Thanksgiving: Der Lieblingsfeiertag der Amerikaner

Als Pilger verkleidet nascht dieses kleine Mädchen von ihrem Thanksgiving-Essen in ihrer Montessori-Schule in Wheeling, West Virginia.

In den Vereinigten Staaten ist Thanksgiving ein Tag, an dem Familien und Freunde zu einem traditionellen Festessen zusammenkommen und für die guten Dinge im Leben danken. Es ist aber auch eine Zeit, in der man sich ehrenamtlich für andere engagiert.

Thanksgiving, das seine Wurzeln im Erntedankfest hat, wird am vierten Donnerstag im November gefeiert. Sowohl für die Pilger, die 1620 aus England kamen, als auch für die amerikanischen Ureinwohner, auf die sie trafen, war es üblich, Dankbarkeit für eine reiche Ernte zu zeigen.

Im Jahre 1621 fand in der Plymouth Colony (im heutigen Massachusetts) eine dreitägige Erntedankfeier statt, die heute als erstes amerikanisches Thanksgiving gilt. Die Pilger waren ein Jahr zuvor mit der Mayflower dort angekommen. Sie hatten aber nicht ausreichend Lebensmittel mitgebracht und das Jahr war zu weit fortgeschritten, um noch Pflanzen anzubauen. Die Hälfte der Einwohner der Kolonie starb im Winter 1620-1621. Im Frühling teilten die Mitglieder des Stammes der Wampanoag ihr Wissen mit den Pilgern und brachten ihnen bei, wie man Mais und verschiedene Getreidesorten anbaut und erfolgreich jagt und fischt. Außerdem zeigten sie den Pilgern, wie man Cranberries, Mais und Kürbis zubereitet.

Im Herbst 1621 konnten die Siedler eine reiche Ernte einfahren. Daraufhin luden sie die Wampanoag zu einem Festmahl mit Truthahn, Ente, Gans, Fisch und Meeresfrüchten, Mais, frischem Gemüse und Trockenfrüchten ein. Häuptling Massasoit und sein Stamm brachten Wild.

Erntedankfeste wurden in Neuengland zu einer Tradition. Thanksgiving wurde bis 1863 an unterschiedlichen Tagen gefeiert, bis Präsident Abraham Lincoln den letzten Donnerstag im November zum nationalen Feiertag ausrief. 1941 unterzeichnete Präsident Franklin Roosevelt ein Gesetz, das Thanksgiving auf den vierten und damit nicht immer letzten Donnerstag im November festlegte.

 

BEISAMMENSEIN UND HILFSBEREITSCHAFT

Diese Köchin bereitet in Calexico, Kalifornien, Truthähne zu, die traditionell zu Thanksgiving an bedürftige Familien ausgegeben werden.

Viele der Traditionen rund um Thanksgiving stammen von der ersten Erntedankfeier von 1621. Gebinde aus Getreide oder Mais werden oft als Dekoration benutzt. Truthahnbraten, Cranberrysoße, Süßkartoffeln und Kürbiskuchen sind die üblichen Festtagsgerichte zu Thanksgiving. Mit einer kulturell immer vielfältiger werdenden Bevölkerung haben sich aber auch die Speisen zu Thanksgiving verändert. Heutzutage wird zum Truthahn auch gerne Tamal, Taboulé, Couscous oder Sauerkraut gereicht.

Hochschulen bereiten für Studierende, die zu Thanksgiving nicht nach Hause fahren, ein Festessen zu, und Studenten aus dem Ausland werden oft von ortsansässigen Familien zu gemeinsamen Feiern eingeladen. Auch US-Truppen, die in anderen Ländern stationiert sind, wird ein Thanksgiving-Essen serviert. Gemeinsam um den Tisch versammelt, zeigen die Amerikaner ihre Dankbarkeit für die Freiheit, die sie erfahren, und bedanken sich für die Opfer, die erbracht wurden, um diese Freiheit zu schützen. Viele Menschen bereiten Mahlzeiten für Bedürftige vor. Andere spenden an die Lebensmittelhilfe, arbeiten in Warenhäusern oder liefern Lebensmittel an Suppenküchen, Kirchen oder gemeinnützige Vereine.

Thanksgiving ist die Hauptreisezeit des ganzen Jahres, denn landesweit wollen Familien die Festtage gemeinsam verbringen. Zu den beliebten Festtagsbeschäftigungen gehören die Übertragungen verschiedener American-Football-Spiele und der jährlichen Parade des Kaufhauses Macy’s. Am Tag nach Thanksgiving beginnt traditionell die vorweihnachtliche Einkaufszeit; eine wichtige Zeit für alle Einzelhändler in den Vereinigten Staaten.

Eine weitere, etwas skurrile Tradition an Thanksgiving ist die „Begnadigung“ eines Truthahns durch den US-Präsidenten. Diesem bleibt dann das traurige Schicksal als Abendessen erspart, und er kann sich stattdessen auf ein langes Leben in einem Streichelzoo freuen.

 

AMERIKANISCHE UREINWOHNER

Auf das Erntedankfest von 1621 folgte eine lange Zeit von Unrecht und Kampf zwischen den amerikanischen Ureinwohnern und den europäischen Siedlern. Viele amerikanische Ureinwohner empfinden Thanksgiving als einen nationalen Trauertag. Andere jedoch genießen ein traditionelles Festessen zuhause oder mit der gesamten Gemeinde und nutzen die Möglichkeit, einen Tag mit Familie und Freunden zu verbringen. Jedes Jahr spenden Mitglieder des Stammes der Morongo Band of Mission Indians im Süden Kaliforniens Tausende Truthähne an Wohlfahrtsorganisationen und bedürftige Familien.

Vor den Festtagen und während des Monats November wird die Geschichte der Ureinwohner Amerikas und deren Kultur oft in Schulen behandelt, denn dieser Monat ist in den Vereinigten Staaten der National Native American Heritage Month.

Originaltext: Thanksgiving: A Favorite U.S. Holiday

Zusätzliche Sanktionen gegen Iran

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Presseerklärung von US-Präsident Barack Obama zur Verhängung weiterer Sanktionen gegen Iran vom 21. November 2011.

 

Heute hat meine Regierung einen weiteren Schritt unternommen, um Iran aufgrund seiner Weigerung, den internationalen Verpflichtungen hinsichtlich seines Atomprogramms nachzukommen, zu isolieren und Strafmaßnahmen gegen das Land zu verhängen. Seit Jahren hält sich die iranische Regierung nicht an ihre mit dem Nichtverbreitungsvertrag verbundenen Verpflichtungen. Sie hat wiederholt gegen Resolutionen des VN-Sicherheitsrats verstoßen und Verpflichtungen gegenüber der Internationalen Atomenergieorganisation nicht eingehalten. In Anbetracht dieser Verweigerungshaltung haben die Länder der Welt – bei der IAEO, den Vereinten Nationen und in ihren Hauptstädten – mit einer Stimme gesprochen und deutlich gemacht, dass das Handeln Irans den internationalen Frieden und die internationale Stabilität gefährde und das iranische Regime noch stärker isolieren werde. 

