Raketenabwehr – Segen für die Rüstungskontrolle

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Namensartikel von Botschafter William R. Timken jr., der zunächst in der Berliner Zeitung vom 2. April 2008 erschien.

Auf der Tagesordnung für den NATO-Gipfel steht die Herausforderung durch neue Bedrohungen, insbesondere durch Schurkenstaaten wie Iran und nichtstaatliche Akteure, die an der Entwicklung ballistischer Flugkörper arbeiten, die zum Einsatz von Massenvernichtungswaffen gegen Europa und Nordamerika genutzt werden könnten.

Diplomatie ist nach Meinung der Vereinigten Staaten ein wichtiger Bestandteil unserer gemeinsamen Strategie zur Bewältigung dieser Bedrohung. Ein Schlüsselelement sollte jedoch auch ein Raketenabwehrsystem zum Schutz vor begrenzten Angriffen sein. Wir haben in Alaska und Kalifornien bereits ein Raketenabwehrsystem aufgestellt, das diesen Schutz für das US-Staatsgebiet gewährleistet.

In enger Abstimmung mit der NATO planen wir in Europa ein Raketenabwehrsystem, das auch den meisten unserer Freunde und Bündnispartner in Europa Schutz bieten wird. Im Hinblick auf das grundlegende NATO-Prinzip der unteilbaren Sicherheit ist es wichtig, dass alle Bündnispartner vor der Bedrohung durch ballistische Flugkörper geschützt werden.

Wir wissen, dass es Bedenken gibt, die Stationierung eines Raketenabwehrsystems in Europa könne eine unnötige Provokation für Russland darstellen und zu einem neuen Rüstungswettlauf führen. Unseres Erachtens gründen diese Bedenken allerdings auf einem überholten Bedrohungsdenken aus dem Kalten Krieg, das heute nicht mehr zutrifft.

Zunächst einmal ist es wichtig zu erkennen, dass das von den Vereinigten Staaten geplante Raketenabwehrsystem in Europa sehr begrenzt ist – es besteht aus nur zehn defensiven Abfangraketen. Das System wird daher auf keinen Fall eine Bedrohung für das strategische Abschreckungspotenzial Russlands darstellen, das aus Hunderten von Raketen und Tausenden Gefechtsköpfen besteht.

Obwohl es unserer Ansicht nach klar ist, dass Russland das geplante Raketenabwehrsystem nicht fürchten muss, nehmen wir die russischen Bedenken sehr ernst. Außenministerin Rice und Verteidigungsminister Gates haben deshalb zu diesem Thema eine Reihe von Gesprächen mit ihren russischen Kollegen geführt, das bisher letzte fand am 17. März in Moskau statt.

Als Versicherung, dass das geplante Raketenabwehrsystem nicht gegen Russland gerichtet ist, haben wir der russischen Regierung im Rahmen dieser Konsultationen beispiellose Zusammenarbeit und Transparenz angeboten. Wir haben Russland auch vorgeschlagen, mit uns gemeinsam eine regionale Raketenabwehrarchitektur aufzubauen, da sich das Land derselben Bedrohung gegenübersieht wie wir. Unsere Gespräche sind noch nicht abgeschlossen, aber wir sind entschlossen, weiterhin engagiert mit der russischen Regierung an diesem Problem zu arbeiten.

Weit davon entfernt, einen Rüstungswettlauf auszulösen, wird die Stationierung des Raketenabwehrsystems unseres Erachtens sogar ein Segen für die Rüstungskontrolle sein, da der Erwerb von Raketen so zum ersten Mal nicht den gewünschten Erfolg verspricht. Ohne Raketenabwehrsysteme hat sich die Technologie für ballistische Flugkörper im letzten Vierteljahrhundert mit alarmierender Geschwindigkeit verbreitet. Etwa 30 Länder (im Vergleich zu acht im Jahr 1972, als der ABM-Vertrag unterzeichnet wurde) haben jetzt Zugang zu dieser Technologie. Durch die Aushöhlung des militärischen Nutzens ballistischer Flugkörper wird das Raketenabwehrsystem viele Länder ermutigen, kostspielige Entwicklungsprogramme für diese Raketen einzustellen.

Angesichts der Verbreitung der Technologie für ballistische Flugkörper in immer mehr Ländern und bei nichtstaatlichen Akteuren, von denen viele Massenvernichtungswaffen als Mittel ihrer Wahl statt als letztes Mittel ansehen, können wir uns nicht nur auf Abschreckung als Schutz verlassen, wie wir es im Kalten Krieg taten. Es steht einfach zu viel auf dem Spiel. Da wir die nötige Technologie zur Raketenabwehr haben, ist es die Pflicht jeder Regierung, die Bevölkerung zu schützen.

