Internationaler Frauentag

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Presseerklärung von US-Außenminister John Kerry zum Weltfrauentag vom 7. März 2013.

 

Am 8. März würdigen die Vereinigten Staaten gemeinsam mit den Menschen überall auf der Welt Frauen und ihren Beitrag zum Aufbau einer friedlicheren, gerechteren und wohlhabenderen Welt. Das US-Außenministerium, das von starken, klugen und bemerkenswert fähigen Diplomatinnen wie Madeleine Albright, Condoleezza Rice und meiner Vorgängerin Hillary Rodham Clinton geführt wurde, ist ein nachhaltiges Beispiel für die großen Veränderungen, die entschlossene Frauen in einer modernen Welt im Namen der Vereinigten Staaten erreichen und bewahren können.

 

Der großartigen und internationalen Erfolgsgeschichte von den zahlreichen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Fortschritten der vergangenen Jahrzehnte, die ohne die Führungsstärke und den Mut starker Frauen niemals möglich gewesen wären, wird häufig nicht genug Beachtung geschenkt. Alleine im vergangenen Jahr haben wir erlebt, wie in Malawi und Südkorea zum ersten Mal Frauen ins Präsidentenamt aufgestiegen sind und wie in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal 20 Frauen in den US-Senat gewählt wurden. Dieser Meilenstein war für mich besonders bedeutungsvoll, weil ich, als jemand, der 1985 in Anwesenheit seiner beiden Töchter im Teenager-Alter den Amtseid im US‑Senat abgelegt hat, damals von der Tatsache überrascht war, doppelt so viele Töchter zu haben wie es Frauen im Senat gab. Durch diese 20 Senatorinnen ist der Senat heute stärker und klüger und spiegelt unsere Überzeugung wider, dass unser Land stärker ist, wenn unsere politische Führung die Bevölkerung reflektiert. Ich bin stolz darauf, jeden Tag von der Klugheit und dem Beispiel meiner Frau Teresa profitieren zu können, die in Mosambik geboren wurde, gegen die Apartheid demonstrierte, fünf Sprachen spricht und für den UN-Treuhandrat tätig war. Ich bin dankbar für das, was ich von meiner Schwester gelernt habe, die den Großteil ihrer beruflichen Laufbahn bei den Vereinten Nationen und erst kürzlich bei einer UN-Mission gearbeitet hat, sowie von einer anderen Schwester, die über Jahrzehnte Mädchen im Ausland unterrichtet hat.

 

Sei es dadurch, dass sie neue Chancen auf Bildung und Unternehmertum in Afghanistan eröffnen und ergreifen, sich für demokratische Reformen in Burma einsetzen oder die Menschenrechte im Nahen Osten und Nordafrika stärken – überall auf der Welt erheben mehr Frauen ihre Stimme, helfen ihren Kommunen und Ländern sich weiterzuentwickeln und ebnen den Weg für zukünftige Generationen, damit diese ein besseres Leben führen können.

 

Trotz der erheblichen Fortschritte, die Mädchen und Frauen erzielt haben, bleiben noch viele Herausforderungen und Hindernisse bestehen. An zu vielen Orten werden Frauen weiterhin von Wahlen und politischen Ämtern, von Grundbesitz und Kreditmärkten ausgeschlossen. An zu vielen Orten wird Mädchen noch immer der Besuch einer Schule verwehrt oder zu einer frühen Heirat gezwungen werden. Zu viele Frauen sind zum Schweigen verdammt, werden missbraucht oder Opfer von Gewalt, nur weil sie Frauen sind. Viele riskieren beim Streben nach Gerechtigkeit ihr Leben. Ihr Mut muss uns dazu inspirieren, uns weiterhin für eine Welt einzusetzen, in der jede Frau frei von Gewalt leben und ihr vollständiges Potenzial entfalten kann.

 

Vor einigen Jahrzehnten, bevor ich geboren wurde, war meine Mutter als freiwillige Krankenschwester für das Rote Kreuz in Europa tätig. Als die Nazis einmarschierten, floh sie auf einem Fahrrad, bis sie schließlich Lissabon erreichte, von wo aus sie nach Boston zurückkehrte. Auf dem Höhepunkt des Krieges und inmitten der Trennung von ihrer Familie schrieb sie meinem Vater einen Brief, den meine Geschwister und ich bis heute in Ehren halten. Dieser Brief enthält einen einfachen, aber tiefgründigen Gedanken: „Für jeden gibt es eine Aufgabe.“ Der Internationale Frauentag erinnert uns alle daran, dass es auch heute noch „für jeden eine Aufgabe gibt“, die Herausforderung, das Erreichte zu bewahren, unsere Ärmel hochzukrempeln und die vor uns liegende Arbeit anzupacken und die Gesundheit, Bildung und Menschenrechte von Mädchen und Frauen zu schützen. Die Vereinigten Staaten sind weiterhin der Zusammenarbeit mit Partnern auf der ganzen Welt verpflichtet um sicherzustellen, dass dieser wichtige Prozess fortgesetzt wird.

 

Originaltext: International Women’s Day

 

Warum Frauen wichtig für die US-Außenpolitik sind

US-Außenminister John Kerry.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir den Namensartikel von US-Außenminister John F. Kerry zum Weltfrauentag am 8. März 2013.

In meiner ersten Woche als US-Außenminister hatte ich die Ehre, eine Gruppe mutiger Frauen aus Burma kennenzulernen. Zwei von ihnen waren ehemalige politische Gefangene, und obwohl sie alle in ihrem Leben unglaubliches Leid erfahren hatten, setzt sich jede einzelne von ihnen für eine bessere Zukunft ein: für schulische und berufliche Bildung für Mädchen, für die Vermittlung von Arbeitslosen und die Förderung von mehr Teilhabe an der Zivilgesellschaft. Ich bin mir sicher, dass sie weiterhin eine treibende Kraft für den Wandel sein werden, indem sie sich in den kommenden Jahren für Fortschritte in ihren Gemeinden und ihrem Land einsetzen werden.

Begebenheiten wie diese führen uns vor Augen, warum es so wichtig ist, dass die Vereinigten Staaten weiterhin mit Regierungen, Organisationen und Einzelpersonen überall auf der Welt zusammenarbeiten, um die Rechte von Mädchen und Frauen zu schützen und zu stärken. Schließlich können die drängendsten wirtschaftlichen, sozialen und politischen Probleme der Welt – wie in unserem eigenen Land auch – nicht ohne die vollständige Teilhabe von Frauen gelöst werden.

Dem Weltwirtschaftsforum zufolge sind diejenigen Länder, in denen Frauen und Männer annähernd gleiche Rechte haben, wirtschaftlich wettbewerbsfähiger als jene, in denen Mädchen und Frauen aufgrund mangelnder Gleichberechtigung kaum oder keinen Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung, öffentlichen Ämtern, Wirtschaft und Handel haben. So schätzt auch die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), dass die Zahl derer, die weltweit unterernährt sind, um 100 bis 150 Millionen verringert werden könnte, wenn Landwirtinnen den gleichen Zugang zu Saatgut, Düngemitteln und Technologie erhielten wie ihre männlichen Kollegen.

