Mit PEPFAR Gewalt an Frauen bekämpfen

Silhouette eines Vergewaltigungsopfers in einem Krankenhaus im Kongo.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag aus DipNote, dem offiziellen Blog des US-Außenministeriums, von Daniela Ligiero, Ph.D., vom 14. November 2011. Daniela Ligiero ist hochrangige Beraterin für Gleichstellungsfragen im Büro des AIDS-Koordinators der Vereinigten Staaten im US-Außenministerium.

 

Kommende Woche ist der erste von insgesamt sechzehn Tagen eines Aktionszeitraumes gegen Gewalt an Frauen. Diese Kampagne beginnt am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, dem 25. November, und endet am Internationalen Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember.

Auf der ganzen Welt wird schätzungsweise jede dritte Frau Opfer sexueller oder körperlicher Gewalt, und jede fünfte Frau wird im Laufe ihres Lebens Opfer einer Vergewaltigung oder einer versuchten Vergewaltigung. Im Jahr 2002 wurden etwa 150 Millionen Mädchen und 73 Millionen Jungen unter 18 Jahren Opfer von erzwungenem Geschlechtsverkehr oder anderer Formen sexueller Gewalt. Die Folgen einer so weit verbreiteten Pandemie der Gewalt gehen weit über die unmittelbaren Verletzungen hinaus und führen in vielen Fällen zu langfristigen und schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen, wie beispielsweise sexuell übertragbaren Krankheiten, einschließlich HIV. Außerdem verursacht sexuelle Gewalt auch ernstzunehmende soziale, psychologische und wirtschaftliche Kosten für die Überlebenden, ihre Familien und die Gemeinschaft, in der sie leben.

Der Notfallplan des Präsidenten zur Bekämpfung von AIDS (President’s Emergency Plan for AIDS Relief – PEPFAR) erkennt an, dass der Mangel an Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern – besonders die Gewalt an Frauen, zu der auch die sexuelle Gewalt zählt – maßgeblich zur Verbreitung von HIV beiträgt. Länderstudien lassen darauf schließen, dass das Risiko einer HIV-Erkrankung bei Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, bis zu drei Mal höher ist als bei Frauen, die keine Erfahrungen mit Gewalt machen mussten. Die globale Gesundheitsinitiative des Präsidenten (Global Health Initiative – GHI) berücksichtigt ebenfalls diese Themen im Rahmen ihres Grundsatzes Frauen, Mädchen und Gleichberechtigung.

Durch PEPFAR wird das Thema Gewalt an Frauen mit dem besonderen Schwerpunkt der sexuellen Gewalt behandelt und darauf reagiert. Unsere anwachsenden finanziellen Investitionen spiegeln dieses Engagement wider. PEPFAR hat große Summen für Projekte zur Verfügung gestellt, die im Kampf gegen die Gewalt an Frauen vor Ort durchgeführt werden. In den vergangenen zwei Jahren hat PEPFAR fast 155 Millionen US-Dollar investiert, um auf dieses Problem zu reagieren. Während des Haushaltsjahres 2010 haben die Länderteams von PEPFAR etwa 38 Millionen US-Dollar an Ressourcen zur Verfügung gestellt, um dieses Thema anzugehen. Im Haushaltsjahr 2011 stieg diese Zahl auf über 57 Millionen US-Dollar.

Zusätzlich haben wir diese Aktivitäten durch eine Sonderinitiative in drei sehr stark von diesem Problem betroffenen Ländern verstärkt (Demokratische Republik Kongo, Mosambik und Tansania), und haben zusätzliche Unterstützung durch den Gender Challenge Fund für Länder bereitgestellt, die sich insgesamt auf ungefähr 60 Millionen US-Dollar beläuft. Diese Investitionen bewirken sehr viel für Frauen und Mädchen. Beispielsweise hat PEPFAR im Haushaltsjahr 2010 Maßnahmen zur Postexpositionsprophylaxe ergriffen und so bei fast 23.000 Opfern, die sexuelle Übergriffe überlebt haben, eine HIV-Infektion verhindert. Diese Bemühungen konzentrierten sich hauptsächlich auf sechs Länder. Es ist sehr erfreulich zu sehen, wie das stärker werdende Engagement von PEPFAR in der Praxis umgesetzt wird.

Bei derartigen Investitionen ist es umso wichtiger, dass unsere Maßnahmen und Strategien auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Kürzlich habe ich an einem internationalen Forum der Initiative zur Erforschung sexueller Gewalt (Sexual Violence Research Initiative – SVRI) in Kapstadt, Südafrika, teilgenommen. Bei diesem Treffen wurden die neuesten Erkenntnisse zur Prävention von und Reaktion auf sexuelle Gewalt hervorgehoben. Der Fokus lag dabei auf den Entwicklungsländern. Die Teilnehmer stellten ihre neuen, bahnbrechenden Ergebnisse vor, die sich in drei große Themenbereiche unterteilen lassen: Grundsätzliche Präventionsmaßnahmen, darunter Intervention auf lokaler Ebene, die Reaktion auf sexuelle Gewalt, einschließlich Fürsorgemaßnahmen, und sexuelle Gewalt in Konflikt- und Krisensituationen.

Die Vielfalt der Programme, Studien und Interventionsmöglichkeiten, die bei der Konferenz vorgestellt und von PEPFAR gefördert wurden, war ermutigend. Darunter waren beispielsweise Forschungsprojekte über die gesundheitlichen Folgen von Gewalt in Paarbeziehungen, über Schulungen der Krankenkassen in der Betreuung nach Vergewaltigungen, über bevölkerungsbezogene Schätzungen von sexueller Gewalt gegen Kinder, über sexuelle und körperliche Gewalt in Netzwerken, in denen Frauen sexuelle Handlungen im Tausch für Geld und Waren bieten, und über Intervention bei der Kommunikation zwischen Kindern und Eltern.

Es ist offensichtlich, dass noch immer weitere Programme und Forschungsarbeit erforderlich sind. Um den globalen Seuchen der sexuellen Gewalt und der Gewalt an Frauen ein Ende setzen zu können, müssen zahlreiche Partner und Plattformen zusammenarbeiten und sowohl in effektive Programme als auch in weitere Forschung investieren. PEPFAR beinhaltet die Verpflichtung, die Arbeit mit den weltweiten Partnern fortzusetzen, um das Evidenzmaterial zum Thema Gewalt an Frauen weiter zu verbreiten, und zentrale Akteure zu unterstützen, um diese Agenda voranzubringen.

 

Originaltext: PEPFAR’s Commitment To Addressing Gender-Based Violence

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