Powell lobt internationale Finanz- und Handelsinstitutionen

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die unwesentlich gekürzte Rede von Außenminister Colin Powell bei einem Treffen des Bretton Woods Committee vom 27. April 2001.

Es ist kein Zufall, dass Präsident Roosevelt Anfang der vierziger Jahre, als er ein isolationistisches Amerika auf den Krieg gegen die faschistische Tyrannei vorbereitete, Freiheit von Not in seine berühmten vier Freiheiten einbezog. Es ist kein Zufall, dass FDR und seine Administration schon als sie unsere Nation für einen Weltkrieg mobilisierten damit begannen, die wirtschaftliche Architektur eines dauerhaften Friedens nach dem Krieg zu entwerfen. Und es ist sicherlich kein Zufall, dass FDR 1944 im Mount Washington Hotel in New Hampshire – dem Staat mit dem Motto “lebe in Freiheit oder stirb” – die Delegierten von Bretton Woods daran erinnerte, dass die von ihnen zu treffenden Arrangements zur Gewährleistung einer geordneten, harmonischen Welt “die Menschen auf der ganzen Welt betreffen und die Grundlage bilden würden, auf der sie ihre natürlichen Rohstoffe und die Produkte ihres eigenen Fleißes und ihrer Erfindungsgabe austauschen könnten”.

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Die Raketenabwehr wird nicht zur Abkopplung der Vereinigten Staaten von den Bündnispartnern führen

KOPENHAGEN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die vorbereitete Rede von Lucas Fischer, Stellvertretender Abteilungsleiter für strategische Angelegenheiten im US-Außenministerium, bei der Konferenz “Nationale Raketenabwehr – Auswirkungen auf die Weltordnung” des außenpolitischen Ausschusses des dänischen Parlaments vom 25. April 2001.

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist ein Privileg für mich, zu einem weiteren Besuch nach Kopenhagen zu kommen, und ich fühle mich geehrt durch die Einladung, hier bei dieser bedeutenden Konferenz über Raketenabwehr zu sprechen. Die Unterstützung durch den außenpolitischen Ausschuss des dänischen Parlaments unterstreicht die Bedeutung, die diesem Thema in Dänemark beigemessen wird, und bietet den Vereinigten Staaten eine weitere wichtige Gelegenheit, ihre Sichtweise in einem öffentlichen, internationalen Forum darzulegen.

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Man sollte Bush beim Thema Klima Zeit geben

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir den Artikel von Robert Stavins, Professor für Wirtschafts- und Verwaltungslehre an der John F. Kennedy School of Government der Harvard University. Der Artikel erschien zunächst im Boston Globe am 4. April 2001. Copyright © 2001 Robert N. Stavins.

Präsident Bush kündigte im März an, dass die Vereinigten Staaten nicht an den internationalen Verhandlungen über das Kyoto-Protokoll teilnehmen werden. Das Abkommen aus dem Jahr 1997 würde Regeln für Kohlendioxidemissionen und andere Treibhausgase aufstellen, die mit einem möglichen globalen Klimawandel in Verbindung gebracht werden. Die Ankündigung löste bei einigen Umweltgruppen Katastrophenmeldungen und bei Skeptikern Siegesrufe aus.

Beide Reaktionen könnten sich als kurzsichtig erweisen. Trotz berechtigter Bedenken gegenüber der Art und Weise, wie die Regierung die Welt von ihrer Entscheidung in Kenntnis setzte, eröffnet die Ankündigung den Weg für Bush, mit anderen Ländern die Arbeit an einer glaubwürdigen, langfristigen Strategie aufzunehmen. Vertreter Europas verurteilten die Maßnahme der Vereinigten Staaten öffentlich, privat mögen sie jedoch erleichtert gewesen sein.

Viele Regierungen konnten ihre in Kyoto gemachten Versprechen nicht einhalten. Der kanadische Umweltminister sagte: “Europa vertrat eine Position, von der es wusste, dass sie Amerika zum Aussteigen zwingen würde.”

Die Kritik Bushs an dem Protokoll ist weder neu noch einzigartig. Sie wurde vom Senat 1997 in einer Abstimmung mit 95 zu 0 Stimmen bestätigt. Viele äußerten sich besorgt, dass das Protokoll für die 34 Industrieländer kurzfristige Ziele für die Emissionsreduzierung vorsieht, aber keine für die 154 anderen Nationen, obwohl der Anstieg der Treibhausgasemissionen in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich hauptsächlich aus den Entwicklungsländern kommen soll.

Aber Skepsis gegenüber dem konkreten Ansatz muss nicht Widerstand gegen sinnvolle Maßnahmen bedeuten. Vor zwei Wochen sagte Bush, dass seine Regierung den globalen Klimawandel sehr ernst nehme. Wenn er es ernst meint, muss er sofort mit der Entwicklung einer durchführbaren Alternative zum Ansatz von Kyoto beginnen. Die internationalen Gespräche über den globalen Klimawandel beginnen am 16. Juli in Bonn. Eine Woche später treffen sich die Staatschefs in Genua zum G-8-Gipfel. Glücklicherweise müssen die Staatschefs nicht bei Null anfangen. Die Rahmenkonvention zum Klimawandel, die von Bushs Vater unterzeichnet und vom Senat 1992 ratifiziert wurde, bietet einen vernünftigen Ausgangspunkt.

Innerhalb dieser Rahmenvorgaben kann die Administration an der Entwicklung einer grundlegenden Architektur für ein internationales Abkommen arbeiten, das für Bush, den Senat und die internationale Gemeinschaft annehmbar ist. Es gibt keine Patentlösung, aber drei Schlüsselelemente sollten Teil der Architektur sein.

Erstens müssen alle Länder beteiligt werden, wenn ein Abkommen wirklich effektiv sein soll. Es sollte einen ausdrücklichen Mechanismus für die freiwillige Teilnahme von Entwicklungsländern an verbindlichen Verpflichtungen geben und Übereinstimmung über einen Mechanismus für diese Länder, zusätzliche Verpflichtungen zu übernehmen, wenn ihr Bruttoinlandsprodukt pro Kopf das vereinbarte Niveau erreicht hat. Kurzfristig müssen die Entwicklungsländer auf den Zug aufspringen; wir können jedoch nicht erwarten, dass sie ihre Fahrkarte bezahlen.

Ein angemessen strukturiertes internationales Programm zum Handel mit Emissionen kombiniert mit Zielen für Entwicklungsländer, die mit zunehmendem Reichtum der Entwicklungsländer höher gesteckt werden, können die Aufgabe bewältigen und zwar auf faire Art und Weise.

Zweitens sind für dieses langfristige Problem langfristige Ziele erforderlich. (Treibhausgase verbleiben Jahrzehnte bis Jahrhunderte lang in der Atmosphäre). Die Kosten können kurzfristig niedrig gehalten werden, indem man moderate Ziele setzt, die keine drastischen Maßnahmen erfordern und nicht vorzeitig einen Großteil der Kapitalreserven verbrauchen. Die Schwere der Bedrohung durch den Klimawandel in Zukunft erfordert allerdings heute die Aufstellung von zahlreicheren ehrgeizigen langfristigen Zielen als Anreiz für den erforderlichen Technologiewandel.

Das dritte Schlüsselelement und Teil des Kyoto-Protokolls ist die Arbeit mit dem Markt statt gegen ihn. Marktgestützte Instrumente können die Kosten für die Reduzierung von Emissionen senken. Auf nationaler Ebene kann ein System für den Handel mit Rechten eingeführt werden, um die nationalen Ziele durch Anreize für die Entwicklung und Nutzung von emissionsreduzierenden Technologien zu erreichen.

Auf internationaler Ebene können die Kosten durch ein System für den Handel mit Emissionsrechten bis zu 75 Prozent gesenkt werden, indem in ärmeren Ländern klimafreundlichere Entwicklungswege eingeschlagen werden, während den reichen Ländern die schmerzlichsten und politisch am wenigsten realistischen Anpassungen erspart werden.

