‚Unter 1.‘ und ‚unter 3.‘

Der Pressesprecher von Präsident George W. Bush, Scott McClellan, informiert Journalisten. Wenn jemand ‚unter 1.‘ ‚oder zu beliebiger Verwendung‘ mit einem Journalisten spricht, kann dieser alles, was der Auskunftgebende sagt, unter Verweis auf diese Person veröffentlichen.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir ein Kapitel aus dem überarbeiteten Handbuch A Responsible Press Office: An Insider’s Guide des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium vom 17. April 2012. A Responsible Press Office in the Digital Age ist eine Anleitung für die Nutzung sozialer und digitaler Medien, um die Öffentlichkeit aktuell und fundiert über Politik, Gesetze, Programme und Maßnahmen zu informieren. Die Autorin, Marguerite Hoxie Sullivan, ist Spezialistin für die Beziehung zu Medien. Sie hat als Journalistin, in der Öffentlichkeitsarbeit und für die Regierung gearbeitet.

Wenn möglich, sollte man immer ‚unter 1.‘ mit Journalisten sprechen. Diese Form wird bei der Kommunikation mit den Medien bevorzugt. Da es im eigenen Interesse ist, Informationen über ein Programm, eine Idee oder die eigene Botschaft öffentlich bekannt zu machen, warum sollte dann in diesem Zusammenhang nicht auch der eigene Name genannt werden?

„Am sichersten ist es, im Umgang mit Journalisten davon auszugehen, dass alles, was man sagt, in der Zeitung landen kann, insbesondere am Anfang, wenn man die Journalisten, mit denen man zusammenarbeitet, noch nicht kennt und noch nicht weiß, ob sie die Gesprächsbedingungen akzeptieren“, sagte Dee Dee Myers, ehemalige Pressesprecherin im Weißen Haus unter Präsident Clinton.

Mit der Zeit, wenn man eine Beziehung zu den Journalisten aufgebaut hat, weiß man, mit wem man offener sprechen kann. „Dann kann man auch ‚unter 2.‘ miteinander sprechen (also ‚zur Verwertung ohne Quelle und ohne Nennung des Auskunftgebenden‘, um komplexere Themen zu erörtern, ohne Gefahr zu laufen, dass die Aussagen aus dem Kontext gerissen werden“, sagte sie. „In aufstrebenden Demokratien, in denen die Regeln nicht eindeutig sind, kann man sich aber die Finger verbrennen, wenn man sich ‚unter 3.‘, also ‚vertraulich‘ äußert.“

Die Spielregeln müssen vor dem Gespräch festgelegt werden, nicht erst danach.

Im Folgenden werden die Begriffe erläutert:

  • •‚Unter 1.‘: zu beliebiger Verwendung Bei Gesprächen ‚unter 1.‘ darf der Journalist alles, was gesagt wurde, unter Verweis auf die entsprechende Person veröffentlichen. Mit einer Sperrfrist versehene Informationen sind Informationen ‚unter 1.‘, die noch nicht für die Veröffentlichung freigegeben wurden. Die Uhrzeit oder das Datum der Veröffentlichung werden vom Auskunftgebenden bestimmt.
  •  ‚Unter 2.‘: zur Verwertung ohne Quelle und ohne Nennung des Auskunftgebenden. Wenn man einem Journalisten sagt, dass man ‚unter 2.‘ mit ihm spricht, kann er das Gesagte zwar verwenden, es aber nicht mit dem Namen oder dem Titel des Auskunftgebenden in Verbindung bringen. Der Journalist wird die Äußerungen durch eine vorab abgesprochene Formulierung wie „eine gut informierte Quelle“, „ein Experte“ oder „ein hochrangiger Regierungsvertreter“ ergänzen. Investigative Journalisten oder Journalisten, die für Printmedien arbeiten, verwenden ‚unter 2‘ häufiger als Rundfunkjournalisten, und machen gerne so viele Angaben wie möglich darüber, warum der Auskunftgebende nicht genannt werden kann.
  •  ‚On deep background.‘ (Entspricht etwa der deutschen Formulierung: „Die Zeitung hat erfahren, dass…“) Wenn man sich vor einem Interview darauf einigt, dass man nur ‚on deep background‘ mit einem Journalisten spricht, können die Informationen zwar verwendet werden, dürfen aber keinerlei Hinweis auf den Auskunftgebenden enthalten. Alles beim Gespräch Gesagte kann also verwendet werden, allerdings ohne Zitate und ohne Hinweise auf die Quelle.
  • ‚Unter 3.‘: vertraulich Wenn man ‚unter 3.‘ mit einem Journalisten spricht, sind die Informationen nur für den Journalisten gedacht und dürfen nicht gedruckt oder auf eine andere Art und Weise öffentlich gemacht werden. Der Journalist sollte mit den Informationen idealerweise nicht zu einer anderen Quelle gehen, um eine offizielle Bestätigung hierfür zu erhalten. Manchmal nutzen Pressesprecher ein vertrauliches Gespräch, um einem Journalisten Hintergrundinformationen zu liefern, falls er mit seiner Geschichte auf der falschen Spur zu sein scheint, der Datenschutz eine Veröffentlichung aber nicht zulässt.

Alle Informationen, die per E-Mail oder mittels anderer digitaler Medien verbreitet werden, sind üblicherweise ‚unter 1.‘. Es ist schwierig, eine E-Mail als ‚unter 2.‘ oder sogar ‚unter 3.‘ einzustufen, es sei denn, es wurde ausdrücklich vereinbart, dass die Informationen nicht weitergegeben werden dürfen. Regierungsvertreter sollten davon ausgehen, dass ihre E-Mails öffentlich sind.

Originaltext: Speaking On and Off the Record

Internationaler Tag des Jazz

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text vom 26. April 2012 aus dem offiziellen Blog des US-Außenministeriums, DipNote, anlässlich des Internationalen Tags des Jazz, am 30. April. Der Autor, David Killion, ist US-Botschafter bei der UNESCO.

 

In den Vereinigten Staaten haben meine Kollegen im Außenministerium schon vor langer Zeit die Kraft des Jazz erkannt, Menschen zusammenzubringen. Vor mehr als 50 Jahren hat das Ministerium eine einzigartige Kampagne der Jazz-Diplomatie gestartet, im Rahmen derer die amerikanische Musiklegende Dizzy Gillespie auftrat. Seit damals war Jazz Bestandteil der amerikanischen Kulturprogramme. (Hier finden Sie einige großartige alte Fotos der New York Times.)

 

Ich bin sehr stolz darauf, das jüngste Kapitel der Jazz-Diplomatie des US-Außenministeriums ankündigen zu können, ein Programm, das diesen Freitag hier in Paris anläuft, und mit dem wir schon vorab den Internationalen Tag des Jazz der UNESCO einläuten, der weltweit offiziell am 30. April 2012 gefeiert wird.

 

Diese einzigartige Veranstaltung wurde von den Vereinigten Staaten initiiert und in Zusammenarbeit mit dem „Goodwill-Botschafter“ der UNESCO und Jazz-Legende Herbie Hancock organisiert. Mit ihr werden die amerikanischen Wurzeln der Jazz-Musik geehrt und ihr weltweiter Einfluss gefeiert. Dies ist natürlich Ergebnis gemeinsamer Bemühungen, bei denen wir nicht nur entscheidend von den Vereinigten Staaten und Herbie Hancock unterstützt wurden, sondern auch vom Thelonius Monk Jazz Institut, dem Smithsonian Institut und, natürlich, der UNESCO sowie mehr als 30 nationalen Sponsoren, darunter auch Brasilien, Ägypten, Israel, Mexiko und Uganda.

 

Wir beginnen hier also am Freitag im Hauptsitz der UNESCO mit einer Reihe von Sonderkonzerten, Aufführungen und Meisterklassen. Natürlich wird Herbie Hancock anwesend sein sowie Musikgrößen wie Dee Dee Bridgewater, Marcus Miller und Hugh Masekela.

