Nett sein im Netz

Warum nicht etwas Nettes posten?

Warum nicht etwas Nettes posten?

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium über freundliche Umgangsformen im Internet, der am 12. August 2013 im elektronischen JournalEJ/USA: The Corporate Conscience veröffentlicht wurde.

Als Eyal Hanfling bei Facebook den Account „Whitman Compliments“ eingerichtet hat, hatte er nicht mit so einer überwältigenden Resonanz seitens seiner Mitschüler gerechnet.

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Die wichtigsten Formen des Schutzes geistigen Eigentums

 

Internationale Firmen wie McDonald’s und KFC haben Wettbewerber verklagt, die versuchen mit Schildern zu werben, die ihren markengeschützten Logos ähneln.

Internationale Firmen wie McDonald’s und KFC haben Wettbewerber verklagt, die versuchen mit Schildern zu werben, die ihren markengeschützten Logos ähneln.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir anlässlich des Tags des geistigen Eigentums am 26. April einen gekürzten Text von Thomas G. Field, jr., über den Schutz geistigen Eigentums. Der vollständige Artikel erschien in der Veröffentlichung des US-Außenministeriums Focus on Intellectual Property Rights.

Geistiges Eigentum ist für Unternehmer von unschätzbarem Wert. Unter geistigem Eigentum versteht man Erfindungen, literarische und künstlerische Werke, Symbole, Grafiken, Namen, eingetragene Designs und geistige Schöpfungen von Kreativen. Continue reading

Pressekonferenz in Berlin

Präsident Obama bei der Pressekonferenz.

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Antwort von US-Präsident Barack Obama auf die Frage eines Journalisten zum Thema NSA im Rahmen der Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin vom 19. Juni 2013.

 

„[…] Ich habe Bundeskanzlerin Merkel Folgendes dargelegt: Bei meiner Amtsübernahme habe ich die Verpflichtung übernommen, das amerikanische Volk zu schützen, aber auch unsere Werte und Ideale hochzuhalten. Und zu unseren höchsten Idealen gehört der Schutz der bürgerlichen Freiheiten und der Privatsphäre. Ich habe selbst die vorangegangene Regierung kritisiert, wenn sie meiner Meinung nach unsere Werte verletzt hat, und ich bin mit einer gesunden Skepsis hinsichtlich der Struktur einiger unserer Programme angetreten. Ich habe jedoch auch die Vorgehensweise unserer Nachrichtendienste überprüfen und umstrukturieren können und bin zuversichtlich, dass wir jetzt das richtige Gleichgewicht gefunden haben.

Ich möchte nun sehr genau sagen – das habe ich Bundeskanzlerin Merkel beschrieben –, welche Programme zu diesen Kontroversen geführt haben.

Kurz gesagt, ermöglicht uns ein Programm, eine Telefonnummer zu nehmen, die auf andere Art und Weise durch Hinweise entdeckt worden ist, wie es zur normalen Vorgehensweise von Nachrichtendiensten gehört. Wir haben also eine Telefonnummer. Wir versuchen herauszufinden, ob jemand anderes von diesem Telefon aus angerufen wurde. Wir verfügen über Daten, die uns erlauben, nur Telefonnummern und nichts weiter zu überprüfen – keine Inhalte. Niemand hört zu diesem Zeitpunkt Telefonate ab. Es geht lediglich darum, ob beispielsweise eine Telefonnummer, die wir auf dem Gelände von Osama bin Laden nach der Erstürmung gefunden haben, ob er jemanden in New York, Berlin oder andernorts angerufen hat.

Wenn wir dann tatsächlich entdecken, dass ein weiterer Anruf getätigt wurde, müssten wir uns, um Anrufe überhaupt abhören zu können, zu diesem Zeitpunkt an ein Gericht wenden und durch ein gerichtlich überwachten Prozess Informationen ermitteln. Und der gesamte Vorgang steht unter der Aufsicht eines Bundesrichters.

Was das Internet und E-Mails angeht, hat die Kanzlerin bereits gesagt, dass wir nun im Internetzeitalter leben, und dass wir sicherstellen müssen, dass unsere administrativen Regelungen und Schutzmaßnahmen mit dieser neuen Welt des Internets Schritt halten. Ich kann allen Menschen in Deutschland und überall auf der Welt sagen, dass dies sehr eng begrenzt auf Hinweise angewendet wird, die mit Terrorismus oder Verbreitung von Massenvernichtungswaffen in Zusammenhang stehen.

Es gibt hier also wenige spezifische Kategorien und wir erhalten sehr spezifische Hinweise. Auf Grundlage dieser Hinweise können wir dann – wieder unter Überwachung und Aufsicht eines Gerichts – Zugang zu Informationen erhalten.

Es handelt sich nicht um eine Situation, in der wir die E-Mails Deutscher, Amerikaner, Franzosen oder jedem anderen Bürger durchkämmen. Es ist keine Situation, in der wir einfach ins Internet gehen und willkürlich suchen. Es ist ein genau beschriebenes, eng gefasstes System, das uns dazu dient, unsere Bürger zu schützen. Und all dies findet unter gerichtlicher Aufsicht statt.

Und als Folge dessen haben wir Leben gerettet. Wir wissen von mindestens 50 Bedrohungen, die aufgrund dieser Informationen abgewendet werden konnten – nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern in einigen Fällen handelte es sich auch um Bedrohungen hier in Deutschland. Es konnten also Leben gerettet werden. Dieser Eingriff in die Privatsphäre ist durch eine gerichtlich genehmigte Vorgehensweise streng auf jene besonderen Kategorien beschränkt.

All das, was ich in den Vereinigten Staaten gesagt habe, habe ich jetzt auch der Bundeskanzlerin mitgeteilt: Wir müssen das richtige Gleichgewicht finden und auch im Hinblick auf die Vorgehensweise der Regierungen in nachrichtendienstlichen Fragen vorsichtig sein. Und ich begrüße diese Diskussion.

