Deutsch-Amerikanischer Tag 2014

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die am 3. Oktober ergangene Proklamation von Präsident Barack Obama zum Deutsch-Amerikanischen Tag 2014.  

Die Vereinigten Staaten sind und waren schon immer ein Einwanderungsland, und Deutsche haben von Beginn an zur Ausbildung unseres nationalen Selbstverständnisses beigetragen. Continue reading

Walled-In

 

J. Elke Ertle

J. Elke Ertle

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge aus dem Buch Walled-In – A West Berlin Girl’s Journey to Freedom von J. Elke Ertle. Die deutsch-amerikanische Autorin las am 6. Oktober 2014 an einer Berliner Schule aus ihrem Buch und sprach mit den Schülern darüber, wie es war, im Berlin der Nachkriegszeit aufzuwachsen. Bei der Lesung schilderte sie die Sorgen und Nöte der Menschen, die in der geteilten Stadt lebten. Außerdem sprach sie über ihren persönlichen Kampf, sich von ihrer überfürsorglichen Mutter zu befreien, was ihr erst gelang, als sie Deutschland verließ und in die Vereinigten Staaten auswanderte. Continue reading

Atlantik-Brücke-Tag 2014: Rede von Botschafter John B. Emerson

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von US-Botschafter John B. Emerson beim Atlantik-Brücke-Tag 2014 vom 2. Juli 2014.

Vielen Dank. Heute ist ein wichtiger Tag für mich. Ich habe vor zehneinhalb Monaten das erste Mal bei der Atlantik-Brücke gesprochen. Es war mein erster offizieller Termin als Botschafter. Kimberly, unsere Töchter und ich haben uns gefreut, an diesem Abend so viele von Ihnen kennen zu lernen. […] Continue reading

Die Vereinigten Staaten und Deutschland: gemeinsam eine Führungsrolle übernehmen

downloadWASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir eine Übersicht, die anlässlich des Besuches von Bundeskanzlerin Merkel in Washington am 2. Mai 2014 vom Weißen Haus veröffentlicht wurde.

Die Vereinigten Staaten und Deutschland sind langjährige Verbündete und Freunde, und unsere Länder vertiefen ständig ihre Zusammenarbeit in vielen unterschiedlichen Bereichen. Continue reading

Erklärung Außenminister Kerrys nach dem Arbeitsessen mit Außenminister Steinmeier

 

[State Department photo/ Public Domain]

[State Department photo/ Public Domain]

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung von US-Außenminister John Kerry, die er am 27. Februar 2014 nach seinem Arbeitsessen mit dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier abgab. Continue reading

Der amerikanische Blick auf Europa

 

Foto: Adrian Jankowski/Schwarzkopf Stiftung

Foto: Adrian Jankowski/Schwarzkopf Stiftung

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die US-Botschafter John B. Emerson am 10. Februar 2014 bei der Schwarzkopf-Stiftung im Allianz-Forum hielt. Die Veranstaltung wurde moderiert von Eckart Stratenschulte, Leiter der Europäischen Akademie Berlin. Continue reading

Wirtschaftsministerin wirbt in Deutschland für Investitionen in den Vereinigten Staaten

 

Penny Pritzker sieht einer BMW-Mitarbeiterin bei einer Vorführung zu. Hinter ihr: eine Frau und ein Mann.

Während ihres Deutschlandbesuchs besuchte Wirtschaftsministerin Pritzker auch BMW und die Fraunhofer-Gesellschaft und ließ sich zeigen, wie die Arbeitnehmer die Fähigkeiten erwerben, die sie für ihre Arbeitgeber brauchen.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium zum Besuch von Wirtschaftsministerin Penny Pritzker in Deutschland vom 25. November 2013.

Am 22. November reiste Wirtschaftsministerin Penny Pritzker nach München, wo sie sich mit führenden Vertretern der Wirtschaft traf und für SelectUSA warb, eine Initiative für mehr ausländische Investitionen in den Vereinigten Staaten.

Am Morgen lud Ministerin Pritzker gemeinsam mit US-Generalkonsul Bill Moeller zu Kaffee und einem Dialog mit deutschen Investoren. Sie sprach über Investitionen in den Vereinigten Staaten und die Bedeutung der deutsch-amerikanischen Beziehungen.

Danach besuchte die Ministerin die Ausbildungsstätte von BMW in München. Der BMW-Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer und der Leiter der Aus- und Weiterbildung, Jan Eggert, erklärten der Ministerin wie das Unternehmen das deutsche duale System der Berufsausbildung umsetzt, im Rahmen dessen die Lehrlinge einen Berufsschulabschluss machen und gleichzeitig in der Firma ausgebildet werden.

BMW hat ein einzigartiges Ausbildungsprogramm, an dem zurzeit weltweit 4.500 Auszubildende teilnehmen, darunter einige im Werk in Spartanburg (South Carolina), wo 70 Lehrlinge für Arbeitsplätze bei BMW ausgebildet werden.