 

Heute hat sich meine Regierung zu einer weiteren Maßnahme gegen Iran entschlossen.  Die neuen Sanktionen richten sich zum ersten Mal gegen die Erdölindustrie Irans und verbieten die Versorgung dieses Sektors mit Gütern, Dienstleistungen und Technologie. Desweiteren genehmigen sie Strafmaßnahmen gegen Personen oder Einrichtungen, die diesen Sanktionen zuwiderhandeln.  Sie erweitern die bestehenden Sanktionen im Energiesektor und erschweren es Iran somit, seinen Öl- und Gassektor zu steuern, zu erhalten und zu modernisieren.  Es werden außerdem elf Personen und Einrichtungen genannt, die illegale Nuklearprogramme Irans, darunter Anreicherungs- und Schwerwasserprogramme, unterstützt haben.  Mit einem zusätzlichen bedeutenden Schritt haben wir heute den Druck auf Iran weiter erhöht. Gemäß Paragraph 311 des USA Patriot Act haben wir zum ersten Mal den gesamten iranischen Bankensektor benannt, einschließlich der Central Bank of Iran, um Regierungen und Finanzinstitutionen vor Geschäften mit iranischen Banken zu warnen.  Unsere Schritte werden von Großbritannien und Kanada unterstützt, die heute ebenfalls Maßnahmen ergriffen haben, um Iran von ihrem Finanzsystem auszuschließen.  Ich begrüße diese Entscheidung und ermutige alle unsere Partner, das Gleiche zu tun.

 

Als Präsident gehört es zu meinen vorrangigsten sicherheitspolitischen Zielen, die Verbreitung von Kernwaffen – auch in den Iran – zu verhindern. Seit meinen Amtsantritt habe ich klar gesagt, dass die Vereinigten Staaten entschlossen sind, mit der Islamischen Republik Iran ein neues Kapitel aufzuschlagen und der iranischen Regierung die Wahl zu lassen: Sie kann entweder ihren internationalen Verpflichtungen nachkommen und die Vorteile größerer wirtschaftlicher und politischer Integration genießen oder sich der Verantwortung weiter entziehen und noch mehr Druck und Isolierung erfahren. Iran hat den Pfad der internationalen Isolation gewählt. Solange Iran diesem gefährlichen Pfad folgt, werden die Vereinigten Staaten Mittel und Wege finden, sowohl mit ihren Partnern als auch allein, Maßnahmen zur Isolation und zur Erhöhung des Drucks auf das iranische Regime zu ergreifen.

 

Originaltext: Statement by the President on the Announcement of Additional Sanctions on Iran 

Maßnahmen zur Erhöhung des Drucks auf Iran

 

Außenministerin Clinton mit Finanzminister Geithner

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Presseerklärung von US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton und US-Finanzminister Tim Geithner zu den Maßnahmen, den Druck auf Iran zu erhöhen, vom 21. November 2011. 

 

 

 

 

Außenministerin Clinton:  Guten Tag. Ich freue mich, Finanzminister Geithner und seine Mitarbeiter hier im Treaty Room des US-Außenministeriums begrüßen zu dürfen. Meinen Mitarbeitern möchte ich für die Arbeit danken, die sie in Bezug auf Iran geleistet haben.   

In den letzten Tagen sind neue Beweise aufgetaucht, dass die Führung Irans ihren internationalen Verpflichtungen weiterhin nicht nachkommt und gegen internationale Normen verstößt. Dazu zählt auch die unlängst bekannt gewordene Verschwörung zur Ermordung des saudischen Botschafters hier in den Vereinigten Staaten. Zudem bestätigt der neue Bericht der Internationalen Atomenergieorganisation, dass die Aktivitäten Irans in direktem Zusammenhang mit der Entwicklung von Kernwaffen stehen.  Bei diesem Bericht der IAEO handelt es sich nicht um Anschuldigungen der Vereinigten Staaten oder ihrer europäischen Partner; er ist das Ergebnis einer unabhängigen Überprüfung und spiegelt die Bewertung der internationalen Gemeinschaft wider. 

Ein derartiges Verhalten muss Konsequenzen haben.  Am Freitag wurde Iran also bei Abstimmungen der Vereinten Nationen in New York und der IAEO in Wien verurteilt. Heute hat die UN-Generalversammlung Iran zudem scharf dafür gerügt, weiterhin gegen Menschenrechte zu verstoßen, Minderheiten zu verfolgen und politische Freiheiten gewaltsam einzuschränken.  Die Botschaft ist klar:  Wenn Iran weiterhin unnachgiebig bleibt, wird das Land zunehmend unter Druck geraten und isoliert werden.   

Die Vereinigten Staaten unternehmen heute eine Reihe von Schritten, um diese Wahl deutlich herauszustellen.   

Zunächst hat Präsident Obama einen Präsidialerlass unterzeichnet, der die Erdölindustrie zum ersten Mal als maßgebliche Quelle für Exporteinnahmen und als Deckmantel für Importe von mit Sanktionen belegten Waren nennt.  Dies ermöglicht uns, die Bereitstellung von Gütern, Dienstleistungen und Technologie für die Erdölindustrie mit Sanktionen zu belegen.  Diese Maßnahme wird begleitet von einer weltweiten diplomatischen Kampagne, andere Ländern darin zu bestärken, petrochemische Produkte nicht von Iran, sondern von anderen Lieferanten zu beziehen.   

Zweitens erweitern wir mit dem gleichen Präsidialerlass die Sanktionen auf die iranische Öl- und Gaswirtschaft.  Laut US-Gesetzen unterliegen größere Investitionen in die vorgelagerte Exploration und Erschließung von Öl und Gas bereits Sanktionen, und nun wird die Bereitstellung von Gütern, Dienstleistungen und Technologien für diese Aktivitäten ebenfalls mit Sanktionen belegt. So wird es schwieriger für Iran, diese Sanktionen zu umgehen und seinen Öl- und Gassektor zu erhalten und zu modernisieren. 

Drittens werden wir im Rahmen eines bestehenden Präsidialerlasses einige Personen und Einrichtungen benennen, die das verbotene Nuklearprogramm Irans unterstützt haben. Dazu zählen auch Anreicherungsaktivitäten und Schwerwasserprogramme. Ihr Vermögen wird, sofern es unter die Gerichtsbarkeit der Vereinigten Staaten fällt, eingefroren, und amerikanischen Staatsbürgern und Einrichtungen wird es untersagt, geschäftliche Transaktionen mit ihnen vorzunehmen.

Finanzminister Geithner wird noch im Detail auf die letzte Maßnahme zu sprechen kommen. Das Finanzministerium benennt Iran offiziell als Hoheitsgebiet, in dem Geldwäsche ein Risiko darstellt. Das ist die stärkste offizielle Warnung die wir äußern können, dass jede Geschäftsbeziehung zu Iran das ernste Risiko der Täuschung oder Umleitung von Geldern birgt.   

Diese Schritte wurden heute von ähnlichen Maßnahmen in Großbritannien und Kanada begleitet. In den kommenden Tagen erwarten wir weitere Sanktionen von anderen internationalen Partnern.

Zusammen stellen diese Maßnahmen eine erhebliche Erhöhung des Drucks auf Iran, seine Einkommensquellen und seine illegalen Aktivitäten dar. Sie bauen auf einem bereits bestehenden umfangreichen Sanktionsregime auf, das der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und eine große Zahl weiterer Länder, darunter auch die Vereinigten Staaten, auf nationaler und multilateraler Ebene zur Umsetzung der Maßnahmen des Sicherheitsrats eingeführt haben. Diese Sanktionen haben bereits drastische Auswirkungen.  Durch sie wurde Iran fast vollständig vom internationalen Finanzsektor abgekoppelt, und Geschäfte mit Iran wurden risikoreich und kostspielig.  

