Wege zur Freundschaft

BAD WINDSHEIM – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede des Gesandten der Amerikanischen Botschaft, John M. Koenig, bei der Deutschen Atlantischen Gesellschaft im Fränkischen Freilandmuseum vom 22. Oktober 2008.

Es gilt das gesprochene Wort!

Herr Bartsch,
Herr Abgeordneter Schmidt,
Dr. Düppler,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

im Namen der Botschaft möchte ich dem Fränkischen Freilandmuseum und der Deutschen Atlantischen Gesellschaft für die Gelegenheit danken, mehr über die Geschichte der deutsch-amerikanischen Beziehungen zu erfahren. Sie reichen weit zurück – in der Tat bis zu den ersten europäischen Entdeckungsreisen.

Deutsche Einwanderer waren auch unter den ersten Pionieren, die Amerika besiedelten. Über drei Jahrzehnte haben Deutsche dazu beigetragen, die Vereinigten Staaten aufzubauen, mit Leben zu erfüllen und zu stärken. Die Vereinigten Staaten haben ein breites Spektrum deutscher Traditionen, Institutionen und Einflüsse aufgenommen. Mehr Amerikaner haben Wurzeln in Deutschland als in jedem anderen Land. Ich bin stolz darauf, einer von ihnen zu sein. Die Familie meines Großvaters wanderte in den Siebzigerjahren des 19. Jahrhunderts von der Gegend um Würzburg in die Präriegebiete im Westen der Vereinigten Staaten aus. Wenige Menschen haben sich so vollständig in das multikulturelle Gewebe der amerikanischen Gesellschaft eingefügt und dennoch einen so einzigartigen wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Beitrag zum Wachstum und Erfolg der Vereinigten Staaten geleistet wie Amerikaner deutscher Herkunft.

Aber Amerika hat nicht nur empfangen, sondern auch gegeben. Die Vereinigten Staaten erdachten und setzten den Marshallplan um, der der jungen deutschen Demokratie half, sich aus den Ruinen des Krieges zu einem Leuchtfeuer der Demokratie in Mitteleuropa zu erheben. Die Berliner Luftbrücke veranschaulichte das amerikanische Bekenntnis zur Verteidigung der Freiheit, als Berlin, das sich noch immer vom Krieg erholte, drohte, von den Sowjets stranguliert zu werden. Dieses Jahr feierten wir die Rückkehr unserer Botschaft an ihren Standort von vor dem Krieg am Brandenburger Tor, nur wenige Meter von dem Ort entfernt, an dem Präsident Reagan Generalsekretär Gorbatschow aufrief, die Mauer niederzureißen, die dieses Land und Europa teilte. Wir fühlten uns geehrt, Bundeskanzlerin Merkel und den ehemaligen Präsidenten Bush zur feierlichen Eröffnung begrüßen zu dürfen. Wir waren alle zutiefst bewegt von den Worten des ehemaligen Präsidenten, dessen Engagement für die Unterstützung der deutschen Wiedervereinigung die besondere Verbindung zwischen unseren beiden Nationen so überzeugend zum Ausdruck brachte. Seit dem Fall der Mauer sind fast zwei Jahrzehnte vergangen. Diejenigen unter uns, die während des Kalten Krieges aufwuchsen, halten manchmal immer noch inne und staunen über das, was Deutschland in den letzten 20 Jahren erreicht hat – als ein Grundstein des modernen Europa, als starker atlantischer Partner und als führender Weltbürger.

Es gab keine anderen Regionen auf der Welt, in denen in diesem Zeitraum die wirtschaftliche Integration schneller und intensiver vonstatten ging als in den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union. Im Laufe des vergangenen Jahres haben die Botschaft und unsere fünf Konsulate einige der Eckdaten aufgezeichnet, die das Ausmaß der Verbundenheit zwischen unseren beiden Ländern messen. Die Daten zeigen, dass die deutsch-amerikanischen Beziehungen tiefer gehen, grundlegender und verflochtener sind als je zuvor. Die Beziehungen sind so umfassend, tief greifend und in manchen Fällen so nahtlos, dass sie oft als selbstverständlich betrachtet werden. Wir treiben Handel miteinander, arbeiten für die Unternehmen und genießen die Kultur des anderen und lernen aus unseren jeweiligen Erfahrungen.

