeiten veröffentlicht.

Viele davon handeln vom Tod, oft mit unerwarteten Wendungen. Eines beginnt mit den Worten: “Weil ich für Ihn nicht halten konnt, der Tod hielt an für mich.” Die erste Zeile eines weiteren Gedichts von Dickinson spielt mit ihrer sozialen Stellung als Frau in einer von Männern dominierten Gesellschaft und als nicht anerkannte Dichterin: “Ich bin niemand! Wer bist du? / Bist niemand auch du?”

Anfang des 20. Jahrhunderts weiteten amerikanische Romanautoren das soziale Spektrum der Belletristik auf das Leben der vornehmen Welt als auch sozial niedrigerer Schichten aus. In ihren Geschichten und Romanen beleuchtete Edith Wharton (1862-1937) das Leben der gesellschaftlichen Oberschicht an der Ostküste, in der sie aufgewachsen war. Eines ihrer besten Bücher, “Zeit der Unschuld”, handelt von einem Mann, der sich entschließt, eine traditionelle, gesellschaftlich akzeptable Frau zu heiraten statt einer faszinierenden Außenseiterin. Zu etwa derselben Zeit beschrieb Stephen Crane (1871-1900), bekannt für seinen Bürgerkriegsroman “Das rote Siegel”, in “Maggie, das Straßenkind” das Leben von Prostituierten in New York. Und Theodore Dreiser (1871-1945) erzählt in “Schwester Carrie” die Geschichte eines Mädchens vom Lande, das nach Chicago zieht und sich dort aushalten lässt.

Experimente in Stil und Form begleiteten die neue Freiheit der Themen. 1909 veröffentlichte Gertrude Stein (1874-1946), die damals in Paris lebte, “Three Lives”, einen innovativen Roman, der von ihrer Vertrautheit mit Kubismus, Jazz und anderen Strömungen in der zeitgenössischen Kunst- und Musikszene beeinflusst wurde.

Der Dichter Ezra Pound (1885-1972) wurde in Idaho geboren, verbrachte aber einen großen Teil seines Lebens als Erwachsener in Europa. Seine Arbeit ist komplex, manchmal obskur, und enthält viele Anspielungen auf andere Kunstformen und viele literarische Werke, sowohl aus dem Westen als auch aus dem Osten. Er beeinflusste zahlreiche andere Dichter, in besonderem Maße T.S. Eliot (1888-1965), der auch im Ausland lebte. Eliots Poesie ist karg und zerebral und wird von einer dichten Symbolstruktur getragen. In “Das wüste Land” stellte er in fragmentierten, bedrückenden Bildern eine voreingenommene Vision der Gesellschaft nach dem Ersten Weltkrieg dar. Wie die Poesie von Pound konnten auch Eliots Gedichte voller Anspielungen sein. Einige Ausgaben von “Das wüste Land” enthalten Fußnoten des Dichters. Eliot erhielt 1948 den Literaturnobelpreis.

Amerikanische Schriftsteller verliehen auch ihrer Desillusioniertheit nach dem Krieg Ausdruck. Die Geschichten und Romane von F. Scott Fitzgerald (1896-1940) fangen die rastlose, vergnügungssüchtige, trotzige Stimmung der Zwanzigerjahre ein. Fitzgeralds charakteristisches Thema, das er auf prägnante Art in “Der große Gatsby” zum Ausdruck bringt, ist die Tendenz der goldenen Träume der Jugend, sich in Misserfolge und Enttäuschung zu verwandeln.

Ernest Hemingway (1899-1961) hatte als Krankenwagenfahrer im Ersten Weltkrieg direkten Kontakt mit Gewalt und Tod. Das sinnlose Blutbad überzeugte ihn, dass abstrakte Sprache zumeist leer und irreführend ist. Er verzichtete in seinen Schriften auf unnötige Worte, vereinfachte die Satzstruktur und konzentrierte sich auf konkrete Objekte und Handlungen. Er hielt an einem moralischen Kodex fest, der Mut in Stresssituationen betonte, und seine Protagonisten waren starke, stille Männer, die in ihrem Umgang mit Frauen oftmals unsicher waren. “Fiesta” und “In einem andern Land” werden allgemein als seine besten Romane angesehen. 1954 wurde Hemingway der Literaturnobelpreis verliehen.

Abgesehen von den Entwicklungen in der Belletristik waren die Zwanzigerjahre eine wichtige Zeit für das Theater. Es gab keinen bedeutenden amerikanischen Dramatiker, bevor Eugene O’Neill (1888-1953) anfing, seine Stücke zu schreiben. O’Neill gewann 1963 den Literaturnobelpreis und stützte sich zur Erkundung des menschlichen Seelenlebens auf die klassische Mythologie, die Bibel sowie die neue Wissenschaft der Psychologie. Er schrieb offen über Sex und Familienstreitigkeiten, widmete sich doch primär der Identitätssuche des Einzelnen. Eines seiner größten Werke ist “Eines langen Tages Reise in die Nacht”, ein qualvolles Drama, in kleinem Rahmen aber mit großem Thema. Es basiert größtenteils auf O’Neills Familie.

Ein weiterer auffallend origineller amerikanischer Bühnenschriftsteller war Tennessee Williams (1911-1983), der seiner Herkunft aus dem Süden der Vereinigten Staaten in poetischen, aber sensationellen Theaterstücken Ausdruck verlieh. Typischerweise handelten sie von einer sensiblen Frau, die in einem brutalen Umfeld gefangen ist. Einige von Williams Theaterstücken sind verfilmt worden, darunter “Endstation Sehnsucht” und “Die Katze auf dem heißen Blechdach”.

Fünf Jahre vor Hemingway wurde einem anderen amerikanischen Schriftsteller der Nobelpreis verliehen: William Faulkner (1897-1962). Faulkner schaffte es, in Yoknapatawpha, einem von ihm erfundenen Landkreis in Mississippi, zahlreiche Aspekte des menschlichen Verhaltens. Er dokumentiert die scheinbar unbearbeiteten Äußerungen seiner Charaktere, um ihre innere Verfassung darzustellen – eine Technik, die man “stream of consciousness” nennt. (Vielmehr sind diese Passagen sorgfältig durchdacht und ihre scheinbare Zufälligkeit ist eine Illusion.) Er brachte auch bewusst die zeitliche Abfolge durcheinander, um zu zeigen, wie die Vergangenheit – insbesondere die Ära der Sklavenhaltung im Süden – in der Gegenwart fortdauert. Zu seinen großen Werken zählen “Schall und Wahn”, “Absalom, Abalom!”, “Go down, Moses” und “Die Unbesiegten”.

Faulkner war Teil einer literarischen Renaissance im Süden, der auch Personen wie Truman Capote (1924-1984) und Flannery O’Connor (1925-1964) angehörten. Obwohl Capote Kurzgeschichten und Romane, Belletristik und Sachbücher schrieb, war sein Meisterwerk “Kaltblütig”, ein Tatsachenbericht über einen mehrfachen Mord und die Zeit danach – die Vermischung verbissener Berichterstattung mit der durchdringenden Psychologie und kristallklaren Prosa eines Romanautoren. Weitere Vertreter des “sachlichen Romanschreibens” sind Norman Mailer (geboren 1923), der in “Heere aus der Nacht” über einen Antikriegsmarsch zum Pentagon schrieb sowie Tom Wolfe (geboren 1931), der in “The Right Stuff” über Astronauten schreibt.

Flannery O’Connor war Katholikin – und demnach eine Außenseiterin im größtenteils protestantisch geprägten Süden, in dem sie aufwuchs. Ihre Charaktere sind sowohl von Gott, als auch von Satan besessene protestantische Fundamentalisten. Am bekanntesten sind ihre tragikomischen Kurzgeschichten.

Die Zwanzigerjahre waren auch die Entstehungszeit einer schwarzen Künstlergemeinschaft im New Yorker Stadtteil Harlem. Die Zeit der so genannten Harlem Renaissance brachte talentierte Dichter wie Langston Hughes (1902-1967), Countee Cullen (1903-1946) und Claude McKay (1889-1948) hervor. Die Schriftstellerin Zora Neale Hurston (1903-1960) verband ihr Erzähltalent mit Anthropologie und schrieb lebhafte Geschichten aus der afrikanisch-amerikanischen Tradition des mündlichen Geschichtenerzählens. Durch Bücher wie den Roman “Und ihre Augen schauten Gott” über das Leben und die Ehen einer hellhäutigen afroamerikanischen Frau beeinflusste Hurston die nachfolgende Generation schwarzer Schriftstellerinnen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg machte eine neue Empfänglichkeit für unterschiedliche Stimmen die Literatur schwarzer Autoren massentauglich. James Baldwin (1924-1987) drückte in “Giovannis Zimmer” seine Verachtung für Rassismus aus und zelebrierte die Sexualität. In “Der unsichtbare Mann” brachte Ralph Ellison (1914-1994) das Schicksal von Afroamerikanern, deren Hautfarbe sie für die mehrheitlich weiße Kultur praktisch unsichtbar machte, mit dem übergeordneten Thema der menschlichen Identitätssuche in der modernen Welt in Verbindung.

