USA unterzeichnen den Vertrag für das Statut eines Internationalen Strafgerichtshofs

CAMP DAVID – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung von Präsident Bill Clinton vom 31. Dezember 2000, in der er die Unterzeichnung des Vertrags von Rom über die Gründung eines Internationalen Strafgerichtshofs bekannt gibt.

Die Vereinigten Staaten unterzeichnen heute den Vertrag von Rom aus dem Jahr 1998 für das Statut eines Internationalen Strafgerichtshofs. Mit dieser Maßnahme folgen wir dem Beispiel von über 130 anderen Ländern, die bis zu der im Vertrag festgelegten Frist vom 31. Dezember 2000 unterzeichnet haben. Wir unterzeichnen den Vertrag, um unsere starke Verpflichtung zu internationaler Rechenschaftspflicht zu bekräftigen und die des Völkermords, der Kriegsverbrechen und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit Verantwortlichen vor Gericht zu bringen. Wir unterzeichnen ihn auch, weil wir uns weiterhin dafür einsetzen möchten, dass der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in den kommenden Jahren zu einem Instrument unvoreingenommener und effektiver Gerechtigkeit wird.

Die Vereinigten Staaten blicken auf eine lange Geschichte der Verpflichtung zum Prinzip der Rechenschaftspflicht zurück – von unserer Beteiligung an den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen, mit denen Kriegsverbrecher aus der Zeit des Nationalsozialismus vor Gericht gestellt wurden, bis zu unserer Führungsrolle bei den Bestrebungen zur Gründung der Internationalen Kriegsverbrechertribunale für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda. Unser heutiges Vorgehen untermauert diese Tradition einer moralischen Führungsrolle.

Gemäß dem Vertrag von Rom wird der IStGH mit der Ratifizierung durch 60 Regierungen gegründet und für die Rechtsprechung über die aus internationalen Konflikten herrührenden abscheulichsten Menschenrechtsverletzungen zuständig sein – wie Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord. Der Vertrag legt fest, dass der IStGH keine höhere Zuständigkeit als funktionierende nationale Rechtsinstanzen hat und sich nicht in deren Zuständigkeit einmischt; das heißt, der Ankläger darf nur gegen einen Verdächtigen vorgehen, wenn das Land seiner Herkunft nicht willens oder in der Lage ist, bei Beschuldigungen ungeheuerlicher Verbrechen gegen ihren Staatsangehörigen zu ermitteln. Die amerikanische Delegation bei der Konferenz von Rom hat hart gearbeitet, um diese Einschränkungen festzuschreiben, die unserer Auffassung nach unerlässlich für die internationale Glaubwürdigkeit und den Erfolg des IStGH sind.

Obwohl wir den Vertrag unterzeichnen, sind wir besorgt über beträchtliche Mängel, die er enthält. Insbesondere sind wir besorgt, dass der Gerichtshof, wenn er gegründet wird, nicht nur die Zuständigkeit über Staatsangehörige von Staaten hat, die den Vertrag ratifiziert haben, sondern auch die Rechtsprechung über Staatsangehörige von Staaten beansprucht, die das nicht getan haben. Mit der Unterzeichnung werden wir jedoch in der Lage sein, die Entwicklung des Gerichtshofs zu beeinflussen. Ohne die Unterzeichnung können wir das nicht.

Die Unterzeichnung wird unsere Fähigkeit zum weiteren Schutz von amerikanischen Regierungsvertretern vor unbegründeten Beschuldigungen und zur Erlangung der Ziele des IStGH bei der Umsetzung von Menschenrechten und Rechenschaftspflicht verbessern. In der Tat haben wir bei den Verhandlungen nach der Konferenz von Rom effektiv auf die Erarbeitung von Verfahren hingearbeitet, die die Wahrscheinlichkeit einer politisch motivierten Strafverfolgung einschränken. Die amerikanischen zivilen und militärischen Unterhändler trugen beispielsweise dazu bei, größere Genauigkeit bei der Definition von der Gerichtsbarkeit des Gerichtshofs unterliegenden Verbrechen sicherzustellen.