Die meisten großen Energieunternehmen der Welt haben sich aus dem Land zurückgezogen, was die Bestrebungen Irans behindert, seine zurückgehende Ölproduktion, die Haupteinnahmequelle, zu steigern. Es ist für Iran sehr viel schwieriger geworden, eine nationale Fluglinie und nationale Reedereien zu unterhalten oder Ausrüstung und Technologie für sein verbotenes Waffenprogramm zu erwerben.  Die Personen und Organisationen, die für Terrorismus und Menschenrechtsverstöße verantwortlich sind, darunter die Iranische Revolutionsgarde und ihre Al-Kuds-Einheit, wurden gesondert hervorgehoben.   

Die Auswirkungen der Sanktionen werden weiter zunehmen, es sei denn, die iranische Führung entscheidet sich, einzulenken und ihren internationalen Verpflichtungen nachzukommen. Lassen Sie mich eines deutlich sagen: Mit den heutigen Maßnahmen sind unsere Sanktionsmöglichkeiten gegen Iran noch nicht erschöpft.  Wir denken ernsthaft über eine Reihe von zunehmend scharfen Maßnahmen nach.  Wir haben eng mit dem Kongress zusammengearbeitet und die rechtlichen Instrumente, die er uns zur Verfügung gestellt hat, effektiv eingesetzt. Wir wollen diese Zusammenarbeit fortführen, um zusätzliche Sanktionen zu entwickeln, die die von uns allen gewünschte Wirkung zeigen werden: nämlich starken Druck auf Iran auszuüben. 

Bei der zweigleisigen Strategie der Regierung geht es allerdings nicht nur um Druck. Es geht auch darum, Iran einzubinden, um die ernste und wachsende Sorge der internationalen Gemeinschaft über das Nuklearprogramm des Landes zu zerstreuen. Die Vereinigten Staaten wollen Iran einbinden, allerdings nur – und ich sage nur – wenn Iran auf dieses Angebot mit Ernsthaftigkeit und ohne Vorbedingungen eingeht. Bisher haben wir nur wenige Anzeichen dafür gesehen, dass Iran die Verhandlungen über sein Nuklearprogramm ernst nimmt. Bis wir mehr sehen und bis die iranische Führung ihren internationalen Verpflichtungen nachkommt, wird sie sich den zunehmend harten Konsequenzen stellen müssen.   

Ich möchte Finanzminister Geithner nun bitten, detaillierter darauf einzugehen, wie sich die Sanktionen auswirken werden. 

Tim. 

Finanzminister Geithner: Vielen Dank, Außenministerin Clinton. Ich möchte auch unseren Kollegen, aus meinem Team David Cohen und Danny Glaser, für die großartige Arbeit danken, die sie heute im Zusammenhang mit diesen sehr wichtigen Finanzmaßnahmen geleistet haben.   

Seit seinem Amtsantritt verfolgt der Präsident eine äußerst aggressive Strategie zur Unterbindung der illegalen Aktivitäten Irans. Ein Kernelement dieser Strategie liegt in der Ausübung von enormem finanziellen Druck auf Iran. Durch diese Strategie wurde Iran im Bereich Handel und Finanzen zunehmend isoliert, was dem Land schadet.   

Erstens haben wir den Zugang Irans zum internationalen Finanzsystem drastisch eingeschränkt. Die iranischen Banken haben weltweit immer weniger Möglichkeiten, Geschäfte zu tätigen, was wiederum die Fähigkeit der Regierung zur Finanzierung von Aktivitäten einschränkt, die von der internationalen Gemeinschaft nicht gebilligt werden.  

Zweitens kann die nationale iranische Schifffahrtsgesellschaft, die Material für das iranische Raketenprogramm transportiert hat, jetzt viele der großen Häfen der Welt nicht mehr anlaufen; ihre Schiffe werden regelmäßig abgewiesen oder beschlagnahmt.  

Drittens ist der Ölsektor, die Haupteinnahmequelle Irans, rückläufig, weil er die ausländischen Investitionen, die er dringend für die Erhaltung seines Produktionsniveaus benötigt, nicht erhält.   

Die Verschärfung der Sanktionen durch die US-Regierung und ihre Partner auf der ganzen Welt hat der iranischen Wirtschaft erheblichen Schaden zugefügt. Um diese Bestrebungen weiterzuführen, benennt das Finanzministerium heute weitere Einrichtungen, die die Nuklear- und Weiterverbreitungsaktivitäten Irans unterstützt haben.   

Heute unternehmen wir einen bedeutenden Schritt nach Paragraph 311 des Patriot Act. Zum ersten Mal benennen wir den gesamten iranischen Bankensektor, einschließlich der Central Bank of Iran, um Regierungen und Finanzinstitutionen zu warnen, die Geschäfte mit iranischen Banken machen. Wer sich als Finanzinstitution irgendwo auf der Welt auf Geschäfte mit der iranischen Zentralbank oder einer anderen iranischen Bank einlässt, sei es in Iran oder andernorts, der riskiert, die illegalen Aktivitäten Irans zu unterstützen:  das Streben nach Kernwaffen, die Unterstützung von Terrorismus sowie die Bestrebungen, verantwortungsbewusste Finanzinstitutionen zu täuschen und Sanktionen zu umgehen. Jede einzelne Finanztransaktion mit Iran birgt die ernste Gefahr, diese Aktivitäten zu unterstützen. Deshalb sollten Finanzinstitutionen weltweit die Risiken von Geschäften mit Iran sorgfältig abwägen.   

Wie die Außenministerin schon sagte, ergreifen wir diese Maßnahmen mit der Unterstützung unserer Partner in Großbritannien und Kanada, die heute Morgen angekündigt haben, dass sie zum Schutz ihrer Banken vor Iran ähnliche Maßnahmen ergreifen.  Als Folge dieser abgestimmten Maßnahmen hat Iran nun zu drei der weltweit größten Finanzsektoren keinen Zugang mehr. Wir bestärken andere Regierungschefs weltweit darin, ähnlich entschlossene Schritte zu unternehmen, um zu verhindern, dass Iran seine finanziellen Aktivitäten einfach auf Banken anderer Länder verlagert.   

Während wir diese neuen Maßnahmen umsetzen und ihre Reichweite auf die ganze Welt ausdehnen, werden wir über weitere Schritte nachdenken. Keine Möglichkeit wird ausgeschlossen, und dazu zählt auch die Belegung der Central Bank of Iran mit zusätzlichen Sanktionen. Die Politik, die Iran verfolgt, ist inakzeptabel, und wenn die iranische Führung diesen gefährlichen Kurs nicht aufgibt, werden wir weiter harte und innovative Maßnahmen ergreifen, um die Führung Irans mit schweren wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen zu belegen. 

Vielen Dank. 

Außenministerin Clinton:  Vielen Dank Ihnen allen.

Originaltext:Clinton and Geithner on Measures to Increase Pressure on Iran 

Erklärung zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Sonderbotschafterin Melanne Verveer zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Erklärung der Sonderbotschafterin für globale Frauenfragen, Melanne Verveer, zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen vom 21. November 2011.

Heute möchte ich über eine Katastrophe sprechen, die jeden von uns bedroht – eine Katastrophe, vor der kein Land der Welt geschützt ist.

1981 haben die Vereinten Nationen den 25. November zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen erklärt. An dem Tag besinnen wir uns auf die Bemühungen, dieser Gewalt ein Ende zu setzen. 1991 hat das Center for Women’s Global Leadership der Rutgers University erstmals zu der weltweiten Kampagne „16 Aktionstage gegen geschlechtsspezifische Gewalt“ (16 Days of Activism Against Gender Violence) aufgerufen. Der Aktionszeitraum beginnt am 25. November und endet am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte. Durch die Verbindung dieser beiden international anerkannten Tage rufen wir uns in Erinnerung, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen eine schwerwiegende Verletzung der Menschenrechte darstellt.