 

Am 30. April, dem Internationalen Tag des Jazz, wird es auf der ganzen Welt Feierlichkeiten geben. In den Vereinigten Staaten wird es in New Orleans ein besonderes Konzert bei Tagesanbruch geben, gefolgt von einer Party am Abend bei den Vereinten Nationen in New York City. Ähnliche Konzerte sind überall geplant – von Aserbaidschan (hier erfahren Sie mehr über die schon viele Jahrzehnte währende Liebe Aserbaidschans zum Jazz) bis Argentinien und von Polen bis Oman.

 

Als US-Botschafter bei der UNESCO könnte ich nicht stolzer auf unsere aktive Unterstützung für den Internationalen Tag des Jazz sein. Ich kann mir wahrlich keine bessere, tief greifendere oder bedeutendere Verkörperung amerikanischer Kultur vorstellen. Ich glaube wirklich, dass der Jazz das Beste der Vereinigten Staaten repräsentiert und auch das Ehrlichste.

 

Jazz konnte sich nur in den Vereinigten Staaten entwickeln. Er entstand in den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts, in erster Linie im Süden der Vereinigten Staaten und insbesondere in New Orleans, wo es afroamerikanische Musiker gab, die afrikanische und europäische Musiktraditionen mischten. Natürlich war das keine einfache Zeit. Die Sklaverei lag kaum eine Generation zurück und die Rassentrennung war noch immer Gesetz im Süden. Trotzdem gab es ein starkes gemeinschaftliches Gefühl und den Wunsch nach Unterhaltung.

 

So entwickelte sich aus dieser Mischung langsam Rhythm & Blues, Ragtime und schließlich Jazz. Fast von Beginn an wurde Jazz über zwei wichtige Charakteristika definiert: Improvisation und Anpassungsfähigkeit. Es sind diese zwei Merkmale, durch die Jazz so perfekt zur amerikanischen Diplomatie passt – es ist diese Kombination aus dem Willen, wichtige Prinzipien aufzugreifen, und diese dann mutig auf neue Situationen anzuwenden, also zu improvisieren und anzupassen, weiterzuentwickeln. Nun, ich denke, das ist auch der Kern, das Herz und die Seele, der amerikanischen Kultur!

 

Als wir zum ersten Mal über die Unterstützung für den Internationalen Tag des Jazz sprachen, dachte ich, die Musik könne ein kraftvolles Instrument für die Diplomatie sein – nicht nur für die Vereinigten Staaten, sondern für jeden, der sich mit Kommunikation über kulturelle Grenzen hinweg beschäftigt, für jeden, der sich der Redefreiheit verschrieben hat und die Kunst des Zuhörens schätzt.

 

Jazz ist vielleicht in den Vereinigten Staaten entstanden, aber ich denke, dass er heute ganz klar auf der ganzen Welt gewürdigt wird. Wie die Jazz-Größe Wynton Marsalis einst sagte: „Solange es Demokratie gibt, wird es auch Menschen geben, die Jazzmusik spielen wollen, weil nichts existiert, was den demokratischen Prozess so perfekt mit Klängen wiedergibt.“ Jazz bedeutet, musikalisch mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten. Man muss den anderen Musikern zuhören und mit ihnen spielen, auch wenn man nicht mit dem übereinstimmt, was sie spielen. Das lehrt uns das Gegenteil von Rassismus und Antisemitismus. Es lehrt uns, dass die Welt groß genug für uns alle ist.“

 

Originaltext: Celebrating International Jazz Day

 

Bild- und Videomaterial

Fotografen und Fernsehjournalisten drängeln, um ein gutes Foto von einer Veranstaltung vor dem Weißen Haus zu ergattern. Ein gutes Bild kann eine ganze Geschichte erzählen.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir ein Kapitel aus dem überarbeiteten Handbuch A Responsible Press Office: An Insider’s Guide des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium vom 17. April 2012. A Responsible Press Office in the Digital Age ist eine Anleitung für die Nutzung sozialer und digitaler Medien, um die Öffentlichkeit aktuell und fundiert über Politik, Gesetze, Programme und Maßnahmen zu informieren. Die Autorin, Marguerite Hoxie Sullivan, ist Spezialistin für die Beziehung zu Medien. Sie hat als Journalistin, in der Öffentlichkeitsarbeit und für die Regierung gearbeitet.

 

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Durch Bilder können Informationen interessanter und leichter verständlich werden und sie können die Menschen stärker berühren.

Im Fernsehen sollte der Zuschauer immer den Kern einer Geschichte erfassen können, wenn er das Bild bei ausgeschaltetem Ton betrachtet. Dasselbe gilt für Artikel in Zeitungen: Das Bild zu einem Artikel sollte die Geschichte des Artikels erzählen können.

Scott Sforza, der Veranstaltungen für Präsident George W. Bush organisiert hat, sagte zu einem Politikwissenschaftler: „Wenn der Ton am Fernseher ausgeschaltet ist, während man gerade daran vorbeiläuft, sollte man nur durch den Blick auf das Gerät die Botschaft des Präsidenten verstehen können.“

Dies kann man beispielsweise erreichen, indem im Hintergrund die Botschaft, das Thema, ein Logo, eine Organisation oder eine Internetadresse zu sehen ist. Dazu gehört, dass leicht zu identifizierende Vertreter eines bestimmten Themas um den Redner positioniert werden – beispielsweise Schulkinder in Schuluniformen, wenn es um Bildungspolitik geht. Wenn keine bestimmte Botschaft vermittelt werden soll, kann der Redner vor Flaggen, Büchern, Pflanzen oder anderen interessanten Objekten platziert werden, die optische Vielfalt vermitteln, aber nicht vom Thema ablenken. Man sollte sich niemals vor eine weiße Wand stellen.

Die Verwendung von Bildmaterial auf der Website oder in einem Blog ist ebenfalls wichtig. Ebenso wie Zeitungen, die Bilder nutzen, um Geschichten interessanter zu gestalten oder den Text aufzulockern, sollten auch Online-Medien und soziale Medien diese Strategie nutzen. Da die Aufmerksamkeitsspanne bei Nutzern von Online-Kommunikationsmitteln kürzer ist, spielen gute Bildelemente eine besonders große Rolle bei neuen Medien. So wie Texte für digitale Medien kürzer und lebhafter sein sollen, sollten Websites und Seiten in sozialen Netzwerken aus einer Mischung von Fotos und Videos bestehen.

 

Originaltext: Visuals

 

Umgang mit Falschmeldungen und negativen Nachrichten

Ein Video im Blog des Weißen Hauses erklärt die Wirtschaftspolitik von Präsident Obama. Soziale Medien können dabei helfen, Falschmeldungen oder negativen Schlagzeilen zu begegnen, indem Informationen sofort bereitgestellt werden.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir ein Kapitel aus dem überarbeiteten Handbuch A Responsible Press Office: An Insider’s Guide des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium vom 17. April 2012. A Responsible Press Office in the Digital Age ist eine Anleitung für die Nutzung sozialer und digitaler Medien, um die Öffentlichkeit aktuell und fundiert über Politik, Gesetze, Programme und Maßnahmen zu informieren. Die Autorin, Marguerite Hoxie Sullivan, ist Spezialistin für die Beziehung zu Medien. Sie hat als Journalistin, in der Öffentlichkeitsarbeit und für die Regierung gearbeitet.

Manchmal veröffentlichen Medien absichtlich Falschmeldungen, aber meistens werden falsche Berichte unabsichtlich publiziert. Wenn man falsch zitiert wird oder fehlerhafte Informationen veröffentlicht werden, sollte man sofort reagieren. Korrigieren Sie die falschen Informationen mittels digitaler Medien oder wenden Sie sich direkt an den Journalisten oder Verfasser. Man sollte dabei keine Drohungen aussprechen. Stattdessen sollte man sich auf die Fakten vorbereiten und damit rechnen, dass alles, was zur Korrektur des Fehlers gesagt wird, offiziell ist und veröffentlicht werden kann. Wenn im Gespräch mit dem Journalisten keine Fortschritte erzielt werden können, sollte man sich an den Herausgeber wenden.