Aber es muss noch mehr getan werden. Die Gerichtsbarkeit des Gerichtshofs über amerikanische Staatsangehörige sollte erst mit der Ratifizierung des Vertrags durch die Vereinigten Staaten erfolgen. Die Vereinigten Staaten sollten eine Zeitlang die Möglichkeit zur Beobachtung und Beurteilung der Arbeitsweise des Gerichtshofs haben, bevor sie sich entscheiden, sich seiner Gerichtsbarkeit zu unterstellen. Angesichts dieser Besorgnisse werde ich empfehlen, dass mein Nachfolger den Vertrag dem Senat nicht zur Beratung und Beschlussfassung vorlegt, bis unsere grundlegenden Sorgen behoben sind.

Dennoch ist die Unterzeichnung die richtige Maßnahme zu diesem Zeitpunkt. Meiner Ansicht nach würde ein richtig konstituierter und strukturierter Internationaler Strafgerichtshof einen wesentlichen Beitrag zur Abschreckung von ungeheuerlichen Menschenrechtsverletzungen weltweit leisten, und diese Unterschrift verbessert die Chancen für produktive Gespräche mit anderen Regierungen zur Förderung dieser Ziele in den kommenden Monaten und Jahren.

Originaltext: Clinton Announces U.S. Is Signing International Criminal Court Treaty

Richard B. Cheney

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Biografie des Vizepräsidenten Richard B. Cheney.

Richard B. Cheney, ein herausragender Beamter und Geschäftsmann, ist der Vizepräsident der Vereinigten Staaten. Cheney, ein bekanntes Gesicht der politischen Szene in Washington, hat in gewählten Ämtern sowie unter verschiedenen US-Präsidenten gedient – George W. Bush wird der vierte sein.

Bush wählte Cheney im Juli 2000 als Kandidat für die Vizepräsidentschaft aus, wobei er Cheneys Scharfsinn, sein Urteilsvermögen und seine Erfahrung erwähnte. “Dick Cheney hat unserem Land als Stabschef eines Präsidenten, im Kongress der Vereinigten Staaten und als Verteidigungsminister gedient. Er ist ein integerer Mann, der von Republikanern und Demokraten respektiert wird.”

Cheney erklärte, er sähe seine Rolle in der Regierung als die eines offenen, aber diskreten Beraters für Bush. Als er die Nominierung für die Vizepräsidentschaft annahm, sagte er, er freue sich auf die Arbeit mit einem Präsidenten, der “etwas schaffen will, indem er über die Parteilinien hinweg mit gutem Willen und auf gemeinsame Ziele hin mit politischen Gegner zusammenarbeitet.”

Richard Bruce Cheney wurde am 30. Januar 1941 in Lincoln (Nebraska) als Sohn von Richard Herbert Cheney und der geborenen Marjorie Lauraine Dickey geboren. Mit 13 Jahren zog er mit seiner Familie nach Casper in den westlichen Staat Wyoming, wo sein Vater den örtlichen Landerhaltungsbezirk des US-Landwirtschaftsministeriums leitete.

Nach seinem Abschluss an der Natrona County High School, wo er Kapitän des Football Teams und Präsident des Abschlussjahrgangs war, ging Cheney mit einem Stipendium an die Yale University in Connecticut. Nach weniger als zwei Jahren in Yale entschied Cheney sich, seine Ausbildung in seinem Heimatstaat fortzusetzen, wo er seinen Abschluss an der University of Wyoming mit einem Bachelor und einem Master in Politikwissenschaften machte. Er zog dann in den Staat Wisconsin, um an der University of Wisconsin seine Doktorarbeit zu schreiben. Als Doktorand gewann er ein Stipendium des Kongresses und zog 1968 in die Hauptstadt Washington.