1995 sagte Hillary Clinton, damals First Lady, bei der vierten Weltfrauenkonferenz in Peking: „Menschenrechte sind Frauenrechte und Frauenrechte sind Menschenrechte.“ Sie zählte anschließend einige Formen der Verletzung von Frauenrechten auf, darunter häusliche Gewalt, Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung, Vergewaltigung als taktisches Mittel der Kriegsführung, weibliche Genitalverstümmelung, Brautverbrennungen und viele mehr. Sie sagte, jeder dieser stellte Akte eine Verletzung der Menschenrechte dar: Dies betreffe die Menschenrechte nicht nur am Rande, es sei auch keine Unterkategorie der Menschenrechte, sondern eine Verletzung der Menschenrechte. Durch diese Konferenz wurde eine weltweite Bewegung ausgelöst, und der ehrgeizige Plan, den wir angenommen haben und mit dem wir Frauenrechte schützen und Fortschritte für Frauen erreichen wollen, ist immer noch nicht vollständig umgesetzt worden. Immer mehr Menschen überall auf der Welt gehen gemeinsam gegen die globale Geißel der geschlechtsspezifischen Gewalt vor. Tausende Organisationen und Zehntausende Menschen – Frauen und Männer – haben in 156 Ländern Veranstaltungen für den 16-tägigen Aktionszeitraum organisiert, um die Bemühungen für ein Ende der Gewalt gegen Frauen überall auf der Welt zu verdoppeln. Dies ist unser gemeinsames Ziel.

Geschlechtsspezifische Gewalt ist eine weltweite Seuche, die keine Grenzen kennt. Sie ist nicht nur ein Problem für Frauen. Sie betrifft uns alle – Frauen und Mädchen, Männer und Jungen. Im vergangenen Jahr haben wir uns während der 16 Aktionstage darauf konzentriert, was Männer und Jungen tun können, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen vorzubeugen. Ihre Rolle dabei ist wichtig, ihre Bemühungen sind unerlässlich, wenn wir diese Gewalt beenden wollen.

Dieses Jahr liegt unser Fokus auf den dramatischen wirtschaftlichen Folgen von Gewalt gegen Frauen. Im Kern handelt es sich um eine moralische Herausforderung oder einen Angriff auf die Menschenrechte. Allerdings hat die Gewalt auch negative Auswirkungen auf die Wirtschaft und schwächt die Produktivität. Sie betrifft auch den Bereich Gesundheit und die Justiz.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen schädigt unsere Gemeinschaft und lässt sie verarmen. Firmen schließen, Einkommen sinken, Familien hungern und Kinder verinnerlichen ein Verhalten, das den Zyklus der Gewalt fortsetzt.

Führen Sie sich einmal die Kosten vor Augen, die durch Verletzungen und Missbrauch bei medizinischen und rechtlichen Dienstleistungen entstehen. Stellen Sie sich die Kosten vor, die durch verlorene Produktivität und geringere Einkommen verursacht werden, wenn eine Frau, die ans Krankenbett gefesselt ist, nicht arbeiten kann. Die Auswirkungen dieser Fehlzeiten sind in den vielen Haushalten, in denen eine Frau die einzige oder Haupterwerbstätige ist, noch weitaus schlimmer.

Viele Frauen arbeiten in der „Schattenwirtschaft“, beispielsweise als Verkäuferinnen auf dem Markt oder als Hausangestellte. Die entstehenden Kosten sind daher oft versteckt, auch wenn sie deutlich zutage treten. Aber sie fordern einen schrecklichen Tribut.

Justiz, Gesundheitswesen und Sicherheitsdienste sind betroffen, und die Gewalt frisst wie ein Tumor an sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung. Da also alle Bereiche der Gesellschaft von Gewalt gegen Frauen betroffen sind, trägt auch jeder gesellschaftliche Bereich die Verpflichtung, diese Gewalt aufzuhalten.

Die Prävention und die Maßnahmen, mit denen wir auf diese Krise reagieren, müssen gestärkt werden. Das ist für die Interessen und die gesamte Außenpolitik der Vereinigten Staaten von grundlegender Bedeutung. Wie Außenministerin Clinton bereits erklärt hat – zum wiederholten Male und überall auf der Welt –, fördern Frauen das Wirtschaftswachstum. Die Bildung von Frauen hat einen direkten Einfluss auf das Volkseinkommen und eine Verbesserung der Gesundheit. Frauen sind auch bei der Lösung von Konflikten und der Schaffung von Frieden unverzichtbare Elemente des Wandels. Wenn Frauen und Mädchen nicht geschützt werden, können sie nicht zur Entwicklung einer Gesellschaft beitragen.

Prävention, Schutz und Strafverfolgung sind unerlässlich. Aber wir müssen dem noch ein weiteres Element hinzufügen: Die Bekämpfung der geschlechtsspezifischen Gewalt muss zur Priorität werden.

Obwohl die Bereitstellung von Mitteln für die Verhinderung und Verfolgung von Angriffen auf Frauen erst einmal Kosten verursachen mag, zahlt sie sich langfristig deutlich aus. 1994 haben die Vereinigten Staaten ein Gesetz gegen Gewalt an Frauen (Violence Against Women Act) angenommen, durch das die Anstrengungen zur Beendigung dieser Gewalttaten verstärkt sowie die Maßnahmen zum Schutz und zur Vorbeugung verbessert werden. Durch dieses Gesetz konnten seit Inkrafttreten mehr als 16 Milliarden US-Dollar eingespart werden, die durch Gewalt gegen Frauen und Mädchen verursacht worden wären.

Unsere Arbeit ist noch lange nicht beendet. Wir müssen uns dagegen wehren, dass die ungeheuerlichsten Verbrechen oftmals ungestraft bleiben. Gewalt an Frauen und Mädchen ist nichts Privates oder Kulturelles, sondern ein Verbrechen. Wir müssen die schwache gesellschaftliche Stellung von Frauen und Mädchen, die dazu führt, dass sie unterschätzt und verletzbar werden, weltweit aufwerten. Zudem müssen wir Männer und Jungen einbinden, wenn wir gegen Gewalt vorgehen und Gewalt verhindern, geschlechtsspezifisches Verhalten ändern, die Verantwortung und das Engagement der Gemeinschaft und des Staates stärken sowie die Aufmerksamkeit auf bereits existierende, effektive Programme richten und diese fördern wollen.

Das Engagement so vieler Frauen und Männer auf der ganzen Welt ist für mich eine Quelle der Inspiration. Aber während dieser 16 Aktionstage müssen wir uns auch in Erinnerung rufen, an jedem der 365 Tage des Jahres wachsam zu sein. Unsere Botschaften werden dabei aktive Partner sein. Einige werden die öffentliche Aufmerksamkeit durch Demonstrationen auf dieses Thema lenken, andere werden mit unterschiedlichen Interessengruppen zusammenarbeiten, wieder andere werden bei Podiumsdiskussionen über ihre Erfahrungen sprechen – jede Aktion ist wichtig.