In zu vielen Gesellschaften und Familien haben Mädchen und Frauen noch immer einen zu geringen Stellenwert; ihnen wird die Chance auf Bildung verwehrt, und sie werden gezwungen, schon im Kindesalter zu heiraten. Geschlechtsspezifische Gewalt hat bereits zu viele Menschenleben gefordert oder für immer beeinträchtigt. Als Vater zweier Töchter kann ich mir den Schmerz der Eltern von Nirbhaya kaum vorstellen. Die 23-jährige Medizinstudentin wurde in einem Bus in Neu Delhi ermordet, nur, weil sie eine Frau war. Auch die Qualen der Eltern von Malala Yousafzai sind unvorstellbar. Das Mädchen aus Pakistan wurde, nur, weil es zur Schule gehen wollte, ebenfalls in einem Bus von Extremisten angeschossen. Malalas unerschütterlicher Einsatz für ihr Anliegen hat mich allerdings inspiriert, ebenso wie Nirbhayas Entschlossenheit, ihre Angreifer vor Gericht zu bringen, während sie um ihr Leben kämpfte. Auch ihre Väter inspirieren mich, weil sie den Mut aufbringen, sich für ihre Töchter und Frauen überall auf der Welt einzusetzen.

Kein Land kann Fortschritte machen, wenn die Hälfte seiner Bevölkerung ausgeschlossen wird. Aus diesem Grund sind die Vereinigten Staaten davon überzeugt, dass die Gleichstellung der Geschlechter entscheidend für unser gemeinsames Streben nach Wohlstand, Stabilität und Frieden ist, und dass die weltweiten Investitionen in Mädchen und Frauen von großer Bedeutung für unsere Außenpolitik sind.

Wir investieren in die Ausbildung und in Mentorenprogramme für Unternehmerinnen, sodass sie nicht nur ihren eigenen Familien helfen, sondern auch zum Wachstum der Volkswirtschaft ihrer Länder beitragen können. Wir investieren in die Bildung von Mädchen, damit sie einer frühen Zwangsheirat entgehen, den Teufelskreis der Armut durchbrechen und sich schließlich zu führenden Mitgliedern ihrer Gemeinden und zu engagierten Bürgerinnen entwickeln können. Die Verbesserung der Bildungschancen von Mädchen und Frauen sowie des Zugangs zu Ressourcen führt auch zur Verbesserung der Gesundheit und Bildung der nächsten Generation.

Wir arbeiten mit Partnern überall auf der Welt zusammen, um die Gesundheit von Müttern zu verbessern, Landwirtinnen zu stärken und geschlechtsspezifische Gewalt zu verhindern und gegen sie anzugehen, da jede Gesellschaft davon profitiert, wenn Frauen in Sicherheit leben, gesund sind und ihre Arbeitskraft, ihre Führungsqualitäten und ihre Kreativität in die Weltwirtschaft einbringen können. Überall setzen sich US-Diplomaten für die umfassende Einbindung von Frauen in Friedensverhandlungen und sicherheitspolitische Bestrebungen ein, denn die Berücksichtigung der Erfahrungen, Belange und Kenntnisse von Frauen kann zukünftige Konflikte verhindern und zu dauerhafterem Frieden führen.

Der heutige Weltfrauentag ist ein Tag zum Feiern. Außerdem müssen wir uns an diesem Tag alle erneut dafür engagieren, der mangelnden Gleichberechtigung, die überall auf der Welt Fortschritte verhindert, ein Ende zu setzen. Wir können und müssen uns dafür einsetzen, damit unsere Töchter ohne Angst mit dem Bus zur Schule fahren können, damit unsere Schwestern ihr unglaubliches Potenzial und alle Mädchen und Frauen ihr Talent entfalten können.

 

Originaltext: Why women are central to U.S. foreign policy

Women’s History Month 2013

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Proklamation von US-Präsident Barack Obama zum Women’s History Month 2013 vom 1. März 2013.

Seit mehr als 200 Jahren wächst unsere Nation in der einfachen Überzeugung, dass wir alle gleich geschaffen sind. Diese Überzeugung unterscheidet die Vereinigten Staaten von allen anderen Orten der Welt und macht sie zu einem Land, in dem man unabhängig davon, woher man kommt oder wie man aussieht so weit kommen kann, wie es die eigenen Fähigkeiten zulassen.

Während des Women’s History Month erinnern wir an diejenigen, die gekämpft haben, damit nicht nur ihre Söhne, sondern auch ihre Töchter diese Freiheit für sich beanspruchen können. Diese vom Wahlrecht ausgeschlossenen Frauen setzten sich dafür ein, die Lücke zu schließen, die in den Vereinigten Staaten zwischen Anspruch und Wirklichkeit bestand. Sie handelten in der Überzeugung, dass unsere Union jedem Bürger, der darauf Anspruch erhebt, echte Gleichheit gewähren kann.

Jedes Jahr trafen sich diese Visionärinnen, um zu marschieren und zu mobilisieren und zu demonstrieren, was eigentlich selbstverständlich sein sollte. Sie machten aus einem Treffen in Seneca Falls eine Bewegung, die in jeder Gemeinde Widerhall fand, und stellten sich gegen unsere höchsten Institutionen.

Nach Jahrzehnten langsamer, stetiger und außergewöhnlicher Fortschritte wurde die Gleichberechtigung von Frauen gesetzlich verankert. Damit erhielten Generationen von Mädchen eine Zukunft, die ihrem Potenzial gerecht wurde.

Dieses Vermächtnis des Wandels ist in unserem Leben allgegenwärtig. Frauen machen fast die Hälfte der Arbeitnehmerschaft und mehr als die Hälfte der Collegeabsolventen in unserem Land aus. Aber auch heute noch schultern zu viele Frauen die Last der Diskriminierung. Sie werden für ihre Arbeit schlechter bezahlt, leisten höhere Krankenversicherungsbeiträge oder haben zu wenig Möglichkeiten, sich aus familiären Gründen beurlauben zu lassen. Diese Dinge betreffen uns alle, und wenn wir sie nicht angehen, werden sie den Fortschritt in unserem Land hemmen.

Deshalb hat meine Regierung die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen vom ersten Tag an zur Priorität erhoben – von der Unterzeichnung des Lilly-Ledbetter-Gesetzes über gerechte Entlohnung (Lilly Ledbetter Fair Pay Act ) bis hin zur Sicherstellung, dass Frauen unter den Spitzenwissenschaftlern und –ingenieuren besser vertreten sind. Deshalb haben wir im Rahmen des Gesetzes über bezahlbare Gesundheitsfürsorge (Affordable Care Act) stärkere Schutz- und Präventionsmaßnahmen für Frauen eingeführt. Deshalb haben wir uns für mehr Flexibilität am Arbeitsplatz, besseren Zugang zu Kapital und Ausbildungsmaßnahmen für Unternehmen im Besitz von Frauen sowie gleichen Lohn für gleiche Arbeit stark gemacht. Deshalb haben wir Maßnahmen ergriffen, um Gewalt an Frauen im In- und Ausland zu bekämpfen und es Frauen auf der ganzen Welt zu ermöglichen, ihre politischen und wirtschaftlichen Chancen vollständig auszuschöpfen.

Es wird nicht einfach sein, diese Herausforderungen zu bewältigen. Aber unsere Geschichte zeigt, dass es kein Hindernis gibt, das wir nicht überwinden können, wenn wir Entschlossenheit und Einfallsreichtum mit unseren grundlegenden Überzeugungen verbinden. Wir können unserem Gründungscredo treu bleiben, dass in den Vereinigten Staaten alles für alle möglich sein sollte.  Diese Einstellung brachte unsere Mütter und Großmütter dazu, für eine Welt zu kämpfen, in der ihre Töchter nicht an Grenzen stoßen, die sie von ihren Träumen fernhalten könnten. Heute, da wir uns den bestimmenden Themen unserer Zeit stellen, blicken die Vereinigten Staaten auf die nächste Generation derer, die mobilisieren und marschieren und die Richtung vorgeben.