Man kann um einen Widerruf oder die Korrektur des Fehlers bitten, was häufig getan wird. Es existiert allerdings auch die Meinung, dass dies die Falschmeldung nur weiter in den Schlagzeilen hält, da sie wieder an die Oberfläche gebracht wird. Falschmeldungen können in Online-Medien immer wieder nachgelesen werden. Daher wäre die Bitte um Korrektur hier der richtige Weg.

„Meine Reaktion hängt vom Schweregrad des Fehlers ab“, sagte ein Kommunikationsbeauftragter einer Bundesbehörde. Als eine Überschrift einmal völlig falsch, die Geschichte an sich aber in der Sache richtig war, blieb er untätig. „Das ließen wir durchgehen“, sagte er.

Dieselbe Strategie wird verfolgt, wenn ein Fehler in einer sozialen Plattform wie einem Blog auftritt. „Widerrufe oder Korrekturen werden nur veröffentlicht, wenn der Artikel und/oder der Blogger bekannt genug sind, um Aufmerksamkeit zu erregen oder andere Medien zu beeinflussen“, sagte ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums. „In so einem Fall reicht eine Massen-E-Mail des Pressesprechers oder eines anderen hochrangigen Sprechers an Pressevertreter oder ganz einfach ein Telefongespräch. Allerdings können Twitter und andere soziale Medien hier am effektivsten sein.“

Soziale Medien ermöglichen eine unmittelbare Verbreitung der korrekten Information sowie, im Bedarfsfall, eine anschließende Aktualisierung. Mit Hilfe sozialer Medien können Berichtigungen oder Klärungen vorgenommen werden, ohne direkt mit einer Medienorganisation oder einem Journalisten in Konflikt zu geraten und so vielleicht gute Beziehungen zu gefährden.

Einen solchen Fall hat es in einer US-Regierungsbehörde gegeben, als die Mitarbeiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit den Eindruck hatten, dass eine einflussreiche Zeitung die Aussage des Leiters der Regierungsbehörde völlig falsch dargestellt hatte. „Mein Vorgesetzter wollte keine Konfrontation mit dem Journalisten“, gab der Leiter der Abteilung für öffentliche Angelegenheiten an. Stattdessen verfasste der Leiter der Behörde einen Blogbeitrag zum Thema, in dem alles klargestellt wurde, ohne die Zeitung, den Artikel oder den Journalisten zu erwähnen. Die Zeitung veröffentlichte daraufhin einen Artikel, in dem die offizielle Meinung der Regierung korrekt wie im Blogbeitrag wiedergegeben wurde. „Wenn man das Gefühl hat, es sei nötig, etwas aufzuklären, sind soziale Medien häufig ein gutes Instrument, um einen Sachverhalt mit den eigenen Worten darzustellen“, fügte der Abteilungsleiter für Öffentlichkeitsarbeit hinzu.

Falschmeldungen in sozialen Medien müssen nicht anders behandelt werden als die in Zeitungen oder Rundfunk- und Fernsehübertragungen. „Wir behandeln die Fehler von Bloggern genauso, wie die traditioneller Medien: Kleinere Fehler ignorieren, große Fehler angehen und falsche Informationen dynamisch und schnell berichtigen, wenn das Thema wichtig ist“, sagte ein Kommunikationsbeauftragter der Regierung.

Schnelligkeit ist dabei entscheidend, und Abgabetermine sind eng gesetzt. Reaktionen und Informationen müssen schnell zur Verfügung gestellt werden. „Man kann nicht bis zum Abend warten“, sagte ein Beamter im US-Verteidigungsministerium und bezog sich auf das einst langsamere Tempo beim Berichtigen von Fehlern in traditionellen Medien. Wenn man Informationen nicht zeitnah aktualisiert oder korrigiert, „ist bereits ein Schaden entstanden, da diese Fehlinformation lange online kursierte”, fügte er hinzu. Aus diesem Grund ist es so wichtig und so einfach, falsche Informationen schnell in sozialen und mobilen Medien zu berichtigen.

Manchmal hilft es, das Thema zu wechseln, um mit falschen Informationen umzugehen. Als ein Blogger eine E-Mail an Meinungsbildner in einer ehemaligen Sowjetrepublik schickte, in der von der Ermordung einer Schlüsselfigur der Opposition die Rede war, verbreitete sich dieses unwahre Gerücht schnell in der Bloggerszene. Die politische Gegnerin und ihr Pressesprecher sahen drei Handlungsmöglichkeiten: Die Lüge zu entkräften, indem man verlauten lässt, dass „der Oppositionsführer am Leben“ ist, was einer Lüge Glaubwürdigkeit schenken würde. Nichts zu tun, was zu einer schnelleren Verbreitung der Lüge führen würde. Oder ein Fernsehteam einzuladen, um den Gegner zu filmen, ohne das absurde Gerücht zu thematisieren, damit die Öffentlichkeit sieht, dass er am Leben ist. In diesem Fall war ein Themenwechsel die beste Maßnahme.

Wenn man weiß, dass eine falsche oder negative Geschichte in die Medien gelangen wird, kann es erforderlich sein, mit der eigenen Version der Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen, bevor die eigenen Gegner es tun. Wenn die Öffentlichkeit sich einmal eine Meinung zu einem Thema gebildet hat, kann es sehr schwierig sein, diese zu ändern.

„Soziale Medien können auch dabei behilflich sein, schnell auf von politischen Gegnern in Umlauf gebrachte Unwahrheiten zu reagieren“, sagte Doug Wilson, der Abteilungsleiter für Öffentlichkeitsarbeit im Verteidigungsministerium unter Präsident Obama, der Washington Post. „Die Unmittelbarkeit und die Verbreitung der sozialen Medien machen ihre Stärke aus. Diese Vorteile kann man ausspielen, wenn man weiß, dass die Angesprochenen ähnlich ausgerüstet sind.“

Die wichtigsten Schlagworte zum Umgang mit falschen und negativen Meldungen sind:

 

Erzählen Sie alles. Erzählen Sie es als erster. Erzählen Sie es selbst.

 

Erinnern Sie sich an das alte Sprichwort: Man sollte sich niemals mit jemandem anlegen, der literweise Druckerfarbe kauft. Das heißt also: Legen Sie sich nie mit den Medien an. Falsche Nachrichtenmeldungen sollten ohne Schuldzuweisungen korrigiert werden.

 

Originaltext: Dealing with False and Negative News

Texte für das Radio

Die Kandidaten für das Amt des Gouverneurs von Vermont, Brian Dubie (rechts) und Peter Shumlin, in einer Diskussion beim Radiosender WVMT. Kurze und einfache Sätze sind für das Radio am besten geeignet.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir ein Kapitel aus dem überarbeiteten Handbuch A Responsible Press Office: An Insider’s Guide des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium vom 17. April 2012. A Responsible Press Office in the Digital Age ist eine Anleitung für die Nutzung sozialer und digitaler Medien, um die Öffentlichkeit aktuell und fundiert über Politik, Gesetze, Programme und Maßnahmen zu informieren. Die Autorin, Marguerite Hoxie Sullivan, ist Spezialistin für die Beziehung zu Medien. Sie hat als Journalistin, in der Öffentlichkeitsarbeit und für die Regierung gearbeitet.

 

Auf der ganzen Welt beziehen die Menschen Informationen aus dem Radio – von kommerziellen, öffentlich-rechtlichen oder lokalen Radiosendern. Radio wird sowohl in Gegenden mit niedriger als auch mit hoher Analphabetenrate gehört. Es wird über Kurzwelle, AM, FM, tragbare Geräte und im Internet empfangen. Das Radio ist eine der beliebtesten und effektivsten Kommunikationsformen der Welt.

