Eine „hässliche Sache“: Die Mauerbaukrise, August 1961

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel von Dr. Stephen Randolph, Mitarbeiter im Office of the Historian im US-Außenministerium zum Bau der Berliner Mauer im August 1961, der am 17. August 2015 auf DipNote, dem offiziellen Blog des US-Außenministers, erschien.

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Blick auf das Brandenburger Tor in Ostberlin nahe der Mauer

Was sollte ich denn tun? Mehr als 30.000 Menschen, und zwar mit die besten und tüchtigsten Menschen aus der [Deutschen Demokratischen Republik], verließen im Monat Juli das Land. Man kann sich unschwer ausrechnen, wann die ostdeutsche Wirtschaft zusammengebrochen wäre, wenn wir nicht alsbald etwas gegen die Massenflucht unternommen hätten. Es gab aber nur zwei Arten von Gegenmaßnahmen: die Lufttransportsperre oder die Mauer. Die erstgenannte hätte uns in einen ernsten Konflikt mit den Vereinigten Staaten gebracht, der möglicherweise zum Krieg geführt hätte. Das konnte und wollte ich nicht riskieren. Also blieb nur die Mauer übrig.

- Nikita Chruschtschow, sowjetischer Ministerpräsident Continue reading

Politische Führungsstärke aus Sicht eines Botschafters

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede, die US-Botschafter John B. Emerson am 24. August 2015 auf der Deutschen Botschafterkonferenz in Berlin hielt.

Vielen Dank, Stephan Kornelius.

Vielen Dank, Staatssekretär Ederer, Herr Kotthaus.

Ich hatte bereits die Ehre, im vergangenen Jahr an der Botschafterkonferenz (BoKo) teilnehmen zu dürfen. Vielen Dank für die erneute Einladung. Ich möchte gerne einige Gedanken über die Führungsrolle der Vereinigten Staaten und Deutschlands mit Ihnen teilen und ich freue mich auf unser anschließendes Gespräch.

Das US-Außenministerium organisiert ebenfalls eine jährliche Botschafterkonferenz. Das stellt eine außergewöhnliche Gelegenheit dar, Beobachtungen mit Kollegen aus den Vertretungen überall auf der Welt auszutauschen. Es wird schnell deutlich, dass unsere Botschaften und Konsulate überall mit den gleichen komplexen weltweiten Herausforderungen konfrontiert sind: Konflikte und Krisen, Handel und Wirtschaft, Technologie und Innovation, Ethnie und Religion. Continue reading

Die Berliner Mauer: Ein Stück Erinnerung an die gemeinsame Geschichte und die Bedeutung des transatlantischen Bundes

Eine spezielle „Badewanne“ bzw. ein spezielles Fundament wurde auf der unteren Ebene des U.S. Diplomacy Center gegossen, um ein Stück der Berliner Mauer und seinen gut 2 m großen Sockel zu fassen. [Foto mit freundlicher Genehmigung des US-Außenministeriums]

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel von Kathy Johnson, Leiterin des U.S. Diplomacy Center, über die Berliner Mauer, die gemeinsame Geschichte und die Bedeutung des transatlantischen Bundes, der am 17. August 2015 auf DipNote, dem offiziellen Blog des US-Außenministers, erschien.

An einem wunderschönen Morgen vergangene Woche versammelte ich mich mit anderen Menschen vor dem US-Außenministerium in Washington, um dabei zuzusehen, wie ein historisches Stück der Berliner Mauer von einem großen Tieflader heruntergehoben wurde. Während ich auf die Ankunft des Mauerstücks wartete, lauschte ich den Gesprächen um mich herum und beobachtete die anhaltenden Bauarbeiten am ganz neuen Museum und Schulungszentrum des Ministeriums, dem U.S. Diplomacy Center, das die neue Heimat dieses historischen Betonstückes werden soll. Wie passend, dachte ich, dass wir dieses erstaunliche Stück der Berliner Mauer am 13. August erhalten, dem Tag, an dem die Grenze zwischen Ost- und Westberlin 1961 geschlossen wurde. Continue reading

USA, Deutschland und die NATO schreiten gemeinsam voran

Der US Verteidigungsminister am Rednerpult des Allianz Forums vor den Flaggen der EU, der Vereinigten Staaten und Deutschalnds.

US-Verteidigungsminister Ash Carter

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von US-Verteidigungsminister Ash Carter, die er am 22. Juni 2015 auf Einladung der Atlantik-Brücke im Allianz Forum in Berlin gehalten hat.

Vielen Dank, Verteidigungsministerin von der Leyen. Ich danke Ihnen. Ich komme gleich nochmal auf Sie zu sprechen.

Zunächst einmal: Guten Morgen. Ich freue mich sehr, hier in Berlin zu sein und danke Ihnen für das herzliche Willkommen.

Ich hoffe, meine Lehrer beim Goethe Institut in Rothenburg ob der Tauber vor so langer Zeit, Brigitte [unverständlich] sind stolz auf mich.

Ich danke Ihnen allen, dass Sie heute hierhergekommen sind, um über die Zukunft der deutsch-amerikanischen Partnerschaft und der transatlantischen Beziehungen zu sprechen, und ich freue mich mitteilen zu können, dass diese Zukunft unglaublich vielversprechend aussieht. Continue reading

Aus Feinden wurden Freunde

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir den Gastbeitrag von US-Botschafter John B. Emerson zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs, der am 7. Mai 2015 in der Mitteldeutschen Zeitung und der Berliner Zeitung erschien.

 

 

 

 

60 Millionen Menschen hatten bis zum Tag des Sieges der Alliierten in Europa in einem der grausamsten Zeitabschnitte der Geschichte ihr Leben gelassen, an den Stränden der Normandie, in den Konzentrationslagern der Nazis, vor den Toren Moskaus und an zahllosen anderen Orten. Continue reading

Obama zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung von US-Präsident Barack Obama zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau vom 29. April 2015.