AUF GRUND DESSEN ERKLÄRE ICH, BARACK OBAMA, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, kraft des mir durch die Verfassung und die Gesetze der Vereinigten Staaten verliehenen Amtes, hiermit den Monat März des Jahres 2013 zum Women’s History Month. Ich rufe alle Amerikaner dazu auf, diesen Monat und den Internationalen Frauentag am 8. März 2013 mit entsprechenden Programmen, Feiern und Veranstaltungen zu begehen. Außerdem lade ich alle Amerikaner dazu ein, die Website www.WomensHistoryMonth.gov zu besuchen, um mehr über die Generationen von Frauen zu erfahren, die unsere Geschichte geprägt haben.

ZU URKUND DESSEN setze ich an diesem achtundzwanzigsten Tag des Februar im Jahre des Herrn zweitausenddreizehn und im zweihundertsiebenunddreißigsten Jahr der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten meine Unterschrift unter dieses Dokument.

BARACK OBAMA

Originaltext: Women’s History Month 2013: Proclamation

Sexueller Gewalt ein Ende setzen

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text von Jane Morse, Autorin im Büro für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium, vom 15. Februar 2013.

 

Die ehemalige US-Sonderbotschafterin für globale Frauenfragen, Melanne Verveer

Sexuelle Gewalt an Frauen und Mädchen – in Zeiten des Friedens und des Konflikts – wird nicht enden, ehe sich weit verbreitete Ansichten über Frauen ändern und Gesetze gegen Gewalt um- und durchgesetzt werden, sagte Melanne Verveer, die bis vor kurzem Sonderbotschafterin für Frauenfragen im US-Außenministerium war.

Laut Verveer sei es bei den Bemühungen gegen Gewalt an Frauen besonders wichtig, Mentalitäten und soziale Normen zu ändern. „Frauen werden oft nicht geachtet; das muss sich ändern“, sagte sie am 14. Februar in Washington während einer Podiumsdiskussion beim The Missing Peace Symposium 2013, das vom US-Institut für Frieden (U.S. Institute of PeaceUSIP), einer unabhängigen, überparteilichen Organisation zum Konfliktmanagement des US-Kongresses, veranstaltet wurde.

Diejenigen, die sexuelle Gewalt verüben, müssen laut Verveer verfolgt werden, sonst signalisiere man der Gesellschaft, dass dieses Verhalten gebilligt werde. „Nichts ist deutlicher als wenn man den Preis für etwas bezahlt, das man getan hat“, sagte sie.

Verveer war eine der Hauptrednerinnen des dreitägigen Symposiums, bei dem sich Akademiker, Politiker, multilaterale Organisationen, Regierungsvertreter und Aktivisten über die Ursachen, das Ausmaß und die Muster sexueller Gewalt austauschten.

 

„Sexuelle Gewalt steht nicht nur mit Frieden und Sicherheit, sondern, wie wir wissen, auch mit der öffentlichen Gesundheit, der Wirtschaft, sozialen Themen und der Integration in Zusammenhang. Ob es um Vergewaltigung als Kriegsstrategie oder die Zunahme von häuslicher Gewalt in einer Gesellschaft geht, die einen Konflikt überstanden hat – diese Gewalt ist inakzeptabel. Sie stellt eine Verletzung der Menschenwürde dar.“

 

Sie erwähnte eine Reihe politischer Maßnahmen und Initiativen, die die US-Regierung ins Leben gerufen hat, um auf geschlechtsspezifische Gewalt zu reagieren und sie zu verhindern. Im Dezember 2011 hat Präsident Obama beispielsweise den ersten Nationalen Aktionsplan zu Frauen, Frieden und Sicherheit (United States National Action Plan on Women, Peace, and Security) ins Leben gerufen, der einen umfassenden Fahrplan vorsieht, mit dem Bemühungen der US-Regierung zur Förderung der Teilhabe von Frauen an der Schaffung und Erhaltung von Frieden und zum Schutz von Frauen, Männern, Jungen und Mädchen von geschlechtsspezifischer Gewalt beschleunigt und institutionalisiert werden sollen.

Im April hat die US-Regierung eine umfassende Strategie angekündigt, in deren Rahmen die Bürger geschützt, die Täter zur Rechenschaft gezogen und Gleichgesinnte unterstützt werden sollen. Im August hat die Regierung Obama zum ersten Mal eine US-Strategie zur globalen Verhinderung und Reaktion auf sexuelle Gewalt (U.S. Strategy to Prevent and Respond to Gender-Based Violence Globally) herausgegeben, in die die Bereiche Justiz, Gesetzgebung, Sicherheit, Gesundheit, Bildung, Wirtschaft, soziale Dienstleistungen und humanitäre Entwicklung einbezogen wurden.

Die UN-Sonderbeauftragte des Generalsekretärs für sexuelle Gewalt in Konflikten, Zainab Hawa Bangura

Von den Vereinten Nationen veröffentlichte Resolutionen „heben die Bedeutung von sexueller Gewalt als für den Schutz der Bürger wesentliches Thema hervor“, so Verveer. Sie fügte hinzu: „Nur, wenn Gesetze umgesetzt und Straftäter zur Verantwortung gezogen werden, werden wir einen Abschreckungseffekt dieser Gewalt erleben, insbesondere während und nach akuten Konflikten. Wir müssen erkennen, dass Straflosigkeit die Beilegung von Konflikten und den Aufbau einer friedlichen Gesellschaft untergräbt.“

Die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates haben laut Zainab Hawa Bangura, der Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs für sexuelle Gewalt in Konflikten, „den völkerrechtlichen Rahmen geboten, damit wir die Ursachen für sexuelle Gewalt in Konflikten bekämpfen können, und sie sind eine klare Botschaft an Regierungen, die die oberste moralische und rechtliche Verpflichtung haben, ihre Bürger zu beschützen und dieses Verbrechen zu verhindern.“

In ihrer Rede vor dem Symposium sagte Bangura, die UN-Resolutionen wiesen auch darauf hin, „dass die Tage gezählt sind, in denen Übergriffe auf Frauen in Konflikten als nicht zu verhindernde und bedauerliche Nebenhandlung des Krieges galten. Jetzt ist ganz klar: Wer diese Straftat begeht, wird von uns befragt, strafrechtlich verfolgt und bestraft. Man kann sich nicht mehr verstecken, und wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen, die Täter zu finden und ihren Taten ein Ende zu setzen – auch durch das Verhängen von Reiseverboten, das Einfrieren von Vermögen und andere Sanktionen.“

„Wir versuchen außerdem, wirksamere Sanktionen für diejenigen zu entwickeln, die nicht reisen und nicht über international angelegtes Vermögen verfügen“, sagte sie.