Anfang des Monats veröffentlichte die Deutsche Botschaft in Washington eine Meinungsumfrage zur Einstellung der Amerikaner gegenüber Deutschland. Die Amerikaner stuften Deutschland als einen der wichtigsten internationalen Partner der Vereinigten Staaten ein. Die Umfrage verdeutlichte, dass gute diplomatische Beziehungen, gegenseitiges Vertrauen, Übereinstimmung in der Außenpolitik, verteidigungspolitische und erfolgreiche wirtschaftliche Zusammenarbeit zu guten bilateralen Beziehungen beitragen. Ihr Botschafter in Washington, Klaus Scharioth, formulierte es in Washington bei der Vorstellung der Umfrage so: “Wir haben eine gemeinsame Vision für die Zukunft. Wir sind aufgerufen, Lösungen als Partner und Freunde zu finden.”

Diese Ausstellung und Programme wie diese Zusammenkunft hier heute Abend sind nützlich, weil sie zeigen, dass Amerikaner und Deutsche historisch gesehen gemeinsame Grundwerte und –überzeugungen haben. Sie heben auch die gemeinsame Vision für die Zukunft hervor. Heute, wie auch in der Vergangenheit, werden wir auf die Tiefe und Stärke unserer Beziehungen zurückgreifen, um gemeinsam mehr zu erreichen, als wir alleine je schaffen könnten.

Es ist mir Vergnügen, heute hier zu sein. Ich danke Ihnen.

Deutsch-Amerikanischer Tag 2008

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Proklamation von Präsident George W. Bush zum Deutsch-Amerikanischen Tag am 6. Oktober 2008.

Seit Generationen leisten Amerikaner deutscher Herkunft einen Beitrag zu Identität, Kultur und Wohlstand unserer Nation. Am Deutsch-Amerikanischen Tag zollen wir den vielen Amerikanern deutscher Abstammung Anerkennung, die dazu beigetragen haben, unser Land groß zu machen, und wir würdigen unsere starke Freundschaft mit Deutschland.

Die Menschen in Deutschland und den Vereinigten Staaten haben wichtige gemeinsame familiäre und kulturelle Verbindungen, und Millionen von amerikanischen Staatsbürgern haben deutsche Vorfahren. Einige dieser Vorfahren waren unter den ersten, die Jamestown besiedelten, und sie halfen, wie viele andere auch, die Grundlage für unser Land zu schaffen, das zum herausragendsten Symbol für Freiheit auf der Welt wurde. Viele Amerikaner deutscher Herkunft haben unsere Lebensweise mitgestaltet und zum reichen Erbe unseres Landes beigetragen.

Indem wir den Deutsch-Amerikanischen Tag begehen, würdigen wir Generationen von Deutsch-Amerikanern, die mit dem Traum von Chancen in unser Land kamen und zur Großartigkeit unserer Nation beigetragen haben.

AUF GRUND DESSEN ERKLÄRE ICH, GEORGE W. BUSH, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, kraft des mir durch die Verfassung und die Gesetze der Vereinigten Staaten verliehenen Amtes, hiermit den 6. Oktober 2008 zum Deutsch-Amerikanischen Tag. Ich rufe alle Amerikaner auf, die vielen Beiträge der Mitbürger deutscher Herkunft zu Freiheit und Wohlstand unserer Nation zu würdigen.

ZU URKUND DESSEN setze ich an diesem dritten Tag des Oktober im Jahre des Herrn zweitausendacht und im zweihundertdreiunddreißigsten Jahr der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten meine Unterschrift unter dieses Dokument.

GEORGE W. BUSH

Originaltext: German-American Day 2008