In den Fünfzigerjahren brachte die Westküste eine literarische Bewegung hervor – die Gedichte und Romane der “Beat Generation”. Die Bezeichnung bezog sich gleichzeitig auf den Rhythmus von Jazzmusik, auf das Gefühl der Zermürbung der Nachkriegsgesellschaft sowie das Interesse an neuen Erfahrungen wie Drogen, Alkohol und östliche Mystik. Der Poet Allen Ginsberg (1926-1997) gab in “Geheul” (Howl), einem Werk in der Tradition von Whitman, den Ton für die sozialen Proteste und visionäre Ekstase vor. Es beginnt mit der aussagekräftigen Zeile: “Ich sah die besten Köpfe meiner Generation zerstört vom Wahnsinn…” Jack Kerouac (1922-1969) beschrieb in seinem episodenartig erzählten Roman “On the Road” den sorglosen, hedonistischen Lebensstil der Beat Generation.

Über Irving und Hawthorne bis heute war die Kurzgeschichte stets eine beliebte amerikanische Literaturform. Einer ihrer führendsten Vertreter im 20. Jahrhundert war John Cheever (1912-1982), der eine weitere Facette des amerikanischen Lebens in die Sphäre der Literatur brachte: die wohlhabenden Vororte, die um die meisten Großstädte entstanden waren. Cheever wurde lange mit dem “New Yorker” in Verbindung gebracht, einem Magazin, das für seinen Wortwitz und seine sprachliche Raffinesse bekannt war.

Obwohl es gefährlich sein kann, in der aktuellen Literatur nach Trends Ausschau zu halten, ist es verblüffend, wie viele Angehörige von Minderheiten seit kurzem in der literarischen Landschaft vertreten sind. Hier nur einige Beispiele. Die amerikanische Ureinwohnerin Leslie Marmon Silko (geboren 1948) verwendet Umgangssprache und traditionelle Geschichten, um quälenden lyrischen Gedichten wie “In Cold Storm Light” Form zu geben. Amy Tan (geboren 1952) ist chinesischer Abstammung und beschreibt in “Töchter des Himmels” die anfänglichen Schwierigkeiten ihrer Eltern in Kalifornien. Oscar Hijuelos (geboren 1951), ein in Kuba verwurzelter Schriftsteller, gewann 1991 den Pulitzer-Preis für seinen Roman “Die Mambo Kings spielen Songs der Liebe”. Edmund White (geboren 1940) beschreibt in einer Romanreihe, die mit dem Buch “Selbstbildnis eines Jünglings” beginnt, die Seelenqualen und die Komik im Leben eines heranwachsenden Homosexuellen in Amerika. Und schließlich haben afroamerikanische Frauen einige der aussagekräftigsten Romane der vergangenen Jahrzehnte geschrieben. Eine von ihnen ist Toni Morrison (geboren 1931), Autorin von “Menschenkind” und weiteren Büchern. Sie gewann 1993 den Literaturnobelpreis und war damit erst die zweite Frau, der diese Ehre zuteil wurde.

Originaltext: Distinctively American Arts; Portrait of the USA

Erinnerung an den 11. September

WASHINGTON –(AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir den Artikel “Erinnerung an den 11. September” von Dr. Herbert London aus dem elektronischen Journal “Wiederaufbau und Widerstandskraft” des Büros für internationale Informationsprogramme des US-Außenministeriums vom August 2006.

Dr. Herbert London ist Präsident des Hudson Institute in New York. Der ehemalige John-M.-Olin-Professor für Geisteswissenschaften an der New York University gründete dort 1972 die Gallatin School und war bis 1992 ihr Dekan. Seine gesellschaftskritischen Kommentare erscheinen in wichtigen Zeitungen und Zeitschriften in den Vereinigten Staaten.

Von dem Gebäude aus, in dem ich wohne, kann ich den Ort sehen, an dem der World Trade Center stand, wo ein Loch im Boden ständig an die Terrorangriffe auf die Vereinigten Staaten am 11. September erinnert. Aber auf dem Gelände um diesen Ort, den die Anwohner “unser Loch” nennen, gibt es außerordentliche Entwicklungen.

Auf der anderen Straßenseite wird das Goldman-Sachs-Gebäude errichtet. Zwei Blocks weiter wird ein Supermarkt gebaut. Hochhäuser scheinen sich magisch aus dem Boden zu erheben, als setzten sie sich über bauliche Anforderungen hinweg. Battery Park, von dem aus man einen Panoramablick auf die Freiheitsstatue und Ellis Island hat, wurde mit einem herrlichen Springbrunnen und neuen Gärten verschönert. Ein beeindruckender Tunnel, der das U-Bahn-System mit der Staten-Island-Fähre verbindet, befindet sich im Bau.

Trotz “unseres Lochs” ist die Innenstadt von New York lebendig, sie wächst und gedeiht und sprüht förmlich vor Möglichkeiten. In vielerlei wichtiger Hinsicht ist diese Beschreibung eine Metapher für die Vereinigten Staaten fünf Jahre nach den Anschlägen vom 11. September.

Unser Land wurde verletzt, bleibt aber widerstandsfähig. Der Angriff hatte ganz eindeutig Auswirkungen auf die Einstellung der Amerikaner. Die Menschen reagieren wachsam bei nicht identifizierten Paketen in der U-Bahn, und der 11. September bleibt ein Tag der Erinnerung und der Traurigkeit. Allerdings besteht die für die Vereinigten Staaten typische Dynamik unvermindert fort.

Als ich letztes Jahr am 11. September in der Church Street stand und auf den Ort starrte, an dem das World Trade Center stand, fragten mich fünf Touristen, ob ich mit ihnen gemeinsam spontan des Lied “God Bless America” singen würde. Meine Frau und ich sangen und Tränen liefen uns über die Wangen. Wir fühlten uns eins mit Fremden, die daran erinnern wollten, wofür Amerika steht. Wir waren traurig, aber standhaft, geeint in unserer Wertschätzung der Vereinigten Staaten und entschlossen, uns jenen zu widersetzen, die unsere Lebensweise zerstören wollen.

In gewisser Hinsicht wird unsere kollektive Erinnerung an den 11. September immer schwächer. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wir uns patriotische Gefühle erinnern, aber die Erinnerung hat ihre Unmittelbarkeit verloren. Am bemerkenswertesten ist, dass die Amerikaner ihre innere Einstellung bewahren.

William Tyler Page schrieb in “American Creed”: “Ich … fasse es als meine Pflicht gegenüber meinem Land auf, es zu lieben, seine Verfassung zu unterstützen, seine Gesetze einzuhalten, seine Flagge zu achten und es gegen alle Feinde zu verteidigen.” Sicherlich gibt es viele in diesem Land der Freien, die das verfassungsmäßige Recht haben, anderer Meinung zu sein, aber meines Erachtens teilt die überwältigende Mehrheit der Amerikaner dieses Gefühl. Diese Haltung wird ausgedrückt mit Worten wie Liebe, Ehre, Loyalität, Stolz, Hingabe und Opfer, Worte, die auf eine emotionale Bindung hinweisen. Aber Patriotismus ist für die meisten Amerikaner nicht nur ein emotionaler Reflex, sondern auch ein vernünftiges Argument.

Alexis de Tocqueville behauptete in “Über die Demokratie in Amerika”, dass Gebräuche, Traditionen und Ehrerbietung vor der Vergangenheit betont werden, aber dass Patriotismus für die Amerikaner eine Geisteshaltung ist, in der sich “Bürger … mit den verschiedenen Aspekten Amerikas auseinandersetzen, die nicht so rosig sind.”

Wie ich es sehe, hat der 11. September liberale Patrioten zum Vorschein gebracht, die der Meinung sind, dass sie auf politische Veränderungen hinarbeiten müssen, die mit ihrer Interpretation des nationalen Kredos im Einklang stehen, sowie konservative Patrioten, die eine Bindung an das Land verspüren, die auf den Absichten der Gründerväter basiert. Die Unterschiede sind ein verwobenes Muster, sie sind eher eine Sache der Perspektive als grundlegender Auffassungen, die großenteils unberührt bleiben.

Der 11. September 2001 war ein schicksalsträchtiger Tag für das Land, dennoch konnte sich das Denkbild “mein Land, ob Recht oder Unrecht” erstaunlicherweise nicht durchsetzen. Die Amerikaner mögen verständlicherweise wütend auf jene sein, die ihr Land und seine Menschen angreifen, aber sie sind beständig selbstkritisch, wie jeder, der die Fernsehnachrichten sieht, bestätigen kann. Wir haben auch eine inhärente Erinnerung an das Gute und den Glauben an unsere Fähigkeit uns zu verändern, wenn es erforderlich ist.

Daher beschwört meine Erinnerung an die Schrecken von vor fünf Jahren den Glauben an menschliches Vermögen und das bewegende Beispiel von Amerikanern herauf, die sich aufrichten, den Staub abklopfen und daran gehen, die vor ihnen liegenden Tage zu gestalten.