Bengura betonte, dass Führungsstärke und Verantwortungsbewusstsein innerhalb der einzelnen Länder vonnöten sei. „Lösungen können nicht von außen aufgezwungen werden“, sagte sie. „Mehr als alles andere wird ein Wandel im Denken aller benötigt – von Politikern über Aktivisten zu Journalisten und Bürgern. Alle Bereiche der Gesellschaft müssen die verhängnisvollen Auswirkungen dieser Geißel erkennen und entschlossen sein, dies zu beenden.“

Sexueller Gewalt an Frauen, insbesondere in Konflikten, ein Ende zu setzen, werde nicht einfach sein, gab Bangura zu, aber sie sagte auch: „Ich bin davon überzeugt, dass sexuelle Gewalt kein bedauerlicher Kollateralschaden ist, sondern ein Verbrechen, das durch Bildung, Stärkung der Rechte von Frauen, Gleichberechtigung, Justiz und Sicherheit ausgemerzt werden kann. „Wir verfügen über die nötigen Instrumente. Jetzt müssen wir den Willen aufbringen, sexueller Gewalt in Konflikten ein Ende zu setzen.“

Mehr zum Thema Gewalt an Frauen finden Sie auf dem Blog des US-Außenministeriums und in dem Text Eine Milliarde erhebt sich.

 

Originaltext: Changing Mindsets Is Needed to End Sexual Violence

 

Internationaler Null-Toleranz-Tag zur Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel von Melanne Verveer, Sonderbotschafterin für weltweite Frauenfragen des US-Außenministeriums, der am 7. Februar 2013 auf dem offiziellen Blog des US-Außenministeriums, DipNote, erschien.

Am 6. Februar 2013 wurde zum zehnten Mal der internationale Null-Toleranz-Tag zur Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung begangen. Ich hatte das Privileg, im Außenministerium eine Diskussionsrunde zu diesem Thema zu leiten, um die weltweite Aufmerksamkeit auf diese schädliche Tradition zu lenken, durch die das Leben, die Würde und das Wohlbefinden von Frauen und Mädchen in viel zu vielen Orten auf der ganzen Welt gefährdet werden.

Engagierte Aktivistinnen und Führungspersönlichkeiten wie Amina Salum Ali, Botschafterin der Afrikanischen Union in den Vereinigten Staaten, Dr. Nawal Nour, Amerikanerin sudanesischer Abstammung vom Brigham and Women’s Hospital in Boston, Bacary Tamba von Tostan, einer Nichtregierungsorganisation (NRO) im Senegal, und Jessie Hexpoor von Hivos, einer NRO aus den Niederlanden, waren unter den Diskussionsteilnehmern. Jede von ihnen leistet einen großen Beitrag zur Beendigung der weiblichen Genitalverstümmelung und sie zeigen, warum eine umfassende und von der Gemeinde vor Ort betriebene Herangehensweise unerlässlich ist, um nachhaltigen Fortschritt zu erreichen. Diese Veranstaltung brachte Aktivisten anderer NRO, des diplomatischen Corps und Politiker der US-Regierung zusammen, um Möglichkeiten zur Zusammenarbeit unterschiedlicher Interessensgruppen zu finden, um die weibliche Genitalverstümmelung zu beenden. Dank moderner Technik konnten 1.648 Teilnehmer aus 30 Ländern online an einer interaktiven virtuellen Diskussion teilnehmen.

Weibliche Genitalverstümmelung, eine Praktik, bei der die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane vollständig oder teilweise entfernt werden, wird oft von nicht ausgebildeten Personen ohne Betäubung durchgeführt. Als Instrumente werden abgebrochene Glassplitter, Deckel von Blechdosen, Scheren oder nicht sterile Rasierklingen benutzt. Abgesehen von großen Schmerzen und starker Traumatisierung bergen die schlimmsten Formen der Genitalverstümmelung auch ernsthafte kurz- und langfristige gesundheitliche Risiken wie Blutungen, Infektionen und ein erhöhtes Risiko einer HIV-Übertragung in sich. So werden Mädchen der Gefahr einer Kinderheirat und einer frühen Schwangerschaft ausgesetzt und bei Frauen kann eine Schwangerschaft sogar zum Tod führen. Eine der Diskussionsteilnehmerinnen fasste dies zusammen: Durch diese Praxis werden „Frauen zu Grunde gerichtet“.

Weltweit haben sich schätzungsweise 100 bis 140 Millionen Frauen einer Genitalverstümmelung unterziehen müssen. Dort, wo diese Praktik am häufigsten durchgeführt wird, ist Genitalverstümmelung als Ritual des Übergangs in das Erwachsenenleben akzeptiert und nicht als die schädliche Tradition und Menschenrechtsverletzung angesehen, die sie eigentlich ist. Andernorts ist dies ein Tabuthema, das verdrängt wird, und die Frauen und Mädchen, die sich dieser Prozedur unterziehen müssen, leiden still für sich. Diese Praktik wird zwar meist mit den Staaten südlich der Sahara in Verbindung gebracht, wird aber auch in anderen Teilen der Welt durchgeführt, wie beispielsweise im Nahen Osten oder in Diasporagemeinden in Europa und den Vereinigten Staaten.

Im Rahmen der Diskussionsrunde haben wir daran erinnert, wie die First Ladies vier afrikanischer Länder zu den ersten gehörten, die das Thema Genitalverstümmelung auf die weltweite Agenda setzten. Zehn Jahre später verabschiedeten die Vereinten Nationen im Dezember 2012 eine Resolution, die die Mitgliedsstaaten dazu aufrief, ihre Bemühungen für die Beendigung dieser Praktik in ihren Ländern zu intensivieren. Wir haben beachtliche Fortschritte gemacht. Aber obwohl Resolutionen sicherlich bedeutend und erforderlich sind, wie die Diskussionsteilnehmer betonten, sind es die Bemühungen an der Basis, die den Weg dahin ebnen, dass sozial fest verankerte Normen abgeschafft und Gemeinden dazu in die Lage versetzt werden, diese Praktik abzuschaffen. Dazu gehört die Aufklärung von Männern, Jungen, Dorfältesten und religiösen Vertretern über die schwerwiegenden gesundheitlichen Konsequenzen der Genitalverstümmelung und die Gründe dafür, warum dies nicht nur für Frauen und Mädchen schädlich ist, sondern für die Familien, Gemeinden und ganze Länder.

Länder, die große Fortschritte in Richtung einer Abschaffung dieser Prozedur erzielt haben, wie beispielsweise der Senegal oder Burkina Faso, dienen hauptsächlich aufgrund der Führungsstärke lokaler Gemeinden als Vorbilder, die tief verwurzelte Denkweisen, Normen und Praktiken ablehnen, die die Genitalverstümmelung fördern. Es war ermutigend, von den von Tostan entwickelten Programmen zu hören, die die gesamte Gemeinde einbeziehen, um die geltenden Normen so zu ändern, dass die Gesundheit von Frauen und Mädchen geschützt wird. Programme wie diese sollten überall durchgeführt werden. Zu den Bemühungen, das Thema Genitalverstümmelung auch innerhalb von Diasporagemeinden anzusprechen, gehört eine aktive Zusammenarbeit mit Immigrantenfamilien und deren Aufklärung über Gesetze gegen diese Praktik sowie über die schwerwiegenden Konsequenzen für die Gesundheit und das Leben ihrer Töchter. Eine der positivsten Entwicklungen hier in den Vereinigten Staaten ist das Gesetz zum Schutz von Mädchen (Girls Protection Act). Das Gesetz, das vor einem Monat verabschiedet wurde, verbietet es Familien, ihre Kinder ins Ausland zu schicken, um sie im jeweiligen Ursprungsland einer Genitalverstümmelung zu unterziehen.