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und der sechzehntägige Aktionszeitraum gegen geschlechtsspezifische Gewalt bieten die Gelegenheit, das Engagement für die Befreiung von Frauen und Mädchen aus dem Albtraum der Gewalt zu erneuern, ob die Gewalt zuhause hinter verschlossenen Türen oder offen während eines bewaffneten Konflikts stattfindet. Regierungen sind dazu verpflichtet, Gesetze umzusetzen und geltend zu machen. Kein Land auf der Welt kann Fortschritte machen, wenn die Hälfte seiner Bevölkerung auf der Strecke bleibt. Ich danke Ihnen allen, für das, was Sie tun. Danke, dass Sie unsere Mission weiterführen, damit keine Frau und kein Mädchen in Angst leben muss. Die Folgen sind einfach zu drastisch. Tatenlosigkeit können wir uns nicht leisten. Vielen herzlichen Dank.

 

Originaltext: International Day for the Elimination of Violence Against Women and the 16 Days Campaign Against Gender-Based Violence

Thanksgiving 2011

Als Pilgerin verkleidet lässt sich dieses kleine Mädchen ihr Mittagessen zu Thanksgiving schmecken.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die am 16. November 2011 ergangene Proklamation von US-Präsident Barack Obama zum Thanksgiving Day am 24. November 2011.

Der Thanksgiving Day, eine der ältesten und wichtigsten Traditionen unseres Landes, bringt uns unseren Freunden und Familien näher. Der Tag lädt dazu ein, uns auf die Dinge zu besinnen, die unser Leben bereichern. An diesem Tag erinnern wir uns an ein Erntefest im Herbst vor einigen Jahrhunderten, als der Stamm der Wampanoag und die Pilger in der Plymouth Colony die Früchte einer reichen Ernte miteinander teilten. Dieses Fest fand zu Ehren der Wampanoag statt, die ihr Wissen über die Flora und Fauna in der neuen Welt mit den Pilgern geteilt hatten. Heute drücken wir den Ureinwohnern Amerikas und Alaskas gegenüber erneut unsere Dankbarkeit aus. Wir rufen uns in Erinnerung, wie die Ureinwohner das Erbe unserer Nation durch ihre Großzügigkeit vor mehreren Jahrhunderten bereichert haben und auch heute noch durch ihre Leistungen alle Facetten des Lebens in den Vereinigten Staaten bereichern. Vergessen wir also die kleinen Sorgen des Alltags, wenn wir mit unseren Familien, Freunden und Nachbarn gemeinsam feiern, und danken für die Gnade, die uns zuteil wird.

Unsere Traditionen mögen sich vielleicht entwickelt haben, aber der Geist der Gnade und Demut, der Thanksgiving zugrunde liegt, hat die Zeit überdauert. Als Präsident George Washington zum ersten Mal den Feiertag Thanksgiving proklamierte, pries er den großzügigen und allwissenden Gott dafür, dass er die junge Republik als guter Hirte durch eine schwierige Anfangszeit geführt hatte. Jahrzehnte später bat Präsident Abraham Lincoln Gott um Schutz für diejenigen, die das Grauen des Bürgerkrieges miterleben mussten, und darum, die Nation wiederherzustellen, damit sie sich an „Frieden, Harmonie, Ruhe und Einheit erfreuen kann“.

In guten und auch in schlechten Zeiten haben wir unsere Herzen geöffnet, indem wir in Demut unsere Dankbarkeit für die Dinge gezeigt haben, die wir empfangen, und die Menschen, die unser Leben bereichert haben. Heute danken wir auch den Frauen und Männern in Uniform für die zahllosen Opfer, die sie bringen, und denken an die Familien, die einen Platz an ihrem Tisch für einen ihrer Lieben freihalten, der an einem gefährlichen Ort seinen Dienst leistet. Lassen Sie uns in Zeiten, in denen amerikanische Familien mit weniger Geld zurechtkommen müssen, auch unser Engagement für Freunde und Mitbürger erneuern, die eine helfende Hand brauchen.

Wenn wir nun in unserer Gemeinde, Zuhause, um einen Tisch oder in der Küche zusammenkommen, danken wir Gott und einander für die vielen Wohltaten und Gaben, die unser Leben bereichern. Lassen Sie uns innehalten und uns der einfachen Gaben bewusst werden, die uns erfreuen, und lassen Sie uns diese Gaben im kommenden Jahr weitergeben.

AUF GRUND DESSEN ERKLÄRE ICH, BARACK OBAMA, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, kraft des mir durch die Verfassung und die Gesetze der Vereinigten Staaten verliehenen Amtes, hiermit Donnerstag, den 24. November 2011, zum nationalen Feiertag Thanksgiving. Ich rufe alle Menschen in den Vereinigten Staaten dazu auf, sich zu versammeln, ob zu Hause, in Gotteshäusern, Gemeindezentren oder an anderen Orten, an denen Familie, Freunde und Nachbarn zusammenkommen können, in Dankbarkeit für all das, was wir im vergangenen Jahr erhalten haben, um unserer Anerkennung für all diejenigen Ausdruck zu verleihen, deren Leben unser eigenes bereichert haben, und um unsere reichen Gaben mit anderen zu teilen.

ZU URKUND DESSEN setze ich an diesem sechzehnten Tag des Novembers im Jahre des Herrn zweitausendundelf und im zweihundertsechsunddreißigsten Jahr der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten meine Unterschrift unter dieses Dokument.

BARACK OBAMA

 

Originaltext: Presidential Proclamation — Thanksgiving Day, 2011

Präsident Obama und Ministerpräsidentin Gillard

Julia Gillard und Barack Obama

CANBERRA – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die unwesentlich gekürzte Eingangserklärung von US-Präsident Barack Obama bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der australischen Ministerpräsidentin Julia Gillard vom 16. November 2011.

Guten Tag. Vielen Dank, Frau Ministerpräsidentin, für den freundlichen Empfang und für Ihre Freundschaft und Partnerschaft. Ich freue mich sehr, in Australien zu sein.

Wie Sie vielleicht wissen, ist dies nicht mein erster Besuch in Australien. Ich bin zum ersten Mal als kleiner Junge nach Australien gereist. Ich werde niemals vergessen, wie warmherzig und freundlich die Australier zu mir waren, als ich im Alter von sechs und acht Jahren hier war. Und ich kann nur sagen: Die Australier haben von dieser Warmherzigkeit nichts verloren.

Ich wäre sehr gerne schon im vergangenen Jahr hierher gereist. Obwohl einige Ereignisse in meinem Land mich davon abhielten, wollte ich aus einem einfachen Grund kommen: Die Vereinigten Staaten von Amerika haben keinen stärkeren Verbündeten als Australien. Unsere gemeinsamen Werte, unsere Rechte und Freiheiten verbinden uns miteinander. Fast ein Jahrhundert lang haben wir diese Freiheiten gemeinsam verteidigt. Ich freue mich sehr, anlässlich der 60-Jahr-Feier unseres Bündnisses hier sein und an dessen Stärkung für die Zukunft arbeiten zu können.

Unsere beiden Länder sind Staaten im pazifischen Raum und mit meiner Reise in die Region möchte ich deutlich machen, dass die Vereinigten Staaten ihr Engagement im asiatisch-pazifischen Raum verstärken. Wir sind Australien in diesem Zusammenhang sehr dankbar für diese Partnerschaft und die Führungsrolle, die es übernimmt. Für unsere gemeinsame Zukunft, für die Sicherheit, die wir brauchen, und für den Wohlstand, den wir uns wünschen, wird unser Bündnis genauso unersetzlich sein wie in den vergangenen sechzig Jahren – nicht nur in der Region, sondern auf der ganzen Welt.