Cheney arbeitete zunächst im Büro eines jungen republikanischen Abgeordneten aus Wisconsin, William Steiger, und dann für Donald H. Rumsfeld, den Gleichstellungsbeauftragten. Als Präsident Richard M. Nixon Rumsfeld 1970 als Berater des Weißen Hauses auswählte, kam Cheney als sein Stellvertreter mit.

Im August 1974 trat Gerald Ford das Präsidentenamt an und bat Rumsfeld, sein Stabschef zu werden. Rumsfeld dachte sofort an Cheney. “Was ich sah, war ein junger, intelligenter, zielgerichteter, gelassener Mann”, wird Rumsfeld in der Zeitschrift Newsweek zitiert. “Er nimmt sich eines Problems an, denkt darüber nach und bringt die Dinge zu einer Lösung.”

Als Rumsfeld im November 1974 das Weiße Haus verließ, stieg Cheney auf und wurde persönlicher Referent des Präsidenten und Stabschef des Weißen Hauses. Cheney war damals 34 Jahre alt und damit der Jüngste, der je diese Position übernahm. Er übte diese Tätigkeit bis zum Ende der Ford-Administration aus.

1977 kehrte Cheney erneut nach Wyoming zurück, wo er seine politische Laufbahn als Mitglied der Republikanischen Partei in die Wege leitete. 1978 wurde Cheney zum einzigen Kongressabgeordneten im amerikanischen Repräsentantenhaus des kleinen Bundesstaats gewählt. Er wurde für fünf weitere zweijährige Amtszeiten wiedergewählt.

Cheney fasste schnell im Repräsentantenhaus Fuß und wurde von seinen Kollegen von 1981 bis 1987 zum Vorsitzenden des Politischen Ausschusses der Republikanischen Partei gewählt. 1987 wurde er zum Vorsitzenden der Republikanischen Konferenz des Repräsentantenhauses und 1988 zum Führer der Minderheitsfraktion im Repräsentantenhaus gewählt, dem zweithöchsten Posten in der Hierarchie seiner politischen Partei.

Cheney verließ den Kongress im Jahr 1989, als Präsident George Bush, der Vater des derzeitigen designierten Präsidenten ihn abwarb, um Verteidigungsminister zu werden. Cheney hatte diese Kabinettsposition bis Januar 1993 inne. Während seiner Amtszeit leitete er zwei der größten Militäreinsätze in der jüngeren Geschichte – Die Operation Just Cause in Panama und die Operation Desert Storm im Nahen Osten. Für seine Führungsrolle im Golfkrieg wurde Cheney im Juli 1991 die Presidential Medal of Freedom verliehen – die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten, mit der außergewöhnliche Dienste gewürdigt werden.

General Colin Powell, unter Cheney Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs, erinnert sich daran: “Unter äußerst schwierigen Umständen bei der Invasion von Panama, während Desert Shield und Desert Storm zeigte Dick Cheney große Charakterstärke und großes Verständnis für die Herausforderungen.”

1995 verpflichtete sich Cheney als Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Halliburton Company, einer Firma für Ölfelddienstleistungen mit Sitz in Dallas (Texas), die 100.000 Mitarbeiter in 20 Ländern beschäftigt. Obwohl er 1996 kurz daran dachte, für die Präsidentschaft zu kandidieren, entschied sich Cheney stattdessen, bei Halliburton zu bleiben. Er blieb dort, bis er als Kandidat für die Vizepräsidentschaft im Wahlkampf von George W. Bush ausgewählt wurde.

Cheney heiratete 1964 seine Jugendliebe aus Gymnasialzeiten, Lynne Ann Vincent. Lynne Cheney blickt auf eine eigene Laufbahn im öffentlichen Dienst zurück – sie war von 1986 bis 1993 Vorsitzende der National Endowment for the Humanities. Seit einiger Zeit ist sie Senior Fellow für Bildung und Kultur am American Enterprise Institute for Public Policy Research. Der Vizepräsident und seine Frau haben zwei Kinder, die Töchter Elizabeth und Mary sowie drei Enkeltöchter.