Während der vergangenen zehn Jahre haben wir zwar Fortschritte bei der Abschaffung der Genitalverstümmelung gemacht, aber am zehnten Jahrestag des Null-Toleranz-Tags werden wir dennoch daran erinnert, dass noch viel Arbeit für uns zu tun bleibt. Indem wir zusammenarbeiten, den politischen Willen und das aktuelle Engagement nutzen, können wir eine Welt schaffen, in der keine Frau und kein Mädchen diese schreckliche Prozedur erleiden muss. Vielmehr werden sie die Möglichkeit haben, ihr gesamtes Potenzial frei zu entfalten.

 

Originaltext: International Day of Zero Tolerance to FGM: Working Together To End a Devastating Practice

Rekordzahl von Frauen im 113. US-Kongress

Nach ihrer offiziellen Vereidigung machte Senatorin Kirsten Gillibrand ihrem Sohn Henry mit einer nachgestellten Zeremonie eine Freude, bei der Vizepräsident Biden mitwirkte.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text von Jane Morse, Autorin im Büro für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium, vom 7. Januar 2013.

 

Eine Rekordzahl von Frauen – 101 in beiden Kammern – wurde in den neuen US-Kongress gewählt. Sie sagen, ihr kooperativeres Vorgehen werde sich bemerkbar machen.

„Ich denke, Frauen bringen eine etwas andere Sicht auf die Dinge mit“, sagte die demokratische Abgeordnete Tammy Duckworth aus Illinois der New York Times. Der demokratischen Abgeordneten Tulsi Gabbard aus Hawaii zufolge werden die Frauen im Kongress unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit „viel häufiger parteiübergreifend arbeiten. Wir sind weitaus pragmatischer, aber jede von uns hat ihre eigene Geschichte.“

„Ich denke, bei allem Respekt für unsere männlichen Kollegen, dass Frauen sehr viel kooperativer vorgehen“, sagte die republikanische Senatorin Susan Collins aus Maine gegenüber Diane Sawyer von ABC News.

„Ich lehne den Gedanken ab, dass es „Frauenthemen“ gibt, sagte Collins. „Denn jedes Thema, ob Krieg, Steuern oder Bildung, betrifft Frauen in diesem Land. Aus diesem Grund ist es so wichtig, dass Frauen in allen Ausschüssen sitzen und dort auch den Vorsitz haben.“

Bei der ersten Zusammenkunft des 113. Kongresses am 3. Januar wurden 20 Frauen für ihr Amt im Senat und 81 Frauen für ihr Amt im Repräsentantenhaus vereidigt.

„Ich kann Ihnen eines sagen: Wir wollen es anpacken“, sagte die demokratische Senatorin Barbara Mikulski aus Maryland nach der Vereidigung über die weiblichen Senatoren der Republikaner und Demokraten. „Wir sind bereit, eine starke Kraft in der amerikanischen Politik zu sein.“

Mikulski ist die erste weibliche Vorsitzende des einflussreichen Haushaltsausschusses des Senats. Sie ist außerdem die dienstälteste Senatorin und dienstälteste Frau in der Geschichte des US-Kongresses. Sie wurde 1976 zum ersten Mal in den Kongress gewählt.

US-Senatoren werden für sechs Jahre gewählt, die Abgeordneten im Repräsentantenhaus für zwei Jahre. Jeder Staat hat zwei Senatoren. Die Zahl der Abgeordneten im Repräsentantenhaus wird anhand der Einwohnerzahl der Bundesstaaten ermittelt.

Ein Staat – New Hampshire – hat eine ausschließlich aus Frauen bestehende Delegation in den Kongress entsandt. Kaliforniern und der Staat Washington werden jeweils von zwei Frauen im Senat vertreten. In Nebraska wurde mit der Republikanerin Deb Fischer zum ersten Mal eine Senatorin gewählt.

„Das war eine historische Wahl“, sagte Fischer. „Aber was wirklich Spaß gemacht hat, waren die Mütter und Väter, die während des Wahlkampfs mit ihren Töchtern zu mir kamen und fragten: ‚Können wir ein Foto mit Ihnen machen?‘“

Der 113. Kongress ist auch der vielfältigste Kongress in der Geschichte des Landes. In ihm sind 31 Amerikaner lateinamerikanischer Abstammung, 12 Amerikaner asiatischer Herkunft und sieben Mitglieder vertreten, die sich offen zu ihrer Homosexualität oder Bisexualität bekennen.

Gabbard und die demokratische Abgeordnete Tammy Duckworth aus Illinois sind die ersten Veteraninnen im Kongress. Sie haben im Irakkrieg gekämpft.

Auch die religiöse Vielfalt im US-Kongress hat zugenommen. Die demokratische Senatorin Mazie Hirono aus Hawaii ist die erste Buddhistin im Senat und Gabbard ist die erste Kongressabgeordnete, die dem Hinduismus angehört.

Obwohl die Vereidigungszeremonie für die weiblichen Kongressabgeordneten ein freudiger Anlass war, sagte die demokratische Senatorin Claire McCaskill aus Missouri, die ihre zweite Amtszeit beginnt, gegenüber der New York Times: „Ich glaube, dass wir erst zufrieden sein sollten, wenn wir im Senat prozentual ebenso viele Frauen haben wie in der Bevölkerung. Es liegt also noch einen langer Weg vor uns.“

Dennoch gewinnen die Frauen im Senat inzwischen an Dienstjahren und übernehmen wichtige Aufgaben in Ausschüssen.

Die demokratische Senatorin Patty Murray aus Washington wird dem Haushaltsausschuss des Senats vorsitzen. Die demokratische Senatorin Maria Cantwell aus Washington wurde für eine dritte Amtszeit gewählt und übernimmt den Vorsitz des Ausschusses für Angelegenheiten amerikanischer Ureinwohner des Senats. Cantwell sitzt zudem im Finanz-, Handels- und Energieausschuss sowie im Ausschuss für natürliche Ressourcen. Die republikanische Abgeordnete des Repräsentantenhauses Jaime Herrera Beutler aus Washington ist Mitglied im Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses. Fischer aus Nebraska wird im Verteidigungsausschuss, im Ausschuss für Umwelt und öffentliche Bauvorhaben, im Ausschuss für Angelegenheiten amerikanischer Ureinwohner, im Ausschuss für kleine Unternehmen sowie im Handelsausschuss sitzen.

 

Originaltext: Record Number of Women in 113th U.S. Congress

 

Afghanische Mädchen leisten einen aktiven Beitrag zur Bildung

Bildung für Frauen in Afghanistan.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag von Dawn McCall, Koordinatorin des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium, aus DipNote, dem offiziellen Blog des US-Außenministeriums, vom 19. Dezember 2012.

 

Das Internet mag vielleicht wichtig sein, aber es ist nicht alles. Im ländlichen Afghanistan nutzen mutige und talentierte junge Frauen, die noch nie etwas vom Internet gehört haben, Fähigkeiten, die heute oft mit Nutzern sozialer Medien assoziiert werden – Initiative, Einfallsreichtum und soziale Verbindungen –, um einen spürbaren Beitrag zu ihrer Gesellschaft zu leisten.