Ich bin auch sehr dankbar für die gute Partnerschaft mit Ministerpräsidentin Gillard. Wir haben in jüngster Zeit doch sehr viel zusammengearbeitet […] – über Zeitzonen hinweg – beim G20-Gipfel in Cannes, beim Treffen der APEC oder der TPP auf Hawaii und nun hier in Australien, bevor es in Bali beim Ostasiengipfel (East Asia Summit – EAS) weitergeht. Dies zeigt deutlich, wie eng unsere Länder auf den unterschiedlichsten Themengebieten miteinander zusammenarbeiten. Und bei meiner Freundin Julia sehe ich Qualitäten, die wir Amerikaner an den Australiern am meisten bewundern: Sie ist bodenständig, kommunikativ und sagt, was sie denkt – sie ist geradeheraus. Deswegen haben wir heute so viel erreicht.

Wir haben uns darauf geeinigt, unsere Volkswirtschaften und die der Region einander näher zu bringen, um so mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Aufbauend auf unseren Fortschritten beim APEC-Forum werden wir uns weiterhin für eine lückenlose, regionale Wirtschaft einsetzen. Australien und die Vereinigten Staaten sind als die beiden größten Volkswirtschaften in der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) wegweisend für ein neues Handelsmodell in der Region. Zusammen mit unseren Partnern in der G20 sind wir uns einig, dass wir uns weiter auf Wachstum konzentrieren müssen, das Arbeitsplätze schafft, und dass sich jedes Land an dieselben wirtschaftliche Spielregeln halten muss.

Als globale Partner haben wir zahlreiche Fragen diskutiert, zu denen wir dieselbe Auffassung haben, wie zum Beispiel Afghanistan. Der Einsatz dort war für keines unserer Länder einfach und wir denken an die Familien, die am 29. Oktober traurige Verluste erleiden mussten. Aber wir wissen beide, was auf dem Spiel steht, was passiert, wenn die Al Kaida Rückzugsorte hat. Wir haben mit ansehen müssen, wie vom 11. September bis zu den Anschlägen in Bali Menschen ihr Leben verloren haben.

Aus diesem Grund habe ich der Ministerpräsidentin für das starke Engagement Australiens in diesem Einsatz gedankt. Ich danke unseren Streitkräften, die gemeinsam ihren Dienst leisten, für ihre außergewöhnliche Opferbereitschaft. Auch die australischen Truppen haben gezeigt, dass es nichts gibt, womit die „Diggers“ nicht fertig werden. Heute haben die Ministerpräsidentin und ich den zukünftigen Weg noch einmal bestätigt. Der Übergang hat begonnen. Die Afghanen übernehmen Schritt für Schritt eine Führungsrolle. Unsere australischen und amerikanischen Streitkräfte werden währenddessen gemeinsam auf verantwortungsvolle Art und Weise abgezogen, damit wir die gemachten Fortschritte erhalten können, und damit die Afghanen ab 2014 die volle Verantwortung für die Sicherheit ihres Landes übernehmen können.

Heute aber haben wir uns, wie die Ministerpräsidentin gesagt hat, auf die Vorbereitung unseres Bündnisses auf die Zukunft konzentriert. Daher freut es mich, dass wir diese Ankündigungen heute gemeinsam auf australischem Boden machen können. Aufgrund dieser Initiativen, die das Ergebnis der engen, partnerschaftlichen Zusammenarbeit unserer Länder sind, werden wir in der Lage sein, die Sicherheit unserer beiden Länder und dieser Region effektiver zu stärken.

Wie Julia schon erklärt hat, verstärken wir unsere Zusammenarbeit – und, so möchte ich hinzufügen, das Engagement der Vereinigten Staaten in dieser Region. Unsere US-Marineinfanteristen werden in Darwin mit einer Rotation beginnen, um gemeinsame Ausbildungs- und Übungsmaßnahmen abzuhalten. Unsere Luftwaffe wird zusätzliche Flugzeuge auf mehr Flugplätzen im Norden Australiens rotieren lassen. Diese Rotationen, die auf Militärstützpunkten in Australien stattfinden werden, werden unsere Streitkräfte noch enger zusammenschweißen und sie noch effektiver machen.  Wir werden unsere Fähigkeiten im Bereich Ausbildung, Übungen und Operationen mit unseren Verbündeten und Partnern überall in der Region ausbauen. Dies wird es uns wiederum ermöglichen, mit diesen Ländern zusammenzuarbeiten, um sogar noch schneller auf eine große Bandbreite von Problemen reagieren zu können, wie beispielsweise humanitären Krisen oder Katastrophenhilfe, sowie die Kooperation auf dem Gebiet der Sicherheit überall in der Region zu fördern.

Dieses Engagement baut auf den bewährten Traditionen unseres Bündnisses auf. Über Jahrzehnte hinweg wurden die Angehörigen unserer Streitkräfte, die hierher kamen, um zu arbeiten, auszubilden und gemeinsame Übungen abzuhalten, von den Australiern freundlich empfangen. Ich freue mich darauf, morgen gemeinsam mit der Ministerpräsidentin in Darwin unseren Soldaten – Australiern und Amerikanern – für ihre unglaubliche Arbeit zu danken.

Schließlich, und das werde ich noch detaillierter in meiner Rede vor dem Parlament morgen erörtern, ist die Vertiefung unseres Bündnisses ein klares Zeichen für unser Engagement in dieser Region, ein Engagement, das dauerhaft und unverbrüchlich ist. Es ist ein Engagement, das ich in Bali unterstreichen werde, wenn die Vereinigten Staaten dort am Ostasiengipfel teilnehmen. Ich möchte unseren australischen Freunden danken, die unsere Mitgliedschaft so leidenschaftlich gefördert haben und durch ihr Engagement sichergestellt haben, dass der EAS regionale Herausforderungen angeht, die uns alle betreffen, wie beispielsweise die Weiterverbreitung und Gefahrenabwehr in der Schifffahrt.

Ich möchte daher noch einmal wiederholen, wie erfreut ich bin, dass wir diese wichtigen Ankündigungen während meines Besuchs machen können. Frau Ministerpräsidentin, ich danke Ihnen dafür, dass Sie so ein starker Partner und Befürworter unseres Bündnisses sind.

Ich möchte den Australiern noch einmal für ihre Gastfreundschaft danken, die sie mir vor etwa vierzig Jahren und auch während meines heutigen Besuchs entgegengebracht haben.  Es ist diese Freundschaft und diese Solidarität, die unser Bündnis zu einem der stärksten der Welt macht.

 

Originaltext: Remarks by President Obama and Prime Minister Gillard of Australia in Joint Press Conference

„Auf Sicherheit folgt Entwicklung“

Botschafter Murphy in Afghanistan

Botschafter Murphy in Afghanistan

 

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Namensbeitrag von US-Botschafter Philip D. Murphy, der am 15. November 2011 in Der Tagesspiegel erschien. 

An einem kühlen Abend in Afghanistan Anfang dieses Monats stieg ich aus einem Transportflugzeug und sah drei amerikanische Sanitätshubschrauber, ordentlich aufgereiht auf dem Rollfeld des von Deutschland geführten Camp Marmal außerhalb von Masar-i-Scharif. Es waren Hubschrauber wie die, in denen amerikanische Sanitäter am Karfreitag 2010 verletzte deutsche Soldaten evakuierten. Für mich sind sie zu einem Symbol für die enge Zusammenarbeit zwischen den 5.000 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan und ihren amerikanischen Kameraden geworden.

In den folgenden Tagen traf ich Soldaten und offizielle Vertreter in Masar-i-Scharif, in Kundus und auf dem deutschen Stützpunkt „OP North“. Bei jedem Termin wurde mir von den enormen Leistungen der deutschen Soldaten und Zivilisten in Afghanistan berichtet.  