Radio ist persönlich und unmittelbar. Da die Hörer sich allein auf das konzentrieren, was sie hören, wird ihnen das Gefühl vermittelt, sich an dem Ort zu befinden, wo die Ereignisse stattfinden. Über das Radio wahrgenommene Worte – ohne visuelle Unterstützung – können etwas ausdrucksstark und gefühlvoll zeigen, ankündigen, erklären oder beschreiben und gleichzeitig die Persönlichkeit des Sprechers widerspiegeln.

Texte für das Radio zu schreiben, ist anders als Texte für Printmedien zu verfassen und wird oft mit dem Schreiben von Liedtexten verglichen. Bei Liedtexten und Skripten für das Radio muss Sprache in visueller Form (durch Aufschreiben) für Kommunikation in mündlicher Form (singen oder sprechen) festgehalten werden. Der Text muss kurz und die Sätze müssen einfach sein.

Für das Verfassen von Radiotexten bedarf es anderer Techniken als für das Verfassen von schriftlichen Texten für Printmedien oder Videos. Die Hörer eines Radiosenders verarbeiten die Nachrichten während des Hörprozesses. Im Radio gibt es meist keine zweite Chance. Die meisten Radioübertragungen können nicht noch einmal abgerufen werden. Informationen müssen beim ersten Mal klar, deutlich und prägnant vermittelt werden. Die Worte müssen korrekt ausgesprochen werden und zu den übermittelten Informationen passen.

Während Printmedien die Fragen wer, was, wo, wann, warum und wie beantworten müssen, darf es bei Radio- und Videonachrichten nicht an Korrektheit, Klarheit, Prägnanz und Lebendigkeit fehlen.

Wenn man für das Radio schreibt, sollte man…

-       die Aufmerksamkeit des Hörers von Anfang an für sich gewinnen.

-       im Plauderton, aber nicht zu wortreich schreiben.

-       nicht zu viele Zahlen und Statistiken verwenden. Zahlen sollten auf- oder abgerundet werden. Aus 2.785 wird also „fast 3.000“.

-       Abkürzungen vermeiden.

-       so häufig wie möglich aktive Verben im Präsens verwenden.

-       ausschweifende Beschreibungen vermeiden.

-       nicht die Informationen aus der Einleitung wiederholen.

-       ungewöhnliche oder schwierig auszusprechende Namen und Worte in Lautschrift festhalten. La Jolla in Kalifornien könnte dann „la HOY-a“ geschrieben werden.

-       Großbuchstaben und doppelten Zeilenabstand verwenden.

-       sich kurz fassen: Drei Zeilen auf dem Papier entsprechen etwa 10 Sekunden Sprechzeit.

 

Originaltext: Writing for Radio

Weniger Todesfälle bei Kindern durch mehr Maßnahmen gegen Malaria

Ein senegalesisches Mädchen tanzt, während Moskitonetze für Betten verteilt werden. Mit Insektiziden behandelte Netze der Malariainitiative des Präsidenten und anderer Spender können Stiche von mit Malaria infizierten Mücken verhindern.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text von Charlene Porter aus dem Büro für internationale Informationsprogramme des US-Außenministeriums zum Weltmalariatag vom 24. April 2012.

Das US-Amt für internationale Entwicklung (U.S. Agency for International Development – USAID) wird den Weltmalariatag am 25. April mit der Übergabe eines Berichts an den Kongress begehen, der die maßgeblichen Fortschritte bei der Verringerung der durch Malaria verursachten Todesfälle durch gesteigerte Investitionen der Vereinigten Staaten und anderer Teilnehmer der globalen Anti-Malaria-Kampagne dokumentiert.

Dem sechsten Jahresbericht an den Kongress über die Malariainitiative des Präsidenten zufolge (President’s Malaria Initiative – PMI) konnte „die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren im Zuge einer massiven Zunahme der Bestrebungen zur Kontrolle von Malaria in Ländern südlich der Sahara drastisch verringert werden.“

Die Bestrebungen im Rahmen des Programms zur Kontrolle von Malaria waren auf 15 Hochrisikoländer in Ländern südlich der Sahara ausgerichtet, dazu gehörten unter anderem mit Insektiziden behandelte Moskitonetze, das Versprühen von Insektiziden in Wohnräumen, verbesserte Diagnosetests und Malariamedikamente.

Landesweite Haushaltsbefragungen in einem Großteil der Risikoländer deuten auf maßgebliche Verbesserungen bei der Sterblichkeitsrate hin – und zwar bei allen Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren. In Ruanda, wo die Kindersterblichkeitsrate um 50 Prozent abgenommen hat, waren die größten Fortschritte zu verzeichnen. Danach folgte Senegal mit einer Verringerung um 40 Prozent.

Auch Angola, Äthiopien, Ghana, Kenia, Madagaskar, Malawi, Sambia, Tansania und Uganda berichteten über weniger durch Malaria verursachte Todesfälle bei Kleinkindern.

Kinder sind ein besonderes Anliegen, weil sie geringere Chancen haben, die Krankheit zu überleben. Malaria wird durch Parasiten der Gattung Plasmodium über Stiche infizierter Mücken übertragen. 2010 traten 90 Prozent aller durch Malaria verursachten Todesfälle in Afrika auf, meistens bei Kindern unter 5 Jahren.

Die Ausweitung der Malariaprävention durch die PMI und andere globale Partnerschaften hat bereits Millionen von Menschen in Regionen erreicht, in denen der Parasit vorkommt. Der Bericht von USAID an den Kongress dokumentiert folgende Ergebnisse:

  • Sprühinitiativen im Rahmen der PMI trugen 2011 dazu bei, mehr als 28 Millionen Menschen zu schützen.
  • Im Rahmen der PMI wurden mehr als 59 Millionen Moskitonetze für Betten beschafft, und seit 2006 wurden mehr als 31 Millionen davon verteilt.
  • In den sechs Jahren seit Bestehen des Programms wurden mehr als 92 Millionen Medikamente zur Behandlung von Malaria verteilt.

2011 begab sich die PMI auf neues Terrain, indem sie ihre Aktivitäten zur Malariabekämpfung auf Guinea und Simbabwe ausdehnte, während gleichzeitig die Programme in Nigeria und der Demokratischen Republik Kongo erweitert wurden. Das PMI-Programm ist auf 19 afrikanische Länder sowie die Mekong-Anrainerstaaten ausgerichtet, darunter Burma, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam und Yunnan in China.

Dem PMI-Bericht an den Kongress zufolge ist „die Malariaprävention und –kontrolle ein Schwerpunkt der Auslandshilfeziele der amerikanischen Regierung.“ Präsident George W. Bush verstärkte das US-Engagement zur Bekämpfung dieser ansteckenden Krankheit ab 2006 durch eine Erhöhung der Finanzmittel um 1,27 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren. Der US-Kongress verpflichtete sich 2008 zu einer weiteren Erhöhung der Investitionen um fünf Milliarden US-Dollar über weitere fünf Jahre.

USAID stellt weitere Finanzmittel für Malariaprogramme in Burkina Faso, Burundi und Südsudan zur Verfügung und bietet im Rahmen der Amazon Malaria Initiative Unterstützung für Bolivien, Brasilien, Ecuador, Guyana, Kolumbien, Peru und Suriname.

Der Weltmalariatag am 25. April geht auf das Jahr 2000 zurück, als 44 afrikanische Staats- und Regierungschefs in Nigeria zusammenkamen und ihre Länder dazu verpflichteten, die Todesfälle durch Malaria bis 2010 zu halbieren. Laut Unterlagen der Weltgesundheitsorganisation zu diesem Anlass hat es „in den zehn Jahren seit der Aufstockung der Finanzmittel und der Bestrebungen, die Krankheit zu kontrollieren, eine entsprechende Zunahme der effektiven Eingriffe zur Bekämpfung von Malaria gegeben, was die Verringerung der Krankheitsfälle und Todesfälle in vielen Ländern zur Folge hatte.“

2010 waren weltweit etwa 216 Millionen Fälle von Malaria und 655 Todesfälle dokumentiert, so die WHO, was einer Verringerung der Malariafälle um 17 Prozent und einer Verringerung der weltweiten Todesfälle durch Malaria um 25 Prozent seit dem Jahr 2000 entspricht.