Originaltext: Biography of Vice President-Elect Richard B. Cheney

Gore akzeptiert Endgültigkeit des Ergebnisses

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Vizepräsident Al Gore vom 13. Dezember 2000, mit der er seine Niederlage im Wahlkampf 2000 eingesteht.

Guten Abend. Vor einigen Augenblicken habe ich mit George W. Bush gesprochen und ihm zu seiner Wahl zum 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten gratuliert. Ich habe ihm versprochen, ihn diesmal nicht zurückzurufen. Ich bot ihm an, mich so schnell wie möglich mit ihm zu treffen, so dass wir damit beginnen können, die durch den Wahlkampf und den eben vorübergegangenen Wettbewerb aufgeworfenen Gräben zu überwinden.

Vor fast anderthalb Jahrhunderten sagte Senator Stephen Douglas Abraham Lincoln, der ihn gerade im Präsidentschaftswahlkampf besiegt hatte: “Parteizugehörigkeit muss jetzt Patriotismus weichen; ich stehe hinter Ihnen, Herr Präsident, und Gott segne Sie.”

Nun, in diesem Geiste sage ich dem zukünftigen Präsidenten Bush, die Reste des parteiischen Grolls müssen jetzt zur Seite treten – möge Gott ihn als Verwalter dieses Lands segnen. Weder er noch ich hatten diesen langen und schwierigen Weg vorhergesehen. Sicherlich wollte keiner von uns, dass dies geschieht. Doch es ist so gekommen und nun ist es vorbei, es ist gelöst worden, wie es gelöst werden musste, durch die altehrwürdigen Institutionen unserer Demokratie.

Über der Bibliothek einer unserer größten juristischen Fakultäten steht die Inschrift: “Nicht nach den Menschen, sondern nach Gott und Gesetz”. Das ist das grundlegende Prinzip der amerikanischen Freiheit, die Quelle unserer demokratischen Freiheiten. Ich versuchte mich während des gesamten Wettbewerbs danach zu richten, so wie sich auch die Erörterungen aller komplexen Themen in diesen fünf Wochen daran ausrichteten.

Jetzt hat der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten gesprochen. Damit keine Zweifel auftreten: Ich stimme auf keinen Fall mit der Entscheidung des Gerichts überein, akzeptiere sie jedoch. Ich akzeptiere die Endgültigkeit dieses Ergebnisses, das nächsten Montag im Wahlmännerkollegium ratifiziert werden wird. Heute Abend, um unserer Einheit als Volk und der Stärke unserer Demokratie willen, erkläre ich meine Niederlage.

Ich akzeptiere auch meine Verantwortung, der ich bedingungslos nachkommen werde, den neuen zukünftigen Präsidenten zu würdigen und alles in meiner Macht Stehende zu tun, um ihm zu helfen, die Amerikaner zur Erfüllung der großen Vision zusammenzubringen, die in unserer Unabhängigkeitserklärung definiert und durch unsere Verfassung bekräftigt und verteidigt wird.

Ich möchte all jenen danken, die mich und die Sache, für die wir gekämpft haben, unterstützt haben. Tripper und ich sind Joe und Hadassah Lieberman zutiefst dankbar. Sie haben Leidenschaft und hehre Ziele in unsere Partnerschaft gebracht und neue Türen geöffnet, nicht nur für unseren Wahlkampf, sondern für unser Land.

