WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel des US-Außenministeriums im Rahmen einer Kampagne zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai 2012.
Information ist Macht. Ohne ein gewisses Maß an frei verfügbaren Informationen können nur wenige Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen, ihre Regierung zur Rechenschaft ziehen und ihre Kinder erziehen. Die Bürgerinnen und Bürger benötigen sachgemäße, aktuelle und unabhängige Informationen, denen sie vertrauen können. Dasselbe gilt für Unternehmen und Märkte. Und auch für Regierungen.
Medienfreiheit erhält die Lebendigkeit, Energie und Gesundheit einer Gesellschaft und deren Wirtschaft. Wenn der freie Informationsfluss behindert wird, leiden die Menschen. Die Gesellschaft leidet. Die Wirtschaft leidet.
Wenn die Welt in diesem Jahr in Tunis auf Einladung der UNESCO den Internationalen Tag der Pressefreiheit begeht, geschieht das in einer Zeit, in der Journalisten zunehmend bedroht werden. Letzten Dezember befanden sich dem Ausschuss zum Schutz von Journalisten zufolge weltweit 179 Journalisten in Haft. Journalisten werden immer noch bedroht und angegriffen, sie verschwinden oder werden ermordet, weil sie versuchen, über Ereignisse zu berichten.
Im vergangenen Jahr wurde die Welt Zeuge dessen, was eine freie Presse bewirken kann, aber auch der Gefahren, denen sie ausgesetzt ist. Im gesamten Nahen Osten und Nordafrika berichteten Journalisten, Blogger, Filmemacher und Experten über die Proteste in der Region, während einige Bürgerinnen und Bürger – lediglich mit ihrem Mobiltelefon bewaffnet – ihr Leben aufs Spiel setzten, um die Wahrheit ins Internet zu stellen: als Text, Tweet oder Foto.
Sie übten damit ein Grundrecht aus, das in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 verankert ist: „Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten anzuhängen und Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“
Dennoch versuchen zu viele Regierungen, die Medien direkt oder indirekt zu zensieren. Zu viele investigative Journalisten werden mundtot gemacht, weil sie Korruption auf lokaler, bundesstaatlicher und nationaler Regierungsebene aufdecken. Zu oft werden Journalisten angegriffen oder getötet, ohne dass die Täter bestraft werden.
Wenn Journalisten verschwinden, wenn sie bedroht, angegriffen oder inhaftiert werden, zensieren andere Journalisten sich selbst. Sie hören auf zu berichten. Sie entschärfen ihre Berichte. Sie verschweigen Einzelheiten. Ihre Quellen versiegen. Herausgeber zögern, ihre Berichte zu drucken. Angst tritt an die Stelle der Wahrheit. Alle unsere Gesellschaften leiden.
Der Internationale Tag der Pressefreiheit steht jetzt wieder bevor, und die Vereinigten Staaten rufen alle Regierungen auf, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um Raum für unabhängige Journalisten zu schaffen, damit sie ihre Arbeit tun können, ohne sich vor Gewalt oder Verfolgung zu fürchten. Wir wollen besonders die mutigen Journalisten, Blogger und Bürger würdigen, die ihr Leben, ihre Gesundheit und ihre Freiheit geopfert haben, damit andere die Wahrheit erfahren. Wir würdigen auch die Rolle freier und unabhängiger Medien bei der Entstehung stabiler demokratischer Staaten und offener, starker Gesellschaften.