Wenn ich in die Vereinigten Staaten zurückkehre, werden wir versuchen, Wege zu finden, die Geheimhaltung für einige dieser Programme weiter aufzuheben, ohne ihre Effektivität vollständig zu beeinträchtigen, und diese Informationen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auch unsere Nachrichtendienste sind angewiesen, sehr eng mit ihren deutschen Kollegen zusammenzuarbeiten, damit diese Klarheit und Sicherheit haben, dass es keinen Missbrauch gibt.

Eines, das uns von einigen anderen Regierungen unterscheidet, ist die Tatsache, dass wir diese Diskussionen begrüßen. Darum geht es bei Demokratie. Und ich bin zuversichtlich, dass wir das Gleichgewicht herstellen können: unsere Bürger schützen, aber gleichzeitig auch in diesem Zeitalter des Internets unsere bürgerlichen Freiheiten erhalten […]“.

 

Originaltext: http://www.whitehouse.gov/the-press-office/2013/06/19/remarks-president-obama-and-german-chancellor-merkel-joint-press-confere

Internationaler Vertrag gefährdet Internetfreiheit

Vietnamesische Schüler nutzen das Internet in einem Internetcafé. Das Abkommen aus Dubai zur Ausweitung staatlicher Regulierungen für Inhalte im Internet öffnet so der Zensur des Internets und dadurch auch der Einschränkung von Demokratie, Meinungs- und Redefreiheit Tür und Tor.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel von Stephen Kaufman, Autor im Büro für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium, vom 5. Februar 2013.

 

Der Leiter der Bundesbehörde für das Fernmeldewesen (Federal Communications Commission – FCC) warnte amerikanische Kongressabgeordnete davor, dass das Internet „Angriffen ausgesetzt“ sei, nachdem im Dezember 2012 bei einer internationalen Konferenz in Dubai ein Telekommunikationsvertrag der International Telecommunications Union (ITU) der Vereinten Nationen verabschiedet worden war.

In seiner vorbereiteten Rede bei einer Anhörung vor dem Energie- und Handelsunterausschuss für Kommunikation und Technologie und des Auswärtigen Unterausschusses für Terrorismus und Menschenrechte des US-Repräsentantenhauses am 5. Februar sagte der Leiter der FCC, Robert McDowell, dass Maßnahmen wie beispielsweise die Fähigkeit von Regierungen zu entscheiden, welche Inhalte im Internet unerwünscht – also „Spam“ – sind, „die Ära des internationalen Konsens über die Vermeidung der zwischenstaatlichen Einflussnahme auf das Internet zu einem dramatischen Ende geführt haben“.

Mit der neuen Regulierung können Regierungen unter „fadenscheinigen Vorwänden“, beispielsweise mit dem Argument der Bekämpfung einer Netzwerküberlastung, den Inhalt von Datenverkehr im Internet untersuchen, um zu bestimmen, ob diese Inhalte als Spam blockiert werden können, so McDowell. Diese Maßnahmen könnten genutzt werden, um Demokratie, Rede- und Meinungsfreiheit zu beschneiden.

Seit der Freigabe des Internets für die öffentliche Nutzung war man darauf angewiesen, dass „Multi-Stakeholder-Organisationen“, darunter Regierungen, der Privatsektor und zivilgesellschaftliche Gruppen gemeinsam Entscheidungen über die Nutzung und die Förderungen bewährter Maßnehmen treffen, statt Regulierungen aufzustellen.

Aber die Entscheidung von 89 zu 55 Stimmen für die Verabschiedung eines neuen Telekommunikationsvertrags, der 2015 in Kraft treten würde, verändert wichtige Definitionen, durch die sichergestellt war, dass Internetanbieter, der Inhalt im Internet sowie die Anbieter von Anwendungen keiner staatlichen Kontrolle unterliegen. Durch die Abstimmung wurde der ITU tatsächlich „beispiellose Verfügungsgewalt über die Nutzung und den Inhalt wichtiger Teile des Internets“ verliehen, sagte McDowell.

„Freiheit, Wohlstand und die Aussicht, die Lebensbedingungen von Menschen auf der ganzen Welt zu verbessern, stehen auf dem Spiel. Jegliche Fragen zu diesen Behauptungen sind nun beantwortet“, sagte er.

McDowell drängte auf einen Dialog zwischen Regierungen, Zivilgesellschaft, Privatsektor, gemeinnützigen Organisationen und der ITU, um die Struktur dieser Beteiligten auszuweiten, damit diejenigen, die sich ihrer Rechte beraubt fühlen, wie beispielsweise viele Entwicklungsländer, eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung der Entwicklung des Internets spielen.

„Viele Entwicklungsländer können hauptsächlich aufgrund von wirtschaftlichen und logistischen Gründen keine Rolle in diesem Prozess spielen. Dies ist inakzeptabel und sollte umgehend geändert werden“, sagte er.

„Entwicklungsländer würden am meisten von uneingeschränktem Internetzugang profitieren. Sie würden am meisten unter einer zentralisierten, multilateralen Kontrolle von Internetvorgängen und –inhalten leiden”, sagte McDowell.

Der neue Vertrag kam trotz Zusicherungen vor der Konferenz in Dubai zustande, dass dort keine Abstimmung abgehalten und ein neuer Vertrage nur mit einstimmiger Genehmigung der Teilnehmer verabschiedet würde. Ein neuer Vertrag „würde das Internet nicht antasten“, aber „diese drei Versprechen sind allesamt klar gebrochen worden“, sagte McDowell.

Bei der Konferenz im Dezember sollte eigentlich ein Vertrag aus dem Jahr 1988 neu verhandelt werden, der Bestimmungen zu internationalen Telefonanrufen enthält. Allerdings, so der Leiter der FCC, „bot die Konferenz den Befürwortern intensiverer Regelungen eine gute Möglichkeit, den Zugriff der ITU auf das Internet auszuweiten.“

McDowell sagte, die Erfahrungen in Dubai böten „einen düsteren Ausblick darauf, wie internationale Regelungen bezüglich des Internets sich rasant ausweiten könnten.“

Er warnte, dass die Zeit jetzt „eine entscheidende Rolle“ spiele, und dass diejenigen, denen die derzeitige Freiheit des Internets am Herzen liege, noch vor dem wichtigen Treffen der ITU 2014 in Korea „ihre Bemühungen umgehend verdoppeln müssen, um eine weitere Ausweitung der staatlichen Kontrolle über das Internet zu verhindern“.

