Rede von US-Präsident Obama anlässlich des Gottesdienstes für die Opfer von Tucson

 

TUCSON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von US-Präsident Barack Obama anlässlich des Gottesdienstes für die Opfer der Schießerei in Tucson (Arizona) vom 12. Januar 2011.

 

Vielen Dank. Vielen herzlichen Dank. Bitte setzen Sie sich.

Ich möchte den Familien der Verstorbenen, all ihren Freunden, den Studierenden dieser Universität, den Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes, die hier versammelt sind und den Menschen in Tucson und Arizona sagen: Ich bin heute Abend als Amerikaner bei Ihnen, der, wie alle Amerikaner, niederkniet, um mit Ihnen zu beten und morgen an Ihrer Seite steht.

Worte können die Wunde, die plötzlich in Ihre Herzen gerissen wurde, nicht heilen. Aber seien Sie versichert: Die Gedanken eines ganzen Landes sind heute Abend mit uns. Wir trauern um die Verstorbenen. Wir sind bei Ihnen in Ihrem Schmerz. Und ebenso wie Sie beten wir dafür, dass die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords und die anderen Überlebenden dieser Tragödie durchkommen werden.

Die Heilige Schrift sagt uns:

Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein,

da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind.

Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben;

Gott hilft ihr früh am Morgen.

Am Samstagmorgen versammelten sich Gabby, ihre Mitarbeiter und viele Menschen aus ihrem Wahlkreis vor einem Supermarkt, um ihr Recht auf friedliche Versammlung und Redefreiheit wahrzunehmen. Sie erfüllten damit einen zentralen Bestandteil der Demokratie, wie sie unsere Gründerväter vorsahen – Volksvertreter beantworten Fragen ihrer Wähler, um deren Sorgen in die Hauptstadt des Landes zu tragen. Gabby nannte das „den Kongress gleich nebenan“ – einfach eine moderne Form der Regierung des Volkes, durch das Volk und für das Volk.

Und dieses uramerikanische Ereignis wurde von den Kugeln eines Attentäters erschüttert. Die sechs Menschen, die am Samstag ihr Leben verloren, standen ebenfalls für das Beste in uns, das Beste in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Richter John Roll diente fast 40 Jahre lang unserem Rechtssystem. Als Absolvent und Jurastudent dieser Universität wurde Richter Roll vor 20 Jahren von John McCain für das Bundesgericht empfohlen und von Präsident George H. W. Bush ernannt. Er wurde Arizonas oberster Bundesrichter.

Seine Kollegen beschreiben ihn als den arbeitsamsten Richter im 9. Bezirk. Er befand sich auf dem Rückweg von einer Messe, die er jeden Tag besuchte, als er sich entschied, anzuhalten und seine Abgeordnete zu begrüßen. John hinterlässt seine Frau Maureen, seine drei Söhne und fünf wunderbare Enkelkinder.

George und Dorothy Morris – ihre Freunde nannten sie „Dot“ – lernten sich an der Highschool kennen, heirateten und bekamen zwei Töchter. Sie machten alles gemeinsam – sie reisten in ihrem Wohnmobil durchs Land und genossen das, was ihre Freunde als 50 Jahre währende Flitterwochen bezeichneten. Am Samstagmorgen gingen sie zu Safeway, um zu hören, was ihre Kongressabgeordnete zu sagen hatte. Als Schüsse fielen, versuchte George, ein ehemaliger Marine, instinktiv, seine Frau zu schützen. Beide wurden getroffen. Dot starb.

Phyllis Schneck, die in New Jersey geboren wurde, zog als Rentnerin nach Tucson, um dem Schnee zu entgehen. Im Sommer wollte sie in den Osten zurückkehren, weil sich ihre Welt dort um ihre drei Kinder, ihre sieben Enkelkinder und eine 2-jährige Urenkelin drehte. Sie hatte eine Begabung für das Nähen von Quilts. Sie saß oft unter ihrem Lieblingsbaum und nähte manchmal Schürzen mit den Logos der Jets oder der Giants, die dann in der Kirche verteilt wurden, wo sie ehrenamtlich tätig war. Sie war Republikanerin, aber sie mochte Gabby und wollte mehr über sie erfahren.

