Richtfest am neuen Gebäude der amerikanischen Botschaft in Berlin

BERLIN – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die Rede von US-Botschafter William R. Timken jr. auf dem Richtfest am neuen Gebäude der US-Botschaft in Berlin vom 10. Oktober 2006. Es gilt das gesprochene Wort.

Vielen Dank Ihnen allen, dass Sie an diesem wunderschönen Tag bei uns in unserem neuen Gebäude sind. Es ist typisches Berlin-Wetter. Ich weiß, dass man in einigen Teilen der Welt glaubt, Regen bringe Glück. Ich glaube, dass Sonnenschein Glück bringt, deshalb freue ich mich, dass heute ein sonniger Tag ist.

Sehr verehrter Herr Regierender Bürgermeister Wowereit, Staatssekretär Boomgarden, Herr Norby, Herr Eberspächer – willkommen.

Besonders möchte ich auch den ehemaligen Regierenden Bürgermeister Schütz und Botschafter Kornblum begrüßen, die beide eine besondere Rolle dabei gespielt haben, diesen Tag Wirklichkeit werden zu lassen. Wir freuen uns, dass Sie heute hier bei uns sind.

Ich möchte auch Professor Ernst Cramer für sein Kommen danken. Viele von Ihnen kennen Professor Cramer von der Axel Springer Stiftung. Er hat mir etwas erzählt, das wahrscheinlich niemand hier überbieten kann – er erhielt hier 1939 ein Visum, bevor die Amerikaner diesen Ort verließen. Professor Cramer, es muss für Sie eine besondere Bedeutung haben, der Rückkehr der Botschaft in das Herz Berlins beizuwohnen.

Ich möchte Sie alle in der zukünftigen amerikanischen Botschaft in Berlin willkommen heißen. Vielen Dank, dass Sie heute gekommen sind, um mit uns gemeinsam diesen Meilenstein beim Bau unserer neuen Vertretung zu feiern.

Beton und Mörtel verleihen hier auf aufregende Weise einem Gebäude Form, das für den Geist der deutsch-amerikanischen Beziehungen steht. Wir haben diesem Geist vergangene Woche im Rahmen einiger bedeutender Jahrestage Rechnung getragen – dem 16. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung, dem 60. Jahrestag der “Rede der Hoffnung” in Stuttgart sowie dem über 300-jährigen gemeinsamen deutsch-amerikanischen kulturellen Erbe. Nach einer Abwesenheit von nahezu 70 Jahren naht unsere Rückkehr an den Pariser Platz, Professor Cramer, und wir erinnern uns der enormen Errungenschaften, die die Partnerschaft zwischen unseren Nationen hervorgebracht hat.

Denken Sie nur an die langen Jahre, als dieser Platz Niemandsland war. Erinnern Sie sich an die historischen Worte von Präsident Ronald Reagan, als er am Brandenburger Tor stand, 100 Meter oder weniger von dem Ort entfernt, an dem wir uns heute befinden, und eine einfache Forderung aussprach: Reißen Sie diese Mauer nieder.

Heute profitieren wir davon. Amerikaner haben diese Ereignisse gemeinsam mit Berlinern erlebt. Sie stärkten unser gemeinsames Eintreten für die Freiheit. Präsident Bush sagte in seiner jährlichen Proklamation zum Deutsch-Amerikanischen Tag: “Wir sind Partner im Frieden. Indem sie zusammenarbeiten, können die Vereinigten Staaten und Deutschland die Grundlage für ein hoffnungsvolleres Morgen schaffen.”

Viele von uns, die heute hier sind, haben jedoch ihre eigenen persönlichen Erinnerungen an diesen besonderen Ort. Ich bin mir sicher, dass Botschafter Kornblum lange Stunden damit verbracht hat, sich über diesen Moment Sorgen zu machen.

Ich habe ebenfalls meine persönlichen Erinnerungen. Nicht lange nach dem Fall der Mauer war ich in Berlin. Ich erinnere mich daran, wie ich weniger als einen Häuserblock von hier entfernt stand, dort, wo heute das Denkmal für die ermordeten Juden Europas ist. Hinter einer großen brachliegenden Fläche konnte ich das Brandenburger Tor sehen. Zu meiner rechten und linken Seite sah ich leere Grundstücke. Ich wusste damals nicht, dass ich eines Tages als Botschafter unseres Landes nach Berlin zurückkommen und die Rückkehr der US-Botschaft an ihren historischen Standort sowie die Fertigstellung eines wiedergeborenen Pariser Platzes miterleben würde. Was für eine seltsame Welt, meine sehr verehrten Damen und Herren, in der solche Dinge geschehen können. Unsere neue Botschaft veranschaulicht sowohl die amerikanische Unterstützung für ein wiedervereinigtes Deutschland als auch die Bedeutung unserer Partnerschaft im 21. Jahrhundert.