Ich bin in der Überzeugung zurückgekehrt, dass wir in Afghanistan auf dem richtigen Weg sind. Ich weiß, dass Deutschland, genau wie die Vereinigten Staaten, unter Druck steht, seine ISAF-Truppen zu reduzieren. Um jedoch die bereits gemachten, durchaus effektiven Fortschritte zu sichern, müssen wir auch während der Übergabe der sicherheitspolitischen Verantwortung an die Afghanen ausreichend Ressourcen und Personal zur Verfügung stellen.  

 „Auf Sicherheit folgt Entwicklung“, sagte mir ein hochrangiger Diplomat in Afghanistan. Aus diesem Grund wird es in den kommenden drei Jahren des Übergangs mit am wichtigsten sein, dauerhafte Sicherheit im Land zu gewährleisten. Die Entwicklung erhöht dann wiederum auch die Sicherheit. Ein Beispiel: Die Aufständischen deponieren keine selbstgebauten Sprengsätze an asphaltierten Straßen. „Warum nicht?“, fragte ich einen amerikanischen Offizier. „Weil sie zu wertvoll sind“, antwortete er. Durch die Zerstörung einer asphaltierten Straße würden sie den Zorn der örtlichen Bevölkerung auf sich ziehen. 

Einfach ausgedrückt: Wenn die Afghanen die Wahl haben, entscheiden sie sich gegen die Taliban. Und wo immer wir präsent und aktiv sind, stellen sich die Afghanen auf unsere Seite. Ein deutscher Oberstleutnant erklärte mir, dass die Dorfältesten im Vorfeld einer ISAF-Offensive zur Rückeroberung eines Gebietes den unter ihnen lebenden Taliban selbst gesagt hätten, dass sie nicht länger willkommen seien, ein ermutigendes Zeichen. 

Zudem ist die Gewalt in den nördlichen Provinzen deutlich zurückgegangen. Es ist zwar immer noch gefährlich, aber die Aufständischen starten keine koordinierten Angriffe mehr. Stattdessen fallen Unschuldige häufig Sprengsätzen am Straßenrand, Selbstmordanschlägen oder gezielten Tötungen zum Opfer, da die Taliban so Aufmerksamkeit erregen und Schlagzeilen machen. Ein deutscher Oberst erzählte mir, dass die Ausbildung der afghanischen Armee in Kundus dem Zeitplan voraus sei. Ein anderer Offizier sagte, dass die Einheiten der Afghanischen Nationalen Armee in der benachbarten Provinz Baghlan nun eigenständig Einsätze durchführten. 

Im Dezember werden Vertreter aus aller Welt in Bonn zusammenkommen. Die Konferenz, von der afghanischen Regierung einberufen und von Deutschland organisiert, wird umfassende Pläne für das weitere internationale Engagement in Afghanistan erarbeiten. 

Meines Erachtens ist bereits sichtbar, wie sich die internationale Unterstützung auszahlt. In der Nähe von Camp Marmal befindet sich eine von Deutschland finanzierte Ausbildungsstätte für Lehrer. Während eines früheren Besuchs in Afghanistan habe ich ein Wohnheim besichtigt, das damals gerade neu gebaut worden war. Das Wohnheim ist viel mehr als nur Bestandteil der Campus-Infrastruktur. Für die Studenten, hauptsächlich Frauen, ist es ein wichtiges Symbol einer vielversprechenden Zukunft. Das Wohnheim bedeutet, dass sie nun aus ihren weit entfernten Dörfern anreisen können, um sich in Sicherheit und Würde einem Studium zu widmen, das ihr eigenes Leben verbessern und das Leben anderer Menschen verändern würde.  

Anfang dieses Monats erzählte mir ein deutscher Entwicklungshelfer, dass jedes Zimmer jetzt von Studenten belegt sei, die mit großem Eifer lernten, um einmal die nächste Generation der afghanischen Jugend unterrichten zu können. Für die Sicherung jener Zukunft engagieren sich deutsche und amerikanische Soldaten gemeinsam mit Tausenden afghanischen Soldaten und Polizisten überall im Land. Zusammen arbeiten die Soldaten und die Studenten am Wiederaufbau des Landes. Wir schulden ihnen Respekt. Sie haben unsere Unterstützung verdient.  

 

America Recycles Day 2011

Girl recycling

Recycling von klein auf

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die am 15. November 2011 ergangene Proklamation von US-Präsident Barack Obama zum America Recycles Day 2011.

Als Amerikanerinnen und Amerikaner tragen wir Verantwortung dafür, die Fülle natürlicher Ressourcen und einen gesunden Planeten für zukünftige Generationen zu erhalten. Um dieser Verpflichtung nachzukommen, müssen wir umsichtig konsumieren, zahlreiche Produkte und Materialien aufbereiten und sie so oft wie möglich wiederverwenden. Am America Recycles Day würdigen wir das Engagement vieler Einzelner im ganzen Land, die nachhaltig leben, und wir verpflichten uns erneut, unsere Ressourcen zuhause und am Arbeitsplatz sinnvoll zu nutzen.

Jahrzehntelang haben amerikanische Familien durch regelmäßiges Recycling und ihren Einsatz für den Umweltschutz das Gemeinwohl unseres Landes gefördert. Während des ersten und zweiten Weltkrieges haben Familien Schrott, Kleidung, Papier und Metall zur Wiederverwendung in der Industrie gesammelt und so das Wirtschaftswachstum angeregt und unsere Streitkräfte unterstützt. Seitdem haben wir unsere Recyclingprogramme durch private Aktivitäten, Engagement auf Gemeindeebene und nationale Initiativen verstärkt, und mehr unternommen, um zahlreiche moderne Industrieprozesse zu nutzen, durch die unsere saubere Volkswirtschaft gefördert und grüne Arbeitsplätze geschaffen werden. Mit diesen Fortschritten reduzieren wir Abfälle, erhalten die Schönheit unserer Natur und ermöglichen das starke und nachhaltige Wirtschaftswachstum, das uns durch dieses und in das kommende Jahrhundert bringen wird.

Um die umwelt- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen der heutigen Zeit meistern zu können, müssen wir unsere bereits existierenden Recyclingprogramme aktualisieren und ausweiten. Außerdem müssen wir neue Strategien entwickeln, um die jüngsten Technologien mit einzubeziehen. In den Vereinigten Staaten fallen pro Jahr über zwei Millionen Tonnen gebrauchter Elektroartikel an. Wenn wir keine entsprechenden Maßnahmen zur Entsorgung der Abfälle ergreifen, können unsere alten Computer, Monitore oder Mobiltelefone toxische Substanzen an die Umwelt abgeben, die Gesundheit der Menschen gefährden und die Wiederverwendung wertvoller Ressourcen verhindern. Zum Wohle unserer Bevölkerung und unseres Planeten müssen wir den gesamten Lebenszyklus unserer Produkte berücksichtigen und unsere Ressourcen nachhaltiger verwenden.