Danach besuchte die Wirtschaftsministerin die Fraunhofer-Gesellschaft, die auch als Fraunhofer-Institut bekannt ist. Hier wird ergebnisorientierte Forschung an Anwendungen für die Industrie durchgeführt, von denen auch die Gesellschaft insgesamt profitiert. Mit seinen mehr als 22.000 Wissenschaftlern und Ingenieuren ist das Institut die größte Organisation Europas für angewandte Forschung. Die Forschung des Fraunhofer-Instituts konzentriert sich auf die Bedürfnisse von Menschen im Bereich Gesundheitsfürsorge, Sicherheit, Kommunikation, Mobilität, Energie und Umwelt.

Den letzten Besuch dieses Tages stattete Frau Pritzker den iwis Motorsystemen ab, einem Familienunternehmen, das Investitionen in den Vereinigten Staaten tätigt. Ausländische Direktinvestitionen sind ein wesentlicher Bestandteil der Open for Business Agenda der Ministerin, und iwis, ein führender Zulieferer für Autoteile, die in verschiedenen Motoren und Fahrzeugen verwendet werden, hat mehrere Werke in den Vereinigten Staaten.

Im neuesten iwis-Werk in Murray (Kentucky), wo 12,5 Millionen US-Dollar investiert wurden, wurde der Betrieb vor kurzem aufgenommen. Sobald das Werk voll betriebsbereit ist, werden dort 75 Mitarbeiter tätig sein.

Pritzkers Besuch unterstreicht das Engagement des US-Wirtschaftsministeriums für die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen.

Weitere Informationen über Investitionen in den Vereinigten Staaten finden Sie auf der Website von SelectUSA.

Originaltext: Commerce Secretary in Germany to Court Investment in U.S.

 

Tag der Deutschen Einheit

WASHINGTON (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung von US-Außenminister John Kerry anlässlich des Tags der Deutschen Einheit vom 1. Oktober 2013.

Ich freue mich sehr, der deutschen Bevölkerung im Namen von Präsident Obama und der Menschen in den Vereinigten Staaten von Amerika zum Tag der Deutschen Einheit zu gratulieren.

Dieser Tag hat für mich eine besondere Bedeutung. Als mein Vater nach dem 2. Weltkrieg einen Posten als Diplomat in Berlin innehatte, fuhr ich mit meinem Fahrrad durch die Stadt. Ich fuhr um die Seen herum, den Kurfürstendamm hinauf und wieder hinunter, am ausgebrannten Reichstag vorbei. Der Krieg war in den Köpfen der Menschen noch sehr präsent.

Ich werde nie vergessen, wie ich als 12-jähriger in den östlichen Sektor fuhr und Frauen und Männer sah, die mit hängenden Köpfen herum liefen.  Auf diesen Straßen gab es keine Freude, aber das, was ich sah, hinterließ bei mir einen bleibenden Eindruck. Ich sah eine zutiefst polarisierte Stadt, ein gespaltenes Volk, ein vom Krieg zerrissenes Land.

Ich habe auch eine wichtige Lektion über die Tugenden der Demokratie und darüber, was ein Volk verbindet, das frei sein möchte, gelernt.

Nach jahrelangen Anstrengungen haben die Menschen in Deutschland eine historische Entscheidung getroffen, die ihr Land auf den Weg zur Einheit brachte. Heute feiern wir die Vision und den Mut der führenden deutschen Politiker der vergangenen zwanzig Jahre. Wir denken über unsere gemeinsamen Grundwerte nach und bekräftigen unseren Willen, die Welt gemeinsam friedlicher, wohlhabender und sicherer zu machen.

Die deutsche Einheit ist ein Vorbild für Länder, die mit politischen und sozialen Spaltungen zu kämpfen haben, und wir sind besonders dankbar für die enge Zusammenarbeit mit Ihnen im Nahen Osten und Nordafrika. Außerdem ist Deutschland unser größter Handelspartner in Europa, und wir freuen uns auf noch mehr Handel und Investitionen, wodurch wiederum Arbeitsplätze entstehen – Arbeitsplätze für Deutsche, für Amerikaner und für alle Europäer.

Im Geiste unserer Partnerschaft und der tiefen Verbindung zwischen Deutschen und Amerikanern wünsche ich Ihnen weiterhin Wohlstand und einen freudigen Tag der Deutschen Einheit.

Originaltext: Secretary Kerry on Germany’s National Day

 

Atlantik-Brücke

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von US-Botschafter John B. Emerson, die er anlässlich eines Abendessens bei der Atlantik-Brücke vom 26. August 2013 hielt.