Am Weltmalariatag 2012 wirbt die WHO mit dem Motto „Fortschritte bewahren, Leben retten: in Malaria investieren“ und betont damit, wie wichtig es ist, erzielte Fortschritte bei der Bekämpfung der Krankheit zu bewahren und Eingriffe in diesem Sinne weiter zu unterstützen.

Der PMI-Bericht an den Kongress beschreibt Ähnliches: „Die Fortschritte sind nicht stabil, und die globale Malariapartnerschaft muss potenziellen Bedrohungen gegenüber wachsam bleiben.“ Zu diesen Bedrohungen zählt die potenziell zunehmende Resistenz gegen Malariamedikamente und gegen die Insektizide, die effektiv zur Bekämpfung von Mücken eingesetzt wurden.

Die PMI ist Teil einer umfassenderen globalen Gesundheitsinitiative, die auf der Erkenntnis beruht, dass die Gesundheit der Bürger in den Vereinigten Staaten in engem Zusammenhang mit der Gesundheit der Menschen weltweit steht. Die Globale Gesundheitsinitiative der Regierung Obama unterhält ein breites Spektrum an Programmen und Investitionen in gesundheitspolitische Belange in etwa 80 Ländern weltweit. Es werden Partnerschaften mit anderen Regierungen aufgebaut, um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger sowie die Fähigkeit ihrer Regierungen zu verbessern, Gesundheitsprogramme durchzuführen. Ziel der Globalen Gesundheitsinitiative sind maßgebliche Fortschritte bei der Linderung der Auswirkungen von HIV/AIDS und Tuberkulose, während gleichzeitig die Gesundheit von Müttern und Kindern, die Welternährungslage sowie die Familienplanung verbessert werden sollen.

Originaltext: “Massive Scale-Up” on Malaria Reduces Child Deaths

 

 

All that Jazz

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text vom 25. April 2012 aus dem offiziellen Blog des US-Außenministeriums, DipNote, zum Jazz Appreciation Month, der jedes Jahr im April begangen wird, und anlässlich des Internationalen Tags des Jazz, am 30. April. Die Autorin, Dr. Esther Brimmer, ist Leiterin der Abteilung für internationale Organisationen im US-Außenministerium.

 

An einem der Jahreszeit völlig unangemessen kalten und regnerischen Sonntag war das, was im neuen Warner Bros Theater im Smithsonian stattfand, alles andere als langweilig. Bei dieser nachmittäglichen Jazz-Veranstaltung gab es zunächst eine Diskussionsrunde mit Jazz-Experten und im Anschluss Live-Musik für Diplomaten und andere geladene Gäste.

 

Es war mir eine große Freude, am vergangenen Wochenende den ersten Embassy Jazz Day zusammen mit dem Smithsonian National Museum of American History unter dem Motto ‚Bridging Cultures Crossing Divides‘ („Brücken bauen zwischen Kulturen, Grenzen überwinden“) zu veranstalten. Bei dieser Gelegenheit wurde die Rolle, die Jazz für die Verbindungen zwischen Menschen, Gemeinden und Kulturen spielt, unterstrichen, während die kommende Generation von Jazz-Pionieren die Möglichkeit bekam, ihr Können zu zeigen, darunter auch Lena Seikaly und ‚Afro Blue‘ von der Howard University. Diese Veranstaltung war außerdem eine Premiere: Zum ersten Mal arbeiteten die Abteilung für internationale Organisationen und das Smithsonian National Museum of American History zusammen.

 

Jazz-Historiker, Radioproduzent und Moderator Walter Watson bat die Diskussionsteilnehmer, den Einfluss dieses Musikgenres auf die Welt zu erörtern. Einer der Jazz-Experten vom Smithsonian, John Hasse, erzählte mehrere Geschichten aus seinem persönlichen Erfahrungsschatz über den starken Einfluss von Jazz auf die Welt. In Südafrika, wo Hasse mit einer Gruppe junger Musiker sprach und dann für sie Louis Armstrong spielte, sagten ihm die Musiker, dass diese Musik ihr Leben verändert habe. In Polen habe der Jazz einem Jugendlichen, der heute selbst Jazz-Musiker ist und sich in Zeiten der Unterdrückung hinter dem Eisernen Vorhang an den Jazz klammerte, als Ausdrucksform gedient. Durch Schwarzmarkt-Mitschnitte konnte er der Sprachlosigkeit während des Kalten Krieges trotzen. Und schließlich erzählte Hasse die erstaunliche Geschichte vom Sohn eines türkischen Diplomaten in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts, der den Jazz nutzte, um eine ethnisch geteilte Stadt zu einen, indem er in der türkischen Botschaft private Jam-Sessions veranstaltete und schwarze und weiße Musiker dazu einlud, gemeinsam Musik zu machen.

 

Die Entstehung des Embassy Jazz Day begann vor mehr als 50 Jahren, nachdem das Außenministerium die Jazz-Diplomatie ins Leben gerufen hatte, in deren Rahmen internationale Tourneen von amerikanischen Musiklegenden wie Louis Armstrong und Dizzy Gillespie veranstaltet wurden, um der Welt den Jazz näherzubringen. Dadurch stieg das Interesse an amerikanischer Musik und Kultur explosionsartig an.

 

Heutzutage hat der Jazz neue diplomatische Höhen erreicht. Dies wird durch die Ernennung der Musiklegende Herbie Hancock zum „Goodwill-Botschafter“ durch die UNESCO noch unterstrichen. Hancock half dabei, Unterstützung für den Internationalen Tag des Jazz (International Jazz Day) der UNESCO zu gewinnen, der am 30. April in vielen Teilen der Welt mit Festen und Musikveranstaltungen begangen werden wird.

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter Smithsonian’s Jazz Appreciation Month auf der Website www.smithsonianjazz.org. Zusätzliche Informationen über den International Jazz Day, darunter auch über bevorstehende Feierlichkeiten in Paris, New York und New Orleans, finden Sie auf der Website zum Jazz Day der UNESCO. Informationen über die Veranstaltung am vergangenen Sonntag finden Sie hier.

 

Originaltext: All That Jazz

Ist eine Presseabteilung überhaupt nötig? Haben sich die Regeln geändert?

Der Pressesprecher von Präsident Obama, Jay Carney, beantwortet bei der täglichen Pressekonferenz Fragen von Journalisten. Transparente und effektive Kommunikation ist in einer Demoktratie unerlässlich.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir ein Kapitel aus dem überarbeiteten Handbuch A Responsible Press Office: An Insider’s Guide des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium vom 17. April 2012. A Responsible Press Office in the Digital Age ist eine Anleitung für die Nutzung sozialer und digitaler Medien, um die Öffentlichkeit aktuell und fundiert über Politik, Gesetze, Programme und Maßnahmen zu informieren. Die Autorin, Marguerite Hoxie Sullivan, ist Spezialistin für die Beziehung zu Medien. Sie hat als Journalistin, in der Öffentlichkeitsarbeit und für die Regierung gearbeitet.

„Eine Regierung des Volkes ohne Informationen für das Volk oder die Mittel, diese zu erlangen, kann nur der Prolog für eine Farce oder eine Tragödie oder vielleicht sogar für beides sein“, sagte der vierte Präsident der Vereinigten Staaten, James Madison, im Jahr 1822. Mehr als 100 Jahre später sagte der 35. Präsident, John F. Kennedy: „Der Fluss von Ideen, die Fähigkeit, fundierte Entscheidungen zu treffen, die Fähigkeit zu kritisieren, all die Annahmen, auf denen politische Demokratie gründet, sind hauptsächlich von Kommunikation abhängig.“

Diese US-Präsidenten äußerten sich damit zur Funktionsweise einer Demokratie. Ihre Worte sind heute, im 21. Informationsjahrhundert, wichtiger denn je.