Um sicherzustellen, dass die Vereinigten Staaten bei der Entwicklung neuer, nachhaltiger Elektrotechnologie weltweit führend bleiben, hat meine Regierung Anfang des Jahres die National Strategy for Electronics Stewardship ins Leben gerufen. Mit Hilfe dieser Strategie haben wir Rahmenbedingungen für umweltbewusstes Design, Verkauf, Entsorgung und Recycling von Elektrogeräten aufgestellt, die den aufkommenden Markt für die Entsorgung von Elektroartikeln ankurbeln und in den Vereinigten Staaten Arbeitsplätze für die Zukunft schaffen werden. Um mit gutem Beispiel voranzugehen, hat meine Regierung sich der effizienten Nutzung, Wiederverwendung und Entsorgung von Elektroartikeln innerhalb der Bundesbehörden verschrieben. Wir arbeiten mit zertifizierten Entsorgungszentren zusammen, um benutzte Elektroartikel sicher und effektiv entsorgen zu können. Zudem bauen wir neue Partnerschaften mit dem Privatsektor auf, durch die das Recyceln von Elektroartikeln landesweit vorangetrieben wird. Durch Zusammenarbeit und gemeinsame Verantwortung schützen wir die Gesundheit unserer Bürger und die Umwelt, und wir schaffen die Grundlage für eine Volkswirtschaft des 21. Jahrhunderts.

Am America Recycles Day haben wir die Möglichkeit, uns die bemerkenswerten Fortschritte ins Gedächtnis zu rufen, die wir im Streben nach Nachhaltigkeit bereits gemacht haben, und uns gleichzeitig dazu anzuhalten, noch mehr zu tun. Indem wir diese Herausforderung annehmen, erfüllen wir unseren Kindern gegenüber das Versprechen, dass sie eine Welt erben werden, die schöner und wohlhabender ist, als die, die wir erhalten haben.

AUF GRUND DESSEN ERKLÄRE ICH, BARACK OBAMA, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, kraft des mir durch die Verfassung und die Gesetze der Vereinigten Staaten verliehenen Amtes, hiermit den 15. November 2011 zum America Recycles Day. Ich rufe das amerikanische Volk dazu auf, diesen Tag mit angemessenen Veranstaltungen und Feierlichkeiten zu begehen und die Bemühungen für das Recyceln fortzusetzen.

ZU URKUND DESSEN setze ich an diesem fünfzehnten Tag des Novembers im Jahre des Herrn zweitausendundelf und im zweihundertsechsunddreißigsten Jahr der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten meine Unterschrift unter dieses Dokument.

BARACK OBAMA

 

Originaltext: Presidential Proclamation — America Recycles Day, 2011

Präsident Obama beim Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforum

HONOLULU – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Bericht über die Teilnahme von US-Präsident Barack Obama am Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforum (APEC), der am 13. November 2011 im offiziellen Blog des Weißen Hauses erschien.

 Präsident Obama eröffnete gestern in Honolulu auf Hawaii das jährliche Treffen der Minister und führenden Wirtschaftsvertreter des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums APEC. Am Morgen traf sich der Präsident mit den führenden Vertretern der Transpazifischen Partnerschaft (Trans-Pacific Partnership – TPP) aus Australien, Brunei Darussalam, Chile, Malaysia, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam.

 Im November 2009 hatte Präsident Obama die Absicht der Vereinigten Staaten angekündigt, an den Verhandlungen der Transpazifischen Partnerschaft teilzunehmen, um ein ambitioniertes asiatisch-pazifisches Handelsabkommen der nächsten Generation abzuschließen, das die Prioritäten und Werte der Vereinigten Staaten widerspiegelt. Dieses Abkommen wird das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten sowie die Schaffung und den Erhalt hochqualifizierter Arbeitsplätze im Inland fördern, da die Vereinigten Staaten dann mehr in eine Region exportieren, in der einige der leistungsfähigsten Volkswirtschaften der Welt angesiedelt sind und die für mehr als 40 Prozent des Welthandels steht.

 Gestern stellte der Präsident fest:

 Wir kommen gerade aus einem hervorragenden Treffen, und ich freue mich sehr ankündigen zu können, dass sich unsere neun Staaten auf grobe Umrisse eines Abkommens geeinigt haben. Es sind noch viele Details auszuarbeiten, aber wir sind zuversichtlich, dass das zu schaffen ist. Wir haben also unsere Unterhändler angewiesen, das Abkommen nächstes Jahr fertig zu stellen. Das ist ein ambitioniertes Ziel, aber wir glauben, dass wir es erreichen können.

 Das TPP wird unsere Volkswirtschaften stärken, Hindernisse für Handel und Investitionen abbauen und zu mehr Exporten und mehr Arbeitsplätzen für unsere Bürger führen – und das ist für mich oberste Priorität. Neben unseren Handelsabkommen mit Südkorea, Panama und Kolumbien wird das TPP auch dazu beitragen, mein Ziel zu erreichen, die US-Exporte zu verdoppeln und damit Millionen von Arbeitsplätzen in den Vereinigten Staaten zu erhalten.

 Im Laufe des Tages nahm der Präsident am CEO Business-Gipfel der APEC teil, bei dem Präsident Obama und der CEO von Boeing, Jim McNerney, auch Fragen beantworteten.

 

Nachmittags kam Präsident Obama zu bilateralen Treffen mit dem japanischen Premierminister Noda, dem russischen Präsidenten Medwedew und dem chinesischen Präsidenten Hu zusammen.

 

Premierminister Noda brachte sein Interesse am TPP-Abkommen zum Ausdruck. Präsident Obama begrüßte und bestärkte das japanische Interesse an diesem Abkommen, indem er feststellte, dass der Abbau von Handelsschranken zwischen den beiden Ländern eine historische Chance zur Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen darstelle und die Beziehung Japans zu den engsten Partnern in der Region stärke. 

 

Im Anschluss daran traf sich Präsident Obama mit dem russischen Präsidenten Medwedew zu einem thematisch breit gefächerten Gespräch, bei dem sie insbesondere auf eine Reihe von Sicherheitsproblemen zu sprechen kamen, die die Interessen Russlands und der Vereinigten Staaten gleichermaßen betreffen. Sie sprachen beispielsweise über Afghanistan und darüber, wie wichtig es sei, dass alle regionalen Parteien die afghanische Regierung bei der Stabilisierung des Landes unterstützen, was den Bürgern Afghanistans zugute käme. Ein weiteres Gesprächsthema war das iranische Nuklearprogramm. Präsident Obama machte außerdem eine wichtige Ankündigung:

 Es ist bisher noch nicht offiziell, aber Russland wurde die Mitgliedschaft in der WTO angetragen, ein Beweis für die engagierte Arbeit von Präsident Medwedew und seinen Mitarbeitern. Unseres Erachtens ist dies gut für die Vereinigten Staaten, für die Welt und für Russland, denn es bringt mehr Chancen für die Erschließung von Märkten mit sich, auf denen wir Waren, Produkte und Dienstleistungen verkaufen und Waren, Produkte und Dienstleistungen kaufen können, ohne durch traditionelle Hürden behindert zu werden.

 Schließlich traf sich Präsident Obama mit dem chinesischen Präsidenten Hu. Er stellte fest, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden größten Ländern und Volkswirtschaften der Welt nicht nur für die Sicherheit und den Wohlstand der eigenen Bürger entscheidend ist, sondern für die ganze Welt.

 Präsident Obama fuhr fort:

Diese Art der Zusammenarbeit ist besonders wichtig für die asiatisch-pazifische Region, in der sowohl China als auch die Vereinigten Staaten außerordentlich aktiv sind. Unsere beiden Länder sind pazifische Mächte. Ich denke, viele Länder der Region erwarten als Grundlage für weiteres Wachstum und Wohlstand konstruktive Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China.

Am Abend begrüßten der Präsident und die First Lady die Staats- und Regierungschefs der APEC-Staaten und ihre Partner zu einem Abendessen und einem Empfang, auf den eine kulturelle Darbietung im Hale Koa Hotel auf Hawaii folgte. 

Originaltext: President Obama at the Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC)