Triumph der Staatskunst und der Kompromissbereitschaft in Afghanistan

Kerry am Rednerpult umrahmt von Flaggen (AP Images)

US-Außenminister John Kerry

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Namensartikel von US-Außenminister John Kerry zur Amtseinführung des neuen afghanischen Präsidenten, der zunächst in der Washington Post vom 27. September 2014 erschien.

Am Montag werden die Bürger Afghanistans in Kabul ihren nächsten Präsidenten ins Amt einführen, der mit dem ersten Geschäftsführer in der Geschichte ihres Landes zusammenarbeiten wird. Damit erleben sie den ersten demokratischen Machtübergang und den ersten friedlichen Regierungswechsel seit mehr als 40 Jahren. Continue reading

Diensthunde beim Militär

Paris, ein Diensthund der Koalitionsstreitkräfte, am 23. Februar 2013 vor einem Einsatz während einer Schura in Khak-E-Safed in der Provinz Farah in Afghanistan. Foto des U.S. Marine Corps Obergefreiten Pete Thibodeau.

 

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag von Brittany Brown zum Blog DoDLive, dem offiziellen Blog des US-Verteidigungsministeriums, der von Bryan Niegel redigiert und am 23. März veröffentlicht wurde.

 

Haben Sie sich jemals gefragt, wann oder wie Diensthunde beim Militär zu dem geworden sind, was sie heute sind? Als Hundehalter und -liebhaber haben mich Gebrauchshunde, ihre gute Ausbildung und ihr Gehorsam schon immer fasziniert. Es ist schon schwierig genug, meine Hündin dazu zu bekommen, auf mich zu hören, wenn ich ihren Namen rufe oder ihr verbieten will, ein Eichhörnchen zu jagen. Ich frage mich immer, wie die Ausbilder von Diensthunden sie dazu bekommen, so gut zu gehorchen, und wie dieses Programm überhaupt ins Leben gerufen wurde.

 

Obergefreiter der U.S. Air Force David J. Filchak und sein Beagle Turbo, ein Diensthund der US-Armee, suchen in einem Fahrzeug nach Betäubungsmitteln. Turbo ist einer der Drogenspürhunde des Stützpunkts und hat eine Erfolgsquote von 95 Prozent.

Hunde gab es bei der U.S. Army schon immer. Sie dienten aber eher als Maskottchen oder wurden zu anderen inoffiziellen Zwecken genutzt. Erst im Zweiten Weltkrieg wies die Army ihnen eine offizielle Funktion zu. Im Januar 1942 gründeten die Mitglieder des American Kennel Club und andere Hundeliebhaber eine zivile Organisation mit dem Namen Dogs for Defense. Sie wollten Hunde ausbilden, um sie für die Army entlang der Küste der Vereinigten Staaten als Wachhunde einzusetzen. Im Wissen um diese Bemühungen kam Oberstleutnant Clifford C. Smith, Leiter des Plant Protection Branch der Inspection Division (Quartermaster Corps), mit seinem Befehlshaber, Generalmajor Edmund B. Gregory, zusammen und schlug vor, die Army könne Wachhunde an Nachschublagern einsetzen. Gregory genehmigte ein Pilotprogramm, und am 13. März 1942 billigte der Staatssekretär für Kriegsangelegenheiten, Robert P. Patterson, den Antrag Gregorys und gründete das K-9 Corps.

 

Hier sind einige Fakten über das K-9 Corps und Diensthunde beim Militär:

 

Das K-9 Corps nahm anfangs 32 unterschiedliche Hunderassen in die Ausbildung auf. Bis 1944 wurde diese Liste auf sieben reduziert: Deutsche Schäferhunde, Dobermänner, Belgische Schäferhunde, Siberian Huskies, Farm Collies, Eskimo Dogs und Malamutes.

 

Das Quartermaster Corps übte mit Hunden in der Ausbildung, um Gefallene auf dem Schlachtfeld aufzuspüren. Die ersten Tests mit den Hunden fanden am 4. Mai 1944 in den Carlisle Barracks statt. Die Army gab dieses Programm aber wieder auf, da die Hunde nicht zwischen unversehrten, verwundeten oder gefallenen Soldaten unterschieden.

 

Master-at-Arms Seaman Apprentice Randy Tallmann fungiert am 10. Januar 2013 in San Diego während eines kontrollierten Aggressionstrainings als bewegliches Ziel für einen Hund. Diese Übungseinheiten werden durchgeführt, um die Hunde darauf zu trainieren, nicht kooperative Tatverdächtige zu unterwerfen. Foto der U.S. Navy von Mass Communication Specialist Mark El-Rayes.

Mehr als eine Million Hunde waren während des Ersten Weltkriegs auf beiden Seiten im Einsatz, übermittelten über ein komplexes System von Schützengräben Nachrichten und waren für die Soldaten in gewisser Weise eine psychologische Unterstützung. Der berühmteste Hund dieses Krieges war Rin Tin Tin, ein von deutschen Militärhunden zurückgelassener Welpe, der 1918 in Frankreich aufgegriffen und in die Vereinigten Staaten gebracht wurde, wo er 1922 in dem Stummfilm The Man from Hell’s River sein Filmdebüt hatte.

 

Der bekannteste Hund des Zweiten Weltkriegs war Chips, ein deutscher Schäferhund der 3. Infanteriedivision der Army. Er war ein ausgebildeter Wachhund, der sich bei einem Einsatz in Italien von seinem Halter löste, eine feindliche Maschinengewehrstellung angriff und die gesamte Einheit zur Kapitulation zwang. Dem verwundeten Chips wurde das Distinguished Service Cross, ein Silver Star und das Purple Heart verliehen, die ihm später aufgrund einer Regel der Army aberkannt wurden, die die offizielle Auszeichnung von Tieren untersagt.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm das Military Police Corps die Verantwortung für die Ausbildung von Diensthunden des Militärs. Sie machten sich auch weiterhin in anderen Konflikten verdient.

U.S. Navy Master-at-Arms 3rd Class Christopher Coolahan und sein Militärhund Meky, die der Camp Lemonnier Base Security zugeteilt sind, nehmen am 30. Januar 2013 an einer kontrollierten Trainingseinheit in Camp Lemonnier (Dschibuti) teil. Diensthunde werden beim Militär für Festnahmen, als Suchhunde und als Drogenspürhunde eingesetzt. U.S. Air Force Foto von Hauptmann Nick Strocchia.

Die Army setzte während des Koreakrieges etwa 1.500 und während des Vietnamkrieges etwa 4.000 Hunde ein.

 

Der Militärhund Gabe, der mittlerweile außer Dienst ist, hat im Irak an über 200 Einsätzen teilgenommen, und wurde bei den American Humane Association Hero Dog Awards in Los Angeles zum American Hero Dog des Jahres 2012 ernannt.

 

Zumindest der Tradition nach hat jeder militärische Gebrauchshund den Rang eines Unteroffiziers. Man sagt, dieser Brauch wurde eingeführt, damit ihre Hundeführer davon abgehalten werden, ihre Tiere zu misshandeln. Daher stehen sie immer einen Rang über ihrem Halter.

