Energiesicherheit der Vereinigten Staaten

Präsident Obama an der Georgetown University.

Präsident Obama an der Georgetown University.

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die unwesentlich gekürzte Rede von US-Präsident Barack Obama zur Energiesicherheit der Vereinigten Staaten an der Georgetown University vom 30. März 2011.

[…]

Wir treffen uns hier in einer bewegten Zeit für unser Land. Wir haben gesehen, wie Regime In einem Zeitraum von Monaten gestürzt wurden. Wir haben gesehen, wie die Demokratie in Nordafrika und dem Nahen Osten Einzug hielt. Wir sind Zeugen eines schrecklichen Erdbebens, eines verheerenden Tsunamis und eines nuklearen Notfalls geworden, der einen unserer stärksten Verbündeten und engsten Freunde in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt erschüttert hat. Wir standen an der Spitze von internationalen Bestrebungen in Libyen, um ein Massaker zu verhindern und die Stabilität der ganzen Region zu bewahren. 

Als Amerikaner sind wir untröstlich über die Menschen, die aufgrund dieser Ereignisse ums Leben kamen. Wir sind zutiefst bewegt von dem Hunger nach Freiheit in so vielen Ländern, und die Stärke und das Durchhaltevermögen der Japaner berühren uns zutiefst. Es ist meines Erachtens selbstverständlich, sich Sorgen darüber zu machen, was das alles für uns bedeutet.

Eine der Hauptsorgen gilt den Kosten und der Sicherheit unserer Energieversorgung. Natürlich berührt die Situation im Nahen Osten unsere Energiesicherheit. Natürlich wirft die Situation in Japan Fragen über unsere Energiequellen auf.

In einer Volkswirtschaft, die so sehr vom Öl abhängig ist, wirken sich steigende Preise an der Zapfsäule auf alle aus – Arbeitnehmer, Landwirte, Fernfahrer, Restaurantbesitzer und Studenten, die das Glück haben, über ein Auto zu verfügen. Steigende Benzinpreise schlagen sich in der Bilanz von Unternehmen nieder. Familien bekommen es beim Tanken zu spüren. Für Amerikaner, die schon jetzt kaum über die Runden kommen, machen steigende Benzinpreise das Leben umso schwerer. Das tut weh.

Wenn man einen relativ schlecht bezahlten Arbeitsplatz hat und zur Arbeit pendeln muss, dann frisst das einen großen Teil des Einkommens auf. Man hat dann womöglich weniger Geld für Lebensmittel. Man spart dann vielleicht bei Medikamenten, um das Auto volltanken zu können. Die Situation betrifft alle.

Es ist doch so – wir waren ja schon einmal in dieser Situation. Erst vor drei Jahren stiegen die Preise auf vier US-Dollar pro Gallone, wenn Sie sich erinnern. Ich erinnere mich, weil ich gerade mitten in einem Präsidentschaftswahlkampf steckte. Die erwerbstätige Bevölkerung erinnert sich sicherlich, weil es eine Menge Menschen ziemlich hart getroffen hat. Und weil wir uns mitten im Wahlkampf befanden, gab es alle erdenklichen Parolen und allen möglichen Schnickschnack und empörte Politiker, die mit ihren Dreipunkteplänen für Benzin zum Preis von zwei Dollar die Gallone winkten. Sie erinnern sich sicher an den Slogan „drill, baby, drill“ und

daran, dass wir das damals alles durchgemacht haben. Nichts davon hätte das Problem gelöst. Es gab viel Gezeter und Geschrei, viel theatralisches Händewringen, aber geschehen ist eigentlich nichts. Und das in Washington. 

Die Wahrheit ist, nichts von diesem Schnickschnack und keine dieser Parolen haben etwas bewirkt. Als die Benzinpreise sanken, geschah das hauptsächlich, weil die globale Rezession die Nachfrage nach Öl gesenkt hat. Unternehmen produzierten weniger, die Nachfrage nach Erdöl sank, die Preise fielen. Jetzt da die Wirtschaft sich erholt, steigt die Nachfrage wieder. Dazu die Unruhen im Nahen Osten – es ist nicht überraschend, dass die Ölpreise höher liegen. Und jedes Mal wenn der Preis für ein Barrel Öl auf dem Weltmarkt um zehn US-Dollar steigt, steigen die Preise für eine Gallone Benzin um etwa 25 Cent.

Was ich damit sagen will, ist, dass Benzinpreise historisch gesehen schwanken. Wenn man sich allerdings die langfristigen Tendenzen ansieht, so wird es wohl mehr steigende als sinkende Benzinpreise geben. Das geschieht, weil Länder wie Indien und China rapide wachsen, und wenn mehr als zwei Milliarden Menschen mehr konsumieren – sie wollen Autos wie wir auch, sie wollen Energie nutzen, um ihr Leben ein bisschen leichter zu machen wie wir auch – dann ist es absolut sicher, dass die Nachfrage sehr viel schneller zunehmen wird als das Angebot. Das ist einfach eine Tatsache.

Letztendlich bedeutet das Folgendes: Es gibt keine schnelle Lösung. Wer etwas anderes behauptet, sagt nicht die Wahrheit. Wir werden Opfer der Schwankungen auf dem Ölmarkt bleiben, bis wir endlich ernst machen mit einer langfristigen Energiepolitik für eine sichere, erschwingliche Zukunft.