Die Idee, dass eine Regierung den Bürgern Rechenschaft schuldet und dass die Menschen, die für den Staat arbeiten, dem Volk dienen, ging aus dem Unabhängigkeitskrieg im 18. Jahrhundert hervor. Dem Volk zu dienen ist allerdings ein zweigleisiges Unterfangen. In einer Demokratie ist der Dienst am Bürger, den Bürger wahrheitsgemäß zu informieren, sowohl die Aufgabe der Presse als auch der Regierungsvertreter. In demokratischen Staaten, wo eine freie Presse und Informationsfreiheit als Grundlagen angesehen werden, ist eine transparente und funktionierende Kommunikationsmethode der Regierung von entscheidender Bedeutung. Eine offene und transparente Regierung ist ein wesentliches Element einer freien Presse.

Rolle der Medien und der Bürger

In einer Demokratie benötigen die Bürgerinnen und Bürger sachliche und glaubwürdige Informationen, um fundierte Entscheidungen zu treffen und sich ein eigenes Urteil zu bilden. Freie und unabhängige Medien, sowohl traditionelle als auch digitale und soziale Medien, sind für die Bereitstellung dieser Informationen unerlässlich. Unabhängige Medien überwachen die Regierung, messen Beamte an den strengsten Maßstäben und berichten, ob die Regierung das Vertrauen der Öffentlichkeit genießt. Heutzutage bieten soziale Medien wie Facebook den Bürgern neue Plattformen für den Austausch von Informationen und Meinungen, sowohl untereinander als auch unmittelbar mit ihrer Regierung. Über Blogs, Videos auf YouTube und Nachrichten auf Facebook und LinkedIn, über Tweets und andere soziale Medien kommunizieren Regierungsvertreter, Journalisten und Bürger unmittelbar miteinander. Über die sozialen Medien können die Bürger nicht nur die Angaben der Regierung überprüfen, sondern auch die von den traditionellen Print- und Rundfunkmedien veröffentlichten Informationen. Die Bürgerinnen und Bürger haben heute nie da gewesene Möglichkeiten, die traditionellen Medien zu unterstützen, indem sie Journalisten Fotos und Videos von Veranstaltungen anbieten, Tipps geben und der Regierung Lösungen für Probleme anbieten. Nie zuvor hatten Journalisten, Bürger und Regierungen mehr direkten Kontakt zueinander als heute in einem Umfeld, in dem es wirkliche digitale Freiheit, Internetfreiheit, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit gibt, auch online.

Regierungsvertreter bloggen, reagieren auf die Kommentare von Bürgern, tweeten Notfallinformationen und informieren per SMS über neue Pläne. Wenn es gut funktioniert und es keine Eingriffe oder Zensur von Online- und sozialen Medien gibt, trägt das zu mehr Transparenz und Rechenschaft bei, und Regierung, Bürger und Medien können einen offenen Dialog führen.

Im digitalen Zeitalter gelten noch immer die alten Regeln. Die Regeln der Wahrhaftigkeit, Genauigkeit, Offenheit und Überprüfbarkeit gelten für demokratische Regierungen bei der Nutzung von digitalen und sozialen Medien heute ebenso wie zu der Zeit, als sie nur mit traditionellen Medien arbeiteten.

„Amtsträger sollten, unabhängig davon, mit wem sie es zu tun haben, immer die gleichen Regeln beachten“, erklärte Anita Dunn, ehemalige Kommunikationsbeauftragte von Präsident Barack Obama. Was sich geändert hat sind Geschwindigkeit und Tempo der Nachrichten – 24 Stunden lang an sieben Tagen in der Woche. „Wir leben heute in einer Welt, in der es keinen Termindruck gibt, weil wir alle ständig unter Termindruck arbeiten“, sagte sie.

Die Notwendigkeit, ständig neue Nachrichten zu senden, kann aber auch die Tatsachen überholen. Das macht die Rolle der Journalisten entscheidend.

„Die Medien spielen eine noch wichtigere Rolle dabei, den Bürgern zu helfen, Dinge einzuordnen“, sagte Dunn.

Journalisten können durch Analysen und Hintergrundberichte einen Kontext für die vielen Nachrichten bieten und Zusammenhänge erklären. Sie können durch den Wirrwarr an „Nachrichtenhäppchen“ navigieren und sich auf das konzentrieren, was wichtig ist. Sie können unabhängig von der verwendeten Plattform – Print, Rundfunk, online oder mobile Geräte – als vertrauenswürdige Informationsquellen fungieren.

„Neue Medien gelten als neu und transzendent, aber sie sind lediglich ein neues Instrument“, sagte der Leiter des Kommunikationsbüros der US-Regierung. „Die sozialen Medien sind ebenso ein neues Instrument wie es der Telegraf einmal war. Mit sozialen Medien kann man mehr tun, und man kann es schneller tun, aber Denkweise und Strategie ändern sich deswegen nicht.“ Die Veränderung besteht darin, dass es so viele verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten gibt.

„Der Wert liegt für uns darin, ohne Kosten sehr viele Menschen gleichzeitig erreichen zu können,“ sagte der ehemalige stellvertretende Geschäftsführer des Fels Institute of Government an der University of Pennsylvania. Die Stadt leiste transformative Arbeit, und „wir müssen den Menschen das vermitteln. Wir müssen den Menschen sagen, was los ist. Sicher wird niemand hier oder in den großen Medien die Zeit haben, mit den Menschen Kontakt aufzunehmen und einer interessierten Wählerschaft diese Informationen zu vermitteln.“ Durch die sozialen Medien ist Kommunikation in beide Richtungen leichter möglich.

Was eine Presseabteilung leisten kann und was sie nicht leisten kann

Der White House Blog setzt Videos ein, um komplizierte wirtschaftliche Maßnahmen zu erklären. Regierungsvertreter bedienen sich zunehmend sozialer Medien, um mit den Bürgern zu kommunizieren.

Im Zentrum dieses Informationstransfers zwischen Regierung, Medien und Bürgern steht die Kommunikationszentrale oder Presseabteilung der Regierung.

„Die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit einer Regierung ist entscheidend für die gesamte Kommunikation mit den Bürgern“, erklärte ein ehemaliger Mitarbeiter der Presseabteilung im Weißen Haus. „Die Pressestelle der Regierung ist der Kanal, über den die Presse täglich Informationen über die Funktionsweise der Regierung erhält.“

Die wichtigste Rolle der Presseabteilung ist zu erklären, welche Auswirkungen staatliche Programme und die Politik der Regierung für die Bürger haben. Diese Bestrebungen, die Öffentlichkeit zu informieren, vermitteln den Bürgerinnen und Bürgern die Anliegen und Pläne der Regierungsvertreter und tragen zu mehr Verständnis dafür bei, wie sich verschiedene Maßnahmen auf ihr Leben auswirken könnten.