Jacques Maritain bemerkte einmal, dass sich die Vereinigten Staaten dadurch von anderen Ländern unterschieden, dass sie sich “in einem ständigen Zustand des Werdens” befänden. Die Zerstörung, die das Land erfuhr, zwang die Amerikaner, in den Spiegel zu blicken und die Stärken und Schwächen zu erkennen, die erstaunlichen Leistungen und die Herausforderungen am Horizont.

Es gibt natürlich auch jene, die die Haltung der “historischen Klage” verkörpern. Sie sehen nur Fehler. Mit jeder scharfen Bemerkung, die sie äußern, geht eine stufenweise Verminderung der Geisteshaltung einher, die den Patriotismus aufrechterhält. Warum sollte sich auch jemand um eine Nation der Kolonialherren und Imperialisten scheren, Begriffe, die zu Verbrechen stilisiert wurden?

Fünf Jahre der Reflektion nach den Anschlägen vom 11. September haben den Glauben der Amerikaner an ihr Land erneuert. Letztendlich werden sogar bedachte Patrioten, die Irrtümer, Fehler, Tragödien und Erreichtes sorgfältig abwägen, etwas Positives finden, an dem sie ihre patriotischen Gefühle festmachen können.

Das Loch im Boden dient als Erinnerung an menschliche Schwäche und Unvollkommenheit, aber es hat nicht den Glauben an uns selbst oder die Bereitschaft zu Erneuerung erschöpft.

Bald wird dort, wo sich das World Trade Center einst majestätisch erhob, ein Park entstehen. Vor einigen Tagen wandelte ich auf diesem neu angelegten Weg und bemerkte im Schatten der Zwillingstürme, der sich in mein Gedächtnis eingegraben hat, eine Reihe von Sämlingen, die gerade aufgingen.

Vor fünf Jahren befand sich hier nur Staub auf dem Boden, keine Blumen, die bald blühen werden. Hier befinden sich die Vereinigten Staaten fünf Jahre nach dem 11. September: Inmitten von Zerstörung erscheint das Leben und kämpft beharrlich um einen Platz an der Sonne.

Die in diesem Artikel vertretene Meinung spiegelt nicht unbedingt die Ansichten oder Politik der US-Regierung wider.

Originaltext: eJournal: Rebuilding and Resilience, 5 Years after 9/11; Remembering 9/11

John M. Koenig

BERLIN– (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die offizielle Biografie des Gesandten der US-Botschaft.

John Koenig nahm am 14. August 2006 seine Tätigkeit als Gesandter der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland auf. Seit er 1984 dem auswärtigen Dienst beitrat, bekleidete er einige hochrangige Positionen an diplomatischen Vertretungen der Vereinigten Staaten in Europa; zuletzt war er von 2003-2006 stellvertretender Ständiger Vertreter und Gesandter bei der US-Vertretung bei der NATO in Brüssel. In Brüssel führte John Koenig die Bestrebungen an, den Afghanistan-Einsatz der NATO von Kabul aus in den Norden, Westen und Süden des Landes auszuweiten und trieb die Kontaktaufnahme mit neuen Partnern im Nahen Osten und dem Westpazifik an. Er war 2005 fünf Monate lang geschäftsführender Ständiger Vertreter und während diesem Zeitraum maßgeblich an der Entscheidung beteiligt, der Mission der Afrikanischen Union im Sudan Unterstützung durch die NATO zukommen zu lassen.

John Koenig war von 2000-2003 Generalkonsul am US-Generalkonsulat in Thessaloniki, wo er auf der Internationalen Messe Thessaloniki die größte Veranstaltung im Bereich amerikanische Öffentlichkeitsarbeit organisierte, die es in Griechenland je gab: “Ehrennation – USA”. Zuvor war Koenig als politisch-militärischer Referent und stellvertretender Botschaftsrat für politische Angelegenheiten an der amerikanischen Botschaft in Athen (1997-2000), als Botschaftsrat für politische Angelegenheiten an der amerikanischen Botschaft in Nikosia (1994-1997), als politischer Referent an der amerikanischen Botschaft in Jakarta (1990-1993), als politischer Referent an der amerikanischen Botschaft in Ostberlin (1985-1987) und als Vizekonsul an der amerikanischen Botschaft in Manila (1984-1985) tätig. Er arbeitete ferner im US-Außenministerium in Washington im Büro für ostasiatische und pazifische Angelegenheiten und war diensthabender Beamter im Lagezentrum (Operations Center).

John Koenig hat einen Master of Arts in auswärtige Beziehungen der School of Advanced International Studies an der Johns Hopkins University in Washington und einen Bachelor of Arts in Anthropologie der University of Washington in Seattle (Washington). Er spricht deutsch, griechisch und indonesisch.

Herr Koenig hat für seine Arbeit mehrere Auszeichnungen des US-Außenministeriums erhalten, darunter drei Superior Honor Awards, drei Meritorious Honor Awards sowie den Sinclaire Language Award.

John Koenig wurde 1958 in Tacoma (Washington) geboren und wuchs in der Region des Puget Sound auf. Seine Frau Natalie stammt aus Bellingham (Washington). Sie haben zwei Söhne, Ted (geboren 1990) und Alex (geboren 1992).

Originaltext: John M. Koenig

Saubere Energie für morgen

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Namensartikel von Paula Dobriansky, Staatssekretärin für Demokratie und globale Angelegenheiten im US-Außenministerium, der zunächst im elektronischen Journal “Clean Energy Solutions” des Büros für internationale Informationsprogramme vom Juli erschien.

Die Welt benötigt erschwingliche und saubere Energie zur Förderung des Wirtschaftswachstums sowie von Entwicklung und Demokratie, ohne dabei der Umwelt zu schaden. Die Vereinigten Staaten begegnen dieser Herausforderung mit revolutionären Technologien, der Kreativität ihrer Unternehmer sowie der Unterstützung lokaler Initiativen in Entwicklungsländern.

Die Gewährleistung von reichlichen, erschwinglichen, sauberen und nachhaltigen Energiequellen ist zweifelsohne eine der größten Herausforderungen, denen die moderne Welt gegenübersteht. Die US-Regierung, der amerikanische Privatsektor und Nichtregierungsorganisationen stellen sich dieser Herausforderung, indem sie auf der langen Tradition der Forschung im Bereich saubere Energie aufbauen, die unsere Abhängigkeit vom Öl reduzieren und weit reichende Vorzüge für die ganze Welt bieten wird.

Indem sie die Energieherausforderung annehmen, setzen sich die Vereinigten Staaten dafür ein, die Energiesicherheit zu fördern, die Armut zu lindern, schädliche Luftverschmutzung zu reduzieren und den Klimawandel zu bewältigen. Durch den Aufbau einer Demokratie auf Bürgerebene stärken diese Bestrebungen oft selbstverwaltete Gesellschaften.

Die Energieherausforderung

Es vergeht nur selten ein Tag, ohne dass es ein energiebezogenes Thema in die Schlagzeilen schafft. Immer, wenn führende Politiker zusammentreffen, ist Energie ein wichtiges und dringendes Gesprächsthema. Vom Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2002 über das G8-Gipfeltreffen in Gleneagles 2005 bis zum Energiezyklus 2005-2007 der UN-Kommission für nachhaltige Entwicklung ist Energie stets ein zentrales Thema gewesen.

Und das aus gutem Grund. Versorgungsunterbrechungen und steigende Preise spielen in den täglichen Entscheidungen, wie wir unsere Fahrzeuge betanken, unsere Häuser heizen und unsere Unternehmen mit Strom versorgen eine bedeutende Rolle. Ferner haben ungefähr zwei Milliarden Menschen – nahezu ein Drittel der Weltbevölkerung – keinen Zugang zu den modernen Energiediensten, die unentbehrlich sind, wenn es darum geht, Schulen die Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts zu eröffnen, die Wirtschaft anzutreiben, Wasser zu bewegen, die Getreideproduktion zu erhöhen oder Gesundheitseinrichtungen mit Strom, Heizwärme und Kühlung zu versorgen.

Die zusammenhängenden Ziele der Energiesicherheit und der Linderung der Armut sind auch untrennbar mit der Notwendigkeit verbunden, schädliche Luftverschmutzung zu reduzieren und den Klimawandel zu bewältigen. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jeden Tag 4.400 Menschen durch Luftverschmutzung in Gebäuden sterben. Ein Großteil dieser Todesfälle geht auf ungesunde Koch- und Heizverfahren zurück.

Die Entwicklung sauberer und erschwinglicher Energietechnologien

Die Vereinigten Staaten sind der Meinung, dass die beste Möglichkeit, die Energiesicherheit zu fördern, Nationen in ihrer Entwicklung zu unterstützen und gleichzeitig die Umwelt zu schützen sowie die öffentliche Gesundheit zu verbessern, darin besteht, saubere, erschwingliche Energietechnologien zu fördern. Wir werden dazu einen mehrschichtigen Ansatz benötigen, zu dem konventionelle, moderne sowie erneuerbare Energie- und Energieeffizienztechnologien zählen.

