
Ein kenianischer Soldat sorgt in einem Flüchtlingslager in Dadaab für Sicherheit. Die Zahl der Bewohner des Lagers hat im Zuge der Flucht vor der Hungersnot in Somalia innerhalb kürzester Zeit die 400.000-Marke überschritten.
WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Artikel von Charlene Porter, Autorin des Büros für internationale Informationsprogramme des US-Außenministeriums, vom 5. August 2011.
Jill Biden, die Frau des US-Vizepräsidenten, wird demnächst nach Kenia reisen, um sich ein Bild von der humanitären Katastrophe zu machen, die am Horn von Afrika weiter voranschreitet. Sie wird Rajiv Shah begleiten, der als Leiter des US-Amts für internationale Entwicklung die Bemühungen der Vereinigten Staaten um Soforthilfe koordiniert. Die Vereinigten Staaten haben fast 460 Millionen US-Dollar für die Hilfsbemühungen zur Verfügung gestellt und sind das Land, das die meisten Lebensmittelspenden aufbringt.
US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton hat diesen Besuch am 4. August als Teil der US-amerikanischen und internationalen Reaktion auf die humanitäre Krise angekündigt, von der aller Wahrscheinlichkeit nach etwa 12 Millionen Menschen betroffen sein werden. Außerdem kritisierte sie die Versuche der Al-Shabaab-Milizen, die Lebensmittellieferungen für die Menschen in Somalia zu blockieren, die unter den Folgen der Dürre und der Missernten leiden.
„Es ist sehr tragisch, dass gerade während des heiligen Monats Ramadan die Al-Shabaab-Milizen den schwächsten Menschen in Somalia – nämlich Säuglingen, Kindern, Mädchen und Frauen, die versuchen, sich selbst und diese Kinder in Sicherheit zu bringen – den Zugang zu Hilfsgütern verwehren“, sagte Clinton am 4. August vor Vertretern der Presse, kurz nachdem sie mit dem kanadischen Außenminister John Baird zusammengekommen war.
„Ich möchte hier gerne öffentlich unserer tiefen Dankbarkeit gegenüber Kanada für die starke Partnerschaft der kanadischen Regierung und des kanadischen Volkes Ausdruck verleihen, ebenso wie für die umfassende Unterstützung in der Region“, sagte sie.
Die Vereinten Nationen haben erklärt, dass in weiten Teilen Somalias bereits eine Hungersnot grassiert, während in den Nachbarländern Kenia und Äthiopien eine ernstzunehmende Lebensmittelknappheit herrscht. Die Somalier verlassen ihr vertrocknetes Land auf der Suche nach Hilfe, viele von ihnen sind Binnenvertriebene in ihrem eigenen Land. Hunderttausende von ihnen strömen in die Lager in Kenia und Äthiopien.
Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR berichtete am 5. August, dass die Zahl der somalischen Flüchtlinge, die in drei Camps in Dadaab (Kenia) ankamen, innerhalb der ersten vier Tage im August auf fast 1.500 pro Tag angewachsen war. Das ist ein Anstieg im Vergleich zu 1.300 Flüchtlingen pro Tag im Juli. Insgesamt leben in den drei Lagern in der Nähe von Dadaab mehr als 400.000 Menschen. Nach Berechnungen der Vereinten Nationen könnte dies zur drittgrößten Stadt Kenias werden.
In Äthiopien strömen die Flüchtlinge in drei Lager, die zuvor von internationalen Agenturen eingerichtet worden waren. Laut dem Flüchtlingshilfswerk werden etwa 1.000 Flüchtlinge pro Tag in ein erst vor einigen Tagen eröffnetes viertes Camp transportiert.
Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF unternimmt weitere Bemühungen bei der medizinischen Versorgung in den Lagern in Dadaab. Dazu gehören Impfungen gegen Masern und Polio, die als besonders wichtig eingestuft werden.
„Unterernährung kann das Immunsystem von Kindern schwächen und so ihre Anfälligkeit für Infektionskrankheiten wie Masern und Polio erhöhen“, sagt Ibrahim Conteh, Koordinator für Nothilfe bei UNICEF Dadaab. „Wir handeln jetzt, da sich diese Krankheiten in Zeiten der völligen Überbelegung, wie wir sie jetzt hier in den Lagern erleben, sehr schnell ausbreiten können.“
Laut einer Pressemitteilung der UNICEF sind bisher etwa 100.000 Kinder geimpft worden. Aus dieser Mitteilung geht auch hervor, dass UNICEF Wurmkuren und Vitamin-A-Präparate an die völlig erschöpften Flüchtlinge austeilt, die an der somalisch-kenianischen Grenzen ankommen.
(Dieser Text ist ein Produkt des Büros für internationale Informationsprogramme im US-Außenministerium. Website: http://iipdigital.usembassy.gov/iipdigital-en/index.html)
Originaltext: Top U.S. Officials Heading to Kenya; Refugee Numbers Rise








