Emira Habiby Browne

Emira Habiby Browne (Foto: US Generalkonsulat Hamburg)

Ihr Englisch ist akzentfrei. Ihr blondes Haar lässt nicht wirklich darauf schließen, dass sie ursprünglich aus Palästina stammt. Und doch ist Emira Habiby Browne selbst eine von denen, für die sie sich seit über 25 Jahren einsetzt: A new American, wie sie selbst Immigranten nennt.

Sie weiß, wovon sie redet. Sie ist aufgewachsen in unterschiedlichen arabischen Ländern, hat in Beirut studiert und später in Europa gelebt. Zwar hat sie ein Manuskript mitgebracht, um am “1. Tag der Integration” im Amerikazentrum Hamburg einen Vortrag zu halten. Aber sie braucht es nicht, denn sie spricht so sympathisch und leidenschaftlich aus ihrem Berufsleben, dass man ihr Engagement in jedem Satz mitfühlen kann.
Schon in den Wochen zuvor war sie auf Einladung des U.S. Department of State in sechs Städten in Deutschland unterwegs gewesen, um ihre Erfahrungen im Umgang mit Immigranten und Institutionen vorzutragen.

Die Idee einer Hilfsorganisation

1993 gründete sie in New York ihre erste Firma. Dort kümmerte sie sich explizit um Immigranten mit arabischer Herkunft. Ein grundlegendes Problem der Immigranten war das Tabu, über ihre Familiensituation zu sprechen. Missbrauch, Gewalt oder gesundheitliche Probleme führten viele Familie in einen Teufelskreis. Das war für Emira Habiby Browne der Anstoß, diesen Menschen eine helfende Hand zu reichen, um sie in die amerikanische Gesellschaft einzugliedern.

Wendepunkt 9/11

Und gerade diese Gruppe war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2011 im Fokus von Behörden und Medien, was ihre Arbeit noch bedeutungsvoller machte. Wo vorher kaum einer darüber nachdachte, ob diese Einwanderer nun registriert sind oder nicht, wehte plötzlich ein anderer Wind. Strenge Kontrollen waren die Folge und die Integration entsprechend schwieriger.

Das New-York-Modell

2006 erweiterte sie ihr Spektrum und gründete ciana, Center for the Integration & Advancement of New Americans. Dort ist es ihre Aufgabe, Immigranten aus dem Mittleren Osten, Nordafrika und Südasien aus ihren traditionellen Gesellschaftsdenken in die amerikanische Gesellschaft einzuführen. Und gerade New York lobt sie als eine Stadt, die der Integration gegenüber sehr aufgeschlossen ist.

Die Finanzierung von Integrationsprojekten in New York

Ein ganz wichtiger Punkt der Integrationsdebatte ist die Finanzierung der unterschiedlichen Projekte. In New York werden diese Programme zu einem großen Teil von Agenturen wie ciana durchgeführt. In einem strengen Auswahlprozess vergeben die Behörden die Gelder und kontrollieren die Ausgaben der Agenturen. Es ist also wichtig, dass die Regierung, wie im Beispiel New York, eine wichtige Rolle in der Integration spielt, aber die direkte Betreuung von nichtstaatlichen Agenturen durchgeführt wird, zu denen die Immigranten ein besseres Verhältnis aufbauen können.

Integration – ein globales Thema

Abschließend sprach Emira Habiby Browne über internationale Ansätze der Integrationspolitik und zeigt auf, welche Merkmale für eine gute Integrationspolitik sprechen.

Der “1. Tag der Integration” in Hamburg am 15. Oktober 2011 wurde vom ARCA e.V. veranstaltet und vom U.S. Generalkonsulat Hamburg unterstützt.

 

1 Response » to “Integrationslösungen Made in New York”

  1. [...] Hamburg, October 16, 2011– The integration problem is one of the main topics of politics in Germany. In Hamburg, she talked about her experiences. Read more… [...]

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