Wir müssen langfristig denken, deshalb will ich mit den jungen Menschen hier in Georgetown sprechen. Was die richtige Energiepolitik angeht, steht für Sie mehr auf dem Spiel als für jeden anderen.

Es gibt allerdings einen Grund zur Sorge. Wir wissen seit Jahrzehnten um die Gefahren unserer Abhängigkeit von Öl. Schon Richard Nixon sprach darüber, uns von der Abhängigkeit von ausländischem Öl zu befreien. Und jeder Präsident nach ihm hat darüber gesprochen, uns von der Abhängigkeit von ausländischem Öl zu befreien. Politiker jeder Couleur haben energiepolitische Unabhängigkeit versprochen, aber das Versprechen ist bis jetzt nicht eingelöst worden.

Ich habe im Präsidentschaftswahlkamf darüber gesprochen, die Vereinigten Staaten weniger abhängig von Öl zu machen, und ich bin stolz auf die historischen Fortschritte, die wir in den letzten beiden Jahren im Hinblick auf dieses Ziel gemacht haben. Darüber werden wir ein wenig sprechen. Aber ich muss ehrlich sein. Wir haben es mit der gleichen, festgefahrenen politischen Situation, dem gleichen Trägheitsmoment zu tun, das uns seit Jahrzehnten zurückhält.

Das muss sich ändern. Das muss sich ändern. Wir können nicht in Schock verfallen, wenn die Benzinpreise steigen, um dann in Trance zu verfallen, wenn sie wieder sinken – wir machen einfach so weiter wie vorher, bis zum nächsten Preisanstieg, und dann stehen wir wieder unter Schock. Wir können nicht im Eiltempo Vorschläge machen, wenn die Benzinpreise hoch sind, und dann die Schlummertaste drücken, wenn sie wieder fallen. Das können wir nicht immer wieder tun.

Die Vereinigten Staaten von Amerika können es sich nicht leisten, ihren langfristigen Wohlstand und ihre langfristige Sicherheit von einem knappen Rohstoff abhängig zu machen, dessen Gewinnung, schon bevor er zur Neige geht, immer höhere Kosten verursachen wird. Wir können uns so hohe Kosten für unsere Wirtschaft, unser Land und unseren Planeten nicht leisten. Nicht wenn wir das für Ihre Generation richtig hinbekommen wollen. Es ist an der Zeit, das Notwendige zur Sicherung unserer energiepolitischen Zukunft zu tun.

Ich möchte heute ein neues, vernünftiges, erreichbares und notwendiges Ziel ankündigen.

Als ich in dieses Amt gewählt wurde, importierten die Vereinigten Staaten 11 Millionen Barrel Öl am Tag. In gut zehn Jahren werden wir das um ein Drittel reduziert haben. Das können wir erreichen.  Wir können unsere Abhängigkeit von Öl um ein Drittel reduzieren.

Ich habe dieses Ziel in dem Wissen gesteckt, dass wir immer noch Öl werden importieren müssen. Es wird auf absehbare Zeit ein wichtiger Bestandteil unseres Energiemixes bleiben, bis wir die alternativen Energiestrategien vollständig umgesetzt haben. Und was die Länder angeht, aus denen wir Öl importieren, so müssen wir natürlich an Nachbarn wie Kanada und Mexiko denken, die stabile und verlässliche Quellen sind. Wir müssen auch Länder wie Brasilien in Betracht ziehen. Ein Grund für meine Reise nach Brasilien waren Gespräche über Energie. Dort wurden vor kurzem bedeutende Ölreserven entdeckt, und wir können den Brasilianern bei der Entwicklung dieser Ressourcen mit amerikanischer Technologie und Erfahrung zur Seite stehen.

Aber unsere besten Chancen zur Verbesserung unserer Energiesicherheit finden wir in unserem eigenen Land, denn wir haben eine entscheidende erneuerbare Ressource, an die der Rest der Welt nicht heranreicht: amerikanische Erfindungsgabe. Amerikanische Erfindungsgabe, amerikanisches Know-how.

Um mehr Sicherheit und die Kontrolle über unsere energiepolitische Zukunft zu erlangen, werden wir unseren gesamten Einfallsreichtum nutzen müssen. Diese Aufgabe wird am auch Ende meiner Präsidentschaft oder sogar der nächsten Präsidentschaft nicht beendet sein. Aber wenn wir die Arbeit, die wir in den letzten beiden Jahren begonnen haben, fortsetzen, werden wir nicht nur neue Arbeitsplätze schaffen, neue Wirtschaftszweige erschließen und Innovationen hervorbringen, wir werden Ihrer Generation und zukünftigen Generationen auch ein gesünderes Land mit mehr Wohlstand hinterlassen.

Deshalb veröffentlicht meine Regierung heute den Entwurf für eine Zukunft mit sicherer Energie, in dem die umfassende nationale Energiepolitik dargestellt wird, auf die wir seit dem Tag drängen, an dem ich mein Amt angetreten habe. Unsere Abhängigkeit von Öl um ein Drittel zu reduzieren, ist Teil dieses Plans.

Hier in Georgetown möchte ich nun skizzieren, wie wir diese Ziele erreichen können.

Ob wir das Ziel erreichen, weniger abhängig von Öl zu werden, hängt hauptsächlich von zwei Dingen ab: Erstens davon, ob wir mehr Öl im Inland finden und verarbeiten, und zweitens von der allgemeinen Reduzierung der Abhängigkeit von Öl durch sauberere alternative Brennstoffe und größere Effizienz.