Dieses Treffen soll zu einer neuen Verfassung führen, die „die Aufgabe der ITU für die kommenden Jahre definieren soll”, sagte er. McDowell warnte davor, dass im derzeitigen Klima „diejenigen von den Entwicklungen profitieren, die sich für eine weitere Regulierung des Internets einsetzen.“

„Während wir noch über die nächsten Schritte diskutieren, arbeiten die Feinde der Internetfreiheit überall auf der Welt an Vertragsverhandlungen, die die Bedeutung der [Konferenz in Dubai] winzig erscheinen lassen werden“, sagte der Leiter der FCC.

„Lassen Sie uns nach zwei Jahren nicht auf diesen Moment zurückblicken und darüber klagen, dass wir nicht genug getan haben. Wir haben nur eine Chance. Lassen Sie uns der Welt zeigen, dass wir entschlossen sein und uns für die Freiheit im Internet einsetzen werden. Alle Länder sollten uns dies gleichtun“, sagte McDowell.

 

 

Originaltext: International Treaty Puts Free Internet in Jeopardy

Freiheit im Internet und Freiheit in der Wissenschaft

 

 

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag von Michael H. Posner aus DipNote, dem offiziellen Blog des US-Außenministeriums. Michael H. Posner ist Abteilungsleiter für Demokratie, Menschenrechte und Arbeit im US-Außenministerium. Der Text über Freiheit im Internet wurde am 18. Oktober 2012 veröffentlicht.

 

In der heutigen Zeit gehört die Freiheit im Internet zum Kern der wissenschaftlichen Freiheit. Eine offene Online-Plattform, auf der Informationen und Ideen ungehindert ausgetauscht werden können, ist für die Genauigkeit heutiger wissenschaftlicher und intellektueller Untersuchungen von entscheidender Bedeutung. Gegenwärtig wird die Freiheit im Internet aber weiterhin weltweit bedroht. Und dies stellt genauso eine Gefahr für Naturwissenschaftler und andere Akademiker dar wie für Menschenrechtsaktivisten.

 

In der vergangenen Woche hatte ich die Gelegenheit, in einer programmatischen Rede mit dem Titel „Freiheit der Natur- und der Geisteswissenschaft im digitalen Zeitalter“, die Auswirkungen dieser Schwierigkeiten auf die Wissenschaftsgemeinde vor 250 Zuhörern in der American Association for the Advancement of Science (AAAS) zu erörtern.

 

Während meines Vortrags habe ich betont, dass es derzeit zwei zeitgleich auftretende Phänomene auf der Welt gibt. Auf der einen Seite erleben wir die verstärkte Nutzung von Technologie zur Überwachung, Zensur und Beschränkung der Redefreiheit, darunter auch Einschüchterungsversuche gegenüber Intellektuellen und die Behinderung unabhängiger Ideen durch Überwachung, Bedrohungen, Befragungen und Verhaftungen. Laut der OpenNet-Initiative leben beispielsweise noch immer 960 Millionen Internetnutzer in Ländern, die besorgniserregende Einschränkungen der Inhalte vornehmen – das sind 47 Prozent aller Internetnutzer.

 

Auf der anderen Seite erleben wir auch unglaubliche Fortschritte und intellektuellen Aufruhr durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Natur- und Geisteswissenschaftlern, Menschenrechtsaktivisten, Diplomaten, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen. Organisationen wie die AAAS nutzen beispielsweise naturwissenschaftliche Fortschritte, um die Zerstörung von Dörfern in Darfur zu dokumentieren. Andere, wie das US-Institut für Frieden (U.S. Institute of Peace – USIP) haben den Naturwissenschaften, der Technologie und der Schaffung von Frieden ein ganzes Zentrum gewidmet.

 

Alle diese Bemühungen gründen auf den Prinzipien, die in der US-Verfassung zum Ausdruck gebracht werden, und in der Folge auch in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte eingingen. Der Schutz der Meinungsfreiheit ist nicht nur eine internationale Verpflichtung der Staaten, er ist auch entscheidend für das ungehinderte Denken, das naturwissenschaftliche Fortschritte ermöglicht.

 

Die US-Regierung hat es daher zu einer außenpolitischen Priorität gemacht, das Internet unter anderem als eine Plattform für den wissenschaftlichen Diskurs zu schützen. Wie ich in einem vor kurzem erschienenen Leitartikel im Science Magazine schrieb, haben wir ein Bündnis aus gleich gesinnten Ländern zum Schutz der weltweiten Freiheit im Internet gebildet. Darüber hinaus haben wir viele Programme zur Ausweitung der Infrastrukturinvestitionen und Senkung der Zugangskosten für viele Menschen weltweit. Durch einen Präsidialerlass von Präsident Obama haben wir uns verpflichtet, Schritte für die Beendigung des Transfers von Technologie zu ergreifen, die wahrscheinlich von den Regierungen Syriens und des Irans genutzt wird, um Menschenrechtsverletzungen gegen Internetnutzer und andere, darunter auch Wissenschaftler, zu verüben.

 

Die Menschenrechtsaktivisten und Wissenschaftler bilden eine legendäre Partnerschaft, in der Akademiker eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Menschenrechten gespielt haben und in der Menschenrechtsaktivisten eine wichtige Rolle für die Fortschritte der wissenschaftlichen Freiheit gespielt haben.  Da für beide Gruppen weiterhin Herausforderungen bestehen, wird die US-Regierung ihr Engagement für die Unterstützung, Stärkung und Verteidigung wissenschaftlicher Fortschritte und Freiheit der Menschen fortsetzen.

 

Originaltext: Internet and Academic Freedom in the Digital Age

 

Keine effektive Öffentlichkeitsarbeit ohne soziale Medien

Staatssekretärin für Public Diplomacy und Öffentlichkeitsarbeit Tara Sonenshine

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge aus der Rede der Staatssekretärin für Public Diplomacy im US-Außenministerium, Tara Sonenshine, die sie am 15. Oktober 2012 am Institute of Peace in Washington gehalten hat. Die Auszüge wurden von Jane Morse vom Büro für Internationale Informationsprogramme zusammengestellt.