 

Originaltext: War Dogs

Kerry und Karsai „einer Meinung” über Kontakte zu Taliban

Außenminister John Kerry, in Begleitung vom US-Botschafter in Afghanistan, James Cunningham, traf sich am 25. März im Präsidentenpalast in Kabul mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text von Phillip Kurata aus dem Büro für internationale Informationsprogramme des US-Außenministeriums zum Afghanistan-Besuch von US-Außenminister Kerry vom 26. März 2013.

US-Außenminister John Kerry sagt, die Vereinigten Staaten und Afghanistan seien „einer Meinung“ was Kontakte zu Taliban im Rahmen des von Afghanen geleiteten Friedensprozesses angehe.

„Wir kooperieren voll und ganz mit der afghanischen Regierung in Bezug auf den Schutz ihrer Interessen und ihrer Bürger sowie unsere Unterstützung ihrer Armee bei der Bekämpfung extremistischer Terroristen, die immer noch versuchen, in Afghanistan Menschen zu töten“, sagte Kerry bei einer Pressekonferenz mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai am 25. März in Kabul. „Wir sind einer Meinung.“

Karsai sagte, er plane in Kürze eine Reise nach Katar, um mit dem Emir von Katar über die Eröffnung eines Büros der Taliban dort zu sprechen, das für Verhandlungen genutzt werden soll. „Wir möchten diejenigen, die im Namen der Taliban nach Katar kommen, ermutigen, so bald wie möglich Gespräche mit dem afghanischen Friedensrat aufzunehmen“, erklärte er.

Der Außenminister erläuterte das Engagement der Vereinigten Staaten für eine „dauerhafte Partnerschaft“ mit den afghanischen Bürgern, die „eine sichere und demokratische Nation“ aufbauen wollen.

Kerry merkte an, dass Afghanistan drei Übergänge gleichzeitig bewältige: einen sicherheitspolitischen, einen politischen und einen wirtschaftlichen.

Der sicherheitspolitische Übergang beinhalte die Übergabe von Sicherheitsfragen von den NATO-geführten Truppen an die afghanischen Truppen bis Ende 2014. „Wir verhelfen Afghanistan zu der Fähigkeit, sich selbst verteidigen zu können. Afghanistan wird mit einer Truppenstärke von 352.000 übe eine der größten Armeen der Region verfügen“, sagte Kerry. „Afghanistan beweist gerade, dass es sich verteidigen kann und wird.“

„Die nationalen Sicherheitskräfte Afghanistans sind voll und ganz bereit, ihr Land zu schützen und betrachten den Übergang als Schritt in die richtige Richtung, sowohl im Sinne Afghanistans als auch der Vereinigten Staaten“, sagte Karsai.

Während des Besuchs des Außenministers übergaben die Vereinigten Staaten die Verantwortung für die Haftanstalt auf der Bagram Air Base an die afghanische Regierung. „Dies steht in engem Zusammenhang mit unserer Souveränität, und wir müssen unsere Souveränität ausüben“, erklärte Karsai.

Kerry sagte, wenn der politische Übergang erfolgreich sein soll, sei es von entscheidender Bedeutung, dass die Präsidentschaftswahl in Afghanistan im Jahr 2014 auf glaubwürdige, sichere, alle mit einschließende, transparente und verantwortungsvolle Weise abgehalten werde. „Wir hoffen, dass die Wahl zur Einigung Afghanistans beitragen und in gewisser Weise die Vorstellungen des Präsidenten für Afghanistan krönen wird, wenn er die Macht friedlich an einen neu gewählten Präsidenten übergibt“, meinte Kerry.

Der Außenminister sagte, ein erfolgreicher wirtschaftlicher Übergang werde den Erfolg der sicherheitspolitischen und politischen Übergänge gewährleisten. Er nannte die raschen Fortschritte, die Afghanistan seit 2003 gemacht habe. „In den letzten zehn Jahren hat sich das Bruttoinlandsprodukt Afghanistans fast verfünffacht. Die Zahl der Gesundheitseinrichtungen, beispielsweise von Krankenhäusern, ist um das Vierfache gestiegen. Die Zahl der Menschen mit Zugang zu Elektrizität hat sich verdreifacht. Die Lebenserwartung ist um 50 Prozent gestiegen. Ein aktueller Bericht der Vereinten Nationen zeigt, dass Afghanistan in den letzten zehn Jahren größere Fortschritte im Bereich menschliche Entwicklung gemacht hat als jedes andere Land der Welt“, sagte Kerry.

Karsai sagte, Afghanistan sei bereit über ein bilaterales Sicherheitsabkommen mit den Vereinigten Staaten zu verhandeln, das die Souveränität und Unabhängigkeit Afghanistans widerspiegelt.

Originaltext: Kerry, Karzai on “Same Page” Regarding Taliban Contacts

 

US-Senator lobt klare Zeichen des Fortschritts in Afghanistan

Der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses im Senat, Carl Levin (hier auf einem Foto aus dem Jahr 2012), erörterte die Fortschritte in Afghanistan mit dem Council on Foreign Relations.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text von Merle David Kellerhals, jr., vom Büro für internationale Informationsprogramme zur Lage in Afghanistan vom 19. März 2013.

 

Dem Vorsitzenden des Streitkräfteausschusses im Senat, Carl Levin, zufolge sei es für die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten wichtig, angesichts der Herausforderungen in Afghanistan realistisch zu sein, aber von genauso großer Bedeutung sei es, die bereits gemachten Fortschritte anzuerkennen.

Levin sagte im Rahmen eines Treffens des Council on Foreign Relations in Washington am 18. März, dass es für die Vereinigten Staaten besonders wichtig sei, erfolgversprechende Maßnahmen zu ergreifen.

„Zunächst müssen wir weiter intensiv am Aufbau einer dauerhaften Partnerschaft arbeiten, die den afghanischen Sicherheitskräften die erforderliche Unterstützung bietet“, sagte Levin.

„Die Sicherheitslage hat sich zum Besseren verändert. Es gibt eindeutige Zeichen für Fortschritte bei der wichtigsten Aufgabe im Bereich Sicherheit in Afghanistan: dem Aufbau afghanischer Sicherheitskräfte, die selbst für die Sicherheit ihres Landes sorgen können“, sagte Levin.

Die afghanischen Sicherheitskräfte benötigten weiterhin Unterstützung in Bereichen wie Logistik, Transport und Nachrichtendienste, hätten aber gezeigt, dass sie in der Lage seien „gegen die Taliban zu kämpfen, und sie tun dies auch effektiv“, sagte er.

Der Zivilgesellschaft, die die afghanischen Sicherheitskräfte verteidigen, ginge es heute besser als zu Beginn des Einsatzes Ende 2001, so Levin. Er nannte folgende Fortschritte:

- Während des Taliban-Regimes besuchten etwa 800.000 afghanische Kinder eine Schule, wobei Mädchen die Chance auf Bildung meist verwehrt wurde. Heute besuchen mehr als acht Millionen Kinder afghanische Schulen, und 40 Prozent von ihnen sind Mädchen.

- 2001 gab es in Afghanistan 20.000 ausschließlich männliche Lehrer. Heute gibt es 200.000 Lehrer, von denen 60.000 Frauen sind.

- Die Anzahl der Schulen ist von 3.400 im Jahr 2001 auf aktuell mehr als 16.000 gestiegen.

- Das BIP pro Kopf in Afghanistan hat sich seit 2001 vervierfacht.

