Präsident Obama und Ministerpräsidentin Gillard

Julia Gillard und Barack Obama

CANBERRA – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die unwesentlich gekürzte Eingangserklärung von US-Präsident Barack Obama bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der australischen Ministerpräsidentin Julia Gillard vom 16. November 2011.

Guten Tag. Vielen Dank, Frau Ministerpräsidentin, für den freundlichen Empfang und für Ihre Freundschaft und Partnerschaft. Ich freue mich sehr, in Australien zu sein.

Wie Sie vielleicht wissen, ist dies nicht mein erster Besuch in Australien. Ich bin zum ersten Mal als kleiner Junge nach Australien gereist. Ich werde niemals vergessen, wie warmherzig und freundlich die Australier zu mir waren, als ich im Alter von sechs und acht Jahren hier war. Und ich kann nur sagen: Die Australier haben von dieser Warmherzigkeit nichts verloren.

Ich wäre sehr gerne schon im vergangenen Jahr hierher gereist. Obwohl einige Ereignisse in meinem Land mich davon abhielten, wollte ich aus einem einfachen Grund kommen: Die Vereinigten Staaten von Amerika haben keinen stärkeren Verbündeten als Australien. Unsere gemeinsamen Werte, unsere Rechte und Freiheiten verbinden uns miteinander. Fast ein Jahrhundert lang haben wir diese Freiheiten gemeinsam verteidigt. Ich freue mich sehr, anlässlich der 60-Jahr-Feier unseres Bündnisses hier sein und an dessen Stärkung für die Zukunft arbeiten zu können.

Unsere beiden Länder sind Staaten im pazifischen Raum und mit meiner Reise in die Region möchte ich deutlich machen, dass die Vereinigten Staaten ihr Engagement im asiatisch-pazifischen Raum verstärken. Wir sind Australien in diesem Zusammenhang sehr dankbar für diese Partnerschaft und die Führungsrolle, die es übernimmt. Für unsere gemeinsame Zukunft, für die Sicherheit, die wir brauchen, und für den Wohlstand, den wir uns wünschen, wird unser Bündnis genauso unersetzlich sein wie in den vergangenen sechzig Jahren – nicht nur in der Region, sondern auf der ganzen Welt.

Ich bin auch sehr dankbar für die gute Partnerschaft mit Ministerpräsidentin Gillard. Wir haben in jüngster Zeit doch sehr viel zusammengearbeitet […] – über Zeitzonen hinweg – beim G20-Gipfel in Cannes, beim Treffen der APEC oder der TPP auf Hawaii und nun hier in Australien, bevor es in Bali beim Ostasiengipfel (East Asia Summit – EAS) weitergeht. Dies zeigt deutlich, wie eng unsere Länder auf den unterschiedlichsten Themengebieten miteinander zusammenarbeiten. Und bei meiner Freundin Julia sehe ich Qualitäten, die wir Amerikaner an den Australiern am meisten bewundern: Sie ist bodenständig, kommunikativ und sagt, was sie denkt – sie ist geradeheraus. Deswegen haben wir heute so viel erreicht.

Wir haben uns darauf geeinigt, unsere Volkswirtschaften und die der Region einander näher zu bringen, um so mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Aufbauend auf unseren Fortschritten beim APEC-Forum werden wir uns weiterhin für eine lückenlose, regionale Wirtschaft einsetzen. Australien und die Vereinigten Staaten sind als die beiden größten Volkswirtschaften in der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) wegweisend für ein neues Handelsmodell in der Region. Zusammen mit unseren Partnern in der G20 sind wir uns einig, dass wir uns weiter auf Wachstum konzentrieren müssen, das Arbeitsplätze schafft, und dass sich jedes Land an dieselben wirtschaftliche Spielregeln halten muss.

Als globale Partner haben wir zahlreiche Fragen diskutiert, zu denen wir dieselbe Auffassung haben, wie zum Beispiel Afghanistan. Der Einsatz dort war für keines unserer Länder einfach und wir denken an die Familien, die am 29. Oktober traurige Verluste erleiden mussten. Aber wir wissen beide, was auf dem Spiel steht, was passiert, wenn die Al Kaida Rückzugsorte hat. Wir haben mit ansehen müssen, wie vom 11. September bis zu den Anschlägen in Bali Menschen ihr Leben verloren haben.