Die US-Regierung verfolgt auf nationaler und internationaler Ebene, oftmals mit Partnern aus dem Privatsektor, die Entwicklung einer Reihe von Technologien, die bis Mitte des Jahrhunderts stufenweise eingeführt werden sollten. Dazu zählen neue Biotreibstoffe aus Pflanzen, die nicht für die Lebensmittelherstellung bestimmt sind, saubere Kohletechnologie, die Kommerzialisierung von Hybridfahrzeugen, die an einer Stromquelle aufgeladen werden können, Wasserstoffbrennstoffzellentechnologie sowie effizientere, weiterverbreitungssichere Nuklearsysteme und Fusionstechnologien. Und das sind nur die Höhepunkte.

In seinem Bericht zur Lage der Nation 2006 skizzierte Präsident George W. Bush eine Strategie zur Reduzierung der amerikanischen Abhängigkeit von Öl. Die erweiterte Energieinitiative des Präsidenten schlägt eine 22-prozentige Erhöhung der Forschungsmittel im Bereich saubere Energie im US-Energieministerium vor. Dazu zählen höhere Investitionen in Solar- und Windtechnologien, emissionsfreie kohlegefeuerte Kraftwerke, saubere Nukleartechnik sowie Äthanol.

Es ist wichtig, dass wir nicht nur saubere Energietechnologien entwickeln, sondern auch darauf hinarbeiten, sie erschwinglicher und zugänglicher zu machen. Aus diesem Grund hat die US-Regierung seit 2001 mehr als 11,7 Milliarden Dollar für die Erforschung alternativer Energiequellen ausgegeben. Diese Mittel haben zu einer dramatischen Senkung der Kosten für erneuerbare Energien beigetragen. Da die Kosten für konventionelle Energiequellen steigen, reagieren private Investoren. 2005 wurden 44 Milliarden Dollar der neuen Kapitalinvestitionen im Bereich der erneuerbaren Energietechnologien im Elektrizitätssektor getätigt. Die erneuerbaren Energien machen heute ungefähr 20 bis 25 Prozent der weltweiten Investitionen im Energiesektor aus.

Während wir uns dafür einsetzen, neue Energiequellen zu entwickeln, arbeiten wir auch hart daran, unseren Energieverbrauch zu senken. Ein führendes Beispiel bei diesen Bestrebungen ist das Programm Energy Star, das von der US-Regierung unterstützt wird und Unternehmen und Einzelpersonen hilft, durch höchste Energieeffizienz die Umwelt zu schützen. Mithilfe des Energy-Star-Programms haben die Amerikaner allein im Jahr 2005 genug Energie gespart, um Treibhausgasemissionen zu vermeiden, die dem Schadstoffausstoß von 23 Millionen Autos entsprechen – und zusätzlich haben sie 12 Milliarden Dollar bei ihren Stromrechnungen gespart, was 4 Prozent des gesamten jährlichen Stromverbrauchs in den Vereinigten Staaten entspricht.

Die Verbreitung von Technologien durch öffentlich-private Partnerschaften

Partnerschaften mit mehreren Beteiligten wie Regierungen, der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor sind bei der Bewältigung der Energieherausforderung von großer Bedeutung. Die Vereinigten Staaten nehmen an einer Vielzahl von Partnerschaften mit Gruppen wie kleinen amerikanischen Nichtregierungsorganisationen teil, die einfache Solarkocher in afrikanischen Flüchtlingslagern bauen und vorführen, wie sie verwendet werden, aber auch mit größeren regionalen Bündnissen wie der eben erst ins Leben gerufenen Asien-Pazifik-Partnerschaft für saubere Entwicklung und sauberes Klima (Asia-Pacific Partnership for Clean Development and Climate). Diese freiwillige Partnerschaft mit Australien, China, Japan, Indien und Südkorea – Länder, die zusammen mit den Vereinigten Staaten für mehr als 50 Prozent des globalen Energieverbrauchs und der Emission von Treibhausgasen verantwortlich sind – hat als Ziel die Verbreitung sauberer, effizienterer Technologien sowie die Erfüllung der jeweiligen Zielvorgaben der Partner bezüglich der Verringerung der Umweltverschmutzung, der Energiesicherheit und des Klimawandels. Die Asien-Pazifik-Partnerschaft wird Akteure aus wichtigen Wirtschaftssektoren bei der Auseinandersetzung mit den Themen saubere Entwicklung und Klima als gleichberechtigte Partner behandeln und eng mit ihnen zusammenarbeiten.

Zur Förderung öffentlich-privater Bündnisse hat das US-Amt für internationale Entwicklung (USAID) 2001 das Globale Entwicklungsbündnis (Global Development Alliance) geschaffen. Im Rahmen dieses innovativen Programms hat USAID Programme mit nahezu 400 Organisationen finanziert, wobei die 4,6 Milliarden Dollar an Spenden von Partnern von mehr als 1,4 Milliarden Dollar seitens der Regierung ergänzt wurden.

Letztendlich wird der Erfolg der Partnerschaften daran gemessen werden, ob sie konkrete Ergebnisse vor Ort erzielen. Wenn wir über messbare Ergebnisse sprechen, muss erwähnt werden, dass eine wahrlich positive Geschichte von einigen der Partnerschaften ausgeht, die vor fast vier Jahren auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg ins Leben gerufen wurden. Ein Beispiel ist die Partnerschaft für saubere Brennstoffe und Fahrzeuge (Partnership for Clean Fuels and Vehicles), eine der vier leistungsbasierten, marktorientierten Partnerschaften im Rahmen der Clean Energy Initiative von Präsident Bush. Sie ist ein breit gefächerter Ansatz bei der Suche nach Zugangsmöglichkeiten zu Energie und der Verbesserung der Energieeffizienz und Umweltqualität. 2002 wurde in allen afrikanischen Ländern südlich der Sahara bis auf eines verbleites Benzin getankt. Ende 2005 hatten alle 49 afrikanischen Länder südlich der Sahara mithilfe der Partnerschaft für saubere Brennstoffe und Fahrzeuge aufgehört, verbleites Benzin zu raffinieren und einzuführen. Diese Veränderung wird bedeutende gesundheitliche Auswirkungen für die 733 Millionen Menschen haben, die in diesen Ländern leben.

Die Vereinigten Staaten setzen sich bei den Partnerschaften, im Rahmen derer sie aktiv sind, für transparente Berichterstattung ein. Wir haben eine Website erstellt – www.SDP.gov – um ständig aktualisierte Informationen zu Partnerschaften der USA im Bereich nachhaltige Entwicklung anzubieten.

Die Schaffung effektiver politischer und ordnungspolitischer Rahmenbedingungen

Einer der Schlüssel zur Verbreitung sauberer Energietechnologien ist die Unterstützung der Entwicklung von Märkten, die sie auch aufnehmen können. Effektive politische und ordnungspolitische Rahmenbedingungen auf lokaler und nationaler Ebene sind absolut notwendig, um das Niveau von Investitionen des Privatsektors zu erreichen, das in den kommenden Jahrzehnten benötigt wird.

Die US-Regierung macht bedeutende Fortschritte dabei, überall in den Entwicklungsländern Kapazitäten aufzubauen. Von unseren Bestrebungen zur Gewährleistung verlässlicher Energiedienste in armen Slumgebieten in Indien über die Erstellung von Regelungen für Energiehandel in Südafrika bis hin zu verbesserter öffentlicher Teilhabe an globalen Entscheidungen im Energiesektor arbeiten wir mit Ministerien in Entwicklungsländern, Versorgungsbetrieben und mit Endkunden zusammen daran, die Art institutioneller und marktorientierter Strukturen aufzubauen, die Investitionen im Energiesektor begünstigen werden.

Die Vereinigten Staaten sind auch stolz darauf, mit den G8-Ländern und anderen Partnern im Rahmen der Transparenzinitiative der Bodenschätze fördernden Industrien (EITI ) zusammenzuarbeiten. Die EITI unterstützt in Ländern, die reich an Bodenschätzen sind, durch die vollständige Veröffentlichung und Überprüfung von Unternehmenszahlungen und Regierungseinnahmen für Öl, Gas und im Bergbau eine verbesserte Regierungsführung.

Förderung demokratischer Gewohnheiten auf Bürgerebene

Verbesserter Zugang zu modernen, sauberen, gesunden und effizienten Energiediensten kann dazu beitragen, Menschen aus der Armut zu befreien und die Umwelt zu schützen. Möglicherweise ebenso wichtig ist die Tatsache, dass die Bereitstellung von Energiediensten Gemeinden die einmalige Chance bietet, zusammen die große Kunst demokratischer Entscheidungsfindung zu erlernen und zu üben.

Die Wurzeln starker Demokratien gehen viel tiefer als der Akt der Stimmabgabe. Sie gründen auf sozialem Zusammenhalt und partizipatorischen Institutionen. Für einzelne Menschen, die in Dörfern auf dem Land oder in städtischen Slums leben, ist bei der Suche nach Energiediensten relevant, ob die für die Gemeinde zuständigen Institutionen der Gemeinde gegenüber auch rechenschaftspflichtig sind. Viel zu oft werden die Bedürfnisse der Bürger nicht vollständig in politische Entscheidungen darüber einbezogen, wer was, wann, wo und wie bekommt.