Es gilt das gesprochene Wort

Friedrich, vielen Dank für die freundliche Begrüßung. Wir haben schon jetzt das Gefühl, viele neue Freunde gefunden zu haben, und wenn ich mir die freundlichen Gesichter hier im Raum ansehe, weiß ich, dass wir noch viele weitere Freundschaften schließen werden. Ich möchte mich für die freundliche Begrüßung bedanken, die wir von allen erfahren haben, seit wir aus dem Flugzeug aus Los Angeles gestiegen sind.

Friedrich, ich möchte Ihnen außerdem danken, dass Sie alle vorgestellt haben, denn wie Sie – und alle Politiker hier – wissen, besteht eine der größten Gefahren für Redner darin, jemanden zu vergessen, wenn man einmal angefangen hat, alle vorzustellen.

Nichtdestotrotz möchte ich einige Personen besonders hervorheben. Zunächst einmal den Gesandten der US-Botschaft, Jim Melville, der hier neben mir sitzt. Und da ich der neue US-Botschafter in Deutschland bin, ist es nur angemessen, dass ich auch meinen Kollegen in den Vereinigten Staaten erwähne, Botschafter Peter Ammon, der vorhin hier war. Er nimmt an einer Konferenz im Auswärtigen Amt teil. Ich wollte ihn wissen lassen, wie sehr ich mich gefreut habe, dass er mit seiner Frau vorbeigeschaut hat – und Sie können ihm gern erzählen, dass ich das gesagt habe. Er war sehr freundlich zu uns allen, als ich zu meiner Vereidigung in Washington war. Natürlich weiß ich auch sehr zu schätzen, dass seine ehrenwerten Vorgänger, Wolfgang Ischinger und Klaus Scharioth, heute Abend hier sind. Das bedeutet mir viel. Vielen herzlichen Dank.

Heute war ein aufregender Tag. Heute Nachmittag habe ich Bundespräsident Gauck mein Beglaubigungsschreiben übergeben. Wir haben uns sehr interessant unterhalten. Für mich war es ein ganz besonders Gespräch, weil mein Vater und auch mein Großvater, ebenso wie der Bundespräsident, Pastoren waren. Unsere Unterhaltung war sehr breit gefächert und fast philosophisch.

Friedrich, vielen Dank, dass Sie gesagt haben, ich spreche Deutsch. Ich habe es in der High School und am College gelernt, aber ich verstehe besser als ich sprechen kann. Ich sage immer: „Ich habe mehr Deutsch vergessen, als ich gelernt habe.” Dennoch will ich zuerst ein paar Worte Deutsch sagen, also haben Sie bitte etwas Geduld mit mir.

Meine Damen und Herren, meine Frau Kimberly und ich sind besonders stolz, diesen Abschnitt unseres Lebens mit Ihnen von der Atlantik-Brücke zu beginnen. Jim Melville hat uns begeistert von der guten Zusammenarbeit berichtet. Auf dieser guten Arbeit möchten wir aufbauen – und zwar soweit möglich auf Deutsch. Hoffentlich nehmen Sie es mir dennoch nicht übel, wenn ich gleich auf Englisch fortfahre.

Ich habe mich mit meiner Familie einige Monate lang auf diese Aufgabe vorbereitet, und wir sind sehr glücklich, nun endlich hier in Berlin zu sein. Kimberly und ich werden heute Abend von unseren drei Töchtern begleitet. Jackie, die Älteste, wird in etwa zwei Wochen ihr Studium in Stanford aufnehmen. Als Hauptfächer wird sie Mandarin und Ostasienstudien belegen. Außerdem ist sie Filmschauspielerin, Sängerin und Songwriterin. Taylor und Hayley, die beide Fußball spielen, werden versuchen, Lacrosse in Berlin zu mehr Beliebtheit zu verhelfen. Sie sind gerade in die 11. Klasse gekommen. Vor einigen Jahren waren wir übrigens schon einmal zu fünft in Berlin. Wir hatten in den vergangenen zehn Tagen sehr viel Spaß dabei, diese faszinierende und historisch bedeutsame Stadt wiederzuentdecken, und können es kaum erwarten, den Rest des Landes zu erkunden.

Ich grüße Sie auch von unseren lieben Freunden Phil und Tammy Murphy. Offen gesagt, wünschte ich, Phil wäre ein schlechterer Botschafter gewesen. Es ist schwer, ihm das Wasser zu reichen! Er war großartig, und es freuet mich, dass er großartig war – für unser Land und für Deutschland.