 

Während meines letzten Besuchs im Bezirk Guzara bei Herat, nahe der westlichen Grenze Afghanistans zum Iran, habe ich Mädchen im Teenager-Alter gesehen, die sich selbst Englisch beibrachten und jüngeren Jugendlichen Sprachunterricht gaben. Diese jungen Frauen haben mit der Afghan Women Educational and Professional Improvement Organization – einer ehrgeizigen Organisation in einem spärlich eingerichteten Büro, das aus drei Räumen besteht – zusammengearbeitet. Diese Organisation bietet Material für die Lehrplanerstellung für Lehrer in einer nahe gelegenen Mädchenschule, Räumlichkeiten zum Lernen für die Schüler dieser Schule und – wie die jungen, aufstrebenden Englischlehrerinnen zeigen – einen Ort, an dem Frauen ihre Fähigkeiten entwickeln können, um einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.

 

Diese aktiven und energiegeladenen jungen Frauen stellen eine Verbindung zwischen der Bildung und den Mitgliedern ihrer Gemeinde her, für die eine Busfahrt über 16 km in die Zentralbibliothek von Herat, dem am nächsten gelegenen Ort mit ähnlichem Angebot, nicht machbar wäre.

 

Obwohl die Mädchen, die ich getroffen habe, das Internet nicht nutzen und niemals von Facebook gehört haben, sehnen sie sich nach Informationen über die Welt außerhalb Guzaras und insbesondere nach englischsprachigen Materialien. Die bescheidene Bibliothek bietet amerikanische und britische Literatur sowie Material in Farsi, Paschtu und europäischen Sprachen.

 

Eines der beliebtesten Bücher in der Bibliothek, die durch einen kleinen Zuschuss aus dem Topf für erweiterte Öffentlichkeitsarbeit finanziert wurde, ist ein Buch, das vor Ort gestaltet und gedruckt wurde. Auf gegenüberliegenden Seiten stehen Reden von Präsident Obama jeweils auf Englisch und Dari. Die jungen Freiwilligen verwenden diese Reden als Lehrmaterial, um den anderen Mädchen aus dem Bezirk amerikanisches Englisch beizubringen. Das Buch wurde inzwischen um weitere Bücher in einem ähnlichen Format über die amerikanische Kultur und den amerikanischen Staat ergänzt.

 

Mein Besuch in Guzara hat mir zwei Dinge gezeigt. Erstens, viele Schüler und Studenten auf der ganzen Welt wollen Englisch lernen. Zweitens, Frauen können in ihrer Gemeinde Vorreiterinnen sein, um dieses Ziel – und viele weitere Ziele – zu erreichen und zwar durch ganz einfache Mittel wie Zugang zu Informationen, einen sicheren Ort zum Lernen und Netzwerke mit Unterstützung durch Altersgenossen.

 

Originaltext: Afghan Girls Lead Peer Education

Frauen: Akteurinnen für Frieden

Die Broschüre des US-Außenministeriums.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text vom Büro für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium vom 11. Dezember 2012.

2011 riefen die Vereinigten Staaten einen nationalen Aktionsplan ins Leben, um eine VN-Resolution umzusetzen, die eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an der Lösung von Konflikten und der Schaffung von Frieden vorsieht.

Der Nationale Aktionsplan zu Frauen, Frieden und Sicherheit spiegelt wider, dass in den Ländern, in denen Frauen gleiche Rechte und Chancen haben, mehr Frieden und Wohlstand herrscht. Der Plan garantiert, dass alle Aspekte des Themas Gleichberechtigung bei diplomatischen, militärischen und entwicklungspolitischen Aktivitäten berücksichtigt werden.

Der Plan legt fest, wie Frauen – die Hälfte der Weltbevölkerung – als gleichberechtigte Partner bei der Vermeidung von Konflikten und dem Aufbau von Frieden in Ländern, die von Krieg, Gewalt und Unsicherheit bedroht sind, in internationale Bemühungen der Vereinigten Staaten Frauen eingebunden werden.

Gemäß dem Präsidialerlass von Präsident Obama, durch den der Plan ins Leben gerufen wurde, ist diese Gleichberechtigung für die Sicherheit der Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt unerlässlich. Die Vereinigten Staaten schlossen sich 30 anderen Ländern an, die ähnliche Pläne verabschiedet haben. Dies sind einige der US-Richtlinien:

- Die Förderung der Gleichberechtigung und die Unterstützung von Frauen und Mädchen in Konfliktgebieten

- Die Unterstützung der vollständigen Teilhabe von Frauen an der Vorbeugung und Beilegung von Konflikten und dem Aufbau von Frieden

- Der Schutz von Frauen und Mädchen, die verhältnismäßig häufig von Konflikten, geschlechtsspezifischer Gewalt, Ausbeutung, Diskriminierung, Menschenhandel und anderen Formen des Missbrauchs betroffen sind

- Die Förderung der Stabilität durch Investitionen in Gesundheit, Bildung und wirtschaftliche Chancen für Frauen und Mädchen

- Die Reaktionen auf Katastrophen und humanitäre Krisen, bei denen die besonderen Bedürfnisse von Frauen und Mädchen berücksichtigt werden

 

EINE VISION UMSETZEN

Im Oktober 2000 verabschiedete der VN-Sicherheitsrat die Resolution 1325, um „die wichtige Rolle von Frauen bei der Vorbeugung und Beilegung von Konflikten und dem Aufbau von Frieden … sowie die Notwendigkeit anzuerkennen, ihre Rolle bei der Entscheidungsfindung mit Hinblick auf die Prävention und Lösung von Konflikten zu stärken.“

Erfahrungen aus Nordirland, Liberia und anderen Regionen haben bereits gezeigt, dass Frauen, wenn sie beteiligt werden, Abkommen eher unterstützen, die Sicherheit und Dienstleistungen für ihr Umfeld bedeuten, ohne Berücksichtigung von „Gewinn“ oder „Verlust“.

Weibliche Teilnehmer neigen eher dazu, den Fokus auf Themen zu legen, die für den Frieden wichtig sind, aber in offiziellen Verhandlungen häufig übersehen werden, wie beispielsweise Menschenrechte, Gerechtigkeit, nationale Aussöhnung und wirtschaftliche Erneuerung. Sie bilden Bündnisse über ethnische und regionale Grenzen hinweg und setzen sich für Randgruppen ein. Sie können als Vermittler agieren und im Rahmen eines Wiederaufbauprozesses  Kompromisse fördern.

 

ERSTE LEHREN

Die Bedeutung der Beteiligung von Frauen an Frieden und Sicherheit hat sich an vielen Stellen gezeigt. Frauen aus verfeindeten Gemeinden in Nordirland haben durch die Northern Ireland Women’s Coalition Brücken gebaut und einen jahrzehntelangen Konflikt beendet. Ruandische Frauen haben dazu beigetragen, nach der grausamen Gewalt zwischen Hutus und Tutsis ihre Gemeinden auf den Weg in Richtung Frieden und Wohlstand zu bringen. Sie haben die Grundlage für den höchsten prozentualen Anteil von Frauen im Parlament weltweit gelegt.

 

DIE HERANGEHENSWEISE DER VEREINIGTEN STAATEN

Der US-Plan sieht vor, dass Regierungsbehörden, die mit anderen Ländern zusammenarbeiten, die Fertigkeiten von Frauen für die Schaffung von Frieden auf politischer Ebene fördern. Das schließt ein, dass Frauen darin ausgebildet werden, in ihrer lokalen oder nationalen Regierung eine aktive Rolle zu übernehmen. Zu weiteren Aufgaben gehören die Entwicklung von Gesetzen und politischen Maßnahmen, die die Frauenrechte fördern, die Erweiterung der Kapazitäten von VN-Mechanismen (Strafverfolgung, Streitkräfte und andere), um mit Konflikten zusammenhängende Gewalt an Frauen zu verhindern und auf sie zu reagieren, sowie die Garantie eines gleichberechtigten Zugangs für Frauen bei der Verteilung von Hilfsgütern und Notfallhilfe.