- Die Lebenserwartung in Afghanistan ist seit 2001 um 20 Jahre gestiegen.

- Mehr als 18 Millionen Afghanen haben Zugang zu einem Telefon. 2002 war es lediglich eine Million.

Levin sprach sich dafür aus, weitere Bemühungen verstärkt auf die Förderung der Errungenschaften beim Aufbau des Humankapitals in Afghanistan zu konzentrieren.

„Mehr als zwei Drittel der afghanischen Bevölkerung ist unter 25 Jahre und die Zukunft des Landes hängt von den Chancen ab, die es für diese jungen Menschen geben wird“, sagte er dem Council.

„Ein vielversprechendes Forum für diese Bemühungen ist das National Solidarity Program, das bereits über 68.000 kleine, lokale Projekte finanziert hat, die von afghanischen Dörfer ausgewählt, überwacht und vor Einmischung der Taliban geschützt werden“, erläuterte er.

Er erklärte, allein die Gespräche über diese Fortschritte zeigten, wie gut sich Afghanistan trotz aller Herausforderungen entwickelt habe.

Levin nannte ein weiteres Beispiel für die Fortschritte der Afghanen: Im Februar hatten Mitglieder des Afghan National Youth Orchestra im US-Kapitol für Mitglieder des US-Senats und ihre Mitarbeiter eine Auswahl traditionell afghanischer Musikstücke aufgeführt, die unter dem Taliban-Regime verboten waren.

Nach der Darbietung führten die Senatoren das Orchester durch das Kapitol. Das Orchester reiste im Rahmen einer kleinen Tournee durch die Vereinigten Staaten, die in der Carnegie Hall in New York endete.

„So ein Abend wäre vor unserer Partnerschaft mit der afghanischen Bevölkerung undenkbar gewesen“, sagte Levin. „Unter den Taliban gab es nicht nur keine Musikakademien – es gab nicht einmal Musik.“

 

Originaltext: U.S. Senator Cites Unmistakable Signs of Progress in Afghanistan

Afghanistan-Konferenz in Tokio

Clinton in TokioTOKIO – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton bei der Afghanistan-Konferenz im Prince Park Tower Hotel in Tokio vom 8. Juli 2012.

Vielen Dank, Herr Außenminister. Wir danken auch dem Ministerpräsidenten und Frau Ogata sowie der japanischen Regierung für die herzliche Begrüßung, aber auch für die Großzügigkeit und die Führungsstärke, die Japan immer wieder dabei beweist, Afghanistan in dieser Zeit der Umgestaltung zu unterstützen. Wir möchten auch Generalsekretär Ban, Präsident Karsai, den afghanischen Ko-Vorsitzenden, Außenminister Rassoul und Finanzminister Zakhilwal sowie den hier anwesenden Vertretern der afghanischen Zivilgesellschaft danken, denn schließlich sprechen wir über die Zukunft der Männer, Frauen und Kinder in Afghanistan. Ich freue mich sehr, dass sie an dieser Konferenz teilnehmen.

Ich möchte auch all jenen danken, die die drei Prinzipien des Dokuments herausgearbeitet haben, angefangen mit der strategischen Vision für die Zeit des Übergangs mit dem Titel: Towards Self-Reliance. Ich möchte unseren afghanischen Freunden meine Anerkennung für diese hervorragende Arbeit aussprechen. Die Tokyo Declaration und das Tokyo Mutual Accountability Framework bringen unsere Ziele und Verpflichtungen auf einen Weg, den wir gemeinsam gehen können und auf dem wir einander Rechenschaft ablegen.

Diese Konferenz ist der Höhepunkt von zwei Jahren intensiver Arbeit. Angefangen im Jahr 2010 in Lissabon, dann in Istanbul im Herbst letzten Jahres, in Bonn im Dezember, in Chicago im Mai und in Kabul erst vor einigen Wochen haben Afghanistan und die internationalen Partner den Weg für eine verantwortungsvolle Beendigung des Krieges und die vollständige Übergabe der Verantwortung für die Sicherheit an Afghanistan aufgezeigt.

Gemeinsam haben wir Zusagen gemacht, um den Bedarf der Nationalen Afghanischen Sicherheitskräfte zu decken. Wie eine Reihe von anderer Länder auch, haben die Vereinigten Staaten und Afghanistan eine Vereinbarung über eine strategische Partnerschaft unterzeichnet, die vor vier Tagen in Kraft trat. Ich hatte also gestern Morgen das Vergnügen, mich mit Präsident Karsai in Kabul zu treffen, wo ich angekündigt habe, dass Afghanistan offiziell als Verbündeter der Vereinigten Staaten außerhalb der NATO gilt. Wie Präsident Karsai sagte, müssen wir die Sicherheitsgewinne und den Übergang unumkehrbar machen. Die Vereinigten Staaten verpflichten sich zu dieser dauerhaften Partnerschaft.

Hier in Tokio konzentrieren wir uns jetzt auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Fortschritte bei der Regierungsführung, die wir zusammen zu machen hoffen. Denn wir wissen, die Sicherheit Afghanistans kann nicht nur an der Abwesenheit von Krieg gemessen werden, sie muss daran gemessen werden, ob die Menschen Arbeitsplätze und wirtschaftliche Chancen haben, ob sie meinen, dass ihre Regierung ihren Bedürfnissen gerecht wird, ob der Versöhnungsprozess fortgeführt wird und erfolgreich ist.

Und mithilfe der internationalen Gemeinschaft hat Afghanistan maßgebliche Fortschritte erzielt, wie Frau Ogata und andere bereits dargelegt haben. Jetzt müssen wir die stärkste mögliche Zusammenarbeit zwischen vier Gruppen gewährleisten, damit die Übergangsphase zu Ergebnissen führt: zunächst und vor allem zwischen der afghanischen Regierung und den Bürgern, der internationalen Gemeinschaft, den Nachbarn Afghanistans und dem Privatsektor. Diese Zusammenarbeit hängt von gegenseitiger Rechenschaftspflicht ab, und alle Seiten haben Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen.

Wie Präsident Obama sagte: Wenn sich Afghanistan der Verantwortung stellt, ist es nicht alleine. Lassen Sie mich also kurz etwas zur Rolle der einzelnen Gruppen sagen.

Offensichtlich gehört die Zukunft Afghanistans dem afghanischen Volk. Ich begrüße die klare Vorstellung, die uns Präsident Karsai und die afghanische Regierung heute davon vermittelt haben, wie das wirtschaftliche Potenzial Afghanistans erschlossen werden kann, indem eine stabile, demokratische Zukunft erreicht wird. Dazu zählt die Bekämpfung von Korruption, die Verbesserung der Regierungsführung, die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit, mehr Zugang zu wirtschaftlichen Chancen für alle Afghanen, insbesondere Frauen.

An diesem Punkt möchte ich nachdrücklich auf die Überzeugung der Vereinigten Staaten hinweisen, dass kein Land dauerhaften Frieden, Versöhnung, Stabilität und Wirtschaftswachstum erreichen kann, wenn die Hälfte der Bevölkerung keine Rechte hat. Alle Bürgerinnen und Bürger müssen die Chance haben, zum Fortschritt in Afghanistan beizutragen und davon zu profitieren, und die Vereinigten Staaten werden den Frauen Afghanistans weiterhin mit aller Kraft zur Seite stehen.

Präsident Karsai hat sich öffentlich zur Ausmerzung von Korruption, zur Umsetzung von wichtigen Reformen und zum Aufbau der Institutionen in Afghanistan bekannt. Wir werden ihn und die Regierung bei dem Unterfangen unterstützen, Afghanistan zu Selbständigkeit und weg von der Abhängigkeit von der Hilfe der Geberländer zu führen.

Während die Afghanen ihren Teil leisten, muss auch die internationale Gemeinschaft ihren Beitrag dazu leisten, indem sie konkrete Zusagen für wirtschaftliche Unterstützung macht und um zu gewährleisten, das Afghanistan seinen haushaltspolitischen Bedarf in der kritischen Zeit nach dem Übergang deckt.

Ich freue mich sehr, dass Ministerpräsident Noda bestätigt hat, dass die internationale Gemeinschaft bis 2015 16 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellt. Das ist eine langfristige wirtschaftliche Unterstützung, die Afghanistan dabei helfen wird, den Haushaltsbedarf auch bei abnehmenden Hilfsleistungen zu decken. Die Vereinigten Staaten werden bis 2017 Hilfsleistungen beim Kongress beantragen, die auf dem Niveau der letzten zehn Jahre liegen. Unsere Unterstützung wird Anreize bieten, der afghanischen Regierung beim Erreichen der gemeinsam abgesprochenen Reformziele behilflich zu sein.

Neben der internationalen Gemeinschaft spielen die Nachbarn Afghanistans eine besonders wichtige Rolle. Ich habe bereits von der Vision einer neuen Seidenstraße gesprochen, auf der Afghanistan fest in das florierende Wirtschaftsleben Süd- und Mittelasiens eingebunden ist. Nichts bietet eine glaubwürdigere Alternative zum Aufstand als die Arbeitsplätze und Chancen, die mit ausländischen Investitionen und der Erweiterung der Märkte einhergehen. Zunehmender regionaler Handel wird neue Quellen für Rohstoffe, Energie und landwirtschaftliche Erzeugnisse eröffnen – nicht nur für Afghanistan, sondern für alle Länder der Region. Wir freuen uns sehr darüber, dass diese Vision über den Prozess von Istanbul und verschiedene regionale Handels- und Transitvereinbarungen Wirklichkeit wird.

Die letzte wesentliche Zutat für Erfolg beim wirtschaftlichen Übergang und der Umgestaltung ist der Privatsektor, denn er wird eine Schlüsselrolle bei der Förderung von Wachstum, der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Unterstützung der Art von Reformen spielen, die erforderlich sind, wenn all das von Dauer sein soll. Wir erwarten von der afghanischen Regierung, dass sie ihre Reformzusagen erfüllt, und wir erwarten von der internationalen Gemeinschaft, dass sie alles tut, um Unternehmen und Investitionen nach Afghanistan zu bringen. Vorigen Monat haben Hunderte von Unternehmen im Hinblick auf die heutige Konferenz an einem Investitionsgipfel in Neu Delhi teilgenommen.

Die Schlüsselelemente sind also vorhanden. Das Interesse des Privatsektors ist geweckt. Die afghanische Regierung hat sich zur Bekämpfung von Korruption und der Stärkung der Rechtsstaatlichkeit verpflichtet. Die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft ist – wie diese Konferenz zeigt – ebenfalls vorhanden. Auch die Partnerschaft zwischen Afghanistan und seinen Nachbarn wächst und gedeiht.

Wir müssen diese Verpflichtungen zusammenziehen, um eine Zukunft zu schaffen, die des Opfers der Afghaninnen und Afghanen und der vielen Nationen, die um diesen Tisch versammelt sind, würdig ist. Die Zukunft muss das sein, was die afghanischen Bürger für sich geschaffen haben, und wir müssen sicherstellen, dass wir alles in unserer Macht Stehende dafür tun.

Vielen herzlichen Dank.

Originaltext: Intervention at the Tokyo Conference on Afghanistan

 

Wenn Sie sich der Verantwortung stellen, sind Sie nicht alleine

Präsident Obama stattet Truppen in Afghanistan Überraschungsbesuch ab

BAGRAM – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von US-Präsident Barack Obama auf dem US-Luftwaffenstützpunkt in Bagram in Afghanistan vom 1. Mai 2012.

Ich wünsche Ihnen hier, vom Luftwaffenstützpunkt Bagram aus, einen schönen Abend. Dieser Außenposten ist mehr als 11.000 Kilometer von unserer Heimat entfernt, aber unseren Herzen seit über zehn Jahren sehr nah, denn hier in Afghanistan haben mehr als eine halbe Million unserer Töchter und Söhne Opfer gebracht, um unser Land zu verteidigen.

Ich habe heute eine historische Vereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten und Afghanistan unterzeichnet, die die Beziehungen zwischen unseren Ländern neu definiert: Eine Zukunft, in der die Afghanen für die Sicherheit ihres Landes verantwortlich sind, und in der wir eine gleichberechtigte Partnerschaft zwischen zwei souveränen Staaten aufbauen; eine Zukunft, in der der Krieg endet und ein neues Kapitel beginnt.

Heute Abend möchte ich mit Ihnen über diesen Übergang sprechen. Aber zunächst sollten wir uns noch einmal vor Augen führen, warum wir hier sind. Hier, in Afghanistan, hat Osama bin Laden den sicheren Zufluchtsort für seine Terrororganisation aufgebaut. Hierher, nach Afghanistan, brachte Al Kaida neue Anhänger, bildete sie aus und plante Terrorakte. Hier, aus diesem Land heraus, organisierte Al Kaida die Angriffe, bei denen fast 3.000 unschuldige Männer, Frauen und Kinder starben.

Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten zogen also vor zehn Jahren in den Krieg um zu gewährleisten, dass Al Kaida dieses Land nie wieder benutzen würde, um sie anzugreifen. Trotz anfänglicher Erfolge hat dieser Krieg aus vielerlei Gründen länger gedauert, als die meisten erwartet hätten. 2002 konnten bin Laden und seine Gefolgsleute über die Grenze fliehen und fanden Unterschlupf in Pakistan. Die Vereinigten Staaten haben fast acht Jahre einen weiteren Krieg im Irak ausgetragen. Und Extremisten der Al Kaida unter den Taliban haben in einem brutalen Aufstand gekämpft.

In den letzten drei Jahren hat sich das Blatt allerdings gewendet. Wir haben die Taliban geschwächt. Wir haben starke afghanische Sicherheitskräfte aufgebaut. Wir haben die Führungsriege von Al Kaida zerstört, in dem wir 20 ihrer 30 Spitzenleute ausgeschaltet haben. Und vor einem Jahr haben unsere Truppen von einem Stützpunkt hier in Afghanistan aus den Einsatz begonnen, der zum Tod von Osama bin Laden führte. Das Ziel, das ich mir gesteckt habe – Al Kaida zu besiegen und der Organisation die Chance zu nehmen, sich neu zu formieren – ist nun in greifbare Nähe gerückt.

Trotzdem liegen noch schwierige Zeiten vor uns. Unsere Soldatinnen und Soldaten werden noch enorme Opfer bringen müssen. Aber heute Abend möchte ich Ihnen mitteilen, wie wir unsere Aufgabe erfüllen und den Krieg in Afghanistan beenden werden.