Vor fast genau vier Jahren sprach Phil hier am Kupfergraben zum ersten Mal als Botschafter zu Ihnen. Ich weiß, dass er noch zu vielen anderen Anlässen bei Ihnen war. Aber an diesem ersten Abend erinnerte Phil an eine andere Veranstaltung zu Ehren des damals gerade akkreditierten Botschafters Richard Holbrooke. Sie fand vor 20 Jahren, im Herbst 1993, in Bonn statt. Alle Anwesenden waren begeistert von dem großen Engagement und den umfassenden Vorstellungen des Botschafters. Ich habe Dick Holbrooke auch so wahrgenommen. Ich hatte im Übrigen die Ehre, an dem Gespräch teilzunehmen, bei dem Präsident Clinton entschied, ihn als Botschafter für die Bundesrepublik Deutschland zu nominieren. Eine noch größere Ehre ist es für mich, in seine Fußstapfen und die seiner außergewöhnlichen Nachfolger treten zu dürfen. Ich freue mich auch, teil dieser wunderbaren Tradition der Atlantik-Brücke zu sein. Ich garantiere Ihnen, dass ich meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin – ebenso wie Phil mir – sagen werde: Dies ist der Ort, an dem man nach der Beglaubigungszeremonie eine Rede halten muss.

Ebenso wie Botschafter Holbrooke und Botschafter Murphy werde ich mich für die Förderung und Stärkung der deutsch-amerikanischen Partnerschaft engagieren. Ich bin in New York aufgewachsen, und Kimberly ist aus L.A. In den Neunzigerjahren haben wir beide in Washington gearbeitet. Kalifornien ist allerdings seit weit über 30 Jahren das Zuhause unserer Familie. Wir versprechen, mit der Energie und Einstellung der Westküste an unsere zukünftige Arbeit an der Botschaft und die Zusammenarbeit mit dieser Organisation und unseren anderen starken Partnern in Berlin und auch Deutschland heranzugehen. Kimberly und ich haben beide Wurzeln in Deutschland, und es ist eine Ehre für mich, hier Botschafter sein zu dürfen.

Wie ich bei meiner Anhörung im Senat gesagt habe, habe ich mit 12 angefangen, Deutsch zu lernen. Meine Eltern dachten, ich täte das, weil ich Wissenschaftler werden wollte, aber in Wahrheit hatte es wahrscheinlich mehr damit zu tun, dass mein Vater und meine Oma Deutsch miteinander sprachen, wenn sie nicht wollten, dass ich sie verstehe! Mein Deutsch ist inzwischen zwar etwas eingerostet, aber ich werde hart arbeiten, um besser zu verstehen , was Sie zu sagen haben und von ihrer Sichtweise zu lernen.

Aufgrund meiner Erfahrung als Mitarbeiter der Regierung, und mit gesellschaftlichen und privatwirtschaftwirtschaftlichen Initiativen weiß ich, dass die stärksten Partnerschaften auf einer ebenso soliden Grundlage beruhen, wie sie Deutschland und die Vereinigten Staaten in den vergangenen mehr als sechzig Jahren aufgebaut haben. Die Bilanz der deutsch-amerikanischen und transatlantischen Zusammenarbeit spricht für sich. Sie ist der Eckpfeiler der globalen Sicherheit und des globalen Wohlstands. Europa ist, wie Präsident Obama im Juni in Berlin sagte, bei fast allem was wir tun Partner der Vereinigten Staaten. Er bezog sich damit nicht nur auf die Zusammenarbeit der Regierungen. Er bezog sich damit auch auf die Zusammenarbeit von Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen. Er meinte die starken persönlichen Beziehungen, die wir im 20. Jahrhundert aufgebaut und gepflegt haben. Präsident Obama merkte die schlichte Tatsache an, dass alle diese Facetten der transatlantischen Beziehungen jetzt zur Bewältigung der vielen unterschiedlichen Herausforderungen eingesetzt werden können, denen sich die Welt heute gegenübersieht. Unsere Partnerschaft basiert auf gemeinsamen Werten und Idealen, aber auch auf gemeinsamem Handeln.

Überlegen Sie einmal: Unsere Partnerschaft, die früher fast nur auf die sehr realen Probleme und Gefahren für unsere Sicherheit ausgerichtet war, die von den Parametern des Kalten Kriegs definiert wurden, hat sich zu einer breiteren, umfassenderen Beziehung entwickelt. Ich war gleich nach dem College, in den Siebzigerjahren, zum ersten Mal in Berlin, um einen ehemaligen Professor zu besuchen, der damals geschäftsführender Direktor des Aspen Instituts in Berlin war. Ich werde niemals den Anblick der grauen und respekteinflößenden Mauer vergessen. Dieses einzigartige, mächtige Symbol jener Zeit war eine treffende Metapher für die schwarz-weiß-grauen Beziehungen im Kalten Krieg. Etwa zehn Jahre später nahm ich hier an einem Austauschprogramm der Friedrich-Ebert-Stiftung für junge Führungskräfte teil. Damals gab es Anzeichen dafür, dass die Dinge sich zu verändern begannen. Die graue Mauer war mit farbenfrohen Graffiti bemalt. Heute bleibt von der Mauer nur noch ein schmaler Kopfsteinpflasterstreifen in den Straßen Berlins – und die lebendigen Zeichen unserer Partnerschaft sind überall in dieser wiedervereinigten Stadt und diesem Land zu sehen. Diese einzelne Note der gemeinsamen nationalen Sicherheit ist zu einer Symphonie der Zusammenarbeit in den  Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur angeschwollen.