Einige innovative Stromnetz-Initiativen weltweit gehen dieses Problem an, indem sie vor Ort lokale Strukturen fördern, die die Entfernung zwischen den Haushalten und Versorgungsunternehmen überbrücken. Das US-Amt für internationale Entwicklung (USAID) hat beispielsweise ein Programm in Ahmedabad (Indien) unterstützt, im Rahmen dessen Nichtregierungsorganisationen als Vermittler fungierten und Slumbewohnern mit der Finanzierung und der Beantragung der für den Besitz von Grund benötigten Dokumente behilflich sind, so dass sie legal ans Elektrizitätsnetz angeschlossen werden können. Die Ergebnisse sind beeindruckend. Im Pilotprojekt wurden 820 Haushalte, die zuvor illegal und unverlässlich Strom bezogen, regulär ans Stromnetz angeschlossen. Das Versorgungsunternehmen weitet das Programm jetzt auf weitere 115.000 arme städtische Haushalte aus. In Salvador (Brasilien) hat der Stromversorger COELBA lokale Community Agents engagiert, die mit den Bürgern und führenden Gemeindevertretern vor Ort zusammenarbeiten, um Probleme zu identifizieren und zu lösen sowie über Energiesparmöglichkeiten zu informieren. Bis heute hat COELBA mehr als 200.000 Haushalte ans Stromnetz angeschlossen. USAID und die U.S. Energy Association (Verband der Energieunternehmen) bauen auf diesem Erfolg auf und unterstützen einen Austausch zwischen COELBA und dem angolanischen Stromversorger EDEL.

Indem Vermittler aus den Gemeinden in die Bestrebungen zum Anschluss an das Elektrizitätsnetz eingebunden werden, stärken diese Programme das demokratische Bewusstsein auf Bürgerebene. Sie bauen Vertrauen auf, schaffen soziales Kapital und ermöglichen es den Menschen, über ihre Sorgen zu sprechen. Sie schaffen es dabei nicht nur, Einzelpersonen an das Elektrizitätsnetz anzuschließen, sondern ermöglichen es den Bürgern auch zu lernen, was es bedeutet, an demokratischen Prozessen teilzunehmen. Diese Erfahrung und diese neu erworbenen Fertigkeiten können leicht auf andere Bereiche des gesellschaftlichen und politischen Lebens angewandt werden und tragen letztendlich zu einer stärkeren, robusteren und sichereren demokratischen Kultur bei.

Die Herausforderung bewältigen

Die Vereinigten Staaten wollen eine Zukunft geprägt von sauberer Energie, die der bedeutenden vor uns liegenden Herausforderung gerecht wird. Wir setzen mit unserer Strategie auf die modernste wissenschaftliche Forschung, nutzen die Kraft der Märkte, fördern die Kreativität von Unternehmern und arbeiten mit den Entwicklungsländern zusammen, um unsere Wünsche nach einer dynamischen Wirtschaft und einer sauberen Umwelt miteinander zu vereinbaren.

Originaltext: Clean Energy for Tomorrow

Pressekonferenz zum Nahen Osten

Washington – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die unwesentlich gekürzte Eingangserklärung von US-Präsident George W. Bush bei einer Pressekonferenz zu den Entwicklungen im Libanon im Weißen Haus vom 21. August 2006.

Ich möchte mit Ihnen über die neuesten Entwicklungen im Libanon und darüber sprechen, was wir tun um zu gewährleisten, dass Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats umgesetzt wird und den Worten zügig Taten folgen können.

Resolution 1701 autorisiert die Entsendung einer effektiven internationalen Truppe in den Libanon. Das ist unverzichtbar für den Frieden in der Region und für die Freiheit des Libanon. Eine effektive internationale Truppe wird dazu beitragen sicherzustellen, dass die Waffenruhe im Libanon hält, wenn die israelischen Truppen abziehen. Eine effektive internationale Truppe wird der libanesischen Armee dabei behilflich sein, ihrer Verantwortung bei der Sicherung der libanesischen Grenzen nachzukommen und die Hisbollah daran zu hindern, als Staat innerhalb eines Staates zu agieren. Eine effektive internationale Truppe wird dazu beitragen, den Menschen im Libanon und in Israel das Vertrauen zu geben, nach Hause zurückzukehren und ihr Leben wieder aufzubauen, ohne Angst vor neuer Gewalt und erneutem Terror.

Eine internationale Truppe erfordert internationale Verpflichtungen. Vorherige Resolutionen sind im Libanon gescheitert, da sie nicht von der internationalen Gemeinschaft umgesetzt wurden und, in diesem Fall, die Hisbollah und ihre Sponsoren nicht daran hinderte, Gewalt zu schüren. Die neue Resolution billigt eine bis zu 15.000 Mann starke Truppe. Sie verleiht der Truppe ein erweitertes Mandat. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Die internationale Gemeinschaft muss jetzt die Führung dieser neuen internationalen Truppe bestimmen, ihr eindeutige Einsatzregeln erteilen und sie so schnell wie möglich entsenden, um den Frieden zu sichern.

Die Vereinigten Staaten werden ihren Teil dazu beitragen. Wir werden die internationale Truppe durch Logistik, Einsatzleitung, Kommunikation und nachrichtendienstliche Erkenntnissen unterstützen. Der Libanon, Israel und unsere Bündnispartner sind sich einig, dass dies der effektivste Beitrag ist, den wir zu dieser Zeit leisten können. Wir werden auch mit der Führung der internationalen Truppe zusammenarbeiten, wenn die Zusammensetzung feststeht, um sicherzustellen, dass die Vereinigten Staaten alles in ihrer Macht Stehende tun, um diese Mission zu einem Erfolg zu machen.

Die Entsendung dieser neuen internationalen Truppe wird auch zur zügigen Bereitstellung humanitärer Hilfe beitragen. Unsere Nation zögert nicht, den Menschen im Libanon zu helfen. Anders ausgedrückt, wir handeln schon vor Eintreffen der Truppe. Wir sind schon seit Wochen in Beirut, und ich habe bereits mehr als die Hälfte unserer Zusage an Hilfsleistungen über 50 Millionen Dollar an jene Libanesen verteilt, die in diesem Konflikt ihr Zuhause verloren haben. Außenministerin Rice leitet die diplomatischen Bestrebungen zur Einrichtung einer Wegstrecke, auf der die Konvois mit Hilfsgütern ungehindert passieren können, zur Wiedereröffnung des Beiruter Flughafens für den Passagierverkehr und humanitäre Hilfsflüge sowie zur Gewährleistung der konstanten Kraftstoffversorgung libanesischer Kraftwerke und Fahrzeuge. Ich habe veranlasst, dass in den kommenden Wochen 25.000 Tonnen Weizen in den Libanon geliefert werden.

Aber wir werden noch mehr tun. Heute gebe ich bekannt, dass die Vereinigten Staaten weitere Hilfe zur Unterstützung von humanitärer Arbeit und Wiederaufbauarbeit im Libanon leisten werden, insgesamt in Höhe von mehr als 230 Millionen Dollar. Diese Gelder werden den Libanesen beim Wiederaufbau ihrer Häuser und der Rückkehr in ihre Städte und Gemeinden behilflich sein. Die Mittel werden den Libanesen beim Wiederaufbau ihrer wichtigsten Brücken und Straßen behilflich sein. Die Mittel werden den Libanesen behilflich sein, Schulen wiederaufzubauen, so dass die Kinder das Schuljahr rechtzeitig diesen Herbst beginnen können.

Ich habe veranlasst, dass ein Team zur Bekämpfung von Ölverschmutzungen in den Libanon entsandt wird, um die libanesische Regierung bei der Säuberung eines Ölteppichs zu unterstützen, der die Küstenregion bedroht; hierzu schlage ich ein Paket in Höhe von 42 Millionen Dollar zur Ausbildung und Ausrüstung der libanesischen Streitkräfte vor. Ich werde bald eine Delegation des Präsidenten, die sich aus führenden Vertretern des Privatsektors zusammensetzt, in den Libanon entsenden, um Möglichkeiten zu sondieren, wie wir die Großzügigkeit amerikanischer Unternehmen und gemeinnütziger Organisationen weiter zur Unterstützung der Menschen im Libanon einsetzen können.

Wir werden diese Maßnahmen ergreifen – und ich werde auch eng mit dem Kongress zusammenarbeiten, um die Verfügbarkeit von Kreditgarantien zum Wiederaufbau der von den Raketen der Hisbollah zerstörten Infrastruktur in Israel zu verlängern.

Die Vereinigten Staaten gehen eine langfristige Verpflichtung zur Unterstützung der Menschen im Libanon ein, da ihres Erachtens jeder Mensch verdient, in einer freien, offenen, die Rechte aller achtenden Gesellschaft zu leben. Wir lehnen die Ermordung Unschuldiger als Mittel zur Durchsetzung einer radikalen und brutalen Agenda ab.