Aus diesem Grund habe ich der Ministerpräsidentin für das starke Engagement Australiens in diesem Einsatz gedankt. Ich danke unseren Streitkräften, die gemeinsam ihren Dienst leisten, für ihre außergewöhnliche Opferbereitschaft. Auch die australischen Truppen haben gezeigt, dass es nichts gibt, womit die „Diggers“ nicht fertig werden. Heute haben die Ministerpräsidentin und ich den zukünftigen Weg noch einmal bestätigt. Der Übergang hat begonnen. Die Afghanen übernehmen Schritt für Schritt eine Führungsrolle. Unsere australischen und amerikanischen Streitkräfte werden währenddessen gemeinsam auf verantwortungsvolle Art und Weise abgezogen, damit wir die gemachten Fortschritte erhalten können, und damit die Afghanen ab 2014 die volle Verantwortung für die Sicherheit ihres Landes übernehmen können.

Heute aber haben wir uns, wie die Ministerpräsidentin gesagt hat, auf die Vorbereitung unseres Bündnisses auf die Zukunft konzentriert. Daher freut es mich, dass wir diese Ankündigungen heute gemeinsam auf australischem Boden machen können. Aufgrund dieser Initiativen, die das Ergebnis der engen, partnerschaftlichen Zusammenarbeit unserer Länder sind, werden wir in der Lage sein, die Sicherheit unserer beiden Länder und dieser Region effektiver zu stärken.

Wie Julia schon erklärt hat, verstärken wir unsere Zusammenarbeit – und, so möchte ich hinzufügen, das Engagement der Vereinigten Staaten in dieser Region. Unsere US-Marineinfanteristen werden in Darwin mit einer Rotation beginnen, um gemeinsame Ausbildungs- und Übungsmaßnahmen abzuhalten. Unsere Luftwaffe wird zusätzliche Flugzeuge auf mehr Flugplätzen im Norden Australiens rotieren lassen. Diese Rotationen, die auf Militärstützpunkten in Australien stattfinden werden, werden unsere Streitkräfte noch enger zusammenschweißen und sie noch effektiver machen.  Wir werden unsere Fähigkeiten im Bereich Ausbildung, Übungen und Operationen mit unseren Verbündeten und Partnern überall in der Region ausbauen. Dies wird es uns wiederum ermöglichen, mit diesen Ländern zusammenzuarbeiten, um sogar noch schneller auf eine große Bandbreite von Problemen reagieren zu können, wie beispielsweise humanitären Krisen oder Katastrophenhilfe, sowie die Kooperation auf dem Gebiet der Sicherheit überall in der Region zu fördern.

Dieses Engagement baut auf den bewährten Traditionen unseres Bündnisses auf. Über Jahrzehnte hinweg wurden die Angehörigen unserer Streitkräfte, die hierher kamen, um zu arbeiten, auszubilden und gemeinsame Übungen abzuhalten, von den Australiern freundlich empfangen. Ich freue mich darauf, morgen gemeinsam mit der Ministerpräsidentin in Darwin unseren Soldaten – Australiern und Amerikanern – für ihre unglaubliche Arbeit zu danken.

Schließlich, und das werde ich noch detaillierter in meiner Rede vor dem Parlament morgen erörtern, ist die Vertiefung unseres Bündnisses ein klares Zeichen für unser Engagement in dieser Region, ein Engagement, das dauerhaft und unverbrüchlich ist. Es ist ein Engagement, das ich in Bali unterstreichen werde, wenn die Vereinigten Staaten dort am Ostasiengipfel teilnehmen. Ich möchte unseren australischen Freunden danken, die unsere Mitgliedschaft so leidenschaftlich gefördert haben und durch ihr Engagement sichergestellt haben, dass der EAS regionale Herausforderungen angeht, die uns alle betreffen, wie beispielsweise die Weiterverbreitung und Gefahrenabwehr in der Schifffahrt.

Ich möchte daher noch einmal wiederholen, wie erfreut ich bin, dass wir diese wichtigen Ankündigungen während meines Besuchs machen können. Frau Ministerpräsidentin, ich danke Ihnen dafür, dass Sie so ein starker Partner und Befürworter unseres Bündnisses sind.

Ich möchte den Australiern noch einmal für ihre Gastfreundschaft danken, die sie mir vor etwa vierzig Jahren und auch während meines heutigen Besuchs entgegengebracht haben.  Es ist diese Freundschaft und diese Solidarität, die unser Bündnis zu einem der stärksten der Welt macht.

 

Originaltext: Remarks by President Obama and Prime Minister Gillard of Australia in Joint Press Conference

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