Durch die Zusammenarbeit mit anderen Nationen bei der Entwicklung eines neuen Abkommens, das auf fundierten wissenschaftlichen und vernünftigen wirtschaftlichen Erkenntnissen sowie einer pragmatischen Politik beruht, kann Bush die Vereinigten Staaten dort platzieren, wo sie bei diesem Thema hingehören: In eine Führungsposition.

Originaltext: Byliner: Give Bush Time on Climate Change Issues

Die globale Perspektive für die Bildung

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Außenminister Colin Powell vor der American Association of Universities vom 23. April 2001.

Vielen Dank, Herr Vorsitzender Vest, für die freundlichen Einführungsworte. Ich freue mich, hier unter so vielen herausragenden Vertretern Amerikas und der gesamten Welt aus dem Bereich der Bildung zu sein.

Und ich freue mich über die Gelegenheit, eine Rede vor so vielen talentierten Menschen zu halten, die zusammengekommen sind, um die zahlreichen Herausforderungen und konkurrierenden Interessen zu erörtern, die in dieser, schnelllebigen Welt auf dem Weg zur Globalisierung jede Woche unsere Aufmerksamkeit verlangen.

Ich vergleiche die Welt von heute häufig mit einem Kaleidoskop.

Wir alle erinnern uns, wie wir als Kinder dieses wunderschöne kleine Rohr zum Licht drehten und beobachteten, wie die Kristalle verschmolzen, sich teilten und wieder verschmolzen und immer neue herrliche Muster bildeten. Unsere Welt heute ist diesem Kaleidoskop vergleichbar – und ich bin sicher, dass die Muster, die sich für Sie an Ihren Universitäten bilden und neu bilden, genauso eine Herausforderung sind wie diejenigen, die sich einem Außenminister stellen.

Sie sollten wissen, dass Sie bei der Bewältigung dieser Herausforderungen im Präsidenten der Vereinigten Staaten einen mächtigen Verbündeten haben. Er hat die Bildung zu einer seiner obersten Prioritäten erklärt. Präsident Bush versteht, wie wichtig es ist, das richtige Bildungssystem zu haben.

Wenn eine Nation keine gebildeten Arbeitnehmer, keine gebildeten Wähler, keine gebildeten Bürger hat, wird diese Nation in der anspruchsvollen Welt von heute und morgen schnell untergehen.

Eine solche Bildung erfordert ein System, das auf der Ebene der Grund- und Oberschulen beginnt, wo das gesamte, grundlegende Fundament geschaffen wird.

In dieser Hinsicht wissen wir, dass wir in den Vereinigten Staaten vor einer Herausforderung stehen. Wir müssen unser Bildungssystem an den Grund- und Oberschulen verbessern. Und während wir das tun, müssen wir sicherstellen, dass wir kein Kind zurücklassen.

Wir dürfen nicht nur die Elite, die Wohlhabenden, die jungen Menschen ansprechen, von denen wir wissen, dass sie Erfolg haben werden, so wichtig das auch sein mag.

Wir müssen auch all die jungen Menschen in allen unseren Gesellschaften ansprechen, die nicht so privilegiert und nicht so fähig sind, an unseren gemeinsamen Tisch zu treten und an dem Bildungsbankett teilzunehmen, das wir ihnen bieten.

Bevor ich wieder für die Regierung arbeitete, war ich Vorsitzender einer “Amerikas Versprechen – Ein Bündnis für die Jugend” genannten Gruppe.

Die Aufgabe von “Amerikas Versprechen” beseht darin, fünf entscheidende Voraussetzungen im Leben eines jeden benachteiligten Kindes zu schaffen: Einen gesunden Anfang, einen sicheren Ort, einen liebevollen Erwachsenen, eine vermarktungsfähige Qualifikation und eine Chance, etwas zurückzugeben, einen Dienst an der Gemeinschaft zu leisten.

Bei unseren Bestrebungen, diese Voraussetzungen zu schaffen, waren einige der wichtigsten Partner, die wir angeworben haben, uns zu helfen, Universitäten und Colleges. Wir nannten sie Universitäten und Colleges des Versprechens. Diese Idee kam mir 1998, als ich den Präsidenten der University of Southern California, Steven Sample, traf. Soweit ich weiß, ist Präsident Sample heute Abend hier.

Die Howard University konnten wir leicht für unser Bündnis gewinnen. Ich war im Vorstand. Ich war außerdem der Vorsitzende des Ausschusses für herausragende akademische Leistungen der Universität.

Und das Universitätssystem in Minnesota hat jeden Campus in dem Bundesstaat in sein Konzept einer Universität des Versprechens einbezogen. Ich bin Präsident Mark Yudof für diese überwältigende Reaktion dankbar.

Letztlich müssen wir sicherstellen, dass unser Bildungssystem von unten nach oben alle unsere Kinder einbezieht, denn wir werden jeden einzelnen unserer Bürger in den vor uns liegenden Jahrzehnten der Herausforderungen benötigen.

Deswegen müssen unsere Länder den jeweils anderen ansprechen und Gedanken, Studenten und beste Praktiken vermitteln und austauschen.

In diesem Zusammenhang verfügt die American Association of Community Colleges über einige äußerst effektive Programme.

Mit Finanzmitteln des US-Amts für internationale Entwicklung (USAID) fördert diese Gruppe Partnerschaften zwischen Gemeindecolleges in den Vereinigten Staaten und Institutionen für weiterführende Bildung in anderen Ländern.

In einem zweijährigem Programm der Kent State University wird beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Staatsuniversität Taschkent in Usbekistan Fachwissen in Umwelttechnologie vermittelt. Und das Columbus State Community College in Ohio unterhält eine Partnerschaft mit dem Institut für Technologie von Daressalaam in Tansania zum Aufbau eines Instituts für Informationstechnologie.

Es gibt auch noch andere Wege für den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit für eine umfassendere und bessere Ausbildung. Während der Semester 1999-2000 waren an den Colleges und Universitäten der Vereinigten Staaten zum Beispiel über eine halbe Million ausländische Studenten eingeschrieben.

Ich weiß, dass alle hier Anwesenden das Vorzeigeprogramm der Vereinigten Staaten – das Fulbright-Programm – kennen. Die Vereinigten Staaten und die Gastländer tragen gleichermaßen zu dem Programm bei. Es ist zweifelsohne eines der besten Beispiele für herausragende Leistungen im amerikanischen Bildungswesen.

Eine Viertelmillion Menschen haben seit der Einführung des Programms vor 55 Jahren davon profitiert.

Um Ihnen nur einige des prominentesten Teilnehmer des Programms zu nennen: Brasiliens Präsident Fernando Cardoso, der CEO von Intel, Craig Barrett, die Schriftstellerin Eudora Welty, die Opernsängerin Renee Fleming, der AAU-Präsident Dr. Nils Hasselmo und Dr. Ruth Simmons, die nächste Rektorin der Brown University. Ganz zu schweigen von über 20 Ehemaligen des Fulbright-Programms, die Nobelpreisträger sind.

Programme wie diese bieten jedes Jahr eine Chance für intellektuelle und persönliche Bereicherung für Tausende amerikanischer und internationaler Wissenschaftler, Studenten, Dozenten und Fachkräfte.

Diese Programme fördern und erhalten außerdem demokratische Praktiken, sie bauen gegenseitiges Verständnis auf, bringen zukünftige Führungspersönlichkeiten mit internen Kenntnissen des jeweils anderen Landes hervor und fördern langfristige Verbindungen zwischen Institutionen hier und im Ausland.

Eine solche Zusammenarbeit stärkt letztendlich die Demokratie und die Beziehungen zwischen den Nationen. Diese Programme “von Mensch zu Mensch” nehmen in der globalisierten, interdependenten und auf Wissen beruhenden Welt, in der wir leben, erheblich an Bedeutung zu.

Die US-Regierung hat weder ein Monopol auf derartige Programme, noch haben wir die erforderlichen Einblicke, um alle zukünftigen Austauschprogramme vorherzusagen, die für die Schaffung einer besseren Welt mit mehr Bildung erforderlich sein könnten.

Deshalb müssen wir in einer strategischen Partnerschaft mit Ihnen vorgehen. Gemeinsam müssen wir Programme entwickeln, die den verschiedenen Bedürfnissen von Ländern, ihren Völkern und Institutionen gerecht werden. Und am dringlichsten sind hierbei die Erfordernisse der Ingenieure, Wissenschaftler und Computerspezialisten.