Man nennt die Vereinigten Staaten die unverzichtbare Nation, aber es ist die enge Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern, die unverzichtbar ist: von der neuen Rolle der NATO über das Engagement der transatlantischen Partner in Afghanistan und im Kosovo, die Entwicklungen im Mittleren und Nahen Osten und unsere Partnerschaft in humanitären und entwicklungspolitischen Belangen auf der ganzen Welt bis hin zu unseren Bemühungen zum Schutz unserer Bürger vor den sehr realen Gefahren des Terrorismus.

Unsere Ansichten ergänzen sich – was nicht heißt, dass sie immer übereinstimmen. Natürlich gibt es über den Atlantik hinweg manchmal Meinungsverschiedenheiten, ebenso wie es sie auch innerhalb der Vereinigten Staaten, Deutschlands oder Europas gibt.

In diesem Moment steht ganz sicher etwas unausgesprochen im Raum, und das ist die NSA-Geschichte. Wie ich bei meiner Anhörung im Senat gesagt habe, beabsichtige ich, den Regierungsvertretern, den Politikern und den Menschen in Deutschland bei diesem Thema zuzuhören und mich damit auseinanderzusetzen. Die zugrunde liegende Botschaft ist die folgende: Wir müssen zusammenarbeiten, um den Terrorismus zu bekämpfen und unser Land und unsere Bürger zu schützen, und unser Handeln muss unsere gemeinsame Achtung der Rechtsstaatlichkeit zum Ausdruck bringen. Sie können sicher sein, dass die hochwichtige, andauernde Kooperation unserer Sicherheitsdienste fortgesetzt werden wird. Es ist wichtig, sich ins Bewusstsein zu rufen, dass die Vereinigten Staaten, wie Außenminister Westerwelle gestern noch einmal sagte, eine parlamentarische Demokratie mit einer unabhängigen Justiz sind. Er betonte außerdem erneut die Bedeutung unserer Partnerschaft, einer strategischen Partnerschaft, die auf gemeinsamen Werten beruht. Unsere Nachrichtendienste arbeiten unter der Aufsicht aller drei Zweige der amerikanischen Regierung. Die jüngsten Anschuldigungen haben nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Vereinigten Staaten eine lebhafte öffentliche Diskussion darüber ausgelöst, wie man das richtige Gleichgewicht zwischen Freiheit, Datenschutz und Sicherheit erreicht. Diese Diskussionen werden ganz offensichtlich noch einige Zeit andauern.

Aber lassen Sie uns in Anbetracht der Nachrichten von gestern kurz einen Schritt zurücktreten. Wir können wohl davon ausgehen, dass dieses Muster der Weitergabe an Informationen an den Spiegel und andere Nachrichtenportale noch einige Zeit so fortgesetzt werden wird. Jedes Mal, wenn das geschieht, haben wir die Wahl: Entweder können wir abrupt innehalten, verzweifelt die Hände ringen und all die anderen entscheidenden Dinge, die wir zusammen tun, ruhen lassen, oder wir können an allen Fronten – einschließlich dieser – stetig gemeinsam weiterarbeiten. Ich lege ausdrücklich das Letztere nahe. Wichtig ist, sich vor Augen zu führen, dass sich unsere jeweiligen Weltanschauungen gegenseitig ergänzen. Wir teilen die gleichen Werte, wir haben die gleichen Ziele, und wir arbeiten tatsächlich an Maßnahmen, um diese Ziele gemeinsam zu erreichen.

Die gute Nachricht lautet, dass sich uns zum jetzigen Zeitpunkt unserer gemeinsamen Geschichte und der Geschichte der globalisierten Welt die wirklich einzigartige Chance bietet, ein neues strategisches, politisches und wirtschaftliches Grundgerüst für das 21. Jahrhundert zu schaffen. Ich spreche von TTIP, dem Transatlantischen Handels- und Investitionsabkommen. Durch TTIP wird der größte verbundene Markt der Welt entstehen, und es wird die Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks stärken und Arbeitsplätze für Amerikaner, Deutsche und alle Europäer schaffen. Es wird rechtliche Hemmnisse abbauen. Und, was womöglich am wichtigsten ist, ich bin überzeugt davon, dass es die strategische Grundlage für einen umfassenderen, globalen Ausdruck unserer gemeinsamen Werte schaffen wird. Die Entstehung der NATO hat die internationalen Beziehungen verändert. Ebenso wie die neue NATO über sicherheitspolitische Themen hinausgeht, ist TTIP mehr als ein Handelsabkommen. Und ebenso wie die NATO wird TTIP ein Eckpfeiler der transatlantischen Beziehungen sein. Die umfassende wirtschaftliche Zusammenarbeit, für die es steht, wird auch einen neuen Rahmen für globalen Frieden und Wohlstand schaffen. Man muss nicht extra betonen, dass dies in unser aller Interesse ist.