Es ist kein Geheimnis, dass wir während der Entwurfsphase des Gebäudes Herausforderungen zu bewältigen hatten. Botschafter Kornblum war in die ersten wichtigen Entscheidungen über die Sicherheitsparameter eingebunden. Ich bin mir sicher, dass die heutige Zeremonie ihn mit Stolz erfüllt. Wir waren entschlossen, eine Botschaft zu haben, die sicher ist, aber auch mit der Architektur dieses sehr geschichtsträchtigen Platzes harmoniert. Wir wollten auch ein Gebäude, das die Vereinigten Staaten symbolisiert. Wir sind heute überzeugt, dass er großartige Arbeit geleistet hat und dieses Gebäude genau das erreicht.

Es wird Ende 2007 fertiggestellt werden – zwanzig Jahre nach Präsident Reagans historischer Rede. Ich hoffe, Sie sind alle mit dabei, wenn wir Anfang 2008 offiziell eröffnen.

Ich möchte all jenen danken, die an der Planung, der Entwurfs- und Bauphase beteiligt waren.

Ohne die enge und produktive Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt, den Berliner Stadtplanungsbehörden und vielen anderen würden wir diesen Moment nicht feierlich begehen können.

Wir möchten auch unseren Nachbarn für ihre Geduld und Kooperation danken. Wir haben wirklich viel Lärm gemacht. Ich bin froh, dass wir uns dem Ende der Bauzeit nähern. Wir versprechen, am Pariser Platz ein guter Nachbar zu sein.

Das Referat für Gebäudeplanung im Ausland hat das Projekt von Anfang an koordiniert, als das Außenministerium die Entscheidung traf, eine neue Botschaft in Berlin zu bauen. Wie Sie alle wissen, hätten wir auch irgendwo im Wald bauen können – für weitaus weniger Geld und zweifellos mit mehr Sicherheit, aber Außenminister Powell und Botschafter Kornblum haben die richtige Entscheidung getroffen – hier im Herzen von Berlin neben unseren Freunden vertreten zu sein.

Das endgültige Konzept ging aus dem umgestalteten ursprünglichen Wettbewerbsentwurf aus dem Jahr 1996 des renommierten Architekten Moore Ruble Yudell aus Santa Monica (Kalifornien) hervor.

Das Bauunternehmen Hensel Phelps ist für den Bau und die Koordinierung der Arbeit auf der Baustelle mit den deutschen Subunternehmern verantwortlich.

Das bringt mich zu unseren Ehrengästen – den Bauarbeitern. Vielen Dank für Ihre harte Arbeit und Ihren Einsatz. In einigen Momenten werden wir alle unser Glas auf Ihre erstklassige Arbeit erheben.

Zunächst möchte ich aber Ronald Norby von Hensel Phelps bitten, einige Worte an uns zu richten.

Originaltext: Topping-off Ceremony of the new American Embassy in Berlin

Erklärung zum Atomtest in Nordkorea

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die am 9. Oktober von Präsident George W. Bush abgegebene Erklärung zum Atomtest in Nordkorea.

Vergangene Nacht verkündete die Regierung Nordkoreas, dass sie einen Atomtest durchgeführt habe. Wir arbeiten an der Bestätigung der Behauptung Nordkoreas. Nichtsdestotrotz stellt eine derartige Behauptung allein schon eine Bedrohung für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit dar. Die Vereinigten Staaten verurteilen diese Provokation. Nordkorea hat sich wieder einmal dem Willen der internationalen Staatengemeinschaft widersetzt, und die internationale Staatengemeinschaft wird darauf reagieren.

Das bestätigte sich heute morgen in den Gesprächen, die ich mit den führenden Politikern Chinas, Südkoreas, Russlands und Japan hatte. Wir bestätigten unser Engagement für eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel, und waren uns einig, dass die von Nordkorea unternommenen Schritte inakzeptabel sind und eine sofortige Reaktion des UN-Sicherheitsrats erforderlich machen.