Dies war eine außerordentliche Wahl. Aber auf den verschlungenen Wegen Gottes kann diese spät durchbrochene Sackgasse uns zu neuen Gemeinsamkeiten weisen, denn gerade der knappe Ausgang kann dazu dienen, uns alle daran zu erinnern, dass wir ein Volk mit einer gemeinsamen Geschichte und einem gemeinsamen Schicksal sind. Diese Geschichte liefert uns tatsächlich viele Beispiele für ebenso lebhaft diskutierte Wettbewerbe, ebenso heiß umfochten, mit ihren eigenen Herausforderungen für den Willen des Volks. Auch andere Dispute dauerten wochenlang an, bevor sie beigelegt wurden. Jedes Mal haben sowohl der Sieger als auch der Besiegte die Ergebnisse friedlich und im Geiste der Versöhnung akzeptiert. So soll es bei uns sein.

Ich weiß, viele meiner Anhänger sind enttäuscht. Ich bin es auch. Aber unsere Enttäuschung muss durch unsere Liebe für unser Land überwunden werden. Ich sage den anderen Mitgliedern der Weltgemeinschaft, niemand sollte diesen Wettbewerb als Zeichen der Schwäche Amerikas sehen. Die Stärke der amerikanischen Demokratie zeigt sich am deutlichsten durch die Schwierigkeiten, die sie überwinden kann.

Einige haben der Besorgnis Ausdruck verliehen, dass das Wesen dieser Wahl den nächsten Präsidenten in der Ausübung seines Amtes behindern könnte. Ich glaube nicht, dass das so sein muss. Der designierte Präsident Bush erbt eine Nation, deren Bürger bereit sind, ihm bei der Ausübung seiner breitgefächerten Pflichten zu helfen. Ich persönlich werde ihm zur Verfügung stehen, und ich rufe alle Amerikaner auf – besonders diejenigen, die auf unserer Seite standen – sich geeint hinter unseren nächsten Präsidenten zu stellen. Dies ist Amerika. Genauso wie wir hart kämpfen, wenn viel auf dem Spiel steht, schließen wir die Reihen und kommen zusammen, wenn der Wettbewerb vorbei ist. Es wird noch Zeit genug sein, unsere weiter bestehenden Meinungsverschiedenheiten zu erörtern. Jetzt ist es jedoch an der Zeit zu erkennen, dass das, was uns eint, größer ist, als das, was uns trennt.

Wir haben noch immer unterschiedliche Ansichten und geben diese auch nicht auf. Allerdings gibt es eine höhere Verantwortung als die gegenüber der politischen Partei. Dies ist Amerika, und wir stellen das Land vor die Partei. Wir werden gemeinsam hinter unserem neuen Präsidenten stehen.

Was meine zukünftige Tätigkeit angeht, so weiß ich darauf noch keine Antwort. Wie viele von Ihnen freue ich mich darauf, die Feiertage mit meiner Familie und alten Freunden zu verbringen. Ich weiß, ich werde Zeit in Tennessee verbringen und einige Zäune reparieren – buchstäblich wie auch im übertragenen Sinn. Einige fragten mich, ob ich etwas bereue. Und ich bereue eines – dass ich nicht die Chance bekommen habe zu bleiben und in den nächsten vier Jahren für das amerikanische Volk zu kämpfen, besonders für diejenigen, deren Lasten erleichtert und für die Hindernisse aus dem Weg geräumt werden müssen, besonders für diejenigen, die das Gefühl haben, ihre Stimme wurde nicht gehört. Ich habe Sie gehört und werde es nicht vergessen. Während dieses Wahlkampfs habe ich Amerika gesehen, und ich mag, was ich sehe. Es ist den Kampf wert, und diesen Kampf werde ich nie aufgeben.

Was den Kampf angeht, der heute Abend endet, so glaube ich, wie mein Vater einmal sagte, dass unabhängig davon, wie schwer der Verlust ist, eine Niederlage ebenso wie ein Sieg dazu dienen kann, die Seele aufzurütteln und den Jubel herauszulassen. Für mich endet also dieser Wahlkampf, wie er begonnen hat, mit der Liebe Tippers und unserer Familie, mit dem Glauben an Gott und an das Land, dem ich so stolz gedient habe, von Vietnam bis zur Vizepräsidentschaft, und mit einer Danksagung an unsere wirklich unermüdlichen Wahlkampfhelfer und die Freiwilligen, einschließlich all jener, die in den letzten 36 Tagen in Florida so hart gearbeitet haben.