Am Anfang steht der weitere Ausbau der Ölversorgung der Vereinigten Staaten. Auch denjenigen unter Ihnen, die an einer Verringerung unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen interessiert sind – und ich weiß, mit wie viel Leidenschaft junge Menschen an Themen wie Klimawandel herangehen – muss ich sagen, dass die Wirtschaft der Vereinigten Staaten noch einige Zeit von Öl abhängig sein wird.

Voriges Jahr hat die amerikanische Ölproduktion das höchste Niveau seit 2003 erreicht. Zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren haben wir weniger als die Hälfte der flüssigen Brennstoffe importiert, die wir verbraucht haben. Das ist also eine gute Tendenz. Um diese Abhängigkeit von Importen weiter zu reduzieren, fördert meine Regierung die Ölförderung und -produktion vor der Küste – solange dies sicher und verantwortlich gehandhabt wird.

Ich glaube, niemand hat vergessen, was voriges Jahr geschah, als wir mit dem größten Ölleck [unserer] Geschichte klar kommen mussten. Ich weiß, dass einige der Fischer an der Golfküste es nicht vergessen haben. Was wir aus dieser Katastrophe gelernt haben, hat uns geholfen, klügere Standards für Sicherheit und Verantwortung einzuführen. Wenn man beispielsweise in tiefen Gewässern Bohrungen vornehmen will, muss man zuerst belegen, dass man in der Lage ist, unter Wasser auslaufendes Öl unter Kontrolle zu bringen. Das entspricht dem gesunden Menschenverstand. Wie uns zu Ohren kam, wurde in letzter Zeit oft darüber gesprochen, dass die Regierung Obama die Arbeit von Ölunternehmen vor der Küste einschränkt. Nun ja, natürlich, weil wir gerade eine Menge Zeit, Energie und Geld darauf verwendet haben, eine Riesensauerei zu bereinigen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich leide nicht unter Amnesie. Ich erinnere mich an diese Dinge.  Und ich bin der Meinung, dass es wichtig ist zu verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht.

Heute arbeiten wir nun daran, zügig Bohrgenehmigungen für die Unternehmen zu erteilen, die diesen strengeren Standards genügen. Seit deren Einführung haben wir in den letzten Wochen 39 neue Genehmigungen für flache Gewässer und sieben Genehmigungen für Tiefseebohrungen erteilt. Für Bohrungen vor der Küste hat meine Regierung voriges Jahr mehr als zwei Genehmigungen für jedes neu begonnene Bohrloch der Ölindustrie erteilt. Jedwede Behauptung, meine Regierung sei für die Benzinpreise verantwortlich, weil wir die Ölproduktion behinderten, jede derartige Behauptung ist einfach unwahr. Es ist bestimmt ein netter Wahlkampfslogan, entspricht aber nicht der Realität.

Es stimmt allerdings, dass wir bei Bohrungen vor der Küste einen Plan verlangen, der gewährleistet, dass sich eine Katastrophe wie im letzten Jahr nicht wiederholt. Ich finde, niemand kann wirklich bestreiten, dass dies die richtige Strategie ist.

Zudem drängen wir die Ölindustrie dazu, die Möglichkeiten zu nutzen, die ihnen bereits offen stehen. Aktuell verfügt die Industrie über Pachtverträge über Millionen von Hektar, wo sie nicht einen einzigen Tropfen fördern. Sie sitzen auf amerikanischen Energiequellen, die sie nur anzapfen müssen. Deshalb gehört es zu unserem Plan, neue und bessere Anreize zur Förderung der zügigen und verantwortlichen Entwicklung dieser Ressourcen zu schaffen.

Wir erforschen und bewerten auch neue Wege der Öl- und Gasförderung von Alaska bis in die Mittel- und Südatlantikstaaten, weil die Produktion von mehr Öl in den Vereinigten Staaten dazu beitragen kann, die Preise zu senken, Arbeitsplätze zu schaffen und unsere Energiesicherheit zu verbessern, aber wir müssen es auch richtig machen.

Aber auch wenn wir die Ölproduktion im Inland steigern, ist das nicht die langfristige Lösung unserer Energieprobleme. Ich nenne diese Statistik immer wieder, verzeihen Sie mir also, wenn ich mich wiederhole: Die Vereinigten Staaten verfügen über etwa zwei Prozent der weltweit nachgewiesenen Ölreserven. Das bedeutet, auch wenn wir jeden einzelnen Tropfen Öl aus jeder Quelle förderten, über die wir verfügen, vor der Küste und auf dem Festland, dann würde das immer noch nicht ausreichen, um unseren langfristigen Verbrauch zu decken. Der Anteil der Vereinigten Staaten am Weltölverbrauch beträgt etwa 25 Prozent. Wir haben nur zwei Prozent der Reserven. Auch wenn wir die amerikanische Ölproduktion verdoppelten, würde das nicht ausreichen.

Die einzige Möglichkeit, die Energieversorgung der Vereinigten Staaten wirklich zu sichern, besteht also darin, unsere Abhängigkeit von Öl dauerhaft zu verringern. Wir werden Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung finden müssen, damit wir weniger Öl verbrauchen. Wir müssen sauberere, erneuerbare Energiequellen finden und entwickeln, damit wir auch die Verunreinigung der Luft mit Kohlenstoff verringern, die unser Klima bedroht. Und es muss schnell gehen.

In Bezug auf neue Energiequellen haben wir verschiedene Möglichkeiten. Die erste wäre Erdgas. Aufgrund neuer Methoden können wir große Reserven im Schiefer unter unseren Füßen anzapfen – vielleicht Reserven für 100 Jahre. Aber ebenso wie bei der Ölförderung müssen wir gewährleisten, dass wir das Erdgas auf sichere Weise fördern, ohne das Grundwasser zu verschmutzen.

Deshalb habe ich Energieminister Chu gebeten, mit anderen Behörden, der Erdgasindustrie, den Bundesstaaten und Umweltexperten zusammenzuarbeiten, um die Sicherheit des Verfahrens zu verbessern. Chu ist der richtige Mann dafür. Er hat einen Nobelpreis für Physik erhalten. Er hat den Nobelpreis auch wirklich verdient. Er beschäftigt sich am Wochenende aus Spaß mit solchen Dingen.  Er geht in die Garage, spielt ein bisschen herum und findet heraus, wie man Erdgas fördert. 

Ich werde ihn noch mehr in Verlegenheit bringen. Voriges Jahr, als wir versuchten herauszufinden, wie man das Leck abdichten kann, habe ich Chu in die BP-Büros geschickt, und im Grunde hat er die Abdichtung entworfen, die letztendlich funktionierte. Er schrieb die technischen Details auf und veranlasste BP, die Abdichtung zu bauen. Er ist also jemand, der weiß, was er tut. Wenn Sie also Physik studieren, zahlt sich das eines Tages vielleicht sogar aus. 

Das Potenzial für Erdgas ist enorm. Und auf diesem Gebiet gibt es sogar viel Übereinstimmung der beiden Parteien. Voriges Jahr legten 150 Kongressabgeordnete beider Parteien Gesetze vor, die Anreize dafür schaffen, in unseren Fahrzeugen rückstandsfrei verbrennendes Erdgas statt Öl zu verwenden. Das ist eine enorme Leistung. 150 Kongressmitglieder dazu zu bekommen, sich auf etwas zu einigen, ist eine große Sache. Sie wurden dabei von T. Boone Pickens, einem Geschäftsmann unterstützt, der durch Öl reich wurde, aber trotzdem meint, dass wir uns nicht einfach aus unseren Energieproblemen herausbohren können.

Ich möchte also alle Mitglieder des Kongresses und alle beteiligten und interessierten Parteien bitten, dranzubleiben und auf ein Gesetz mit dem Ziel hinzuarbeiten, Erdgas auf sichere und umweltfreundliche Art und Weise zu fördern.

Ein weiteres vielversprechendes Ersatzprodukt für Öl ist die Herstellung erneuerbarer Biokraftstoffe, nicht nur Äthanol, sondern auch Biokraftstoffe aus beispielsweise Rutenhirse, Holzschnitzeln oder Biomasse.

Wenn irgendjemand Zweifel am Potenzial dieser Kraftstoffe hegt, schauen Sie sich Brasilien an. Wie gesagt, ich war erst letzte Woche dort. Die Hälfte aller Fahrzeuge in Brasilien wird mit Biokraftstoffen betrieben – die Hälfte der Automobilflotte dort fährt mit Biokraftstoffen statt mit Erdöl. Erst vorige Woche setzte unsere Luftwaffe – unsere eigene Luftwaffe – eine moderne Biokraftstoffmischung ein, um eine Raptor 22 zu fliegen – eine F-22 Raptor, die schneller als der Schall ist. Denken Sie einmal darüber nach. Also, wenn eine F-22 Raptor, ein Überschallflugzeug, mit Biomasse fliegen kann, dann kann die alte Rostlaube, mit der sie wahrscheinlich herumkurven, das wohl auch. Es gibt keinen Grund, warum wir das bei unseren Autos nicht auch hinkriegen sollten.

Die Luftwaffe plant sogar, bis 2016 die Hälfte ihres Flugbenzins für das Inland aus alternativen Quellen zu gewinnen. Zudem habe ich die Marine, das Energieministerium und das Landwirtschaftsministerium angewiesen, bei der Entwicklung von modernen Biokraftstoffen, mit denen nicht nur Kampflugzeuge, sondern auch Lastwagen und Verkehrsflugzeuge betrieben werden können, mit dem Privatsektor zusammenzuarbeiten.

Es gibt also keinen Grund, diese erneuerbaren Kraftstoffe nicht überall in den Vereinigten Staaten einzusetzen. Deshalb investieren wir in Dinge wie Erdgastankstellen und die Erforschung der nächsten Generation von Biokraftstoffen. Eines der größten Probleme, die wir bei alternativen Energien neben der Erzeugung haben, ist die Verteilung der Energie. Wir haben im ganzen Land Tankstellen, wenn Sie also Benzin brauchen, können Sie einfach überall tanken. Ein solches Verteilernetzwerk brauchen wir auch für unsere erneuerbaren Energiequellen, so dass man es ebenso bequem hat, wenn man auf ein anderes Auto umsteigt, dass mit einer anderen Energieform betrieben wird. Sonst wird der Markt nicht wachsen.

Im Laufe der nächsten zwei Jahre werden wir Unternehmern behilflich sein, den Weg für die nächste Generation von Bioraffinerien zu ebnen, von denen jede über Kapazitäten von mehr als 75 Millionen Liter pro Jahr verfügt. In Zukunft sollten wir auch nach Möglichkeiten suchen, neue Anreize für Biokraftstoffe zu schaffen, damit sie auch den Herausforderungen der heutigen Zeit gerecht werden und Steuergelder sparen. 

Wir wollen also Öl durch Brennstoffe wie Erdgas und Biokraftstoffe ersetzen, aber wir können unsere Abhängigkeit von Öl auch reduzieren, indem wir PKWs und LKWs herstellen, die von vornherein weniger Öl verbrauchen. 70 Prozent unseres Erdölverbrauchs ist auf den Verkehr zurückzuführen – 70 Prozent. Übrigens geht auch der zweitgrößte Anteil des Familienbudgets in den Verkehr. Deshalb ist ein effizienterer Verkehrssektor eine der besten Möglichkeiten, unsere Volkswirtschaft weniger abhängig von Öl zu machen und den Geldbeutel unserer Bürger zu schonen.

Wir haben die Kraftstoffverbrauchsstandards für Autos seit 30 Jahren nicht erhöht. Zum Teil kam das, was in der Automobilindustrie geschah, dadurch zustande, dass Öl relativ preiswert erschien. Die US-Automobilindustrie entschloss sich, ihren Umsatz mit Geländewagen zu machen und keinen Gedanken an den Kraftstoffverbrauch zu verschwenden. Das sind 30 Jahre verlorene Zeit, was die Technologien angeht, die die Effizienz unserer Autos verbessern könnten.

Daher haben wir im vergangenen Jahr bahnbrechende nationale Kraftstoffverbrauchsstandards für Autos und LKWs eingeführt. Wir haben das im vergangenen Jahr ohne neue Gesetze geschafft. Wir haben einfach alle Beteiligten an einen Tisch geholt und uns darauf geeinigt – Autohersteller, Arbeitnehmer in der Automobilindustrie, Umweltschutzgruppen und die Industrie.

   Das bedeutet, dass unsere Autos weniger Benzin verbrauchen, dass über die Dauer des Programms 1,8 Milliarden Barrel Öl eingespart werden – 1,8 Milliarden! Unsere Verbraucher sparen Geld, weil sie weniger tanken müssen – im Durchschnitt spart man aufgrund der verbesserten Kraftstoffeffizienzstandards im Laufe der Zeit 3.000 US-Dollar. Unsere Autohersteller werden mehr innovative Produkte bauen. Gegenwärtig werden an den Fließbändern Detroits sogar Autos mit Verbrennungsmotoren mit einer Reichweite von mehr als 75 km auf 3,8 Liter gebaut – und ich spreche jetzt nicht von Hybridautos. Wir wissen also, wie es geht. Wir wissen, wie man Autos effizienter macht.

Wir werden in Zukunft auch weiterhin mit den Autoherstellern, den Arbeitnehmern in der Automobilindustrie und den Bundesstaaten zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die qualitativ hochwertigen und Kraftstoff sparenden Autos und LKWs von morgen in den Vereinigten Staaten von Amerika gebaut werden. Das wird für uns von größter Priorität sein.

In diesem Sommer werden wir die ersten Kraftstoffverbrauchsstandards für Schwerlaster empfehlen. In diesem Herbst werden wir die nächste Runde Kraftstoffstandards für Autos einläuten, die auf dem fußen wird, was wir bereits getan haben.

Und nebenbei gesagt: Die Regierung muss mit gutem Beispiel vorangehen. Die Fahrzeug- und Lkw-Flotte der Bundesregierung ist eine der größten des Landes. Wir haben viele Autos. Daher haben wir die Anzahl der alternativen Fahrzeuge in der Fahrzeugflotte der Bundesregierung bereits verdoppelt. Und deshalb werde ich heute die Behörden anweisen, bis 2015 Fahrzeuge anzuschaffen, die zu 100 Prozent mit alternativen Kraftstoffen, mit Hybridantrieb oder elektronisch fahren. Alle sollten mit alternativen Kraftstoffen fahren.

Zukünftig werden wir Partnerschaften mit privaten Unternehmen eingehen, die ihre großen Fuhrparks modernisieren wollen. Und das bedeutet übrigens, dass Sie als Studenten, die heute oder in Zukunft ein Auto kaufen, dafür sorgen müssen, dass Sie die Nachfrage nach alternativen Fahrzeugen ankurbeln. Sie trage auch eine Verantwortung, denn wenn Fahrzeuge, die mit alternativen Brennstoffen betrieben werden, zwar hergestellt, aber von Ihnen nicht gekauft werden, dann werden die Firmen weiter Autos herstellen, die weniger kraftstoffeffizient sind.  Sie können in diesem Prozess also durchaus etwas bewirken, und die individuellen Entscheidungen, die Sie im Laufe Ihres Lebens fällen, werden auch einiges darüber aussagen, wie ernst es uns mit der energiepolitischen Unabhängigkeit ist.

Wir haben auch historische Investitionen in Hochgeschwindigkeitszüge und öffentliche Verkehrsmittel getätigt, denn wenn unser Transportwesen umweltfreundlicher und effizienter werden soll, dann müssen wir allen Amerikanern, ob in den Städten, ihren Außenbezirken oder auf dem Land, die Möglichkeit bieten, mobil zu sein, ohne ins Auto zu steigen und Geld für Benzin ausgeben zu müssen.

Dennoch sind nur wenige Entwicklungen für mehr Kraftstoffeffizienz und eine Verringerung unserer Abhängigkeit vom Öl so vielversprechend wie Elektrofahrzeuge. Schon kurz nach meinem Amtsantritt legte ich das Ziel fest, dass bis zum Jahr 2015 eine Million Elektroautos auf unseren Straßen fahren sollen. Wir haben Anreize geschaffen, damit US-Firmen diese Fahrzeuge entwickeln und die Amerikaner sie kaufen.

Deshalb werden in den nächsten Jahren neue Produktionsanlagen entstehen. Bescheidene Zuschüsse in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar für Unternehmen, die eine neue Generation von Batterien für diese Autos entwickeln, haben eine neue amerikanische Branche entstehen lassen. Schon bald werden die Vereinigten Staaten 40 Prozent der weltweiten Herstellungskapazität für diese modernen Batterien haben.

Für all diejenigen, die sich gerade fragen, was ich meine: Das, was bisher den durchschlagenden Erfolg von Elektroautos verhindert hat, ist die Batterie, die diesen Strom, diese Energie speichert. Und je effizienter und leichter wir diese Batterien machen können, umso einfacher wird es sein, solche Autos zu einem wettbewerbsfähigen Preis herzustellen.

Und wenn sich diese Branche hier in den Vereinigten Staaten ansiedelt, heißt das, dass es mehr Arbeitsplätze gibt.  Wenn diese Batterien hier hergestellt werden, werden auch die Autos hier hergestellt. Wenn diese Autos hier hergestellt werden, können wir den Amerikanern wieder Arbeit geben.

Um sicherzustellen, dass wir auf diesem Weg bleiben, werden wir noch mehr tun müssen – größere Anreize für die Verbraucher schaffen und die Gemeinden belohnen, die den Weg für die Akzeptanz dieser Fahrzeuge ebnen.

Also, eine Sache in Bezug auf Elektroautos – aber erzählen Sie Minister Chu nichts davon -: sie werden tatsächlich mit Strom betrieben.  Selbst wenn wir also weniger abhängig von Öl werden und all diese tollen Elektroautos herstellen, werden wir uns überlegen müssen, wie wir die Energiegewinnung in den Vereinigten Staaten so umstellen können, dass sie sauberer, sicherer und gesünder ist. Wir wissen, dass der Übergang zu einer umweltfreundlichen Energiewirtschaft das Potenzial hat, unzählige neue Stellen und Unternehmen hier in den Vereinigten Staaten zu schaffen. Aber wir werden darüber nachdenken müssen, wie wir Strom effizienter produzieren können.

Abgesehen von der Energiegewinnung müssen wir auch dafür sorgen, sie nicht zu verschwenden. Herr Präsident, ich weiß nicht, wie es auf dem Campus der Georgetown University aussieht, aber jede Institution und jeder Haushalt muss anfangen zu überlegen, wie wir die Energiemenge, die wir verbrauchen, verringern und effizienter nutzen können.

Heute liegt der Anteil der Haushalte und Unternehmen am Energieverbrauch unseres Landes bei 40 Prozent, und die Rechnungen hierfür belaufen sich auf Milliarden von Dollar. Für Hersteller, die viel Energie für die Produktion ihrer Güter brauchen, sind steigende Energiekosten zunehmend ein Problem. Sie können also die Frage der Abhängigkeit vom Öl nicht von der Frage trennen, wie wir ganz allgemein mehr Energie gewinnen.

Und aus diesem Grund haben wir neue Programme vorgeschlagen, um den Amerikanern zu helfen, ihre Häuser, Betriebe und Fabriken mit neuen, energieeffizienten Baustoffen zu modernisieren – durch moderne Beleuchtung, neue Fenster, neue Heizungs- und Kühlsysteme. Das sind Investitionen, die Verbrauchern und Unternehmern helfen werden, Dutzende Milliarden US-Dollar im Jahr einzusparen, die dann für Investitionen, das Einstellen neuer Arbeitskräfte und die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie die Beschäftigung von Vertragsunternehmen eingesetzt werden können.

Das Schöne an der Energieeffizienz ist, dass wir bereits über die notwendige Technologie verfügen.  Wir müssen nichts Neues entwickeln. Wir müssen den Unternehmen und Hausbesitzern einfach nur helfen, die Installationen, die energieeffizienten Fenster, die energiesparenden Beleuchtungssysteme einzubauen. Sie werden sich amortisieren. Sie werden Stromkosten einsparen, die diese Verbesserungen bezahlt machen, aber weil sehr viele Menschen dieses Geld vielleicht nicht vorschießen können, müssen wir ihnen Anreize dafür bieten.

Und genau wie bei den Kraftstoffen für unsere Autos werden wir auch umweltfreundlichere, erneuerbare Stromquellen finden müssen. Heute stammen etwa zwei Fünftel unseres Strom aus umweltfreundlichen Energiequellen.  Aber da ist noch mehr drin. Ich denke, dass wir die Nutzung umweltfreundlicher Energie in unserem Land mit den richtigen Anreizen verdoppeln können. Deshalb habe ich in meinem Bericht zur Lage der Nation im Januar zu neuen Energiestandards für die Vereinigten Staaten aufgerufen: Bis 2035 sollen 80 Prozent unseres Stroms aus einem breiten Spektrum sauberer Quellen kommen – aus regenerativen Energiequellen wie Windkraft, Solarenergie und effizientem Erdgas. Und ja, wir werden uns genau ansehen müssen, wie saubere Kohle und Atomkraft funktionieren können.

Angesichts der Ereignisse in Japan möchte ich kurz etwas zum Thema Atomkraft sagen. Zurzeit beziehen die Vereinigten Staaten etwa ein Fünftel ihrer Elektrizität aus der Atomenergie.  Und es ist wichtig, sich darüber klar zu werden, dass Atomenergie keinen Kohlendioxidausstoß in die Atmosphäre nach sich zieht. Diejenigen unter uns, die sich Sorgen wegen des Klimawandels machen, müssen auch erkennen, dass Atomenergie, wenn sie sicher ist, einen erheblichen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten kann.

Und ich bin entschlossen zu gewährleisten, dass sie sicher ist. Angesichts der Ereignisse in Japan habe ich eine umfassende Sicherheitsüberprüfung durch die Nuclear Regulatory Commission (NRC) angeordnet um zu gewährleisten, dass alle unsere Atomkraftwerke sicher sind. Außerdem werden wir die Schlussfolgerungen und Erfahrungen aus Japan beim Entwurf und beim Bau der nächsten Generation von Atomkraftwerken berücksichtigen. Aber wir können das Thema nicht einfach abhaken.

Meine Regierung führt internationale Gespräche für einen neuen internationalen Rahmen, innerhalb dessen alle Länder, die Atomkraftwerke betreiben, sicherstellen müssen, dass sie keine gefährlichen Kernmaterialien und -technologien verbreiten.

Allgemeiner gesagt, kann ein sauberer Energiestandard den Rahmen für umweltfreundliche Energieinvestitionen erweitern, denn er gibt Unternehmen, die über die neuesten Technologien verfügen, die Sicherheit, die sie für Investitionen brauchen. Im Grunde signalisiert sie den Unternehmen, dass sie durch umweltfreundliche Energieerzeugung Kunden gewinnen. Versorgungsbetriebe müssen eine bestimmte Menge an sauberen Energien in ihr Gesamtangebot aufnehmen, und daher sind diejenigen, die offen für Neues sind, bereit, diese großen Kapitalanlagen vorzunehmen.

Und wir müssen jetzt damit anfangen denn – und dass müssen Sie sich einmal überlegen – in den Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts verfügten die Vereinigten Staaten über 80 Prozent der Windkraft- und über 90 Prozent der Solarkraftkapazitäten weltweit. Wir waren im Bereich der Windkraft führend. Wir waren im Bereich der Solarenergie führend. In den Achtzigerjahren gehörte die umweltfreundliche Energiewirtschaft uns. Und jetzt raten Sie mal. Heute hat China die größten Windkraftkapazitäten. Deutschland hat die größten Solarenergiekapazitäten.  Beide investieren mehr in saubere Energien als wir, obwohl wir eine größere Volkswirtschaft sind und deutlich mehr Energie verbrauchen. Wir sind in einem Schlüsselbereich für unsere Zukunft zurückgefallen.

Andere Länder exportieren heute Technologien, die wir ermöglicht haben, und sie profitieren auch von den Arbeitsplätzen, die durch sie geschaffen werden, weil sie wissen, dass die Länder, die im 21. Jahrhundert an der Spitze der umweltfreundlichen Energiewirtschaft stehen, auch die Länder sein werden, die in der Spitze der globalen Wirtschaft des 21. Jahrhunderts stehen werden.

Ich möchte, dass die Vereinigten Staaten dieses Land sind. Ich möchte, dass die Vereinigten Staaten die Zukunft für sich gewinnen. 

Ein Standard für umweltfreundliche Energie wird helfen, Privatinvestitionen im innovativen Bereich anzukurbeln. Ich möchte allerdings Folgendes betonen: Die staatliche Finanzierung wird nach wie vor entscheidend sein. In den vergangenen zwei Jahren haben die historischen Investitionen meiner Regierung in die Erforschung und die Technologien im Bereich umweltfreundliche und erneuerbare Energien privatwirtschaftlichen Unternehmen geholfen zu wachsen und hunderttausende neue Angestellte einzustellen.

Ich habe funkelnagelneue Solarfelder besucht, die zu den größten der Welt gehören. Ich habe ein elektrisches Fahrzeug getestet, das gerade frisch vom Förderband kam. Also, ich habe es nicht wirklich getestet – ich konnte gerade mal ein paar Meter fahren, bevor der Secret Service mich anwies, anzuhalten.  Ich habe ehemals geschlossene Fabriken besucht, in denen jetzt neuartige Rotoren hergestellt werden, die so lang wie eine Boeing 747 sind, und in denen die Türme produziert werden, die sie halten. Und ich habe die Wissenschaftler gesehen, die auf der Suche nach dem nächsten Durchbruch im Energiebereich sind. Nichts von alledem wäre ohne staatliche Unterstützung möglich gewesen.

Ich weiß, dass unsere Finanzlage schwierig ist, daher ist die Frage, wie die öffentlichen Investitionen in die Energiewirtschaft finanziert werden, berechtigt. Wenn wir im Kongress über unsere nationalen Prioritäten und unseren Haushalt diskutieren, werden wir einige schwierige Entscheidungen zu fällen haben. Wir werden die Investitionen, die nicht notwendig sind, streichen müssen, um notwendige Investitionen zu gewährleisten.