Ob das einfach werden wird? Natürlich nicht, wir wissen alle, wie schwierig es werden wird, aber es ist eine riesige und wichtige Perspektive. Jeder einzelne von uns steht in der Verantwortung, auf einen erfolgreichen Abschluss dieses Abkommens hinzuarbeiten. Während meiner Tätigkeit im Weißen Haus in den Neunzigerjahren unter Präsident Clinton hatte ich die Ehre, die Bestrebungen für die Zustimmung des Kongresses zur Uruguay-Runde im Rahmen des GATT zu leiten. Ich habe eng mit Michael Froman zusammengearbeitet, der damals White House Fellow war. Ich freue mich nun darauf, bei diesen Fragen mit dem US-Handelsbeauftragten Froman zusammenzuarbeiten. Aber was vielleicht am wichtigsten ist: Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen allen. Eine Erfahrung, die ich im Weißen Haus gemacht habe, ist, wie wichtig offene und ehrliche Gespräche sind – und dass es entscheidend ist, mit den großen Bereichen zu beginnen, in denen Übereinstimmung herrscht, um dann im Laufe der Verhandlungen darauf aufzubauen.

Was TTIP und die Diskussionen über Standards angeht – ja, auch dazu gibt es in den Vereinigten Staaten und Europa unterschiedliche Ansichten. Aber bedenken Sie, wie weit wir schon gekommen sind. Im transatlantischen Zusammenhang beispielsweise gibt es heute weitaus mehr Übereinstimmung bei den Umwelt- und Beschäftigungsfragen, die die GATT-Verhandlungen vor mehr als 20 Jahren dominierten.

Denken Sie auch an die Lebensmittelstandards. Voriges Jahr haben die Vereinigten Staaten und die Europäische Union ein historisches Äquivalenzabkommen unterzeichnet, bei dem es um die gegenseitige Anerkennung von Bio-Lebensmittelstandards ging. Dieses neue Abkommen wird nicht nur den Marktzugang für ökologische Erzeuger und Unternehmen erweitern, indem die Duplizierung der Anforderungen und Zertifizierungskosten auf beiden Seiten des Atlantiks vermieden wird, sondern auch zu einer besseren und stärkeren Grundlage für die Förderung des ökologischen Landbaus beitragen.

In anderen Bereichen gibt es natürlich weiterhin Differenzen bezüglich der Wahrnehmung und Meinung über Lebensmittelstandards. Aber seien wir ehrlich: Sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten haben wir das Glück, sehr gute und gesunde Mahlzeiten zu uns nehmen zu können – aus Lebensmitteln, die vielleicht auf unterschiedliche Art und Weise auf den Tisch gelangt, aber vollkommen sicher sind. Wir sollten uns vor Augen führen, dass wir im Grunde das gleiche Ziel haben: die Gesundheit durch Lebensmittelsicherheit zu schützen. Und wie einer meiner Lieblings-Philosophieprofessoren immer zu sagen pflegte: „führen viele Wege auf denselben Berg.“

Und so können wir in diesem Sinne, während sich unsere Partnerschaft für das 21. Jahrhundert weiterentwickelt, gemeinsam Chancen zur Erkundung der vielen Wege finden, auf denen Deutsche und Amerikaner sich treffen können. Im wirtschaftlichen Kontext sind Hunderttausende Deutsche in amerikanischen Unternehmen beschäftigt und umgekehrt. Darauf müssen wir aufbauen. Wir können in den Bereichen Umwelttechnologie und erneuerbare Energien viel voneinander lernen und als Partner die zunehmende Gefahr der Erderwärmung bekämpfen. Ein Thema, das Kimberly und mir als Eltern von drei wunderbaren Teenagern sehr wichtig ist, ist der Aufbau von Verbindungen zwischen jungen Amerikanern und jungen Deutschen.

Meines Erachtens war es bezeichnend, dass Bundeskanzlerin Merkel des 52. Jahrestags des Mauerbaus mit einer Geschichtsstunde in einem Gymnasium gedacht hat. Ihr Ziel war es, die Prinzipien der Freiheit und der Demokratie in diesem Zeitraum der deutschen Geschichte hervorzuheben und lebendig darzustellen. Als ich während unseres Flugs nach Berlin etwas über ihren Besuch las, fiel mir auf, dass es eine ganze Generation von Deutschen und Amerikanern gibt, die die schrecklichen Erfahrungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die unsere beiden großartigen Nationen miteinander verbunden haben, nicht erlebt haben. Wenn wir die Brücke, die durch diese Verbindungen entstanden ist, erhalten wollen, müssen wir diese Generationen erreichen. Unsere dynamischen transatlantischen Beziehungen sind nicht vererbbar, vielmehr muss eine Generation der nächsten ihren Wert vermitteln.