Die Terroristen und die Staaten, die sie unterstützen, Iran und Syrien, haben eine weitaus dunklere Vision. Sie versuchen die Bemühungen der Libanesen zu untergraben, sich aus der Fremdherrschaft zu befreien und ihre eigene demokratische Zukunft aufzubauen. Die Terroristen und ihre Unterstützer werden damit nicht erfolgreich sein. Die Libanesen haben klar gezeigt, dass sie in Freiheit leben wollen. Und jetzt ist es an ihren Freunden und Bündnispartnern, sie dabei zu unterstützen.

Originaltext: Press Conference by the President

Das soziale Netz

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir das Kapitel “Das soziale Netz” aus der Broschüre “Portrait of the USA”, die vom Büro für internationale Informationsprogramme des US-Außenministeriums herausgegeben wurde.

Das amerikanische Wirtschaftssystem gründet auf dem privaten, freien Unternehmertum und der “Eigenverantwortung“, die der Schriftsteller und Dozent Ralph Waldo Emerson als eine von den Amerikanern geschätzte Tugend befürwortet. Viele sehen es in der Tat als eine Sache der Ehre an, sich um sich selbst zu kümmern. Dennoch steht denjenigen, die zeitweise oder dauerhaft bedürftig sind, vielfältige Unterstützung durch die Regierung zur Verfügung. Dieses Kapitel beleuchtet zwei Bereiche, in denen Unterstützung gewährt werden kann: die Bereiche Sozialhilfe und Gesundheitsfürsorge.

GESCHICHTE DER STAATLICHEN UNTERSTÜTZUNG

In den Vereinigten Staaten war die Hilfe für Arme traditionell Aufgabe privater Wohlfahrtsorganisationen oder von Kommunalregierungen. Neue Einwanderer waren hauptsächlich von Landsleuten abhängig, die bereits eingewandert waren, um ihnen beim Aufbau einer neuen Existenz zu helfen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts und am Anfang des 20. Jahrhunderts führten mehrere europäische Länder staatliche Wohlfahrtsprogramme ein. Aufgrund der schnellen Industrialisierung und der Verfügbarkeit von Ackerland, Gegebenheiten, die die Annahme zu bestätigen schienen, dass jeder, der arbeiten wollte, auch einen Job finden konnte, fasste diese Bewegung in den Vereinigten Staaten nur langsam Fuß.

Die Weltwirtschaftskrise, die 1929 begann, zerstörte diesen Glauben. Zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten verlor eine erhebliche Anzahl Amerikaner ihren Arbeitsplatz, bedingt durch den Misserfolg zahlreicher Banken und Unternehmen. Präsident Herbert Hoover glaubte, dass Unternehmen, wenn sie ohne die Einmischung der Regierung arbeiten könnten, die wirtschaftliche Situation korrigieren würden. In der Zwischenzeit verließ er sich bei der Unterstützung der Bedürftigen auf die Regierungen der Bundesstaaten und Kommunalregierungen, die dafür aber nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügten. Die meisten Amerikaner waren der Auffassung, dass Hoover nicht genug gegen die Weltwirtschaftskrise unternahm, und wählten 1932 Franklin D. Roosevelt zum Präsidenten.

Innerhalb weniger Tage nach Amtsantritt legte Roosevelt im US-Kongress Gesetzesvorschläge zur Wiederbelebung und Reform der Wirtschaft vor. Der Kongress stimmte fast allen Maßnahmen zu, die der Präsident gefordert hatte, und schon bald darauf schuf die Regierung Arbeitsplätze für hunderttausende von Menschen. Sie wurden in großen öffentlichen Projekten angestellt, wie dem Staudamm- oder Straßenbau, der Erneuerung öffentlicher Gebäude, der Errichtung elektrischer Systeme für ländliche Gemeinden und der Erhaltung von Naturräumen.

Die Mehrzahl der Programme, die während der Weltwirtschaftskrise begannen, waren zeitlich begrenzte Maßnahmen zur Linderung der wirtschaftlichen Situation, aber eines – die Sozialversicherung (Social Security) – wurde eine amerikanische Einrichtung. Die durch Gehaltsabzüge von der arbeitenden Bevölkerung finanzierte Sozialversicherung stellt sicher, dass Rentner ein bescheidenes monatliches Einkommen erhalten. Darüber hinaus erhalten diejenigen, die darauf angewiesen sind, über sie eine Arbeitslosen- oder Arbeitsunfähigkeitsversicherung sowie andere Unterstützung. Die Sozialversicherungsleistungen für Rentner können ab dem 62. Lebensjahr ausgezahlt werden, die meisten warten aber bis zum Alter von 65, wenn die Leistungen etwas höher sind. In der jüngeren Vergangenheit gab es Bedenken, dass die Sozialversicherung nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügen würde, um den Verpflichtungen im 21. Jahrhundert nachzukommen, wenn der Anteil der älteren Amerikaner voraussichtlich dramatisch ansteigt. Politiker haben diverse Möglichkeiten vorgeschlagen, um das erwartete Defizit auszugleichen, aber eine langfristige Lösung wird noch diskutiert.

In den Jahren seit Roosevelt haben andere amerikanische Präsidenten, insbesondere Lyndon Johnson in den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts, soziale Programme aufgestellt. Dazu gehören Medicaid und Medicare, die an späterer Stelle besprochen werden, Lebensmittelmarken, Zertifikate, die verwendet werden können, um Lebensmittel zu erwerben sowie Sozialwohnungen, die auf Staatskosten gebaut und Personen mit niedrigem Einkommen zur Verfügung gestellt werden.

Bedürftige Amerikaner können sich auch an nicht-staatliche Stellen wenden, wenn sie Hilfe benötigen. Es gibt ein breites Spektrum privater Wohltätigkeits- und Freiwilligenorganisationen. Die freiwillige Arbeit in den Vereinigten Staaten nimmt zu, insbesondere unter Rentnern. Schätzungen besagen, dass fast 50 Prozent aller Amerikaner über 18 Jahren freiwillige Arbeit leisten und fast 75 Prozent aller Haushalte in den Vereinigten Staaten Geld für wohltätige Zwecke spenden.

DIE KOSTEN DES AMERIKANISCHEN LEBENSSTILS

Die Mehrheit der Amerikaner kann gut von dem eigenen Gehalt leben, ohne die Unterstützung durch ein universelles Sozialhilfesystem. Diese so genannten middle-class Americans (Mittelschicht-Amerikaner) sind im Allgemeinen Hauseigentümer, besitzen Autos, verreisen jedes Jahr und können ihren Kindern – zumindest teilweise – die College-Ausbildung finanzieren. Die Mehrheit der Amerikaner legt Geld auf Sparkonten zurück, um so größere Ausgaben tätigen zu können; viele investieren auch am Aktienmarkt in der Hoffnung, dass sich ihre Investitionen auszahlen.

Viele kaufen Versicherungen, besonders Lebens- und Krankenversicherungen. Häufig leistet das Unternehmen, für das sie arbeiten, einen Beitrag. Viele Unternehmen verfügen über Rentenpläne, innerhalb derer sie und ihre Angestellten Geld für die Renten zurücklegen. Zusammen mit den Zahlungen in die Sozialversicherung ermöglichen die Rentenpläne den amerikanischen Rentnern ein komfortables Leben. Für ältere Amerikaner, die langfristige Pflege außerhalb eines Krankenhauses benötigen, kann eine Pflegeeinrichtung auf der anderen Seite sehr teuer sein.

1993 wurde eine vierköpfige Familie mit einem Einkommen in Höhe von oder unter 14.763 Dollar als arm angesehen; in diese Kategorie fielen 15,1 Prozent der amerikanischen Familien. Zusätzlich zu den oben genannten Leistungen erhalten viele Familien unterhalb der Armutsgrenze monatliche Beihilfen, die von der Regierung Menschen mit zu geringem Einkommen zur Verfügung gestellt werden, um notwendige Dinge wie Lebensmittel, Kleidung und Unterkunft bezahlen zu können. Die bekannteste Form der Beihilfe wird durch ein Programm mit dem Namen Hilfe für Familien mit finanziell abhängigen Kindern (Aid to Families With Dependent Children – AFDC) gewährt. Das Programm wurde ursprünglich ins Leben gerufen, um Kindern zu helfen, deren Väter gestorben waren, es entwickelte sich aber zur Hauptquelle des regulären Einkommens von Millionen armer amerikanischer Familien.

Die Gesamtkosten aller staatlichen Hilfsprogramme – einschließlich der Sozialversicherung, Medicare, Medicaid und diverser Sozialhilfeprogramme – beläuft sich auf beinahe die Hälfte der Gesamtausgaben der Bundesregierung. Das stellt eine Verdopplung des Prozentsatzes dar, der in den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts erreicht wurde.