Das Regime Nordkoreas bleibt ein führender Vertreiber von Raketentechnologie auf der Welt, unter anderem an Iran und Syrien. Der Transfer von Nuklearwaffen oder Nuklearmaterial durch Nordkorea an Staaten oder nichtstaatliche Akteure würde eine schlimme Bedrohung für die Vereinigten Staaten darstellen. Wir würden Nordkorea für die Konsequenzen derartiger Handlungen vollständig zur Rechenschaft ziehen.

Die Vereinigten Staaten fühlen sich einer diplomatischen Lösung weiterhin verpflichtet. Wir werden auch weiterhin unser Land und unsere Interessen schützen. Ich habe unseren Verbündeten in der Region, darunter Südkorea und Japan, erneut versichert, dass die Vereinigten Staaten alle ihre Abwehr- und Sicherheitsverpflichtungen vollständig wahrnehmen werden.

Die Bedrohungen werden weder zu einer besseren Zukunft für die nordkoreanische Bevölkerung führen, noch die Entschlossenheit der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten schwächen, die Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel zu erreichen. Die heutige Behauptung Nordkoreas trägt nur dazu bei, Spannungen zu erhöhen, und gleichzeitig der nordkoreanischen Bevölkerung zunehmenden Wohlstand und bessere Beziehungen zur restlichen Welt zu verweigern, die eine Umsetzung der gemeinsamen Erklärung zu den Sechsparteiengesprächen ermöglicht hätte. Die unterdrückten und verarmten Bürger Nordkoreas verdienen diese bessere Zukunft.

Vielen Dank.

Originaltext: President Bush’s Statement on North Korea Nuclear Test

Deutsch-Amerikanischer Tag 2006

WASHINGTON – (AD) – Nachfolgend veröffentlichen wir die am 3. Oktober ergangene Proklamation von Präsident George W. Bush zum Deutsch-Amerikanischen Tag 2006.

Die Einstellung und harte Arbeit von Amerikanern deutscher Abstammung stellen in unserer gesamten Geschichte einen wichtigen Teil des kulturellen Gewebes unserer Nation dar. Am Deutsch-Amerikanischen Tag würdigen wir die Amerikaner deutscher Herkunft und ihre zahlreichen Beiträge zum Charakter unseres Landes.

Deutsche gehörten zu den ersten, die sich in diesem vielversprechenden Land niederließen. Ihr Können, ihr Glaube und ihre starken Werte trugen dazu bei, dieses Land zu einem Ort der Freiheit und der Chancen zu machen. Heute leisten Millionen von Amerikanern deutscher Herkunft als führende Vertreter in der Regierung, im Sport, der Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und in vielen anderen Bereichen Beiträge zum Erfolg und Wohlstand unseres Landes.

In jeder Generation gab es Amerikaner deutscher Abstammung, die mutig nach vorne traten, um unserem Land in der Stunde der Not zu dienen. Während des Unabhängigkeitskrieges unterstützte General Friedrich von Steuben die Kampfausbildung der Continental Army, und im Zweiten Weltkrieg trugen großartige Männer wie General Dwight Eisenhower und Admiral Chester Nimitz dazu bei, die Alliierten Streitkräfte zum Sieg zu führen. Unser Land wird den vielen Amerikanern deutscher Herkunft, die dem Ruf zur Verteidigung und Förderung der Sache der Freiheit als Angehörige unserer Streitkräfte selbstlos folgten, immer dankbar sein. Die Opfer dieser Helden helfen, die Ideale der Gründung unseres Landes zu bewahren und die Welt sicherer zu machen.

Der Deutsch-Amerikanische Tag ist auch eine Gelegenheit, die Freundschaft zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland zu würdigen. Indem sie als Partner im Frieden mit dem gemeinsamen Bekenntnis zur Freiheit zusammenarbeiten, können die Vereinigten Staaten und Deutschland die Grundlage für ein hoffnungsvolleres Morgen schaffen.

AUF GRUND DESSEN ERKLÄRE ICH, GEORGE W. BUSH, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, kraft des mir durch die Verfassung und die Gesetze der Vereinigten Staaten verliehenen Amtes, hiermit den 6. Oktober 2006 zum Deutsch-Amerikanischen Tag. Ich rufe alle Amerikaner auf, das deutsche Erbe unserer Nation und die zahlreichen Leistungen der Amerikaner deutscher Abstammung zur Bereicherung und Stärkung unseres Landes zu feiern.

ZU URKUND DESSEN setze ich an diesem dritten Tag des Oktober im Jahre des Herrn zweitausendsechs und im zweihunderteinunddreißigsten Jahr der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten meine Unterschrift unter dieses Dokument.

GEORGE W. BUSH

Originaltext: German-American Day 2006