Der National Research Council gab 1999 einen hervorragenden Bericht für das Außenministerium heraus. Eine der Schlussfolgerungen lautete, dass bei 13 der 16 genannten Ziele der amerikanischen Außenpolitik Wissenschaft, Technologie oder Gesundheit eine Rolle spielten.

Es ist daher durchaus entscheidend, dass wir Naturwissenschaft und Technologie, Mathematik sowie anderen Qualifikationen und Wissensgebieten, die so entscheidend zur Gestaltung dieser sich verändernden Welt beitragen, die richtige Bedeutung beimessen.

In den Vereinigten Staaten erkennen wir jetzt, dass wir nicht genug Studenten mit einem Abschluss in Naturwissenschaften und Ingenieurwesen haben, um den Bedürfnissen unserer naturwissenschaftlichen und technologischen Gemeinschaften gerecht zu werden. Deshalb müssen wir so viele aus dem Ausland ausleihen!

Ich möchte Ihnen allen hier, die zur Ausbildung und zu Austauschprogrammen für einige dieser wunderbaren Menschen beigetragen haben, danken, denn ohne sie wäre der langanhaltende wirtschaftliche Erfolg, den wir über zehn Jahre lang genossen, unmöglich gewesen.

Wir müssen allerdings mehr an der Struktur unseres eigenen Bildungswesens arbeiten, um diesen Mangel auszugleichen. Ein großartiges Beispiel dafür, wie wir dies tun können, ist die International Science and Engineering Fair (ISEF).

Über eine Million Schüler der Klassen 9 bis 12 aus der ganzen Welt tragen regionale naturwissenschaftliche Wettbewerbe aus. Mehr als 1.200 dieser Jugendlichen aus über 40 verschiedenen Ländern erhalten die Chance, nächsten Monat in San Jose in Kalifornien bei der ISEF an einem Wettbewerb um Stipendien und Preise im Wert von 3 Millionen Dollar teilzunehmen.

In den letzten 5 Jahren hat das Unternehmen Intel das Stipendium mit seinem Prestige und Geld gefördert und diese aufregende Veranstaltung unterstützt.

Dieser Wissenschafts- und Ingenieurwettbewerb ist eine hervorragende Methode der internationalen Zusammenarbeit und außerdem ein exzellentes Beispiel für eine Partnerschaft zwischen gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen.

Die meisten von Ihnen werden sicherlich Vertreter zu dieser internationalen Veranstaltung schicken, die Ausschau nach künftigen Studenten hatlen. Wenn Sie einen solche Spähtrupp nicht geplant haben, sollten Sie es tun.

Die Wissenschaft hat kein Land. Sie hat keine Grenzen. Und die Wissenschaft verbreitet sich heute mit Lichtgeschwindigkeit.

Tatsächlich ist das meiste Wissen nur einen Mausklick entfernt.

Die Tatsache, dass Wissen sich mit Lichtgeschwindigkeit verbreitet, verändert das Bildungsumfeld erheblich – es ist ein aufregendes, spannendes und drastisch verändertes Umfeld.

Ich weiß, dass Sie alle momentan mit dieser Veränderung zu tun haben. Sie versuchen, die stattfindende Revolution für Ihre Bildungszwecke und die Zusammenarbeit zu maximieren.

Sei es nun Fernstudium, Web-Casting für verschiedene Zuschauergruppen, Datenaustausch oder einfach Forschung – das Internet hat eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten eröffnet.

Möglichkeiten, die Sie alle zuerst entdecken, ausnutzen und in Fortschritte und Vorteile für die Ausbildung verwandeln können.

Es handelt sich hier um bedeutende Arbeit, denn Ihre öffentlichen und privaten Institutionen sind die Hauptquelle des Grundlagenwissens, das die Innovation und Technologie unseres Informationszeitalters vorantreibt, nährt und immer wieder auffrischt.

Ihre Institutionen spielen außerdem eine wichtige Rolle in der Außenpolitik. Eines der grundlegendsten Ziele des Präsidenten ist der Aufbau konstruktiver, Frieden und Wohlstand auf der Welt fördernder Beziehungen mit anderen Ländern.

Indem Sie versuchen, durch Veranstaltungen wie dieses Abendessen heute engere Verbindungen zwischen den großen Universitäten der Welt zu schaffen, bauen Sie diese Beziehungen auf.

Zudem gibt es viele Herausforderungen globaler Natur, die wir in allen unseren Ländern kennen – die Meere, Wetter und Klima, Infektionskrankheiten, Naturkatastrophen sowie die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen.

Diese Herausforderungen werden zu wichtigen Bestandteilen der außenpolitischen Agenda der Welt im 21. Jahrhundert. Da Ihre Institutionen die grundlegende Quelle für das neue Wissen sind, das wir benötigen, um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind Sie stark an diesem zusätzlichen Gesichtspunkt der Außenpolitik beteiligt.

Ich freue mich also, dass Sie sich entschlossen haben, heute Abend ins Außenministerium zu kommen. Diese Veranstaltung wird ein überwältigender Erfolg gewesen sein, wenn Sie alle dieses Gebäude mit einem noch größeren Bewusstsein für die Bedeutung Ihrer Arbeit bei der Ausbildung der Führungspersönlichkeiten von morgen verlassen – der Führungspersönlichkeiten, die letztendlich die friedliche und wohlhabendere Welt schaffen werden, auf die wir uns alle freuen.

Gehen Sie hin und verbreiten Sie diese lebenswichtige Botschaft unter den Pädagogen auf der ganzen Welt.

Danke.

Originaltext: Secretary of State Powell’s Global Perspective on Education

Gesamtamerikanischer Gipfel

QUEBEC – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir eine Zusammenfassung der Eröffnungsrede von US-Präsident George W. Bush bei der ersten Arbeitssitzung der Staats- und Regierungschefs beim gesamtamerikanischen Gipfel vom 21. April 2001.

“Wir haben eine großartige Vision vor uns: Eine vollständig demokratische Hemisphäre, verbunden durch Engagement und Freihandel. Das ist ein ehrgeiziges Ziel. Es ist auch eine einmalige Chance. Und es ist unsere gemeinsame Verantwortung.” Präsident George W. Bush, 21. April 2001.

Präsident Bush, der gemeinsam mit 33 weiteren Staats- und Regierungschefs der westlichen Hemisphäre am dritten gesamtamerikanischen Gipfel im kanadischen Quebec teilnahm, legte am 21. April 2001 seine Vision dar, dieses Jahrhundert zum Jahrhundert Gesamtamerikas zu machen. Der Präsident betonte die Bedeutung stärkerer Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und den anderen Nationen der Hemisphäre sowie das Gebot der Demokratie. In seiner Rede stellte der Präsident die Initiativen seiner Regierung vor, die auf die Stärkung der Demokratie, die Erleichterung des Freihandels und die Förderung der Entwicklung von Humankapital in der ganzen Hemisphäre abzielen. Der Präsident hob folgende Themen und Initiativen hervor:

Demokratie: Die Stärkung der demokratischen Regierungsführung bildet im Verlauf des gesamtamerikanischen Gipfels einen Schwerpunkt. Die Staats- und Regierungschefs der Hemisphäre fühlen sich der Förderung von Rechtsstaatlichkeit und demokratischen Institutionen wie einer unabhängigen Justiz, verlässlichen Wahlsystemen und Strafverfolgungsorganisationen sowie effizienten Bank- und Sozialdienstleistungen verpflichtet.

Gesamtamerikanische Freihandelszone (Free Trade Area of the Americas, FTAA): Die FTAA wird allen Ländern der Hemisphäre die Vorteile des Freihandels bringen. Nach ihrer Vervollständigung wird die FTAA mit einem Bruttoinlandsprodukt von insgesamt mehr als 10 Billionen Dollar und 800 Millionen Menschen die größte Freihandelszone der Welt sein. Die Regierung Bush engagiert sich für den Abschluss der Verhandlungen über die FTAA bis Januar 2005 und die Umsetzung des Abkommens bis spätestens Dezember 2005. Der Präsident wird beim amerikanischen Kongress die Befugnis zur Handelsförderung (Trade Promotion Authority, TPA) beantragen, damit seine Administration leichter Handelsabkommen abschließen kann.

Initiative zur dritten Grenze: Die Karibik ist die oft übersehene “dritte Grenze” der Vereinigten Staaten. Die Regierung Bush lanciert eine “Initiative zur dritten Grenze”, um die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und den Ländern der Karibik zu vertiefen, insbesondere bei Fragen wie HIV/AIDS, Schadensbegrenzung bei Katastrophen und Strafverfolgung. Die Zusammenarbeit bei diesen Themen wird die wirtschaftliche Entwicklung und Integration der karibischen Länder verbessern.

Regionalinitiative für die Anden: Zur Förderung von Stabilität und Demokratie in der Region der Anden sieht der Antrag des Präsidenten für das Haushaltsjahr 2002 für internationale Angelegenheiten eine Mittelzuweisung in Höhe von 882 Millionen Dollar vor zum Aufbau von demokratischen Institutionen sowie für Entwicklungshilfe und Drogenbekämpfungsprogramme für die sieben zur Initiative zählenden Länder: Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Panama, Peru und Venezuela. Die Erneuerung des Gesetzes über Handelspräferenzen für die Anden (Andean Trade Preference Act, ATPA) ist integraler Bestandteil der Anden-Initiative. Dieses Gesetz bot in Bolivien, Peru, Ecuador und Kolumbien erfolgreich handelsgestützte wirtschaftliche Alternativen zum Drogenhandel.

Leistungszentren der Hemisphäre für Lehrer: Lehre und Alphabetisierung sind die Grundlage für Entwicklung und Demokratie. Die Vereinigten Staaten werden die Schaffung von drei Leistungszentren für Lehrer in der Hemisphäre, die die Alphabetisierung und die grundlegende Schulausbildung verbessern sollen, finanziell unterstützen. Ziele der Initiative sind die Verbesserung der Qualität der Lehrer und des Schulunterrichts, unter besonderer Berücksichtigung der ärmeren Länder. Mit dem Programm wird ein Internetportal geschaffen, das Denkfabriken für Lehrerausbildung, Schulen und Universitäten miteinander verbindet, so dass sie Material, “beste Praktiken” und “gelernte Lektionen” austauschen können.

Amerikanisches Fellowprogramm: Ziel des neuen amerikanischen Fellowprogramms ist, durch einjährige gegenseitige Austauschprogramme zwischen Beamten mittleren oder gehobenen Rangs mit herausragenden Leistungen in Regierungsbehörden der Teilnehmerländer die gegenseitige Verständigung zwischen den Regierungen in der Hemisphäre und deren gute Leistungen zu fördern. Argentinien hat bereits seine Bereitschaft zur Teilnahme erklärt, und wir führen Gespräche mit anderen Regierungen.

Interamerikanisches Fellowshipprogramm für E-Commerce: Angesichts der Entstehung des Internets und der globalen Informationsgesellschaft ist es nach Meinung der Bush-Administration wichtig, die Menschen zu befähigen, digitale Chancen zu nutzen. Der Präsident kündigte die Einführung eines Interamerikanischen Fellowshipprogramms für E-Commerce an, um jungen Berufstätigen in der Hemisphäre die Möglichkeit zu geben, während ihrer Arbeit bei amerikanischen Unternehmen etwas über die Informationstechnologie zu lernen. Das Programm wird Berufstätigen die technologischen Instrumente an die Hand geben, die sie für die Bewältigung der Anforderungen der New Economy in ihrer eigenen Gesellschaft benötigen.

Gesetz zur Erhaltung des tropischen Regenwalds: Der Präsident setzt sich für den Schutz der natürlichen Ressourcen der Hemisphäre ein. Der Präsident unterstützt das Gesetz zur Erhaltung des tropischen Regenwalds, das es den Ländern der Hemisphäre ermöglicht, eine Schuldenreduzierung oder Umschuldung gegen Maßnahmen zum Erhalt des tropischen Regenwalds einzutauschen. Da das Programm Erfolge zeigt, ist Präsident Bush bereit, mit dem Kongress zwecks Erhöhung der Finanzierung zusammenzuarbeiten.

Originaltext: Fact Sheet: President Bush’s Speech at the Summit of the Americas

Der Verlust der Artenvielfalt

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir den Artikel von Edward O. Wilson über die Zerstörung von Lebensräumen durch den Menschen. Der Autor ist Professor mit Forschungsauftrag an der Harvard University. Sein Artikel erschien erstmals in der TIME vom 26. April 2000 unter dem Titel “Vanishing Before Our Eyes”. Copyright © 2000 des Los Angeles Times Syndicate.

Die Artenvielfalt verschwindet vor unseren Augen

Das gesamte Leben, das Wissenschaftlern als Biosphäre und Theologen als die Schöpfung bekannt ist, besteht aus einer Membran um die Erde, die so dünn ist, dass ihre Schmalseite von einem Satelliten aus nicht sichtbar ist. Gleichzeitig ist sie jedoch so außerordentlich vielfältig, dass bisher nur ein kleiner Bruchteil der Arten entdeckt und benannt wurde. Die Produkte von Milliarden Jahren Evolution – Organismen – nehmen fast jeden Quadratzentimeter der Erdoberfläche ein und füllen fast jede denkbare Nische aus.

Biologen schätzen, dass mehr als die Hälfte der Arten im tropischen Regenwald vorkommt. Aus diesen natürlichen Treibhäusern stammen viele der weltweiten Berichte über die Artenvielfalt: 425 Baumarten auf 1 Hektar im Mata Atlântica in Brasilien und 1.300 Schmetterlingsarten in einem Winkel des Manu Nationalparks in Peru. Beides ist mehr als das Zehnfache des Vorkommens an vergleichbaren Orten in Europa und Nordamerika. Das andere Extrem, die McMurdo Dry Valleys in der Antarktis, mit den am wenigsten fruchtbaren und kältesten Böden der Welt, beherbergen trotz allem spärliche Bakterien- und Pilzgemeinschaften sowie mikroskopisch kleine Wirbellose.

Einige wenige bemerkenswerte Arten, die “extremophilen Mikroorganismen”, haben erstaunliche Leistungen physiologischer Anpassung am Rande der bewohnbaren Erde vollbracht. In den eiskalten Polargewässern gedeihen Fische und andere Tiere, deren Blut durch einen biochemischen Frostschutz flüssig gehalten wird. Bakterienpopulationen leben in der Gischt der heißen vulkanischen Durchschlagsröhren auf dem Meeresboden und vermehren sich bei einer Wassertemperatur über dem Siedepunkt. Und weit unter der Erdoberfläche, in einer Tiefe von 3,2 Kilometern oder mehr, existieren mikrobische lithoautotrophe Lebewesen, einzigartige Ansammlungen von Bakterien und Pilzen, die Poren in den ineinandergreifenden Mineralien des Vulkangesteins besetzen und ihre Energie aus anorganischen Chemikalien gewinnen. Diese Ökosysteme sind unabhängig von der Welt über ihnen, so dass sie auch weiterleben würden, wenn alles über ihnen verkohlte. Mit ausreichend Zeit würden sie wahrscheinlich neue Lebensformen hervorbringen, die in der Lage wären, in eine Welt mit Luft und Sonnenschein zurückzukehren.

Die Artenvielfalt der Erde (Kurzform der biologischen Artenvielfalt) ist auf drei Ebenen organisiert. Oben stehen die Ökosysteme wie Regenwälder, Korallenriffe und Seen. Darauf folgen die Arten, aus denen sich die Ökosysteme zusammensetzen: Schwalbenschwanzschmetterlinge, Muränen, Menschen. Ganz unten stehen die verschiedenen Gene, die das Erbgut einer jeden Art ausmachen. Wie viel Artenvielfalt gibt es? Biologen haben zwischen 1,5 und 1,8 Millionen Arten dokumentiert. Diese beeindruckende Leistung ist jedoch nur ein kleiner Anfang. Schätzungen der wahren Zahl lebender Arten reichen – je nach angewandter Methode – von 3,6 Millionen bis zu mehr als 100 Millionen.

Am wenigsten bekannt sind die kleinen Organismen. Durch wiederholte Stichproben gelangten Biologen zu der Erkenntnis, dass bisher nur etwa 10 Prozent der verschiedenen Insekten-, Nematoden- und Pilzarten entdeckt wurden. Bei Bakterien und anderen Mikroorganismen könnte die Zahl weit unter 1 Prozent liegen. Sogar die größten und am intensivsten untersuchten Organismen sind nur unvollständig katalogisiert. Beispielsweise wurden vor kurzem in den entlegenen Annamite-Bergen an der Grenze zwischen Vietnam und Laos vier Säugetierarten entdeckt. Eine von ihnen, das Saola oder Dschungelrind, ist ein großes kuhartiges Tier, mit genügend distinktiven Merkmalen, um als eigene Gattung klassifiziert zu werden. Was das Leben angeht, ist die Erde immer noch ein wenig bekannter Planet.

Biologen, die die Artenvielfalt untersuchen, sehen sie vor ihren Augen verschwinden. Zwei ihrer Lieblingsredewendungen sind: Sie leben in einer Welt von Wunden und praktizieren eine wissenschaftliche Disziplin mit Ablaufdatum. Sie stimmen allgemein überein, dass die Aussterberate der Arten heute 100 bis 1.000 Mal höher ist als vor Anbeginn der Menschheit. Während des Großteils der geologischen Zeit lebten die einzelnen Arten und ihre unmittelbaren Nachkommen im Durchschnitt etwa 1 Million Jahre. 1 von 1 Million Arten starb pro Jahr auf natürliche aus. Neu entstandene Arten ersetzten sie mit der gleichen Geschwindigkeit, so dass in etwa ein Gleichgewicht bewahrt wurde. Das gilt heute nicht mehr. Nicht nur ist die Aussterberate in die Höhe geschnellt, sondern auch die Geburtenrate neuer Arten nimmt mit der Zerstörung des natürlichen Umfelds ab.

Die Hauptursache für das Aussterben der Arten und die Verlangsamung der Evolution ist die Schädigung und Zerstörung von Lebensräumen durch den Menschen. Obwohl die Regenwälder nur 6 Prozent der Erdoberfläche bedecken – etwa so viel wie 48 aneinander gereihte Vereinigte Staaten – verlieren sie jedes Jahr eine Fläche, die etwa halb so groß ist wie der Staat Florida. Die Schädigung von intakten Wäldern durch ihre Aufteilung in isolierte Stücke, teilweise Abholzung oder Brandrodung bedroht die Artenvielfalt noch stärker. Da andere fruchtbare Lebensräume auf ähnliche Weise bedroht sind, unter anderem Korallenriffe (zu zwei Dritteln zerstört) sowie Salz- und Mangrovensümpfe (halb zerstört oder drastisch verändert), steigt die Aussterberate der Arten überall.

Nicht alle bedrohten Arten verschwinden sofort. Bei den meisten reduziert sich zunächst das Verbreitungsgebiet und die Erbmasse auf ein gefährlich niedriges Niveau, bis sie schließlich zu den von den Biologen “living dead” (lebende Tote) genannten gehören. Beispielsweise werden weltweit 976 Baumarten als besonders stark vom Aussterben bedroht klassifiziert. Zwei Arten sind auf drei oder vier überlebende Exemplare reduziert und drei weitere auf nur ein Exemplar. Ich habe mit grimmiger Mine zusammengestellt, was ich den Hundred Heartbeat Club der Tierarten nenne – der Arten, denen 100 oder weniger Exemplare angehören, die also diese Anzahl von Herzschlägen vom völligen Aussterben entfernt sind. Zu den bekannteren Mitgliedern des Clubs zählen das Java-Nashorn, der philippinische Adler, die Hawaii-Krähe, der Spix-Ara und der chinesische Flussdelfin. Weitere vom Aussterben bedrohte Arten, die zur Aufnahme in den Club anstehen, sind der Riesenpanda, das Sumatra-Nashorn und der Berggorilla.

Paläontologen sind sechs vorherige Fälle von Massenaussterben während der letzten 500 Millionen Jahre bekannt (die Zahl wurde bis vor kurzem auf 5 beziffert, aber mittlerweile ist ein weiterer Fall aus dem Kambrium hinzugekommen). Das letzte und bekannteste, durch einen gigantischen Meteoriteneinschlag vor der heutigen Küste von Yucatan verursachte Massenaussterben fand vor 65 Millionen Jahren statt und beendete das Zeitalter der Dinosaurier. Diese Katastrophen folgten einem typischen Muster: Zunächst wurde ein Großteil der Artenvielfalt zerstört. Dann entstand eine geringe Anzahl von “Katastrophenarten” wie Pilz- und Farngemische, die überlebten und sich schnell vermehrten, um die bewohnbaren, von anderen Lebewesen freigemachten Lebensräume zu besetzen. Im Lauf der Zeit tauchten einige “Lazarus-Arten” an Orten wieder auf, aus denen sie verschwunden waren, da sie sich von isolierten, schwer auffindbaren Gebieten aus verbreiten konnten. Dann entwickelte sich das Leben als Ganzes sehr langsam – über 2 bis 5 Millionen oder mehr Jahre – wieder zu seiner vollständigen, ursprünglichen Vielfalt.

Erforscher der Artenvielfalt sind sich einig, dass wir uns inmitten des siebten Massenaussterbens befinden. Selbst wenn das derzeitige Tempo der Zerstörung des Lebensraums nur in Wäldern und an Korallenriffen andauern würde, wäre die Hälfte der Pflanzen- und Tierarten bis zum Ende des 21. Jahrhunderts verschwunden. Unsere Nachfahren würden eine biologisch verarmte und homogenisierte Welt erben. Es gäbe nicht nur entschieden weniger Lebensformen, sondern auch die Flora und Fauna würde in vielen Teilen der Welt ziemlich gleich aussehen und Spezies wie die Feuerameise und die Hausmaus wären weit verbreitet. Die Menschheit müsste dann Millionen Jahre warten, bis das in einem einzigen Jahrhundert verloren Gegangene durch die natürliche Evolution ersetzt wird.

Ich bin überzeugt, dass langfristig die Ausrottung der Vielfalt des Lebens mehr Konsequenzen für die Menschheit haben wird als die derzeitige Erderwärmung, Zerstörung der Ozonschicht und Umweltverschmutzung zusammen genommen. Warum? Wenn überhaupt, dann aus praktischen Gründen. Ein gefährlich kleiner Teil der Artenvielfalt versorgt die Menschheit mit Nahrungsmitteln. Im gesamten Verlauf der Geschichte haben die Menschen 7.000 Pflanzenarten für Nahrungsmittel kultiviert oder gesammelt. Heute machen nur 20 Arten 90 Prozent der Nahrungsmittel der Welt aus und 3 – Mais, Weizen und Reis – liefern mehr als die Hälfte. Zehntausende Arten der noch überlebenden Flora der Welt können gezüchtet werden oder Gene enthalten, um die Erzeugung in Wüstenregionen, Salinen und anderen Randgebieten zu erhöhen.

Auch die durch die Artenvielfalt gebotenen natürlichen Pharmazeutika werden nicht genug genutzt. Nur wenige Hundert freilebende Arten dienen zur Aufstockung unserer Antibiotika, Krebsmittel, Schmerzmittel und Blutverdünner. Die Biochemie einer großen Mehrheit – Millionen – anderer Arten ist ein unerschlossenes Reservoir neuer und potenziell effektiverer Substanzen. Der Grund hierfür ist in den Prinzipien der evolutionären Biologie zu finden. In einem endlosen Wettlauf gefangen, haben diese Arten eine Vielfalt von Wegen zur Bekämpfung von Mikroben und Krebs verursachenden Zellen entwickelt. Wir haben gerade erst begonnen, sie nach den in ihren Genen gelagerten Erfahrungen zu befragen.

Wenn die zukünftige Verbesserung der Landwirtschaft und Medizin nicht ausreicht, um den Erhalt der Artenvielfalt zu rechtfertigen, dann sollte man das Überleben in Betracht ziehen. Die Biosphäre bietet uns erneuerten Boden, erneuerte Energie, sauberes Wasser und die Luft, die wir atmen – alles umsonst. Je mehr Arten die freilebende Flora und Fauna umfasst, desto widerstandsfähiger wird die Erde als Ganzes.

Dann sollte man sich Gedanken über die Ethik machen. Immer mehr Vertreter von Wissenschaft und Religion stellen jetzt folgende Frage: Wer sind wir, dass wir die Artenvielfalt und damit die Schöpfung zerstören oder auch nur verringern? Betrachten Sie sich die Natur etwas genauer, sagen sie, jede Art ist ein Meisterstück, ausgezeichnet angepasst an das spezielle Umfeld, in dem sie tausend Millionen Jahre überlebt hat. Sie ist ein Teil der Welt – Teil des Garten Eden, wenn Sie so wollen – in der unsere eigenen Arten entstanden.

Die Verschwendungssucht des 20. Jahrhunderts hat die Menschheit in einen Engpass von Überbevölkerung und Ressourcenknappheit geführt. Diesen Engpass müssen die Menschheit und das übrige Leben nun passieren. Wenn wir sowohl Glück haben als auch klug sind, werden wir das neue Jahrhundert besser beenden als wir es begannen: Die Bevölkerung wird mit 8 Milliarden oder weniger ihren Höhepunkt erreicht und ein allmählicher Rückgang begonnen haben. Überall auf der Welt werden die Menschen eine angemessene Lebensqualität erreicht haben und weitere Verbesserungen erwarten. Außerdem muss eines der entscheidenden Ziele des Jahrhunderts auch sein, uns mit der Bevölkerungsfrage auseinander zu setzen, bevor wir den Planeten zerstören. Zu diesem Zweck müssen wir die Herausforderung und die Verantwortung für den globalen Naturschutz annehmen – und zwar jetzt sofort, bevor es zu spät ist. Wir werden an der Menge der Artenvielfalt gemessen, die wir durch den Engpass mit uns nehmen.

Es gibt Gründe für einen gewissen Optimismus bezüglich der Rettung der Artenvielfalt. Ob dies rechtzeitig geschieht, hängt grundlegend von der Hinwendung zu einer neuen Ethik ab, die die Menschheit als Teil der Biosphäre und als deren treuen Verwalter sieht, nicht nur als Bewohner und Triebkraft der Wirtschaft. Dieser Sinneswandel hat bei einigen weitblickenden Politikern und zunehmend bei der Bevölkerung in den meisten Ländern begonnen, wenn auch sehr langsam.

Der Erfolg hängt auch von der Aufmerksamkeit ab, die der nachhaltigen Verwaltung der Umwelt gewidmet wird, einschließlich des Schutzes der Artenvielfalt. Naturschutzexperten messen jetzt so genannten “Brennpunkten” oberste Priorität bei – Nischen in der freien Natur, die hohe Konzentrationen gefährdeter Arten enthalten und zu der Hoffnung Anlass geben, dass in kurzer Zeit sehr viel getan werden kann. Von der Küste Kaliforniens bis zu den Regenwäldern Westafrikas machen die wichtigsten terrestrischen Brennpunkte nur 1,4 Prozent der Erdoberfläche aus und beherbergen dennoch über ein Drittel der Pflanzen und Wirbeltiere der Welt. Entsprechend sind die Wasser-Brennpunkte von den Appalachen bis zu den Korallenriffen der Philippinen ein winziger Teil der seichten Wasseroberfläche. Dieser Teil der Welt kann ohne lähmende wirtschaftliche oder soziale Konsequenzen schnell geschützt werden. Schwieriger aber ebenso wichtig ist der Schutz und die langfristige, nicht zerstörerische Nutzung der verbliebenen Urwälder, darunter die tropische Wildnis von Asien, Zentralafrika und Lateinamerika.

Das alles wird nicht leicht zu erreichen sein, aber das waren große Ziele noch nie. Sicherlich gibt es nichts Wichtigeres als den Schutz der Zukunft des verbliebenen Lebens und damit den Schutz unseres eigenen.

Originaltext: Byliner: Harvard University Researcher on the Loss of Biodiversity

Die Aufgaben einer Hemisphäre

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir den Namensartikel von US-Außenminister Colin L. Powell zur westlichen Hemisphäre, der zunächst in der New York Times vom 19. April 2001 erschien.

Die Arbeit mit unseren Freunden in Gesamtamerika ist eine der obersten und wichtigsten Prioritäten der Administration von Präsident Bush. Wenn unsere Nachbarn in einer Demokratie leben und sich an die Gesetze halten, dem Handel gegenüber offen und bereit sind, mit uns beim Umweltschutz, der Bekämpfung von Drogen und Krankheiten zusammenzuarbeiten, können wir im Leben jedes Amerikaners etwas bewirken. Vor diesem Hintergrund hat Präsident Bush bereits damit begonnen, unsere Beziehungen in dieser Hemisphäre zu stärken. Er hat sich mit den Staats- und Regierungschefs von Kanada, Mexiko, Kolumbien, El Salvador, Brasilien und Chile getroffen und kommt heute mit Fernando de la Rúa, dem Präsidenten von Argentinien, zusammen. Morgen reist er nach Kanada zum dritten gesamtamerikanischen Gipfel – eine Zusammenkunft von 34 demokratisch gewählten Staatsoberhäuptern. Dort wird er für seine Vision eines besseren Lebens für alle Bewohner der Region werben.

Bei diesem Gipfel werden die Staatsoberhäupter eine gemeinsame Agenda aufstellen um zu zeigen, wie unsere Demokratien die Menschenrechte schützen können, während sie durch den Freihandel engere Wirtschaftsbeziehungen aufbauen. Die an diese Vision glaubenden Länder sollten diese Prinzipien proaktiv verteidigen – und werden in Quebec proaktiv handeln.

Seit dem ersten gesamtamerikanischen Gipfel im Miami 1994 ist viel erreicht worden. Bei den beiden letzten Gipfeltreffen förderten und verteidigten die Staatschefs die Ausdehnung der Demokratie in dieser Hälfte der Welt. Sie erweiterten die Rechtsstaatlichkeit, indem sie das Interamerikanische Übereinkommen gegen Korruption unterstützten. Sie trugen zum Schutz der Rechte von Arbeitnehmern, zur Verbesserung der Stellung von Frauen und der Förderung der nachhaltigen Entwicklung bei.

Diese regelmäßigen Zusammenkünfte dienten zudem als Rahmen für die Zusammenarbeit auf vielen anderen Gebieten, so dass es nun regelmäßige Treffen der Handels-, Justiz-, Finanz-, Arbeits-, Umwelt-, Verkehrs- und Energieminister zur Bewältigung gemeinsamer Probleme und zur Besprechung von Möglichkeiten für gegenseitige Hilfe gibt. Diese Fortschritte, die oft abseits des Rampenlichts der Öffentlichkeit gemacht werden, haben unsere Beziehungen zu unseren Nachbarn gestärkt und das Leben aller verbessert.

Die vielleicht am besten bekannte Leistung des gesamtamerikanischen Gipfels ist die Lancierung der Verhandlungen über das gesamtamerikanische Freihandelsabkommen. Wir werden amerikanische Waren, Technologie und Dienstleistungen ohne Hürden oder Beschränkungen in einem Binnenmarkt verkaufen können, in dem über 800 Millionen Menschen mit einem Gesamteinkommen von mehr als 11 Billionen Dollar leben und der sich von der Arktis bis zum Kap Horn erstreckt. Präsident Bush hofft, den Verhandlungen in Quebec neuen Schwung zu verleihen.

Auf ähnliche Weise wird der Präsident der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit neuen Auftrieb verleihen. Obwohl die Demokratie weit verbreitet ist, haben wir in den letzten Jahren gesehen, dass ihre Institutionen in vielen Ländern schwach sind. Wir schulden es denjenigen, die sich für die Demokratie einsetzen, ihr Engagement zu schützen. Ein Höhepunkt des Gipfels wird die Versicherung sein, dass nur Demokratien am gesamtamerikanischen Gipfel teilnehmen und von seinen Vorteilen profitieren können. Außerdem werden unser Staatsoberhäupter politische Maßnahmen verabschieden, um unsere Regierungen bürgernäher zu gestalten, die Gesellschaften und Unternehmen unterminierende Korruption zu bekämpfen und im Allgemeinen eine gute Regierungsführung auf allen Ebenen zu fördern.

Freihandel und Arbeit an der Freiheit gleichermaßen machen das Leben besser und unsere Nachbarschaft sicherer. Um diese Chance zu nutzen, brauchen die Menschen Qualifikationen und eine Ausbildung. Deshalb werden die Staatsoberhäupter ihre Verpflichtung zur Verbesserung der Bildungssysteme, des Zugangs zu einer qualitativ hochwertigen Ausbildung und der Ausbildung der Lehrer sowie zur erweiterten Anwendung der modernen Informationstechnologie erneuern. Von den nördlichsten Winkeln Kanadas bis zur Südspitze Chiles müssen unsere Kinder und die Kinder unserer Nachbarn in der Lage sein, die neuesten Instrumente und die beste Technologie anzuwenden, um zusammenzuarbeiten und in der globalisierten Welt des neuen Jahrhunderts Erfolg zu haben.

Beim Gipfel in Quebec wird sich der Präsident außerdem für Initiativen einsetzen, die Länder bei der Vorbereitung auf Naturkatastrophen – wie die Hurrikane, Erdrutsche und Erdbeben, die wir alle mit Besorgnis in Nachbarländern beobachtet haben – unterstützen, die Gesundheitsfürsorge verbessern, Bürgergruppen stärken, verantwortungsvolle Unternehmenspraktiken fördern und die Umwelt schützen.

Präsident Bush und ich sind zuversichtlich bezüglich der Zukunft von Amerikanern hier zu Hause und in unserer weiteren Nachbarschaft. Während des Gipfel werden wir mit anderen Nationen zusammenarbeiten, um uns die Vorteile des Freihandels, der Freiheit und der Zusammenarbeit zu eigen zu machen. Der Präsident sagte bei seinem ersten Besuch im Außenministerium, kurz vor seiner ersten Auslandsreise – nach Mexiko – dass wir “mit unseren Nachbarn beim Aufbau einer westlichen Hemisphäre der Freiheit und des Wohlstands zusammenarbeiten werden – einer Hemisphäre, die von einer gemeinsamen Idee und dem Freihandel zusammengehalten wird”. In Quebec werden er und andere Staatsoberhäupter den Menschen Gesamtamerikas die Vorteile dieser Vision weiterhin vermitteln.

Originaltext: Byliner: U.S. Secretary of State Powell on the Western Hemisphere

Der Holocaust zeigt, dass das Böse überall existieren kann

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die von Präsident George W. Bush zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus gehaltene Rede vom 19. April 2001.

Kongressabgeordnete, Kabinettsmitglieder, Botschafter Ivry, Elie Wiesel, Bejamin Meed, sehr geehrte Überlebende, Rabbi Greenberg und Daniel Mandel, meine Damen und Herren,

Laura und ich danken Ihnen, dass Sie uns gebeten haben, diesen Tag des Gedenkens gemeinsam mit Ihnen zu begehen.

Es gibt Tage, die dazu gedacht sind, an die großartigen und hoffnungsvollen Augenblicke der menschlichen Erfahrungen zu erinnern. An anderen Tagen, wie heute, gedenken wir schmerzlicher Ereignisse. So würdigen wir den Mut und das Leid von Märtyrern und Helden. Und wir wünschen uns die Klugheit und den Mut, künftige Tragödien und künftiges Übel zu verhindern.

Der Zweite Weltkrieg endete und die Konzentrationslager wurden befreit, bevor viele von uns geboren wurden. Die Ereignisse, deren wir heute gedenken, liegen in der sicheren Distanz der Geschichte. Und es wird eine Zeit kommen, in der es keine Augenzeugen mehr gibt. Deswegen sind wir durch unser Gewissen gebunden, das zu erinnern, was geschehen ist und wem es geschehen ist.

Während des Krieges sagte ein Wächter der Nazis zu Simon Wiesenthal, dass später kein Mensch seinen Schilderungen dessen glauben würde, was er gesehen hatte. Ein Übel solchen Ausmaßes schien unglaublich. Dennoch glauben wir es nicht nur, wir wissen es. Wir wissen es, weil die Beweise aufgehoben wurden und die Berichte erhalten sind.

Es ist angemessen, des Holocaust unter der Kuppel des Kapitols zusammen mit den hier anwesenden Abgeordneten des Kongresses der Vereinigten Staaten zu gedenken. Einige Abgeordnete hatten Verwandte unter den Opfern. Einige von Ihnen spielten eine Rolle bei der Befreiung Europas. Ein hier anwesender Kongressabgeordneter kämpfte im Untergrund, und er wurde von den Nazis zu Zwangsarbeit verpflichtet. Wir fühlen uns geehrt durch die Anwesenheit von Tom Lantos aus Kalifornien.

Wir halten diese Gedenkfeier im Kapitol ab, weil die Vereinigten Staaten eine besondere Rolle übernommen haben: Wir möchten eine Zuflucht für die Verfolgten sein. Die Geschichte und unser Gewissen fordern uns auf, die Unterdrückten zu verteidigen. Unser Land steht Wache gegen die Tyrannei, und die schlimmsten Tyrannen der Geschichte hegten immer einen besonderen Hass auf die Juden. Tyrannen und Diktatoren dulden keine anderen Götter neben sich. Sie fordern Ungehorsam als Erstes Gebot. Sie streben absolute Kontrolle an und fühlen sich durch den Glauben an Gott bedroht. Sie fürchten nur die Macht, die sie nicht besitzen können – die Macht der Wahrheit.

Deswegen ärgern sie sich über das lebende Beispiel der Frommen, vor allem über die Hingabe eines einzigartigen, von Gott auserwählten Volks. Über Jahrhunderte des Kampfes wurden Juden auf der ganzen Welt nicht nur Zeugen der von Menschen verübten Verbrechen, sondern auch des Glaubens an Gott und an Gott allein. Ihre Geschichte ist eine Geschichte des Widerstands und der Unterdrückung, der Geduld und der Drangsal, die bis zum Exodus und ihrem Exil zurückreicht. Diese Geschichte setzte sich auch nach der Gründung des Staates Israel fort. Diese Geschichte setzt sich bei der Verteidigung des Staates Israel fort.

Wenn wir des Holocaust und derer gedenken, denen er widerfuhr, müssen wir auch erinnern, wo er geschah. Er geschah nicht an einem entfernten oder unbekannten Ort – er geschah inmitten der westlichen Welt. Die Züge mit Männern, Frauen und Kindern in Viehwaggons fuhren in Paris und Wien, Frankfurt und Warschau ab. Und die Befehle kamen nicht von brutalen und ungebildeten Menschen, sondern von Menschen, die sich selbst als kultiviert und gebildet, modern und sogar progressiv betrachteten. Sie hatten alle äußeren Merkmale kultivierter Menschen – außer dem Gewissen.

Ihre Verbrechen beweisen der Welt, dass das Böse sich einschleichen und mit der zivilisiertesten Umgebung verschmelzen kann. Am Ende können nur das Gewissen und moralische Urteilskraft, Würde und Toleranz es aufhalten. Dieser Eigenschaften kann man sich zu keiner Zeit und in keiner Gesellschaft sicher sein. Sie müssen immer gelehrt werden.

Gestern hatte ich die Ehre, das Holocaust Memorial Museum der Vereinigten Staaten zu besichtigen, das von den vertrauten Gebäuden und Symbolen unserer demokratischen Regierung umgeben ist. Vor dem Museum sehen wir den Ausdruck der besten weltlichen Bestrebungen der Menschheit; im Museum die Bilder, die die schlimmsten Züge des menschlichen Wesens dokumentieren – die versuchte Vernichtung eines Volks und von Millionen weiteren Menschen, die zerstört werden sollten. Die Bilder, die Kleider, das Spielzeug – das alles spricht von Genozid, unserem Wort für 6 Millionen Morde.

Dieser Tag des Gedenkens steht für mehr als eine einzelne historische Tragödie, er steht für 6 Millionen wichtige Menschenleben – für all die Möglichkeiten, all die Träume und all die Unschuldigen, die mit ihnen starben.

Der Holocaust ist ebenso durch den Mut der Verdammten wie durch die Grausamkeit der Schuldigen definiert. Wie Viktor Frankel feststellte, ist der Mensch das Wesen, das die Gaskammern von Auschwitz erfand. Der Mensch ist aber auch das Wesen, das diese Kammern aufrecht betrat, mit einem Gottesgebet oder dem Shema Israel auf den Lippen. Als all die Verbrechen vorüber, die Ängste überstanden und die Schreie erstickt waren, blieb die Hoffnung – von den Lebenden erinnert und vom lebenden Gott aufgenommen zu werden.

Gott segne Sie.

Originaltext: Bush Remarks at Days of Remeberance Observance

Bush wird Daniel R. Coats als US-Botschafter in Deutschland nominieren

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Absichtserklärung von US-Präsident George W. Bush vom 12. April 2001, Daniel R. Coats als außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in der Bundesrepublik Deutschland zu nominieren.

Präsident George W. Bush gab heute seine Absicht bekannt, Daniel R. Coats als außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in der Bundesrepublik Deutschland zu nominieren.

“Dan Coats hat der Nation im Militär, im Repräsentantenhaus und dem Senat der Vereinigten Staaten gute Dienste geleistet. Seine Erfahrungen im Bereich der Verteidigung und der nationalen Sicherheit werden von großem Vorteil bei der Aufrechterhaltung unserer starken Bindungen zu Deutschland sein. Ich bin davon überzeugt, dass Dan ein herausragender Vertreter der Vereinigten Staaten sein wird”, erklärte Präsident Bush.

Coats arbeitet zurzeit als Sonderberater bei Verner, Liipfer, Bernhard, McPherson and Hand in Washington. Er war von 1981 bis 1989 im Repräsentantenhaus tätig und wurde 1988 in den amerikanischen Senat ernannt. Von 1989 bis 1999 vertrat er den Bundesstaat Indiana im Senat. Coats ist Veteran der US-Armee und machte seinen Abschluss am Wheaton College und der Indiana University School of Law.

Originaltext: Bush to Nominate Daniel R. Coats as U.S. Ambassador to Germany

Einigung der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union im Bananenkonflikt

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir eine Übersicht des Büros des Handelsbeauftragten zur Einigung der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union im Bananenkonflikt vom 11. April 2001.

Die Einigung der Vereinigten Staaten und der EU im Bananenkonflikt

Häufig gestellte Fragen

Wie begann der Bananenkonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union?

Die Auseinandersetzungen begannen mit der Schaffung des europäischen Binnenmarkts 1993. Die EU erachtete es für notwendig, eine einheitliche Bananenmarktordnung einzuführen, um Handelsschranken zwischen EU-Mitgliedstaaten aufzuheben. Die verabschiedete Marktordnung schaffte neue Barrieren für aus Lateinamerika exportierte und von amerikanischen Unternehmen vermarktete Bananen. So wurden US-Unternehmen durch die Bananenmarktordnung Exportchancen genommen, die dann EU-Unternehmen erhielten.

Warum erhoben die Vereinigten Staaten Einwände gegen europäische Kontingente, die der Unterstützung armer afrikanischer und karibischer Länder dienten?

Die Länder Afrikas, der Karibik und des Pazifik (AKP) profitierten nur in geringem Maße vom europäischen Kontingentsystem. Die Struktur der EU-Marktordnung nahm amerikanischen und lateinamerikanischen Ländern, die in der Vergangenheit den europäischen Markt beliefert hatten, Marktanteile.

Was ist die Vorgeschichte der Auseinandersetzungen im Rahmen des GATT und der WTO?

1992, noch bevor die EU-Marktordnung in Kraft trat, fochten die lateinamerikanischen Länder sie im GATT an. Die EU ignorierte die Entscheidung des GATT. Nachdem nach jahrelangen Verhandlungen kein zufriedenstellendes Ergebnis für amerikanische Unternehmen und lateinamerikanische Erzeuger erzielt wurde, klagten die Vereinigten Staaten und fünf weitere Länder 1997 gegen die Bananenmarktordnung der EU. Die WTO befand die EU-Marktordnung ebenfalls als unvereinbar mit den internationalen Handelsbestimmungen. 1998 nahm die EU kosmetische Veränderungen an der Marktordnung vor. 1999 entschied die WTO, dass diese Veränderungen die Mängel des Systems nicht behoben. Angesichts der anhaltenden Verstöße gegen die ursprüngliche Entscheidung ermächtigte die WTO die Vereinigten Staaten, im Gegenzug EU-Exporten in Höhe von 191 Millionen Dollar Sanktionen aufzuerlegen. Diese Sanktionen gelten seitdem und werden im Einklang mit der heutigen Vereinbarung ausgesetzt.

Wann tritt diese Vereinbarung in Kraft?

Die EU unternimmt sofortige Schritte zur Umsetzung der Vereinbarung. Die Vorteile dieser Vereinbarung werden sich für US-Unternehmen ab dem 1. Juli 2001 positiv auswirken. Die Vereinigten Staaten werden die Sanktionen aussetzen, sobald die erhöhte Vergabe von Einfuhrlizenzen wie in der Vereinbarung vorgesehen bewilligt ist. Die Vereinigten Staaten werden ihre Sanktionen aufheben, wenn die neue EU-Verordnung definitiv verabschiedet wurde.

Welche Vorteile ergeben sich aus dieser Vereinbarung für amerikanische Unternehmen?

Das Büro des US-Handelsbeauftragten rechnet mit einer erheblichen Steigerung der Anzahl von Bananen, die amerikanische Unternehmen in europäische Märkte einführen können, wenn das in der Vereinbarung vorgesehene traditionelle System implementiert wird.

Wurde diese Vereinbarung auf Kosten der afrikanischen und karibischen Länder geschlossen?

Als Teil dieser Vereinbarung werden die Vereinigten Staaten gemeinsam mit der EU eine Ausnahmegenehmigung der WTO beantragen, die es der EU ermöglicht, eine bestimmte Menge Bananen ausschließlich aus AKP-Ländern zu beziehen. Diese Garantie gibt den Erzeugern in den AKP-Ländern mehr Sicherheit auf dem EU-Markt, als sie gemäß der EU-Marktordnung gehabt hätten, die Ende des Jahres in Kraft treten sollte. Die Regierung der Vereinigten Staaten verpflichtet sich, bei den Anträgen der EU auf Erteilung von Ausnahmegenehmigungen im Rahmen des normalen WTO-Verfahrens vorzugehen. Diese Ausnahmegenehmigungen ermöglichen es der EU, AKP-Ländern Zollvergünstigungen für ihre Exporte in die EU zu gewähren.

Enthält diese Vereinbarung Verpflichtungen bezüglich anderer Handelsstreitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und der EU und wird sie zur Beilegung anderer Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union führen?

Nein. Es handelt sich um eine allein stehende Vereinbarung zur Beilegung dieses Handelsdisputs. Es ist eine ausschließliche Sachentscheidung. Die Vereinigten Staaten und die EU haben eng zusammengearbeitet, um eine Lösung für einen ihrer langwierigsten Handelsdispute zu finden. Wir hoffen, durch den Abschluss dieser Vereinbarung eine ähnliche Geisteshaltung auf andere Meinungsverschiedenheiten übertragen zu können, damit wir bei der Eröffnung neuer Handelschancen für Arbeitnehmer und Wirtschaft in unseren Ländern Gemeinsamkeiten finden.

Steht diese Vereinbarung im Einklang mit der WTO?

Die Vereinbarkeit mit den Bestimmungen der WTO war für beide Seiten eine Voraussetzung. Die Vereinbarung steht im Einklang mit der WTO, vorbehaltlich der Genehmigung der WTO.

Sind die Vereinigten Staaten zuversichtlich, dass sich die Mitgliedstaaten der EU an diese Vereinbarung halten werden?

Ja.

Originaltext: Fact Sheet: U.S.- European Union Agreement on Bananas