Zunächst haben wir mit dem Übergang der sicherheitspolitischen Verantwortung auf die Afghanen begonnen. Schon jetzt lebt fast die Hälfte aller Afghanen in Gegenden, in denen die afghanischen Sicherheitskräfte die Führung übernehmen. In diesem Monat wird sich unsere Koalition beim NATO-Gipfel in Chicago das Ziel setzen, die Verantwortung für Kampfeinsätze im ganzen Land nächstes Jahr an die afghanischen Truppen zu übergeben. Die internationalen Truppen werden die Afghanen weiter ausbilden, beraten und unterstützen und, falls notwendig, an ihrer Seite kämpfen. Aber mit zunehmender Verantwortungsübernahme der Afghanen, werden wir uns immer mehr auf eine unterstützende Rolle beschränken.

Im Zuge dieser Entwicklung werden unsere Truppen nach Hause kommen. Voriges Jahr haben wir 10.000 amerikanische Soldaten aus Afghanistan abgezogen. 23.000 weitere werden Ende des Sommers zurückkehren. Danach wird die Truppenreduzierung ständig fortgeführt werden, und immer mehr Soldatinnen und Soldaten werden nach Hause zurückkehren. Und, wie mit unserer Koalition vereinbart, werden die Afghanen bis Ende 2014 die vollständige Verantwortung für ihre Sicherheit übernehmen.

Zweitens bilden wir die afghanischen Sicherheitskräfte so aus, dass sie ihre Aufgaben erfüllen können. Die Zahl der Sicherheitskräfte hat massiv zugenommen und wird dieses Jahr mit 352.000 ihren Höhepunkt erreichen. Die Afghanen werden dieses Niveau drei Jahre lang aufrechterhalten und die Größe ihres Militärs dann reduzieren. In Chicago werden wir einen Vorschlag für langfristig starke und tragfähige Sicherheitskräfte in Afghanistan unterstützen.

Drittens bauen wir eine dauerhafte Partnerschaft auf. Die Vereinbarung, die wir heute unterzeichnet haben, ist eine klare Botschaft an die Afghanen: Wenn Sie sich der Verantwortung stellen, sind Sie nicht alleine. Sie ist die Grundlage für unsere Zusammenarbeit in den nächsten zehn Jahren, zu der die gemeinsame Verpflichtung zur Bekämpfung von Terrorismus und zur Stärkung demokratischer Institutionen zählt. Mit der Vereinbarung werden die afghanischen Bemühungen zur Förderung von Entwicklung und für die Würde der Afghanen unterstützt. Sie enthält auch die Verpflichtung der Afghanen zu Transparenz und Rechenschaft und zum Schutz der Menschenrechte aller Afghanen: Frauen und Männer, Mädchen und Jungen.

Innerhalb dieser Rahmenvorgaben werden wir mit den Afghanen zusammenarbeiten um festzustellen, welcher Hilfe sie bedürfen, um die beiden eng umrissenen Sicherheitsaufgaben – Bekämpfung des Terrorismus und weitere Ausbildung – zu erfüllen. Wir werden keine dauerhaften Stützpunkte in diesem Land aufbauen, noch werden wir in den Städten und Bergen des Landes patrouillieren. Das ist Aufgabe der Afghanen.

Viertens werden wir weiter über Frieden verhandeln. In Abstimmung mit der afghanischen Regierung hat meine Administration direkte Gespräche mit den Taliban aufgenommen. Wir haben deutlich gemacht, dass sie Teil dieser Zukunft sein können, wenn sie mit Al Kaida brechen, der Gewalt abschwören und die afghanischen Gesetze befolgen. Viele Mitglieder der Taliban – von den rangniedrigsten Soldaten bis zur Führungsriege – haben Interesse an einer Versöhnung gezeigt. Der Weg zum Frieden wurde ihnen bereitet. Diejenigen, die diesen Weg nicht einschlagen wollen, werden sich starken afghanischen Sicherheitskräften gegenübersehen, die Rückhalt von den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten erhalten.

Fünftens schaffen wir einen globalen Konsens zur Unterstützung von Frieden und Stabilität in Südasien. In Chicago wird die internationale Gemeinschaft ihre Unterstützung für diesen Plan und die Zukunft Afghanistans zum Ausdruck bringen. Ich habe auch dem Nachbarland Pakistan klar gemacht, dass es ein gleichberechtigter Partner in diesem Prozess sein kann und sollte, und zwar unter Berücksichtigung der Souveränität Pakistans, seiner Interessen und demokratischen Institutionen. Auf der Suche nach dauerhaftem Frieden verfolgen die Vereinigten Staaten lediglich die Absicht, dass Al Kaida keine Zuflucht mehr gewährt und die Souveränität Afghanistans geachtet wird.

Einige werden fragen, warum wir für diesen Prozess einen festen Zeitplan brauchen. Die Antwort darauf ist eindeutig: Es ist nicht unser Ziel, ein Land nach amerikanischem Vorbild aufzubauen oder alle Spuren der Taliban zu beseitigen. Um dies zu erreichen, bräuchte es viele Jahre Zeit, viele weitere US-Dollar, und vor allem würde es viele weitere amerikanische Menschenleben fordern. Unser Ziel besteht darin, Al Kaida zu zerstören, und genau das zu tun wir gerade. Die Afghanen wollen ihre Souveränität behaupten und dauerhaften Frieden aufbauen. Dafür benötigen wir einen klaren Zeitplan, um den Krieg zu Ende zu führen.

Andere werden fragen, warum wir uns nicht sofort zurückziehen. Auch die Antwort auf diese Frage ist eindeutig: Wir müssen Afghanistan die Chance geben, an Stabilität zu gewinnen. Sonst wird unser bisheriger Fortschritt zunichte gemacht und Al Kaida kann erneut Fuß fassen. Als Oberbefehlshaber weigere ich mich, es dazu kommen zu lassen.

Ich verstehe, dass viele Amerikaner kriegsmüde sind. Es gibt nichts Belastenderes für einen Präsidenten als einen Brief an die Familie eines gefallenen Soldaten zu unterzeichnen oder einem Kind in die Augen zu sehen, das ohne Mutter oder Vater aufwachsen wird. Ich werde amerikanische Soldaten nicht einen Tag länger der Gefahr aussetzen als für unsere nationale Sicherheit absolut erforderlich. Aber wir müssen in Afghanistan beenden, was wir begonnen haben, und diesen Krieg verantwortungsvoll zu Ende führen.

Meine amerikanischen Mitbürger, seit mehr als zehn Jahren leben wir unter der dunklen Wolke des Krieges. Und hier, beim Übergang von Dunkelheit zu Dämmerung in Afghanistan, sehen wir das Licht eines neuen Tages am Horizont. Der Irakkrieg ist vorbei. Die Zahl der sich in Gefahr befindenden Soldaten wurde halbiert, und bald werden weitere Soldaten nach Hause zurückkehren. Wir haben einen klaren Weg vor uns, um unsere Mission in Afghanistan zu erfüllen und Al Kaida zur Rechenschaft zu ziehen.