Um in der modernen Welt wirklich effektiv sein zu können, muss sich Public Diplomacy sozialer Medien bedienen, sagt Tara Sonenshine, Staatssekretärin für Public Diplomacy und Öffentlichkeitsarbeit im US-Außenministerium.

„Wenn wir in diesem dynamischen Bereich nicht präsent sind, werden wir irrelevant“, sagte Sonenshine am 15. Oktober in einer vorbereiteten Rede am U.S. Institute of Peace in Washington. „Vor allem würden wir dann die Möglichkeit verlieren, mehr Bürgern zu helfen, ihre Rechte zu erlangen und sie dabei zu unterstützen, ihre positivsten, produktivsten – und ja, friedlichsten – Träume zu verwirklichen.

„Indem wir soziale Medien nutzen, “ sagte sie, „können wir die Wirkung und die Qualität unserer erweiterten Öffentlichkeitsarbeit überall verbessern. Außerdem können wir auch die Menschen erreichen, die uns am meisten brauchen. Ich spreche hier von denjenigen, die aus geografischen Gründen oder durch politische Zwänge eingeschränkt werden.“

„Es gibt sehr viele Menschen, die sich nach Interaktion sehnen“, erklärte Sonenshine. „Aber noch nicht mal mit einem Bruchteil können wir in Kontakt treten. Virtuelle Technologien ermöglichen uns, auf deutlich mehr Menschen zuzugehen.

Sonenshine war eine der Rednerinnen bei der Konferenz Exchange 2.0: The Science of Impact, the Imperative of Implementation des Instituts. Bei der Veranstaltung trafen sich politische Entscheidungsträger, Forscher, Pädagogen und Programmverantwortliche zum „Austausch 2.0“, also technologiegestützte Programme, die in Lehrpläne für internationalen Bildungsaustausch eingebettet sind.

Aber Sonenshine, die vor einigen Jahren noch im Journalismus der „alten Schule“ tätig war, machte deutlich, dass soziale Medien und neue Kommunikationstechnologien die traditionelle, persönliche Interaktion nicht ersetzen können.

„Unabhängig davon, wie sehr sich unsere Technologie weiterentwickelt: Es gibt keinen Ersatz dafür, dass ein Student im Ausland mit einer Gastfamilie am Abendbrottisch sitzt. Es gibt keinen Ersatz für das Geben und Nehmen, das stattfindet, wenn Menschen persönlich aufeinandertreffen, “ erläuterte sie.

Nicht alle Studierenden auf der Welt hätten laut Sonenshine die Möglichkeit, online zu gehen und an einem virtuellen Austausch teilzunehmen. „Es gibt Raum für beides – virtuellen und physischen Austausch – und beide können sich gegenseitig verstärken. Wir brauchen beides, und wir müssen in beides investieren, “ sagte sie.

Austausch 2.0 könne als Erweiterung der US-Diplomatie funktionieren, weil so Beziehungen gepflegt werden könnten, die ursprünglich bei Programmen vor Ort entstanden, bei persönlichen Begegnungen von Angesicht zu Angesicht.

Sonenshine kündigte die Einrichtung eines Referats für virtuellen Austausch im US-Außenministerium an, die Kommunikationswege für amerikanische Jugendliche und junge Menschen auf der ganzen Welt öffnen soll. Im November wird diese Einheit eine 24-stündige virtuelle College-Messe ausrichten, bei der Vertreter von 200 Colleges und Universitäten Studenten, die in den Vereinigten Staaten studieren wollen, über ihre Institutionen informieren können.

Sie berichtete auch, dass das Außenministerium vor kurzem eine Reihe von Jugend TechCamps begonnen hat, bei denen junge Menschen auf der ganzen Welt digitale Fähigkeiten vermittelt werden. Am ersten TechCamp, das im August in Washington stattfand, nahmen junge Erwachsene im Alter von 18 bis 23 Jahren aus Ägypten, Indonesien, Indien, Ghana, Kenia, Mozambique, den Philippinen, Russland, Thailand und der Türkei teil. Zwei weitere TechCamps wurden für Jugendliche in Pakistan und Bangladesch abgehalten.

„Je mehr wir Menschen einbeziehen und ermutigen, produktiv zu sein und ihre Träume zu verwirklichen, desto besser stehen die Chancen, dass sie in Zukunft in Frieden und Wohlstand leben werden“, erklärte Sonenshine.

Originaltext: Effective Public Diplomacy Needs Social Media

 

 

„Am Herzen der Welt“

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von Admiral James G. Stavridis beim Arthur Burns Award Dinner vom 6. Juni 2012 in Berlin.

 

Es gilt das gesprochene Wort!

 

Sehr verehrte Gäste, meine Damen und Herren, guten Abend!

 

Ich möchte Ihnen zunächst dafür danken, dass Sie mich dazu eingeladen haben, an dieser wunderbaren Veranstaltung teilzunehmen. Es ist mir eine Ehre, heute Abend hier sein zu dürfen, während wir die Bedeutung der Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten anerkennen, die zu den stärksten der heutigen Zeit gehören. Als Oberbefehlshaber der NATO kann ich Ihnen versichern, dass diese Beziehungen im gesamten militärischen Bereich stärker sind als jemals zuvor, und ich danke Ihnen für die Unterstützung Ihres Landes.

 

Der jüngste Gipfel in Chicago hat unseren Ländern die Möglichkeit gegeben, Bilanz zu ziehen und die Zukunft des Bündnisses zu gestalten, um sicherzustellen, dass wir über die richtigen militärischen Fähigkeiten für das 21. Jahrhundert verfügen. Die NATO – unser wichtigstes Bündnis – bietet Europa nicht nur militärisch, sondern auch diplomatisch und wirtschaftlich Sicherheit. Das Bündnis bietet den Mitgliedsstaaten ein Netzwerk der Unterstützung und dient zur Abschreckung möglicher Gegner. Die Interoperabilität und die Verbindungen, die während der sechs Jahrzehnte des Bestehens der NATO geschaffen und immer wieder verbessert wurden, sind unbezahlbar – und kurzfristig gesehen unersetzlich. Das Bündnis war und wird weiterhin eine der besten Investitionen für die transatlantische und die globale Sicherheit sein.