Kimberly und ich werden in den kommenden Jahren, wenn wir mit jungen Deutschen über unsere Beziehungen sprechen, ganz sicher versuchen, unsere gemeinsamen Werte mit Leben zu erfüllen, basierend auf Freiheit und Demokratie und der unglaublichen Geschichte, die wir teilen. Wir können das tun, indem wir die Tatkraft junger Unternehmer und Innovatoren nutzen, sei es aus dem Silicon Valley in Kalifornien oder der Silikon-Allee hier in Berlin, und indem wir die Dynamik der jeweiligen Bewegungen in Film und Kunst nutzen, die sehr oft von jungen Leuten ausgehen. Es gibt viel, das wir voneinander lernen können, wenn wir auf der kreativen Energie, Innovationskraft, auf Ausbildung und Austausch der Generation nach dem Kalten Krieg aufbauen.

Als Eltern ist Kimberly und mir sehr wohl bewusst, dass die frühen Interessen von jungen Menschen wichtig sind, und oft schließt sich im Laufe des Lebens ein Kreis. Wir beabsichtigen, junge Menschen an allen unseren Bestrebungen im Rahmen der Public Diplomacy zu beteiligen. Soweit ich weiß, verfügt die Atlantik-Brücke über ein exzellentes Programm für junge Atlantiker. Beim Ausbau dieses Netzwerks können Sie auf jeden Fall auf uns zählen. Und wir hoffen, dass wir auch auf Sie zählen können, wenn es darum geht zu überlegen, wie wir junge Menschen auf neue und kreative Weise einbeziehen können.

Als Priorität sehen wir also: die Stärkung und Vermehrung der Brücken zwischen unseren beiden Ländern und über den Atlantik hinweg durch neue strategische, wirtschaftliche und zwischenmenschliche Initiativen. Indem wir zusammenarbeiten, können wir sicherstellen, dass das, was uns in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbunden hat, so verändert wird, dass die Entwicklung unserer unverzichtbaren Verbundenheit in den kommenden Jahren und Jahrzehnten garantiert wird. Ich habe vorhin erwähnt, wie sich im Leben oft ein Kreis schließt. Ich habe wegen meiner Familie in der High School Deutsch gelernt. Vor einigen Wochen schwor ich meinen Eid im Büro von Außenminister Kerry auf einer deutschen Familienbibel, die meine Großmutter meinem jetzt 87 Jahre alten Vater vererbte, der Pastor ist. Hier schließt sich auch für meine Familie ein Kreis, da Kimberly und ich nun unser deutsches Erbe an unsere drei Töchter weitergeben und ich, mit aller Demut, stolz die Ehre und Verantwortung der wichtigen Aufgaben annehme, die vor uns liegen.

Es ist eine ganz besondere Freude, diesen Tag mit Ihnen zu verbringen. Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit in den kommenden Jahren. Vielen Dank.

Originaltext: Atlantik-Brücke Dinner

Abendessen im Schloss Charlottenburg

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Tischrede von US-Präsident Barack Obama beim gemeinsamen Abendessen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Schloss Charlottenburg vom 19. Juni 2013.

 

Guten Abend.  Vielen Dank, Angela, für deine herzlichen Worte, außerdem möchte ich Ihnen und Professor Sauer für die außergewöhnliche Gastfreundschaft und Ihnen allen für diese unglaublich warme Begrüßung – wortwörtlich und im übertragenen Sinn – danken.

 

Ihr Englisch ist viel besser als unser Deutsch.  Ich habe der Bundeskanzlerin gerade gesagt, dass dies ein Gebiet ist, auf dem die Vereinigten Staaten ganz klar Nachholbedarf haben um sicherzustellen, dass alle jungen Menschen bei uns eine zweite und dritte Sprache lernen.  Deshalb haben meine Dolmetscher heute Abend Pause.

 

Vor fünfzig Jahren, als sich die Stadt auf den Besuch von Präsident Kennedy vorbereitete, waren die Berliner über alle Maßen begeistert.  Bürgermeister Willy Brandt versuchte, die Menge zu beruhigen. Er sagte den Menschen, sie sollten nicht zu emotional sein.  Aber das brachte nichts.  Nach einer Rede schrieb eine Zeitung, dass dies eine der emotionalsten Reaktionen gewesen sei, die Präsident Kennedy jemals gesehen hätte. Sie schrieb, dass mehr als 1.000 Menschen ohnmächtig geworden seien.  Heute sind keine 1.000 Menschen in Ohnmacht gefallen.  Bei den wenigen, die ohnmächtig wurden, lag es am Wetter und nicht an meiner Rede.