Leider möchten so manche dringend notwendige Investitionen in umweltfreundliche Energien kürzen. Sie wollen unsere Forschung und Entwicklung im Bereich neuer Technologien kürzen. Sie kürzen sogar die notwendigen Mittel für die zügige Ausstellung neuer Genehmigungen für Ölbohrungen vor der Küste. Diese Kürzungen würden den Wegfall tausender Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft bedeuten, sie würden die Arbeit von Wissenschaftlern und Ingenieuren beenden, Forschungsstipendien für Wissenschaftler – die möglicherweise auch hier in Georgetown arbeiten – würden wegfallen und es wären auch Absolventen und andere talentierte Menschen betroffen, die wir dringend brauchen, um in diesem Bereich den Sprung ins 21. Jahrhundert zu schaffen.  Das ergibt keinen Sinn.

Wir zahlen bereits jetzt den Preis für unsere Untätigkeit. Jedes Mal, wenn wir unseren Tank auffüllen, jedes Mal, wenn ein Arbeitsplatz oder ein Unternehmen an ein Land verloren geht, das mehr in saubere Energien investiert als wir, wenn es um unsere Luft, unser Wasser und den Klimawandel geht, der die Erde bedroht, die einmal Ihnen gehören wird – schon dann zahlen wir dafür einen Preis. Das sind Kosten, die wir bereits jetzt tragen. Und wenn wir nichts unternehmen, werden sie weiter in die Höhe klettern.

Wenn wir also diese Investitionen in Forschung und Entwicklung und in die Unterstützung sauberer Energietechnologien opfern, würde das unsere Energiewirtschaft schwächen und uns noch abhängiger vom Öl machen. Wenn wir so spielen, werden wir die Zukunft nicht erobern. Mit dieser Art Vision bleiben wir in der Vergangenheit verhaftet. Ich werde nicht hinnehmen, dass es für die Vereinigten Staaten von Amerika so kommt. Das werden wir nicht tun.

Zum Abschluss möchte ich ganz direkt die hier anwesenden Studierenden ansprechen – die nächste Generation, die das nächste großartige Kapitel in der Geschichte der Vereinigten Staaten schreiben wird. Die Frage der Energieunabhängigkeit beschäftigt die Vereinigten Staaten schon seit der Zeit, als Ihre Eltern noch in Ihrem Alter waren, als Sie noch nicht auf der Welt waren. Und studieren an einer Universität [in einer Stadt], die lange Zeit unter dem chronischen Unwillen von Menschen leiden musste, sich zusammenzusetzen und schwierige Entscheidungen zu treffen. Ich verstehe also, dass Sie vielleicht denken, dass es nicht viel gibt, was wir im Angesicht dieser Herausforderung tun können. Vielleicht betrachten einige von Ihnen die Frage, ob wir dieses Problem wirklich lösen können, eher zynisch oder skeptisch. Aber alle Erfahrungen, die ich bisher mit Menschen Ihrer Generation gemacht habe, lassen mich daran glauben.

Und zwar genau deshalb, weil Sie in einer Zeit erwachsen werden, in der sich die Dinge so rasend schnell und manchmal auf so beunruhigende Weise verändern, in einer Welt, die weniger Mauern hat, in einem Zeitalter der permanenten Informationsflut, geprägt von Kriegen und wirtschaftlichen Unruhen. Weil Sie in eben dieser Welt das erwachsen werden, glauben Sie meines Erachtens ebenso sehr wie alle vorherigen Generationen daran, dass sich die Vereinigten Staaten verändern können, und zwar zum Besseren.

Darauf sind wir angewiesen. Sie müssen große Träume haben. Sie müssen diesen Geist des ungebrochenen Optimismus heraufbeschwören und absolut bereit sein, mutig schwierige Herausforderungen anzunehmen und zu bewältigen. Frühere Generationen hat dieser Optimismus und diese Bereitschaft Großartiges erreichen ließen – eine Demokratie zu retten, zum Mond zu fliegen, die Menschen durch unsere Forschung und unsere Fantasie noch näher zusammenzubringen.

Dazu sind die Vereinigten Staaten in der Lage.  Dazu müssen Sie die Vereinigten Staaten antreiben – und das werden in der Tat Sie tun müssen. Unsere Geschichte, in der wir Herausforderungen annehmen – das ist Ihr Erbe. Sie wissen, dass es da draußen kein Problem gibt, das wir nicht zu lösen in der Lage sind.

Ich möchte diese Herausforderung nicht zukünftigen Präsidenten überlassen. Ich möchte sie nicht meinen Kindern überlassen. Und ich möchte sie nicht Ihren Kindern überlassen. Sie zu bewältigen wird Zeit und Kraft kosten. Wir werden unsere klügsten Wissenschaftler und unsere kreativsten Unternehmen dafür brauchen. Wir alle – Demokraten, Republikaner und alle, die irgendwo dazwischen sind – werden unseren Teil dazu beitragen müssen. Aber wenn wir Vertrauen in die Vereinigten Staaten, in uns selbst und in unsere Mitmenschen haben, weiß ich, dass wir diese Herausforderung bewältigen können.

Herzlichen Dank an Sie alle. Möge Gott Sie segnen. Möge Gott die Vereinigten Staaten von Amerika segnen.

Originaltext: Remarks by the President on America’s Energy Security

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