„Die Regierung verfügt über sehr viele Informationen und braucht daher eine effektive Methode, sie den Bürgern zu vermitteln, und da kommt der Regierungssprecher in Spiel“, erklärt Mike McCurry, ehemaliger Pressesprecher von Präsident Bill Clinton. „Der Pressesprecher ist ein Journalist, der in der Regierung arbeitet und Informationen für die Öffentlichkeit sammelt. Es ist Aufgabe des Pressesprechers, so viele Informationen wie möglich an die Bürgerinnen und Bürger weiterzugeben.“

Die Pressesprecher der Regierung haben verschiedene Funktionen. Den Bürgern und den Medien gegenüber treten sie für die Position der Regierung ein und erklären die Vorteile offizieller Maßnahmen. Sie korrigieren fehlerhafte Informationen, werben für eine bessere Interpretation und ein besseres Verständnis für bereits vorhandene Informationen und tauschen sich direkt mit den Medien und über soziale Medien sowie ihre Websites mit den Bürgern über ihre Programme und Pläne aus. Innerhalb der Regierung sind sie auch Fürsprecher der Medien. Sie leiten die Anfragen von Journalisten weiter, beispielsweise den Wunsch, über ein Thema zu schreiben, über das die Regierungsvertreter vielleicht, möglicherweise aber auch noch nicht, sprechen wollen, und geben Anliegen der Bürger weiter, von denen sie beispielsweise über die sozialen Medien erfahren haben. In gewissem Sinne leisten Pressesprecher oft die Arbeit von Journalisten: Sie sammeln Informationen für die Presse und übersetzten das, was Regierungsexperten sagen, für die Medien.

„Aufgabe des Pressesprechers ist die Vermittlung der Positionen und Gedanken des Präsidenten auf eine Art und Weise, die seinen Vorhaben dienlich ist, gleichzeitig aber der Presse hilft zu erfahren, was die Regierung macht,“ sagte Ari Fleischer, erster Pressesprecher des Weißen Hauses unter Präsident George W. Bush. „Es ist ein Balanceakt, der ein sorgfältiges Abwägen im Dienst für zwei Herren erfordert.“

Der Pressesprecher muss durchsetzungsfähig sein und versuchen, bestimmte Gesichtspunkte der Nachrichten zu betonen, er muss aber auch auf die Fragen von Journalisten reagieren. Ein Beispiel: In den Vereinigten Staaten schickt das Weiße Haus jeden Tag Unmengen an Pressemitteilungen, Erklärungen, Ankündigungen, Tweets und SMS heraus, aktualisiert Videos, Blogs und Facebookeinträge, um neue Programme, Termine und Aktivitäten des Präsidenten anzukündigen. Gleichzeitig kontaktieren Journalisten, die über das Weiße Haus berichten, die Presseabteilung mit Fragen zu Themen, über die die Regierungsvertreter womöglich nicht sprechen wollen. Zu dieser Mischung kommen noch die Blogger hinzu – die sogenannten Bürgerjournalisten von heute –, die Fehler finden, Informationen aktualisieren und Videos ins Internet stellen können, was Journalisten dann übernehmen und überprüfen können. Die guten Blogger tragen zum Hauptnachrichtenfluss bei.

„Wir sind definitiv die Verbindung zwischen unseren Regierungen und den Bürgern, die Übersetzer von Informationen von Regierung zu Bürger, aber wir müssen auch darauf achten, was auf uns zukommt, hören, was die Menschen bewegt, und es für unsere Regierungsbeamten zurückübersetzen,“ sagte ein ehemaliger Präsident der National Association of Government Communicators NAGC.

Aber ein Regierungssprecher ist kein Zauberer, der eine politische Maßnahme oder ein Programm, das nicht funktioniert, in etwas verwandelt, das gut zu funktionieren scheint. Öffentlichkeitsarbeit kann effektive Programme oder gute Ideen nicht ersetzen. Ein Pressesprecher kann nicht den Anschein von Ehrlichkeit erwecken, wenn Regierungsbeamte nicht ehrlich sind. Er oder sie kann nicht das Bild einer Regierung zeichnen, die Probleme erkennt und auf sie reagiert, wenn die Probleme weiter bestehen und wenig gegen sie unternommen wird. Eine Presseabteilung kann die Presse nicht davon überzeugen, über die Offenheit einer Regierung zu schreiben, die nicht offen ist, oder über die Fähigkeiten von Regierungsbeamten, die nicht fähig sind. Auch kann eine Presseabteilung die Ziele einer Regierung nicht vermitteln, wenn die Regierenden, für die sie es tut, diese Ziele nicht klar zum Ausdruck bringen. Unabhängig davon, wie gut die für Kommunikation in der Regierung zuständigen Mitarbeiter sind, wenn eine politische Maßnahme oder die sie Umsetzenden schwach, abwesend, moralisch nicht vertretbar oder unprofessionell sind, können sie es nicht anders aussehen lassen.

Journalisten und Pressesprecher der Regierung

Regierungssprecher sollten Journalisten weder als Freunde noch als Feinde betrachten. Journalisten sollten neutrale Beobachter der Regierung und ihrer Maßnahmen und Pläne sein. In einer Demokratie können Presse und Regierung keine Partner sein. Sie sind natürliche Gegner und haben unterschiedliche Aufgaben. Jeder sollte die Rolle des anderen respektieren und sich gleichzeitig bewusst sein, dass zwischen den beiden eine natürliche Spannung besteht. In dieser Beziehung versuchen offizielle Vertreter einerseits ihre Version der Ereignisse darzustellen oder die Öffentlichkeit ganz und gar zu meiden, und die Presse sucht nach Fehlern oder drängt auf die Veröffentlichung von Informationen. Andererseits beruht die Beziehung auch auf Gegenseitigkeit. Journalisten brauchen glaubwürdige und verlässliche Regierungssprecher, die ihnen helfen, die Maßnahmen und Pläne der Regierung zu verstehen. Und die Pressesprecher der Regierung brauchen Journalisten, um die Öffentlichkeit über Maßnahmen und Pläne der Regierung zu informieren. Heute ist diese Rollenverteilung noch wichtiger, da die Bürger selbst zu Journalisten werden, die den Berufsjournalisten helfen, Informationen zu beschaffen, von der Regierung vorgelegte Daten zu prüfen und zu kontrollieren, was berichtet wird.

Einige Regierungssprecher gehen davon aus, dass ein Journalist, mit dem sie auch persönlich befreundet sind, keine negative Geschichte veröffentlichen wird, aber ein professioneller Journalist lässt nicht zu, dass Freundschaft einer Geschichte im Wege steht. Journalist ist man 24 Stunden am Tag, und ein guter Journalist ist immer im Dienst.

„Pressesprecher müssen höfliche, aber professionelle Beziehungen zu Journalisten pflegen“, erklärte der ehemalige Sprecher des Weißen Hauses unter Präsident Clinton, Mike McCurry. „Die Journalisten haben eine Aufgabe zu erledigen, und Sie, die Pressesprecher, haben auch eine Aufgabe. Sie können mit Journalisten befreundet sein, aber Sie müssen daran denken, dass Journalisten, ebenso wie Sie, immer im Dienst sind.“

„Pressesprecher können freundliche, professionelle Beziehungen zu Journalisten haben, aber eine persönliche Beziehung kann problematisch sein“, sagte der ehemalige NAGC-Präsident. „Es wird der Tag kommen, an dem ein Journalist bohrende Fragen stellen muss, oder eine Geschichte schreibt oder veröffentlicht, die Sie nicht veröffentlich haben wollten. Man kann sich nicht einfach auf die Freundschaft verlassen. Eines wird leiden – entweder die berufliche Beziehung oder die Freundschaft. Aber man braucht die berufliche Beziehung. Man muss einen Journalisten anrufen und ihm sagen können: „Die Geschichte hast du aber echt vermasselt.“

Die Pflicht zum Umgang mit der Presse

Im Übrigen sollten Regierungssprecher einer Geschichte nicht im Wege stehen. Als Beamte haben Pressesprecher nicht das Recht zu entscheiden, was die Bürger wissen dürfen und was nicht. Ihre Aufgabe ist es, allen Journalisten Material zur Verfügung zu stellen, auch wenn sie einige als weniger freundlich gesinnt einschätzen.

Einige Regierungssprecher sind überrascht, wenn Journalisten bei Pressekonferenzen Fragen stellen, die nicht zum eigentlichen Thema der Konferenz gehören. Das ist normal. Manche Journalisten haben vielleicht nicht oft Zugang zu Regierungsvertretern, und sie stellen dann Fragen, wenn sie die Gelegenheit dazu haben – sei es zum Thema oder nicht. Das ist Teil der Pressefreiheit.