Jetzt ist der politische Kampf vorbei, und wir wenden uns wieder dem steten Kampf für das Wohl aller Amerikaner und für die Vielen auf der ganzen Welt zu, die auf unsere Nation als Wegbereiter der Freiheit blicken. Lassen Sie uns in den Worten unserer großen Hymne sprechen: “Amerika, Amerika … und krönte deine Güter mit Bruderschaft, von Meer zu leuchtendem Meer”.
Und nun, meine Freunde, in den Worten, die ich einst an andere gerichtet habe, ist es Zeit für mich zu gehen. Danke und gute Nacht. Gott segne Amerika.

Originaltext: Vice President Gore Presidential Election Concession Speech

George W. Bush drängt nach langem Wahlkampf auf Versöhnung

AUSTIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von George W. Bush nach Vizepräsident Gores Eingeständnis seiner Niederlage vom 13. Dezember 2000.

Vielen Dank. Vielen herzlichen Dank. Guten Abend, liebe Mitbürger. Ich freue mich sehr über die Gelegenheit, heute Abend mit Ihnen zu sprechen.

Mr. Speaker, Stellvertretender Gouverneur, Freunde, sehr verehrte Gäste. Unser Land hat eine lange, schwierige Zeit hinter sich, da das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen länger nicht endgültig feststand, als wir es uns je hätten vorstellen können. Vizepräsident Gore und ich haben unseren Wahlkampf mit ganzem Herzen und voller Hoffnung geführt. Wir haben beide alles gegeben. Wir teilten ähnliche Gefühle. Ich verstehe deshalb, wie schwer dieser Augenblick für Vizepräsident Gore und seine Familie sein muss. Er hat unserem Land als Kongressabgeordneter, Senator und Vizepräsident hervorragend gedient. Heute Abend habe ich einen zuvorkommenden Anruf des Vizepräsidenten erhalten. Wir einigten uns auf ein Treffen Anfang nächster Woche in Washington und darauf, unser Bestes zu geben, damit unser Land diesen hart ausgetragenen Wettbewerb überwindet.

Heut Abend möchte ich den Tausenden von Freiwilligen und Wahlkampfhelfern danken, die so hart für mich gearbeitet haben. Ich möchte auch den Vizepräsidenten und seine Anhänger für ihren beherzten Wahlkampf würdigen. Und ich danke ihm für einen Anruf, der sicherlich nicht leicht gewesen sein kann. Laura und ich wünschen dem Vizepräsidenten und Senator Liebermann sowie ihren Familien alles Gute.

Es gibt viel, wofür ich heute Abend dankbar bin. Ich bin dankbar für Amerika und dankbar, dass wir in der Lage waren, unsere Auseinandersetzungen um die Wahl auf friedliche Weise beizulegen. Ich bin dem amerikanischen Volk für das große Privileg dankbar, als sein nächster Präsident dienen zu dürfen. Ich möchte meiner Frau und meinen Kindern für ihre Liebe danken. Lauras aktives Engagement hat Texas zu einem besseren Ort gemacht, und sie wird eine wunderbare First Lady der Vereinigten Staaten sein. Ich bin stolz, Dick Cheney an meiner Seite zu haben, und Amerika wird stolz sein, ihn als nächsten Vizepräsidenten zu haben.

Ich habe mich heute Abend entschieden, in der Kammer des texanischen Repräsentantenhauses zu Ihnen zu sprechen, da es ein Ort überparteilicher Zusammenarbeit ist. Hier, an einem Ort wo Demokraten die Mehrheit haben und Republikaner mit Demokraten zusammengearbeitet haben, um das Richtige für die Menschen zu tun, die wir vertreten. Wir hatten lebhafte Auseinandersetzungen und fanden letztendlich einen konstruktiven Konsens. Dies ist eine Erfahrung, die ich immer bei mir tragen werde, ein Beispiel, dem ich immer folgen werde.

Ich möchte meinem Freund Pete Laney, dem demokratischen Speaker des Repräsentantenhauses, der heute die Einführungsrede hielt, danken. Ich möchte den Abgeordneten beider politischer Parteien, mit denen ich zusammengearbeitet habe, danken. Gleich über den Gang in unserem Capitol in Texas ist der Senat des Staates, und ich muss an unseren gemeinsamen Freund, den ehemaligen demokratischen Stellvertretenden Gouverneur Bob Bullock denken, seine Liebe zu Texas und seine Fähigkeit zur überparteilichen Zusammenarbeit, die uns allen weiterhin als Beispiel dienen wird.

Der Geist der Zusammenarbeit, den ich in diesem Saal gesehen habe, wird in Washington gebraucht. Das ist die Herausforderung unserer Zeit. Nach einer schwierigen Wahl müssen wir die Politik zurückstellen und zusammenarbeiten, um das Versprechen Amerikas für jeden einzelnen unserer Bürger verfügbar zu machen. Ich bin zuversichtlich, dass wir den Ton in Washington ändern können.

Ich glaube, es gibt einen Grund für das, was geschieht, und ich hoffe, die lange Wartezeit der letzten fünf Wochen wird den Wunsch stärken, die Bitterkeit und parteiische Haltung der jüngsten Vergangenheit zu überwinden. Unsere Nation muss sich über ein geteiltes Haus erheben. Amerikaner teilen Hoffnungen, Ziele und Werte, die viel wichtiger sind als jede politische Meinungsverschiedenheit. Die Republikaner wollen das Beste für unsere Nation, genau wie die Demokraten. Unser Votum mag sich unterscheiden, aber nicht unsere Hoffnungen.

Ich weiß, Amerika will Versöhnung und Einheit. Ich weiß, Amerikaner wollen den Fortschritt. Wir müssen diesen Augenblick nutzen und diese Wünsche erfüllen. Gemeinsam, im Geiste des gesunden Menschenverstands, der Höflichkeit und gemeinsamer Ziele, können wir die amerikanischen Bürger einen und inspirieren. Gemeinsam werden wir daran arbeiten, alle öffentlichen Schulen leistungsfähig zu machen, und jeden Schüler unterrichten, unabhängig von Herkunft oder Akzent, so dass kein Kind zurück bleibt.

Gemeinsam werden wir die Sozialversicherung retten und ihr Versprechen einer sicheren Rente für kommende Generationen erneuern. Gemeinsam werden wir Medicare, die Krankenversicherung der Rentner, stärken und allen unseren Rentnern die Bezahlung von verschreibungspflichtigen Medikamenten bieten. Gemeinsam werden wir den Amerikanern die umfassende, gerechte und haushaltspolitisch verantwortliche Steuererleichterung geben, die sie verdienen.

Gemeinsam werden wir eine überparteiliche Außenpolitik vertreten, die unseren Werten und Freunden treu ist. Und wir werden ein Militär haben, das jeder Herausforderung gewachsen und jedem Gegner überlegen ist. Gemeinsam werden wir einige der tiefgreifendsten Probleme der Gesellschaft angehen, eine Person nach der anderen, indem wir das gute Herz und die guten Taten der Amerikaner fördern. Das ist die Quintessenz des “Konservatismus mit Herz” und wird die Grundlage meiner Regierung sein.

Diese Prioritäten sind nicht lediglich Anliegen der Republikaner oder der Demokraten. Sie sind die Verantwortung Amerikas. Während des Wahlkampfs im Herbst waren wir unterschiedlicher Ansicht, was die Einzelheiten dieser Vorschläge angeht. Allerdings gab es einen bemerkenswerten Konsens über die uns konfrontierenden Herausforderungen – gute Schulen, Sicherheit der Renten und des Gesundheitswesens, Steuersenkung, ein starkes Militär, eine stärkere Zivilgesellschaft. Wir haben über unsere unterschiedlichen Ansichten gesprochen. Nun ist es an der Zeit, Gemeinsamkeiten zu finden und einen Konsens zu schaffen, um Amerika zu einem Leitstern der Chancen für das 21. Jahrhundert zu machen. Ich bin zuversichtlich, dass dies geschehen kann. Unsere Zukunft verlangt es, und unsere Geschichte beweist es.

Vor 200 Jahren, bei der Wahl im Jahr 1800, gab es in Amerika ebenfalls einen sehr knappen Wahlausgang. Ein Unentschieden im Wahlmännerkollegium legte die Entscheidung in die Hand des Kongresses. Nach sechs Wahltagen und 36 Stimmenabgaben wählte das Repräsentantenhaus Thomas Jefferson zum dritten Präsidenten der Vereinigten Staaten. Die Wahl brachte den ersten Machtwechsel in unserer neuen Demokratie von einer zur anderen Partei. Kurz nach der Wahl schrieb Jefferson, in einem Brief mit dem Titel “Versöhnung und Reform”, Folgendes: “Der standfeste Charakter unserer Landsleute ist ein Fels, an den wir sicher anlegen können, in Prinzipien unerschütterlich, im Verhalten vernünftig. Wir sollten hoffen können, sehr viel Gutes für die Sache der Freiheit und der Harmonie zu tun.”

200 Jahre haben den standfesten Charakter Amerikas nur gestärkt. Wenn wir nun die Wunden unserer Nation heilen wollen, berufen wir uns heute Abend auf diese Eigenschaft, die Achtung voreinander, den Respekt vor unseren unterschiedlichen Ansichten, die großzügige Geisteshaltung und die Bereitschaft, hart zusammenzuarbeiten, um jedes Problem zu lösen.

Ich möchte Sie und jeden Amerikaner um noch etwas bitten. Ich bitte Sie, für diese große Nation zu beten. Ich bitte Sie um Ihre Gebete für die führenden Politiker beider Parteien. Ich danke Ihnen für Ihre Gebete für mich und meine Familie und bitte Sie, für Vizepräsident Gore und seine Familie zu beten. Ich glaube daran, dass wir als Nation mit der Hilfe Gottes als Land gemeinsam voranschreiten werden, als unteilbare Nation. Und gemeinsam werden wir ein Amerika schaffen, das offen ist, so dass der amerikanische Traum für jeden Bürger vorhanden ist – ein Amerika, das gebildet ist, so dass jedes Kind den Schlüssel zur Verwirklichung dieses Traums hat, und ein Amerika, das in seiner Vielfalt geeint ist, mit unseren gemeinsamen amerikanischen Werten, die größer sind als Rasse oder Partei.

Ich wurde nicht gewählt, um einer Partei zu dienen, sondern einer Nation. Der Präsident der Vereinigten Staaten ist der Präsident jedes einzelnen Amerikaners, jeder Rasse und jeder Herkunft, ob Sie mich gewählt haben oder nicht. Ich werde mein Bestes tun, um Ihren Interessen zu dienen, und ich werde daran arbeiten, Ihren Respekt zu verdienen. Ich werde mich von der Zielgerichtetheit von Präsident Jefferson lenken lassen, für Prinzipien einzustehen, sich vernünftig zu verhalten und vor allem Gutes zu tun für die Sache der Freiheit und Harmonie. Die Präsidentschaft ist mehr als eine Ehre, sie ist mehr als ein Amt – sie ist eine Verantwortung, die mir anvertraut wurde, und ich werde alles geben.

Vielen Dank und Gott segne Amerika.

Originaltext: George W. Bush Speaks Following Concession by Vice President Gore