 

Heute Abend möchte ich aber über etwas sprechen, das allen Anwesenden sehr am Herzen liegt – der Journalismus. Der Journalismus ist ein anspruchsvoller und seltsamer Beruf. Otto von Bismarck soll sogar zu folgendem Schluss gekommen sein: „Ein Journalist ist ein Mensch, der seinen Berufung verfehlt hat.“

 

Ich habe mir die Liste der 200 besten Berufe angesehen, die das Wall Street Journal in einem Bericht online veröffentlicht hat, um herauszufinden, an welcher Stelle Journalismus und Berichterstattung stehen. Der beste Job im Jahr 2012 war Softwareingenieur – durchaus nachvollziehbar, da es eine sehr große Nachfrage nach neuen Versionen von „Angry Birds“ gibt. Apotheker und Finanzplaner standen ebenfalls hoch im Kurs – denn sie schaffen die Illusion von zukünftigem Reichtum – und wer würde nicht dafür bezahlen? Ich ging die Liste weiter durch. Kläranlagenbetreiber war auf Platz 117. Schuster – 147. Kerntechniker stand an 165. Stelle. Leider musste ich bis zur Nummer 184 weiterlesen, um den „Reporter“ zu finden1. Ich möchte aber, dass Sie sich an zwei Dingen trösten – erstens, dass Sie nicht an letzter Stelle stehen. Zweitens: Obwohl er sich jeden anderen Beruf hätte aussuchen können, wenn er nicht gerade die Welt retten musste, war Superman Clark Kent, der Reporter. Sie haben denselben Beruf wie ein Superheld – nicht schlecht!

 

Journalisten berichten von der sich ereignenden Geschichte, und die Geschichte hat herausragende Journalisten hervorgebracht, von denen wir einige heute Abend hier würdigen. Ich möchte besonders unseren Preisträgern danken und ihnen gratulieren – zu ihren exzellenten Beiträgen zum Journalismus und zur Kunst der Berichterstattung.

 

Der Journalismus liegt mir sehr am Herzen, da ich selbst für eine gewisse Zeit in diesem Bereich gearbeitet habe. Ich war Herausgeber unserer Schülerzeitung 1972 und habe außerdem zwischen 1974 und 1976 das Magazin der Naval Academy mit herausgegeben. Zum Glück sind diese Artikel nur schwer auffindbar – sonst hätten Sie mich wahrscheinlich nicht eingeladen, heute Abend hier zu sprechen.

 

Meine Erfahrung mit Journalisten hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und zu einer anhaltenden Begeisterung für diese Form der Kunst geführt, die ich heute selbst in meinen Büchern, Artikeln und Blogs ausübe. Ich glaube fest daran, dass guter Journalismus nicht nur im Sammeln von Fakten besteht, sondern dass er auch eine Kunstform ist. Für einen Journalisten ist Schreiben eine Leidenschaft. Dank dieser Leidenschaft wird ihre Kunst für uns spürbar, wenn sie über die Themen des Tages informieren.

 

Ich bin nicht allein, wenn ich von der Leidenschaft und der Bedeutung des Journalismus spreche. Diese Gedanken sind im Bill of Rights verankert: „Der Kongress darf kein Gesetz erlassen, das … die Rede- oder Pressefreiheit einschränkt.“ Ähnlich lautet auch die Grundrechtecharta der Europäischen Union: „Die Freiheit der Medien und ihre Pluralität werden geachtet.“2 

Es ist diese Vorstellung von der Redefreiheit, die wichtig ist, da niemand hätte vorhersehen können, wie wir heute kommunizieren und interagieren.

 

Das Format des Journalismus hat sich vom Pamphlet „Common Sense” von Thomas Paine, durch das die Revolution des kolonialen Amerika angeregt wurde, zu Twitter, Blogs, YouTube, facebook und Skype entwickelt, durch die der arabische Frühling sich schnell ausbreitete. Unabhängig vom Format ist es aber die Aufgabe eines Journalisten, Informationen zu präsentieren – eine Geschichte zu erzählen. Der Autor und Booker-Preisträger Salman Rushdie, der noch immer von denjenigen verfolgt wird, die ihm die Redefreiheit nicht erlauben, fasst es kurz für uns zusammen:  „Die freie Rede ist das, worum es geht, das, was zählt. Die freie Rede ist das Leben selbst.”

Sein Streben nach Redefreiheit hat ihn fast das Leben gekostet.

Es gibt Journalisten, die in ihrem Streben nach der Wahrheit den höchsten Preis gezahlt haben. Robert Capas plastische Fotografien und Ernie Pyles prosaische Beschreibungen werden geschätzt und verehrt, aber sie kosteten sie in den Kriegsgebieten des Zweiten Weltkriegs das Leben. Sie alle sind Teil einer Berufsgruppe, die immer wieder ihren Mut beweist. Davor habe ich große Achtung.

 

Vor kurzem hat das International Press Institute (IPI) berichtet, dass seit dem 30. Mai 2012 61 Journalisten getötet wurden, was uns zu Zeugen des tödlichsten Jahres seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 19973 macht. Marie Colvin und der französische Fotojournalist Remi Ochlik wurden Anfang des Jahres in Syrien getötet. Ein Zitat von Marie in einem ihrer Interviews hat mich besonders beeindruckt. Sie sagte: „Wir schicken diesen ersten Rohfassung der Geschichte nach Hause. Wir können etwas verändern und wir tun dies auch, indem wir den Schrecken des Krieges und insbesondere die Gräueltaten an Zivilisten offenlegen.“

 

Um die Wahrheit zu unterdrücken, müssen Regierungen zunächst einmal die Journalisten unterdrücken. Vielen Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz für die Wahrheit, auch wenn dies manches Mal ein großes Risiko für Sie selbst bedeutet. Ihre Bemühungen machen die Welt zu einem besseren und sichereren Ort.