Diese Zukunft ist nur dank unserer Soldatinnen und Soldaten in greifbarer Nähe. Immer wieder sind sie dem Aufruf, ihrem Land an entlegenen und gefährlichen Orten zu dienen, gefolgt. In einer Zeit, in der so viele Institutionen uns enttäuscht haben, haben diese Amerikaner Stärke gezeigt. Sie sind ihrer Verantwortung füreinander gerecht geworden und haben ihre Aufgaben für das Land, dem sie dienen, erfüllt. Ich habe mich vorhin mit einigen von ihnen getroffen und habe ihnen gesagt, dass ich als Oberbefehlshaber nicht stolzer sein könnte. In ihren Gesichtern sehen wir das Beste an uns und unserem Land.

Unsere Soldaten, unsere Matrosen, Marineinfanteristen, Angehörige der Küstenwache und Zivilisten in Afghanistan haben ihre Pflicht getan. Jetzt müssen wir uns auf diese gemeinsamen Zielsetzungen besinnen. Wir müssen unseren Veteranen und Militärfamilien die Unterstützung und Chancen bieten, die sie verdienen. Wir müssen unsere Bemühungen zum Aufbau einer Nation, die ihrer Opfer würdig ist, verdoppeln.

Nach zehn Jahren des Konflikts im Ausland und der Wirtschafskrise im Inland, ist es an der Zeit, die Vereinigten Staaten zu erneuern und zu einem Land zu machen, in dem unsere Kinder frei von Angst leben können und die Fähigkeit haben, die sie benötigen, um ihre Träume zu verwirklichen. Ein geeintes Amerika voller Mut und Widerstandskraft, in dem sich die Sonnenstrahlen in den Glasfenstern neuer Türme in Manhattan spiegeln und wir als ein Volk, eine Nation unsere Zukunft gestalten.

Hier in Afghanistan haben Amerikaner ihre Mitbürger verteidigt und sich für die Wahrung der Menschenwürde eingesetzt. Heute gedenken wir der Gefallenen und derjenigen, die Wunden erlitten haben, sichtbare wie unsichtbare. Aber ihr Vorbild und ihre Ideale, die unsere Nation und die Welt geleitet haben – die Überzeugung, dass alle Menschen gleich behandelt werden und die Freiheit verdienen, ihr Schicksal selbst zu bestimmen – haben uns in dunklen Zeiten Stärke verliehen. Und von diesem Licht lassen wir uns weiterhin leiten.

Diese Zeit des Krieges begann in Afghanistan und wird auch hier enden. Lassen Sie uns also mit gegenseitigem Vertrauen und einem festen Blick in die Zukunft die vor uns liegende Arbeit zu Ende bringen und einen dauerhaften, gerechten Frieden schaffen.

Gott segne unsere Soldatinnen und Soldaten, und Gott segne die Vereinigten Staaten von Amerika.

Originaltext: Remarks by President Obama in Address to the Nation from Afghanistan

 

 

„Fünfzig Jahre Fortschritt in nur zehn Jahren”

Vertreter der afghanischen Zivilgesellschaft während einer Diskussionsrunde in der US-Botschaft in Berlin.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag von Maja Böhm, Mitarbeiterin der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit an der US-Botschaft in Berlin, aus DipNote, dem offiziellen Blog des US-Außenministeriums, vom 1. Mai 2012.

Der afghanische Botschafter in Deutschland, Professor Dr. A. Rahman Ashraf, lächelt den vier jungen Afghanen, führenden Vertretern der Zivilgesellschaft ihres Landes, freundlich zu. Schüchtern erwidern sie das Lächeln. „Das ist der beste Tag meines Lebens seit ich vor 18 Monaten Botschafter in Deutschland wurde!“, verkündet er. Die jungen Afghanen lächeln nun mit einer Mischung aus Beschämung, weil sie im Rampenlicht stehen, und Stolz. Die Worte des Botschafters haben sie sichtlich bewegt. Er fügt hinzu: „Als ich an der Universität in Kabul unterrichtet habe, habe ich gehofft, dass meine Studenten eines Tages Afghanistan in der Welt repräsentieren würden. Und genau dies tun Sie.“

Die Reaktion des Botschafters war wahrscheinlich persönlicher als die Reaktionen bei anderen Terminen, zu denen ich die Gruppe begleitete, aber das ist kaum verwunderlich. An ihrem Tag in Berlin – der Teil einer einwöchigen Reise durch Deutschland, Ungarn und Spanien in der Zeit vom 15. bis 22. April war – haben die jungen Afghanen ihr Publikum allein mit den Schilderungen von ihrer täglichen Arbeit und ihres Alltagslebens in Afghanistan gefesselt. Derartige Informationen bekommen wir nur selten, da sich viele Medienberichte aus Afghanistan ausschließlich auf militärische Aspekte, die Taliban, Drogen oder Korruption beschränken. Wir hören oder sehen nur selten, was engagierte und mutige Einzelpersonen jeden Tag an der Basis tun, um für sich und ihre Kinder eine bessere Gesellschaft aufzubauen.

Die Gruppe bestand aus Razia Arooje, die als nationale Programmverantwortliche im Kabuler Büro einer internationalen Entwicklungshilfeorganisation arbeitet, Freshta Karimi, Leiterin von Da Qanoon Ghushtonky, einer Organisation zur rechtlichen Unterstützung von Frauen und Kindern, Mohammad Sadiq Mohibi, Berater im Ministerium für Arbeit, Soziales, Märtyrer und Behinderte, und Dr. Mirwais Rahimzai, Leiter der Afghanistanabteilung des Center for Human Services/University Research.

In Berlin trafen sie mit deutschen Diplomaten zusammen, die ihnen ihre Ansichten über die aktuelle Lage in Afghanistan aus professioneller diplomatischer Sicht erläuterten. Während eines Mittagessens mit deutschen Journalisten, die aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen in Afghanistan eingeladen worden waren, sprachen die jungen Aktivisten über ihre Arbeit und ihre Gedanken zu Wandel, Korruption, Drogen und das Rechtssystem. Es gab einige Momente, in denen es für die deutschen Journalisten sehr deutlich wurde, mit welcher Realität die jungen Menschen zuhause zu kämpfen haben. Einer der afghanischen Besucher antwortete auf die Frage eines Journalisten: „Wie es ist, in Afghanistan sozial engagiert zu sein? Bereite dich darauf vor, gehasst zu werden!“

Als die Gruppe sich aufmachte, um den nächsten Termin in ihrem engen Zeitplan wahrzunehmen, blieben die Journalisten noch sitzen und dachten über ihre Worte nach. „Bei all meinen Reisen mit deutschen Regierungsvertretern nach Afghanistan hatte ich nie die Gelegenheit, mit afghanischen Bürgern wie diesen zusammenzutreffen und mit ihnen zu sprechen“, sagte ein Journalist. „Es werden immer nur die militärischen Aspekte betrachtet und der Zeitplan ist meist zu eng, um Gespräche mit einzelnen Personen zu führen, wie hier.“

Während eines runden Tisches am Nachmittag in der US-Botschaft nahm eine Gruppe deutscher Abgeordneter, Mitarbeiter, Experten, Akademiker und Journalisten an Vorträgen der Afghanen teil.