„Presseabteilungen sind nicht nur dazu da, die Regierung zu unterstützen und sie effizienter zu machen, sie sind auch ein Anspruch der Bürger, der auf dem Wesen einer freien Gesellschaft und dem Verhältnis von Staat und Bürger gründet,“ schrieb Stephen Hess bei seiner wissenschaftlichen Untersuchung des Präsidialamtes: The Government/Press Connection: Press Officers and Their Offices. „Gibt es eine natürlichere Aufgabe einer demokratischen Regierung als die, darüber zu informieren, wie sie regiert?“

Originaltext: Why a Press Office and Have the Rules Changed?

Präsident Obama im Holocaust Memorial Museum

Präsident Barack Obama während seiner Ansprache im Holocaust Memorial Museum in Washington am 23. April 2012.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text von Megan Slack zum Holocaust-Gedenktag aus dem offiziellen Blog des Weißen Hauses vom 23. April 2012.

Heute sprach Präsident Barack Obama im Holocaust Memorial Museum darüber, dass wir das Versprechen „niemals wieder“ einhalten müssen, indem wir alles dafür tun, um Grausamkeiten zu verhindern und zu beenden und Leben zu retten.

Nach der Einleitung von Professor Elie Wiesel, der den Holocaust überlebt hat, sprach der Präsident darüber, wie wichtig es sei, unseren Kindern – und allen zukünftigen Generationen – von dieser dunklen, schrecklichen Zeit der Menschheitsgeschichte zu erzählen, als sechs Millionen unschuldige Frauen, Männer und Kinder ermordet wurden, weil sie Juden waren.

„Wir müssen unseren Kindern davon erzählen. Mehr noch, wir müssen sie lehren. Denn Gedenken ohne Entschlossenheit ist nur eine nichtssagende Geste. Bewusstsein ohne Taten ändert nichts. In diesem Sinne ist „nie wieder“ eine Herausforderung für uns alle, innezuhalten und nach innen zu blicken.

Der Holocaust hat in Treblinka, Auschwitz und Belzec vielleicht seinen barbarischen Höhepunkt erreicht, aber er begann in den Herzen ganz normaler Frauen und Männer. Wir haben es wiederholt erlebt – den Irrsinn, der Menschen und Länder ergreifen und sich festsetzen kann. Das Töten in Kambodscha, in Ruanda, in Bosnien, in Darfur – es schockiert uns, aber es ist nur der schreckliche Extremfall des breiten Spektrums an Ignoranz und Intoleranz, dem wir jeden Tag begegnen, der Bigotterie, die besagt, dass eine andere Person weniger wert ist als ich, weniger menschlich.  Das ist die Saat des Hasses, die wir in unseren Herzen nicht aufkeimen lassen dürfen.“

Präsident Obama betonte, dass „die Verhinderung von Gräueltaten und Genozid ein zentrales sicherheitspolitisches Interesse und eine zentrale moralische Verantwortung der Vereinigten Staaten von Amerika“ ist. Voriges Jahr erlies er eine Präsidialrichtlinie um zu gewährleisten, dass die Vereinigten Staaten über die notwendigen Strukturen und Mechanismen verfügen, um Gräueltaten zu verhindern und auf sie zu reagieren. Er richtete außerdem ein Gremium zur Verhinderung von Gräueltaten (Atrocities Prevention Board) ein, um hochrangige Mitarbeiter aus allen Bereichen der Regierung mit dieser entscheidenden Aufgabe zu befassen. Und es muss noch mehr getan werden.

„Zukünftig werden wir sämtliche Instrumente verbessern und auch neue entwickeln. Die Nachrichtendienste beispielsweise werden die erste nationale nachrichtendienstliche Einschätzung der Gefahr von Gräueltaten und Genozid vorbereiten. Wir werden diesen Themenschwerpunkt institutionalisieren. „Warnkanäle“ werden behördenübergreifend gewährleisten, dass Informationen über entstehende Krisen – und abweichende Meinungen – die Entscheidungsträger, auch mich, schnell erreichen.

Unser Finanzministerium wird zügiger vorgehen, um die finanziellen Instrumente zur Blockierung des Geldflusses an Regime zu aktivieren, die Gewalt gegen ihre Bürger anwenden. Das Militär wird zusätzliche Schritte unternehmen, um die Verhinderung von Gräueltaten in sein Programm und seine Planung aufzunehmen. Das Außenministerium wird seine Fähigkeit zur raschen Aufstockung der Zahl von Diplomaten und Experten im Fall einer Krise verbessern. Das US-Amt für internationale Entwicklung (United States Agency for International Development – USAID) wird Experten und High-Tech-Firmen ermutigen, neue Technologien zu entwickeln, mithilfe derer Menschenrechtsverstöße schnell aufgedeckt werden können. Außerdem werden wir zur besseren Verteilung der Lasten mit anderen Ländern zusammenarbeiten, denn es handelt sich hier um eine globale Aufgabe.

Kurz gesagt, müssen wir alles in unserer Macht Stehende unternehmen, um diese Art von Gräueltaten zu verhindern und auf sie zu reagieren, denn nationale Souveränität ist kein Freibrief dafür, die eigenen Bürger abzuschlachten.“

Präsident Barack Obama mit Nobelpreisträger Elie Wiesel in der Hall of Remembrance

Originaltext: President Obama Speaks at the U.S. Holocaust Memorial Museum

Zu den Angriffen Sudans auf Südsudan

Die Vereinigten Staaten verlangen eine friedliche Lösung des Konflikt zwischen Sudan und Südsudan.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Presseerklärung von Victoria Nuland, Pressesprecherin des US-Außenministeriums, vom 23. April 2012.

Die Vereinigten Staaten verurteilen die militärische Intervention Sudans in Südsudan gestern aufs Schärfste und verlangen ein umgehendes Ende der kriegerischen Handlungen sowie einen Abzug aller bewaffneten sudanesischen Milizen aus Südsudan. Sudan muss den Artilleriebeschuss sowie den Beschuss aus der Luft durch die sudanesischen Streitkräfte in Südsudan umgehend stoppen. Sudan und Südsudan müssen jede militärische Unterstützung für Rebellengruppen im jeweiligen Nachbarland beenden.

Wir erkennen das Recht Südsudans auf Selbstverteidigung an und drängen Südsudan dazu, sich bei der Reaktion auf den Angriff Sudans auf den südsudanesischen Bundesstaat Unity zurückzuhalten und von unverhältnismäßigen Gegenmaßnahmen abzusehen, die die kriegerischen Handlungen zwischen beiden Parteien weiter anheizen würden. Wir begrüßen den Rückzug Südsudans aus Heglig und fordern Südsudan zu einem vollständigen Rückzug aller südsudanesischen Streitkräfte auf, die entlang der Grenze vom 1. Januar 1956 stationiert sind.

Beide Regierungen müssen sich auf eine sofortige und bedingungslose Beendigung der kriegerischen Handlungen einigen und an Verhandlungen unter der Leitung der hochrangigen Umsetzungsgruppe der Afrikanischen Union (African Union High-level Implementation Panel – AUHIP) teilnehmen. Wir drängen beide Parteien dazu, umgehend den gemeinsamen Mechanismus zur Verifikation und Überwachung der Grenze (Joint Border Verification and Monitoring Mechanism) zu aktivieren. Dazu gehören Beobachter beider Parteien, die von Beobachtern der Vereinten Nationen unterstützt werden.

Wie Präsident Obama in seiner Botschaft an die Bürger Sudans und Südsudans sagte, müssen „alle, die kämpfen, erkennen, dass es keine militärische Lösung gibt. Der einzige Weg zu wirklicher und dauerhafter Sicherheit ist die Beilegung der Differenzen durch Verhandlungen.“

 

Originaltext: On the Attack on South Sudan by Sudan