 

ABER, wenn wir ehrlich sind, sind wir als Gesellschaft nicht immer einer Meinung mit Journalisten oder der Art und Weise, wie einige von ihnen arbeiten. Ich würde sagen, dass sich einige zu sehr auf das Negative konzentrieren. Es gibt manchmal die Tendenz, das Positive zu verdrängen und zu begraben – warum? Sensationen verkaufen sich besser. Einige Journalisten erzählen im Vorhinein eine Geschichte und berichten dann über das, „was dazu passt“. Berichte aus Konfliktgebieten, wie dem Balkan in den Neunzigerjahren oder Kolumbien im vergangenen Jahrzehnt, passen beispielsweise in dieses Muster.

 

Aber wenn es gut gemacht wird, und ehrlich – denken wir nur einmal an die Texte von Hemingway als Journalist und Romanautor: Klar, unverfälscht und wahr ist Journalismus von großer Bedeutung und kann die Welt verändern.

 

Heute trägt Technologie dazu bei, die Wirkung von Journalismus sogar noch zu verstärken. Jeder kann ein „Journalist“ sein – jeder hat ein Mikrofon und eine digitale Leinwand, über man die Welt informieren kann. Die große Herausforderung für Ihren Beruf in dieser komplexen Zeit wird es sein, in einer Welt unendlicher Verbindungen ein Gleichgewicht zwischen den „iReports“ auf CNN und der Ethik, den Standards und der Professionalität der Praktiker, wie Ihnen allen, herzustellen.

 

Wir haben während des arabischen Frühlings große Veränderungen in Afrika und im Nahen Osten erlebt. Vieles wurde von ganz normalen Menschen berichtet, die eine Kamera und eine Internetverbindung hatten. Der grausame tunesische Machthaber wurde nach 23 Jahren Herrschaft während einer Revolution ins Exil gezwungen, die durch soziale Netzwerke und Medien beschleunigt wurde. Die demokratischen Kräfte in Libyen haben sich über soziale Medien organisiert und Aktionen durchgeführt. Große Demonstrationen in Kairo und anderen ägyptischen Städten wurden über Twitter, facebook und YouTube angekündigt, um nicht nur in Ägypten die Aufmerksamkeit zu erhöhen, sondern weltweit, und so weitere Aufstände anzustoßen.

 

Die Fähigkeit, die Bürger schnell zu koordinieren und zu mobilisieren, ist ein wichtiges Merkmal sozialer Medien. Das ist aber nicht das Merkmal, auf das wir uns konzentrieren sollten. Die Macht sozialer Medien – und bei ihnen handelt es sich einfach um einen anderen Ort für Journalismus –, liegt insbesondere darin, dass sie die Fähigkeit besitzen, die Gräueltaten einer Regierung zu entlarven und der Welt zu zeigen. Diese Informationen begründen die Motivation für eine Revolution, sobald die Menschen erst einmal durch die Berichterstattung informiert und motiviert sind: Durch Journalismus. Die Mobilisierung selbst ist letztendlich nur eine Frage der Logistik, auch wenn diese wichtig ist.

 

Und es ist diese Kraft der Wahrheit und Information, die sich schnell ausbreitet, und die Diktatoren am meisten fürchten – sei es von einem ausgebildeten Journalisten oder einem Collegestudenten mit einem Mobiltelefon mit Kamera. Despoten wissen das und greifen im Internet scharf durch, um zu verhindern, dass die schädlichen Informationen weltweit verbreitet werden.4 Auch wenn einige damit keinen Erfolg haben, verfolgen Diktatoren weiterhin diese Strategie und versuchen, die Presse und das Internet zu kontrollieren und zu zensieren.

 

Wie nennen wir diese Menschen, die während des arabischen Frühlings Instrumente der sozialen Medien genutzt haben? Protestierende? Aktivisten? Revolutionäre? Vielleicht… Journalisten? Ganz gleich, welchen Namen wir ihnen geben, sie gaben uns… die Geschichten. Sie schrieben die Berichte, die die Welt bewegten. Zusammen mit Ihnen allen.

 

Wir müssen weiterhin Technologien ausfindig machen und nutzen, die unsere Fähigkeit verbessern, schnell mit anderen Menschen in Verbindung zu treten, um Geschichten und Erfahrungen auszutauschen und Geschichte gemeinsam zu erleben. Die Nutzung sozialer Medien in der Berichterstattung ist für uns relativ neu. Sie haben das Potenzial, unabhängig von der verwandten Methode das Bewusstsein unverzüglich und weltweit zu erhöhen – dies auf ehrliche und saubere Art und Weise zu erreichen ist der eigentliche Auftrag eines Journalisten.

 

Abschließend möchte ich daran erinnern, dass der Arthur Burns Award ein Sinnbild für die hartnäckigen und engagierten Bestrebungen von Journalisten ist, der Welt die Geschichten mitzuteilen. Ich teile die Sicht des frühen amerikanischen Herausgebers Henry Luce, der sagte, dass „er Journalist geworden ist, um so nah wie möglich am Herzen der Welt zu sein.“ Ich blicke mit Respekt und vielleicht auch etwas neidisch auf die heutigen Preisträger. Sie alle sind Teil eines mutigen und unerschrockenen Berufsstandes, der zwar nicht perfekt ist, aber das ist keiner. Ihre Berufung aber führt Sie ans „Herz der Welt“.

 

Vielen Dank.