Raketenabwehr – Segen für die Rüstungskontrolle

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir einen Namensartikel von Botschafter William R. Timken jr., der zunächst in der Berliner Zeitung vom 2. April 2008 erschien.

Auf der Tagesordnung für den NATO-Gipfel steht die Herausforderung durch neue Bedrohungen, insbesondere durch Schurkenstaaten wie Iran und nichtstaatliche Akteure, die an der Entwicklung ballistischer Flugkörper arbeiten, die zum Einsatz von Massenvernichtungswaffen gegen Europa und Nordamerika genutzt werden könnten.

Diplomatie ist nach Meinung der Vereinigten Staaten ein wichtiger Bestandteil unserer gemeinsamen Strategie zur Bewältigung dieser Bedrohung. Ein Schlüsselelement sollte jedoch auch ein Raketenabwehrsystem zum Schutz vor begrenzten Angriffen sein. Wir haben in Alaska und Kalifornien bereits ein Raketenabwehrsystem aufgestellt, das diesen Schutz für das US-Staatsgebiet gewährleistet.

In enger Abstimmung mit der NATO planen wir in Europa ein Raketenabwehrsystem, das auch den meisten unserer Freunde und Bündnispartner in Europa Schutz bieten wird. Im Hinblick auf das grundlegende NATO-Prinzip der unteilbaren Sicherheit ist es wichtig, dass alle Bündnispartner vor der Bedrohung durch ballistische Flugkörper geschützt werden.

Wir wissen, dass es Bedenken gibt, die Stationierung eines Raketenabwehrsystems in Europa könne eine unnötige Provokation für Russland darstellen und zu einem neuen Rüstungswettlauf führen. Unseres Erachtens gründen diese Bedenken allerdings auf einem überholten Bedrohungsdenken aus dem Kalten Krieg, das heute nicht mehr zutrifft.

Zunächst einmal ist es wichtig zu erkennen, dass das von den Vereinigten Staaten geplante Raketenabwehrsystem in Europa sehr begrenzt ist – es besteht aus nur zehn defensiven Abfangraketen. Das System wird daher auf keinen Fall eine Bedrohung für das strategische Abschreckungspotenzial Russlands darstellen, das aus Hunderten von Raketen und Tausenden Gefechtsköpfen besteht.

Obwohl es unserer Ansicht nach klar ist, dass Russland das geplante Raketenabwehrsystem nicht fürchten muss, nehmen wir die russischen Bedenken sehr ernst. Außenministerin Rice und Verteidigungsminister Gates haben deshalb zu diesem Thema eine Reihe von Gesprächen mit ihren russischen Kollegen geführt, das bisher letzte fand am 17. März in Moskau statt.

Als Versicherung, dass das geplante Raketenabwehrsystem nicht gegen Russland gerichtet ist, haben wir der russischen Regierung im Rahmen dieser Konsultationen beispiellose Zusammenarbeit und Transparenz angeboten. Wir haben Russland auch vorgeschlagen, mit uns gemeinsam eine regionale Raketenabwehrarchitektur aufzubauen, da sich das Land derselben Bedrohung gegenübersieht wie wir. Unsere Gespräche sind noch nicht abgeschlossen, aber wir sind entschlossen, weiterhin engagiert mit der russischen Regierung an diesem Problem zu arbeiten.

Weit davon entfernt, einen Rüstungswettlauf auszulösen, wird die Stationierung des Raketenabwehrsystems unseres Erachtens sogar ein Segen für die Rüstungskontrolle sein, da der Erwerb von Raketen so zum ersten Mal nicht den gewünschten Erfolg verspricht. Ohne Raketenabwehrsysteme hat sich die Technologie für ballistische Flugkörper im letzten Vierteljahrhundert mit alarmierender Geschwindigkeit verbreitet. Etwa 30 Länder (im Vergleich zu acht im Jahr 1972, als der ABM-Vertrag unterzeichnet wurde) haben jetzt Zugang zu dieser Technologie. Durch die Aushöhlung des militärischen Nutzens ballistischer Flugkörper wird das Raketenabwehrsystem viele Länder ermutigen, kostspielige Entwicklungsprogramme für diese Raketen einzustellen.

Angesichts der Verbreitung der Technologie für ballistische Flugkörper in immer mehr Ländern und bei nichtstaatlichen Akteuren, von denen viele Massenvernichtungswaffen als Mittel ihrer Wahl statt als letztes Mittel ansehen, können wir uns nicht nur auf Abschreckung als Schutz verlassen, wie wir es im Kalten Krieg taten. Es steht einfach zu viel auf dem Spiel. Da wir die nötige Technologie zur Raketenabwehr haben, ist es die Pflicht jeder Regierung, die Bevölkerung zu schützen.