DIE DEBATTE ÜBER SOZIALHILFE

Bestimmte Aspekte des amerikanischen Sozialhilfesystems – insbesondere die AFDC-Zahlungen – wurden in den Achtziger- und Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts kritisiert, und das System selbst wurde in den landesweiten Wahlen zu einem Wahlkampfthema. Im Präsidentschaftswahlkampf 1992 versprach der damalige Gouverneur Bill Clinton beispielsweise ein “Ende der Sozialhilfe, wie wir sie kennen”. Viele Amerikaner der Mittelschicht lehnen die Verwendung ihrer Steuergelder zur Unterstützung derer, die sie (berechtigterweise oder nicht) als arbeitsunwillig ansehen, ab. Einige Kritiker argumentieren, dass die Abhängigkeit von Sozialhilfe zu einem Dauerzustand werden kann, da eine Generation der vorherigen in das System hineinfolgt. Einige Menschen glauben, dass das System junge Frauen dazu ermuntert, Kinder außerhalb der Ehe zu bekommen, da sich die staatlichen Beihilfen mit der Geburt jedes Kindes erhöhen. Andere Experten vertreten die Ansicht, dass erst einmal die Ursachen der Armut – ein Mangel an Bildung und Chancen – angegangen werden müssen; das Sozialhilfesystem ist alles, was die Armen von bitterer Not trennt.

Der Vorwurf, dass Sozialhilfeprogramme dazu neigen, Arme in Abhängigkeit zu halten und ihnen die Möglichkeit zu nehmen, die Kontrolle über ihr Leben auszuüben, hat zur Anpassung bestimmter staatlicher Programme geführt. So erlaubte die Regierung beispielsweise Mietern in Sozialwohnungsprojekten, die Gebäude zu kaufen und ihre Verwaltung zu übernehmen.

1996 wurde ein Konsens für breiter angelegte Maßnahmen gefunden. Durch ein neues Gesetz wurde die Sozialhilfe angepasst, indem AFDC durch staatlich geführte und durch Bundeszuschüsse finanzierte Beihilfeprogramme, ersetzt wurde. Das Gesetz beschränkt die im Verlaufe eines Lebens gewährte Sozialhilfe auf fünf Jahre, verlangt von arbeitsfähigen Erwachsenen nach zwei Jahren des Sozialhilfebezugs die Arbeitsaufnahme, schließt Sozialhilfe für legale Einwanderer aus, die nicht die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen haben und begrenzt den Erhalt von Lebensmittelmarken auf einen Zeitraum von drei Monaten, es sei denn, die Empfänger gehen einer Arbeit nach.

DAS ARZTWESEN IN DEN VEREINIGTEN STAATEN

Selbständige private Ärzte, die eine Gebühr für jeden Besuch eines Patienten verlangen, sind im amerikanischen Arztwesen die Regel. Die meisten Ärzte haben mit einem oder mehreren Krankenhäusern ihrer Gemeinde einen Vertrag. Sie überweisen ihre Patienten bei Bedarf an das Krankenhaus, das für gewöhnlich entsprechend der Anzahl der Tage, die der Patient dort verbleibt, und der Behandlung – Röntgenbestrahlung, Operationssäle, Untersuchungen – die er oder sie benötigt, Kosten in Rechnung stellt. Krankenhäuser werden von Städten, Bundesstaaten oder im Falle der Krankenhäuser für Veteranen, durch die Bundesregierung geführt. Andere werden durch Religionsgemeinschaften oder andere gemeinnützige Gruppen geführt. Wieder andere werden von Unternehmen unterhalten, die damit einen Gewinn erwirtschaften wollen.

In den vergangenen 30 Jahren sind die Kosten im Gesundheitssystem der Vereinigten Staaten in die Höhe geschnellt. Die Gesundheitsausgaben sind von 204 Dollar pro Person im Jahr 1965 auf 3.299 Dollar pro Person im Jahr 1993 angestiegen. Ein Grund für den Anstieg der Kosten im Gesundheitssektor ist, dass der Beruf des Arztes zu den bestbezahlten Berufen in den Vereinigten Staaten gehört. Als Begründung für ihr hohes Einkommen wird oft die lange und kostspielige Ausbildung angeführt, die sie durchlaufen müssen. Die meisten angehenden Ärzte absolvieren eine vierjährige College-Ausbildung, die bis zu 25.000 Dollar pro Jahr kosten kann, bevor sie vier weitere teure Jahre an einer so genannten medical school (medizinischen Fakultät) verbringen. Viele junge Ärzte sind am Ende ihrer Ausbildung hoch verschuldet. Sie müssen noch weitere drei bis fünf Jahre in einem Krankenhaus verbringen, wo es lange Arbeitszeiten und ein relativ niedriges Gehalt gibt. Die Gründung einer Arztpraxis kann ebenfalls kostspielig sein.

Die neuen Geräte und Technologien zur Diagnose und Behandlung von Krankheiten sind ebenfalls teuer und die Fachleute, die sie bedienen, müssen gut ausgebildet sein. Ärzte und Krankenhäuser müssen eine Ärztehaftpflichtversicherung abschließen, um sich vor Gerichtsverfahren durch Patienten zu schützen, die sich nicht angemessen behandelt fühlen. Die Beiträge für diese Versicherung sind während der Siebziger- und Achtzigerjahre des 20. Jahrhunderts stark gestiegen.

BEZAHLUNG VON ARZTRECHNUNGEN

In den Vereinigten Staaten hat sich ein gemischtes System von privater und staatlicher Verantwortung für das Gesundheitswesen entwickelt. Die große Mehrheit der Amerikaner zahlt einen Teil ihrer Arztrechnungen durch Versicherungen, die sie über ihren Arbeitgeber erhalten. Ungefähr fünf von sechs amerikanischen Arbeitnehmern sind zusammen mit ihren Familien im Rahmen einer Gruppenkrankenversicherung versichert, die entweder gemeinsam durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder durch den Arbeitnehmer alleine gezahlt wird. Bei dem am häufigsten vorkommenden Versicherungstyp wird monatlich ein Beitrag oder eine Gebühr durch den Arbeitnehmer entrichtet. Im Gegenzug zahlt das Versicherungsunternehmen einen Prozentsatz der anfallenden Gesundheitskosten des Arbeitnehmers, oberhalb eines geringen Betrages, der Selbstbeteiligung. Die Krankenversicherungen variieren erheblich. Einige beinhalten Zahnarztkosten und manche psychologische Beratung und Therapien, andere nicht.

Ein weiteres Krankenversicherungsmodell, das vielen Arbeitnehmern zur Verfügung steht, ist das so bezeichnete Health Maintenance Organization (HMO). Ein HMO besteht aus einer Gruppe von Ärzten, die ihren Patienten alle notwendigen Leistungen zu einem im Voraus bezahlten Festpreis bieten. HMOs konzentrieren sich auf die Vorsorge, da sie die Rechnung bezahlen müssen, sollte ein Patient Leistungen benötigen, die das HMO nicht anbieten kann, wie beispielsweise eine Spezialbehandlung, eine Operation oder die Einweisung in ein Krankenhaus. HMOs erfreuen sich wachsender Beliebtheit und werden gemeinhin als ein Weg angesehen, die medizinischen Kosten zu begrenzen. Einige Amerikaner sind jedoch skeptisch, da HMOs die freie Arztwahl des Patienten einschränken.

In der jüngeren Vergangenheit haben amerikanische Ärzte zudem dazu beigetragen, den Kostenanstieg zu verlangsamen, indem sie die Notwendigkeit einer Krankenhauseinweisung neu beurteilten. Viele operative Eingriffe, die früher mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden waren, werden heute beispielsweise ambulant durchgeführt (der Patient kommt tagsüber in das Krankenhaus und geht abends nach Hause). Der Prozentsatz der ambulanten Operationen im Krankenhaus ist von 16 Prozent im Jahr 1980 auf 55 Prozent 1993 gestiegen. Auch wenn ein Krankenhausaufenthalt notwendig wird, ist er heute kürzer als in der Vergangenheit.

MEDICAID UND MEDICARE

Obwohl die meisten Amerikaner über eine Form der privaten Krankenversicherung verfügen, können sich einige Menschen keine Versicherung leisten. Sie können eine medizinische Versorgung über zwei soziale Programme erhalten, die 1965 gegründet wurden.

Medicaid ist ein gemeinsames Programm der Bundesregierung und der Bundesstaaten, das die medizinische Versorgung armer Menschen finanziert. Die Anforderungen für den Erhalt von Medicaid und der Leistungsumfang variieren erheblich von Bundesstaat zu Bundesstaat. Mit Kosten von ungefähr 156 Milliarden Dollar pro Jahr ist Medicaid das größte Sozialprogramm der Vereinigten Staaten.

Medicare ist eine weitere Form der staatlichen Krankenversicherung. Im Rahmen dieses Programms werden zahlreiche Arztrechnungen bezahlt, die bei Amerikanern ab einem Alter von 65 oder altersunabhängig bei Amerikanern mit Behinderungen anfallen. Medicare wird durch einen Teil der Sozialversicherungsabgaben, durch Prämien der Empfänger und staatliche Mittel finanziert. Jeder, der Leistungen aus der Sozialversicherung erhält, ist durch Medicare abgedeckt.