 

  1. http://www.careercast.com/content/top-200-jobs-2012-181-200 (Accessed 17 May 2012) Source site for story.
  2. Full legal effectupon entry into the Treaty of Lisbon on 1 December 2009. Under the Charter, the EU must act and legislate consistently with the Charter.
  3. http://www.freemedia.at/our-activities/death-watch/countryview.html?tx_incoredeathwatch_pi1%5BshowUid%5D=1187&tx_incoredeathwatch_pi1%5BshowYear%5D=2012&cHash=03237005dd
  4. http://www.nytimes.com/2011/01/30/weekinreview/30shane.html?_r=1&hp

 

Originaltext: “The Heart of the World”

Die Gesprächsmappe

Eine Gesprächsmappe enthält offizielle Vorabinformationen über eine Veranstaltung, wie beispielsweise den Besuch von US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton bei ihrem marokkanischen Amtskollegen Taieb Fassi Fihri.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir ein Kapitel aus dem überarbeiteten Handbuch A Responsible Press Office: An Insider’s Guide des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium vom 17. April 2012. A Responsible Press Office in the Digital Age ist eine Anleitung für die Nutzung sozialer und digitaler Medien, um die Öffentlichkeit aktuell und fundiert über Politik, Gesetze, Programme und Maßnahmen zu informieren. Die Autorin, Marguerite Hoxie Sullivan, ist Spezialistin für die Beziehung zu Medien. Sie hat als Journalistin, in der Öffentlichkeitsarbeit und für die Regierung gearbeitet.

Wenn ein hochrangiger Regierungsvertreter in den Vereinigten Staaten an einer Veranstaltung teilnimmt, dann bereiten seine Mitarbeiter im Vorfeld die Gesprächsmappe mit offiziellen Informationen über die Veranstaltung und die Teilnehmer vor. Die Gesprächsmappe, die normalerweise gebunden wird, soll dafür sorgen, dass die Veranstaltung möglichst positiv verläuft …. und es keine Überraschungen gibt.

Üblicherweise sind die Informationen für die Gesprächsmappe in einer Vorlage abgespeichert, die für jede Veranstaltung neu ausgefüllt werden kann. Normalerweise enthält die Gesprächsmappe folgende Informationen:

  • Ziel und Zweck der Veranstaltung
  • Kleiderordnung – leger, Anzug oder formell.
  • Wettervorhersage für den Tag der Veranstaltung.
  • Größe des Publikums.
  • Anwesenheit der Presse und/oder eines Kamerateams.
  • Ort der Veranstaltung
  • Den Namen des für die Organisation verantwortlichen Mitarbeiters mit Festnetz-, Mobilfunk- und Piepernummer.
  • Die wichtigsten politischen Anliegen in der Region, in der die Veranstaltung stattfindet. Die Gesprächsmappe kann auch Artikel über wichtige lokale Themen enthalten.
  • Die Namen der Teilnehmer, ihre Titel und Organisationen sowie eine Zusammenfassung dessen, was sie bei der Veranstaltung tun oder sagen werden, soweit dies bekannt ist. Außerdem werden Lebensläufe sowie die korrekte Aussprache ungewöhnlicher Namen beigefügt.
  • Ein minutiöser Ablaufplan für die Veranstaltung.
  • Fragen, die von der Presse oder dem Publikum gestellt werden könnten, mit möglichen Antworten.
  • Nutzung sozialer Medien bei der Veranstaltung, wie beispielsweise ein offizieller Hashtag für Teilnehmer, die von der Veranstaltung twittern wollen.
  • Eine Liste mit Themen, die angesprochen oder vermieden werden sollen.
  • Die Namen der Personen, die der Regierungsvertreter vom Podium aus erwähnen soll.
  • Ein Diagramm, auf dem eingezeichnet ist, wo und neben wem der Regierungsvertreter sitzt und steht.

 

Originaltext: The Briefing Book

Welche Meldungen schaffen es in die Nachrichten?

Ein Mann verkauft in der Seventh Avenue in New York Zeitungen.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir ein Kapitel aus dem überarbeiteten Handbuch A Responsible Press Office: An Insider’s Guide des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium vom 17. April 2012. A Responsible Press Office in the Digital Age ist eine Anleitung für die Nutzung sozialer und digitaler Medien, um die Öffentlichkeit aktuell und fundiert über Politik, Gesetze, Programme und Maßnahmen zu informieren. Die Autorin, Marguerite Hoxie Sullivan, ist Spezialistin für die Beziehung zu Medien. Sie hat als Journalistin, in der Öffentlichkeitsarbeit und für die Regierung gearbeitet.

 

Ihre Nachrichten sind nicht interessant, nur weil Sie das behaupten.

Häufig kritisieren Regierungsvertreter die Medien, wenn diese nicht das berichten, was die Regierungsvertreter gerne hätten. Wenn man die Journalisten nach dem Grund dafür fragt, antworten sie meist, dass die „Story“ nicht interessant, aktuell oder wichtig war.

Wenn Sie verstehen, worüber es sich zu berichten lohnt, dann berichten die Medien auch mehr über Sie.

„Gute Nachrichten machen meist keine Schlagzeilen. Sie sind nicht interessant“, gab der Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit einer US-Regierungsbehörde zu.

Um für eine Geschichte Aufmerksamkeit zu bekommen, kann man als Aufhänger für die Information eine aktuell wichtige Geschichte oder die Schlagzeile des Tages in nutzen. Man kann eine Nachricht außerdem mit besonderen Veranstaltungen oder Feiertagen in Verbindung setzen. Der Leiter einer gemeinnützigen Bildungseinrichtung brachte beispielsweise einmal im Winter eine Studie zum Wissen von Collegestudenten über die amerikanische Geschichte heraus. Sie wurde in der Presse kaum wahrgenommen. Er gab sie am 4. Juli erneut heraus und stellte die Ergebnisse in Verbindung mit dem amerikanischen Nationalfeiertag vor. Diesmal war die Resonanz in den Medien enorm.

Wer oder was schafft es also in die Nachrichten?

  • Ereignisse, die vor Ort geschehen – oder Nachrichten, die auf lokale Gegebenheiten übertragen werden können. Wie man so sagt: „All news is local news.”
  • Kontroversen und Konflikte
  • Aktuelle Meldungen. Bei Nachrichten geht es heute um Sekunden.
  • Geschichten, die viele Menschen betreffen.
  • Prominente
  • Persönliche Schicksalswendungen oder dramatische Schicksalsschläge
  • Ungewöhnliche Nachrichten. „Hund beißt Mann“ ist keine Schlagzeile. „Mann beißt Hund“ dagegen schon.
  • Ein aktuelles oder brisantes Thema. Der Tsunami und das Erdbeben in Japan 2011, durch die ein Kernkraftwerk schwer beschädigt wurde, führten dazu, dass viele Nachrichtenorganisationen weltweit Berichte über die Sicherheit von Kernkraftwerken in ihren Ländern veröffentlichten.