Das US-Außenministerium unterstützt die Umsetzung des US-Plans durch die Förderung der Rolle von Frauen beim Aufbau von Frieden und der Erholung in Afghanistan, Südsudan, Burma und anderen Ländern. In den Ländern des arabischen Frühlings unterstützt das US-Außenministerium die Beteiligung von Frauen an der Politik und die Stärkung ihrer Rolle bei der Reform der Sicherheit.

In der demokratischen Republik Kongo, in Nepal und in El Salvador arbeitet das US-Außenministerium mit Frauengruppen zusammen, um Gerechtigkeit für die Überlebenden geschlechtsspezifischer Gewalt in Konfliktsituationen zu erwirken. Darüber hinaus fördert das US-Amt für internationale Entwicklung (U.S. Agency for International Development – USAID) unter anderem das Verhandlungsgeschick von Frauen in der Region Mindanao auf den Philippinen, bildet Polizeikräfte in Nepal aus und erhöht die Anzahl registrierter Wählerinnen im Jemen.

 

LEITLINIEN

Die Vereinigten Staaten wissen, dass Millionen Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt nicht am öffentlichen Leben teilhaben können, Opfer von Gewalt werden oder keinen Zugang zu Bildung haben. Derartige Ausgrenzungen verhindern in Ländern, wo diese auftreten, Wirtschaftswachstum und wirtschaftliche Chancen. Sie stehen in starkem Kontrast zur amerikanischen Auffassung von Gerechtigkeit, zu dem Glauben, dass kein Land Fortschritte machen kann, wenn es die Hälfte seiner Bevölkerung unterdrückt und deren Begabungen, Energie und Talente bei der Gestaltung einer Zukunft nicht nutzt. Die Vereinigten Staaten werden Frauen weiterhin als Akteurinnen für den Frieden unterstützen.

Originaltext: Women as Agents of Peace

 

Public Diplomacy als Instrument zur Förderung der Belange von Frauen und der Gleichberechtigung

LOS ANGELES – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel der Sonderbotschafterin für globale Frauenfragen im US-Außenministerium, Melanne Verveer, der auf der Website des Center on Public Diplomacy der University of Southern California erschien.

Präsident Barack Obama ernannte Melanne Verveer zur Sonderbotschafterin für globale Frauenfragen. In ihrer Funktion als Leiterin des neuen Referats für globale Frauenfragen im US-Außenministerium koordiniert Botschafterin Verveer außenpolitische Themen und Aktivitäten bezüglich der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Förderung der Frauen in aller Welt. Botschafterin Verveer war zuvor als Vorsitzende und Mitgeschäftsführerin von Vital Voices Global Partnership tätig, einer gemeinnützigen internationalen Organisation, die sie mitbegründete. Vor ihrer Tätigkeit bei Vital Voices arbeitete Botschafterin Verveer in der Regierung Clinton als Assistentin des Präsidenten und als Stabschefin der First Lady und unterstützte die damalige First Lady Hillary Clinton als Hauptassistentin bei ihren weitreichenden Aktivitäten zur Förderung der Rechte von Frauen, von gesellschaftlicher Entwicklung, Demokratie und friedensbildenden Maßnahmen. Sie leitete außerdem die Bestrebungen des Präsidenten zur Gründung des Interagency Council on Women. Botschafterin Verveer hat einen B.A. und einen M.A. der Georgetown University. Sie ist Mitglied des Council on Foreign Relations, der Women’s Foreign Policy Group und zahlreicher anderer Organisationen.

 

“Kein Land kann Fortschritte machen, wenn Frauen nicht alle Rechte zuerkannt werden und sie nicht die Chance erhalten, sich voll am Leben ihrer Gesellschaft zu beteiligen.”

US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton trifft sich am 1. Dezember 2011 mit Mitgliedern des Unterhauses des Parlaments von Burma in Nay Pyi Taw. © State Department photo/ Public Domain

Seit Präsident Obama und Außenministerin Clinton mich 2009 zur ersten Sonderbotschafterin der Vereinigten Staaten für globale Frauenfragen beriefen, bin ich in mehr als 50 Länder gereist und habe Frauen und Männer aus allen gesellschaftlichen Bereichen kennengelernt. Ich habe viele unterschiedliche Menschen kennengelernt – von den Geschäftsführerinnen von Konzernen bis hin zu Frauen, die Nichtregierungsorganisationen leiten. Wo auch immer ich war, habe ich versucht, mit den Instrumenten der Public Diplomacy die gleiche, einfache Botschaft zu vermitteln: Die Stärkung der Rechte von Frauen – der Schutz ihrer Rechte, die Berücksichtigung ihrer Stimme, die Investition in ihr Potenzial – ist für Frieden, Wohlstand und Stabilität auf der Welt entscheidend. Kurz gefasst, wie meine Chefin, Außenministerin Clinton, sagt: Es ist nicht nur die richtige, sondern auch eine kluge Entscheidung.

In den vergangenen vier Jahren wurde die Förderung der Rechte von Frauen in die offiziellen diplomatischen Bemühungen der Regierung Obama integriert. Mit der Verleihung des Botschafterstatus an die leitende Beraterin und Fürsprecherin für Frauen im Außenministerium haben Außenministerin Clinton und Präsident Obama der Welt signalisiert, dass die Belange von Frauen ein integraler Bestandteil der US-Außenpolitik sind. Außenministerin Clinton spricht die Belange von Frauen regelmäßig in Gesprächen mit ihren Amtskollegen aus dem Ausland und auch bei hochrangigen multilateralen Gipfeltreffen wie der APEC oder der G8 an. Die Belange von Frauen wurden in die jährlichen Dialoge der Vereinigten Staaten mit China, Indien und Indonesien integriert. Wir haben offizielle Regierungsvereinbarungen mit den Regierungen von Brasilien, Mexiko und Norwegen unterzeichnet, um gemeinsam an der Förderung von Frauenrechten und der Bekämpfung der Gewalt an Frauen auf der ganzen Welt zu arbeiten.

Botschafterin Verveer besichtigt ein Mikrofinanzierungsprojekt des US-Amts für internationale Entwicklung in Cikarang. © USAID/Roman Woronowyczt

Im April veröffentlichte Außenministerin Clinton die erste Richtlinie zu Geschlechterfragen, die die Mitarbeiter im Außenministerium und im auswärtigen Dienst dazu verpflichtet „alle verfügbaren Instrumente“ zu nutzen, um Frauen auf der ganzen Welt zu unterstützen und zu fördern. Die Instrumente der erweiterten Öffentlichkeitsarbeit sind für unsere Bemühungen absolut unerlässlich. Außenministerin Clinton nimmt sich bei jeder Reise, trotz ihres vollen Terminkalenders, immer auch die Zeit, mit Frauen unterschiedlicher Herkunft – Studentinnen, Unternehmerinnen, gewählten Vertreterinnen – und auch mit Ureinwohnerinnen sowie denjenigen zusammenzukommen, die seit jeher an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Die Botschaft, dass die Vereinigten Staaten Frauenrechte fördern und die Stärkung der Frauen in den Mittelpunkt der Außenpolitik gerückt haben, wird durch die Außenministerin kommuniziert, die sich die Zeit nimmt, um Frauen zu treffen, die in Fabriken arbeiten, kleine Bauernhöfe betreiben, Unternehmen oder eine NRO leiten, und nicht durch eine Äußerung zu einem ausländischen Amtskollegen oder eine Zeile in einer gemeinsamen Erklärung.