Der Arzt Mirwais Rahimzai fasste die Lage der öffentlichen Gesundheit in Afghanistan mit den Worten zusammen „Fünfzig Jahre Fortschritt in nur zehn Jahren“, weil so große Fortschritte gemacht wurden. So konnte die Sterberate von Frauen bei der Geburt deutlich verringert und die Anzahl der Hebammen verzehnfacht werden. Razia Arooje beschrieb ihre Arbeit zur Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt als Möglichkeit der „Einflussnahme auf die Menschen und Provinzen in Afghanistan, die nicht von der afghanischen Regierung erreicht werden.“ Freshta Karimi sagte, dass ihre Rechtshilfeorganisation nur Personen rechtliche Unterstützung gewährt, die versprechen, keine Bestechungsgelder zu zahlen, um so von der Basis aus zum Kampf gegen Korruption beizutragen. Sie bemerkte mit Stolz, dass in den vergangenen Jahren in Afghanistan nicht nur die Zahl der Anwälte insgesamt gestiegen sei, sondern insbesondere auch die der weiblichen Juristen. Mohammad Sadiq Mohibi, dessen Organisation sich für die Rechte von Frauen, Kindern und Behinderten einsetzt, beschrieb seine Teilnahme an der Konferenz in Bonn 2011 und die Rolle, die engagierte Aktivisten beim Wiederaufbau des Landes spielen.

Die US-Botschaft in Berlin lädt seit Jahren Vertreter der afghanischen Regierung oder der Zivilgesellschaft ein, um mit deutschen Kollegen Ansichten und Ideen darüber auszutauschen, wie die gemeinsamen Bemühungen für ein demokratisches, prosperierendes Afghanistan unterstützt werden können. Wir haben das Glück, mit einem starken Partner zusammenarbeiten zu können, der Afghanistan auf so vielfältige Weise unterstützt. Darüber hinaus schätzen wir uns glücklich, die Gelegenheit zu haben, so inspirierende Menschen treffen zu können, die still und beharrlich eine Arbeit leisten, die es nur selten in die Schlagzeilen schafft, dabei aber unglaublich wichtig ist.

 

Originaltext: ‘Fifty Years of Progress in Ten’

 

Afghanistan-Konferenz in Bonn

BONN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Eingangserklärung von US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton bei einer Pressekonferenz anlässlich der Afghanistan-Konferenz in Bonn vom 5. Dezember 2011.

 

Okay. Guten Tag. Es gibt noch ein paar freie Plätze. Es war ein sehr langer und produktiver Tag hier in Bonn, und ich möchte einige zentrale Punkte hervorheben.

 

Zunächst möchte ich der deutschen Regierung, insbesondere Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Westerwelle, für die Ausrichtung der Konferenz danken. Ich danke den Afghanen – insbesondere Präsident Karsai und Außenminister Rassoul, dass Sie den Vorsitz übernommen haben. Wir haben meines Erachtens einige wichtige Schritte nach vorne unternommen.

 

Ich möchte auch die führenden weiblichen Teilnehmer begrüßen, die aus Afghanistan gekommen sind. Ich habe mich heute Morgen mit ihnen und mit Vertretern der afghanischen Zivilgesellschaft getroffen. Ich bin überzeugt, sie werden in der Zukunft Afghanistans eine entscheidende Rolle spielen, insbesondere auch im Friedens- und Aussöhnungsprozess. In den vergangenen zehn Jahren haben Frauen beachtliche Fortschritte gemacht. Wir wollen nicht, dass irgendetwas, auf das wir uns einigen oder das wir tun, diese Fortschritte untergräbt oder die Uhr in Bezug auf Menschenrechte für Frauen und Männer zurückdreht.

 

Ich möchte auch einen bestimmten Bereich erwähnen, in dem es besondere Fortschritte gab, und freue mich, die afghanische Gesundheitsministerin Dalil hier begrüßen zu dürfen. Eine neue Studie zur Sterblichkeitsrate in Afghanistan zeigt, dass es im Gesundheitswesen enorme Fortschritte für Frauen gegeben hat. Vor zehn Jahren wurde angenommen, dass die Müttersterblichkeitsrate in Afghanistan die höchste weltweit ist.  Heute leben Frauen 15 bis 20 Jahre länger, weil sie endlich Zugang zu Gesundheitsfürsorge und zu Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft haben, so dass viel weniger Frauen bei der Geburt eines Kindes sterben.

 

Diese Art von Fortschritt darf weder unterlaufen noch umgekehrt werden. Wir machen uns keine Illusionen über die Schwierigkeit der in Afghanistan noch vor uns liegenden Probleme. Der aufständischen Taliban ist noch immer aktiv. Sowohl die Regierung als auch die Zivilgesellschaft hat noch einiges vor sich, um demokratische Institutionen aufzubauen und zu stärken, und unter anderem die Rechtsstaatlichkeit, freie Medien und eine unabhängige Justiz zu gewährleisten. Die Weltbank hat vor kurzem vorhergesagt, dass Afghanistan weitere Probleme und Haushaltsdefizite bevorstehen, die neue Ressourcen und Einkommensquellen erfordern. Gleichzeitig unterliegt auch die internationale Gemeinschaft, wie jeder weiß, haushaltpolitischen Zwängen. Diese Herausforderungen beherrschen unsere Diskussion um den Weg in die Zukunft.

 

Beim NATO-Gipfel in Lissabon haben wir uns auf einen Plan für die Übergabe der sicherheitspolitischen Verantwortung bis 2014 geeinigt. Heute haben wir in Bonn den nächten Schritt unternommen und einen Entwurf für die Zeit nach der Übergabe in Afghanistan erarbeitet, einen Fahrplan für das, was wir das Jahrzehnt der Umgestaltung nennen. In unserer Sitzung heute habe ich betont, wie entscheidend es ist, nicht noch einmal die gleichen Fehler wie 1990 zu machen und wie wichtig es ist, wie Präsident Karsai sagte, dass wir alle gemeinsam Verantwortung übernehmen.

 

Die Vereinigten Staaten sind also bereit, sich an die Seite der Afghanen zu stellen, aber auch die Afghanen müssen die Verpflichtungen, die sie eingegangen sind, erfüllen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihnen bei Reformen, der Übernahme der Verantwortung für ihre eigene Verteidigung und der Stärkung der Demokratie. Ich bin der Meinung, dass die Vereinigten Staaten ihre Strategie “kämpfen, reden, aufbauen“ auf jeden Fall fortsetzen und Al Kaida und deren Netzwerke und Verbündete verfolgen, den Druck auf die Aufständischen aufrecht erhalten und gleichzeitig Versöhnung und nachhaltige Entwicklung unterstützen sollten. Deshalb haben wir die wirtschaftlichen, politischen und sicherheitspolitischen Pläne begrüßt, die Präsident Karsai heute angekündigt hat, und die im Großen und Ganzen mit unserer Strategie übereinstimmt.

 

Beim Thema Sicherheit haben sie sich verpflichtet, die Kapazitäten der afghanischen Sicherheitskräfte zu erweitern. Die Vereinigten Staaten und ihre Partner haben Ausbildung, Beratung und Unterstützung zugesagt. Beim Thema Wirtschaft haben die Afghanen zugesagt, Prioritäten zu setzen, die internationale Hilfe effektiv einzusetzen und eine Reihe von Wirtschaftsreformen durchzuführen, um gegen Korruption vorzugehen, das Wachstum des Privatsektors anzukurbeln und neue Investitionen anzuziehen. Wir müssen konkrete Schritte anbieten. Ich habe deshalb also beispielweise angekündigt, dass die Vereinigten Staaten und andere Partner die Auszahlungen an den Fonds für den Wiederaufbau Afghanistans (Afghan Reconstruction Trust Fund) jetzt wieder aufnehmen werden.