 

Originaltext: What Makes News?

‚Unter 1.‘ und ‚unter 3.‘

Der Pressesprecher von Präsident George W. Bush, Scott McClellan, informiert Journalisten. Wenn jemand ‚unter 1.‘ ‚oder zu beliebiger Verwendung‘ mit einem Journalisten spricht, kann dieser alles, was der Auskunftgebende sagt, unter Verweis auf diese Person veröffentlichen.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir ein Kapitel aus dem überarbeiteten Handbuch A Responsible Press Office: An Insider’s Guide des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium vom 17. April 2012. A Responsible Press Office in the Digital Age ist eine Anleitung für die Nutzung sozialer und digitaler Medien, um die Öffentlichkeit aktuell und fundiert über Politik, Gesetze, Programme und Maßnahmen zu informieren. Die Autorin, Marguerite Hoxie Sullivan, ist Spezialistin für die Beziehung zu Medien. Sie hat als Journalistin, in der Öffentlichkeitsarbeit und für die Regierung gearbeitet.

Wenn möglich, sollte man immer ‚unter 1.‘ mit Journalisten sprechen. Diese Form wird bei der Kommunikation mit den Medien bevorzugt. Da es im eigenen Interesse ist, Informationen über ein Programm, eine Idee oder die eigene Botschaft öffentlich bekannt zu machen, warum sollte dann in diesem Zusammenhang nicht auch der eigene Name genannt werden?

„Am sichersten ist es, im Umgang mit Journalisten davon auszugehen, dass alles, was man sagt, in der Zeitung landen kann, insbesondere am Anfang, wenn man die Journalisten, mit denen man zusammenarbeitet, noch nicht kennt und noch nicht weiß, ob sie die Gesprächsbedingungen akzeptieren“, sagte Dee Dee Myers, ehemalige Pressesprecherin im Weißen Haus unter Präsident Clinton.

Mit der Zeit, wenn man eine Beziehung zu den Journalisten aufgebaut hat, weiß man, mit wem man offener sprechen kann. „Dann kann man auch ‚unter 2.‘ miteinander sprechen (also ‚zur Verwertung ohne Quelle und ohne Nennung des Auskunftgebenden‘, um komplexere Themen zu erörtern, ohne Gefahr zu laufen, dass die Aussagen aus dem Kontext gerissen werden“, sagte sie. „In aufstrebenden Demokratien, in denen die Regeln nicht eindeutig sind, kann man sich aber die Finger verbrennen, wenn man sich ‚unter 3.‘, also ‚vertraulich‘ äußert.“

Die Spielregeln müssen vor dem Gespräch festgelegt werden, nicht erst danach.

Im Folgenden werden die Begriffe erläutert:

  • •‚Unter 1.‘: zu beliebiger Verwendung Bei Gesprächen ‚unter 1.‘ darf der Journalist alles, was gesagt wurde, unter Verweis auf die entsprechende Person veröffentlichen. Mit einer Sperrfrist versehene Informationen sind Informationen ‚unter 1.‘, die noch nicht für die Veröffentlichung freigegeben wurden. Die Uhrzeit oder das Datum der Veröffentlichung werden vom Auskunftgebenden bestimmt.
  •  ‚Unter 2.‘: zur Verwertung ohne Quelle und ohne Nennung des Auskunftgebenden. Wenn man einem Journalisten sagt, dass man ‚unter 2.‘ mit ihm spricht, kann er das Gesagte zwar verwenden, es aber nicht mit dem Namen oder dem Titel des Auskunftgebenden in Verbindung bringen. Der Journalist wird die Äußerungen durch eine vorab abgesprochene Formulierung wie „eine gut informierte Quelle“, „ein Experte“ oder „ein hochrangiger Regierungsvertreter“ ergänzen. Investigative Journalisten oder Journalisten, die für Printmedien arbeiten, verwenden ‚unter 2‘ häufiger als Rundfunkjournalisten, und machen gerne so viele Angaben wie möglich darüber, warum der Auskunftgebende nicht genannt werden kann.
  •  ‚On deep background.‘ (Entspricht etwa der deutschen Formulierung: „Die Zeitung hat erfahren, dass…“) Wenn man sich vor einem Interview darauf einigt, dass man nur ‚on deep background‘ mit einem Journalisten spricht, können die Informationen zwar verwendet werden, dürfen aber keinerlei Hinweis auf den Auskunftgebenden enthalten. Alles beim Gespräch Gesagte kann also verwendet werden, allerdings ohne Zitate und ohne Hinweise auf die Quelle.
  • ‚Unter 3.‘: vertraulich Wenn man ‚unter 3.‘ mit einem Journalisten spricht, sind die Informationen nur für den Journalisten gedacht und dürfen nicht gedruckt oder auf eine andere Art und Weise öffentlich gemacht werden. Der Journalist sollte mit den Informationen idealerweise nicht zu einer anderen Quelle gehen, um eine offizielle Bestätigung hierfür zu erhalten. Manchmal nutzen Pressesprecher ein vertrauliches Gespräch, um einem Journalisten Hintergrundinformationen zu liefern, falls er mit seiner Geschichte auf der falschen Spur zu sein scheint, der Datenschutz eine Veröffentlichung aber nicht zulässt.

Alle Informationen, die per E-Mail oder mittels anderer digitaler Medien verbreitet werden, sind üblicherweise ‚unter 1.‘. Es ist schwierig, eine E-Mail als ‚unter 2.‘ oder sogar ‚unter 3.‘ einzustufen, es sei denn, es wurde ausdrücklich vereinbart, dass die Informationen nicht weitergegeben werden dürfen. Regierungsvertreter sollten davon ausgehen, dass ihre E-Mails öffentlich sind.

Originaltext: Speaking On and Off the Record