Dorwan und Mavy Stoddard wuchsen vor fast 70 Jahren gemeinsam in Tucson auf. Sie zogen an verschiedene Orte und gründeten dort ihre eigenen Familien. Nachdem beide verwitwet waren, kamen sie wieder hierher zurück, um, wie eine von Mavys Töchtern sagte, „wieder ein Pärchen zu werden“.

Wenn sie nicht in ihrem Wohnmobil umherfuhren, konnte man sie am Ende der Straße bei der Mountain Avenue Church of Christ antreffen, wo sie bedürftigen Menschen halfen. Dorwan war Bauarbeiter im Ruhestand, der seine Freizeit damit verbrachte, die Kirche zusammen mit seinem Hund Tux in Ordnung zu halten. Seine letzte selbstlose Tat war es, sich auf seine Frau zu werfen, um sein Leben für ihres zu geben.

Alles, einfach alles, was Gabe Zimmerman tat, tat er mit Leidenschaft. Aber seine wahre Leidenschaft war es, Menschen zu helfen. Als Gabbys Leiter für Öffentlichkeitsarbeit machte er die Sorgen Tausender Wähler in ihrem Wahlkreis zu seinen eigenen. Er stellte sicher, dass die Älteren die Medicare-Leistungen erhielten, auf die sie einen Anspruch hatten, dass Veteranen die Auszeichnungen und die Versorgung bekamen, die sie verdienten und dass der Staat für die einfachen Menschen da war. Er starb, während er genau das machte, was er am liebsten tat – er sprach mit Menschen und überlegte, wie er ihnen helfen könnte. Gabe lässt seine Eltern Ross und Emily, seinen Bruder Ben und seine Verlobte Kelly zurück. Beide wollten im kommenden Jahr heiraten.

Und dann ist da noch die neunjährige Christina Taylor Green. Christina war Einserschülerin, sie tanzte, machte Gymnastik und schwamm. Sie wollte die erste Frau in der Profiliga werden und da sie das einzige Mädchen in ihrer Little-League-Mannschaft war, trauten ihr das auch alle zu.

Sie schätzte das Leben auf eine Weise, die für ein Kind ihres Alters ungewöhnlich war. Zu ihrer Mutter sagte sie: „Wir haben es so gut. Wir haben das schönste Leben.“ Sie gab etwas davon zurück, indem sie an wohltätigen Veranstaltungen teilnahm, um Kindern zu helfen, denen es weniger gut ging.

Unsere Herzen sind durch ihren plötzlichen Tod gebrochen. Unsere Herzen sind gebrochen – und dennoch können unsere Herzen hoffnungsvoll sein.

Unsere Herzen sind voller Hoffnung und Dankbarkeit für die 13 US-Bürger, die die Schießerei überlebt haben, darunter auch die Kongressabgeordnete, die viele von ihnen am Samstag sehen wollten.

Ich komme gerade vom Uni-Krankenhaus, das nur circa 1,5 km von hier entfernt ist, wo unsere Freundin Gabby mutig für ihre Genesung kämpft, während wir hier miteinander sprechen. Und ich möchte Ihnen sagen – ihr Ehemann, der auch hier ist, hat mir erlaubt, Ihnen das zu sagen: Unmittelbar nach unserem Besuch, nur Minuten, nachdem wir ihr Zimmer verlassen hatten und einige ihrer Kollegen aus dem Kongress im Zimmer waren, öffnete Gabby zum ersten Mal ihre Augen. Gabby öffnete zum ersten Mal ihre Augen.

Gabby hat ihre Augen geöffnet. Gabby öffnete ihre Augen, ich kann Ihnen also mitteilen, dass sie weiß, dass wir hier sind. Sie weiß, dass wir sie lieben. Sie weiß, dass wir sie auf ihrem zweifelsohne schwierigen Weg tatkräftig unterstützen werden. Wir sind für sie da.

Unsere Herzen sind voller Dankbarkeit angesichts der guten Neuigkeiten und unsere Herzen sind voller Dankbarkeit gegenüber jenen, die andere gerettet haben. Wir danken Daniel Hernandez, einem ehrenamtliche Mitarbeiter in Gabbys Büro.