Zudem nutzen wir die Möglichkeiten der erweiterten Diplomatie, um die klaren Beweise dafür zu verbreiten, dass Investitionen in Frauen und den Schutz ihrer Rechte zu besseren Ergebnissen führen, nicht nur für die Frauen selbst, sondern für ganze Nationen. Wenn ich eine Mädchenschule in Neu Delhi oder eine Unterkunft für Opfer häuslicher Gewalt in Guatemala besuche, trage ich dazu bei zu zeigen, dass Investitionen in die Gesundheit und die Bildung von Frauen und Mädchen nicht nur zu einem besseren Leben für die Frauen selbst führen, sondern auch dazu, dass ihre Kinder gesünder sind und dass die Volkswirtschaft ihres Landes wächst. Außerdem haben wir die erweiterte Diplomatie genutzt, um die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die zentrale, aber traditionell gesehen oft weniger augenscheinliche Rolle gelenkt, die Frauen bei der Lösung globaler Probleme spielen können – von Klimawandel über Nahrungsmittelsicherheit bis zur Beendigung von Kriegen und dem Aufbau von Frieden. Wenn die politischen Referenten unserer Botschaften sich in Afghanistan mit weiblichen Führungspersönlichkeiten treffen, fördern wir den Gedanken, dass die Einbindung der Frauen in politische Entscheidungsfindungsprozesse und Friedensverhandlungen zu besserer Regierungsführung und stabileren Friedensversträgen führen kann. Wenn mein Büro Treffen zum Aufbau von Netzwerken und Weiterbildungen für Unternehmerinnen in Osteuropa, Südasien, Afrika oder Lateinamerika veranstaltet, können wir dazu beitragen, die Tatsache, dass von Frauen geführte Unternehmen einen wichtigen Beitrag zum Wachstum des BIP geleistet haben und weiter leisten werden.

US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton und First Lady Michelle Obama bei einem Fototermin am 8. März 2011 im US-Außenministerium mit den Preisträgern des International Women of Courage Award 2011. © State Department photo/ Public Domain.

Eines der größten Treffen, das jedes Jahr im Außenministerium stattfindet, ist die Verleihung des International Women of Courage Awards (IWOC) im März. Jedes Jahr zeichnet die Außenministerin zehn außergewöhnliche Frauen aus der ganzen Welt aus, die großen Mut bewiesen und sich der Gerechtigkeit und dem Aufbau einer besseren Gesellschaft in ihren Heimatländern verschrieben haben. Diese Veranstaltung ist als Livestream im Internet verfügbar, und internationale Medien berichteten umfassend über die Verleihung. Die Preisträgerinnen sind während ihres Besuchs in den Vereinigten Staaten zwei Wochen lang Gäste des Außenministeriums, damit sie mit Führungspersönlichkeiten und Bürgern zusammenkommen können. In vielen Fällen trägt die Aufmerksamkeit, die diesen Frauen zuteil wird, dazu bei, ihren Bekanntheitsgrad in ihren Heimatländern zu erhöhen, und schützt sie sogar vor den Gegnern ihrer Arbeit. Wieder einmal vermitteln wir der Welt das Engagement der Vereinigten Staaten für Frauen weltweit. Wir und unsere Botschaften werden Veranstaltungen um den Internationalen Tag des Mädchens am 10. Oktober und den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November organisieren. Dies ist Teil unserer Bemühungen zur Unterstützung von Frauen in den Gastländern. So wollen wir das Engagement unseres Landes für dieses Thema zeigen.

Im Grunde ist die Sicherung gleicher Rechte für Frauen ein langer Weg, um die Herzen und das Denken der Menschen in den Ländern zu ändern, in denen Frauen seit Jahrhunderten als Bürger zweiter Klasse gesehen werden. Durch erweiterte Diplomatie können wir dazu beitragen, diesen Wandel zu erreichen.

 

Originaltext: Public Diplomacy as a Tool for Advancing Women’s Issues and Closing the Gender Gap

 

Clinton unterstützt Frauen in der Wirtschaft

US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton mit Cherie Blair (links), Melanne Verveer (zweite von rechts) und Staatssekretär Robert Hormats (ganz rechts).

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel von MacKenzie C. Babb vom Büro für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium über den International Council on Women’s Business Leadership vom 28. November 2012.

Am 27. November begrüßte Außenministerin Hillary Rodham Clinton Teilnehmerinnen aus der ganzen Welt  zum zweiten Treffen des Internationalen Rats führender Unternehmerinnen in Washington.

In einer Rede während des Treffens im Benjamin Franklin Room des Außenministeriums sagte die Außenministerin, die Gruppe diskutiere „neue Ideen und konkrete Initiativen, die mehr Frauen dabei helfen werden, eine Führungsrolle in der Wirtschaft zu übernehmen, die Karriereleiter in der Regierung zu erklimmen und den Einfluss von zivilgesellschaftlichen Gruppen zu erhöhen.“

Das letztliche Ziel des Rates sei, so Clinton, die Entwicklung einer Plattform, in deren Rahmen Empfehlungen, Programme und Aktivitäten vorgeschlagen würden, die Frauen stärken und Gleichberechtigung fördern.

„Wir erörtern das Thema Führungsstärke, die Gestaltung von Führungsstärke und Zusammenarbeit, um sicherzustellen, dass jede Frau, die einen Beitrag zur Wirtschaft und Gesellschaft in ihrem Umfeld beitragen möchte, auch die Chance hat, dies zu tun“, sagte die Außenministerin.

Der Rat, der im Januar sein Auftakttreffen abhielt, soll mindestens einmal im Jahr tagen. Unterausschüsse und Arbeitsgruppen kommen das ganze Jahr über zusammen, um eine Vielzahl spezifischer Fragen anzugehen.

Für die US-Regierung hat der Rat eine Beraterfunktion zu vielen wichtigen Themen aus den Bereichen internationaler Handel und Wirtschaftspolitik, unter anderem die effektive Einbindung von Wirtschaftsinteressen und die stärkere wirtschaftliche Rolle von Frauen in die Außenpolitik, die Bedeutung und die Grenzen internationaler Wirtschaftsinstitutionen aus geschlechtsspezifischer Sicht sowie die Rolle des Außenministeriums bei der Förderung der Rolle der Frau in einer konkurrierenden Weltwirtschaft.

Clinton ist die Vorsitzende des Rates. Ihre Stellvertreterinnen sind Cherie Blair, Gründerin der Cherie Blair Foundation for Women, und Indra Nooyi, Vorsitzende und CEO von PepsiCo Inc.

Die Mitglieder des Rates stammen aus Ländern aus der ganzen Welt, die in Organisationen im öffentlichen und im privaten Sektor führend sind und ein Interesse an der Rolle von Frauen im internationalen Handel, in der wirtschaftspolitischen Entwicklung und am weltweiten Wirtschaftswachstum haben.

 

Originaltext: Clinton Leads Global Effort to Support Women in Business