 

Aber wie schon Präsidenten vor mir und wie auch schon bei meinen früheren Besuchen könnte ich für diesen unglaublichen Empfang nicht dankbarer sein.  Und dies ist ein Symbol für die unglaubliche Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern.  Ich freue mich besonders, dass mich Michelle, Malia und Sasha begleiten – und lassen Sie mich auch im Namen von Michelle sagen, dass wir außerordentlich dankbar sind, dass Sasha und Malia die Ehre haben, nicht nur die Schönheit, sondern auch die Geschichte dieser Stadt zu erleben.  Sie haben einige Orte besichtigt und als wir im Hotelzimmer waren, hat mir Malia von allem berichtet, was sie über den Bau der Mauer und die Geschichte der Wiedervereinigung gelernt hatte.  Nichts könnte mich mit mehr Dank erfüllen als zu sehen, wie die eigenen Kinder nicht nur die Fakten der Geschichte verstehen, sondern auch die Werte, die Geschichte gestalten.

 

In dieser beeindruckenden Umgebung werden wir heute Abend daran erinnert, wie tief diese Geschichte und die Freundschaft zwischen den Bürgern unserer beiden Länder ist.  Zu der Zeit als dieses Schloss gebaut wurde, machten sich einige mennonitische Familien vom Rhein aus auf den Weg über den Atlantik. Sie kamen in der Gegend des heutigen Philadelphia an und gründeten dort eine Stadt, die bis heute „Germantown“ heißt.  Einwanderer aus Deutschland und Amerikaner mit deutschen Wurzeln haben seither die Vereinigten Staaten geprägt.

 

Wir danken von Steuben für unsere Unabhängigkeit. Wir danken Menschen wie den Familien Chrysler, Guggenheim, Heinz oder Hershey für unseren Wohlstand. Wir danken Einstein, Steinway, Steinbeck, Babe Ruth und Lou Gehrig für ihre Inspiration. Junge Amerikaner wie unsere Töchter werden Levi Strauss auf ewig für ihre Jeans dankbar sein. Und alle Amerikaner werden zwei sehr wichtigen deutschen Einwanderern immer ganz besonders dankbar sein: Anheuser-Busch.

 

Nun möchte ich mich ganz persönlich bei Angela bedanken. Schiller hat einmal gesagt, dass man die Träume der Jugend nicht vergessen soll. Angela, du hast oft über die Träume deiner Jugend gesprochen – von der Freiheit, nach der du dich gesehnt hast, wie du heute auf dem Balkon vor unserem Mittagessen erzählt hast. Sie hat auf die Schienen gezeigt, an denen die Mauer entlanglief, und von ihren Erinnerungen an den Weg zur Universität erzählt und wie sie auf der anderen Seite der Mauer einen Zug vorbeifahren hörte und sich vorstellte, eines Tages frei zu sein. Du hast diese Träume nicht nur für dich am Leben erhalten, sondern dazu beigetragen, dass diese Träume für Millionen deiner Landsleute wahr geworden sind.

 

Ich bin überaus dankbar für unsere Partnerschaft und Freundschaft. Wie ich bereits gesagt habe, bist du für mich und Menschen überall auf der Welt ein Quell der Inspiration.

 

Vor zwei Jahren hat die Bundeskanzlerin als zweite deutsche Regierungschefin eine Rede vor dem amerikanischen Kongress gehalten. Der erste Redner war Konrad Adenauer. Gegen Ende deiner Rede erwähntest du die Freedom Bell, die Glocke der Freiheit, die hier in Berlin im ehemaligen Rathaus hängt, die die amerikanische Bevölkerung 1950 der deutschen Bevölkerung als Geschenk übergab. Sie ist unserer Liberty Bell nachempfunden. Die Glocke läutete nach der Rede von Präsident Kennedy in Berlin. Sie wurde nach der Wiedervereinigung geläutet. Sie wurde nach dem 11. September geläutet und das hat uns als Symbol der Freiheit und der Freundschaft, die uns verbindet, so viel bedeutet.

 

Was Sie vielleicht nicht wissen, ist, dass die Glocke quer durch die Vereinigten Staaten reiste, bevor sie unseren deutschen Freunden übergeben wurde. Millionen Amerikaner haben daran mitgewirkt, Unterstützung geleistet und eine Freiheitserklärung unterzeichnet.

 

Ich möchte heute Abend mit einem Trinkspruch schließen. Ich werde dazu die Worte zitieren, die diese Millionen Amerikaner als Teil ihres Geschenks, der Liberty Bell, einst an ihre deutschen Freunde richteten. Diese Worte lauten: „Wir glauben an die Unantastbarkeit und Würde jedes Einzelnen. Wir glauben, dass alle Menschen das Recht auf Freiheit von Gott erhalten. Und wir unterstützen voller Stolz Millionen Frauen und Männer auf der ganzen Welt, die sich für die Freiheit einsetzen.“

 

Zum Wohl.

 

Originaltext: Remarks by President Obama and German Chancellor Merkel in an Exchange of Toasts — Berlin, Germany