 

Auf politischer Ebene haben sich die Afghanen zu allgemeinen, fairen und glaubwürdigen Präsidentschaftswahlen verpflichtet. Die Übergabe der Macht 2014 soll friedlich und demokratisch vonstatten gehen. Wir werden die Demokratie in Afghanistan und die Zivilgesellschaft weiter unterstützen.

 

Die Afghanen haben auch zugesagt, den vorigen Monat in Istanbul begonnenen Prozess des Aufbaus stärkerer wirtschaftlicher, politischer und sicherheitspolitscher Verbindungen in der Region zu beschleunigen. Alle Nachbarstaaten haben ein Interesse an der Zukunft Afghanistans. Alle Nachbarstaaten verlieren, wenn das Land wieder Ausgangspunkt für Terrorismus und Instabilität wird. Außer der Unterstützung zunehmender wirtschaftlicher Integration in der Region, der Vision einer neuen Seidenstraße, erhoffen wir von den Nachbarn Afghanistans auch aktive Unterstützung für einen integrativen, von Afghanistan angeführten und bestimmten Versöhnungsprozess.

 

Ich weiß, dass die Ermordung von Präsident Rabbani ein großer Rückschlag war. Deshalb war es auch von besonderer Bedeutung, dass die traditionelle Loja Dschirga das Engagement Afghanistans für diesen Prozess bestätigt hat.

 

Wir möchten für die Bürgerinnen und Bürger Afghanistans ein klares Zeichen setzen, dass wir ihnen bei ihren schwierigen Entscheidungen im Sinne der gemeinsamen Verantwortung weiter zur Seite stehen. Heute einigen wir uns gemeinsam mit 100 Staaten auf die Erneuerung und Neuausrichtung unseres Bekenntnisses zu weiteren Investitionen und weiterem langfristigen Engagement in Afghanistan. Wir freuen uns auf den NATO-Gipfel in Chicago im Mai und andere bevorstehende Treffen, wie beispielsweise die Geberkonferenz in Tokio, bei der diese Verpflichtung formalisiert werden soll.

 

Natürlich kann ich sagen, dass es ein langes und schwieriges Jahrzehnt war, aber die Menschen, die diese Worte wirklich begreifen, sitzen hier unter uns. Die Menschen in Afghanistan haben so viel erduldet, und sie bitten mich und andere immer wieder sicherzustellen, dass sie das, was sie in diesem schwierigen Jahrzehnt erreicht haben, nicht wieder verlieren. Ich denke, wir haben eine Strategie, mit der wir gute Chancen haben, eine Zukunft in Stabilität, Wohlstand und Frieden zu gestalten. Darum ging es bei dieser Konferenz, aber wir wissen natürlich, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Ich werde mich dafür einsetzen, und ich weiß, dass wir viele Partner in Afghanistan haben, die diese Arbeit mit uns leisten wollen.

 

Und jetzt freue ich mich auf Ihre Fragen.

 

Originaltext: Remarks at the Bonn Conference Center

Sesamstraße jetzt auch in Afghanistan

 

US-Botschafter Ryan Crocker mit Kindern in Kabul

KABUL – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Eintrag von Nicola Nucelli, Stellvertretende Presseattachée an der US-Botschaft Kabul, im offiziellen Blog des US-Außenministeriums DipNote über den Einzug der Sesamstraße in Afghanistan vom 30. November 2011.

 

Sesame Workshop, die gemeinnützige Bildungsorganisation hinter der Sesamstraße, hat mit den Fernsehsendern TOLO TV und LEMAR TV die Sendung Baghch-e-Simsim produziert, eine neue Kinderfernsehserie mit vor Ort gedrehten Einspielfilmen und den Puppen von der Sesamstraße, die sich an Kinder in Afghanistan richtet und zu deren Bildung beitragen soll.

„Sesame Workshop ist begeistert über die Zusammenarbeit mit TOLO und LEMAR TV. So entstand vor Ort eine Sendung, die nicht nur zur Bildung der Kinder beiträgt und sie auf das lebenslange Lernen einstimmt, sondern auch eine Vorstellung von der afghanischen Kultur vermittelt, mit der sich die Kinder identifizieren und von der sie lernen können,“ erklärt H. Melvin Ming, CEO und Präsident des Sesame Workshops.

Die 26 halbstündigen Episoden von Baghch-e-Simsim sind auf die frühkindliche Bildung ausgerichtet und werden in Abstimmung mit dem afghanischen Bildungsministerium produziert. Am 1. Dezember 2011 wird die Sendung zum ersten Mal ausgestrahlt und zwar sowohl in Dari als auch Paschtu. Baghch-e-Simsim enthält 13 vor Ort gedrehte Filme, in denen Traditionen, Kultur und andere Aspekte des städtischen und ländlichen Lebens in Afghanistan abgebildet werden.

„Es ist eine grundlegende Tatsache, dass die Medien über Aufklärungs- und Bildungsprogramme eine maßgebliche Rolle bei der Bildung und Entwicklung spielen. In Anbetracht dieser Tatsache hat sich das Bildungsministerium auf Fernbildungsprogramme, die über Education TV ausgestrahlt werden, konzentriert. Meines Erachtens ist das Baghch-e-Simsim-Programm, das Traditionen, Kultur und andere Aspekte des ländlichen und städtischen Lebens in Afghanistan abbildet, von großem Nutzen für die kognitive Entwicklung unserer Kinder und die Umgestaltung unserer Gesellschaft im Hinblick auf Sozialwesen, Wirtschaftswachstum und dauerhaften Frieden,“ so der stellvertretende afghanische Bildungsminister Patman.

„Die Lehrer hier in Afghanistan werden feststellen, dass die Sesamstraße die Kinder gut auf die Schule vorbereitet. Am wichtigsten ist aber vielleicht, dass sie den Kindern die Welt um sie herum zeigt,“ erklärte Ryan Crocker, US-Botschafter in Afghanistan.

Diese zwei- bis dreiminütigen Minidokumentarfilme spiegeln das tägliche Leben von kleinen Kindern in ganz Afghanistan wider und stellen den Kindern die große Vielfalt der verschiedenen afghanischen Provinzen vor. Zudem schulen die pelzigen und gefiederten Freunde aus der Sesamstraße, wie Elmo, Bibo und Grobi die Kinder in Kernkompetenzen wie Lesefähigkeit, Mathematik, Schulvorbereitung und anderen grundlegenden Fertigkeiten, die sie für das Leben benötigen. Besondere Schwerpunkte liegen dabei auf der Bildung von Mädchen, der Vielfalt und dem Bewusstsein für die eigene Kultur. Auch die Puppen der Sesamstraße aus den weltweiten Ko-Produktionen, beispielsweise aus Ägypten, Bangladesch, Mexiko und Russland, treten in der Sendereihe auf.

 

Originaltext: Sesame Street’ To Debut in Afghanistan