Eines der größten Probleme im Gesundheitssystem der Vereinigten Staaten ist die Versorgung derjenigen, die sich keine Krankenversicherung leisten können und weder Anspruch auf Medicaid noch Medicare haben. Schätzungen besagen, dass einer von sieben Amerikanern im Laufe eines Jahres zumindest vorübergehend nicht über eine Krankenversicherung verfügt. Es kann sich um Personen handeln, die arbeitslos sind, die einen Arbeitsplatz ohne Krankenversicherung haben oder die gerade so über der Armutsgrenze leben. Diese Menschen können sich an staatliche Krankenhäuser wenden, in denen sie in einem Notfall behandelt werden, oft gehen sie aber nicht zu Vorsorgeuntersuchungen, die Krankheiten verhindern könnten.

Als Präsident Bill Clinton 1993 ins Amt gewählt wurde, war es eines seiner wichtigsten Ziele, diesen nicht versicherten Amerikanern zu helfen. Nach ausgedehnten Diskussionen und Debatten im ganzen Land und in allen Teilen der Bevölkerung verabschiedete der Kongress 1996 ein Gesetz, um es arbeitenden Familien und ihren Kindern zu erleichtern, eine Krankenversicherung zu erhalten. Das neue Gesetz dehnt den Zugang zur Krankenversicherung für Arbeitnehmer aus, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, oder die mit einer Vorerkrankung versuchen, eine Versicherung zu erhalten, und beinhaltet ein Pilotprogramm zur vorläufigen Steuerbefreiung von Sparkonten zur Zahlung von medizinischen Rechnungen.

Obwohl die Kosten im Gesundheitswesen weiter ansteigen, hat sich der Anstieg aufgrund der Verbreitung von HMOs und anderer Faktoren in den vergangenen Jahren aber verlangsamt. 1990 stiegen die Gesundheitsausgaben um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 1994 war die Rate auf 4,8 Prozent zurückgegangen.

Originaltext: Chapter Nine: The Social Safety Net

Ein Weg zu dauerhaftem Frieden

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Namensartikel von US-Außenministerin Condoleezza Rice, der zunächst in der Washington Post vom 16. August 2006 erschien.

Während des vergangenen Monats haben sich die Vereinigten Staaten stark dafür eingesetzt, die Gewalt zu beenden, die die Hisbollah und ihre Unterstützer über die Bürger Libanons und Israels gebracht haben. Gleichzeitig haben wir darauf bestanden, dass ein wirklich effektiver Waffenstillstand eine entscheidende Veränderung des Status quo erfordert, der zu diesem Krieg führte. Vergangenen Freitag (am 11. August) unternahmen wir mit der einstimmigen Verabschiedung der UN-Resolution 1701 einen bedeutenden Schritt in Richtung dieses Ziels. Jetzt beginnt die schwierige und wichtige Aufgabe der Umsetzung.

Das von uns erlangte Abkommen hat drei grundlegende Bestandteile:

Zuerst setzt es die vollständige Einstellung der Kriegshandlungen voraus. Wir haben auch auf der bedingungslosen Freilassung der entführten israelischen Soldaten bestanden. Die Hisbollah muss umgehend ihre Angriffe auf Israel einstellen, und Israel muss seine offensiven Militäroperationen im Libanon beenden, sich dabei jedoch das Recht jeder souveränen Nation vorbehalten, sich zu verteidigen. Dieses Abkommen wurde am Montag wirksam, nachdem das israelische und libanesische Kabinett den enthaltenen Bedingungen zustimmten.

Zweitens wird die Resolution der demokratischen libanesischen Regierung helfen, ihre Souveränität auszuweiten. Die internationale Gemeinschaft verhängt ein Embargo auf alle ohne die Zustimmung der libanesischen Regierung in den Libanon transportierten Waffen. Wir vergrößern auch die derzeitige UN-Mission im Libanon, UNIFIL. Die neue UNIFIL-Mission wird über ein robustes Mandat, bessere Ausrüstung und 15.000 Soldaten verfügen – was einer siebenfachen Erhöhung ihrer derzeitigen Truppenstärke entspricht. Die libanesischen Streitkräfte werden zusammen mit dieser neuen internationalen Truppe im Süden des Landes die libanesischen Bürger beschützen und bewaffnete Gruppen wie die Hisbollah davon abhalten, das Gebiet zu destabilisieren. Zeitgleich mit dieser Stationierung wird sich Israel hinter die “Blaue Linie” zurückziehen, so dass ein dauerhafter Waffenstillstand umgesetzt werden kann.

Zuletzt gibt diese Resolution klar die politischen Prinzipien zur Sicherung eines dauerhaften Friedens vor: keine ausländischen Truppen, keine Waffen und keine Autorität im Libanon außer die der souveränen libanesischen Regierung. Diese Prinzipien stellen einen seit langem existierenden internationalen Konsens dar, der zwar seit Jahrzehnten immer wieder bestätigt, jedoch nie vollständig umgesetzt wurde. Jetzt hat die internationale Gemeinschaft erstmals ihr volles Gewicht für einen praktikablen politischen Rahmen eingesetzt, um der libanesischen Regierung dabei zu helfen, diese Prinzipien umzusetzen, darunter auch die Entwaffnung aller auf dem libanesischen Staatsgebiet operierenden Milizen.

Die Umsetzung von Resolution 1701 wird nicht nur dem Libanon und Israel nutzen. Sie hat auch wichtige regionale Auswirkungen. Um es einfach auszudrücken: Dies ist ein Sieg für alle, die sich für Mäßigung und Demokratie im Nahen Osten einsetzen – und eine Niederlage für jene, die diese Prinzipien gewaltsam untergraben wollen, insbesondere die Regierungen von Syrien und Iran.
Während die gesamte Welt den vergangenen Monat damit verbrachte, sich für den Frieden einzusetzen, haben Syrien und das iranische Regime versucht, den von der Hisbollah begonnenen Krieg zu verlängern und zu intensivieren. Als dies das letzte Mal vor 10 Jahren passierte, handelten die Vereinigten Staaten zwischen Israel und Syrien einen Waffenstillstand aus. Das Spiel der Diplomatie wurde von anderen gespielt, über die Köpfe der Libanesen hinweg. Syrien hält den Libanon nun nicht länger besetzt, und die internationale Gemeinschaft hilft der libanesischen Regierung, die Voraussetzungen für dauerhaften Frieden zu schaffen – vollständige Unabhängigkeit, uneingeschränkte Souveränität, effektive Demokratie und eine geschwächte Hisbollah, die weniger Gelegenheiten hat, sich erneut zu bewaffnen und zu formieren. Wenn sie umgesetzt sind, werden diese Voraussetzungen einen strategischen Rückschlag für das syrische und iranische Regime darstellen.

Das Abkommen, das wir vergangene Woche erlangt haben, ist ein guter erster Schritt, aber es ist eben erst ein Anfang. Obwohl wir hoffen, dass es zu einem dauerhaften Waffenstillstand führen wird, sollte niemand eine sofortige Beendigung jeglicher Gewalttaten erwarten. Es ist ein zerbrechlicher Waffenstillstand, und alle Parteien müssen sich dafür einsetzen, ihn zu stärken. Unsere Diplomatie hat dazu beigetragen, einen Krieg zu beenden. Nun liegt die lange, beschwerliche Aufgabe der Friedenssicherung vor uns.

Wenn wir nach vorne schauen, ist die dringlichste Herausforderung, dass wir den hunderttausenden von Menschen, die innerhalb des Libanon vertrieben wurden, die Rückkehr in ihre Häuser und den Wiederaufbau ihrer Existenz ermöglichen. Die Wiederaufbaubemühungen werden von der libanesischen Regierung angeführt werden, aber die Großzügigkeit der gesamten Welt erfordern.

Die Vereinigten Staaten ihrerseits unterstützen die Hilfsmaßnahmen für die Menschen im Libanon. Wir werden sie beim Wiederaufbau ihres Landes umfassend unterstützen. Als ersten Schritt haben wir die direkte humanitäre Hilfe auf 50 Millionen Dollar erhöht. Um die Vorteile des Friedens zu sichern, müssen die Menschen im Libanon aus diesem Konflikt mit mehr Möglichkeiten und größerem Wohlstand hervorgehen.

Wir haben bereits gehört, dass die Hisbollah den Sieg für sich in Anspruch nimmt. Andere Menschen, im Libanon und der gesamten Region, fragen sich jedoch, was durch den Extremismus der Hisbollah wirklich erreicht wurde: Hunderttausende von Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben. Häuser und Infrastruktur wurden zerstört. Hunderte unschuldige Menschen mussten sterben. Die Anklage der Weltöffentlichkeit, diesen Krieg verursacht zu haben.

Unschuldige Menschen im Libanon, in Israel und im gesamten Nahen Osten haben lange genug unter den Extremisten gelitten. Es ist an der Zeit, alte Muster der Gewalt zu überwinden und einen gerechten, anhaltenden und umfassenden Frieden zu sichern. Das ist unser Ziel. Wir haben nun die zur Erreichung notwendigen Schritte dargelegt. Unser Ziel ist in der Tat ehrgeizig und schwer zu erreichen. Aber es ist richtig. Es ist realistisch. Und schließlich ist es auch der einzig gangbare Weg hin zu einer hoffnungsvolleren Zukunft.

Originaltext: A Path to Lasting Peace