Am heutigen Tag gedenken wir der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau durch amerikanische Streitkräfte vor 70 Jahren, mit der das erste Konzentrationslager, das von den Nationalsozialisten errichtet wurde, aufgelöst wurde. Continue reading

70 Jahre Elbe Day

AP120525142721TORGAU – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von US-Botschafter John B. Emerson, die er am 25. April 2015 anlässlich des 70. Jahrestags des Zusammentreffens amerikanischer und sowjetischer Truppen in Torgau an der Elbe hielt.

Oberbürgermeisterin Staude,
Staatssekretär Weimann,
Botschafter Grinin,
Exzellenzen,
Mitglieder des Bundestages,
Mitglieder des Stadtrates,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

es ist mir und meiner Frau eine Ehre, Sie hier an diesem historischen Ort zu treffen.

Ich möchte zunächst die Veteranen und ihre Familien begrüßen, die heute hier bei uns sind. Sie gehören wahrlich der Greatest Generation an, einer Generation, die die Weltwirtschaftskrise erlebt, gegen den Faschismus gekämpft und die Welt nach zwei verheerenden Weltkriegen wieder aufgebaut hat. Gemeinsam würdigen wir all jene, die im Zweiten Weltkrieg gekämpft und Opfer gebracht haben. Continue reading

G7-Gipfel in Lübeck

AP120525142721LÜBECK – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung von US-Außenminister John Kerry vor der Plenarsitzung des G7-Gipfels nach der Begrüßung durch den deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier am 15. April 2015.

Zunächst möchte ich sagen, wie sehr ich mich freue, hier in Lübeck zu sein, einer Stadt, die zum Weltkulturerbe zählt und die, wie Frank-Walter Steinmeier eben sagte, das Herz der Hanse und ein wichtiger Vorreiter für die Rechtsstaatlichkeit war. Wir fühlen uns sehr privilegiert, mit den G7-Nationen hier zu sein. Die G7 ist zurzeit eine entscheidende Stimme, wenn es um die großen Herausforderungen geht, mit denen wir konfrontiert sind: ISIS, Jemen, der Nahe Osten, Syrien, die Ukraine, Libyen. Die Stimme jedes einzelnen Landes hier ist entscheidend für die Lösung jedes einzelnen dieser Konflikte. Mein besonderer Dank gilt, und ich denke, die anderen Minister stimmen mir da zu, Deutschland, der großartigen deutschen Führungsrolle. Deutschland ist gemeinsam mit Frankreich von entscheidender Bedeutung bei der Bewältigung der Herausforderung, der wir uns in der Ukraine gegenübersehen. Wir begrüßen die Führungsstärke, die diese beiden Länder bewiesen haben.

Es gibt viel zu besprechen. Eine große Rolle spielt die Herausforderung, in den nächsten zweieinhalb Monaten die Verhandlungen mit Iran zum Abschluss zu bringen. Gestern wurde in Washington mit dem Kongress ein Kompromiss erzielt. Wir sind zuversichtlich, dass der Präsident in der Lage sein wird, ein Abkommen auszuhandeln, das die Welt sicherer machen wird. Ich möchte noch einmal wiederholen, dass jeder unserer Partner hier eine entscheidende Rolle dabei gespielt hat. Wir wären sonst nicht so weit, wie wir heute sind. Ich bin also dankbar, hier sein und so lange an der Diskussion teilnehmen zu können, wie es mir möglich ist. Ich bin jedem einzelnen Kollegen für die unschätzbare Partnerschaft dankbar, die die G7 zu diesem Zeitpunkt bietet. Und ich freue mich besonders, hier in dieser historischen Stadt zu sein. Vielen Dank.

Originaltext: Secretary of State John Kerry And German Foreign Minister Frank-Walter Steinmeier

Pressekonferenz mit Außenminister Steinmeier

PK Kerry SteinmeierWASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die unwesentlich gekürzte Erklärung, die US-Außenminister John F. Kerry zu Beginn der gemeinsamen Pressekonferenz mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier am 11. März 2015 in Washington abgab.

Guten Tag zusammen. Es ist mir eine besondere Freude, den deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier willkommen zu heißen, der im Laufe unserer diplomatischen Reisen ein guter Freund geworden ist und wahrscheinlich ebenso viele Stunden wie ich im Flugzeug und auf Reisen verbringt.

Erst vor rund einer Woche kamen wir in Paris beim Treffen mit dem britischen Außenminister und dem französischen Außenminister Laurent Fabius zusammen. Continue reading

25. Jahrestag des Mauerfalls

kerrryWASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir den Namensbeitrag von US-Außenminister John F. Kerry zum 25. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer, der zunächst in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 9. November 2014 erschien.

Im Oktober haben Außenminister Steinmeier und ich in Berlin die Mauergedenkstätte besucht. Wir sind an der Mauer entlanggegangen und haben uns dabei noch einmal in dieses dunkle Kapitel der Vergangenheit zurückversetzt. Wir trafen einen Mann, dem nicht nur die mutige Flucht von Ost- nach Westdeutschland gelungen war, sondern der später sein eigenes Leben aufs Spiel setzte, um anderen die Flucht zu ermöglichen. Wir haben uns auch mit deutschen Schülerinnen und Schülern zusammengesetzt, die das große Glück hatten, nach dem Kalten Krieg geboren zu werden. Sie hatten in ihrer Kindheit immer wieder von Verwandten persönliche Geschichten erzählt bekommen über die sichtbaren und politischen Grenzen, welche die freien Menschen im Westen von Familien und Freunden trennten, die im Osten eingesperrt waren. Continue reading