Daniel, es tut mir leid das sagen zu müssen, Sie würden es vielleicht auch nicht zugeben, aber wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Sie ein Held sind, weil Sie sich durch das Chaos einen Weg zu Ihrer Chefin gebahnt haben, um ihr zu helfen. Sie haben sich um ihre Verletzungen gekümmert und geholfen, sie am Leben zu halten.

Wir sind den Männern dankbar, die halfen, den Schützen zu überwältigen, als er eine Pause machte, um nachzuladen. Genau dort drüben. Wir sind der zierlichen Patricia Maisch dankbar, der es gelang, die Munition des Täters an sich zu nehmen, womit sie zweifelsohne einigen Menschen das Leben gerettet hat. Und wir sind den Ärzten, Schwestern und Rettungskräften dankbar, die wahre Wunder vollbracht haben, um den Verletzten zu helfen. Wir sind ihnen dankbar.

Diese Frauen und Männer erinnern uns daran, dass Heldentaten nicht nur im Kampf vollbracht werden. Sie erinnern uns daran, dass Heldentum keine spezielle Ausbildung oder physische Stärke erfordert. Heldentum ist hier, es steckt in den Herzen so vieler Bürger unseres Landes, es umgibt uns und wartet nur darauf, freigesetzt zu werden – wie am Samstagmorgen. Ihre Taten, ihre Selbstlosigkeit sind eine Aufforderung an uns alle. Sie werfen die Frage auf, was wir, über Gebete und das Bekunden unserer Sorgen hinaus, tun können. Wie können wir die Verstorbenen ehren? Wie können wir ihrem Andenken gerecht werden?

Es liegt in unserer Natur, dass wir nach einer solchen Tragödie Erklärungen fordern, um eine gewisse Ordnung in dieses Chaos zu bringen und dem sinnlos Erscheinenden einen Sinn zu geben. Wir sehen bereits, dass eine landesweite Debatte begonnen hat, nicht nur über die Motivation hinter diesen Morden, sondern über alles, von den Vorteilen von Waffensicherheitsgesetzen bis zur Angemessenheit unseres Systems zur Behandlung psychischer Erkrankungen. Ein Großteil dieses Prozesses, der Debatte darüber, was getan werden kann, um derartige Tragödien in der Zukunft zu verhindern, ist ein essentieller Bestandteil der Ausübung unserer Selbstverwaltung.

Aber in einer Zeit, in der unser Diskurs so polarisiert – in einer Zeit, in der wir nur zu erpicht darauf sind, die Schuld an allem Schlechten auf der Welt denen anzulasten, die anders denken als wir selbst – ist es wichtig, einen Moment innezuhalten und sicherzustellen, dass wir auf eine Art und Weise miteinander sprechen, die heilend wirkt und nicht verletzend.

Die Heilige Schrift sagt uns, dass es auf der Welt Böses gibt und dass schreckliche Dinge aus Gründen geschehen, die sich dem menschlichen Verstand entziehen. Mit den Worten Hiobs: „Ich hoffte aufs Licht, und es kommt Finsternis.“ Schlechte Dinge geschehen, und wir müssen uns danach vor einfachen Erklärungen hüten.

Denn die Wahrheit ist, dass niemand von uns genau wissen kann, was diesen gewalttätigen Angriff ausgelöst hat. Niemand von uns kann mit Sicherheit sagen, was diese Schüsse hätte verhindern können oder welche Gedanken im Innersten eines gewalttätigen Menschen lauern. Ja, wir müssen all die Fakten, die hinter dieser Tragödie stehen, untersuchen. Angesichts derartiger Gewalt können und wollen wir nicht untätig bleiben. Wir sollten bereit sein, alte Annahmen zu überprüfen, um die Wahrscheinlichkeit derartiger Gewalttaten in der Zukunft zu verringern. Aber was wir nicht tun dürfen, ist, diese Tragödie als weiteren Anlass für Streitigkeiten zu nutzen. Das dürfen wir nicht. Wir dürfen es nicht.

Wenn wir über diese Probleme sprechen, sollten wir das mit Demut tun. Anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen oder anderen die Schuld für etwas anzulasten, sollten wir diese Gelegenheit nutzen, um unsere moralische Vorstellungskraft zu erweitern, einander besser zuzuhören, unsere Empathie zu stärken und uns daran zu erinnern, auf welch vielfältige Weise unsere Hoffnungen und Träumen miteinander verbunden sind.

Das ist schließlich, was die meisten von uns tun, wenn sie einen Familienangehörigen verlieren – insbesondere, wenn dieser Verlust unerwartet kommt. Wir werden aus unserer Routine herausgerissen. Wir werden gezwungen, in uns zu gehen. Wir denken über die Vergangenheit nach: Wir fragen uns, ob wir mit unseren älter werdenden Eltern genug Zeit verbracht haben. Haben wir ihnen unsere Dankbarkeit für all die Opfer, die sie für uns gebracht haben, gezeigt? Haben wir unserem Partner gesagt, wie sehr wir ihn lieben, nicht nur ab und zu, sondern an jedem einzelnen Tag?

Plötzliche Verluste lassen uns zurückblicken – aber sie zwingen uns auch, nach vorne zu blicken, über die Gegenwart und die Zukunft nachzudenken, über die Art und Weise, wie wir unser Leben leben und unsere Beziehungen zu denen pflegen, die noch bei uns sind.

Wir fragen uns vielleicht, ob wir den Menschen in unserem Leben genug Freundlichkeit, Großzügigkeit und Mitgefühl entgegenbringen. Wir fragen uns vielleicht, ob wir mit unseren Kindern oder der Gemeinschaft richtig umgehen, ob wir die Prioritäten richtigen setzen.

Wir erkennen unsere eigene Sterblichkeit und wir werden daran erinnert, dass in unserer vergänglichen Zeit auf dieser Erde nicht Reichtum, Status, Macht oder Ruhm zählen, sondern vielmehr, wie sehr wir geliebt haben und welchen kleinen Anteil wir daran hatten, das Leben anderer Menschen zu verbessern.

Dieser Prozess, der Prozess der Reflektion, des In-Einklang-Bringens unserer Werte mit unseren Taten ist es, was Tragödien wie diese meiner Ansicht nach verlangen.

Denn die Verletzten und Getöteten gehören alle zu unserer Familie, einer amerikanischen Familie mit 300 Millionen Familienmitgliedern. Wir haben sie vielleicht nicht persönlich gekannt, aber wir können uns sicherlich in ihnen wiedererkennen. In George und Dot und in Dorwan und Mavy können wir die bedingungslose Liebe erkennen, die wir für unsere eigenen Ehefrauen, -männer und Lebenspartner empfinden. Phyllis ist unsere Mutter oder Großmutter; Gabe unser Bruder oder Sohn. In Richter Roll erkennen wir nicht nur einen Mann, der seine Familie sehr geschätzt und seine Arbeit gut gemacht hat, sondern auch einen Mann, der die Gesetzestreue der Vereinigten Staaten verkörpert hat.

Und in Gabby erkennen wir ein Spiegelbild unseres Gemeinsinnes, des Wunsches, an diesem manchmal frustrierenden, manchmal umstrittenen, aber immer erforderlichen und niemals endenden Prozess teilzunehmen, eine vollkommenere Union zu gestalten.

Und in Christina erkennen wir all unsere Kinder. So wissbegierig, so voller Vertrauen, so voller Energie und so zauberhaft. Sie hat es so sehr verdient, von uns geliebt zu werden. Und sie hatte es verdient, dass wir mit gutem Beispiel vorangehen.

Wenn diese Tragödie zum Nachdenken und zu Diskussionen anregt – und das sollte sie – sollten wir sicherstellen, dass wir denen gerecht werden, die wir verloren haben. Wir sollten sicherstellen, dass wir dabei nicht in die tagtäglichen politischen Debatten und Versuche, selbst gut dazustehen, abdriften und der Engstirnigkeit des nächsten Nachrichtenzyklus untergehen.

Der Verlust dieser wunderbaren Menschen sollte uns alle dazu antreiben, besser zu werden: im Privatleben, als Freunde und Nachbarn, als Kollegen und Eltern. Wenn ihr Tod, wie in den vergangenen Tagen diskutiert wurde, dazu beiträgt, mehr Höflichkeit in unsere öffentliche Debatte zu bringen, dann lassen Sie uns daran denken, dass diese Tragödie nicht ausgelöst wurde, weil es zu wenig Höflichkeit gibt – das wurde sie nicht – sondern vielmehr, weil nur ein höflicherer und ehrlicherer öffentlicher Diskurs dazu beitragen kann, dass wir uns den Herausforderungen unseres Landes auf eine Weise stellen, die sie stolz gemacht hätte.

Wir sollten uns mit Höflichkeit begegnen, weil wir dem Beispiel von Personen im öffentlichen Dienst wie John Roll und Gabby Giffords folgen wollen, die vor allem wussten, dass wir alle Amerikaner sind und dass wir die Meinungen anderer infrage stellen können, ohne deren Liebe zu unserem Land infrage zu stellen, und dass es unsere gemeinsame Aufgabe ist, zusammenzuarbeiten und kontinuierlich unser Interessenspektrum zu erweitern, um zukünftigen Generationen das Erbe des amerikanischen Traums zu hinterlassen.

Sie glaubten und ich glaube, dass wir es besser machen können. Diejenigen, die hier gestorben sind und diejenigen, die Leben retteten – sie helfen mir, daran zu glauben. Wir sind vielleicht nicht in der Lage, alles Schlechte auf der Welt zu verhindern, aber ich weiß, dass wir selbst dafür verantwortlich sind, wie wir miteinander umgehen.

Ich glaube, dass wir trotz unserer Unvollkommenheit voller Anstand und Güte sind und dass die Kräfte, die uns spalten, nicht so stark sind wie die, die uns einen.

Daran glaube ich und das tue ich zum Teil deshalb, weil es das ist, woran Christina Taylor Green glaubte.

Stellen Sie sich einen Moment vor, dass hier ein junges Mädchen stand, das sich gerade unserer Demokratie bewusst wurde, das gerade begann, die Pflichten eines Staatsbürgers zu verstehen, das gerade erkannte, dass es eines Tages an der Gestaltung der Zukunft seines Landes teilhaben könnte. Sie war in ihre Schülervertretung gewählt worden. Sie betrachtete das öffentliche Amt als etwas Aufregendes und Hoffnungsvolles. Sie kam her, um ihre Kongressabgeordnete zu treffen, von der sie sicher war, dass sie gut und wichtig sei und ein Vorbild sein könnte. Sie sah all dies mit den Augen eines Kindes, ohne den Zynismus oder die Boshaftigkeit, die wir Erwachsenen nur allzu oft für selbstverständlich halten.

Ich möchte ihren Erwartungen gerecht werden. Ich möchte, dass unsere Demokratie so gut ist, wie Christina sie sich vorgestellt hat. Ich möchte, dass die Vereinigten Staaten so gut sind, wie Christina sie sich vorgestellt hat. Wir alle sollten alles tun um sicherzustellen, dass dieses Land den Erwartungen unserer Kinder gerecht wird.

Wie bereits angesprochen kam Christina am 11. September 2001 zur Welt, als eines von 50 Neugeborenen an diesem Tag, die in einem Buch mit dem Titel „Faces of Hope“ („Gesichter der Hoffnung“) portraitiert wurden. Zu beiden Seiten ihres Fotos in dem Buch standen einfache Wünsche nach einem besseren Leben für Kinder. „Ich hoffe, Ihr helft denen, die Hilfe benötigen“, war einer davon. „Ich hoffe, Ihr kennt den ganzen Text der Nationalhymne und singt sie mit der Hand auf dem Herzen.“ „Ich hoffe, Ihr springt in Regenpfützen.“

Wenn es im Himmel Regenpfützen gibt, dann springt Christina heute hinein. Und hier, auf dieser Erde, legen wir die Hand auf unser Herz und versprechen, dass wir uns als Amerikaner für die Gestaltung eines Landes einsetzen werden, das für immer ihres sanften, fröhlichen Wesens würdig ist.

Möge Gott jene, die wir verloren haben, segnen und in ewigem Frieden ruhen lassen. Möge er die Überlebenden lieben und über sie wachen. Und möge Gott die Vereinigten Staaten von Amerika segnen.

Originaltext: Remarks by the President at a Memorial Service for the Victims of the Shooting in Tucson, Arizona

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